Archiv und Wirtschaft 1/2009

In Kürze erscheint Heft 1/2009 der Zeitschrift \“Archiv und Wirtschaft". Sie wird herausgegeben von der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e.V. (VdW). Das neue Heft umfasst folgende Aufsätze, Berichte und Buchbesprechungen:

Beiträge des Heftes 1/2009 der Zeitschrift \“Archiv und Wirtschaft\“ 

VdW-Jahrestagung vom 3. bis 5. Mai 2009 in Potsdam (Programmauszug) 

Aufsätze
Daniel Nerlich: Das Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich und seine Quellenbestände zur schweizerischen Wirtschaftspolitik

Susanne Kill: Das Gedächtnis der Deutschen Bahn AG – Das unternehmenshistorische Archiv in Berlin und das DB Museum in Nürnberg

Yaman Kouli: Die Grenzen des Archivs. Zur Vergänglichkeit und Persistenz ökonomischen Wissens 

Berichte
Tomislav Novoselac: Erschließung von 40 000 Schallplatten durch das Unternehmensarchiv der Bertelsmann AG 

Hans-Hermann Pogarell: 42. Jahrestreffen des Arbeitskreises der Chemiearchivare in Basel 2008 

Rezensionen: 
Wilfried Feldenkirchen, Susanne Hilger u. Kornelia Rennert (Hrsg.): Geschichte – Unternehmen – Archive. Festschrift für Horst A. Wessel zum 65. Geburtstag (Harald Wixforth)

Steven Heller: Iron Fists. Branding the 20th-century Totalitarian State / Andreas Koop: NSCI. Das Visuelle Erscheinungsbild der Nationalsozialisten 1920-1945 (Alexander Schug)

Ulrich Krüger u. Gabriele Leech-Anspach: Der Leipziger Unternehmer Max Körting und sein Werk (Renate Schwärzel) 

Werner Plumpe (Hrsg.): Wirtschaftsgeschichte (Wilfried Reininghaus) 

Michael Schäfer: Familienunternehmen und Unternehmerfamilien. Zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der sächsischen Unternehmer 1850-1940 (Horst A. Wessel)

Matthias Steinbrink: Ulrich Meltinger. Ein Basler Kaufmann am Ende des 15. Jahrhunderts (Wilfried Reininghaus) 

Nachrichten 

Rezensionsliste 

Impressum 

Kontakt / Redaktionsleiter
Dr. Helen Müller und Dr. Martin Münzel 
Bertelsmann AG 
Unternehmensarchiv 
Carl-Bertelsmann-Straße 270 
33311 Gütersloh 
Telefon: (05241) 80-89992 / 81-81109 
Telefax: (05241) 80-6-89992
Helen.Mueller@Bertelsmann.de
Martin.Muenzel@Bertelsmann.de

Neues Image für das Stadtarchiv Aachen

Das Stadtarchiv Aachen wird im Rheinnadel-Gebäude am Reichsweg eine neue Heimat finden (siehe Bericht vom 13.8.2008). Am neuen Standort will das Stadtarchiv für alle Bürger transparenter und auch offener werden. Um diese Ziele zu erreichen, sind unter anderem Themenabende, Vorträge, Lesungen, Workshops, Führungen und Ausstellungen geplant.

Einmal pro Quartal sollen unter anderem stadtgeschichtliche Vorträge gehalten und mit Originalquellen aus dem Stadtarchiv belegt werden. So wird es zum einen Informationen zu interessanten Aspekten der Stadtgeschichte geben. Zum anderen werden gleichzeitig einzelne Bestände des Aachener Stadtarchivs näher vorgestellt.

Beispielsweise einmal monatlich, so die derzeitigen Überlegungen, könnte der Benutzersaal an einem Nachmittag Senioren vorbehalten bleiben. In dieser Zeit soll dann eine \“betreute Benutzung\“ des Stadtarchivs, etwa zur Stadtteilgeschichte stattfinden, wobei Archivare den Senioren intensive Hilfestellungen geben. Geplant sind auch Lehrerfortbildungen, in denen das Archiv als wichtiger außerschulischer Lernort erklärt wird.

Um den Imagewechsel und die Aufgabenausweitung leisten zu können, scheint eine personelle Aufstockung des Archivs unumgänglich. In einer der nächsten Sitzungen des Aachener Stadtrates wird hierüber die Entscheidung fallen.

