4. TAG DER ARCHIVE am 1./2. März 2008

Am 4. TAG DER ARCHIVE, zu dem der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare – unter dem Motto \“Heimat und Fremde\“ am 1. und 2. März 2008 aufgerufen hat, werden Dokumente zum spannenden, aber auch vielfach spannungsreichen Erleben von Identität und Fremdheit präsentiert. Zugleich wird sichtbar, dass aktuell die Sicherung von Unterlagen wichtiger Bevölkerungsgruppen in unserer Gesellschaft anzugehen ist.

Der VdA und die Archive wollen angesichts der seit Jahren anhaltenden und oft negativ belasteten Kontroverse um \“Heimat\“, \“Migranten und \“Fremdheit\“ anhand von historischen Dokumenten zeigen, dass diese Erscheinungen keineswegs neu sind: Glaubensflüchtlinge wie die Hugenotten wurden im 17. Jahrhundert in Deutschland angesiedelt, Deutsche emigrierten im 19. Jahrhundert aus wirtschaftlicher Not nach Amerika und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Gastarbeiter für das deutsche Wirtschaftswunder gerufen. Die Dokumentation und Präsentation solcher Entwicklungen ermöglicht gleichzeitig ein Relativieren aktueller Debatten.

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Wichtig ist für die Archive als \“Kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft\“, dass die heute in unserer Gesellschaft lebenden Gruppen sich ihrer Geschichte und ihrer Traditionen erinnern können und dafür auch entsprechende Räume geschaffen werden. Daher soll am TAG DER ARCHIVE mit entsprechenden Vereinen und Verbänden (Heimatvertriebene, Kulturvereine) das Gespräch gesucht werden, um die Möglichkeiten und die Chancen einer archivischen Dokumentation zu vermitteln. Diese Akzeptanz und Sicherung der eigenen Vergangenheit in der für sie neuen Gesellschaft wird – wie Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigen – wesentlich zur Integration beitragen.

Der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare hat sich in den letzten Jahren verstärkt dafür eingesetzt, den Auftrag der Archive als \“Gedächtnis der Gesellschaft\“ öffentlich bekannter zu machen. Am TAG DER ARCHIVE, der mit dem Tag des offenen Denkmals vergleichbar ist und vom VdA organisiert wird, treten die Archive bundesweit mit unterhaltsamen und informativen Angeboten an die Öffentlichkeit, um auf ihre Dienstleistungen hinzuweisen.

Er wird am 1./2. März 2008 zum vierten Mal stattfinden. Erwartet wird wiederum eine breite Beteiligung aller Sparten. Mit dabei sind u.a. das Bundesarchiv, Staatsarchive der Bundesländer, Kommunalarchive, Kirchen-, Medien- und Wirtschaftsarchive.

Kontakt:
VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V.
-Geschäftsstelle-
Wörthstraße 3
36037 Fulda
info@vda.archiv.net
www.vda.archiv.net

Quelle: VdA, Pressemitteilung, 25.2.2008; Abb.: Plakat zum Tag der Archive 2008 (VdA)

Heimatgeschichte und Ahnenforschung in Arnsberg im Trend

Das Interesse an Heimatgeschichte und Ahnenforschung steigt. Das spürt auch der Arnsberger Stadtarchivar Michael Gosmann. Aber nicht nur die Anfragen nehmen zu, sondern die Kommunikationswege ändern sich auch hier: \“Familienforscher haben die E-Mail für sich entdeckt\“, stellt Gosmann fest. So gingen im Jahr 2004 rund 970 schriftliche Anfragen. Von den 1.320 Nachfragen in 2006 erreichten 1.200 den Archivar per E-Mail. In 2007 gingen von 1.850 Anfragen fast alle, nämlich 1.700, auf dem Weg der elektronischen Post ein. 

Die Zahl der Benutzer, die das Stadtarchiv Arnsberg besuchten oder vor Ort recherchiert haben, blieb mit 1.400 Besuchern konstant. Die Räumlichkeiten des Archiv stoßen weiterhin auf großes Interesse, wie 46 Führungen mit über 1.800 Personen dokumentieren. Im Vorjahr waren es 36 Führungen etwas über 1000 Gästen.

