Vortrag im Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte

Mit Schwerpunkt auf dem Bocholter Raum werden in einem Vortrag die unterschiedlichen Etappen der Gleichschaltung der traditionell eher unpolitischen Schützenvereine nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten dargestellt.  Dabei stellt der Referent Schulze Ameling einerseits die Frage, inwiefern die Machthaber Einfluss auf die Schützenvereine bzw. auf die Schützenfeste zu nehmen versuchten. Andererseits will er die Frage klären, welchen Beitrag die Schützenvereine bei der von den Nazis beabsichtigten Paramilitarisierung der deutschen Gesellschaft leisteten.  Weitere Themen des Vortrages sind die vollzogene Eingliederung der Vereine in den NS-Dachverband \“Deutscher Schützenverband\“ in den Jahren 1938/1939 und der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, dem 6. April um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Bocholt, Münsterstraße 76. Der Eintritt ist frei. Der Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte wird neben dem Stadtarchiv Bocholt auch von der Volkshochschule Bocholt-Rhede-Isselburg getragen. Die Reihe des Gesprächskreises soll einer breiten Bürgerschaft einen Einblick in die Stadtgeschichte Bocholts vermitteln und wichtige Epochen der Geschichte besprechen. Themen, Termine und die Namen der jeweiligen Gesprächspartner und Referenten für die einzelnen Veranstaltungen werden stets in der Presse bekanntgegeben.

Kontakt:
Stadtarchiv Bocholt
Münsterstr.76
46397 Bocholt
Telefon: 02871-953-349
Telefax: 02871-953347
droppel@mail.bocholt.de 

Quelle: Pressemeldung Stadt Bocholt, 29.3.2006

Mozart im Paderborner Exil

Die Ausstellung \“Canossa 1077 – Erschütterung der Welt\“ wird begleitet von einem wissenschaftlichen Rahmenprogramm, bei dem Historiker ausstellungsrelevante Themen aufgreifen und diese unter Berücksichtung des aktuellen Forschungsstandes in den jeweiligen historischen Zusammenhängen darstellen (Programm). 

Auf Einladung der Volkshochschule Paderborn präsentierte der Paderborner Historiker Professor Dr. Dietmar Klenke (Universität Paderborn) am 30. März 2006 in der Städtischen Galerie Am Abdinghof erstmals seine spektakulären Funde über Mozarts Exiljahre in Paderborn der interessierten Öffentlichkeit. Ungemein bereichernd ist, dass sich auch ein Bezug zu \“Canossa\“ herstellen lässt. Vermied der Freimaurer Mozart mit seiner Flucht nach Paderborn vielleicht einen \“Gang nach Canossa\“? 

Was es damit auf sich hat, lässt sich auch in einem Buch nachlesen, das im Rahmen des Vortrags – einer "musikologischen Wissenschaftssatire" – der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Es fügt sich überaus glücklich, dass der rührige Forscher gerade im Mozartjahr 2006 den Schleier lüften kann, der sich über die Paderborner Jahre des freimaurerischen Musikgenies gelegt hat. Einmal mehr findet Paderborns Ruf, eine freisinnige Stadt zu sein, eine eindrucksvolle Bestätigung, zumal Mozart in der Padermetropole fast ebenso lange gelebt hat wie in Wien. Das letzte, in Paderborn komponierte Werk erlebte im Rahmen des Vortrags seine Welturaufführung. Mozart hat es kurz vor seinem Tode den Paderbornern gewidmet.

Info:
Dietmar Klenke: Mozart im Paderborner Exil. Die Canossa-Romanze von 1830. Mozarts letztes Werk – mit kompletter Partitur. Eine Satire, Münster 2006, 56 S., 30 S. Partitur, ISBN 3-8309-1622-1, 6,90 Euro. 

