Miele. Seit hundert Jahren in Gütersloh

Am 1. Juli 1899 gründeten Carl Miele und Reinhard Zinkann die Zentrifugenfabrik Miele & Cie. im westfälischen Herzebrock. Vor hundert Jahren, 1907, verlegten sie ihre stark wachsende Firma ins benachbarte Gütersloh. Neben guten Erweiterungsperspektiven bot junge Industriestadt auch einen Anschluss an die Eisenbahnstrecke vom Rhein-/Ruhrgebiet nach Berlin. Diese Standortwahl erwies sich als glücklich, fortan profitierte das Unternehmen von der Stadt Gütersloh und die Stadt vom Unternehmen Miele. Anlass genug für das Stadtmuseum Gütersloh, der hundertjährigen gemeinsamen Geschichte in einer Ausstellung nachzugehen.

Eingebettet in die Dauerausstellung des Museums ziehen sich Aspekte der Geschichte von Miele wie ein roter Faden durch die Stadtgeschichte. Seien es die beiden Gründerpersönlichkeiten, die Firmengründung in Herzebrock und der Umzug nach Gütersloh, die Ausbreitung des Firmengeländes, frühe Produkte, Mieles Bedeutung für die konfessionelle Entwicklung Güterslohs, die Bedeutung der Eisenbahn, die Umstellung der Produktion im Ersten und Zweiten Weltkrieg oder auch Aspekte der Gesundheit. 

Blickfang wird eine Reihe historischer Miele-Geräte sein, an denen insbesondere die Entwicklungsgeschichte der Waschmaschine nachvollzogen werden kann. Darüber hinaus gibt es auch wechselnde Exponate, etwa historische Werbeplakate oder eine Vitrine mit besonderen \“Schätzen\“ – den Beginn machen hier eine Miele-Lok und einige Miele-Waggons für die Modelleisenbahn.

Die Ausstellung \“Miele. Seit hundert Jahren in Gütersloh\“ ist bis zum 25. Mai 2008 im Stadtmuseum Gütersloh zu sehen.

Öffnungszeiten:
Di.-Fr. 14-17 Uhr, Sa.-So. 11-17 Uhr

Kontakt:
Stadtmuseum Gütersloh
Martin Wedeking
Kökerstraße 7-11a
33330 Gütersloh
Tel.: 05241/26685
Fax: 05241/29072
infos@stadtmuseum-guetersloh.de 
www.stadtmuseum-guetersloh.de

Archivmitteilungen der westfälischen Kirche 17/2007

Umfangreicher als in den letzten Jahren präsentieren sich dieses Jahr die \“Archivmitteilungen\“ der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nicht zuletzt einige Beiträge aus den Reihen der ehrenamtlichen Archivpfleger bereichern diese Ausgabe. Unter der Rubrik \“Archivpflegertagung\“ befinden sich wie gewohnt der Bericht über die diesjährige Archivpflegetagung der westfälischen Kirche im Frühjahr 2007 sowie die ausführlichen Darstellungen einzelner dort gehaltener Vorträge. 

Aus der \“Archivpflege in der Praxis\“ schildert u.a. Archivpfleger Winfried Grunewald den Aufbau eines katholischen Pfarrarchivs in Bocholt, der aus den ökumenischen Beziehungen vor Ort entstanden ist. Martin Gensch liefert im Kapitel \“Geschichte\“ eine Zusammenfassung zur Entstehung und Geschichte der Gesangbücher. Die Erarbeitung einer Ausstellung veranlasste Wolfgang Pracht, die Bemühungen der Kirchengemeinde Billerbeck um den Bau einer Kirche festzuhalten.

In der neuen Rubrik \“Veranstaltungen\“ berichtet Wolfgang Wölke über die Präsentation der Evangelischen Kirche in Crange beim Tag des offenen Denkmals am 9. September 2007. Außerdem können Sie dort Berichte über das Detmolder Sommergespräch und den Workshop „Christen jüdischer Herkunft in Westfalen unter nationalsozialistischer Herrschaft“ finden.

Unter der Überschrift \“Aus dem Landeskirchlichen Archiv\“ wurden Kurzberichte aus der Arbeit des Bielefelder Landeskirchlichen Archivs sowie die gewohnte Vorstellung neuer Findbücher und die Fortsetzung der Übersicht über verfilmte Kirchenbücher zusammengestellt. 