Kontakt:
Stadtarchiv Aachen 
Fischmarkt 3
52062 Aachen
Fon: +49 / (0)241 / 432-4972
Fax: +49 / (0)241 / 432-4979
stadtarchiv@mail.aachen.de

Quelle: Joachim Rubner, Aachener Zeitung, 30.3.2009

Fotos des Jahres 1959 aus dem Bildarchiv Horst Schlesiger

Mit der fünfzig Fotos umfassenden Ausstellung \“Vor 50 Jahren … Mit Horst Schlesiger durch das Jahr 1959\“ präsentiert das Stadtarchiv Karlsruhe eine Auswahl der stadtgeschichtlich bedeutsamsten Ereignisse und eindrucksvollsten Fotos des Jahres 1959 aus dem Fotonachlass des langjährigen Bildjournalisten bei den \“Badischen Neuesten Nachrichten\“ Horst Schlesiger (1925-1993).

Anlässlich der Amtseinführung des Bundesverfassungsgericht-Präsidenten Dr. Gebhard Müller erlebt Karlsruhe 1959 einen Staatsbesuch des Bundespräsidenten Theodor Heuss. Das Karlsruher Schloss erfährt für die Bevölkerung eine neue Bedeutung und Qualität, denn im wiederaufgebauten Mitteltrakt wird das Badische Landesmuseum eröffnet. Mit der Entdeckung zweieinhalbtausendjähriger Hügelgräber in der Nordweststadt gewinnt die Karlsruher Stadtgeschichte indessen prähistorische Elemente. Der Weiterbau des Atomreaktors bei Leopoldshafen symbolisiert hingegen das damalige Höchstmaß an technischer Entwicklung. 

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Abb.: Frühzeitiger Badebetrieb im Freibad Rüppurr am 19. Mai 1959 (Foto: H. Schlesiger/Stadtarchiv Karlsruhe)

Reizvolle Fotos veranschaulichen, wie sich die Karlsruher Bevölkerung mit der Sommerhitze des außergewöhnlich heißen und trockenen Sommers 1959 arrangierte. Austrocknung von Alb und Rhein und ein schwerer Gewittersturm, der sogar den Turmhelm der Johanniskirche zum Einsturz brachte, gehen mit der Sommerhitze einher. Den Veranstaltern und Teilnehmern an den Deutschen Segelflugmeisterschaften im Juli 1959 auf dem Flugplatz Forchheim war das Sommerwetter jedoch sehr willkommen. Stimmungsvolle Fotos von der Pfinz und vom Altrhein sowie von der Weinlese am Turmberg runden die Erinnerungen an das Jahr 1959 ab.

Aus vielfältigen Blickwinkeln und über unterschiedliche Zugänge spiegelt das Bildarchiv Schlesiger das öffentliche und gesellschaftliche Leben der Stadt Karlsruhe, den Alltag, die Freizeit und die Arbeitswelt der in ihr wohnenden Menschen. – Bislang sind aus dem Nachlass des 1993 verstorbenen Horst Schlesiger 16 Jahrgänge digitalisiert. Damit sind von den rund 400.000 Negativen aus den Jahren 1949 bis 1990 die Jahre 1949 bis 1961 und 1968 bis 1970 mit rund 100.000 Negativen digital erfasst. Davon wiederum sind etwa 13.700 Bilder am Computer recherchierbar, wie Archivleiter Ernst Otto Bräunche bei der Ausstellungseröffnung erläuterte. Allein vom Jahrgang 1959 sind 1.131 Fotos im System verfügbar.

Info:
Fotos aus dem Bildarchiv Horst Schlesiger
Ausstellung des Stadtarchivs Karlsruhe 30. März bis 29. Oktober 2009
Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Kontakt:
Institut für Stadtgeschichte
Stadtarchiv Karlsruhe
Markgrafenstraße 29
76124 Karlsruhe
Tel: 0721/133-4223
Tel: 0721/133-4225 
Fax: 0721/133-4299
archiv@kultur.karlsruhe.de

Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe, 30.3.2009; Badische Neueste Nachrichten, 28.3.2009

Große Calvin-Ausstellung in Berlin

Die bundesweit größte Ausstellung zum Calvinjahr 2009 wird am 31. März 2009 im Deutschen Historischen Museum in Berlin eröffnet. Sie trägt den Titel "Calvinismus. Die Reformierten in Deutschland und Europa", teilte der Sprecher der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz im ostfriesischen Leer, Ulf Preuß, mit.

