Bestände des Deutschen Rundfunkarchivs bleiben erhalten

Bei ihrer Sitzung in Würzburg haben sich die ARD-Intendantinnen und Intendanten auch mit der Zukunft des Deutschen Rundfunkarchivs beschäftigt. Sie betonen nachdrücklich, dass nicht daran gedacht ist, die Bestände des Deutschen Rundfunkarchivs aufzulösen. Es besteht auch nicht die Absicht, die Dienstleistungen dieses Archivs gegenüber Zuschauern und Hörern, Wissenschaft und Forschung, Bildungsinstitutionen oder gegenüber den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten massiv einzuschränken. Diesen falschen Eindruck hatten einige Presseartikel in den letzten Wochen vermittelt.

Das Deutsche Rundfunkarchiv leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des kulturellen und audio-visuellen Erbes in Deutschland. Gleichzeitig trägt es auch dazu bei, den Bildungsauftrag der ARD einzulösen.

Eine finanzielle und technische Herausforderung stellt aktuell die Digitalisierung dieser Archivmaterialen dar. Sie ist erforderlich zur physischen und inhaltlichen Sicherung der Hörfunk- und Fernsehbeiträge. Die Digitalisierung der Materialien macht sie zudem besser für die digitalen Produktionsprozesse im Rundfunk zugänglich.

Die ARD-Vorsitzende Monika Piel stellte noch einmal klar: "Alle ARD-Anstalten stehen vor großen finanziellen Herausforderungen und prüfen, wie sie durch Synergien ihr Leistungsniveau mit weniger finanziellem Aufwand künftig halten können. Wenn alles auf dem Prüfstand steht, können auch Gemeinschaftseinrichtungen der ARD wie zum Beispiel die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv davon nicht ausgenommen werden. Diese Prüfung zielt jedoch nicht auf die Abschaffung des DRA, sondern darauf, die Leistungen dieser 1952 als \’Lautarchiv des deutschen Rundfunks\‘ gegründeten Einrichtung zu optimieren".

Kontakt:
Standort Frankfurt
Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv
Standort Frankfurt
Bertramstraße 8
D-60320 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 156 87 – 0
Fax: (069) 156 87 – 100
dra-frankfurt@dra.de

Standort Babelsberg
Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv
Standort Babelsberg
Marlene-Dietrich-Allee 20
D-14482 Potsdam-Babelsberg
Tel.: (0331) 58 12 – 0
Fax: (0331) 58 12 – 199
dra-babelsberg@dra.de
www.dra.de

Quelle: ARD, Pressemeldung, 28.6.2011

Archiv und Wirtschaft 2/2011

In Kürze erscheint Heft 2/2011 der Zeitschrift "Archiv und Wirtschaft", herausgegeben von der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e.V. (VdW). Umfangreichere Beiträge stammen u.a. von Manfred Rasch, der zum 50-jährigen Jubiläum den Werdegang seines ThyssenKrupp Konzernarchivs vorstellt, und von Janet Dilger, die Kompetenzstreitigkeiten bei der bibliothekarischen und der archivischen Nachlasserschließung behandelt.

Inhaltsverzeichnis "Archiv und Wirtschaft" 2/2011

Aufsätze:

  • Manfred Rasch: Vom Werksarchiv zum archivischen Dienstleister. 50 Jahre ThyssenKrupp Konzernarchiv (56-66)
  • Janet Dilger: Bibliothekarische und archivische Nachlasserschließung: der historische „Kompetenzstreitfall“ (67-74)
  • Ina Müller: Sportgeschichte – Das Archiv des Deutschen Fußball-Bunds e.V. (75-77)

Diskussionsforum:

  • Peter Toebak: Records Management und Dokumentenmanagement. Brückenschlag statt Kriegsgraben (78-83)

Berichte:

  • Andreas Knura: Unternehmer – Erfinder – Ingenieure. Bericht zur Arbeitstagung der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e.V. (VdW) vom 1. bis 3. Mai 2011 in Stuttgart (84-87)
  • Björn Berghausen: Zweiter Abend zur Industriekultur in Berlin. Schering in Berlin – Ein Markenname ist Geschichte (88-89)