Inhalt

Vorwort 3

Archivpflegertagung

Claudia Brack
15. Archivpflegertagung – Ein Tagungsbericht (4)

Bernd Hey
2 x 22 Jahre kirchliche Archivpflege im evangelischen Westfalen (10)

Wolfgang Günther
Die neuen Kassationsrichtlinien der EKvW (21)

Jens Murken
Wie bereitet man ein Jubiläum vor? – Eine Checkliste (23)

Archivpflege in der Praxis

Winfried Grunewald
Aufbau eines katholischen Pfarrarchivs (30)

Jens Murken
Kirchengemeinde Eiringhausen besitzt vorbildliches Archiv (32)

Geschichte

Wolfgang Pracht
Die Evangelische Kirchengemeinde Billerbeck sucht ein Grundstück für ihre Kirche (34)

Martin Gensch
Entstehung und Geschichte der Gesangbücher (42)

Anna Warkentin
Die Nachkriegszeit in der Korrespondenz Pfarrer Gustav Adolf Goekes (58)

Veranstaltungen

Nina Koch
4. Detmolder Sommergespräch am 8. August 2007 (64)

Wolfgang Wölke
Tag des offenen Denkmals am 9. September 2007 (67)

Jens Murken
Workshop „Christen jüdischer Herkunft in Westfalen unter nationalsozialistischer Herrschaft“ am 19./20. Oktober 2007 (71)

Aus dem Landeskirchlichen Archiv

Eintagespraktika im Landeskirchlichen Archiv (80)

Übersicht über die verfilmten Kirchenbücher im Landeskirchlichen Archiv, Teil 5 (82)

Neue Findbücher in der Evangelischen Kirche von Westfalen (109)

Neuerscheinungen (126)

Nachrichten – Recherchen – Personalia (130)

Autorinnen und Autoren (149)

Info:
Archivmitteilungen,
hg. v. Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Nr. 17, 2007.
ISSN 1614-6468
Druck: Anzeigen und mehr, Bielefeld

Bezugsadresse
Evangelische Kirche von Westfalen
– Landeskirchliches Archiv –
Altstädter Kirchplatz 5
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/594-164
archiv@lka.ekvw.de
www.archiv-ekvw.de

60 Jahre Universitätsarchiv Halle

Am 29. November 2007 wird im halleschen Universitätsmuseum im Löwengebäude am Universitätsplatz die Sonderausstellung „Archivalien – Unikate und Zimelien. 60 Jahre Universitätsarchiv“ eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 29. Februar 2008 zu sehen. Es werden Dokumente aus acht Jahrhunderten gezeigt. 

In der Abteilung Zimelien sind die bedeutendsten Zeugnisse zur Geschichte der Universitäten Wittenberg und Halle zu sehen, wie Kaiserliche und Päpstliche Privilegien, Statuten und sogar ein Ablassbrief von 1342, der ältesten Urkunde aus dem Archiv der Leucorea. Prachtvolle Ledermappen und Köcher enthalten Grußadressen und Glückwunschschreiben zu Jubiläen an die Universität und ihre Professoren. Historische Baupläne und Zeichnungen von Universitätsgebäuden dokumentieren die rege Bautätigkeit. Erwähnenswert sind die Aquarelle des geschmückten Hauptgebäudes von 1894 zur 200-Jahr-Feier der Universität und der Entwurf der Fassade der Universitäts- und Landesbibliothek des Architekten Ludwig von Tiedemann aus dem Jahre 1878. Zu sehen sind auch Matrikelbände, in denen sich von 1694 bis 1974 alle Studenten eigenhändig eintrugen, so unter anderem auch Berühmtheiten wie Georg Friedrich Händel, Josef von Eichendorff und Hans-Dietrich Genscher. 

Am 1. Dezember 1947 wurde das zentrale Archiv der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gegründet. Die Initiative ging von dem Kurator Dr. Friedrich Elchlepp aus, der den ehemaligen Studienrat Friedrich Prillwitz (1892-1962) mit der Einrichtung des Universitätsarchivs beauftragte. Die Bestände dieses Archivs umfassen Schriftquellen mehrerer Universitäten, Hochschulen, Instituten für Lehrerbildung, Nachlässen und dem Thüringisch-Sächsischen Geschichtsverein. So wurden 1947 die Archive der Universitätsverwaltung, des Rektorats, der Fakultäten und das seit 1838 gesondert aufbewahrte Wittenberger Archiv zu einem Gesamtarchiv vereinigt. Damit waren alle historischen Dokumente und Verwaltungsakten von der halleschen und der Wittenberger Universität in einer Institution untergebracht. Mit der Integration der Pädagogischen Hochschule Halle-Köthen und Teilen der Technischen Hochschule Leuna-Merseburg im Frühjahr 1993 erweiterte sich der Bestand des Universitätsarchivs auf insgesamt vier Hochschulen und vier Lehrerbildungsinstitute. Somit bildet diese Sammlung in amtlichem Interesse aufbewahrter Schriftstücke eines der größten Hochschularchive Deutschlands. 

