Übersicht über Kleindenkmale in Leinfelden-Echterdingen

Um die in Leinfelden-Echterdingen zahlreich vorhandenen Kleindenkmale vor dem Vergessen zu bewahren, hat sich Jürgen Helmbrecht vom Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen dafür eingesetzt, dass sie jetzt katalogisiert werden. Bereits im Jahr 2001 hatte das Landesamt für Denkmalpflege gemeinsam mit dem Schwarzwaldverein, dem Schwäbischen Albverein sowie dem Schwäbischen Heimatbund damit begonnen, eine Dokumentation über Kleindenkmale in ganz Baden-Württemberg zu erstellen. Gemeinsam mit der für das Landesamt für Denkmalpflege in Stuttgart tätigen Kulturwissenschaftlerin Martina Blaschka sowie einer Reihe freiwilliger Helfer werden nun die Denkmale in Leinfelden-Echterdingen fotografiert, kartiert und tradiert. Zu den Kleindenkmälern zählen nicht nur Gedenk-, Sühne- und Steinkreuze, sondern auch Mark- und Meilensteine, Wegweiser, Ruhebänke, Brunnen, Inschriften und Symbole aus Stein, Holz und Metall. Kulturwissenschaftler definieren Kleindenkmale als kleine von Menschen geschaffene Gebilde, die freistehend und ortsfest sind, an eine Person oder eine Begebenheit erinnern oder einem bestimmten Zweck dienen. Alle Beteiligten hoffen, durch diese Aktion vielen Menschen wieder die Bedeutung der einzelnen Denkmale in Erinnerung zu rufen, um so dazu bei zu tragen, sie dauerhaft zu schützen und zu erhalten.

Kontakt
Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen 
Jürgen Helmbrecht M.A. 
Schönaicher Sträßle 4 
70771 Leinfelden-Echterdingen 
Tel.: 0711 / 9975408 
Fax: 0711 / 9975410 
j.helmbrecht@le-mail.de 

Quelle: Cornelia Nawrocki, Stuttgarter Wochenblatt, 28.6.2007

Neue Bücher zum Saarland-Jubiläum

Am 25. Juni 2007 stellte Ministerpräsident Peter Müller in der Staatskanzlei drei neue Bücher der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung vor: Zu den Saarland-Jahrestagen 1935 und 1955/57 hat die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Hudemann ihre neuesten Forschungsergebnisse zur Geschichte des Saarlandes in ihren deutsch-französischen und internationalen Vernetzungen veröffentlicht. Der Historiker, der an der Universität des Saarlandes Neuere und Neueste Geschichte lehrt, ist unter anderem Spezialist für die französische Deutschlandpolitik nach 1945 und den saarländischen Sonderweg jener Zeit.
Mit den neuen Büchern erschließt die Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung im Umfeld der Jahrestage der beiden Volksabstimmungen des 20. Jahrhunderts und der Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik neue Felder dieser komplizierten Themenbereiche. Sie gibt damit einer breiteren interessierten Bevölkerung Materialien an die Hand, um sich genauer mit den \“Saarjahren\“ zu beschäftigen.

Ministerpräsident Peter Müller erklärte: \“Alle drei Bücher decken zusammengenommen den Zeitraum ab, den wir als saarländischen Sonderweg bezeichnen können. Dieser Sonderweg begann mit dem Ende des 1.Weltkrieges – der Schaffung des Saargebietes, seiner Abtrennung vom Deutschen Reich und seiner Unterstellung unter ein Völkerbundmandat 1920. Gerade der ideologische Missbrauch der Saarfrage in den 30er Jahren muss uns immer eine heilsame Lehre sein, sorgsam mit unserer politischen Verantwortung umzugehen. Wachsamkeit gegenüber allem, was Extremismen und Extremisten den Boden bereitet, ist auch heute wieder in verstärktem Maße geboten. Wachsender Antisemitismus, dumpfe populistische Parolen von selbsternannten Volkstribunen oder offen zu Tage tretender Rassismus sind Phänomene, die uns zu erhöhter Aufmerksamkeit und zu entschiedenem Handeln mahnen.\“ Müller erinnerte daran, dass die saarländische Geschichte nach 1945 aber ebenso zeigt, dass es auch anders gehen kann. \“An Stelle der ideologischen Aufrüstung trat nun die geistige Kehrtwende, die uns nicht mehr gegen, sondern nun in den Westen führte. Die Saarfrage wurde damals zur Bewährungsprobe des neuen Europas und des neuen deutsch-französischen Miteinanders. Heute, mehr als fünfzig Jahre später, dürfen wir mit Stolz feststellen: Europa, Deutschland, Frankreich und nicht zuletzt auch das Saarland, haben diese Bewährungsprobe bestanden.\“

