Wien 2004 – Kongressvorträge online

Seit Mitte September werden nach und nach Präsentationen verschiedener Referierender auf dem XV. Internationalen Archivtag in Wien ins Netz gestellt. Auf der offiziellen Homepage des Internationalen Archivrates ICA zum Kongress (www.wien2004.ica.org) findet man mittlerweile Beiträge von Teilnehmern der Anfangsbuchstaben A bis G eingestellt:

Über die Liste der Referentinnen und Referenten sind diese und zahlreiche weitere Beiträge zu finden.

Fortschritte bei der Coburger Initiative Stadtmuseum

In Coburg scheint derzeit die Initiative Stadtmuseum ihrer Verwirklichung näher zu kommen. Scheiterte das Stadtmuseumskonzept bislang an den Ausbau- und Folgekosten für das in Aussicht genommene Gebäude Steingasse 7, so existiert mittlerweile ein abgespecktes Konzept, das vorsieht, das Gebäude vertikal in einen Geschäfts- und Wohntrakt sowie einen Sonderausstellungsraum im Innenhof zu teilen.

Im übrigen Gebäude könnte eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte installiert werden. Die zwei jährlichen Sonderausstellungen des Stadtmuseums würden dem von der Stadtverwaltung bislang wohlwollend aufgenommenen Konzept zufolge von ehrenamtlichen Helfern oder Honorarkräften beaufsichtigt werden. Langfristig wäre eine Zusammenlegung mit dem benachbarten Stadtarchiv denkbar.

Kontakt:
Initiative Stadtmuseum Coburg e.V.
Pfarrgasse 4
96450 Coburg 
Ansprechpartner: Hubertus Habel M. A. 
Telefon 09561 892404 
Telefax 09561 892039 
hubertus.habel@coburg.de 
www.stadtmuseum-coburg.de (funkt nicht!, 29.9.04)

Quelle: Coburger Tageblatt, 29.9.2004

Schmökern in der Säckinger Nachkriegszeit

Zum TAG DER ARCHIVE hatte auch Bad Säckingens Stadtarchivar Peter C. Müller einige seiner \“Schätze\“ zum Schmökern ausgelegt. Ausgesucht hatte Müller Akten und Zeitungen aus der Zeit des Kriegsendes 1945 und der frühen Nachkriegszeit, weil die Veranstaltung am Samstag einen Einstieg bieten sollte für eine für das nächste Jahr geplante Ausstellung: Unter dem Titel \“Kriegsende und Neubeginn\“ sollen dann Exponate aus der ganzen Region aus der Zeit von 1943 bis 1949 gezeigt werden. 

Dabei gibt es Akten genug, was fehlt, sind Bilder, die man fast nur in der Schweiz bekommt, da das Fotographieren in der französischen Besatzungszone verboten war. Da Stadtarchivar Müller noch auf der Suche nach Exponaten ist, nutzte er den TAG DER ARCHIVE eben auch dafür. Aber auch für die, die nichts zur geplanten Ausstellung beitragen konnten, lohnte sich das Kommen. Der TAG DER ARCHIVE war hier eine Veranstaltung, für die man Zeit mitbringen musste, der es aber gelang, die Lebensumstände der damaligen Kriegs- und Nachkriegszeit plastisch vorzuführen. 

Kontakt:
Stadtarchiv Bad Säckingen
Rathausplatz 1 
79713 Bad Säckingen
Tel 07761/929927 
Fax 07761/929926
stadtarchiv@bad-saeckingen.de

Quelle: Südkurier, 28.9.2004

Neuer Flyer lockt ins Stadt- und Kreisarchiv Düren

Ein neuer, reich bebilderter Flyer des organisatorisch verbundenen Stadt- und Kreisarchivs Düren bringt jetzt Interessierten das breite Aufgabenfeld und die verschiedenen Dienstleistungen des Archivs näher. Das Stadtarchiv als eigenes Institut der Stadtverwaltung Düren hat eine Tradition von etwa 100 Jahren. Die Bürger werden mit dem neuen Faltblatt eingeladen, die reichhaltigen Archivbestände der Stadt und des Kreises kennenzulernen und auch zu benutzen. 

