Historienspiel von 1925 in Beratzhausen entdeckt

Die Gemeinde Beratzhausen im Landkreis Regensburg könnte jetzt mit einem geschichtsträchtigen Freilichtspiel aufwarten. Denn im Gemeindearchiv entdeckte die Archivpflegerin Inge Molle jetzt unter den über tausend Ordnern und Kartons mit Schriftgut ein Heimatspiel in drei Aufzügen aus dem Jahr 1925. Es trägt den vielsagenden Titel „Die Stauffer auf Ehrenfels“.

Archivpflegerin Molle hat die handschriftlichen Texte und Spielanweisungen auf hundert eng beschriebenen DIN-A4-Seiten transkribiert, digital bearbeitet und in einer Regensburger Druckerei in Buchform drucken und binden lassen. Verfasser des Werkes ist Josef Kößler; am 26. September 1926 hat er es mit allen Rechten der Marktgemeinde Beratzhausen vermacht. 

Nunmehr könnte ein engagierter Dramaturg das Werk auf die Bühne bringen. Die beschriebene Kulisse um das Rathaus, die Mariensäule und den Gasthof zu den „Drei Tannen“ ist immer noch vorhanden. Zudem ist die ereignisreiche Lebensgeschichte der „Stauffer auf Ehrenfels“ den Bewohnern bekannt; die mittelalterliche Vergangenheit der ehemaligen reichsfreien Herrschaft Ehrenfels diente ihnen als Stoff für Festumzüge.

Kontakt:
Markt Beratzhausen
Marktstraße 33
93176 Beratzhausen
Telefon: (0 94 93) 9400 – 0
Telefax: (0 94 93) 9400 – 22
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Quelle: Mittelbayerische, 27.2.2009

Brandschutzsanierung im Archiv des Rhein-Sieg-Kreises

Wissenschaftlich arbeitende Historiker oder an Geschichte interessierte, die gerne auf die historischen Akten im Archiv des Rhein-Sieg-Kreises zurückgreifen, steht diese Quelle zurzeit nicht zur Verfügung. 

Grund sind die umfangreichen Brandschutzsanierungsarbeiten im Magazin des Kreisarchivs in Siegburg. Zum Schutze der Akten ist die Rollregalanlage, die das Archivgut beherbergt, komplett verkleidet und staubdicht verpackt worden. 

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Abb.: Das Foto zeigt das Magazin des Kreisarchivs mit der verpackten Rollregalanlage (Foto: Rhein-Sieg-Kreis)

Die uneingeschränkte Nutzung und Ausleihe der historischen Akten ist voraussichtlich ab Sommer 2009 wieder möglich. Das Archiv des Rhein-Sieg-Kreises bittet um Verständnis. 

Das Archiv des Rhein-Sieg-Kreises verwahrt Urkunden, Akten und sonstiges Archivgut. Die Struktur der Bestände ist ein Abbild der verwaltungsgeschichtlichen und politischen Entwicklung von der Zeit vom Ende des Alten Reiches bis zum heutigen Rhein-Sieg-Kreis. Der zeitliche Schwerpunkt der Bestände liegt somit im 19. und 20. Jahrhundert. Das Archivgut ist für jeden, der ein berechtigtes Interesse nachweisen kann, benutzbar. 

Kontakt:
Archiv und Wiss. Bibliothek des Rhein-Sieg-Kreises
Kaiser-Wilhelm-Platz 1 (Kreishaus)
53721 Siegburg
Telefon: 02241/13-2567
Fax: 02241/13-3271
archiv@rhein-sieg-kreis.de

Quelle: Rhein-Sieg-Kreis, Pressemitteilung, 26.2.2009

Wechsel in der Sankt Augustiner ACDP-Leitung

Günter Buchstab, Leiter der Hauptabteilung „Wissenschaftliche Dienste/Archiv für Christlich-Demokratische Politik“ (ACDP), ist in Sankt Augustin vom Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Bernhard Vogel, in den Ruhestand verabschiedet worden. 