Aus ihren langjährigen Forschungen zur Nachkriegsgeschichte des Saarlandes legt die Saarbrücker Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Rainer Hudemann und Prof. Dr. Armin Heinen (jetzt Aachen), die bereits zahlreiche Bücher dazu publizierte, ein umfangreiches Quellen- und Arbeitsbuch \“Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa (1945-1957)\“ vor. In Zusammenarbeit mit Johannes Großmann und Marcus Hahn werden Quellen zur Verfügung gestellt, die hier zumeist erstmals publiziert werden. Viele stammen aus französischen Archiven, zu welchen die französische Regierung den Saar-Forschern unbeschränkten Zugang eröffnet hat. Das Buch führt ausführlich in die komplizierte Sach- und Forschungslage ein, gibt eine große Chronologie, Kurzbiographien wichtiger in den Quellen genannter Akteure und eine umfangreiche Arbeitsbibliographie. Ziel ist es, Arbeitsgruppen in Schulen, Verbänden und interessierter Öffentlichkeit ein eigenständiges Arbeiten nach jeweils individuellen Interessen zu erleichtern. Im Mittelpunkt des Buches stehen die internationalen Verflechtungen des Saarlandes, die in ihrer Vernetzung mit den innenpolitischen Problemen in Wirtschaft, Sozialpolitik, Gewerkschafts- und Parteienwesen und Kultur und in ihren zeitweisen Perspektiven einer europäischen Saar-Lösung exemplarisch aufgezeigt werden. Eine CD-Rom von Susanne Dengel lässt den Abstimmungskampf 1955 lebendig werden. Die Arbeiten für das Buch wurden besonders von der Volkswagen-Stiftung und der Union Stiftung gefördert. Es ergänzt sich thematisch und von der Inhaltsstruktur her gegenseitig mit den anderen in den letzten Jahren vorgelegten Büchern zu dieser Thematik.

Die Bücher von Dr. Wolfgang Freund und Dr. Frank Becker, beide von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert, erschließen Neuland im Umfeld der Saar-Abstimmung von 1935. In der Bundesrepublik ist seit einem Jahrzehnt in Öffentlichkeit und Wissenschaft intensiv darüber diskutiert worden, welchen Anteil Wissenschaftler an der Vorbereitung der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik in Osteuropa hatten. Freund untersucht nunmehr in seinem Buch \“Volk, Reich und Westgrenze. Deutschtumswissenschaften und Politik in der Pfalz, im Saarland und im annektierten Lothringen 1925-1945\“ die Situation im Westen. Er schildert die Gründungen, Forschungsinhalte und politischen Hintergründe der Saarforschungsgemeinschaft, der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, des ihr zugehörigen Saarpfälzischen (ab 1941 Westmark-) Instituts für Landes- und Volksforschung in Kaiserslautern sowie des 1940 in Metz installierten Lothringischen Instituts für Landes- und Volksforschung. Er zeigt, wie diese Institutionen vom Regime gleichgeschaltet wurden, aber auch, wie Wissenschaftler sich in mehr oder weniger direkten Formen an der verbrecherischen Germanisierungspolitik in Lothringen beteiligten oder auch die deutsche Ausraubung von Kulturgütern zu mildern versuchten. 

\“Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar\“ – unter diesem Motto versammelte der 1919/20 gegründete \“Bund der Saarvereine\“ Tausende im Deutschen Reich verstreut wohnende Saarländer, die am 13. Januar 1935 ihr Votum zugunsten der Rückgliederung der Saar abgegeben sollten. Frank Becker untersucht, wie der Bund auf dem Fundament eines stetig wachsenden Ortsgruppennetzes im Deutschen Reich in den 15 Jahren seines Bestehens Funktionen wahrnahm, welche die amtliche deutsche Politik oftmals nicht ausüben wollte oder konnte. Das durch ihn vermittelte Gedankengut, ein Konglomerat revisionistischer, national-großdeutscher, stellenweise nationalistischer und latent antisemitischer Ideen, schlug sich in zahlreichen Druckschriften, Zeitungsbeiträgen sowie in (Massen-) Kundgebungen nieder. Ohne sich an die Nationalsozialisten zu binden, spielte der Bund im Vorfeld der Abstimmung von 1935 eine vielfältige Rolle. Nach dem Plebiszit gleichgeschaltet, bestand er noch einige Jahre als unpolitischer landsmannschaftlicher Zusammenschluss von Saarländern und Pfälzern fort. Zu beziehen sind die Bücher bei der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung im Landesarchiv Saarbrücken.