Der historische Bestand reicht vom Gründungsprivileg Kaiser Maximilian I. für die Wittenberger Universität von 1502 bis zu den Abwicklungsprotokollen der Pädagogischen Hochschule Halle-Köthen im Jahr 1993. 

Info:
Sonderausstellung „Archivalien – Unikate und Zimelien. 60 Jahre Universitätsarchiv
Ausstellungsdauer:
30.11.2007 bis 29.02.2008 

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 11 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr
Sonntag von 14 bis 18 Uhr
Montag, Samstag und vom 24.12.2007 bis 07.01.2008 geschlossen
Der Eintritt ist frei. 

Führungen durch die Ausstellung:
16.12.2007, 13.01.2008 und 17.02.2008, jeweils um 15 Uhr

Kontakt:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Universitätsarchiv 
Pfännerhöhe 48 
Tel.: 0345 120 11 66 
Fax: 0345 120 11 64
archiv@uni-halle.de
www.archiv.uni-halle.de

Quelle: Martin-Luther-Universität Halle, Pressemitteilung 239/2007, 27.11.2007

Neue AVA-Publikation wurde am Dieburger Martinsmarkt vorgestellt

Die Archäologische und Volkskundliche Arbeitsgemeinschaft Dieburg e. V. – Verein für Stadt- und Heimatgeschichtsforschung (AVA) hat am\“ Dieburger Martinsmarkt\“ am 2. November 2007 ihre neue Publikation aus der Schriftenreihe \“Dieburger kleine Schriften\“ vorgestellt. 

Unter dem Titel „Dieburgs älteste Historiografie“ veröffentlicht hier der Verein die ältesten, erhaltenen Beschreibungen Dieburgs, die um 1650 herum der gelehrte Jesuit Johann Gamans aus Aschaffenburg als handschriftliche Quellensammlung angelegt hat. Sie umfasst u. a. die ältesten Beschreibungen der Dieburger Burg, der Pfarrkirche und der Wallfahrtskapelle, sowie mehrere Urkundenabschriften und kleinere historische Nachrichten. Damit liegt diese auf Latein abgefasste Quelle zur Dieburger Stadtgeschichte erstmals vollständig und dazu in einer deutschen Übersetzung von Peter Murmann und Klaus Bottler vor. Darüber hinaus werden die Texte des Jesuiten kritisch kommentiert und erläutert, um sie so auch für ein breites Publikum zu erschließen. Am Marktstand der AVA war diese Schrift dann erstmals zu erwerben, seitdem im Dieburger Museum und der Buchhandlung „Bücherinsel“ in Dieburg.

Die AVA ist ein ehrenamtlich tätiger Verein, der u. a. zwei Schriftenreihen herausgibt. In ihnen werden regelmäßig historische Quellen zur Dieburger Geschichte vorgestellt (z. B. die \“Dieburger Kapuzinerchronik\“ aus dem 18. Jahrhundert oder eine interaktive CD-Rom mit Protokollen der Dieburger Hexenprozesse aus dem 17. Jahrhundert).

Kontakt:
Archäologische und Volkskundliche Arbeitsgemeinschaft Dieburg e. V.
Helmut Strobl
Lichtenbergstr. 7
64823 Groß-Umstadt

Zehnter Tag der Chronisten in Bozen

Rund 400 Chronisten sind in Südtirol aktiv. Sie dokumentieren die Veränderungen in den einzelnen Gemeinden und fungieren damit als deren \“historisches Gedächtnis\“. Am 30. November 2007 lädt das Südtiroler Landesarchiv zum mittlerweile zehnten Tag der Chronisten ins Palais Widmann nach Bozen (vgl. Bericht vom 29.11.2006). 

Neben seiner primären Aufgabe, die historischen Unterlagen des Landes sowie Familienarchive, Fotobestände und andere wertvolle Unterlagen zu verwahren, hat das Landesarchiv auch die Aufgabe übernommen, die Chronisten vor Ort zu betreuen. So werden Kurse und Lehrgänge angeboten, in diesem Jahr erstmals auch mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds, in denen die Methoden, Grundsätze und Techniken der Chronikführung erläutert werden. Es geht darin also um die Erinnerungskultur, um die aktuelle Dokumentation in Wort und Bild, um Fotografie und Bildkonservierung, um lebensgeschichtliche Gesprächsführung und Quellenauswertung.

