Die Anfänge der Gemeinde Ss. Ewaldi in Bocholt

Im Vorfeld der geplanten Kirchenfusion in der katholischen Kommunalgemeinde und Seelsorgeeinheit Bocholt-Süd zeigt das Stadtarchiv Bocholt eine Ansicht der früheren Notkirche Ss. Ewaldi am Mühlenweg als Foto des Monats Juni 2011. In diesem 1927 gebauten ehemaligen Kaufhaus an der Ecke zur Schützenstraße wurde im Frühjahr 1934 ein Gebetsraum eingerichtet.

Die Überlegungen zur Gründung eines eigenen Seelsorgebezirkes im Süden der Stadt Bocholt gehen aber bis in das Jahr 1926 zurück. Seinerzeit wurde der Gedanke von der Mutterpfarre St. Josef aufgegriffen und eine Sammlung für den Kirchbaufonds gestartet. Aus Anlass des 70. Geburtstages des damaligen Pfarrers und Dechanten Stephan Jürgens (1857-1935) kamen innerhalb von vier Monaten 8.000 Mark zusammen. Leider mussten die Pläne aber aufgrund der schlechten Wirtschaftslage immer wieder aufgegeben werden, gleichwohl das 440 Ruten umfassende Grundstück an der Schwertstraße schon im Besitz der Kirchengemeinde St. Josef war.

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Abb.: Foto des Monats Juni 2011: Die frühere Notkirche Ss. Ewaldi am Mühlenweg in Bocholt (Foto: Stadt Bocholt)

Im April 1931 nahm Johannes Eickmann (1893-1946), bis 1929 Kaplan an St. Josef, den Faden wieder auf und wies auf die starke bauliche Geschlossenheit in der südlichen Vorstadt Fildeken und auf das rege Eigenleben unter den rund 4.000 Bewohnern hin. So war schon 1927 eine Zweigstelle der Borromäusbücherei St. Josef auf dem Fildeken eröffnet worden. Das Vorhaben zur Einrichtung einer Filialkirche war schon deswegen zu begrüßen, da die Kinder der 16 Klassen starken Volksschule am Mühlenweg durch verkehrsreiche Straßen geführt werden mussten, wenn sie die Frühmesse in der ferneren St.-Josef-Kirche besuchen wollten. Kirchliche und staatliche Behörden sprachen sich schließlich für die Gründung eines Seelsorgebezirks für das Fildeken und die Bauerschaft Biemenhorst aus. Im März 1934 kaufte die Gemeinde St. Josef das der städtischen Sparkasse gehörende frühere Bekleidungshaus Heinrich Schröer am Mühlenweg, das man im April zu einer Notkirche umbaute.

Der für die Kirche vorgesehene Raum umfasste rund 300 Sitz- und 500 Stehplätze. Er war insofern noch größer als derjenige der damaligen Notkirche Hl. Kreuz in der Pieron’schen Fabrik. Über dem Haupteingang, auf dem Dachgiebel sowie auf dem neuen Klockentürmchen wurden Kreuze angebracht. Dechant Jürgens weihte schließlich am 18. Mai 1934 die Kirchenglocke und drei Wochen darauf den Kirchenraum feierlich ein. Die Aufstellung des Taufbeckens folgte im Mai 1935. Bis zur Einführung des ersten Pfarrrektors Anton Hommel (1896-1967) am 26. August 1934 versahen die Patres aus dem Kapuzinerkloster den Gottesdienst. Die Notkirche blieb noch bis zur Weihe der neuen Pfarrkirche Ss. Ewaldi am 12. Juli 1953 in Benutzung und diente ab 1960 der Kirchengemeinde als Vereinsheim. Noch heute ziert das Kreuz als Symbol des christlichen Glaubens den Dachgiebel des Eckhauses am Mühlenweg.

Wer historische Fotos über Bocholt zur Verfügung stellen möchte, kann sich gerne an das Stadtarchiv Bocholt wenden.

Kontakt:
Stadtarchiv Bocholt
Münsterstraße 76
46397 Bocholt
Tel.: +49 2871 2411-012
Fax: +49 2871 24 11 0 – 17
wolfgang.tembrink@mail.bocholt.de

Quelle: Stadt Bocholt, Pressemitteilung, 30.5.2011

Olympia 1936 – Deutsches Rundfunkarchiv veröffentlicht unbekannte Original-Radioreportagen und Bilder

Die Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und insbesondere die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin zählen zu den großen Medienereignissen des 20. Jahrhunderts. In bis dahin unbekanntem Ausmaß bemühte sich die NS-Diktatur um die mediale Inszenierung und Verbreitung der olympischen Ereignisse. Von zentraler Bedeutung war hierbei der zum Massenmedium gereifte Rundfunk, der im propagandistischen Konzept der NS-Führung von jeher eine hervorgehobene Stellung eingenommen hatte. Das durch perfekte Organisation und Gastfreundschaft suggerierte Bild eines friedfertigen und leistungsfähigen nationalsozialistischen Deutschlands sollte durch die weltweite Übertragung der Olympischen Spiele möglichst weitläufig transportiert werden und so den Ruf des nationalsozialistischen Regimes verbessern. In der Realität wurde dieses Bild durch eine unvermindert aggressive Außenpolitik Hitlers (Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland am 7. März 1936, kurz nach Ende der Winterspiele) und teilweise sogar verschärfte Repressionen gegen politische Gegner und ethnische Minderheiten im Vorfeld und auch während der Olympiade konterkariert – selbst mit dem Bau eines Konzentrationslagers, des KZ Sachsenhausen, wurde im unmittelbaren Vorfeld der Olympischen Sommerspiele in Berlin begonnen.