Info
Rainer Hudemann und Armin Heinen in Zusammenarbeit mit Johannes Großmann und Marcus Hahn: \“Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa 1945-1957. Ein Quellen- und Arbeitsbuch.\“ Mit CD-Rom zum Abstimmungskampf 1955 von Susanne Dengel, Saarbrücken 2007. (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung Bd. 41), XII u. 678 S., 29 Euro

Wolfgang Freund: \“Volk, Reich und Westgrenze. Deutschtumswissenschaften und Politik in der Pfalz, im Saarland und im annektierten Lothringen 1925-1945\“, Saarbrücken 2006. (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung Bd. 39), 552 S., 30 Euro 

Frank G. Becker: \“Deutsch die Saar, immerdar!\“ Die Saarpropaganda des Bundes der Saarvereine 1919-1935, Saarbrücken 2007. 
(Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung Bd. 40), 501 S., 29 Euro

Kontakt:
Historisches Institut, Universität des Saarlandes
Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Hudemann
Postfach 15 11 50
66041 Saarbrücken, 
Tel.: 0681 / 302 – 2313, 
martina.saar@mx.uni-saarland.de 

Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung e.V.
Landesarchiv Saarbrücken
Dudweilerstraße 1 
66133 Saarbrücken-Scheidt
Tel.: 0681 / 98039 – 138 oder – 128
Fax: 0681 / 98039 – 133
kommission@landesarchiv.saarland.de

Quelle: idw, 25.6.2007; Pressemitteilung Universität des Saarlandes, 25.6.2007

Wesseling im Rheinischen Städteatlas

Am Sonntag, 1. Juli 2007, wird ab 11.00 Uhr die Ausstellung „Wesseling im Rheinischen Städteatlas“ im Foyer des Wesselinger Rathauses, Alfons-Müller-Platz, eröffnet. Mit dieser Ausstellung stellt das Amt für Rheinische Landeskunde des Landschaftsverbands Rheinland in Zusammenarbeit mit der Stadt Wesseling den Wesselinger Bürgerinnen und Bürgern den Rheinischen Städteatlas – bei dem es sich um ein historisch-topographisches Grundlagenwerk zur Geschichte der rheinischen Städte handelt – sowie die Geschichte ihrer Heimatstadt in Wort, Bild und Karte vor. Für jede Stadt wurde eine eigene Mappe, die aus einem Text- und einem Kartenteil besteht, vom Amt für Rheinische Landeskunde erarbeitet. Außerdem werden Exponate und historische Flurkarten aus dem Stadtarchiv Wesseling gezeigt. Die Ausstellung kann bis zum 10. August 2007 besucht werden.

Kontakt
Stadtarchiv Wesseling
Alfons-Müller-Platz
50389 Wesseling
Tel.: 02236 / 701 – 319
Fax: 02236 / 701 – 339
mzech@wesseling.de 

Landschaftsverband Rheinland (LVR)
Amt für rheinische Landeskunde 
Endenicher Straße 133 
53115 Bonn 
Tel.: 0228 / 9834 – 0 
Fax: 0228 / 9834 – 119 
arl@lvr.de 

Quelle: Tobias Christ, Kölner Stadtanzeiger, 28.6.2007; Presseservice Stadt Wesseling, 20.6.2007; Kalender Stadt Wesseling

Historisches Museum zeigt Dokumente der Bayreuther Stadtgeschichte

\“Bayreuther Panoptikum\“ lautet der Titel einer Sonderausstellung, die das Historische Museum vom 26. Juni bis 30. September 2007 in seinen Räumen am Kirchplatz zeigt und die sich den Beständen der Bernd-Mayer-Stiftung widmet. Die im vergangenen Jahr gegründete, gleichnamige Stiftung umfasst die Sammlung des bekannten Journalisten, Buchautors und langjährigen Bürgermeisters der Stadt Bayreuth Bernd Mayer. In annähernd 50 Jahren hat er über 100 000 Einzeldokumente zur Geschichte seiner Heimatstadt zusammengetragen, deren Erhalt und deren Zugänglichkeit nun durch die neue Stiftung gesichert ist. Betreut wird die Sammlung künftig vom Stadtarchiv Bayreuth. Sie enthält vorwiegend Fotos, Postkarten, Autografen, Schriftstücke und Druckerzeugnisse unterschiedlicher Art aus dem 19. und 20. Jahrhundert, darunter auch die ältesten Ansichtskarten, die von Bayreuth erschienen sind. Zwei Schwerpunkte, die auch in der Ausstellung entsprechend vertreten sind, bilden die Geschichte der Bayreuther Festspiele und die Zeit des Nationalsozialismus. Die jetzige Sonderausstellung im Historischen Museum zeigt einen ersten Überblick über die Bestände der Bernd-Mayer-Stiftung. Weitere Ausstellungen zu speziellen Themen sollen in den kommenden Jahren folgen. 