Ein Höhepunkt im vergangenen Jahr war der 59. Westfälische Archivtag, der im März in der Festhalle an der Promenade stattfand: Mit fast 250 Teilnehmern war dies der größte Archivtag seit Bestehen dieses jährlichen Fachkongresses. Auch die Einweihung des neugestalteten Wedinghauser Klosterinnenhofes mit Grafenbegängnis und Tag der offenen Tür Ende September 2007 war mit insgesamt rund 600 Gästen zum Besuchermagnet. 

Interesse fanden ebenfalls die Archivausstellungen \“Zimelien aus den historischen Buchbeständen des Stadtarchivs\“ und \“Nachlass-Splitter\“ (Besonderheiten aus Nachlässen im Stadtarchiv). Mit dem SüdWestfalen Archiv 07/ 2007, veröffentlichte das Stadtarchiv den mit 275 Seiten bisher umfangreichsten Band dieser Reihe. 

Mehr noch als in den Vorjahren schenkten Bürger dem Stadtarchiv historisch wertvolle Bücher und Unterlagen. Mehrere Nachlässe wurden von Privatpersonen übergeben, darunter Unterlagen einer in der NS-Zeit verfolgten jüdischen Familie. Durch gezielte Ankäufe wurde der Bestand an Adressbüchern und historischen Zeitungsbänden (u.a. 1863 bis 1865) entscheidend verbessert. 

In 2008 geht das Stadtarchiv mit den Aktenbeständen \“Stadt Neheim-Hüsten (1941-1974)\“ sowie \“Gemeinde Müschede (bis 1975)\“ online. Aktuell wird damit begonnen, den umfangreichen Archivalienbestand der heutigen Stadt Arnsberg (seit 1975) erstmalig zu verzeichnen. Die wertvollen \“Ruhrwellen\“, die von 1923 bis 1939 als qualitätsvolle Heimatbeilage der Tageszeitung \“Central-Volksblatt\“ erschienen sind, werden bald wieder greifbar sein. Wichtige Beiträge zur Arnsberger und Sauerländer Geschichte wurden hier veröffentlicht. Nur das Stadtarchiv verfügt über eine vollständige Sammlung. Die über 200 Ausgaben sind mittlerweile digitalisiert. Zur Zeit wird ein Register erstellt, um diesen Schatz auswerten zu können. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Stadtarchiv eine DVD-Ausgabe dieser extrem seltenen Heimatbeilage anbieten. 

Auch die Digitalisierung des Fotonachlass Friedhelm Ackermann wird weitergeführt, ebenso wie die Arbeit an der Historischen Bibliothek des Gymnasium Laurentianum. 

Kontakt:
Stadtarchiv Arnsberg
Rathausplatz 1
59759 Arnsberg
Telefon: 02932-201-1241 / 201-1859
Telefax: 02932/201-1426
stadtarchiv@arnsberg.de

Quelle: Arnsberg Aktuell, Pressemitteilung, 25.2.2008

Im Kreisarchiv Soest auf Entdeckungsreise

Bundesweit findet am Samstag, 1. März 2008, bereits zum vierten Mal der \“Tag der Archive\“ statt. An diesem Termin laden mehrere hundert dieser Einrichtungen zu einer Entdeckungsreise in ihre Häuser ein. Im Kreisarchiv Soest wird der Tag der offenen Tür um 10 Uhr durch Landrätin Eva Irrgang eröffnet. Führungen durch das Kreisarchiv Soest, auch durch die ansonsten nicht zugänglichen Magazin- und Sammlungsräume sowie die Archivbibliothek, finden um 11 Uhr und um 14 Uhr statt.

\“Wir möchten an diesem Tag der interessierten Öffentlichkeit die derzeitigen Arbeitsschwerpunkte des Kreisarchivs vorstellen\“, lädt die Leiterin des Kreisarchivs Soest, Beatrix Pusch ein. Dazu gehöre die Entsäuerung von Archivgut. \“Papier zerfällt, in Archiven und Bibliotheken tickt eine Zeitbombe.