Rezensionen:

  • Winfried Bullinger, Markus Bretzel und Jörg Schmalfuß (Hrsg.): Urheberrechte in Museen und Archiven (Michael Klein) (90-91)
  • Andreas Engwert und Susanne Kill: Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn. Eine Dokumentation der Deutschen Bahn AG (Christoph Kopke) (91-92)
  • David Gilgen, Christopher Kopper und Andreas Leutzsch (Hrsg.): Deutschland als Modell? Rheinischer Kapitalismus und Globalisierung seit dem 19. Jahrhundert (Niklas Hellmich) (92-93)
  • Edgar Lersch und Peter Müller (Hrsg.): Archive und Medien. Vorträge des 69. Südwestdeutschen Archivtages am 20. Juni 2009 in Münsigen (Brigitta Hafiz) (94-95)
  • Gregor Schöllgen: Gustav Schickedanz. Biographie eines Revolutionärs (Beate Schreiber) (95-97)
  • Peter Toebak: Records Management. Gestaltung und Umsetzung (Christoph Popp) (97-98)
  • Karin Wenzel und Jan Jäckel (Hrsg.): Retrokonversion, Austauschformate und Archivgutdigitalisierung. Beiträge zum Kolloquium aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der Archivschule Marburg. Zugleich 14. Archivwissenschaftliches Kolloquium der Archivschule Marburg (Brigitta Hafiz) (98-99)

Nachruf Johanna Gisler (Irene Amstutz, Daniel Nerlich und Anita Ulrich) (100)

Nachrichten

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Impressum

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Wiederentdeckt: 177 Historische Filme zum 50. Jahrestag des Mauerbaus

Der 13. August 1961 in Kino und Fernsehen bietet die Gelegenheit, die Darstellung eines Extremereignisses im Kalten Krieg in unterschiedlichen Medienformaten zu untersuchen. Dabei bewerteten Ost und West den Mauerbau zwar höchst abweichend, nutzten jedoch teilweise die gleichen Bilder. Im Vergleich verdeutlichen sich auch die technologischen Unterschiede von Fernsehen und Wochenschau. Arbeiteten TV-Beiträge bisweilen hoch aktuell mit O-Tönen, musste die Wochenschau hingegen die Nachrichten mehrerer Tage verdichten. Längst nicht alle Filmaufnahmen vom 13. August 1961 sind veröffentlicht worden. Das nicht verwendete Material gibt Auskunft über politische Vorbehalte und Rücksichtnahmen. So vermied es die DEFA, im ‚Augenzeugen’ Kampfgruppenangehörige zu zeigen, wie sie Mobiliar aus den geräumten Grenzhäusern tragen und Wohnungsfenster zumauern. Und die ‚SFB-Abendschau’ sah von Sequenzen des Adenauer-Besuches am Potsdamer Platz ab, weil sie mit der deutlich hörbaren Propaganda-Beschallung durch das ostdeutsche "Studio an der Mauer" versetzt sind. Ein weiterer Aspekt des dokumentarischen Filmprogramms widmet sich der retrospektiven Sicht auf das Ereignis. So schwingt im Rückblick „Ein Jahr danach“ der ‚Fox tönende Wochenschau’ das stille Eingeständnis mit, dass man im Westen die Mauer nicht habe rückgängig machen können. Der DEFA-‚Augenzeuge’ spricht 1966 triumphierend von einer Maßnahme zur Sicherung des Friedens.

Info:
Doppelprogramm in der gemeinsamen Veranstaltungsreihe von CineGraph Babelsberg und Bundesarchiv am 1. Juli 2011, Zeughauskino Berlin, 18.30 und 21:00 Uhr

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten…“ – Der 13. August 1961 in Wochenschau und Fernsehen in Ost und West
Zeughauskino: 1. Juli 2011 18:30 Uhr