Kontakt
Stadtarchiv Bayreuth
Maximilianstraße 64
95444 Bayreuth
Tel.: 09 21 / 8 00 26 78
Fax: 09 21 / 5 30 46 60 
stadtarchiv@bayreuth.de 

Historisches Museum Bayreuth
Kirchplatz 6
95444 Bayreuth
Tel.: 09 21 / 76 40 10 
Fax: 09 21/7 64 01 23

Quelle: tvo, 27.6.2007; radio-mainwelle, 27.6.2007; Aktuelle Meldungen Stadt Bayreuth, 26.6.2007

IHK-Fotoarchiv für Gelsenkirchener Stadtgeschichte

\“Wir sind froh, dass wir diesen dokumentarischen Schatz über die letzten 25 Jahre bringen konnten. Und jetzt wissen wir ihn in guten Händen!\“ So wertet Dr. Manfred Scholle, Gelsenkirchener Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen (IHK), die formelle Übergabe des Kurt-Müller-Fotoarchivs an das Gelsenkirchener Institut für Stadtgeschichte. Oberbürgermeister Frank Baranowski und Leitender IHK-Geschäftsführer Peter Schnepper unterzeichneten am 18.6.2007 im Wissenschaftspark einen entsprechenden \“Depositalvertrag\“. Damit liegt die auf nur schätzbaren über 100.000 Negativen und 1.000 Fotos im Bild festgehaltene Dokumentation der Gelsenkirchener Nachkriegsgeschichte jetzt in der Obhut des Instituts.

Oberbürgermeister Frank Baranowski: \“Ich weiß, dass die Negative und Fotos beim Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen in sehr guten Händen sind. Ich bin gespannt, welche historische Kostbarkeiten jetzt noch gefunden werden. In jedem Fall ist die Sammlung eine Bereicherung für das Stadtarchiv."

Rückblick: Kurt Müller, Jahrgang 1907, war eine altgelsenkirchener Institution. Nach dem Kriege, in dem er begonnen hatte, heimlich Bilder aufzunehmen, arbeitete der Sohn eines Industriefotografen als selbständiger Fotograf für zwei Lokalredaktionen, der Ruhr Nachrichten und der Westfälischen Rundschau. So wurde er als jahrelanger Beobachter der heimischen Szene bekannt. Von 1947 bis 1980 hat er in fast einmaliger Kontinuität die Nachkriegsgeschichte der Stadt durch das Objektiv beobachtet. Von der Trümmerzeit an über erste Ratssitzungen bis hin zur städtebaulichen Entwicklung hat er den gesamten Wiederaufbau abgelichtet. Unter dem Material befinden sich sämtliche Premieren des Musiktheaters oder alle Besuche der damaligen Politprominenz. Die Wirtschaft der Stadt ist u. a. durch die Demontage, den Aufbau, Betriebsansiedlungen und -stilllegungen, Grubenunglücke und durch zahlreiche Firmenjubiläen vertreten. Ganz besonders am Herzen lagen ihm seine Sportaufnahmen.

Aus Altersgründen wollte Kurt Müller sein Fotofilmarchiv 1982 in andere Hände geben. Es waren die Wirtschaftsjunioren bei der IHK in Münster, die hier eine praktische Gelegenheit sahen, zum Nutzen einer Stadt und darüber hinaus einen beispielhaften Beleg einer Nachkriegsgeschichte zu sichern. Sie erwarben das Material und übergaben es an die IHK am Bueraner Rathausplatz, die damals noch \“Vestische Gruppe der IHK Münster\“ hieß. \“Überbringer\“ damals war Hermann Grewer aus Gelsenkirchen, heute wie Dr. Scholle Vizepräsident der IHK Nord Westfalen. Er war damals Landesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren, die sich mit diesem Geschenk für die Unterstützung bei der Ausrichtung einer Bundeskonferenz in Münster bedankten.