Zu der Feier im DHM werden der Ministerpräsident der Niederlande, Jan Peter Balkenende, der Chef des Bundeskanzleramts, Thomas de Maizière (CDU), und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, erwartet. Die Ausstellung läuft bis zum 19. Juli 2009.

Die evangelischen Kirchen in Deutschland und der Schweiz erinnern in diesem Jahr an den Genfer Reformator Johannes Calvin (1509-1564), dessen Geburtstag sich am 10. Juli zum 500. Mal jährt. Er gilt als der Gründungsvater der reformierten Kirchen. Die Ausstellung im Deutschen Historischen Museum ist eine Kooperationsarbeit des Museums und der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek, sagte Preuß. Für die Schau seien Exponate aus ganz Europa zusammengetragen worden.

Auf 1.100 Quadratmetern werden den Angaben zufolge unter anderem Calvins Lebensstationen in Frankreich, Straßburg und der Schweiz nachgezeichnet. Die Ausstellung zeigt zudem die unterschiedlichen Ausprägungen des reformierten Glaubens und dokumentiert die politischen, kulturellen und sozialen Folgen des Calvinismus in Europa.

Auch wenn Calvin in Deutschland eher unbekannt sei, habe sich seine Theologie um die ganze Welt verbreitet, erläuterte Preuß. Je nach Zählung gehörten zwischen 80 und 100 Millionen Christen einer reformierten Kirche an. Damit gebe es rund um den Globus mehr reformierte als lutherische Christen.

Links:

Quelle: epd Niedersachsen-Bremen, 25.3.2009

Ausstellung über jüdische Unternehmen in Berlin 1933 bis 1945

Spätestens ab 1933 waren jüdische Unternehmen von der nationalsozialistischen Verfolgung bedroht. Systematisch wurden Waren- und Dienstleistungsströme behindert, Interessenvertretungen und die Industrie- und Handelskammer \“gleichgeschaltet\“. Schon im Umfeld des Boykotts vom 1. April 1933 kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen, deren schrecklicher Höhepunkt die so genannte Köpenicker Blutwoche war. 

Weitere zum Teil pogromähnliche Krawalle gab es in Berlin im Sommer 1935 und im Juni 1938. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden tausende jüdische Unternehmen vernichtet. SS, SA und ihre Helfer zerstörten nicht nur die Schaufensterscheiben, sondern ganze Inneneinrichtungen und Lagerbestände, häufig auch Geschäftsunterlagen. Nach dem Pogrom wurde Juden der betrieb von Einzelhandelsgeschäften und Handwerksunternehmen sowie das Anbieten von Waren und Dienstleistungen per Verordnung verboten. Sämtliche jüdische Unternehmen in Berlin wurden schließlich bis 1945 liquidiert oder an Nicht-Juden übertragen. 

Im feindlicher werdenden Umfeld entwickelten die jüdischen Unternehmer unterschiedliche Gegenstrategien. Einige versuchten auf dem Rechtsweg gegen die ungerechte Behandlung vorzugehen. Andere besetzten bestimmte Marktnischen oder verstärkten die Auslandskontakte, um als Devisenbringer geschützt zu sein und um sich einen Rückzugsweg zu sichern. Viele richteten sich nun erstmals explizit an ein jüdisches Publikum und warben in jüdischen Gemeindeblättern. Die Vielzahl der Gegenstrategien korrespondierte mit der Vielfalt jüdischen Gewerbetreibens in Berlin.

In der Ausstellung "Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945" werden exemplarische Verläufe der Entrechtung und Existenzvernichtung anhand der Geschichten von sechzehn fast vergessenen Berliner Unternehmen und ihren Eigentümern nachvollzogen. 

Ergänzt wird die Ausstellung, die im Herbst 2008 im Foyer der Humboldt-Universität gezeigt worden ist, um Archivalien aus den Beständen des Landesarchivs Berlin zu jenen Geschäften, die auf den Fotos zu sehen sind, die den Rahmen der Ausstellung bilden und Verfolgung und Zerstörung jüdischer Unternehmen in Berlin verorten. 