Filme:
DEFA-AUGENZEUGE 34/1961
Kopie: Progress
FOX TÖNENDE WOCHENSCHAU 77/1961 vom 18.8.1961
Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv
DEFA-AUGENZEUGE 35/1961 (Ausschnitte)
Kopie: Trion-Film
FOX TÖNENDE WOCHENSCHAU 78/1961 vom 25.8.1961
Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv
DEFA-AUGENZEUGE (Schnittreste, stumm, gedreht nach dem 15.8.1961, Neumontage)
Kopie: Trion-Film
SFB-Drehmaterial (Auszüge, Adenauer-Besuch Westberlin 22.8.1961)
Kopie: Trion-Film
SFB-Abendschaumaterial (13.8.1961)
Kopie: Trion-Film
DIE AKTUELLE KAMERA – HAUPTAUSGABE (DFF, 15.8.1961)
Kopie: Deutsches Rundfunkarchiv
FOX TÖNENDE WOCHENSCHAU 77/1962 vom 10. August 1962
Kopie: Trion-Film
DEFA-AUGENZEUGE 34/1966 vom 19.8.1966
Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv
VERSTUMMTE STIMMEN (BRD 1962)
Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv

Einführung: Ralf Forster (CineGraph Babelsberg)

GESCHICHTEN JENER NACHT (DDR 1967, R: Carl Heinz Carpentier, Ulrich Thein, Frank Vogel, Gerhard Klein, D: Jenny Gröllmann, Ulrich Thein, Erwin Geschonneck, Jaecki Schwarz, 104’)
Zeughauskino, 1. Juli 2011, 21.00 Uhr

Der Episodenfilm GESCHICHTEN JENER NACHT ist die erste Historisierung des Mauerbaus im DEFA-Spielfilm. Anhand von vier fiktiven Biografien werden die Ereignisse des 13. August 1961 in die Vergangenheitssicht der SED eingepasst und damit der offiziellen DDR-Geschichtsschreibung einverleibt. Im Kern beschwört der Film eine politische und intellektuelle Teilung Deutschlands, die schon vor dem Mauerbau bestanden habe: hier die fortschrittlichen Kräfte (Kommunisten, Antifaschisten, die DDR-Aufbaugeneration) und dort die Mitläufer und Reaktionäre (Nationalsozialisten, Republikflüchtlinge, der Monopolkapitalismus). Alle vier Männer sind Kampfgruppenangehörige, die in der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 die Grenze nach Westberlin sichern und dabei entweder auf ihr bisheriges Leben oder in die Zukunft schauen. Die ohne Reue im Film vorgetragene Erinnerung an den Mauerbau lässt sich auch als Reaktion und Pflichtübung der DEFA im Nachgang des 11. Plenums des ZK der SED (dem sog. Filmplenum) lesen, mit dem der gescholtene Filmproduzent im Vorfeld des VII. Parteitags seine Linientreue demonstrieren, sowie Schauspieler und Regisseure rehabilitieren wollte.

Veranstaltungsdaten:
1. Juli 2011, ab 18.30 Uhr

Veranstaltungsort:
Zeughauskino
Deutsches Historisches Museum
(Zeughausgebäude Eingang Spreeseite)
Unter den Linden 2
10117 Berlin

Kontakt:
Zeughauskino
Deutsches Historisches Museum
(Zeughausgebäude Eingang Spreeseite)
Unter den Linden 2
10117 Berlin
Telefon: 030/20304444 (Kinemathek DHM, Mo. bis Fr. von 10.00 bis 18.00 Uhr) oder 030/20304770 (Kinokasse)
www.dhm.de/kino

CineGraph Babelsberg
Berlin-Brandenburgisches Centrum für Filmforschung e.V.
Bismarckstraße 46 B
12169 Berlin,
Telefon: 030/7850282
Telefax: 030/78896850
info@cinegraph-babelsberg.de
www.filmblatt.de/index.php?cinegraph

Bundesarchiv-Filmarchiv
Fehrbelliner Platz 3
10707 Berlin
Telefon: 03018/77700
Telefax: 03018/7770999
filmarchiv@bundesarchiv.de
www.bundesarchiv.de/benutzung/sachbezug/film/index.html.de