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Die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv hat in einem umfangreichen Internetangebot teilweise unbekannte Radioreportagen und Bilder zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen veröffentlicht (http://1936.dra.de). Dabei bekommt der Besucher nicht nur einen Eindruck von den sportlichen Ereignissen der erstmals weltweit im Rundfunk übertragenen Olympischen Spiele, sondern auch von der propagandistischen Instrumentalisierung der Wettkämpfe durch das NS-Regime.

Anlass für die Erstellung des Angebots mit dem Titel "Die Olympischen Spiele 1936 im NS-Rundfunk – Eine rundfunkhistorische Dokumentation" ist der bevorstehende 75. Jahrestag der Olympischen Sommerspiele am 1. August 2011. Neben zahlreichen Bildern und Tönen, die größtenteils aus dem Bestand der ehemaligen „Reichs-Rundfunk-Gesellschaft“ stammen, werden eine Vielzahl weiterer Informationen zur Rolle und Arbeit des Rundfunks während der Olympischen Spiele 1936 vorgestellt:

  • ausführliche Artikel erläutern die immensen organisatorischen, personellen und technischen Aufwände des NS-Rundfunks;
  • Besonders der Bildbestand eröffnet eine interessante, wenig bekannte Perspektive, da er nicht die olympischen Wettkämpfe und Sportler dokumentiert, sondern die Arbeit des Rundfunkpersonals: Reporter bei der Live-Berichterstattung oder bei Interviews mit Olympioniken, Rundfunktechniker bei der Schallplattenaufzeichnung, Grafiken der Mikrofonstandorte an den Sportstätten und vieles mehr;
  • Bei den Tondokumenten handelt es sich in erster Linie um Rundfunkreportagen von den olympischen Wettkämpfen. Eine Vielzahl der Aufnahmen werden erstmals veröffentlicht, dies gilt vor allem für die Berichte von den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen, siehe Hörzitate (http://1936.dra.de/index.php?id=17) bzw. Wettkampfreportagen Winterspiele (http://1936.dra.de/index.php?id=118) und Sommerspiele (http://1936.dra.de/index.php?id=119). Erläuterungen zu den Live-Reportagen und zu Tondokumenten aus dem Rahmenprogramm der Olympischen Spiele (z.B. Fackel-Staffellauf) geben interessante Hintergrundinformationen;
  • eine Übersicht aller nachweislich gemeldeten Rundfunkreporter, teils ergänzt durch Kurzbiografien, dokumentiert den Umfang der internationalen Berichterstattung;
  • weitere Artikel beleuchten verschiedene Facetten der Olympischen Spiele von 1936 aus rundfunkspezifischer Perspektive.

Mit dem Internet-Angebot „Die Olympischen Spiele 1936 im NS-Rundfunk“ bietet das DRA der interessierten Öffentlichkeit, Kultur, aber auch Wissenschaft und Forschung einen multimedialen Einblick zu einem größtenteils noch unerforschten Aspekt der Olympischen Spiele von 1936.

Kontakt:
Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv
Standort Frankfurt
Bertramstraße 8
D-60320 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 156 87 – 0
Fax: (069) 156 87 – 100
dra-frankfurt@dra.de
www.dra.de

Podiumsdiskussion zu Archiven und der historischen Forschung

Im 19. Jahrhundert lagen die Berufsbilder des Historikers und des Archivars eng beieinander. Historiker und Archivare verstanden sich als gleichgesinnte und gleichberechtigte Partner auf der Suche nach der historischen Wahrheit. Beginnend mit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert änderte sich diese Situation. Mittlerweile ist eine Kluft zwischen Archiven und geschichtswissenschaftlicher Forschung entstanden, die bereits mehrfach konstatiert und beklagt worden ist. Geändert hat sich indes bislang wenig. Im Gegenteil: Die fachlich-professionelle Eigendynamik und knappe Ressourcen auf beiden Seiten führen eher zu einer weiteren Entfremdung als zu einer Wiederannäherung von Archiven und historischer Forschung.

\"Podiumsdiskussion 

Infolge der Ausweitung kulturgeschichtlicher Ansätze greift die Geschichtswissenschaft heute zunehmend auf nicht-archivische Quellen zurück. Diese Quellen besitzen zudem den Vorteil, dass sie meist leichter zugänglich sind als die archivische Überlieferung. Natürlich versuchen die Archive, durch den Aufbau digitaler Infrastrukturen den Zugang zu Archivgut zu verbessern. Die damit verbundenen Aufgaben bedeuten aber eine Herausforderung, die in den Archiven kurz- bzw. mittelfristig durchaus zu Lasten des historisch-wissenschaftlichen Auswertungs- und Bildungsauftrags (und damit auch zu Lasten der archivisch-historischen Netzwerke) gehen können; die dringend gebotene Sicherung elektronischer Unterlagen verlagert darüber hinaus den Schwerpunkt der aktuellen archivischen Aufgaben auf Bestände, die erst kommenden Historiker/innen-Generationen zur Verfügung stehen.