Vogel sagte in seiner Ansprache: „Günter Buchstab hat das Archiv für Christlich-Demokratische Politik geprägt, hat ihm Profil und allgemeine Beachtung verschafft, national wie international. Wie kein Zweiter wacht er über die christlich-demokratische Geschichte und Gegenwart und ihre zeitgenössische Darstellung.“

Nachfolger Buchstabs wird ab 1. März 2009 Prof. Hanns Jürgen Küsters. Küsters, geboren 1952 in Krefeld, studierte in Bonn und Hamburg Politische Wissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Pädagogik. Nach Tätigkeiten an den Universitäten Köln und Bonn, sowie bei der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, war er von 1994 bis 2008 Leiter der Edition „Dokumente zur Deutschlandpolitik“ im Bundesarchiv. Seit April 2008 ist Küsters Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung. 

Das ACDP ist zuständig für das Archivgut der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands (CDU), ihrer führenden Repräsentanten, Gremien und Organisationen. Zudem sammelt es Akten und andere Zeugnisse der christlichen Vorläuferparteien sowie jener Parteien, die in der Union aufgegangen sind

Kontakt:
Konrad-Adenauer-Stiftung
Wissenschaftliche Dienste/Archiv für Christlich-Demokratische Politik
Dr. Günter Buchstab
Tel. +49 2241 246-2210
Fax +49 2241 246-2669
Guenter.Buchstab@kas.de

Leiter Referat Zeitgeschichte
Prof. Dr. Hanns Jürgen Küsters
Tel. +49 2241 246-2240
Fax +49 2241 246-2669
Hanns.Kuesters@kas.de

Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung, Pressemitteilung, 26.2.2009

Handschriftliches Gedicht von Alexandre Dumas entdeckt

Eine Lithografie mit einem von Alexandre Dumas (1802-1870) handgeschriebenen Gedicht ist bei Aufräumarbeiten im Archivzentrum der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main gefunden worden. Es handelt sich dabei um das Gedicht \“La Revue Nocturne\“, Dumas\‘ wortgetreue Übersetzung des Gedichts \“Die nächtliche Heerschau\“ von Joseph Christian Freiherr von Zedlitz (1796-1869) ins Französische, das Dumas auf den breiten Rand der Lithografie schrieb.

Mathias Jehn, Leiter des Archivzentrums, ordnete das Gedicht anhand eines Schriftvergleichs zweifelsfrei dem berühmten französischen Romanautor zu. Die Arbeit sei nach Jehn um 1857 – anlässlich seines Kaufs einer Lithografie mit der Darstellung Napoleons von Denis Auguste Marie Raffet (1804-1860) – entstanden und greift die Mythosbildung Napoleons auf. Insgesamt sind ca. 20 Exemplare des Gedichts Dumas\‘ in europäischen Archiven und Bibliotheken vorhanden.

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Abb.: Lithografie mit einem von Alexandre Dumas (1802-1870) handgeschriebenen Gedicht (Foto: Archivzentrum UB Frankfurt am Main)

Das Werk von Alexandre Dumas ist insgesamt sehr gut erhalten. Sämtliche 22 Verse des Gedichts sind handschriftlich auf Papier und in Wechselreimen verfasst. An einigen Stellen liegen stärkere Gebrauchsspuren und Einschnitte vor. Am unteren Ende ist das Gedicht eigenhändig signiert. Ein nachträglich in den 1920er Jahren angebrachter Vermerk nennt 500 Mark als Kaufsumme.