Damit es auch in Zukunft noch möglich sein wird, in Akten aus der Zeit der Weimarer Republik oder aus den Kriegs- und Nachkriegszeiten zu forschen, muss dieses Papier aufwendig entsäuert werden\“, erläutert Pusch. Das Kreisarchiv nehme als Unterzentrum an der nordrhein-westfälischen Landesinitiative \“Substanzerhalt des historischen Erbes\“ teil und werde am Tag der Archive die ersten Ergebnisse der Entsäuerung von Akten vorstellen.

Doch der Blick geht nicht nur zurück. Ein Zukunftsthema im Archivwesen ist das Bereitstellen von Findmitteln im Internet. In diesem Zusammenhang gibt Landrätin Irrgang den Startschuss für den Internetauftritt des Kreisarchivs. Im Rahmen des Landesportals "Archive.nrw.de" werden im Netz die überarbeitete Beständeübersicht des Kreisarchivs, erste Findbücher und der nun von jedermann einsehbare Online-Katalog der Archivbibliothek, die 20.000 Bände vorwiegend heimatgeschichtlicher Literatur umfasst, präsentiert.

Passend zum Motto des Tags der Archive \“Heimat und Fremde\“, erinnert das Kreisarchiv außerdem in einer kleinen Archivalienausstellung an die kanadischen Soldaten, die von 1953 bis 1970 im Kreis Soest stationiert waren. Auch ein filmisches Zeugnis dieser Zeit, die NATO-Truppenparade 1966 in Soest, wird gezeigt.

Kontakt:
Kreisarchiv Soest
Sigefridwall 20
59494 Soest
Tel.: 02921-302960
Fax: 02921-302944
Kreisarchiv@kreis-soest.de

Quelle: Kreis Soest, Presseinfo, 22.2.2008; Mailingliste Westfälische Geschichte, 22.2.2008

Hugo Ernst Käufer stiftet seine Werke dem Stadtarchiv Bochum

Der Bochumer Schriftsteller und Preisträger des Literaturpreises Ruhrgebiet (2002) Hugo Ernst Käufer hat die Sammlung seiner Veröffentlichungen am 22.2.2008 dem Archiv seiner Heimatstadt gestiftet. Die insgesamt 177 Einzelstücke beginnen mit dem Werk \“Poemes\“ aus dem Jahr 1952 und enden vorläufig mit zwei musikalischen Vertonungen, die vor wenigen Wochen erschienen sind.

"Man darf ihn nicht auf den Augen lassen, sonst schreibt er immer weiter", erklärt Ursula Jennemann-Henke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Stadtarchivs, mit einem schmunzelnden Auge. Deshalb hat Hugo Ernst Käufer dem Stadtarchiv Bochum auch nicht seinen Schreibtisch oder seine Schreibmaschine gestiftet. "Die brauche ich ja noch", versicherte der Schriftsteller. Archivleiterin Dr. Ingrid Wölk bedankte sich bei dem 81-jährigen und versicherte, dass das Stadtarchiv Werke für die Ewigkeit bewahrt. 

Die Sammlung beinhaltet auch das handschriftliche Manuskript und die maschinenschriftliche Druckvorlage zu dem Bühnenstück \“Sieben Gerechte oder Auschwitz der Ort das Tor der Abgrund\“.

Käufer, Jahrgang 1927, lebt seit 1963 in Bochum. Er war Direktor der Stadtbücherei Gelsenkirchen, Mitbegründer der Literarischen Werkstatt Gelsenkirchen und des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt, ist Ehrenvorsitzender der Europäischen Autorenvereinigung \“Die Kogge\“ sowie Vorstandsvorsitzender der Liselotte- und Walter-Rauner-Stiftung.