Die Podiumsdiskussion "Die Archive und die historische Forschung" will das Gespräch zwischen Historikern und Archivaren neu aufnehmen. Führende Vertreter des deutschen Archivwesens einerseits und des Historikerverbandes andererseits wollen die Entwicklungen der vergangenen Jahre mit Blick auf die fachlichen Methoden sowie die institutionellen Rahmenbedingungen in beiden Aufgabenbereichen analysieren und aufzeigen, welche Gefahren bestehen, wenn die Kluft weiterbesteht oder sich noch vergrößert. Für die Zukunft sollen die gegenseitigen Erwartungen der Archive und der Forschung neu abgesteckt und auf dieser Grundlage Perspektiven einer verbesserten Kooperation entwickelt werden. Das Plenum hat Gelegenheit, sich mit Fragen und eigenen Statements in die Diskussion mit einzubringen.

Die Ergebnisse der Podiumsdiskussion sollen im Spätherbst des Jahres in Heft 4/2011 der Zeitschrift ARCHIVAR veröffentlicht werden.

Info:
Podiumsdiskussion am 27. Juni 2011, 10:30 Uhr,
im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
veranstaltet vom Landesarchiv NRW und vom VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. für die Zeitschrift ARCHIVAR

Programm

Dr. Evelyn Brockhoff
Leitende Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main
Begrüßung

Podiumsdiskussion
Die Archive und die historische Forschung

Es diskutieren:
Prof. Dr. Christoph Cornelißen, Historisches Seminar Universität Kiel, Mitglied des Ausschusses des Historikerverbandes
Prof. Dr. Dirk van Laak, Historisches Institut Universität Gießen, Mitglied des Ausschusses des Historikerverbandes
Dr. Clemens Rehm, Landesarchiv Baden-Württemberg, Erster stellvertretender Vorsitzender des VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare
Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen

Moderation
Dr. Andreas Pilger, Landesarchiv Nordrhein-Westfalen/Redaktion ARCHIVAR

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Bitte melden Sie sich vorher an unter archivar@lav.nrw.de.

Veranstaltungsort:
Institut für Stadtgeschichte
Münzgasse 9
60311 Frankfurt am Main
Sie erreichen das Institut mit der U-Bahn (Linien U1 bis U5 und U8, Haltestelle „Willy-Brandt-Platz“) oder fußläufig vom Hauptbahnhof in ca. 15 min.

Kontakt
Dr. Andreas Pilger
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen
Graf-Adolf-Str. 67
40210 Düsseldorf
E-Mail: archivar@lav.nrw.de
Tel. +49 211 159238-201

Regionale Archivwerkstatt im Kreis Borken gegründet

Auf den ersten Blick zeichnen sich Archive vor allem durch endlos lange Regale und Register aus. Dass diese Papiermengen einige Schätze bergen, die regionale Geschichte illustrieren können, davon sind Lehrer und Archivkräfte überzeugt. Sie wollen Archivbesuche stärker in den Unterricht der Sekundarstufe I einbinden und haben deshalb jetzt im Borkener Kreishaus eine Regionale Archivwerkstatt gegründet.

Gemeinsam wollen sie ein Lernmodul entwickeln, das den Archivbesuch vor Ort vereinfacht und gleichzeitig zu den Lehrplänen passt. Die Initiative dazu hat das Bildungsbüro des Kreises ergriffen. Im Rahmen des vom Bund geförderten Projekts „Lernen vor Ort“ will es mehr Schulen für die Kooperation mit Archiven begeistern.

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Abb.: Vertreterinnen und Vertreter von Archiven und Schulen, vom Kompetenzteam für Lehrerfortbildung und vom Studienseminar in Bocholt gründeten die Regionale Archivwerkstatt. Zuvor besuchten sie das Kreisarchiv im Keller des Kreishauses (Foto: Kreis Borken).

Welche Dokumente für Schulen interessant sein können, davon machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst im Keller des Kreishauses ein Bild. Kreisarchivarin Renate Volks-Kuhlmann führte die Gruppe durch das Kreisarchiv Borken und zeigte ein Bild des Ahauser Kreistages aus dem Jahr 1914. Fein säuberlich sind darunter Name, Funktion und Beruf der Abgebildeten notiert. Viele von ihnen sind Rittergutsbesitzer und adelig. Bilder aus der Nachkriegszeit zeigten einen deutlich anderen Hintergrund der Mitglieder, so Volks-Kuhlmann. „Daran können Schüler ablesen, wie sich die Gesellschaftstruktur gewandelt hat und welche Auswirkungen Änderungen im Wahlrecht hatten.“

Die Mitglieder der Archivwerkstatt werden in den nächsten Wochen ein Thema für das Modul auswählen, zu dem sich in möglichst allen Ortsarchiven Dokumente finden. Gemeinsam werden sie dann das Konzept für insgesamt sechs Unterrichtsstunden entwickeln.

Kontakt:
Kreisarchiv Borken
Burloer Str. 93
46325 Borken
Telefon: 02861 / 82-1347
Fax: 02861 / 821365
r.volks-kuhlmann(at)kreis-borken.de

Quelle: Kreis Borken, Pressemitteilung, 26.5.2011

Schweizer Parlamentsdebatten seit 1891 und Staatskalender seit 1849 online

1891 beschlossen National- und Ständerat der Schweiz, ein Wortprotokoll einzuführen. Pünktlich zum 120-Jahr-Jubiläum des "Amtlichen Bulletins der Bundesversammlung" haben die Parlamentsdienste in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bundesarchiv die gesamten zwischen 1891 und 1995 gedruckten Verhandlungen der eidgenössischen Räte digitalisiert. Gleichzeitig stellt das Bundesarchiv auch den digitalisierten eidgenössischen Staatskalender 1849–2000 online zur Verfügung. Die Dokumente sind frei zugänglich: www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch.