Kontakt:
Stadt- und Kreisarchiv Düren
Kaiserplatz 2-4 (Rathaus) 
52349 Düren 
Postfachanschrift: 52348 Düren 
Fon: 0 24 21 / 25-25 55 
Fax: 0 24 21 / 25-25 50 
h.krebs@dueren.de

Quelle: Aachener Zeitung, 28.9.2004

1,5 km brandgeschützte Geschichte in Heiligenstadt

Im Stadtarchiv Heiligenstadt herrschte am TAG DER ARCHIVE ein derart großer Besucherandrang, dass Stadtarchivar Thomas T. Müller seinen Informationsvortrag über die Aufgaben des Archivs in den Flur verlegen musste.

Neben einem Einblick in die Arbeitsabläufe der Archivierung war auch der Brandschutz aus aktuellem Anlass ein Thema. Rauch- und Brandmelder in jedem Raum und die Aufbewahrung einiger verfilmter Akten in brandsicheren Schränken stellen nach den Ausführungen des Archivars eine relative Sicherheit vor Verlusten dar. Drei andere Feinde eines Archivars sind Licht, Metall und Tesafilm. Durch Ausbleichen, Rosten und Säurebildung zerstören diese mit der Zeit das Papier.

Kontakt:
Stadtarchiv Heiligenstadt
Kollegiengasse 10
37308 Heilbad Heiligenstadt
Tel.:03606-604336

Quelle: TLZ Heiligenstadt, 27.9.2004

Ausstellung des Bielefelder Stadtarchivs zum Luftangriff vor 60 Jahren

Die Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld wurde von den Bomben des 30. September 1944 voll getroffen und brannte eine Woche lang. Erst zehn Jahre später konnte die Kirchengemeinde ihre neu aufgebaute Kirche wieder eröffnen. 60 Jahre nach dem Angriff und 50 Jahre nach ihrer Wiedereröffnung ist die Altstädter Nicolaikirche der Ort einer Woche des Gedenkens, die am 29. September um 19.30 Uhr mit der Eröffnung der Ausstellung des Bielefelder Stadtarchivs beginnt.

Der Titel der bis zum 24.10. laufenden Ausstellung lautet: "Bielefeld im Bombenkrieg". Das Programm:

  • Führungen am Freitag, 1., und Samstag, 2. Oktober, um 15 Uhr, und am Dienstag, 5. Oktober um 19 Uhr an. 
  • Donnerstag, 30. September, 14 Uhr, – zu dieser Zeit begann damals der Angriff – Läuten der Dreifaltigkeitsglocke. 18 Uhr: Saxophon-Improvisationen der Leptophonics auf dem Turm der Kirche. 18.30 Uhr Gedenkgottesdienst von Pastor Armin Piepenbrink-Rademacher.
  • 19.30 Uhr: Live-Sendung des WDR. 20 Uhr: der Bielefelder Historiker Hans-Jörg Kühne spricht über den Großangriff.
  • Freitag, 1. Oktober, Installationsprojekt \“Brücken bauen\“ für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter Anleitung von Mitarbeitern der Kunsthalle im Foyer des Landeskirchenamtes, Altstädter Kirchplatz 3. 
  • 18 und 19 Uhr: Saxophon-Improvisationen der Leptophonics im Luftschutzbunker unter dem Alten Rathaus. Begrenzte Teilnehmerzahl. Karten in der Tourist-Information. Treff: Vor dem Alten Rathaus. 
  • 19.30 Uhr: Vortrag der Bielefelder Psychotherapeutin Veronika Engl zum Thema: \“Über das notwendige Mitgefühl für Kinder in Kriegen und für uns Erwachsenen, die wir damals Kinder waren\“.
  • Samstag, 2. Oktober: 9 bis 12 Uhr, Live-Sendung von Radio Bielefeld. Moderation: Stephan Schueler. 9.30 bis 13 Uhr, Präsentation von \“Brücken bauen\“ vom Vortag im Landeskirchenamt. 16 Uhr, Theater Töfte aus Recklinghausen, mehrfach prämiertes Stabpuppenspiel: \“Der Engel mit nur einem Flügel\“ – Erinnerungen aus der Kindheit des jüdischen Jungen Robert Goldstein. (Eintritt 6, ermäßigt 3 Euro). 18.45 Uhr, Altstädter Orgelmusik mit Wieland Meinhold. 21 Uhr, Bunker Ulmenwall, \“Peacefull beats\“. 
  • Sonntag, 3. Oktober, 10.30 Uhr, Erntedankgottesdienst. 13.30 Uhr, Musik an drei Orgeln (Hartmut Sturm). 14.30 Uhr, \“Was ist geblieben – Was ist geworden\“, Vortrag von Ulrich Althöfer, landeskirchliches Bauamt über Kunstschätze und Architektonische Entscheidungen zum Wiederaufbau. 19 Uhr, Festkonzert mit den Bielefelder Philharmonikern unter der Leitung von Peter Kuhn. Eintritt: 15 Euro (ermäßigt 7,50 Euro). Vorverkauf: Theaterkasse.