Diesen Themen ist auch der zehnte Tag der Chronisten gewidmet, den das Südtiroler Landesarchiv organisiert. Eröffnet wird die Veranstaltung von Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter Mur. Danach geht es vor allem um die Dorfbücher, um Beispiele aus dem Bundesland Tirol und nicht zuletzt um eine bessere Lesbarkeit von Publikationen mit Ortsbezug. Um 11.45 Uhr steht eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, an der neben Landesrätin Kasslatter Mur auch Josef Nössing, Direktor des Südtiroler Landesarchivs, Leo Hillebrand, Touriseum-Direktor Paul Rösch und Richard Lipp vom Fachblatt \“Tiroler Chronist\“ teilnehmen werden. Um 12.15 Uhr ist zudem die Verleihung der Diplome der ESF-Lehrgänge vorgesehen.

Kontakt:
Südtiroler Landesarchiv
Armando-Diaz-Straße 8
I-39100 Bozen
Tel.: 0471 411940
Fax: 0471 411959
Landesarchiv@provinz.bz.it 

Quelle: Autonome Provinz Bozen, Pressemitteilung, 27.11.2007

OEB »Fundament«-Schriftgut für die SAPMO

Am 26. November 2007 übergab das Brandenburgische Landeshauptarchiv der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO) 13 Meter Schriftgut des Organisationseigenen Betriebes (OEB) \“Fundament\“. 

\“Fundament\“ bestand in unterschiedlicher Rechtsform von 1946 bis 1990 und war als organisationseigener Betrieb der SED zunächst generell mit dem Erwerb, der Errichtung und der Verwaltung von Partei-, Betriebs- und Wohnhäusern, Gütern, Schulen, Erholungshäusern sowie sonstigen Grundstücken beauftragt. In den 1950er Jahren wurden die Aufgaben eingeschränkt auf die Planung und Ausführung von Baumaßnahmen des Parteiapparates und der Parteibetriebe der SED. Der OEB \“Fundament\“ war der Abteilung Finanzverwaltung und Parteibetriebe des ZK der SED nachgeordnet und wurde von dieser angeleitet.

Die in die SAPMO übernommenen Akten sind bei Erschließungsarbeiten an Archivalien ermittelt worden, welche das Landeshauptarchiv von der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben erhalten hatte. 

Es handelt sich überwiegend um Bauunterlagen von Erholungs- und Schulungsobjekten des Zentralkomitees der SED sowie einige Bauakten zu ähnlichen Objekten des Kulturbundes der DDR und der Freien Deutschen Jugend (FDJ), in denen \“Fundament\“ Projektierungs-, Bau- und Instandsetzungsleistungen erbrachte.

Kontakt
Bundesarchiv
Dr. Andreas Horn
Finckensteinallee 63
12205 Berlin
Telefon: 03018/7770-730
a.horn@barch.bund.de

Quelle: Bundesarchiv, Pressemitteilung, 27.11.2007

Jährliches Treffen der Gemeindearchivare in Vaduz

Es ist bereits zu einer schönen Tradition geworden: Im Herbst lädt jeweils eine andere Liechtensteiner Gemeinde die Gemeindearchivverantwortlichen zu einem Treffen ein. Bevor dieses bei einem gemütlichen Umtrunk ausklingt, wird drei Stunden lang informiert und diskutiert. Ziel der auf Initiative des Liechtensteiner Landesarchivs in Vaduz zustande gekommenen Treffen ist es, die Bedeutung der Gemeindearchive ins Bewusstsein zu rufen und die Qualität der Archivbetreuung zu verbessern. Erfreulicherweise konnten in den letzten Jahren kontinuierliche Forschritte erzielt werden. So hat sich in den meisten Gemeinden insbesondere die personelle Situation bei der Betreuung der Gemeindearchive verbessert. Das Treffen in Vaduz konnte mit 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine neue Rekordbeteiligung verzeichnen.