Nach Jahrgang oder bequem über die Volltextsuche recherchieren lässt sich nun die parlamentarische Vorgeschichte so wichtiger historischer Ereignisse wie der Gründung der SBB und der Nationalbank, des Neubaus des Bundeshauses oder des Beitritts der Schweiz zum Völkerbund. Und dass sich manches in der politischen Agenda wiederholt, beweist das Sachregister: Allein für die Jahre 1891 bis 1922 verzeichnet es Stichworte wie "Gleichgewicht der Bundesfinanzen", "Nutzbarmachung der Wasserkräfte", "Senkung der Militärausgaben", "Kranken- und Unfallversicherung", "Revision der Berufsbildung", "Erwerb des Schweizer Bürgerrechts" und auch bereits "Volkswahl des Bundesrates".

Das Amtliche Bulletin ist Teil der juristischen Materialien im Gesetzgebungsprozess. Die Debatten von National- und Ständerat werden seit 1891 gedruckt veröffentlicht. Bis 1970 beschränkte sich die Publikation auf Ratsverhandlungen zu referendumsfähigen Erlassen. Ab 1971 umfasst das Bulletin sämtliche in den beiden Räten gehaltenen Reden. Seit der Wintersession 1995 wird das Amtliche Bulletin online auf www.parlament.ch/ab/frameset/d/index.htm publiziert.

Der Eidgenössische Staatskalender wird seit 1849 gedruckt veröffentlicht und bietet eine Übersicht über die Struktur und Ansprechpartner der gesamten Bundesverwaltung. Dazu gehören neben der Bundeskanzlei und allen sieben Departementen auch die Bundesversammlung, die Gerichte, die Schweizerische Nationalbank sowie die SUVA, die POST und die SBB. Die jeweils aktuelle Ausgabe steht elektronisch zur Verfügung auf www.staatskalender.admin.ch. Mit der Digitalisierung der Jahrgänge 1849-2000 sind nun die strukturellen und organisatorischen Veränderungen innerhalb des Bundes auch online nachvollziehbar.

Kontakt:
Schweizerisches Bundesarchiv
Adelheid Jann, Abteilungschefin
Abteilung Informationszugang
Tel. +41 (0)31 322 86 49
Adelheid.Jann@bar.admin.ch
http://www.bar.admin.ch

Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft, Pressemitteilung, 19.5.2011

Grevener Ausstellung zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten eröffnet

Zahlreiche Besucher hatten sich am Dienstagabend (24.5.2011) im Grevener Rathausfoyer zur Ausstellungseröffnung der Grevener Beiträge zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2010/11 eingefunden. Bürgermeister Peter Vennemeyer nahm in seiner Einleitung das Wettbewerbsthema "Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte" zum Anlass, einige Worte zum demokratischen Bildungsauftrag des Wettbewerbs zu sagen und freute sich, dass es wieder gelungen ist, die Teilnehmerinnen des Gymnasium Augustinianum Greven und der Marienschule, Bischöfliches Mädchengymnasium Münster zu bewegen, ihre Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vorzustellen.

Dank ging auch an das Stadtarchiv Greven als Kooperationspartner für den Wettbewerb und die Ausstellung, bevor der Schulleiter des Augustinianum, Dr. Volker Krobisch, und Stephanie Bathe als Geschichtslehrerin und Tutorin den Wettbewerb in ihren Grußworten als förderlich für die Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmenden herausstellten. Besonderen Dank und Applaus ernteten die fünf Teilnehmerinnen Stefanie Aufderhaar, Franziska Frische, Kathrin Frönd, Lena Knoll und Laura Krebs für ihr zeitintensives Engagement zusätzlich zu den schulischen Pflichten. Bei allen Beteiligten klang schon die Vorfreude auf den nächsten Wettbewerb an, der im September 2012 startet. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses Greven noch bis zum 17. Juni 2011 zu sehen.

Quelle: Stadt Greven, Pressemitteilung, 25.5.2011

Archivprojekt kids@hiz in Remscheid

Im Rahmen des Wettbewerbs "Archiv und Jugend" des Landes Nordrhein-Westfalen arbeiten Schüler der Albert-Einstein-Gesamtschule Remscheid seit vier Monaten mit dem Archiv der Stadt Remscheid und der Museumspädagogik des Deutschen Werkzeugmuseums zusammen. Das Projekt trägt den Titel "kids@hiz – podcast und radio" und verknüpft klassische Archivbereiche mit interaktiven Interview-Elementen und medialer Präsentation. Schwerpunkt ist die Beschäftigung der Jugendlichen mit der Remscheider Mundart, dem "Remscheder Platt". Die Ergebnisse sollen später in einer von den jungen Leuten selbst erstellten Radiosendung verwertet werden.