Jahrhunderte alte Namensregister und Kirchenbücher

Wer Informationen über seine Vorfahren sucht, kann im Stadtarchiv der Stadt Bonn fündig werden. Dort befinden sich entsprechende Quellen. Das im neuen Stadthaus, Berliner Platz 2, untergebrachte Stadtarchiv ist montags bis samstags geöffnet, die Benutzung ist kostenlos. Wer eine Einführung in die Familienforschung wünscht, sonstige Fragen hat oder überhaupt das Stadtarchiv kennen lernen will, der sollte einen Besuch beim nächsten TAG DER ARCHIVE am Samstag, 6. Mai, einplanen. Einen ganzen Tag lang werden mit Vorträgen, Filmvorführungen und Magazinführungen viele Informationen geboten. 

Das Stadtarchiv ist die zentrale Dokumentationsstelle für alle Quellen zur Stadtgeschichte. Und dazu gehört auch die Familienforschung. Hier werden fast alle Kirchenbücher der Stadt aus der Zeit vor 1800 verwahrt. Um das zeitaufwändige Suchen zu erleichtern, sind bereits für die meisten Pfarreien Namenregister und so genannte Familienbücher erstellt worden. Darüber hinaus bieten die Bibliotheks-Abteilung „Genealogie und Heraldik“ und die ebenfalls im Stadtarchiv untergebrachte Bibliothek der Bezirksgruppe Bonn der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde zahlreiche Bücher für weitere Nachforschungen weit über den Bonner Raum hinaus. 

Kontakt:
Stadtarchiv Bonn
Berliner Platz 2
53103 Bonn
Tel.: 0228-77-2410
Fax: 0228-77-4301

Quelle: Stadt Bonn, Pressemitteilung, 29.3.2006

Geschichte der Zwangsarbeit in Bonn

Aktuelle Erkenntnisse aus der Zwangsarbeiterforschung stehen im Mittelpunkt einer Tagung des Stadtarchivs Bonn und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Am Beispiel Bonns und im Vergleich mit anderen Kommunen erörtern elf Referenten am Freitag, 7. und Samstag, 8. April, im Haus der Geschichte das Thema Zwangsarbeit in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs (Programm). Das Symposium beginnt an beiden Tagen jeweils um 9.30 Uhr. Teilnehmen können alle, die an der Materie interessiert sind. Der Eintritt ist frei. 

Die Referate nähern sich der Thematik aus Sicht der Industrie, aber auch aus der Perspektive kirchlicher und kommunaler Arbeitgeber. Die rechtliche Lage der Zwangsarbeiter ist ebenso Inhalt eines Vortrags wie Fragen der Rekrutierung. Die besondere Situation der italienischen Fremdarbeiter, die bis 1943 Verbündete und anschließend Gegner Deutschlands waren, wird separat behandelt. 

Unter dem Titel „Schlagen gut ein und leisten Befriedigendes“ beleuchtet eine Dokumentation die Geschichte der Zwangsarbeit in Bonn. Der 300 Seiten starke Band ist während der Tagung im Haus der Geschichte sowie darüber hinaus im Bonner Stadtarchiv und im Bonner Buchhandel erhältlich. 

Tagung "Zwangsarbeiterforschung in Deutschland. Das Beispiel Bonn im Vergleich und im Kontext neuerer Untersuchungen":