Kontakt:
Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte
Wittener Str. 47
44789 Bochum
Telefon: 0234/910 95 11
Telefax: 0234/910 95 04
stadtarchiv@bochum.de
www.bochum.de/stadtarchiv

Quelle: Stadt Bochum, Presseinformation, 22.2.2008; Mailingliste Westfälische Geschichte, 23.2.2008

Mülheimer Ansichtssachen – Das Fotoarchiv des Stadtarchivs

Das Fotoarchiv des Stadtarchivs Mülheim an der Ruhr, zu dem auch über 3.000 Postkarten gehören, wird von Eva Kniese betreut. Die über 1.000 Fotomappen mit jeweils bis zu 80 Bildmotiven lagern in 13 Stahlschränken mit insgesamt 52 Schubladen. Die Bilder sind aus konservatorischen Gründen in säurefreie Pergamintaschen eingetütet. Ein Bestandsverzeichnis (Ziffer 1510 für die Fotosammlung, Ziffer 1516 für die Postkartensammlung) erschließt die Sammlung. Wer zum Beispiel Bilder aus dem Mülheimer Bergbau sucht, wird unter 80.10 fündig. Und wer sich ein Bild von Persönlichkeiten der Mülheimer Stadtgeschichte machen möchte, sollte unter 90.00 in der Biografischen Sammlung nachschauen.

Die Bilder, die mit Hilfe des Stadtarchivs in das Gedächtnis der Stadt eingehen, stammen aus unterschiedlichen Quellen: Eva Kniese berichtet von Bürgern, die ihre privaten Fotos dem Stadtarchiv überlassen, vom Katasteramt, das Mülheims Straßen und Gebäude in den 1980er Jahren flächendeckend fotografierte oder vom Fotoarchiv der Mülheimer Ruhrnachrichten, das nach der Redaktionsauflösung in den 1970er Jahren in den Bestand des Stadtarchivs überging.

Die Spender wissen ihre Fotos im Stadtarchiv in guten Händen. Auch die Mülheimer Sparkasse hat dem Stadtarchiv ihre alten Fotos überlassen, als Leihgabe zur professionellen Verwaltung und Verwendung. Die Bildbestände des Stadtarchivs sind immer dann gefragt, wenn in Mülheim, etwa zum diesjährigen Stadtjubiläum, Ausstellungen oder Publikationen bebildert werden müssen. Buchverlage, Firmen oder Vereine, die eine Chronik erstellen möchten, gehören ebenso zum Kundenkreis des Fotoarchivs, wie private Auftraggeber, die einen Jubilar mit einer historischen Fotografie oder einer zum Geburtstag passenden Zeitungsseite überraschen wollen (die von einer Fotografin im Auftrag des Stadtarchivs erstellte Reproduktion einer 18 mal 24 Zentimeter großen Fotografie ist zum Beispiel für 16 Euro zu haben). 

Kontakt:
Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr
Aktienstraße 85
45473 Mülheim an der Ruhr 
Tel: 0208 / 455 4260
Fax: 0208 / 455 4279
stadtarchiv@stadt-mh.de

Quelle: Thomas Emons, NRZ, 15.2.2008

Spruchkammerakten des Regierungsbezirks Stuttgart online

Knapp eine halbe Million Spruchkammerakten liegen im Staatsarchiv Ludwigsburg und geben Auskunft über ebenso viele Schicksale während der NS-Zeit. War die Recherche bisher recht umständlich, so erleichtert nun die digitale Erfassung den Zugriff ganz wesentlich.

Nachdem die Verzeichnung der fast 500.000 Entnazifizierungsakten im Staatsarchiv Ludwigsburg vor kurzem abgeschlossen wurde, können in der nächsten Zeit die Teile der Findbücher, die keinen archivrechtlichen Sperrfristen mehr unterliegen, im Internet zugänglich gemacht werden. Im Online-Archivinformationssystem des Landesarchivs Baden-Württemberg sind künftig die Akten derjenigen Personen, deren Geburtsdatum mindestens 110 Jahre zurückliegt, nachgewiesen.

Viele Jahre hat es gedauert, bis die 500.000 Akten aus dem Bereich des Regierungsbezirks Stuttgart vollständig in einer Datenbank aufgenommen waren. Bis zu zwei Stunden habe man bisher gebraucht, um eine Akte über die zahlreichen, unvollständigen Karteien zu suchen, schätzt Dr. Stephan Molitor, der im Staatsarchiv für die Aktenerschließung zuständige Referatsleiter. Jetzt, nach Abschluss des Mitte 1999 begonnenen Projekts, benötige man via Mausklick nur noch Sekunden.