Remscheider Platt ist für alle der teilnehmenden Jugendlichen eine "fremde" Sprache – sowohl für die Schüler, deren Wurzeln nicht im deutschen Sprachraum liegen, als auch für solche ohne Migrationshintergrund. Am Samstag, den 28. Mai 2011, von etwa 10 bis 12 Uhr wollen die Projektteilnehmer im Remscheider Alleecenter ihre neu erworbenen Fähigkeiten in Interview-Situationen anwenden

Es soll gezeigt werden, wie die Jugendlichen mit dieser fremden Art zu sprechen umgehen und testen, ob sie im außerschulischen Raum mit den erlernten Ausdrücken verstanden werden. Nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Passanten wollen die Schülerinnen und Schüler auf Remscheider Platt ansprechen. Die gesamte Aktion wird von den Mitwirkenden an dem Projekt audiovisuell festgehalten; die Ergebnisse werden später für die Radiosendung verwendet und in Form einer Videokollage zur Projektdokumentation verarbeitet.

Zeitgleich wird das Historische Zentrum der Stadt Remscheid – Bereich Stadtarchiv – als Ansprechpartner für Interessierte mit einem Stand im Alleecenter präsent sein und für Fragen zum Projekt zur Verfügung stehen.

Das Projekt wurde als besonders innovativ bewertet und vom Land NRW mit einem namhaften Betrag gefördert. Die Restmittel, die vom Historischen Zentrum nicht selbst finanziert werden können, steuert die durch Werner Schaaf vertretene Remscheider Eugen Moog Stiftung bei.

Kontakt:
Archiv
Historisches Zentrum der Stadt Remscheid
Hastener Str. 100-102
Postfach: 42849
D- 42855 Remscheid
Telefon: 0 21 91 – 16 25 19
Telefax: 0 21 91 – 16 20 55
werkzeugmuseum-hiz@str.de

Quelle: Presseinformation der Stadt Remscheid, 24.5.2011

Das HÖRBAR-Mobil. Akustische Archivinhalte auf Reisen

Das Rheinische Literaturarchiv (RLA) im Heinrich-Heine-Institut möchte – nach „Box it! Literatur und Jugend“ (2009) und „Starschnitt Archiv. Das Archivieren des Gegenwärtigen“ (2010) – im Mai 2011 erneut ein archivpädagogisches Projekt starten. Das „HÖRBAR-Mobil“, das im Rahmen des Wettbewerbs „Archiv und Jugend“ von der Landesregierung NRW unterstützt wird, bringt Archivinhalte in ansprechender Form direkt an Orte, wo Jugendliche tatsächlich sind. Um ihrem Rezeptionsverhalten entgegenzukommen, sollen den Jugendlichen hier speziell akustische Bestände des Archivs, historische Reden und Dichterlesungen, aber auch neueste „Stimmen“ aus dem Pop- und Poetry-Slam-Bereich, nahe gebracht werden.

Das „HÖRBAR-Mobil“ ist ein auffällig gestaltetes Werbefahrrad, mit dem die Projekt-Mitarbeiter (jüngere Mitarbeiter und Honorarkräfte) überall dorthin fahren und sich installieren können, wo die Jugendlichen sich aufhalten: in Jugendzentren, Schulen, Kinos, in der Fußgängerzone. Über eine Reihe von präparierten iPods können die Jugendlichen sich mit den Archivinhalten vertraut machen, aber auch selber aktiv werden.

Das Angebot des „Hörbar-Mobils“ teilt sich in drei Bereiche:

  1. Geräuscheraten: Wir bieten ein kleines Gewinnspiel an, bei dem Jugendliche sich ganz dem Hörsinn anvertrauen müssen, um zu erkennen, welche Geräusche wir vorbereitet haben. Die Teilnehmer erhalten eine kleine Belohnung.
  2. Hörarchiv: zu Themen wie Liebe, Schule, Freundschaft, Humor, Politik, Nationalsozialismus, Pop und Spoken Word, Klanglandschaften werden Archivinhalte aus dem Heine-Institut aufbereitet und kommentiert. Damit kombiniert ist ein Quizspiel, bei dem bestimmte Informationen aus den Klangbeispielen herausgefiltert werden müssen. Als Gewinn winkt ein iPod nano.
  3. Kreativbar: Hier können die Jugendlichen eigene Clips erzeugen, entweder vor Ort mit unserem Aufnahmegerät oder auch mit dem eigenen Handy – es gibt drei Kategorien:
  • a) Rezitation: Lese Deinen Lieblingstext vor oder einen der Texte, die das „Hörbar“-Team mit bringt (Kategorie: Bester Vortrag).
  • b) Eigener Text: Lese einen Text, den du selbst verfasst hat – Gedichte, Geschichten Raps (Kategorie: Bester Text).
  • c) Klanglandschaften: Welchen Klang hat die Stadt? Nimm auf, was Dich umgibt. Hier wird die beste kreative Idee gesucht (Kategorie: Freestyle).

Die Clips der Jugendlichen, die ihre Beiträge auch zu Hause produzieren und per Mail an das Heinrich-Heine-Institut schicken können, werden auf den Instituts-Webseiten im Internet präsentiert und nehmen am „Sound-Clip-Award“ des Heinrich-Heine-Instituts Teil.

27. August 2011, 18-22 Uhr: Abschlussparty mit Adrian Pauly
Bei der offiziellen Preisverleihung im Heinrich-Heine-Institut wird der Düsseldorfer Songwriter Adrian Pauly auftreten. Bei freien Getränken werden hier die besten Soundbeiträge vorgestellt, der iPod nano wird dem oder der glücklichen Gewinner/in übergeben und nicht zuletzt werden Geldpreise von insgesamt 500 EUR unter den Gewinnern des „Sound-Clip-Awards“ aufgeteilt!