Info:
Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933 – 1945 
Eine Ausstellung von AKTIVESMUSEUM. Faschismus und Widerstand e.V. und der Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrstuhl für Zeitgeschichte 
Eichborndamm 115-121, 13403 Berlin 
Dauer der Ausstellung: 
27. März 2009 bis 19. Juni 2009 

Öffnungszeiten: 
Mo + Fr 9.00 bis 15.00 Uhr 
Di – Do 9.00 bis 18.00 Uhr 

Begleitbroschüre zur Ausstellung 
Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933 – 1945, hrsg. von Christoph Kreutzmüller und Kaspar Nürnberg , 2. Auflage Berlin 2009. 
78 Seiten. 
ISBN 978-3-00-026811-3 
Der Katalog ist zum Preis von 5,00 € bei der Geschäftsstelle des Aktiven Museums e.V., Stauffenbergstr. 13-14, 10785 Berlin und im Landesarchiv Berlin erhältlich.

Mehrere Kilometer Archivbestand aus Kölner Trümmern gerettet

Die Kulturverwaltung der Stadt Köln hat ein Krisenmanagement für den Umgang mit den beim Einsturz des Historischen Archivs verschütteten Kulturgütern installiert. Eine Leitstelle koordiniert alle notwendigen Schritte bei der Bergung und Sicherung der Dokumente. Sie organisiert auch den Einsatz der Mitarbeiter und Helfer. Hinzu kommt eine Arbeitsgruppe „Fachliche Betreuung und Beratung\“, die sich aus Experten der Landschaftsverbände in NordrheinWestfalen, dem Landesarchiv NRW und der Fachhochschule Köln zusammensetzt.

Die Gruppe koordiniert die zahlreichen Hilfsangebote aus dem In- und Ausland und entwirft langfristige Konzepte zur Zukunft der Archivalien. Derzeit liegen der Stadt Köln Angebote über 30 Kilometer Archivflächen aus dem gesamten Bundesgebiet vor. Aus organisatorischen Gründen haben Lagerstätten in Nordrhein-Westfalen Vorrang. Die der Stadt Köln im Historischen Archiv des Erzbistums Köln zur Verfügung stehende Regalfläche ist bereits vollständig belegt. Die nächsten geborgenen Materialien gehen an das Bundesarchiv in Sankt Augustin, das Rheinische Archivamt in Pulheim-Brauweiler sowie die Landesarchive in Münster und Detmold.

Von dem früheren Bestand des Historischen Archivs auf 30 Kilometer Regallänge sind bisher drei Kilometer aus den Trümmern gerettet. Hinzu kommen ein Kilometer aus dem Keller unter dem nicht eingestürzten Verwaltungstrakt und drei Kilometer, die im Keller des gegenüber dem Archiv liegenden Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums lagerten.

Zu den bisher geborgenen Dokumenten zählen unter anderem zwei Handschriften von Albertus Magnus, vier Bücher des Kölner Ratsherrn Hermann von Weinsberg aus dem 16. Jahrhundert, ein Teil der Ratsprotokolle und der Rechnungen der Stadt Köln aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit, rund 50 überformatige Urkunden, ein Teil der 550 Schreinsbücher (vergleichbar mit dem heutigen Grundbuch) vom 13. Jahrhundert bis 1794, Bestandteile von Nachlässen, darunter auch einzelne Fotoalben.

Wegen der zusätzlichen Aufgaben des Historischen Archivs nach dem Einsturz stockt die Stadt Köln das Personal um drei zusätzliche Restauratoren, drei Archivare und einen wissenschaftlichen Mitarbeiter auf. Außerdem versetzt sie drei städtische Mitarbeiter langfristig und acht bis zehn weitere kurzfristig ins Archiv.

Oberbürgermeister Fritz Schramma hat für die Sitzung des Stadtrats am 26. März eine Beschlussvorlage zum Neubau des Historischen Archivs eingebracht. Sie sieht eine europaweite Ausschreibung vor, um einen Investor für das Vorhaben zu finden, und soll auf Basis der bisherigen Planungen zu Flächenbedarf, Ausstattung und Standort in der Innenstadt erfolgen. Auch die Weiterentwicklung zu einem Bürgerarchiv hat das neue Gebäude zu ermöglichen.