Quelle: Bundesarchiv, Pressemitteilung, 27.6.2011

Stadtarchiv Kassel übernimmt Dokumente zur Geschichte des Nationalsozialismus

Das Stadtarchiv Kassel übernimmt ab 2013 die noch verbliebenen Bestände der Informationsstelle zur Geschichte des Nationalsozialismus in Nordhessen. Die Dienststelle war 1998 an der Universität Kassel mit dem Ziel begründet worden, Quellenmaterial zur Geschichte des Nationalsozialismus in Nordhessen mit dem Schwerpunkt Kassel zu sammeln und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Bestände der Informationsstelle umfassen überwiegend Vervielfältigungen zeitgenössischer Textquellen unterschiedlicher Herkunft, wie beispielsweise Gerichtsurteile, Häftlingskarteien, Firmenakten, Zeitzeugeninterviews, Briefe, Fotos, Ton- und Videoaufzeichnungen. Zuletzt gab es an der Universität Kassel jedoch keine offizielle Zuständigkeit mehr für die Informationsstelle. Vertreter der Stadt und des Stadtarchivs begrüßten die Entscheidung der Universität.

Die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Alexandra Lutz, freut sich über die wundervolle Ergänzung der bisherigen Archivbestände. Auch einer der Mitbegründer der Informationsstelle, Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar zeigte sich erleichtert darüber, dass das Projekt erhalten bleibt. Vilmar hatte die Dokumente zusammen mit den Wissenschaftlerinnen Johanne Gerlach und Tanja Roth in den letzte sechs Monaten mit Unterstützung von Stadt und Universität archivisch erschlossen.

Die Informationsstelle, welche bereits ihre Bibliothek an die Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V. übergeben hatte, wird ihre Tätigkeit noch bis zum 31. Dezember 2012 in den Räumen der Universitätsbibliothek Kassel aufrecht erhalten.

Kontakt:
Informationsstelle zur Geschichte des Nationalsozialismus in Nordhessen
Universität Kassel
AVZ III
Heinrich-Plett-Straße 40
Telefon: 0561/8044734
infonsnh@uni-kassel.de
www.uni-kassel.de/fb1/infonsnh
Kontaktzeiten: montags, 8.00 bis 13.00 Uhr

Stadtarchiv Kassel
Wildemannsgasse 1 (Marstallgebäude)
34117 Kassel
Telefon: 0561/7874050
Telefax: 0561/7874060
stadtarchiv@stadt-kassel.de
www.kassel.de/stadt/geschichte/stadtarchiv

Quelle: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 29.6.2011

Digitale Medien als Herausforderung für moderne Archive

Am 27. Juni 2011 fand im Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt am Main eine Podiumsdiskussion zum Thema \“Die Archive und die historische Forschung\“ statt. Die beiden Veranstalter, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen und der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. hatte die Historiker Prof. Dr. Christoph Cornelißen, Historisches Seminar der Universität Kiel, und Prof. Dr. Dirk van Laak, Historisches Institut der Universität Gießen, sowie die Archivare Dr. Clemens Rehm, Landesarchiv Baden-Württemberg, und Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, als Diskussionsteilnehmer eingeladen.

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Abb.: Professor Dirk van Laak (links) und Professor Christoph Cornelißen (rechts) während der Podiumsdiskussion „Die Archive und die historische Forschung“ in Frankfurt am Main (Foto: LAV NRW)

Im Mittelpunkt des Streitgespräches stand hierbei die Entwicklung der vergangene Jahre und wie sowohl die Geschichtswissenschaft als auch die Archive angemessen darauf reagieren können. Als besondere Herausforderung für moderne Archive gelten die digitalen Medien wie SMS, Internet und Email, die aufgrund mangelnder Archivierung größtenteils nicht als Quelle für die historische Forschung genutzt werden können. Hinzu komme, so Dr. Clemens Rehm und Prof. Dr. Dirk van Laak, dass die archivalische Quelle in immer stärkerer Konkurrenz zum Internet stehe. Rehm stellte jedoch fest, dass sich die Archive der veränderten Situation durchaus bewusst seien und eine stärkere Beschäftigung mit digitalen Quellen anstreben würden. Als guten Vorschlag bezeichnete er einen Einwand aus dem Plenum, wonach die Archive digitale Dokumente bereitstellen könnten, um diese dann durch Benutzer in freiwilliger Arbeit erschließen zu lassen. Prof. Dr. Wilfried Reininghaus verwies darauf, dass sich auch die archivische Erschließung ändern müsse. Die Vielfalt der Medien sei mittlerweile so groß geworden, dass die Archive nicht mehr so sehr in die Tiefe gehen könnten wie früher, wenn sie die Masse an möglichen Quellen bewältigen wollen. Nach Ansicht von Prof. Dr. Christoph Cornelißen birgen die neuen Medien aber auch große Chancen für die Archive. Beispielsweise könnten durch die digitale Archivierung von Bildern und deren Bereitstellung auf internetbasierten Bilddatenbanken zum einen Zeit und Kosten gespart, zum anderen auch neue Benutzer gewonnen werden.