Projektleitung und Kontakt:
Dr. Enno Stahl (enno.stahl@duesseldorf.de), Tel: 0211-899-5986

Internetkoordination:
Elena Camaiani (elena.camaiani@duesseldorf.de)

Projektteam:
Jan-Birger von Holtum, Gaby Köster, Dennis Palmen, Martin Willems

Dokumentationsprofil kultureller Überlieferungen

Eine Kooperationstagung des Rheinischen Literaturarchivs im Heinrich-Heine-Institut und des Westfälischen Literaturarchivs im LWL-Archivamt für Westfalen, Heinrich-Heine-Institut 30.6. und 1.7.2011

Was sind bewahrungswürdige Überlieferungen? Woran erkennen Archivare heute, welche Bestände gesichert werden müssen, welche nicht? Welche Teile solcher Überlieferungen sind zu sichern, welche nicht? Diese Fragen stehen unmittelbar im Zentrum des archivarischen Handelns. Erst in den letzten Jahren aber haben die Archive hier eine systematische Grundlagenforschung betrieben, um allgemeine Dokumentationsprofile zu erstellen, anhand derer sich die Arbeit ausrichten kann [vgl. dazu Robert Kretzschmar: Auf dem Weg ins 21. Jahrhundert: archivische Bewertung, Records Management, Aktenkunde und Archivwissenschaft. In: Archivar 63. (2/2010), S. 144-150]. Für bestimme Archivtypen sind bereits erste Arbeitshilfen für eine erfolgreiche Bestandssicherung formuliert worden, insbesondere für die Kommunalarchive, die bei ihrer Bundeskonferenz 2008 eine „Arbeitshilfe zur Erstellung eines Dokumentationsprofils für Kommunalarchive“ verabschiedeten [Irmgard Christa Becker: Arbeitshilfe zur Erstellung eines Dokumentationsprofils für Kommunalarchive. Einführung in das Konzept der BKK zur Überlieferungsbildung und Textabdruck. In: Archivar 62 (2/2009), S. 122-131].

Auch die Hochschularchive haben 2006 eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dieser Frage befasste [Max Plassmann: Das Dokumentationsprofil für Archive wissenschaftlicher Hochschulen. In: Archivar 62 (2/2009), S. 132-137]. Für Kulturarchive gibt es eine solche Arbeitshilfe bislang nicht – sie wäre jedoch ein echtes Desiderat, gerade weil kulturelle Überlieferungen einem immensen Bedeutungswandel erleben: Zum Einen ist Kultur im gesellschaftlichen Kontext sehr viel wichtiger geworden, sie ist gewissermaßen omnipräsent auf verschiedensten Vermittlungsstufen – von der Kneipenlesung bis zum Mega-Event; damit verbunden ist auch eine gewachsene ökonomische Bedeutung des Sektors „Kulturwirtschaft“. Für die Archive ergibt sich aus dem fulminanten Anwachsen kultureller Äußerungsformen zwangsläufig ein Selektionsproblem.

Zum Anderen ändern sich auch die Inhalte kultureller Bestände nachhaltig: Die neuen Medien haben nicht nur zu einer Digitalisierung des Schriftguts, sondern auch zu einer generellen Diversifizierung der Bestandsinhalte geführt, die zunehmend visuelle und akustische Daten bergen [vgl. dazu Sabine Brenner-Wilczek/Enno Stahl: Sammeln und Bewahren im elektronischen Zeitalter. Die Neudefinition der Literatur- und Kulturarchive, in: Archive und Öffentlichkeit. 76. Deutscher Archivtag 2006 in Essen / Red.: Heiner Schmitt in Verb. m. Andreas Pilger, Clemens Rehm, Udo Schäfer, Katharina Tiemann und Klaus Wisotzky, Fulda: Selbstverl. d. VdA, 2007 (=Tagungsdokumentationen zum Deutschen Archivtag ; 11)]. Die Vorarbeiten aus dem öffentlichen Archivsektor liefern ein hervorragendes Beispiel auch für kulturelle Archive, die auf bestimmte Ergebnisse zurückgreifen können, die aber gleichzeitig den spezifischen Bedingungen kultureller Bestandsbildung angepasst werden müssen.

Die Tagung, ausgerichtet vom Rheinischen Literaturarchiv im Heinrich-Heine-Institut in Verbindung mit dem Westfälischen Literaturarchiv Münster, soll erste Schritte hin zu einer Definition eines eigenen Dokumentationsprofils für Kulturarchive formulieren. Sicher wird es auch hier darum gehen müssen, als Erstes – quasi deduktiv – Dokumentationsziele zu ermitteln, denen die Entwicklung der Bestände Rechnung tragen sollte. Das bedeutet, man muss ermitteln, welche Überlieferungen gebraucht werden, um das jeweilige Dokumentationsziel zu erfüllen.