Kulturdezernent Professor Georg Quander sieht in der Investorenlösung Vorteile gegenüber einem Neubau durch die Stadt auf eigenem Grundstück. Nur so könne das Archivgebäude in fünf Jahren fertig gestellt sein. Außerdem hätten sich die bisher diskutierten Standorte als weniger geeignet erwiesen. Zunächst kann das Historische Archiv seinen Betrieb nur als Dienststelle ohne Publikumsverkehr aufnehmen. Allerdings ist an einen provisorischen und einen virtuellen Lesesaal gedacht, ebenso an eine Hotline für Nachfragen zu den geborgenen Beständen und ein jährliches Kolloquium.

Voraussichtlich in der vorletzten Juniwoche organisiert die Stadt Köln ein Experten-Hearing, das Ministerpräsident Jürgen Rüttgers eröffnet. Es soll sich mit der Überprüfung der Bauvorschriften, der aktiven und passiven Erhaltung der Archivbestände, der Notfallvorsorge, der Sicherung der Archivalien durch Verfilmung und Digitalisierung und gegebenenfalls mit der Novelle des Archivgesetzes NRW beschäftigen.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Tel. 0221/22128746 und 0221/22124455
HistorischesArchiv@stadt-koeln.de

Quelle: Stadt Köln, Pressemitteilung, 26.3.2009

Neues Kölner Stadtarchiv soll in fünf Jahren fertig sein

Die Leiterin der Kölner Stadtarchivs, Bettina Schmidt-Czaia, hofft, dass 50 bis 60 Prozent der bei dem Gebäudeeinsturz Anfang März verschütteten Kulturgüter gerettet werden können. Eine genaue Prognose sei aber noch nicht möglich, sagte Schmidt-Czaia am 26. März in Köln.

Ihren Angaben zufolge wurden bislang sieben Regalkilometer Archivgut an der Unglücksstelle in der Kölner Südstadt geborgen, die übrigen 23 Kilometer des Bestandes seien noch verschollen. Der Kölner Kulturdezernent Georg Quander sagte, es bestehe mehr Hoffnung als in den ersten Tagen nach dem Einsturz am 3. März. Unter den Trümmern tauchten ganze Stücke auf, die relativ geringe Schäden aufwiesen. "Ein großer Teil der Archivalien liegt in der Baugrube, und dort ist es trocken", sagte Quander.

Unter anderem konnte der Tresor des Archivs mit einigen der wertvollsten Stücke unversehrt freigelegt werden. Des Weiteren wurden unter anderem Protokolle des Stadtrats aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit (1396-1798) geborgen, sowie etliche der 550 so genannten Schreinsbücher aus dem gleichen Zeitraum. Auch wurden Dokumente aus der Zeit entdeckt, in der Köln unter französischer und preußischer Verwaltung stand. Alle Fundstücke müssten aufwendig gesäubert und teilweise erheblich restauriert werden.

Feuerwehr-Einsatzleiter Peter Hartl berichtete von anhaltend schwierigen Bergungsmaßnahmen. Wegen der erheblichen Unfallgefahr am Trümmerkrater müssten die Einsatzkräfte und Helfer von den Spezialisten der Höhenrettungstrupps aufwendig mit Seilen gesichert werden. Untersuchungen des Landesumweltamtes hätten inzwischen ergeben, dass die Unglücksstelle entgegen ersten Befürchtungen asbestfrei sei.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Tel. 0221/22128746 und 0221/22124455
HistorischesArchiv@stadt-koeln.de

Quelle: Aachener Zeitung, 26.3.2009; AP/PR Inside, 26.3.2009

Helfer entdeckten nahezu unbeschädigtes Archivmaterial in den Kölner Trümmern

Die Severinstraße ist mittlerweile neben dem Dom eine der größten Besuchermagnete in Köln. Um der Straße zusätzliche Attraktivität zu verleihen, erwägt der Dezernent die Ausstellung einiger Dokumente aus dem Stadtarchiv im Severinsviertel. 