Schwerpunktthema des diesjährigen Treffens war das Katastrophenmanagement. Wie Eva Pepic, die Leiterin des Gemeindearchivs Schaan, zu berichten wusste, erlebte Liechtenstein im Kulturbereich schon zwei Katastrophenfälle. 1985 wurden bei einem Wasserschaden in den Zivilschutzräumen beim Gymnasium etwa 30.000 Bände der Landesbibliothek Liechtenstein sowie ein erheblicher Teil der naturkundlichen und der archäologischen Sammlung zerstört. 1988 wurde die archäologische Sammlung, die nach dem Wasserschaden in der ehemaligen Weberei in Triesen provisorisch eingelagert wurde, bei einem Brand erneut stark geschädigt. Sofern man diesen Katastrophen überhaupt etwas Gutes abgewinnen kann, so war es dies, dass dadurch das Bewusstsein für den Bau von Kulturgüterschutzräumen geschaffen wurde.

Landesarchivar Paul Vogt ging in seinem Referat zunächst auf die Analyse der möglichen Risiken ein. Aufgrund einer solchen Analyse müssen geeignete Präventionsmaßnahmen baulicher und organisatorischer Art gesetzt werden, damit es – wenn immer möglich – zu keinen Katastrophen kommen kann. Auf die Schaffung eines Katastrophenplans kann trotzdem nicht verzichtet werden. Hier geht es darum, gedanklich konkret durchzuspielen, was wäre wenn: Was braucht es im Katastrophenfall an Personal und Material. Und schließlich gehört zum Katastrophemanagement auch die Notfallübung. 

Kontakt:
Landesarchiv Liechtenstein
Messinastrasse 5
9495 Triesen
Tel. +423 / 236 63 40
Fax +423 / 236 63 59
info@la.llv.li

Quelle: Landesarchiv Liechtenstein, Pressemeldung, 16.11.2007

Neuer Bornheimer Stadtarchivar nahm seine Tätigkeit auf

Die Betreuung der Bestände im Stadtarchiv Bornheim liegt seit dem 1. Oktober 2007 in den Händen von Christian Lonnemann. Der 31-jährige ist Nachfolger von Bornheims langjähriger Stadtarchivarin Hildegard Heimig, die im April dieses Jahres nach langer, schwerer Krankheit verstorben war.

Bürgermeister Wolfgang Henseler lud nun zu einem Pressegespräch in sein Büro ein, um Christian Lonnemann der Öffentlichkeit vorzustellen. Bürgermeister Henseler betonte dabei nochmals die Wichtigkeit eines gut funktionierenden Stadtarchivs. Etwa hundert Bewerbungen waren nach der Stellenausschreibung im Rathaus eingegangen. Zwei Tage lang fanden dann Vorstellungsgespräche statt. 

\"Christian

Christian Lonnemann kümmert sich nun hauptamtlich um die wertvollen Dokumente zur Bornheimer Geschichte. Herr Lonnemann, der aus dem Emsland stammt, ist Dipl.-Archivar (FH). Nach seinem Studium an der FH Potsdam war er zunächst im Stadtarchiv Lingen (Ems) mit archivarischen Tätigkeiten betraut. In Bornheim erwarten Herrn Lonnemann vielfältige Aufgaben. Das zeigen schon die umfangreichen Bestände des Stadtarchivs, denn es verfügt neben den schriftlichen Überlieferungen der Stadt und der insgesamt 14 Ortschaften (über 5.000 Verzeichnungseinheiten) über große Sammlungen zur Zeit- und Ortsgeschichte, einen mehr als 10.000 Exemplare großen Bilderbestand, eine Zeitungsausschnittsammlung sowie eine Bibliothek. 

Damit gehört es zu den umfangreichsten Kommunalarchiven im Rhein-Sieg-Kreis und zu einer der ergiebigsten Quellen zur Orts- und Regionalgeschichte. Neben seinen Fachaufgaben wie Aktenerschließung und Nutzerbetreuung ist Herr Lonnemann weiterhin für die Verwaltung der Registraturakten aller Fachbereiche im Rathaus zuständig. Das Bornheimer Stadtarchiv steht selbstverständlich allen Bürgerinnen und Bürgern offen, vom interessierten Laien bis hin zum Historiker. Um die Nutzung des Archivs zukünftig noch bequemer und einfacher zu gestalten, werden die Findbücher in absehbarer Zeit auch im Internet veröffentlicht, sodass dann bereits von zuhause aus recherchiert werden kann. 