Benutzer finden die Findbücher über die Verfahrensakten der verschiedenen Spruchkammern in der Liste der Online-Findbücher oder direkt in der Beständeübersicht unter den Beständen aus dem Ressort des Befreiungsministeriums. Ist die Spruchkammer, vor der der Fall verhandelt wurde, nicht bekannt, kann für Recherchen nach einer Akte auch die Gesamtsuche eingesetzt werden, wobei im Erweiterten oder Expertenmodus zweckmäßigerweise als Archivalientyp \“Spruchkammerakte\“ markiert werden sollte. Die ermittelten Akten können danach mit Hilfe des elektronischen Bestellsystems zur Einsichtnahme in den Lesesaal vorbestellt werden. Wer eine Kopie der Akte wünscht oder nicht fündig wird (z. B. weil das Geburtsdatum der gesuchten Person noch nicht 110 Jahre zurückliegt), kann sich direkt an den Lesesaal des Staatsarchivs Ludwigsburg wenden (Tel.: 07141/18-6337 oder 18-6338, email: staludwigsburg@la-bw.de).

Die verschiedenen Findbücher werden sukzessive im Internet freigeschaltet, beginnend mit den bereits online verfügbaren Akten der Heimatspruchkammer in Ludwigsburg (Bestand EL 902/15).

Archivleiter Dr. Peter Müller bezeichnet es als eine der größten Herausforderungen des Archivs, diese und viele weitere, zumeist personenbezogene Dokumente aus der Nachkriegszeit – ob Volkszählungsakten, Akten über Vermögenskontrolle und -rückerstattung, Entnazifizierung oder Wiedergutmachung – für künftige Generationen konservatorisch zu erhalten und mit modernen elektronischen Mitteln recherchierbar und damit leichter zugänglich zu machen.

Kontakt:
Staatsarchiv Ludwigsburg
Arsenalplatz 3
71638 Ludwigsburg
Telefon: 07141/18-6310
Telefax: 07141/18-6311
staludwigsburg@la-bw.de

Quelle: Staatsarchiv Ludwigsburg, Pressemitteilung, 19.2.2008; Uwe Mollenkopf, Bietigheimer Zeitung, 14.2.2008

Tag der offenen Tür im Stadtarchiv Bielefeld

Die Archive in Deutschland wollen mit dem nunmehr 4. TAG DER ARCHIVE der breiten Öffentlichkeit ihre Aufgaben, Leistungen und Inhalte präsentieren. Beim Thema \“Heimat und Fremde\“ wird der Identität stiftende Charakter der kulturellen Überlieferung in den Archiven deutlich.

Mehrere hundert Archive werden ihre Türen wieder weit öffnen: Von mittelalterlichen Urkunden bis hin zu heutigen Datenbanken reicht das Spektrum der Unterlagen, die für die Erforschung der Vergangenheit und das Verständnis unserer Gegenwart gesichert werden. Wie spannend, unterhaltsam und nachdenklich machend dieses Archivgut sein kann, das ist am TAG DER ARCHIVE zu sehen.

Am Samstag, 1. März 2008 nimmt das Institut Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld erstmalig am bundesweiten TAG DER ARCHIVE teil. Unter dem vom Berufsverband VdA ausgegebenen Motto \“Heimat und Fremde\“ bieten Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek ein buntes Programm an:

11 Uhr: Archivführung \“Heimat und Fremde\“
12 Uhr: Ausstellungsführung \“Architektur der Kaiserzeit in Bielefeld (1871-1918)\“
13 Uhr: Filmvorführung \“50 Jahre Sennestadt\“
14 Uhr: Archivführung \“Bielefelder Stadtgeschichte\“
15 Uhr: Filmvorführung \“Leben und Hoffen in den Ruinen\“
10-16 Uhr: Publikationenverkauf, Preisausschreiben, Bücherflohmarkt, Buchausleihe

Etwa 40 Millionen Blatt Papier in Akten, 600 Urkunden ab dem Jahr 1240, über 60.000 Fotos, 5.000 Plakate, 7.000 Karten, Lokal- und Regionalzeitungen ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts und mehr als 100.000 Bücher enthalten Informationen zur Geschichte Bielefelds, Ravensbergs und Westfalens.