Die Lithografie mit dem Gedicht von Alexandre Dumas kam bereits Mitte der 1960er Jahren als Leihgabe der Erwin-von-Steinbach-Stiftung in die Frankfurter Universitätsbibliothek, so Jehn. Im Jahre 1963 schlossen die Stiftung und die Universitätsbibliothek einen Vertrag über die Sammlung des \“Wissenschaftlichen Instituts der Elsass-Lothringer im Reich\“, in dessen Folge die Institutsbibliothek und die Reste der Archivbestände nach dem 2. Weltkrieg in die Universitätsbibliothek Frankfurt gegeben wurden.

Die Lithografie lag seitdem unerkannt inmitten der über 1.000 übrig gebliebenen Karten aus dem elsässisch-lothringischen Raum. Für Jehn gibt das gefundene Gedicht einen Einblick in das Berufsethos des berühmten Autors und sei deshalb gerade für Historiker und Romanisten von besonderem Interesse.

Das Archivzentrum freut sich, auch solche Dokumente zur literarischen Untersuchung eines der berühmtesten Vertreter der europäischen Literatur in seinen Beständen zu wissen. Das Blatt kann ab sofort im Rahmen der Öffnungszeiten von Montag bis Freitag jeweils von 9:30 – 16:30 Uhr nach Voranmeldung und im Rahmen der Benutzungsordnung eingehend untersucht werden. 

Kontakt:
Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg
Dr. Mathias Jehn
Leiter des Archivzentrums
Bockenheimer Landstrasse 134-138
60325 Frankfurt am Main
Tel: 069/ 798-39007
Fax: 069/ 798-39380
m.jehn@ub.uni-frankfurt.de

Quelle: Archivzentrum der UB Frankfurt am Main, Pressemitteilung, 24.2.2009

Foto und Pläne des mittelalterlichen Werdertors in Wien

Im Zuge der Ausstellung "Das Werden einer Weltstadt" präsentiert das Wiener Stadt- und Landesarchiv nun im Internet ein Dokument, das die baulichen Veränderungen Wiens über die Jahrhunderte anschaulich verdeutlicht. 

Das im 13. Jahrhundert errichtete Werdertor war ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer Wiens. Durch eine Änderung im Verlauf der Festungsanlagen wurde es schließlich obsolet, der Werderturm über der Torhalle wurde abgerissen und ein Zinshaus über dem mittelalterlichen Tor errichtet. Als das Zinshaus um 1880 demoliert wurde, fertigte man eine Fotografie und zwei Pläne an, um die letzten Reste dieses Stadttors zu dokumentieren.

Vor 150 Jahren erlebte Wien einen beispiellosen Wandel. Mit dem Abbruch der Stadtmauer bot sich die einmalige Gelegenheit, Bauland in bester Lage im Herzen der Habsburgermonarchie zu erwerben. Die darauf entstandenen öffentlichen und privaten Prunkbauten entlang der Ringstraße prägen bis heute das Stadtbild Wiens.

Die Ausstellung \“Das Werden einer Weltstadt – Wien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts\“ ist bis 27. März 2009 im Foyer des Wiener Stadt- und Landesarchivs zu den Öffnungszeiten des Archivs zu besuchen. Der Eintritt ist kostenlos.

Kontakt:
Wiener Stadt- und Landesarchiv
Magistratsabteilung 8
Guglgasse 14
5. Stock, Top 508, Eingang: Gasometer D (Zugang von Gasometer A)
1110 Wien
Telefon +43 1 4000 84808 
Fax +43 1 4000 84809
post@ma08.wien.gv.at
www.archiv.wien.at

Quelle: OTS, 23.2.2009

Stadtarchiv Würzburg erhält Fördermittel

Die Bayerische Landesstiftung hat das Stadtarchiv Würzburg in sein Förderprogramm aufgenommen. In einem mehrjährigen Projekt sollen die Würzburger Ratsprotokolle des 15. Jahrhunderts für die wissenschaftliche Forschung und die interessierte Öffentlichkeit publiziert und damit allgemein zugänglich gemacht werden.