7. April 2006
9.30 Uhr Grußworte und Eröffnung
9.45 Uhr Dr. Manfred Grieger, Wolfsburg: Der Betrieb als Ort der Zwangsarbeit: Industrie und Zwangsarbeiter, 1939 – 1945
10.30 Uhr Kaffeepause
10.45 Uhr Dr. Uwe Kaminsky, Düsseldorf/Berlin: Zwangsarbeit in der Evangelischen Kirche am Beispiel der Rheinprovinz
11.30 Uhr Joachim Schröder, M. A., Düsseldorf: Kommunale Arbeitgeber und Zwangsarbeit am Beispiel Düsseldorfs
12.15 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Prof. Dr. Albert Kotowski, Bonn: Die Rekrutierung der Zwangsarbeiter im besetzten Polen
14.45 Uhr Prof. Dr. Rudolf Lill, Bonn: Arbeiter und Militärinternierte aus Italien. Zwischen gelenkter Kollaboration und Zwang
15.30 Uhr Kaffeepause
15.45 Uhr Andrea Renner-Palat, M. A., Freiburg: Die rechtliche Lage der polnischen Zwangsarbeiter 1939 – 1945
16.30 Uhr Dr. Albert Eßer, Bergisch Gladbach: Zwangsarbeit in Bergisch Gladbach. Quellen, Ergebnisse und offene Fragen
17.15 Uhr Dr. Frank Gausmann, Mainz: Zwangsarbeit in einer badischen Kleinstadt – Offenburg und der „Ausländereinsatz“

8. April 2006
9.30 Uhr Julia Hildt M. A., Bonn: „Ostarbeiterinnen schlagen gut ein…“ Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion in Bonn
10:15 Uhr Jolanta Altman-Radwanska, M. A., Bonn: Polnische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Bonn 1940 – 1945
11.00 Uhr Kaffeepause
11.15 Uhr Prof. Dr. Joachim Scholtyseck, Bonn: Westeuropäische Arbeiter, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Bonn
12.00 Uhr Abschlussdiskussion
danach Abreise der Teilnehmer

Kontakt:
Stadtarchiv Bonn
Berliner Platz 2
53103 Bonn (Stadthaus Ebene 0)
Tel.: 0228/ 77 2410
Fax: 0228 / 77 43 01 
stadtarchiv@bonn.de 

Quelle: Presseservice der Stadt Bonn

Filmrollen im Bundesarchiv-Bunker

Nachdem bereits in den 19 20er Jahren zahlreiche Filmstudios mit der Sammlung ihrer Filme begonnen hatten, wurde die Arbeit bis 1945 vom Reichsfilmarchiv und danach von den Filmarchiven der DDR und der Bundesrepublik fortgesetzt. 1990 wurden die Bestände zusammengeführt. Die Abteilung Filmarchiv des Bundesarchivs bezog 2005 einen neu errichteten Zweckbau mit modernsten Spezialmagazinen in Dahlwitz-Hoppegarten. Der Neubau bietet Werkstätten für die Restaurierung und Umkopierung von allen filmischen Materialien des Filmarchivs. 

Im Kopier- und Restaurationswerk in Dahlwitz-Hoppegarten wird es allmählich eng. Zwar können die 36 Mitarbeiter in dem zwölf Millionen teuren Neubau mit dem so genannten Bunker in jeder seiner 40 schmalen Zellen bis zu 2.000 Filmrollen lagern. Doch da sich schon jetzt über 72.000 Filme dort befinden und jährlich 10.000 neue Rollen hinzu kommen, steht in den kommenden Jahren der Ausbau der Anlage an. Spätestens in 20 Jahren soll der gesamte historische Bestand des Bundesfilmarchivs – mit knapp einer Million Filmrollen eines der größten Archive der Welt – dort untergebracht sein. Derzeit lagert er noch in Koblenz, Wilmersdorf und Köpenick. 

Manchmal dauert es nur wenige Wochen, manchmal bis zu einem Jahr, bis die Mitarbeiter einen alten Film restauriert und anschließend kopiert haben. Bis zu 400 Filme können so in einem Jahr bearbeitet werden. In vielen Fällen ist es ein aussichtsloser Kampf gegen die Zeit, erläutert Nikola Klein, die technische Leiterin im Kopier- und Restaurationswerk. Über 14.000 Stunden Film – ein Viertel des gesamten Bestandes – sind in den Werkstätten des Kopier- und Restaurationswerkes gesichert worden. Jährlich nutzen über 1.000 Besucher die Bestände, über 3.000 Anfragen werden schriftlich bearbeitet. Pro Jahr beliefert das Archiv Film- und Fernsehproduktionen mit 3.200 Stunden kopierter Filme.