Kontakt:
Stadtarchiv Bielefeld
Rohrteichstraße 19
33602 Bielefeld
Tel. 0521/51 24 71 
Fax 0521/51 68 44
stadtarchiv@bielefeld.de

Quelle: Neue Westfälische, 29.9.2004

Stadtarchiv Erfurt erinnert an Medizinische Akademie

Mit einer Ausstellung, die bis zum 21. Januar 2005 im Rathaus der Stadt zu sehen sein wird, erinnert das Erfurter Stadtarchiv an die Eröffnung der Medizinischen Akademie Erfurt vor 50 Jahren. In der Ausstellung sind u.a. Plakate zu sehen über die Gründungsgeschichte und den Tag der Eröffnung. Zudem erzählt ein Film von der Eröffnungsveranstaltung am 7. September 1954. 

Die im Jahr 1993 geschlossene Medizinische Akademie war als Reaktion auf den akuten Ärztemangel und den fehlenden Ärztenachwuchs in der DDR während der Nachkriegszeit gegründet worden. Leitende Ärzte der Erfurter Städtischen Krankenanstalten erarbeiteten damals zunächst ein Konzept für die Gründung einer Medizinischen Akademie in Erfurt. Aufgrund der Tradition der alten Erfurter Universität sowie des Bestehens mehrerer moderner Kliniken schien sich die Stadt besonders gut für eine Medizinische Akademie zu eignen. Zudem gelang den Ärzten schon im Vorgriff auf eine künftige Akademie, erfahrene Dozenten als Leiter der Kliniken zu berufen, um wissenschaftlich anerkanntes Lehrpersonal in der zu gründenden Hochschule zu besitzen. 

Kontakt:
Stadtarchiv Erfurt
Gotthardtstraße 21
99084 Erfurt
Tel. 0361/6552901
Fax 0361/6552909

Quelle: TLZ Erfurt, 28.9.2004 

Rückschau auf den TAG DER ARCHIVE

Mit einem Wort des Dankes hat sich der Vorsitzende des VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare, Professor Volker Wahl, an die deutschen Archive gewandt, die in ihren Einrichtungen am Samstag, den 25. September den zweiten bundesweiten TAG DER ARCHIVE durchgeführt haben. Die Mühen der Vorbereitung und Durchführung wären allein schon deshalb nicht umsonst gewesen, "weil wir dadurch einmal mehr auf den hohen Stellenwert der Bewahrung des uns anvertrauten Kulturgutes hinweisen konnten", führte Wahl nicht zuletzt vor dem aktuellen Hintergrund des Brandes der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar aus.

Auch die diesjährigen Erfahrungen sollen für künftige öffentlichkeitswirksame Aktionen des Archivwesens nutzbar gemacht werden. Neben Planungen für einen dritten TAG DER ARCHIVE im Mai 2006 in Deutschland gehört dazu auch die auf dem XV. Internationalen Archivkongress in Wien entstandene Überlegung, künftig einen INTERNATIONALEN TAG DER ARCHIVE auszurufen. 

Die Zeitungen dokumentierten heute zahlreich die vielfältigen örtlichen Aktivitäten der Archive am TAG DER ARCHIVE; eine kurze Presseschau soll dies verdeutlichen:

Leutkirch: Das Schattendasein hat ein Ende
Archive stellt man sich düster, staubig, ruhig und langweilig vor. Dass dies zumindest auf das Leutkircher Stadtarchiv nicht zutrifft, hat Stadtarchivarin Nicola Siegloch am Samstag gezeigt: Im Rahmen des bundesweiten Archiv-Tages kamen etwa 50 Besucher zum Tag der offenen Tür ins Archiv.