Die 1432 einsetzenden Aufzeichnungen aus den Ratssitzungen gehören zu den frühest überlieferten Quellen dieser Gattung im deutschen Sprachraum, sie können schon allein deswegen besondere Bedeutung beanspruchen. In diesen Texten legt der Rat Rechenschaft ab über seine Verhandlungen, Vorhaben und Beschlüsse. Die Themen sind außerordentlich vielseitig. So finden sich hier u.a. Gerichtsstreitigkeiten, Fragen der Marktordnung, Besitzübergaben, Wahlen von Bürgermeistern, Räten und anderen Amtspersonen, Verbote des Brett- und Kugelspiels, Indienstnahme von Kundschaftern zur Überwachung der Feinde und Klagen Würzburger Krämer wegen fremder Kaufleute. Sämtliche Bereiche einer Stadtgeschichte werden behandelt.

Ausgestattet wird die Publikation mit Erläuterungen zu Personen und Sachen. Nicht nur der Fachwelt, sondern vor allem Würzburgs geschichtsinteressierten Bürgern wird so der Zugang zu ihrer schriftlichen Überlieferung, die einen wesentlichen Teil des historischen Gedächtnisses der Stadt darstellt, erleichtert. Fachlich betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Franz Fuchs vom Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte der Universität Würzburg und Archivdirektor Dr. Ulrich Wagner.

Die Bayerische Landesstiftung, die aus der Vereinigung der Bayerischen Staatsbank mit der Vereinsbank hervorging, besteht seit 1972. Der Grundstock der Stiftung besteht im wesentlichen aus Aktien der nunmehrigen Uni Credit. Als rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts verfolgt die Bayerische Landesstiftung gemeinnützige und mildtätige Zwecke auf sozialem und kulturellem Gebiet. Beschlussorgan ist der Stiftungsrat mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten als Vorsitzenden, dem Staatsminister der Finanzen als stellvertretenden Vorsitzenden, Vertretern des Landtags und der Obersten Staatsbehörden.

Kontakt:
Stadtarchiv Würzburg
Neubaustr. 12
97070 Würzburg
Telefon 0931/ 37 31 11
stadtarchiv@stadt.wuerzburg.de

Quelle: Stadt Würzburg, Pressemitteilung, 19.2.2009

Stadtarchiv Bad Mergentheim registriert 2008 verstärkte Nachfrage

Durch die umfangreichen Aktivitäten zum Jubiläum „950 Jahre urkundliche Ersterwähnung“ war auch das Stadtarchiv Bad Mergentheim im Jahr 2008 besonders gefordert und an sehr vielen Aktionen beteiligt. Für die Vorbereitung aller Veranstaltungen wurden Daten zur Stadtgeschichte mit entsprechenden Möglichkeiten der szenischen Umsetzung aufgezeigt und von Stadtarchivarin Christine Schmidt für den historischen Festumzug zum Stadtfest aufbereitet. 

Zur Erstellung eines neuen Stadtführers war das Stadtarchiv den Autoren bei der Recherche behilflich und konnte umfangreiches Informationsmaterial mit Hinweisen zu ausgewählten Episoden der Stadtgeschichte zur Verfügung stellen. Außerdem werden im Stadtarchiv Dokumente wie Fotos, Plakate oder Literatur aus der Vergangenheit und Gegenwart gesammelt. Mit Hilfe des archivischen Sammlungsgutes wurden alle Texte für den Bildband und die Ausstellung „Zeitsprünge – Fotoansichten zwischen gestern und heute“, die im Jahr 2008 im Kulturforum zu sehen war, erarbeitet. 