Kontakt:
Bundesarchiv
Lindenallee 55-57
15366 Hoppegarten
Tel.: 01888/7770-0
Fax: 01888/7770-695 
filmarchiv@barch.bund.de 

Bundesarchiv-Filmarchiv
Fehrbelliner Platz 3
10707 Berlin
Tel.: 01888/7770-0 
Fax: 01888/7770-999 
filmarchiv@barch.bund.de 

Quelle: Dirk Becker, Der Tagesspiegel, 28.3.2006

Südtirols Landesarchiv erhält neuen Andreas-Hofer-Brief

Ein neues Dokument Andreas Hofers (1767-1810) ist im Zusammenhang mit der Versteigerung von Schriftstücken aus den Tiroler Freiheitskriegen in den Besitz des Südtiroler Landesarchivs gelangt. Es handelt sich dabei um einen in Steinach am Brenner nach der Berg-Isel-Schlacht verfassten Rundbrief. Damit ist der Dokumentenbestand des Landesarchivs aus der Zeit zwischen 1809 und 1844 weiter angewachsen. Daher weist Denkmalpflege-Landesrätin Sabina Kasslatter Mur auch die Kritik zurück, das Land Südtirol hätte eine Chance verpasst, seine historischen Archivbestände auszubauen. 

\“Das Land Südtirol besitzt zahlreiche Schriftstücke aus der Zeit des Tiroler Freiheitskampfes sowie mehrere handschriftliche Dokumente von Andreas Hofer. Die Dokumente sind zum Teil historisch wesentlich interessanter als jene, die nun in Köln versteigert worden sind\“, so Landesrätin Kasslatter Mur. Zwanzig Dokumente wurden dem Landesarchiv vor vier Jahren geschenkt, von denen 18 aus dem Nachlass des Andreas Illmer – dem ehemaligen Hauptmann auf Schloss Tirol – stammen. Weitere Dokumente befinden sich im Merkantilmagistrat.

Außerdem hat das Landesarchiv vor mehreren Jahren einen wertvollen Brief angekauft, den Hofer während seines Aufenthalts in der Val Sugana verfasst hat. Zahlreiche weitere Schriftstücke des Tiroler Freiheitskämpfers finden sich in den Beständen des Landesarchivs und anderer Archive. In Innsbruck beispielsweise wurden für die geplante Briefesammlung, die anlässlich des Andreas-Hofer-Gedenkjahres 2009 erscheinen soll, bereits 600 Dokumente zusammengetragen und diese Sammlung könnte sich noch fast verdoppeln. „Diese Zahlen und Sammlungen relativieren Wert und Bedeutung der nun versteigerten Dokumente“, so der Leiter des Südtiroler Landesarchivs, Josef Nössing.

„Neben dem für die Tiroler Geschichte ungemein wertvollen Illmer-Nachlass, der nicht nur die berühmte Skizze über die Gefangennahme Andreas Hofer sondern auch Schriftstücke mit wertvollen Informationen zu den Tiroler Aufständen umfasst“, so der Leiter des Landesarchivs, Josef Nössing, „haben wir in den vergangenen Tagen einen handschriftlichen Brief des Tiroler Freiheitskämpfers erhalten. Dieser wurde in Steinach am 3. November 1809 verfasst. Es handelt sich dabei um ein Rundschreiben des Oberkommandos Tirol, das Andrä Hofer nach der Berg-Isel-Schlacht verfasst hat und eher für ein Nachgeben war.“ 

Dieses Dokument wurde dem Landesarchiv geschenkt, nachdem über die Medien von der Versteigerung berichtet worden war. Das Schriftstück war über Tirol nach Wien und dann nach Schweden gelangt, von wo es dann wieder nach Südtirol zurückgekommen ist. Die stellvertretende Direktorin im Landesarchiv, Christine Roilo, spricht von einer kulturbewussten Geste einer aufgeklärten Bürgerin, die aus geschichtlicher Vergangenheit nicht schnödes Geld machen wollte, sondern das Dokument mit großem Verantwortungsbewusstsein der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat. 