Links:

Kontakt:
Dr. Jochen Rath
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek
Rohrteichstr. 19
33602 Bielefeld
Tel.: 0521 516846
Fax: 0521 516844
jochen.rath@bielefeld.de 
www.bielefeld.de/de/biju/stadtar/

Restaurierung und wissenschaftliche Erschließung der Sammlung Kutzbach in Trier

Das Trierer Stadtarchiv beherbergt einen für die bauhistorische Erforschung der Stadt Trier einzigartigen Schatz. Dabei handelt es sich um eine umfangreiche Sammlung handgezeichneter Pläne und Skizzen Trierer Bauten aus der \“Sammlung Kutzbach".

In einer gerade angelaufenen Aktion lässt das Stadtarchiv Trier die Pläne der Sammlung Kutzbach mithilfe von Fördergeldern des Landes Rheinland-Pfalz in Höhe von 15.000 € restaurieren. Begleitend dazu erfolgt in Kooperation mit Prof. Dr. Andreas Tacke aus dem Fach Kunstgeschichte der Universität Trier die wissenschaftliche Erschließung und Dokumentation der Sammlung. Die Leitung der Maßnahme im Stadtarchiv liegt bei Dipl.-Archivar Bernhard Simon, der auch den wissenschaftlichen Nachlass Kutzbachs betreut.

Friedrich Kutzbach (1873-1942) war seit 1921 als Stadtkonservator in Trier tätig. Seine Verdienste um die Erhaltung und Wiederherstellung historischer Bausubstanz seiner Heimatstadt können kaum überschätzt werden. Zahlreiche Großbauten, Bürgerhäuser und architektonische Details an Gebäuden der Stadt wurden von ihm erforscht, dokumentiert und zeichnerisch rekonstruiert. Die entsprechenden Pläne bildeten nach dem Krieg häufig die Grundlage zum Wiederaufbau der zerstörten Gebäude. Ein besonderes Verdienst erwarb Kutzbach sich durch die Rettung des zum Abbruch vorgesehenen Simeonstifts. 
Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink wertet das Zusammenspiel von Restaurierung und Dokumentation als einzigartigen Glücksfall: \“Hier werden über die Grenzen einzelner Trägerschaften hinaus gemeinschaftliche Kräfte wirksam, die auf die Erhaltung und Erschließung eines guten Stückes trierischer Kultur in seiner reinsten Form abzielen.\“ 

Kontakt:
Stadtarchiv Trier
Weberbach 25
54290 Trier
Tel.: 0651/718-4420/21/22
Fax: 0651/718-4428
www.stadtarchiv-trier.de

Quelle: idw-online, 20.2.2008

Online-Archiv jüdischer Schriftsteller aus Westfalen

Selbst Kenner der westfälischen oder der deutsch-jüdischen Literatur wissen wenig über jüdische Schriftsteller aus Westfalen. Das zeigen die neuesten Literaturgeschichten und Lexika. \“Doch es gab und gibt diese Autorinnen und Autoren. Ihre Spuren wurden – aus Gleichgültigkeit wie aus Vorsatz – übersehen, vergessen, verdrängt, getilgt\“, so die Herausgeber des Bandes "Westfälische Lebensstationen. Texte und Zeugnisse jüdischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Westfalen". Die LWL-Literaturkommission hat damit jetzt eine Anthologie vorgelegt, die 45 jüdische Autoren vorstellt. Entstanden ist sie im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts mit der Universität Paderborn, in dem die jüdische Literatur in Westfalen umfassend erschlossen und zugänglich gemacht wird.