Da auch die Kommunalarchive in ihrer “Arbeitshilfe“ die Kultur als eine notwendige Kategorie der lokalen Lebenswelt auffassen, die es zu dokumentieren gilt [vgl. Becker, Arbeitshilfe zur Erstellung eines Dokumentationsprofils für Kommunalarchive. Einführung in das Konzept der BKK zur Überlieferungsbildung und Textabdruck. In: Archivar 62 (2/2009), S. 124], wird die Abgrenzungsfrage ebenfalls zu thematisieren sein: Welche kulturellen Überlieferungen gehören in ein Kommunal-, welche in ein spartenbezogenes Kulturarchiv (also Literatur-, Kunst-, Musikarchiv)?

Einen weiteren Diskussionspunkt stellt die Problematik digitaler Nachlassformen dar: Heute begegnet der Kulturarchivar an Stelle handschriftlicher Manuskripte und Briefwechsel digitalisierten Texten in verschiedenen Programmversionen und Email-Korrespondenzen, alles gesichert auf Festplatten oder anderen Speichermedien mit geringer Haltbarkeit, vom „Migrationsproblem“ veralteter Softwaretypen gar nicht zu reden. Vermehrt wird diese Schwierigkeit um die oben erwähnten audiovisuellen Daten, bei denen erheblich dringlicher zu klären ist, ob und wie lange diese noch abrufbar sein werden – bezogen auf Hardware ebenso wie auf Software.

Das hat Folgen für den „Wert“ solcher Überlieferungen – indem die Authentizität der Originalhandschrift verschwindet, müssen die Dokumentationsentscheidungen verstärkt inhaltlicher Natur sein. Das heißt, dass die Qualität eines Nachlasses nicht unbedingt mehr allein von der Bedeutung des jeweiligen Schriftstellers oder Künstlers, sondern mehr vom Informationswert des Bestandes abhängt. Wichtige Autoren können – nach Maßgabe ihrer eigenen sammlerischen „Sorgfalt“ – sehr wenig aussagekräftige Nachlässe bilden, dagegen können Nicht-Autoren (Journalisten, Multiplikatoren, Veranstalter) ungemein interessante Überlieferungen zeugen.

Die Fragen, die Wissenschaftler an kulturarchivarische Bestände stellen werden, dürften sich zudem in Zukunft sukzessive verschieben. Manches spricht dafür, dass private Überlieferungen zur Rekonstruktion geschichtlicher Ereignisse und Milieus in ihrer Bedeutung die Verwaltungs- und Regierungsüberlieferungen ablösen werden, da letztere zunehmend von Redundanz geprägt sind. Der Kulturarchivar muss daher diesem Bedürfnis in seiner Sammlungspolitik vorausschauend entsprechen und auch städtische oder regionale kulturelle Bestände einwerben, die in Zukunft mentalitätshistorisch oder soziologisch von Interesse sein könnten (womit umso mehr die Abgrenzungsproblematik zu den Stadtarchiven in den Blick kommt).

Die Tagung „Dokumentationsprofil kultureller Überlieferungen“ soll die inhaltlichen Vorbedingungen klären: Dazu werden Erfahrungsberichte von Archivaren kommunaler oder universitärer Institutionen präsentiert, die an der Ausarbeitung solcher „Dokumentationsdispositive“ beteiligt waren. Außerdem sollen Kulturarchivare verschiedener Sparten, also aus den Bereichen Kunst, Literatur und Musik über ihre jeweilige Übernahme- und Profilierungspraxis berichten. Auf Basis dieser Informationen sollen erste Gedanken formuliert werden hinsichtlich eines Modells, das Übernahmeprozesse systematisieren und bei der Entscheidung helfen könnte, welche Bestände (bzw. welche Teile von Beständen) überlieferungswürdig bzw. -unwürdig sind, welche allgemeinen Dokumentationsprofile Kulturarchive verfolgen müssen und welche nicht. Der gesamte Prozess – von der Nachlassübernahme über eine erste Sondierung, Vorordnung und Verzeichnung bis hin zur Nutzbarkeit – könnte so professionalisiert und beschleunigt werden. Ein Ergebnis der Tagung könnte sein, eine Arbeitsgruppe interessierter Kulturarchive zu gründen, die ein solches Dokumentationsprofil – analog zum Modell der Kommunalarchive – zu entwickeln versucht.

Tagungsprogramm

30. Juni 2011:

14.00: Tagungsbeginn, Begrüßung – Dr. Sabine Brenner-Wilczek (Direktorin Heinrich-Heine-Institut)

Sektion I: Archivische Bewertung und Dokumentationsprofile

Sektionsleitung: Katharina Tiemann (LWL-Archivamt für Westfalen)
14.15 – 15.00: Dr. Peter Weber/Jan Richarz M.A. (LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Brauweiler): Dokumentationsprofile in der nichtstaatlichen Überlieferungsbildung. Entwicklung und Anwendung
15.00 – 15.45: Dr. Gisela Fleckenstein (Historisches Archiv der Stadt Köln): Ein Nachlass für das Historische Archiv der Stadt Köln? Übernahmekriterien und Bewertung auf der Grundlage eines Dokumentationsprofils

15.45-16.15 Kaffeepause

16.15 – 17.00: Dr. Enno Stahl (Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf): Übernahme literarischer Bestände. Prolegomena zu einer Systematisierung. Impulsreferat

Danach Diskussion.