Wolfenbüttel: Durch die Klimaschleuse zu den Kirchenschätzen
Hunderte Wolfenbütteler nutzten am Samstag die Gelegenheit, ansonsten nicht zugängliche Räume des Niedersächsischen Staatsarchivs und Landeskirchlichen Archivs zu beäugen. Bereits eine halbe Stunde vor der Öffnung hatten sich Besuchertrauben vor den Türen versammelt.

Celle: Gründungsurkunde ist ältestes Dokument – Stadtarchiv weckt Interesse bei Besuchern
In einem Archiv sei Ordnung das ganze Leben, sagte die Leiterin des Celler Stadtarchivs, Sabine Maehnert. Dennoch verschob sich das Programm beim Tag der Archive aufgrund des großen Andrangs. So teilten sich die gut 60 Besucher in zwei Gruppen. Eine verfolgte zunächst den eine Stunde später geplanten Stummfilm „1000 Jahre Westercelle“ (1951), die andere Gruppe machte sich unter Führung der Archivleiterin auf einen Rundgang durchs Archiv.

Bernburg: Schulen das Thema beim \“Tag der Archive\“
Kreis- und Stadtarchiv gaben zum \“Tag der Archive\“ Einblicke zum Thema Schulen im Kreis Bernburg. Die Archivräume selbst konnten von den Besuchern aber nicht besucht werden. Stattdessen hatten die Mitarbeiter alte Baupläne, Klassen- und Rechnungsbücher, Schulliteratur und Protokolle von Schulvorstandssitzungen ausgestellt. Für die Kinder interessant: eine alte lederne Schulmappe sowie eine Schiefertafel mit Griffel.

Borna: Die Papierflut der letzten 50 Jahre
Das Stadtarchiv Borna konnte zwar nur eine vergleichsweise geringe Zahl an Besuchern, dafür besonders interessierte Gäste zum bundesweiten Tag der Archive begrüßen. So schaute beispielsweise Sabine Raabe, die auch als Fremdenführerin arbeitet, herein, um neue Anregungen für ihre Stadtführungen zu bekommen. 

Bonn: Ratsherrensohn zog mit dem Kußbezirchen ins Kloster
Archiv zwei des Bonner Stadtarchivs gehört ganz allein den historischen Beständen von 1588 an, sortiert nach Kurfürstlicher, Französischer und Preußischer Zeit. Dabei sind, so Archivar Ottmar Prothmann bei der Führung durch die Katakomben des Stadthauses, die 200 privaten Nachlässe und Sammlungen in einem der Magazine das Spannendste. Besonders wertvoll für das Archiv seien sie, wenn sie Handschriftliches und Korrespondenzen enthalten, erklärte Archivar Tim Glander: "So lässt sich mehr über das Alltagsleben erfahren.\“

Magdeburg: Wohnen im alten Magdeburg und Weintrauben für 40 Pfennig
Im Stadtarchiv Magdeburg erzählte Frau Dr. Ballerstedt von der Geschichte des Archivs, von alten Zeiten und Berühmtheiten, von Bauakten alter Meister wie Bruno Taut und Johannes Göderitz. Spannend erzählt sie, als sei sie dabei gewesen, damals, als der berühmte Doktor Eisenbarth sich ein Haus in Magdeburg kaufte. 

Bad Kreuznach: Einblicke in eine Schatztruhe
Anne Wohlleben, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Stadtarchivs Bad Kreuznach, gab den Besuchern Gelegenheit, einen Blick auf die im Entstehen begriffenen Großprojekte \“Kreuznacher Datenbank\“ und \“Lexikon Kreuznacher Persönlichkeiten\“ zu werfen. Ihre Arbeitsgrundlage sind Familien- und Haushaltungsbögen, die sie in aufwändiger Kleinarbeit im Computer erfasst. Auf diese Weise entstehen zwei neue Datensammlungen, die einerseits den Bestand der angegriffenen historischen Dokumente schützen und diese Quellen andererseits für die Allgemeinheit verfügbar machen.