Die Ergebnisse der Podiumsdiskussion werden im November in Heft 4/2011 der Zeitschrift „Archivar“ veröffentlicht.

Kontakt:
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen
Graf-Adolf-Straße 67
40210 Düsseldorf
Telefon: 0211/1592380
Telefax: 0211/159238111
poststelle@lav.nrw.de
www.archive.nrw.de/LandesarchivNRW/index.html

VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.
Wörthstraße 3
36037 Fulda
Telefon: 0661/2910972
Telefax: 0661/2910974
info@vda.archiv.net
www.vda.archiv.net/kontakt.html

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.6.2011; Foto: LAV NRW

Stadtarchiv Bern stellt die Geschichte der Stadtverwaltung ins Internet

Die Einwohnergemeinde der Stadt Bern entstand 1832. Seither haben sich ihre Aufgaben stark verändert. Das Stadtarchiv Bern hat nun die wichtigsten Fakten zur Berner Verwaltungsgeschichte zusammengestellt; auf der Internetseite www.bern.ch finden Interessierte die umfassende historische Übersicht für die Zeit von 1832 bis ins Jahr 2000. Die Verwaltungsgeschichte der Stadt Bern ist bisher nur punktuell Gegenstand einer wissenschaftlichen Gesamtdarstellung gewesen: Zahlreiche Studien befassen sich mit Einzelaspekten, andere berühren die Stadtverwaltung allenfalls am Rande.

Die vorläufig umfassendste Untersuchung bietet die Dissertation von Bettina Tögel aus dem Jahr 2004 über die Zeit von 1832 bis in die 1920er Jahre. Dabei stützt sich die Autorin auf eine Zusammenstellung, die sie im Rahmen eines Projekts des Stadtarchivs erarbeitet hat. Dieser umfangreiche, strukturierte Katalog der städtischen Aufgaben und Kompetenzen soll nun der interessierten Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung gestellt werden. Mit den darin enthaltenen Fakten können viele Fragen zur Geschichte der Stadtverwaltung einfach beantwortet werden. Und es ist weiter zu hoffen, dass durch diese Vorleistung weitere Studien angeregt werden.

Als unterste Stufe im dreistufigen staatlichen Verwaltungsaufbau der Schweiz (Bund – Kantone – Gemeinde) gelten die mit einem übergeordneten Begriff als "Politische Gemeinde" bezeichneten Gemeinwesen. In verschiedenen Kantonen, u.a. in Bern, wird sie als "Einwohnergemeinde" bezeichnet.

Seit der Gründung der Einwohnergemeinde im Jahr 1832 ist der Aufgabenbereich der Stadt kontinuierlich ausgebaut worden. Die Verwaltung wurde den sich wandelnden Anforderungen angepasst und durch neue Leistungsangebote ergänzt: Je nach Bedarf werden bis heute Ämter gegründet, umbenannt, fusioniert, verschoben, aufgehoben oder ausgelagert. Daher wird eine regelmäßige Aktualisierung des historischen Kompetenzkatalogs im Rahmen der verfügbaren Ressourcen angestrebt. Sich in der Geschichte der Stadtverwaltung ohne geeignetes Hilfsmittel zurechtzufinden ist außerordentlich schwierig. Deshalb war es ein Anliegen des Stadtarchivs Bern, einen Überblick über die Entstehung, die Entwicklung und den Aufbau der städtischen Behörden und Direktionen in Form eines Katalogs zu erarbeiten.