1. Juli 2011:

Sektion II – Literaturarchive und ihre Übernahmepraxis

Sektionsleitung: Dr. Jochen Grywatsch (Westfälisches Literaturarchiv im LWL-Archivamt für Westfalen)
10.00 – 10.45: Dr. Ulrich von Bülow (Deutsches Literaturarchiv, Marbach): Erwerbungen in Marbach: Sammlungsprofil und aktuelle Praxis

10.45 – 11.15 Kaffeepause

11.15 – 12.00: PD Dr. Volker Kaukoreit (Österreichisches Literaturarchiv, Wien): Erwerbungsstrategien, Erwerbungsprobleme. Beispiele aus dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
12.00 – 12.45: Dr. Sabine Brenner-Wilczek (Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf): Erwerbspolitik und Bestandsbildung im Heinrich-Heine-Institut

12.45 – 14.00 Mittagspause

Sektion III – Andere Kulturarchive und ihre Übernahmepraxis

Sektionsleitung: Prof. Dr. Bernd Kortländer (Heinrich-Heine-Institut)
14.00 – 14.45: Sabine Wolf (Akademie der Künste Berlin): Was bleibt? Die multidisziplinären Archive der Akademie der Künste im Spannungsfeld Maßstab – Bewertung – Auswahl
14.45 – 15.30: Prof. Dr. Günter Herzog (Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels, Köln): Erste Erfahrungen aus einer jüngst entstandenen Archivgattung

15.30 – 16.00 Kaffeepause

16.00 – 16.45: Huub Sanders (Internationales Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam): Das Internationale Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam: Kontinuität und neue Aussichten im Sammlungsprofil
16.45 – 17.30: Julia Landsberg (Deutsches Komponistenarchiv, Dresden): Jenseits aller Genres – Die Übernahmepraxis des Deutschen Komponistenarchivs

Danach Abschlussdiskussion

Kontakt:
Heinrich-Heine-Institut
Dr. Enno Stahl
Bilker Str. 12-14
40213 Düsseldorf
Tel.: 0211-8995986
enno.stahl@duesseldorf.de
Tel.: 0211/899-5986
www.duesseldorf.de/heineinstitut
www.literatur-archiv-nrw.de 
www.rheinische-literaturnachlaesse.de

Heut gehn wir ins Archiv – Erlebniswelt und Lernort Landeskirchliches Archiv Kassel

„Alle Aktivitäten, die junge Benutzer ins Archiv holen, sollten Vorrang haben vor solchen Aktivitäten, die wieder vom Archiv wegführen oder das Arbeiten im Archiv überflüssig machen“. Der von dem Detmolder Archivpädagogen Wolfgang Müller formulierte Grundsatz hat auch im Landeskirchlichen Archiv Kassel Gültigkeit.

Nach dem Archivgesetz der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wirkt das Landeskirchliche Archiv Kassel an der Erforschung und Vermittlung der von ihm verwahrten historischen Quellen mit. Das Landeskirchliche Archiv ist bemüht, als Haus der Geschichte diesem Auswertungs- und Vermittlungsauftrag gerecht zu werden. Es orientiert sich hierbei am so genannten „Detmolder Modell“, einer Grundrichtung der Archivpädagogik, die sich besonders der Einführung in die Archivbenutzung und der Arbeit mit originalen Archivbeständen verpflichtet fühlt.

\"Erlebniswelt

Die Handreichung "Erlebniswelt und Lernort Landeskirchliches Archiv Kassel" will Konfirmanden und Konfirmandinnen, Pfarrern und Pfarrerinnen, Schülern und Schülerinnen, Lehrern und Lehrerinnen, Studenten und Studentinnen und allen Interessierten den Zugang zur Arbeit im Landeskirchlichen Archiv Kassel erleichtern und vorhandene Berührungs- und Schwellenängste überwinden. Sie soll Mut machen, den ersten Besuch zu wagen und die Welt der Archive zu erleben und zu nutzen. Die Faszination der Originalmaterialien, die Menge der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel, die Atmosphäre und die besonderen Arbeitsmethoden machen das Landeskirchliche Archiv zu einem Lernort, an dem die Schlagworte von vernetztem Forschen, handlungsorientiertem Lernen und praxis- und lebensnaher Ausbildung ideal verwirklicht werden können.

Ziel sollte sein, jeden Konfirmanden und jede Konfirmandin, jeden Schüler und jede Schülerin einmal ein Archiv besuchen und den Atem der Geschichte hautnah erleben zu lassen.

Diese Publikation löst den „Lernort Landeskirchliches Archiv Kassel“ aus dem Jahr 2005 ab, der inzwischen vergriffen ist.

Inhalt

Historische Bildungsarbeit – Archivführungen

Erlebniswelt Landeskirchliches Archiv Kassel

  • Grundschüler erobern das Archiv
  • Konfirmanden lernen Gedächtnis der Landeskirche kennen
  • Religions-AG besucht das Archiv
  • Kinder-Benutzungsantrag
  • Lernort Archiv

Der erste Besuch

  • Die Recherche – Wie komme ich an die Akten?
  • Von der Beständeübersicht zur Akte
  • Datenbankrecherche

Digitale Erschließung

„Das kann ich ja gar nicht lesen!“ – Deutsche Schrift

Archivpädagogische Aufgaben

Literatur

Schriften und Medien des Landeskirchlichen Archivs

Info:
Bettina Wischhöfer,
Erlebniswelt und Lernort Landeskirchliches Archiv Kassel
(Schriften und Medien des Landeskirchlichen Archivs Kassel 29),
Kassel 2011, 53 Seiten, 5,- €, ISBN 978 – 3 – 939017 – 10 – 3.

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