Für Landesrätin Sabina Kasslatter Mur ist es nicht Hauptanliegen der Denkmalpflege beziehungsweise des Landesarchivs, nach einer Vollständigkeit in der Dokumentensammlung zu trachten: „Figur und geschichtliche Bedeutung Andreas Hofers sind gut dokumentiert, unsere Finanzmittel sollten daher stärker in die Forschungs- und Vermittlungsarbeit fließen.“ Dies Ansicht teilt auch Archiv-Direktor Nössing: „Es hat wenig Sinn, eine vollständige Hofer Dokumentation anzustreben, auch weil es sicher noch viele Dokumente gibt, die sich in Privatbesitz befinden, was auch gut und richtig ist. Wichtiger ist uns die wissenschaftliche Aufarbeitung der Zeit.“

Kontakt:
Landesarchiv Südtirol
Armando-Diaz-Straße 8
I-39100 Bozen
Tel.: 0471/411940
Fax: 0471/411959
Landesarchiv@provinz.bz.it
www.provinz.bz.it/sla

Quelle: Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilung des Landespresseamtes, 27.3.2006; Alexa Belutti, Tirol.com, 28.3.2006

Archiv und Wirtschaft 1/2006

Das Heft 1/2006 der Zeitschrift \“Archiv und Wirtschaft\“ enthält folgende Beiträge:

Aufsätze: 
Thomas Mayer: Ein neues Familien- und Unternehmensarchiv bei Borgers in Bocholt
Wolfgang Richter: Akten in der Sprengstoff-Fabrik. Itinerar der Akten der Dresdner Bank am Ende des Zweiten Weltkriegs
Michael Farrenkopf: Zwangsarbeit im Ruhrbergbau. Zur Herausgabe eines Spezialinventars

Berichte
Ulrich S. Soénius: Gemeinsame Fachgruppensitzung der Adels- und Wirtschaftsarchivare auf dem Deutschen Archivtag 2005 in Stuttgart

Rezensionen
Gerhart Enders: Archivverwaltungslehre (Dirk Ullmann)
Uwe M. Borghoff u. a.: Langzeitarchivierung. Methoden zur Erhaltung digitaler Dokumente (Wolfgang Richter)
Simone Lässig: Jüdische Wege ins Bürgertum. Kulturelles Kapital und sozialer Aufstieg im 19. Jahrhundert (Wilfried Reininghaus) 
Gabriele Oepen-Domschky: Kölner Wirtschaftsbürger im Deutschen Kaiserreich. Eugen Langen, Ludwig Stollwerck, Arnold von Guilleaume und Simon Alfred von Oppenheim (Sebastian Beck)
Christopher Kopper: Bankiers unterm Hakenkreuz (Harald Wixforth)
Constanze Werner: Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit bei BMW (Claus W. Schäfer)
Gerd Höschle: Die deutsche Textilindustrie zwischen 1933 und 1939. Staatsinterventionismus und ökonomische Rationalität (Thomas Mayer)
Reinhold Maier: Ende und Wende. Briefe und Tagebuchaufzeichnungen 1944–1946, neu hrsg. von Andreas Brenke, Susanne Fingscheidt u. Armin Schulte (Dominik Zier)
Christian Stadler: Unternehmenskultur bei Royal Dutch/Shell, Siemens und DaimlerChrysler (Hartmut Kiehling)
Michael Farrenkopf (Hrsg.): Koks. Die Geschichte eines Werkstoffes (Manfred Rasch)

Personalnachrichten/Verschiedenes
Impressum

www.wirtschaftsarchive.de
Archiv und Wirtschaft, 39. Jg., 2006, H. 1
Jahresabonnement: 26 €
Einzelheft: 8 €