Kontakt:
Stadtarchiv Bornheim
Rathausstr. 2 / Postfach 1140
Postfach: 1140
53308 Bornheim
Telefon: 02222-945-0
Telefax: 02222-945-126
stadtverwaltung@bornheim.de

Ja zum Staatsarchiv Thurgau

Der Kanton Thurgau erhält ein neues Staatsarchiv: Mit einem Ja-Stimmenanteil von 74,1 Prozent stimmten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger des Schweizer Kantons Thurgau am 25.11.2007 der Umnutzung des kantonalen Zeughauses zum Staatsarchiv Thurgau zu. 

Mit 31.174 Ja (74,1 Prozent) zu 10.887 Nein (25,9 Prozent) haben die Stimmberechtigten des Kantons Thurgau ein Kreditbegehren in der Höhe von 19,7 Millionen Franken für den Umbau des kantonalen Zeughauses in Frauenfeld zum neuen Staatsarchiv des Kantons Thurgau gutgeheißen. Damit wird es möglich, die wertvollen Archivbestände des Staatsarchivs, die bis ins Jahr 1125 zurückgehen und das \“Gewissen des Kantons Thurgau\“ darstellen, sicher und zweckmäßig unterzubringen. Mit dem Um- und Neubau können die Betriebsabläufe, die heute durch sechs Archivstandorte erschwert sind, effizient gestaltet werden. Zudem wird auch der Publikumsverkehr erleichtert. 

Links

Kontakt:
Staatsarchiv des Kantons Thurgau
Regierungsgebäude
CH-8510 Frauenfeld
Tel ++41 +52 724 24 30
Fax ++41 +52 724 28 97 
www.staatsarchiv.tg.ch

»Riss durchs Leben« – Schicksale ukrainischer Zwangsarbeiterinnen

\“Riss durchs Leben. Erinnerungen ukrainischer Zwangsarbeiterinnen im Rheinland\“: Das ist der Titel der neuen Wanderausstellung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Sie führt durch das Leben von zehn Frauen, die vor über 60 Jahren als \“Ostarbeiterinnen\“ in das Rheinland verschleppt wurden und als Patientinnen in der damaligen Landesfrauenklinik und Hebammenanstalt Wuppertal Elberfeld behandelt wurden und dort ihre Kinder entbunden haben. Die Klinik befand sich damals in der Trägerschaft des Provinzialverbandes der Rheinprovinz, dem Rechtsvorgänger des LVR. Heute gehört sie zu den Sankt Antonius-Kliniken in Wuppertal.

\"LVR-Ausstellung

\“Was die Frauen hier unter den Bedingungen der NS-Herrschaft und unter den Bedingungen des Krieges erleiden mussten, sprengt zuweilen die Grenzen unserer Vorstellungskraft\“, so Horst Pankatz, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland. \“Mitgenommen ohne Rücksicht auf ihren Zustand, bei schwerer Arbeit ausgebeutet, praktisch bis zu den Wehen und kurz nach der Entbindung erneut zur Arbeit geschickt.\“

Entstanden ist die Idee zu der Ausstellung nach dem Deutschland-Besuch einiger ehemaliger Zwangsarbeiterinnen auf Einladung des LVR im Jahr 2006. Ein Jahr später gelang es LVR-Mitarbeiterinnen mit Hilfe der Europäischen Union, der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, Berlin, und der Ukrainischen Nationalen Stiftung für Aussöhnung und Verständigung, Kiew, alle interessierten Frauen in der Ukraine aufzusuchen, um mit ihnen über ihre Zeit als Zwangsarbeiterinnen und ihr Leben danach zu sprechen.

Die Ausstellung bietet Einblicke in die Perspektive der Opfer, die in großer Unmittelbarkeit berichten. Zwar gehört das Thema \“Zwangsarbeit\“ heute zu den besterforschten Gebieten der Zeitgeschichte in Deutschland, zur Lage von Frauen und Kindern unter den Bedingungen der Zwangsarbeit und die Auswirkungen auf die nächsten Generationen liegen bisher jedoch nur wenige Untersuchungen vor.

Die Ausstellung findet im LVR-Landeshaus, Nordfoyer, Kennedy-Ufer 2, statt. Sie ist noch bis zum 31. Dezember 2007 montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. – Die Wanderausstellung, die aus aufrollbaren Displays besteht, kann ausgeliehen werden (Kontakt: Dr. Bettina Bouresh, bettina.bouresh@lvr.de).

Zur Ausstellung sind ein Buch und eine CD-Rom erschienen, beides über den LVR beziehbar, außerdem eine Mappe mit pädagogischem Begleitmaterial.

Link: Riss durchs Leben – Ausstellungsflyer

Quelle: LVR, Pressemeldung, 6.11.2007

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