Die Helfer an der Einsturzstelle des Historischen Archivs der Stadt Köln sind am Mittwoch (25.3.2009) auf eine Vielzahl unversehrter Archivalien gestoßen. Unter einer Wand des eingestürzten Gebäudes lagen jüngere Schriften aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Derzeit füllen die Helfer jeden Tag zwischen sieben und zehn Lastwagen mit geborgenem Archivmaterial. 

Quelle: Thorsten Moeck, Kölner Stadt-Anzeiger, 25.3.2009

Kölner Stadtarchiv nicht tot

Am 24. März 2009 ist der "Koordinierungsstab Unglücksstelle Waidmarkt\“ zu seiner vierten Sitzung unter der Leitung von Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma zusammengetreten, um weitere Maßnahmen zu beraten.

Zum Teil auftretender starker Regen mit Windböen hat die Bergung des Archivgutes zuletzt behindert, weil nur kleine Bereiche des mit einer Plastikplane überzogenen Schuttberges aufgedeckt werden konnten. Eine größere Arbeitszone war nicht möglich, weil die Gefahr zu groß war, dass Teile des Archivgutes nass werden könnten. Bisher sind rund 4.700 Tonnen Schutt an der Unglücksstelle abgetragen worden, das entspricht rund 330 abtransportierten LKW-Ladungen.

Insgesamt läuft die Bergung schneller als ursprünglich gedacht. Von rund 30 Regalkilometern an Archivgut sind bisher schätzungsweise 6 Regalkilometer geborgen worden. Verhältnismäßig viele Teile sind überraschend gut erhalten und müssen nur gereinigt werden. Dr. Bettina Schmidt-Czaia, Leiterin des Historischen Archivs der Stadt Köln sagte: "Es besteht möglicherweise die Chance, große Teile des Archivs wiederzubekommen. Das Archiv ist nicht tot!"

Über Ostern sollen die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag ruhen. Dafür haben sich Oberbürgermeister Fritz Schramma und der Koordinierungsstab ausgesprochen. Den erschöpften Einsatzkräften und Helfern vor Ort wird damit eine kleine Pause gegönnt.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Tel.: 0221-22124455 oder 0221-22128746
claudia.tiggemann-klein@stadt-koeln.de
monika.frank@stadt-koeln.de

Quelle: Stadt Köln, Pressemitteilung, 24.3.2009

Heft 12 der Archiv-Nachrichten Niedersachsen erscheint

In Kürze erscheint Heft 12 der Archiv-Nachrichten Niedersachsen. Auf 168 Seiten finden Sie darin die Beiträge der Tagung der AG der niedersächsischen Kommunalarchivare 2008 zum Schwerpunktthema \“Zwischen Kernaufgaben und Projektmanagement. Das Kommunalarchiv als universelle Serviceschnittstelle\“ und weitere aktuelle und interessante Beiträge, schwerpunktmäßig aus niedersächsischen Archiven. 

Die Reihe wird gemeinsam vom Niedersächsischen Landesarchiv und der Arbeitsgemeinschaft niedersächsischer Kommunalarchivare e.V. (ANKA) herausgegeben. Sie erscheint jährlich im März. Beiträge für die nächste Ausgabe 13/2009 nimmt die Schriftleitung bis Ende November 2009 entgegen: birgit.kehne@nla.niedersachsen.de / rose.scholl@garbsen.de

Bezugsadresse
ANKA-Geschäftsstelle
stadtarchiv@hannover-stadt.de
Tel. 0511/1684-2173 (Preis: 6 EUR zuzügl. Versand) 

Inhalt

EDITORIAL 

46. ANKA-TAGUNG 2008 HOLZMINDEN 

Thomas Vogtherr: Landesgeschichte und Kommunalarchive. Bisherige Erfahrungen und künftige Erwartungen (S. 8) 

Karljosef Kreter: Erfahrungen mit Dokumentenmanagement-Systemen. Einleitende Hinweise auf die Empfehlungen der Bundeskonferenz der Kommunalarchivare (S. 16) 

Habbo Knoch: Zeugnisse am Rand des Schweigens. Zur Neugestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen (S. 30) 

Anita Placenti: Das Archiv als „Full-Service-Stelle“. Erfahrungen rund um den Schülerwettbewerb der Körber-Stiftung (S. 37) 