Dieser Katalog sollte nicht nur internen Zwecken dienen, sondern auch der Verwaltung selber, den Historikerinnen und Historikern, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Politikerinnen und Politikern, Verwaltungsstellen, Journalistinnen und Journalisten. Nicht nur für die interessierte Öffentlichkeit, sondern auch für das Fachpublikum sind diese Informationen von großem Interesse, da hier grundlegende Daten zur Verfügung gestellt werden, die nicht von jedem Benutzer und jeder Benutzerin wieder neu recherchiert werden müssen. Dies bedeutet einerseits eine enorme Arbeitserleichterung und schont anderseits die Originaldokumente. Zur Durchführung der Erhebung wurden die Gemeindeordnungen und deren Ausführungsbestimmungen respektive die Gemeindereglemente und die Besonderen Vorschriften, wie sie früher hießen, systematisch ausgewertet – beginnend mit dem Organisations-Reglement vom 11. September 1834. In den Gemeindeordnungen und Ausführungsbestimmungen werden Aufbau und Funktion der Verwaltung und ihrer Dienststellen reglementiert.

Als zweite Hauptquelle wurden die Verwaltungsberichte, die seit 1852 jährlich erscheinen, systematisch bis ins Jahr 2000 gesichtet. Ferner dienten Reglemente und Verordnungen der jeweiligen Dienststellen, die Protokolle des Gemeinderats, des Stadtrats und einzelner Verwaltungsdirektionen sowie die Abstimmungsbotschaften als ergänzende Quellen. Nützlich waren darüber hinaus Amtsdruckschriften, zeitgenössische Zeitschriften sowie die spärlich vorhandene Literatur über einzelne Dienststellen. Interessierte können sich unter der folgenden Internetadresse über die wichtigsten Fakten und Daten der Berner Verwaltungsgeschichte informieren: http://www.bern.ch/verwaltungsgeschichte

Kontakt:
Stadtarchiv Bern
Helvetiastrasse 6
Postfach 326
3000 Bern 6
Telefon: (+41)31/3216240
Telefax: (+41)31(3216250
stadtarchiv@bern.ch
www.bern.ch/stadtverwaltung/stadtkanzlei/stadtarchiv

Quelle: Stadtkanzlei der Stadt Bern, Pressemitteilung, 24.6.2011

Fotoausstellung im Staatsarchiv Bremen eröffnet

Im Staatsarchiv Bremen wurde am 27. Juni 2011 die Ausstellung „Zeitdokumente zweier Generationen – Bremen-Ansichten von Rudolph Stickelmann und Susanne Frerichs“ eröffnet. Die Ausstellung ist im Rahmen eines Buchprojekts entstanden. Sie zeigt Arbeiten von zwei Bremer Fotografen mit historischen und aktuellen Aufnahmen der Stadt. Historischen Aufnahmen des Fotografen Rudolph Stickelmann (1870-1956) stehen die aktuellen Motive der Fotografin Susanne Frerichs gegenüber.

Rudolph Stickelmann wurde in der Bremer Neustadt geboren, 1904 gründete er in der Meyerstraße die „Photographische Kunstanstalt“– und wurde zu einer Größe in der bremischen Fotografenszene. 1976 wurden rund 17.000 Glas- und Filmnegative der Familie Stickelmann vom Staatsarchiv erworben; sie bilden in der Bildsammlung für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts einen wesentlichen Sockel des historischen visuellen Gedächtnisses der Stadt. Das vielseitige Werk des seinerzeit in Bremen sehr bekannten Fotografen Rudolph Stickelmann ist in seiner Gesamtheit dennoch bisher kaum gewürdigt worden. Die in dieser Ausstellung gezeigten historischen Aufnahmen sind nur ein kleiner Ausschnitt seines Schaffens. In sein Werk ließ Stickelmann auch den Alltag der Stadt, die Bewohner und das Zeitgeschehen einfließen. Mit Akribie und Fleiß hat er uns ein umfassendes Bild einer Stadt hinterlassen, die seither die Zerstörungen eines Weltkrieges, den Wiederaufbau und die Umorientierung großer Teile der bremischen Wirtschaft erfahren hat. Seine Fotos zeigen uns in der Gegenüberstellung mit heute einen Blick auf den Strukturwandel ganzer Viertel oder auch einzelner Plätze Bremens.