Für die Aktivitäten der Bad Mergentheimer Architekten, die im Rahmen des Stadtjubiläums Führungen und Vorträge durchgeführt haben, war das Stadtarchiv eine wichtige Informationsquelle. Zur Arbeit der Einrichtung gehört nicht nur die Erteilung von Informationen jeder Art zur Geschichte Bad Mergentheims, sondern auch die Unterstützung bei Recherchen, Ausstellungen, Vorträgen und Veröffentlichungen. Regelmäßig setzt das Stadtarchiv zusätzlich mit Veranstaltungen und Aktionen wichtige Akzente im Bad Mergentheimer Veranstaltungskalender. So fand am 1. März bundesweit der Tag der Archive unter dem Thema „Heimat und Fremde“ statt. Mit der Ausstellung zu Auswanderung und Vertriebenen, die bis Ende April verlängert werden konnte, öffnete das Archiv für interessierte Besucher seine Türen und zeigte wertvolle Schriftstücke, Bilder und Dokumente. 

Gemeinsam mit der Stadtbücherei fanden während des „Nachtbummels“ eine Ausstellung sowie Lesungen zum Thema „Hans-Heinrich Ehrler“ statt. Die Besucherreaktionen waren an diesem Tag äußerst positiv und zeigten weitere Aspekte zu dem bedeutenden Dichter der Stadt auf. 

Immer wieder ist das Archiv auch Anlaufstelle für Schulklassen. Die Schüler erhalten Tipps, Hinweise und Hilfsmittel für eigene Forschungen oder die Bearbeitung von Schulprojekten. Um besonders Kindern geschichtliche Zusammenhänge leicht und verständlich zu erklären, hat das Stadtarchiv für Kinder ab 10 Jahren eine Broschüre mit Episoden aus der Stadtgeschichte erarbeitet und drucken lassen. Diese wird von Schülern gern gelesen und als Ausgangspunkt für die weitere Beschäftigung mit der Stadtgeschichte herangezogen. Erhältlich ist die kleine Stadtgeschichte für Kinder gegen eine Schutzgebühr von 2,00 Euro in der Tourist-Information und im Stadtarchiv. 

Im Jahr 2008 erreichten das Stadtarchiv wieder die unterschiedlichsten Anfragen. Ein großer Teil war der Erforschung der eigenen Familiengeschichte und der Geschichte der ehemaligen jüdischen Bevölkerung gewidmet. Aber auch ganz neue Erkenntnisse zur Stadtgeschichte konnten bei den Recherchen zur Beantwortung dieser Anfragen gewonnen werden. So beschäftigte sich eine Anfrage aus Brasilien zu dem hier geborenen und in Brasilien sehr geachteten Abt Petrus Röser. Eine andere Anfrage erhellte die Person des ersten Münzmeisters in Mergentheim Georg Boss. Eine japanische Studentin an der Universität Mainz beschäftigte sich in ihrer Magisterarbeit mit dem Wirken von Andreas Lemes. Bei einem Besuch im Stadtarchiv konnte sie dessen Wirken als Organist und Zimmerverwalter 1614 in Mergentheim nachweisen und diese Erkenntnis für ihre Magisterarbeit nutzen. Eine weitere Zulassungsarbeit eines Studenten beschäftigte sich mit der Revolution 1848/1849 in Mergentheim. Auch die klassischen Archivarbeiten wie Verzeichnen und Benutzerbetreuung kamen trotz der erhöhten Öffentlichkeitsarbeit und Frequentierung der Einrichtung nicht zu kurz. 211 Akten des 17. und 18. Jahrhundert wurden intensiv verzeichnet. Für 248 Forscher direkt im Leseraum des Stadtarchivs wurden 1.425 Akten bereit gelegt und die Benutzer bei ihren Recherchen beraten und unterstützt. Von den insgesamt 333 Anfragen kamen der größte Anteil per E-Mail und wurde nach Recherche ebenfalls per E-Mail beantwortet.