Jetzt aber ist auch Peter Schnepper froh, im Institut für Stadtgeschichte Profis im Umgang mit solchen Archiven gefunden zu haben: \“Als IHK waren und sind wir mit einer Aufbereitung des Archivs überfordert. Wir konnten es auch nur sporadisch zugänglich machen, etwa für Heimatforscher oder aus Anlass der letzten Fussballweltmeisterschaft\“. So übergab Schnepper als letzte Negativstreifen die Aufnahmen von Kurt Müller anlässlich der WM 1974 in der Stadt. Diese hatte der Künstler Marcus Kiel auf seine Art auf Stahl reproduziert und sie waren im Mai letzten Jahres im Industrieclub Friedrich Grillo ausgestellt worden.

\“Außerdem fehlt uns ein Kühlraum\“, so Schnepper weiter. Der aber sei dringend nötig, weil aufgrund ihrer damaligen chemischen Zusammensetzung bei den ältesten Negativen bereits ein Auflösungsprozess eingesetzt hatte. Den kann nur Kühle stoppen. Darüber hinaus handele es sich um Negative. Schnepper: \“Bei der Masse von Aufnahmen hätten bis vor kurzem allein schon einfache Kontaktabzüge jeden Kostenrahmen gesprengt. Heute mag die digitale Einscantechnik helfen\“.

\“Doch auch jetzt noch lässt Sysiphos grüßen\“, sagt Institutsleiter Dr. Jürgen Priamus. Denn als einziges Zuordnungshilfe habe Kurt Müller lediglich einige Schulbuchkladden mit handschriftlichen Notizen hinterlassen. Deren Bedeutung erschließe sich in der Regel bestenfalls nur durch einzelnes Anschauen. \“Wir werden noch Jahre benötigen, bis das Archiv tatsächlich allgemein leicht zugänglich ist\“, befürchtet er.

Kontakt:
Institut für Stadtgeschichte
Munscheidstraße 14 (Wissenschaftspark)
45886 Gelsenkirchen
Telefon: +49 (0)209/169-8551
Telefax: +49 (0)209/169-8553
isg@gelsenkirchen.de

Quelle: IHK Nord Westfalen, Pressemitteilung, 18.6.2007

Stadtarchivar in Wetter mit dem Otto-Ubbelohde-Preis ausgezeichnet

Hans Uffe Boerma, ehemaliger Leiter der Burgwaldschule hat das Stadtarchiv Wetter (Hessen) auf Wunsch des inzwischen verstorbenen Bürgermeisters Hans Kern mit aufgebaut. Viele Stunden verbrachte er mittlerweile während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Archiv. Das Stadtarchiv Wetter, untergebracht in der sanierten Klosterbergschule, beherbergt nicht nur Akten und Fotos aus dem 17. bis 20. Jahrhundert über die Stadt Wetter (Hessen), sondern auch Akten über die Gemeinden Oberrosphe, Treisbach und Warzenbach. Inzwischen befinden sich im Stadtarchiv an die 4.000 Urkunden, Rechnungsbücher und Akten, von denen das älteste Exemplar aus dem Jahr 1540 stammt. Außer seiner Tätigkeit im Stadtarchiv arbeitet er auch im Vorstand des Fördervereins der ehemaligen Synagoge in Wetter mit und hat inzwischen zahlreiche Texte zum Nationalsozialismus und jüdischen Leben in Wetter veröffentlicht. Des Weiteren ist er seit siebzehn Jahren als Vorstand für den Geschichtsverein Wetter aktiv. Zu seinen Tätigkeiten zählen außerdem historische Stadt- und Kirchenführungen. Weil Hans Uffe Boerma für das Gedächtnis der Stadt Wetter sorgt, sich intensiv für die Pflege der Archivalien der Stadt einsetzt und sich in Bezug auf die Synagoge in Wetter engagiert, wird ihm für seine diesbezüglichen Verdienste nun der Otto-Ubbelohde-Preis verliehen. Dabei handelt es sich um die höchste kulturelle Auszeichnung, die der Landkreis Marburg-Biedenkopf jährlich an drei ausgewählte Persönlichkeiten vergibt. Der Preis ist mit jeweils 1 000 Euro dotiert und wird am 5. Juli 2007 im Schloss Biedenkopf verliehen. 