Die Fotografin Susanne Frerichs hat 2010 in einer Fotokampagne auf Grundlage des von Rudolph Stickelmann dokumentierten Stadtbildes ihre zeitgenössische Sicht auf diese Motive festgehalten. Susanne Frerichs steht als moderne Fotografin Rudolf Stickelmann künstlerisch nicht nach: Sie hat an der FH Darmstadt Fotografie studiert und 1989 in Bremen ein Studio eröffnet. Ihre Bilder wurden in mehreren Ausstellungen gezeigt, ein Motiv dürfte allen Bremerinnen und Bremern geläufig sein: die Panoramaaufnahme an den Haltestellen der BSAG.

Veranstaltungsdaten:
27. Juni bis 16. September 2011; Montags/Dienstags/Freitags: 9.00 – 16.00 Uhr, Mittwochs/Donnerstags: 9.00 – 18.00 Uhr; Eintritt frei

Veranstaltungsort:
Staatsarchiv Bremen
Am Staatsarchiv 1
28203 Bremen

Bildband zur Ausstellung:
Susanne Frerichs, „Unser Bremen – Eine kleine Zeitreise“, Bucher-Verlag, Bremen 2011, 189 S., 19,95 €, ISBN 978-3-7658-1819-6

Kontakt:
Staatsarchiv Bremen
Am Staatsarchiv 1
28203 Bremen
Telefon: 0421/3616221
Telefax: 0421/36110247
office@staatsarchiv.bremen.de
www.staatsarchiv.bremen.de

Quelle: Staatsarchiv Bremen, Pressemitteilung, 14.6.2011

200 Jahre alte Handschriften-Sammlung aus Blankenburg

Das Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig hat in seinen Beständen eine Sammlung von Kirchenkantaten aus der Zeit um 1800 entdeckt. Die sechs Kartons mit Notenblättern stammen aus der St. Bartholomäuskirche in Blankenburg am Harz und wurden erst jetzt umfassend untersucht, teilte das Archiv am 23. Juni 2011 mit. Bei den 95 Kantaten und Psalmvertonungen handelt es sich ausschließlich um Handschriften.

"Die schiere Menge des Materials zeigt, dass die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes vor rund 200 Jahren noch sehr viel üppiger war als heute", sagte der Musikwissenschaftler Helmut Lauterwasser, der in den vergangenen drei Wochen das Material für eine internationale Musikdatenbank untersucht hat. "Während archivierte Drucke insgesamt bereits nahezu vollständig untersucht sind, bergen gerade Handschriften noch viele Geheimnisse und manchen Schatz."

Unter anderem enthält der Archivfund mit allein 44 Kantaten von Christian Gotthilf Tag (1735-1811) die umfangreichste Werksammlung des Künstlers. Zudem wurden zwei bislang unbekannte Werke des Komponisten Johann Christoph Kellner (1736-1803) entdeckt. "Diese Kantoren-Komponisten gehören als kleine Mosaiksteine genauso zur Musikgeschichte wie große Künstler namens Brahms oder Bach", sagte Lauterbach.

Der Fund soll nun nicht wieder einfach im Archiv verschwinden. "Es wäre wünschenswert, wenn wir Auszüge daraus auch zur Aufführung brächten", sagte Landeskirchenmusikdirektor Claus-Eduard Hecker. Die Werke zeichneten sich durch einen empfindsamen Stil mit Einflüssen aus der Oper aus. Konkrete Planungen zu Aufführungen gebe es allerdings noch nicht.