Wiesbaden: Beim Tag der offenen Tür rücken Archivare falsches Bild zurecht
Unter dem Motto \“Eine Stadt drei Archive\“ öffneten in Wiesbaden das Deutsche Rundfunkarchiv, das Hessische Hauptstaatsarchiv und das Stadtarchiv ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die Mitarbeiter der Archive gaben einen Überblick über die Arbeit der Archivare und stellten dabei die Besonderheiten des jeweiligen Hauses vor.

Mainz: \“Tag der Archive\“ unter einem Generalthema im Proviant-Magazin
Im Mainzer Proviant-Magazin, das als Fastnachtsarchiv und -museum fungiert, hat die närrische Vergangenheit der Stadt einen sowohl historischen als auch hochmodernen Rahmen gefunden. Fastnacht als untrennbarer Bestandteil der Mainzer Kulturgeschichte war der Schwerpunkt des diesjährigen Tages der Mainzer Archive.

Plön: Plöner sind \“Feuer und Flamme\“
Im Obergeschoss des Kreismuseums Plön mit seinem reizvollen Rokokosaal und einem Nebenkabinett konnte die Sonderschau \“Feuer und Flamme\“ erstmals in ihrer ganzen Attraktivität dargestellt und erfasst werden. Mit der Eröffnung der Sonderausstellung, verbunden mit einem Auftritt der Plöner Feuerwehr auf dem Museumsvorplatz, leisteten Kreismuseum und das Archiv des Kreises Plön einen gemeinschaftlichen Beitrag zum \“Tag der Archive\“. 

Köln: Mythen und alte Akten
Nachdem sich die Kölner Archive beim ersten Tag der Archive vor drei Jahren in ihren eigenen Häusern präsentiert hatten, habe man sich in diesem Jahr für einen zentralen Veranstaltungsort entschieden, erklärte Dr. Ulrich Soénius, Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln. So konnten die Besucher einen Überblick über die breite Palette der Archive der Domstadt bekommen. Gleichzeitig zogen alle Archive an einem Strang, um den Wert der Einrichtungen als Kulturinstitutionen zu erhöhen. „Kölner Mythen“ lautete das diesjährige Motto, bei dem Themen vorgestellt wurden, um die sich viele Gerüchte und Legenden ranken, sagte Dr. Franz-Josef Verscharen vom Historischen Archiv der Stadt. 

Villingen: Gedächtnis der Stadt eingelagert
Den ganzen Tag über ohne Pause führten der Villinger Stadtarchivar Maulhard und Mitarbeiterin Ute Schulze die Besucher in kleinen Gruppen durch die Lagerräume, in denen das Gedächtnis der Stadt \“eingelagert\“ ist. Die Leute waren sehr interessiert und es habe richtig Spaß gemacht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie durch die Bestände auf den zwei Ebenen zu führen, zeigte sich Stadtarchivar Maulhardt beeindruckt. So sei es auch gelungen, auf die Leistungen des Archivs hinzuweisen, damit die Bürger wissen, wo sie was finden können.

Bad Oeynhausen: Einsicht in das \“Gedächtnis der Stadt\“
Das Tagesprogramm ließ keine Fragen offen: Bei den Führungen durch das umfangreiche Archiv, der Einführung in die Höfe- und Familienforschung, einer Ausstellung historischer Stadtansichten von Bad Oeynhausen aus der Zeit von 1890 bis 1940, einem Bücherflohmarkt und den Tipps zur Aufbewahrung von Archivgut wurde jeder Besucher umfassend informiert.

Ehingen: Einst dominierte die Noblesse
Die Gelegenheit, sich im Archiv der Stadt Ehingen im ehemaligen Franziskanerkloster umzusehen, gibt es selten. Seit der Einweihung vor einigen Jahren waren am Samstag beim \“Tag der Archive\“ erstmals wieder die Türen geöffnet. Der Besuch lohnte sich.