\"Archiv

Der TAG DER ARCHIVE im Bergischen Land

Ohne Archive ginge das Wissen um die Vergangenheit verloren. Der Ort, an dem die historischen Dokumente zur Geschichte Bergisch Gladbachs aufbewahrt werden, ist das Stadtarchiv Bergisch Gladbach an der Hauptstraße 310. Zum bundesweiten Tag der Archive am Samstag, den 6. Mai 2006, wird das Stadtarchiv auch am Wochenende seine Tore öffnen. Von 11 bis 17 Uhr können Besucher an diesem Samstag einen Eindruck davon gewinnen, wie Urkunden, Akten und Fotos zur städtischen Geschichte im Archiv aufbewahrt und gepflegt werden. 

\"Plakat

In zwei Vitrinen werden Dokumente zur Geschichte der Stadtjubiläen in Bergisch Gladbach zu sehen sein. Bei Führungen durch das Archivmagazin können Sie einen Blick auf die Regalanlagen und Archivschränke werfen, die zum Schutz der Archivalien normalerweise der Öffentlichkeit verschlossen sind. Lokale Zeitungsausgaben aus über 150 Jahren berichten von den Ereignissen der Vergangenheit und können als Rückvergrößerungen von Mikrofilmen erworben werden. Luftbilder aus den 1950er und 1960er Jahren veranschaulichen, wie Bergisch Gladbach, Bensberg oder Engelskirchen vor 40 Jahren ausgesehen haben.

Auch an anderen Orten des Bergischen Landes bieten Archive am 6. Mai besondere historische Einblicke: Das Leverkusener Stadtarchiv in Opladen veranstaltet um 11 Uhr, 12.30 Uhr und 14 Uhr Vorträge und eine Ausstellungsführung über den bergischen Geschichtsforscher Vincenz von Zuccalmaglio, im Archivdepot von Schloss Ehreshoven bei Engelskirchen geben Archivführungen um 12 Uhr, 13.30 Uhr und um 15 Uhr Einblicke in die Quellen des rheinischen Adels und die Stadtarchive Remscheid und Solingen laden wie Bergisch Gladbach zu einem Tag der offenen Tür ein.

Kontakt:
Stadtarchiv Bergisch Gladbach
Hauptstraße 310
51465 Bergisch Gladbach
Telefon 02202/142208
Fax 02202/142216
archiv@stadt-gl.de
www.stadtarchiv-gl.de.

Zuschüsse für das Stadtarchiv Waltrop auf dem Prüfstand

Rund neun Wochen nachdem der Sparberater Wilhelm Niemann seine Tätigkeit im Waltroper Rathaus aufgenommen hat, soll der Stadtrat am 30. März 2006 ein umfangreiches Sparpaket beschließen. Waltrops Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe und der Jurist Wilhelm Niemann (53) legten am 20. März einen Zwölf-Punkte-Plan vor, der eine Umkehr in der Schuldenentwicklung der Stadt Waltrop einleiten soll. Die Bezirksregierung Münster hatte den Ex-Bürgermeister von Rheine, Wilhelm Niemann, nach Waltrop geschickt, um in Abstimmung mit der Bürgermeisterin der Stadt von ihrem Schuldenberg in Höhe von 115 Millionen Euro herunterzuhelfen. 

Die Verwaltungsvorlage, die Anne Heck-Guthe zusammen mit Kämmerer Wolfgang Brautmeier und Wilhelm Niemann vor der Presse erläuterten, enthält unter anderem eine Selbstverpflichtung, „spätestens für das Jahr 2009 ein genehmigungsfähiges Haushaltssicherungskonzept aufzustellen“. Das hat zur Folge, dass spätestens im Jahr 2012 der Haushalt originär, das heißt in laufenden Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sein muss. Darüber wird die Stadtverwaltung beauftragt werden, das Minus im aktuellen Verwaltungshaushalt auf dem Niveau von 2005 einzufrieren: 9,6 Millionen Euro. Auf den Prüfstand kommen die Zuschüsse für das Stadtarchiv Waltrop und das Heimatmuseum, für die Musikschule, Volkshochschule, Stadtbücherei, Kinder- und Jugendbüro, Sportstätten und die Kommunalen Bäder. Die Zuschüsse in Höhe von insgesamt 3,1 Millionen Euro sollen untersucht werden mit dem Ziel, „maximale Einsparungen“ zu erreichen, heißt es in der Verwaltungsvorlage. 