Kontakt:
Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig
Dietrich-Bonhoeffer-Straße 1
38300 Wolfenbüttel
Tel. 05331/ 802-198
Fax 05331/ 802-710
www.landeskirchliches-archiv-wolfenbuettel.de

Quelle: Evangelischer Pressedienst, Pressemitteilung, 23.6.2011

Historischer Luftbildatlas Tettnang wird vorgestellt

Das Erscheinungsbild einer Stadt oder einer Landschaft ist einem ständigen baulichen Wandel unterworfen. Augenfällig wird dieser Wandel beim Betrachten alter Fotos oder historischer Ansichten. Und gerade Luftbilder bieten die Möglichkeit zu interessanten Vergleichen zwischen einst und jetzt, weil man die bekannte Umgebung aus einer völlig anderen Perspektive betrachten kann. Deutlich wird das in dem Buch "Historischer Luftbildatlas Tettnang", das am 27. Juni 2011 erscheint. Der achte Band aus der Reihe Heimat-Zeichen zeigt historische Luftaufnahmen von Tettnang und seinen Ortschaften und wird vom Förderkreis Heimatkunde und dem Stadtarchiv Tettnang gemeinsam herausgegeben. Auf 216 Seiten enthält der Bildband 190 Fotografien aus der Zeit zwischen 1910 und 2006, davon 71 in Farbe.

Info:
Angelika Barth und Gisbert Hoffmann, Historischer Luftbildatlas Tettnang, Tettnang 2011, 216 S.

Kontakt:
Stadtarchiv Tettnang
Postfach 1561
88064 Tettnang
Telefon: 07542/510180
Telefax: 07542/510175
archiv@tettnang.de

Quelle: Förderkreis Heimatkunde Tettnang, Pressemitteilung, 21.6.2011

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Umzug des Stadtarchivs Altona in neues Provisorium

Das Altonaer Stadtarchiv e.V. ist aus der Grundschule Königsstraße in ein Gebäude an der Behringstraße umgezogen. Dieser Standort dient jedoch auch nur als Übergangslösung, bis eine als neues Stadtarchiv geplante Immobilie in der Max-Brauer-Allee vollständig renoviert ist. Die dortigen Räumlichkeiten können nach momentanem Stand erst Ende Sommer bezogen werden, da es bei den Sanierungsarbeiten zu Verzögerungen gekommen ist.

Nach Auskunft des Dezernates Steuerung und Service der Stadt Hamburg ist hierfür nicht nur das knappe Budget von 77.000 €, sondern auch interne Probleme bei dem mit der Renovierung beauftragten Beschäftigungsträger verantwortlich. In der Max-Brauer-Allee soll das Stadtarchiv auf 150 qm Nutzfläche nach zahlreichen Umzügen in den vergangenen Jahren endlich eine dauerhafte Bleibe finden. Doch auch diese Räumlichkeiten reichen nach Ansicht von Wolfgang Vacano, dem Vorsitzenden des Altonaer Archivs, nicht aus. Seines Erachtens wäre es sinnvoll, vor Ort weitere Flächen anzumieten, ein entsprechender Antrag wurde bereits auf einer Sitzung des Kulturausschusses ohne abschließendes Ergebnis beraten.

Das Altonaer Stadtarchiv e.V. verfügt derzeit über einen Archivbestand von mehr als 180.000 elektronisch erfassten Dokumenten. Diese können bei uns im Archiv an den Computerarbeitsplätzen recherchiert und eingesehen werden. Das Altonaer Stadtarchiv e.V. dokumentiert auch die eigene Entwicklung. Entstanden sind so im Laufe der Jahre einige Broschüren, die Aufschluss geben über die Wege und Umwege, die beschritten wurden, um das Altonaer Stadtarchiv e.V. dorthin zu bringen wo es heute steht. Vergnügliche Anekdoten oder auch Nachdenkliches, Stadtteilgeschichte vermischt mit Privatem, all dies, ergänzt um reizvolles Fotomaterial, bildet den Inhalt von bislang fünf Broschüren, die Interessierten zum kostenlosen Download bereit stehen.

Kontakt:
Altonaer Stadtarchiv e.V.
Behringstraße 28
22765 Hamburg-Altona
Telefon: 040 / 50747224
kontakt@altonaer-stadtarchiv.de
www.altonaer-stadtarchiv.de

Quelle: Altona Info, 23.6.2011

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