Kontakt:
Stadtarchiv Bad Mergentheim 
H.-H.-Ehrler-Platz 35 
97980 Bad Mergentheim 
Tel.: 07931/57-4705 
christine.schmidt@bad-mergentheim.de

Quelle: Stadt Bad Mergentheim, Pressemitteilung, 20.2.2009; Tauber-Zeitung, 21.2.2009

Durch Amelsbürens Geschichte

Im Mittelpunkt der Themenabende des Stadtarchivs Münster stehen im Jahr 2009 die Stadtteile Münsters. Am 26. Februar, 18 Uhr, bietet Dr. Martin Berger in seinem Vortrag Einblicke in die Geschichte Amelsbürens. Dazu zeigt das Münsteraner Stadtarchiv in Coerde originale Akten und Karten mit detaillierten Informationen über Amelsbürens Vergangenheit und viele Bilder. 

Amelsbüren ist heute rein flächenmäßig der größte Stadtteil und gehört seit 1975 zu Münster. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird \“Amuluncburen\“ im Jahr 1137. Die Ortsbezeichnung geht vermutlich auf einen Mann namens Amulunc zurück, der seine Behausung (bur) auf dem Boden der Höfe Everding, Greving und Rahring gebaut hatte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Dorf wegen seines feuchten Bodens als \“beynahe uncultivirliches Land\“ beschrieben.

1928 erhielt Amelsbüren einen eigenen Bahnhof, der auch heute noch in Betrieb ist. Zu den berühmtesten Söhnen des Ortes zählt der Zentrumspolitiker Carl Herold (1848-1931), der sich im Reichstag stark für die landwirtschaftlichen Interessen des am stärksten dörflich geprägten Stadtteils von Münster einsetzte. Alte Einwohner erinnern sich aber auch an lokale Berühmtheiten, die ihre Kindheit prägten. Da wären der Buttenkasper, der Knochensammler aus Münster oder eine Dame, die durch ihre holländische Kopfbedeckung auffiel und einen Todesfall prophezeite, wenn die Glocke während der Wandlung schlüge.

Martin Berger hat die Vergangenheit Amelsbürens gemeinsam mit Ekkehard Enselein und Richard Vennemann bereits in mehreren Büchern aufgearbeitet. Dazu wurden unter anderem Dokumente des Archivs der Katholischen Pfarrgemeinde in Amelsbüren ausgewertet und dargestellt. Auch die Bürger von Amelsbüren steuerten Dokumente und zahlreiches Fotomaterial bei.

Info:
Durch Amelsbürens Geschichte – Themenabend im Stadtarchiv Münster
Donnerstag, 26. Februar 2009, 18:00 – 20:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
Tel.: 02 51/4 92-47 01
Fax: 02 51/4 92-77 27
archiv@stadt-muenster.de
www.muenster.de/stadt/archiv

Quelle: Stadt Münster, Pressemitteilung, 19.2.2009

Krankenakten zu NS-Zwangssterilisationen in Friesland entdeckt

Zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wurden Hunderttausende Zwangssterilisationen durchgeführt, um so genannten erbkranken Nachwuchs zu verhindern. Unfruchtbar gemacht wurden vor allem diejenigen, die dem arischen Ideal der Nationalsozialisten nicht entsprachen, darunter Behinderte, Alkoholiker und homosexuelle Menschen.

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Friesland in Jever haben jetzt bei Umbauarbeiten zahlreiche Akten zu Zwangssterilisationen in der NS-Zeit entdeckt. Die Kranken- und Gerichtsakten wurden in sieben Umzugskisten auf dem Dachboden der Behörde gefunden. 

Die Akten dokumentieren Zwangssterilisierungen in Friesland zwischen 1934 und 1945. Neben Personendaten findet sich in den Unterlagen auch eine "erbbiologische Bestandsaufnahme" des Jeverlandes. Die Dokumente seien historisch bedeutend und ließen auch Rückschlüsse auf Praktiken im gesamten Oldenburger Land zu, meint der Wissenschaftler Dr. Ingo Harms, der am Institut für Sonderpädagogik der Universität Oldenburg die regionale nationalsozialistische Gesundheits- und Sozialpolitik erforscht. 