Kontakt:
Stadtarchiv Wetter (Hessen)
Hans-Uffe Boerma 
Koernerweg 2 
35083 Wetter (Hessen) 
Tel.: 06423 / 1807

Quelle: Ines Dietrich, Oberhessische Presse, 17.6.2007; Mitteilungen Stadt Wetter

Schaffen und Streben – Bildband über arbeitende Bevölkerung Warendorfs

Im Warendorfer Rathaus wurde am 25. Juni 2007 ein neuer Bildband über die arbeitende Bevölkerung Warendorfs präsentiert. Die wirtschaftliche Grundlage für das Leben in Warendorf bildete im Mittelalter die Produktion von und der Handel mit Textilien. In der Hälfte der Häuser klapperten noch im 18. Jahrhundert Webstühle. Der wirtschaftliche Niedergang infolge von Kriegen und veränderten Produktionsweisen ließ Warendorf um 1800 verarmen. Erst mit dem Anschluss an das Schienennetz 1887 siedelte sich Industrie an, die Wirtschaft blühte wieder auf. Die historische Altstadt mit ihren vier Marktplätzen und den großen Giebelhäusern der Kaufleute zeugt bis heute von der alten Handelstradition der Stadt. Laurenz Sandmann, Vorsitzender der Altstadtfreunde Warendorf und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Stadtmuseums Warendorf , dem dezentralen Museum zur Stadtgeschichte, illustriert anhand von rund 200 bislang meist unveröffentlichten Fotografien den Arbeitsalltag in Warendorf zwischen 1880 und 1978. Die lebendigen Aufnahmen gewähren Einblicke in Handwerkstätten, Büros, Läden, Fabrikhallen und den harten Alltag in der Landwirtschaft. Eindrucksvolle Fotografien zeigen, dass die Warendorfer daneben auch ihre Freizeit aktiv zu gestalten wussten. Der Bildband, bereits der dritte, den die Altstadtfreunde herausgeben, ist unter dem Titel "Schaffen und Streben" in der Reihe „Archivbilder“ im Sutton-Verlag erschienen. Er lädt ein, sich an das Schaffen und Streben vergangener Generationen zu erinnern und die Arbeitswelt vergangener Tage neu zu entdecken. Die Fotos stammen aus dem Bildarchiv der Altstadtfreunde, mit dessen Aufbau im Jahre 1995 begonnen wurde und dessen Ziel darin besteht, eine umfangreiche Sammlung von historischen Fotos anzulegen und diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Bildarchiv gehört organisatorisch zum Kreisarchiv Warendorf und stellt dort lediglich einen gesonderten Bestand dar. Dank der sachkundigen Unterstützung durch das Kreisarchiv konnten inzwischen ca. 14. 000 Aufnahmen katalogisiert, archiviert und dokumentiert werden. Auf diesen reichhaltigen Fundus konnte Laurenz Sandmann bereits bei seinen bereits früher erschienen zwei Bildbänden zurückgreifen, die sich mit Warendorf vor 1900 und in den 50er Jahren beschäftigten. 

Kontakt
Kreisarchiv Warendorf
Waldenburger Str. 2
48231 Warendorf
Tel.: 02581 / 53 – 2197
Fax: 02581 / 53 – 2452
kreisarchiv@kreis-warendorf.de 
Altstadtfreunde-Warendorf@bigfoot.com 

Quelle: Westfälische Nachrichten, 26.6.2007; Kurzbeschreibung Sutton Verlag

Kultureinrichtungen im Braunschweiger Schloss eröffnet

Am Samstag, den 23. Juni 2007, fand in Braunschweig die Eröffnung der Kultureinrichtungen im Schloss statt. Mehr als 10.000 Besucher nutzten den Tag der offenen Tür, um die öffentlichen Bereiche zu besichtigen. „Alles unter einem Dach, doppelt so viel Platz wie früher, eine bisher nicht gekannte Benutzerfreundlichkeit, eine moderne Ausstattung mit Multimediatechnik und Magazine mit erheblich größerer Kapazität als bisher – eine solche Verbesserung des Kulturangebot auf einen Schlag hat es in Braunschweig wohl noch nicht gegeben“, sagte Braunschweigs Kulturdezernent Wolfgang Laczny, als er nach siebenwöchiger Umzugspause die städtischen Kulturinstitutionen Stadtarchiv, Bibliothek, Kulturinstitut und Kulturverwaltung im Schloss eröffnete. Die Bürgerinnen und Bürger könnten jetzt ein Informationszentrum mit neuen Qualitäten benutzen, das ihnen viel Freude bereiten werde. Denn das Kulturangebot im Schloss sei jetzt benutzerfreundlich wie nie zuvor. 