Martin Stöber: „Schlossgeschichte ohne Quellen?“ Das digitale Findbuch zur Historie der Wolfsburg und der Familien von Bartensleben und von der Schulenburg (S. 40) 

Werner Strauß: Digitalisierung historischer Akten im Stadtarchiv Wolfsburg (S. 47) 

Christine Peters unter Mitarbeit von Yvonne Sowa: Adressbücher der Stadt Hannover als Beispiel für ein Digitalisierungsprojekt (S. 50) 

Michael Diefenbacher: Kosten- und Leistungsrechnung am Beispiel des Stadtarchivs Nürnberg (S. 58) 

Stefan Sudmann: Dokumentation der Neuen Sozialen Bewegungen in Kommunalarchiven (S. 66) 

AUS DER ARBEIT DER ARCHIVE 

Hans-Martin Arnoldt: Reproduktionstechnische Dienstleistungen im Niedersächsischen Landesarchiv (S. 74) 

Sabine Graf: Digitalisierung im Niedersächsischen Landesarchiv. Erste Erfahrungen mit einer neuen Aufgabe (S. 80) 

Karsten Kühnel: Das Projekt „Informationsportal Zwangsarbeit im NS-Staat“. Vorgeschichte, Inhalte, Zielsetzung und Verlauf (S. 87) 

Hans Otte: Die Archivalien sind selbst in die Hand zu nehmen. Zur Geschichte des Landeskirchlichen Archivs Hannover (S. 96) 

Anne Kathrin Pfeuffer: Aufbauarbeit im Kreisarchiv Peine (S. 113) 

Beate-Christine Fiedler: Zeitgenössische Biographie Hans Christoph von Königsmarcks (1605-1663) im NLA – Staatsarchiv Stade (S. 117) 

ANKA-ANGELEGENHEITEN 

Ulrich Räcker-Wellnitz: Wilhelmshaven – Ein Kurzporträt (S. 122) 

Heiner Schüpp: Aus der Mitgliederversammlung der ANKA e. V (S. 125) 

Programm der 47. Arbeitstagung der ANKA, 20. bis 22. April 2009 in Wilhelmshaven (S. 128) 

Sabine Maehnert: Berichte aus den Regionalgruppen (S. 130) 

Empfehlung des ANKA-Vorstands für die kommunalen Archive in Niedersachsen: Das neue Personenstandsgesetz und die Auswirkungen auf die kommunalen Archive in Niedersachsen (S. 133) 

AKTUELL UND INTERESSANT 

Runderlass des Innenministeriums zur Archivierung von Personenstandsunterlagen (S. 140) 

Anne Kathrin und René Pfeuffer: Nachgefragt – Was steckt hinter Datenbanken, DBMS und XML? Fragen einer Dipl.-Archivarin an einen Dipl.-Informatiker (S. 143) 

Heiner Schüpp und Holger Winkelmann: Umwandlung von elektronischen Verzeichnungsdaten in „izn-AIDA 2.0“ am Beispiel von Augias-Daten (S. 146) 

Wolfgang Henninger: Das Münnich-Familienarchiv im Staatsarchiv Oldenburg – ein frisch geputztes Juwel (S. 149) 

Christoph Brunken: Bestand Erw 155 Schülerverbindungen in Oldenburg erschlossen (S. 151) 

Joachim Schrape: Das Archiv der evangelisch-lutherischen Kirche St. Katharinen zu Schönemoor (S. 153) 

Danny Kolbe: Das Stadtarchiv Lüneburg verabschiedet seine Leiterin (S. 156) 

Klaus Fesche: Aufarbeitung dunkler Vergangenheit: Die Ausstellung „Wunstorf 1933“ (S. 157) 

NEU ERSCHIENEN 

TERMINE 

DAS LETZTE ZUM SCHLUSS 

Kontakt
ANKA e.V. c/o Stadtarchiv Hannover 
Am Bokemahle 14-16, 30171 Hannover 
Tel. 0511/1684-2173 
E-Mail: stadtarchiv@hannover-stadt.de 

Kontakt: Bezugsadresse (auch Abonnement-Bestellungen): 
ANKA e.V. c/o Stadtarchiv Goettingen, Hiroshimaplatz 4 
37083 Goettingen 
Tel. 0551/400-3121 
Fax 0551/400-2764
www.anka-online.net

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