Bisher liege nur aus dem Gesundheitsamt der Wesermarsch ein umfassender Aktenbestand aus dem Dritten Reich vor. Die Akten des 1939 gegründeten Landkreises Friesland hätten bislang als verschollen gegolten

Die Kisten werden in dieser Woche dem Niedersächsischen Staatsarchiv in Oldenburg übergeben. Der stellvertretende Leiter des Staatsarchivs, Dr. Matthias Nistal, hat die Nazi-Akten über Zwangssterilisationen und „erbbiologische Bestandsaufnahmen“ bereits gesichtet. Laut Nistal lagerten bereits 3.000 bis 4.000 Dokumente zur NS-Medizin im Staatsarchiv. Die Dokumente aus Jever sollen zunächst ausgewertet und restauriert und dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Kontakt:
Niedersächsisches Landesarchiv 
– Staatsarchiv Oldenburg – 
Damm 43
26135 Oldenburg
Telefon: (0441) 92 44 100
Fax: (0441) 92 44 292
Oldenburg@nla.niedersachsen.de

Quelle: NWZ, 16.2.2009; ddp, 16.2.2009; NWZ, 18.2.2009

Stadtarchiv Mönchengladbach hilft englischem Ahnenforscher

Nickolas Ramaer Brookland, englischer Staatsangehöriger mit deutschen Wurzeln, nutzte eine dreimonatige Europareise, um nach seinen Vorfahren zu forschen. Nach erfolgreicher Suche des niederländischen Zweiges seiner Familie kam er jetzt ins Stadtarchiv der Stadt Mönchengladbach, um seine deutschen Vorfahren ausfindig zu machen. Die Mitarbeiter des Archivs konnten Brookland, dessen Familie ihren Namen vor dem Ersten Weltkrieg in England von Beckenbach in Brookland änderte, schnell bei seiner Suche helfen. So fand sich der Sterbeeintrag seines Ururgroßvaters, Johann Heinrich, und der Geburtseintrag seines Urgroßvaters Friedrich Wilhelm Beckenbachs. 

Dabei stellte sich zur Freude Brooklands heraus, dass eben dieser Ururahne Johann Heinrich Beckenbach war, der die erste Dampfmaschine 1827 in seiner Fabrik in Rheydt errichtete. Dem Ahnenforscher konnte das Archiv darüber hinaus aus seinen Unterlagen eine Portraitaufnahme zur Verfügung stellen und Wülfrath als Geburtsort des Firmengründers ermitteln, so dass dort weiter geforscht werden kann. 

Diese umfassende Hilfe kann das Stadtarchiv aber erst seit Beginn dieses Jahres leisten. Durch eine Änderung des Personenstandsrechts wurden unter anderem Aufbewahrungsfristen für die Personenstandsregister eingeführt. Seit Anfang des Jahres werden Geburtsregister 110, Heiratregister 80 und Sterberegister 30 Jahre beim Standesamt fortgeführt. Alle älteren Register wurden mit Beginn des Jahres an das Stadtarchiv zur weiteren Aufbewahrung abgegeben und können dort eingesehen werden. 

Nickolas Brookland ist zufällig der erste Nutzer, der die nun im Stadtarchiv aufbewahrten ehemaligen Personenstandsregister des Standesamtes einsehen und erfolgreich nach seinen Ahnen forschen konnte. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können die vom Stadtarchiv übernommenen Personstandsbücher dienstags und mittwochs jeweils von 8.30 bis 12.30 Uhr nach vorheriger Anmeldung einsehen. 

Kontakt:
Stadtarchiv Mönchengladbach
Aachener Str. 2
41050 Mönchengladbach
Telefon: 02161-253241
Telefax: 02161-253259
stadtarchiv@moenchengladbach.de

Quelle: Stadt Mönchengladbach, Pressemitteilung, 18.2.2009

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