Das Projekt \“Jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Westfalen\“ arbeitet seit 2000 daran, diese weitgehend unbekannte Literatur zu erschließen. Entstanden ist ein Archiv zur jüdischen Literatur in Westfalen, das über eine stetig wachsende Internetdatenbank (www.juedischeliteraturwestfalen.de) öffentlich zugänglich ist und inzwischen rund fünf Millionen Anfragen von Besuchern aus aller Welt erfahren hat.

Eine nun von der LWL-Literaturkommission für Westfalen vorgelegte Anthologie stellt 45 jüdische Autoren in Wort und Bild ausführlich vor. Die Herausgeber Dr. Iris Nölle-Hornkamp und Prof. Dr. Hartmut Steinecke legten dabei ein besonderes Augenmerk auf autobiografische Texte, die einen leichten und lebendigen Zugang zu den Verfassern herstellen. Wie die Herausgeber hervorheben, ist der Band keineswegs nur historisch von Belang. Über die Hälfte der Texte erschien im letzten halben Jahrhundert, einige wurden für den Band überarbeitet oder neu geschrieben.

Weiterführende Informationen über die Beiträge runden einen Band ab, der so unterschiedliche Charaktere wie den Mediziner und Religionsphilosophen Salomon Ludwig Steinheim, den Verleger Emil Herz, die Politikerin Jeanette Wolff, den Journalisten Felix Fechenbach, den Theatermann Paul Walter Jacob oder den in die USA ausgewanderten Germanisten Werner Vordtriede zu Wort kommen lässt.

Der Band ist bereits die neunte Veröffentlichung des vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit unterstützten Projektes. Sein Erscheinen wurde von der Kunststiftung NRW gefördert.

Info:
Iris Nölle-Hornkamp und Hartmut Steinecke (Hgg.):
Westfälische Lebensstationen. Texte und Zeugnisse jüdischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Westfalen. Mit Fotografien von Julian Voloj. 
Bielefeld: Aisthesis Verlag 2007
Veröffentlichungen der Literaturkommission für Westfalen 27,
533 S., zahlr. Abb. Preis 24,80 Euro. ISBN 978-3-89528-649-0

Quelle: LWL, Pressemitteilung, 19.2.2008

Bottrop am Tag der Archive

Wenn am 1. März 2008 bundesweit der \“Tag der Archive\“ stattfindet, dann nutzt auch das Bottroper Stadtarchiv die Gelegenheit, um sich und seine Bestände der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Von 11 bis 15 Uhr sind die Türen zum Stadtarchiv im Kulturzentrum August Everding an der Blumenstraße weit geöffnet. Führungen durch die Archivräume und Präsentationen der Archivbestände bieten Einblicke in das \“Gedächtnis der Stadt\“. 

Darüber hinaus wird ein interessantes Programm geboten: Der \“Tag der Archive\“ steht unter dem Motto \“Heimat und Fremde\“ – und so wird der Historiker Andreas Kamp ab 11.15 Uhr in Bottrop ein Referat über die Zuwanderung oberschlesischer Bergleute im 19. Jahrhundert halten. Yasar Yardim, der als 16-Jähriger ins Ruhrgebiet kam und lange Jahre im Bergbau arbeitete, wird ab 11.45 Uhr die Situation der türkischen Gastarbeiter zu Beginn der 1960er-Jahre aus seiner eigenen Erfahrung schildern. 

Ab 14 Uhr steht das Thema \“Der Ruhrkampf. Franzosen und Belgier im Ruhrgebiet 1921-1925\“ mit einer Vorführung des Filmes \“La Bataille de la Ruhr\“ auf dem Programm. Außerdem gibt es Führungen durch die Räume des Stadtarchivs Bottrop, historischer Dokumente und Fotos zum Thema „Heimat und Fremde\“ werden präsentiert stadtgeschichtliche Veröffentlichungen des Stadtarchivs verkauft.

Kontakt:
Stadtarchiv Bottrop 
Heike Biskup
Blumenstraße 12-14
Tel.: 02041/703754
Fax: 02041/703833 
stadtarchiv@bottrop.de

Quelle: Pressedienst der Stadt Bottrop, Pressemitteilung, 15.2.2008

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