"Blick ins Stadtarchiv" Magdeburg

Am bundesweiten TAG DER ARCHIVE lud nicht nur das Magdeburger Stadtarchiv zum Besuch ein; gleichzeitig startete die örtliche "Volksstimme" eine neue Serie unter dem Titel \“Blick ins Stadtarchiv". Die Zeitung wird darin regelmäßig Interessantes und Kurioses aus den Beständen des Stadtarchivs Magdeburg vorstellen und will offensichtlich auch gegen noch vielfach verbreitete Klischees vom ebenso staubig-trockenen wie langweiligen Archiv angehen: "Wenn Stadtgeschichte zu erleben und erforschen ist, dann dort", im Magdeburger Stadtarchiv, schreibt die Volksstimme

Mit Leiterin Dr. Maren Ballerstedt wird das rund 7,5 laufende Kilometer Akten umfassende Archiv von zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreut, darunter Wissenschaftliche Archivare, Diplomarchivare, Archivassistenten und Verwaltungsleute. Entsprechend vielfältig sind die Aufgaben des Magdeburger Stadtarchivs, die außer der Erfassung und Erschließung des archivwürdigen Verwaltungsschriftgutes auch die wissenschaftliche Arbeit, die Beratung von Bürgern und Verwaltungen, sowie die Beteiligung an stadtgeschichtlichen Ausstellungen und Forschungsvorhaben beinhalten. Rund 3.000 Benutzer sind jährlich zu betreuen und etwa 1.000 Anfragen zu beantworten. 

Allerdings hat Magdeburg im Laufe der Jahrhunderte durch Kriege erhebliche Einbußen an seinen Archivalien erlitten: Das mittelalterliche Ratsarchiv im Ratskeller wurde während des 30-jährigen Krieges vernichtet und im Zweiten Weltkrieg ging die Hälfte des Aktenbestandes von 1631 bis 1805 verloren. 

Kontakt:
Stadtarchiv Magedeburg
Bei der Hauptwache 4
39104 Magdeburg
Telefon: (0391) 5 40-25 15 
archiv@magdeburg.de

Quelle: Peter Ließmann, Volksstimme, 25.9.2004

Biberach ältester Schatz: Papsturkunde aus dem Jahr 1238

Mit einer Urkunde vom 29. Mai 1238 nahm Papst Gregor IX. das Kloster Gutenzell in seinen Schutz, bestätigte die Ordensregel und verlieh den Zisterzienserinnen eine Reihe von Privilegien. Heute ist das Dokument die älteste Archivalie des Kreisarchivs Biberach. Über die Jahrhunderte hinweg wurde der gefaltete Pergamentbogen wohl gehütet. In einer historischen Zinnschatulle in Buchform überstand er den 30-jährigen Krieg, überlebte den Spanischen Erbfolgekrieg und die Säkularisation. Als Schenkung des Grafen Toerring-Jettenbach gelangte die Urkunde 1977 mit dem gesamten Kloster- und Grafschaftsarchiv ins Biberacher Kreisarchiv. Auf der Urkunde hat der Papst wohl eigenhändig sein Kreuzzeichen eingetragen, vermutet Kreisarchivar Dr. Kurt Diemer, aber auch eine Reihe von Kardinälen hat sich dort verewigt. Neben der Papsturkunde bildet die Gutenzeller Klosterchronik ein weiteres Schmuckstück des Kreisarchivs.

Biberach besitzt laut Diemer als einziges Kreisarchiv im Land Archive früherer Herrschaften. Neben den Gutenzeller Klosterschriften zählt auch das Archiv der Freiherren von Hornstein-Orsenhausen zum Bestand. Darüber hinaus umfasst das Kreisarchiv die Unterlagen der ehemaligen Oberämter Biberach und Laupheim mit den Sitzungsprotokollen der Amtsversammlung. Akten der Landkreisämter und Nachlässe sind im Kreisarchiv gesichert, Dokumente zur Kirchengeschichte und zu den Klöstern im Landkreis sowie den Reichsstädten Biberach und Buchau. Die Qualität der Bestände sorgt offenbar für Nachfrage: Biberach sei eines der benutzerstärksten Kreisarchive im Land, freut sich Kreisarchivar Diemer.

Kontakt:
Kreiskultur- und Archivamt 
Rollinstr. 9
88400 Biberach
Kreisarchiv@biberach.de
Telefon: 07351/52204, 07351/52381 und 07351/52116
Fax: 07351/52405

Quelle: Birgit van Laak, Schwäbische Zeitung online, 25.9.2004

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