Kontakt:
Stadt Waltrop
Der Bürgermeister
Münsterstr. 1
45731 Waltrop 
Tel.: (0 23 09) 93 0-0 (Vermittlung)
Fax: (0 23 09) 93 0-3 00
stadtverwaltung@waltrop.de

Quelle: Stadt Waltrop, Presse- und Informations- Dienst, 20.3.2006; WDR-Museums- und Archivnachrichten aus Westfalen-Lippe, Nachrichten für das östliche Ruhrgebiet, 21.3.2006

Ausstellungen zum 200. Geburtstag von Ottmar Schönhuth in Bad Mergentheim

Das Stadtarchiv Bad Mergentheim widmet den bundesweiten TAG DER ARCHIVE am 6. Mai 2006 von 10 bis 17 Uhr dem Leben und Wirken des am 6. April 1806 in Sindelfingen geborenen Pfarrers Ottmar Friedrich Heinrich Schönhuth. Das Deutschordensmuseum Bad Mergentheim gestaltet eine Sonderausstellung zum 200. Geburtstag des Geschichtsschreibers und Volksschriftstellers Ottmar Schönhuth, die vom 10. September bis 19. November 2006 zu sehen ist.

Bereits während seines Theologiestudiums in Tübingen entdeckte Ottmar Schönhuth (1806-1864) seine Vorliebe für geschichtliche Abhandlungen und versuchte sich selbst daran. 1827 veröffentlichte er sein erstes selbständiges Büchlein. Nach seinem Studium begann seine Pfarrerlaufbahn. Während seiner gesamten Tätigkeit als Pfarrer verfasste er immer wieder kleine geschichtliche Bücher und Aufsätze in unterschiedlichen Zeitschriften, insgesamt mehr als 200 Bücher und etwa 60 Aufsätze. Er verstand diese kleinen geschichtlichen Werke, etwa so groß wie Notizbücher, hauptsächlich als leicht verständliche Lektüre für die Jugend. Sie sollten einen Einstieg in die Welt der Geschichte ermöglichen, denn er verband darin oft Historisches mit Sagenhaftem. So entstanden viele Chroniken, unter anderem von Mergentheim, Krautheim, Boxberg und vom Kloster Reichenau.

Als Pfarrer richtete Schönhuth in Wachbach eine Suppenküche ein, gründete in Mergentheim einen Armenverein, organisierte aber auch Maienfeste in Dörzbach, Wachbach und Edelfingen. Dazu gründete er in den entsprechenden Gemeinden Gesangvereine und schrieb Liedtexte. Seine Korrespondenz belegt Freundschaften mit Eduard Mörike, Ludwig Uhland und anderen. Er war auch Mitbegründer des heute noch aktiven Historischen Vereins für Württembergisch Franken. Für seine Leistungen erhielt Ottmar Schönhuth die badische große Medaille von Großherzog Leopold und von der Schillerstiftung eine finanzielle Ehrengabe, die erst nach seinem Tod an seine Witwe ausgezahlt wurde.

Link: Tag der Archive 2006

Kontakt:
Stadtarchiv Bad Mergentheim
Hans-Heinrich-Ehrler-Platz 35
97980 Bad Mergentheim
Tel.: 07931/57208
christine.schmidt@bad-mergentheim.de 

Quelle: Fränkische Nachrichten, 18.3.2006

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