Im Südflügel des Schlosses fanden die zuvor eigenständigen Institutionen Stadtbibliothek und Öffentliche Bücherei einen gemeinsamen Platz und firmieren jetzt unter der einheitlichen Bezeichnung Stadtbibliothek, die bei der Eröffnung im Mittelpunkt stand. Neu sind eine Kinderbibliothek, die erstmals mit Internetplätzen ausgestattet ist, ein Zeitschriften-Lesesaal und ein Seminarraum für Veranstaltungen. Benutzerfreundlich seien auch die erweiterten Öffnungszeiten der Stadtbibliothek von 49 Stunden in der Woche, fuhr Laczny fort. Damit sei automatisch auch die Musikbibliothek, die in der Brunsviga untergebracht war, erheblich länger als bisher zugänglich. Monate intensiver Planungen der beiden städtischen Fachbereiche Kultur und Gebäudemanagement und ein vierwöchiger Umzug seien der planmäßigen Eröffnung vorausgegangen, hob der Dezernent hervor. „Dieser Umzug aller städtischen Kulturinstitutionen war ein Kraftakt. Er konnte nur mit motivierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelingen.“ Ihnen müsse ein großes Kompliment gemacht werden. Sie hätten weit über die übliche Arbeitszeit hinaus und auch an Wochenenden hart gearbeitet, um ihren Arbeitsplatz an den Schlossplatz zu verlegen und den Benutzern termingerecht das große Kulturangebot der Stadt unterbreiten zu können. 

Der Umfang ist beträchtlich. Rund 330 LKW-Fahrten waren seit dem 14. Mai 2007 erforderlich, um rund 10 000 Kubikmeter Bücher, Urkunden, Akten und Mobiliar ins Schloss zu transportieren. Allein aus der wissenschaftlichen Stadtbibliothek kamen rund 400 000 Bücher aus den Magazinen am Steintorwall 15 und am Streitberg in den Südflügel des Schlosses. Die Öffentliche Bücherei zog mit ihren rund 120 000 Medien vom Buch über CD, Video, CD-ROM bis zur Kassette an seine neue Adresse Am Schlossplatz 2 um. Zudem wurde die Musikbibliothek, bislang Zweigstelle der Öffentlichen Bücherei in der Karlstraße, in das Schloss verlegt. Der neue Standort umfasst vier Geschosse. Die Stadtbibliothek präsentiert ihren kompletten Medienbestand jetzt auf einer Fläche von rund 7 700 Quadratmetern. Das Stadtarchiv Braunschweig, nach seinem Bestand das größte kommunale Archiv in Niedersachsen, hat in seine neuen Räume am Schlossplatz 1 (Nordflügel) 4,5 laufende Kilometer Schriftgut transferiert. Dabei handelt es sich um die Akten der Stadtverwaltung, zahlreiche Karten und Pläne, rund 10 000 Urkunden – die älteste aus dem Jahr 1031 -, 2 000 Stadtbücher, etwa 150 000 Fotografien, zahlreiche weitere Sammlungsbestände wie Nachlässe bedeutender Braunschweiger Persönlichkeiten, Firmenarchive, Theaterzettel und eine vollständige Sammlung aller Braunschweiger Zeitungen. Die neuen Räume mit einem großzügigen Lesesaal und klimatisierten Magazinen erstrecken sich im Schloss über 3 000 Quadratmeter und bieten damit ausreichend Platz für die nächsten Jahrzehnte. Besucher im Stadtarchiv konnten an diesem Tag nicht nur die in Vitrinen ausgestellten historischen Ansichten des Braunschweiger Schlosses besichtigen, sondern darüber hinaus in einer Verkaufsaktion auch Nachdrucke historischer Stadtpläne und -karten, Literatur aus dem 19. und 20. Jh. zur Stadtgeschichte Braunschweigs, historische Postkarten, alte Adressbücher sowie Dubletten aus der Bilder- und Fotosammlung erwerben.

Kontakt
Stadtarchiv Braunschweig
Schlossplatz 1
38023 Braunschweig 
Tel.: 05 31 / 4 70 – 47 11 oder 4 70 – 47 19 
Fax: 05 31 / 4 70 – 47 25 
stadtarchiv@braunschweig.de

Quelle: Pressemitteilung Stadt Braunschweig, 23.6.2007; Aktuelles Stadtarchiv Braunschweig; Ralph-Herbert Meyer, newsclick.de, 25.6.2007

Mülheim startet Projekte zum Stadtjubiläum 2008

Anlässlich ihres 200. Geburtstags im Februar 2008 hat die Stadt Mülheim jetzt drei Projekte unter dem Titel \“Heimathafen – Verankerung in Mülheim an der Ruhr\“ gestartet. Das erste Projekt "Migration und Geschichte" ruft Menschen weltweit auf, in einem Internetportal oder vor Ort bei der VHS zu erzählen, wann und warum sie nach Mülheim kamen und wie ihr Leben hier verläuft bzw. verlaufen ist. Das zweite Projekt, das von der Mülheim & Business GmbH gemeinsam mit dem Stadtarchiv Mülheim entwickelt wurde, ruft vor allem Kinder und Jugendliche zur Beschäftigung mit der Geschichte ihrer Stadt in Gedichten, Videos, Bildern und Texten auf. Der Wettbewerb "Mülheim.YOURbiläum 1808.2008.2208 – Stadt im Fluss\“ bietet Einzelpersonen oder Gruppen Gelegenheit sich sowohl mit der Vergangenheit als auch mit der Zukunft auseinander zu setzen. Beim dritten Projekt \“Erinnere deine Stadt\“ sind alle Mülheimer Bürger aufgerufen, entweder ihre eigene Geschichte zu erzählen oder die Geschichten anderer zu sammeln. Die Stadt Mülheim hofft auf eine große Resonanz in der Bevölkerung, damit bis zum Jubiläum eine umfassende Geschichte Mülheims verfasst werden kann, die das Leben aller Mülheimer Bürger widerspiegelt.

Kontakt
Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr 
Aktienstraße 85
45473 Mülheim an der Ruhr 
Tel.: 02 08 / 455 4263
Fax: 02 08 / 455 4279
stadtarchiv@stadt-mh.de

Quelle: Aktuelle Mitteilungen Stadtarchiv Mülheim, 15.6.2007; Andrea Hoymann, WAZ, 18.6.2007

Deutsches Literaturarchiv Marbach erhält einen Teil des Vorlasses von Martin Walser

Der Schriftsteller Martin Walser (geb. 1927) gehört zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Zuletzt erschienen von ihm der Roman »Angstblüte« (2006) und »Das geschundene Tier. Neununddreißig Balladen« (2007). Für sein Werk hat Walser zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten, unter anderem den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1990) und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1998). Martin Walser hat dem Deutschen Literaturarchiv Marbach nun einen bedeutenden Teil seines Archivs als Dauerleihgabe übergeben. Es umfasst die Manuskripte seiner wichtigsten erzählerischen und dramatischen Werke und stellt den Kernbestand des Walserschen Vorlasses dar. In den rund 30 Archivkästen befinden sich die Vorarbeiten und Handschriften zu so zentralen Prosawerken wie »Das Einhorn« (1966), »Der Sturz« (1973), »Jenseits der Liebe« (1976), »Ein fliehendes Pferd« (1978), »Seelenarbeit« (1979), »Das Schwanenhaus« (1980), »Brandung« (1985), »Brief an Lord Liszt« (1985), »Ohne einander« (1993),»Finks Krieg« (1996), »Ein springender Brunnen« (1998) und »Verteidigung der Kindheit« (1991). Manche Manuskripte umfassen fast 2000 Seiten. Außerdem hat Walser, der für seine Handschriften häufig die Rückseite von bedrucktem Papier verwendete, Dramen, Essays und seine Frankfurter Poetik-Vorlesungen nach Marbach gegeben. Bereits im Oktober 2004 hatte Walser mit dem Deutschen Literaturarchiv vereinbart, dass Marbach der endgültige Ort für die Bewahrung, Erschließung und Erforschung seines Nachlasses sein sollte. Walsers Bibliothek und Teile seines umfangreichen Archivs sollten zunächst noch in seinem Haus am Bodensee bleiben. Nun hat sich der Schriftsteller entschlossen, schon zu Lebzeiten einen Teil seines Archivs als Depositum nach Marbach zu geben. 

Kontakt
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Prof. Dr. Ulrich Raulff
Schillerhöhe 8-10/1
71672 Marbach
Tel.: 07144 / 848 – 100
Fax: 07144 / 848 – 191
Direktion@dla-marbach.de

Quelle: Pressemitteilung Deutsches Literaturarchiv Marbach, 11.6.2007

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