Schenkungsurkunde 1007 im Stadtmuseum Fürth

Die Reihe "Schätze aus dem Archiv" wird 2012 im Stadtmuseum Fürth mit einem ganz besonderen Highlight eröffnet: die Urkunde von 1007, auf welcher Fürth (nach heutigen Kenntnissen) das erste Mal in der Geschichte erwähnt wurde, wird ausgestellt! Ab dem 8. März bis zum 15. April 2012 ist das wertvolle Stück exklusiv im Stadtmuseum zu besichtigen. Aufgrund der großen historischen Bedeutung der Urkunde wurde diese bislang noch nie ausgeliehen – d.h. jetzt geschieht es zum ersten Mal!

Da die "Schätze aus dem Archiv" (in diesem Falle dem Staatsarchiv Bamberg) bisher immer frei zu besichtigen waren, gilt dies selbstverständlich auch für die Urkunde.

Weitere Termine dieser Reihe:

21.04.-03.06. Historisches Wappenbuch der Region, ca. 1640

09.06.-22.07. Hochzeitswappen von Christian Graf von Pückler und Karoline, geb. Gräfin zu Löwenstein-Wertheim-Virneburg, 1737

28.07.-09.09. Dokumente zur Prüfung der Frage des Zusammenschlusses der Städte Fürth und Nürnberg, 1922

15.09.-28.10. Modell des Flughafens Atzenhof im Zustand von 1925, 2007/08

03.11.-16.12. Dokumente zur Enteignung Gebäude Kohlenmarkt 4, 1939/40 ("Kaufhaus Weißer Turm")

Kontakt:
Stadtmuseum Fürth Ludwig Erhard
Ottostraße 2
90762 Fürth
Tel.: 0911/ 97 92 22 90
Fax: 0911/ 97 92 22 99
www.stadtmuseum-fuerth.de

Ausstellung 50 Jahre Pfarrerinnen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Der Weg der Theologinnen in das Pfarramt war ein weiter – auch in Kurhessen-Waldeck. In einer Ausstellung skizziert das Landeskirchliche Archiv Kassel anhand von Fotos, Quellen, Biogrammen und Erinnerungen früher Theologinnen die schwierigen Bedingungen, unter denen Frauen in der Zeit von 1931/32 bis 1963 als Pfarrhelferinnen, Vikarinnen und Pfarrerinnen ihren Beruf ausüben mussten.

Im Dezember 1961 verabschiedete die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nach kontrovers geführter Diskussion ein richtungsweisendes Kirchengesetz über das Amt der Pfarrerin. Es trat vor fünfzig Jahren mit Beginn des Jahres 1962 in Kraft. Erstmals wurden nun Frauen zu Pfarrerinnen ordiniert und konnten ein Gemeindepfarramt übernehmen. Es sollte dann noch zwei Jahrzehnte dauern, bis die volle rechtliche Gleichstellung erreicht war. Die Argumente, die gegen die Ordination von Frauen vorgebracht wurden, waren oft von Vorurteilen geprägt und wurden als verletzend empfunden. Die Entwicklung der letzten dreißig Jahre zeitigt große Veränderungen. Heute ist es selbstverständlich, dass Pfarrerinnen in Gemeinden und Leitungsämtern Verantwortung übernehmen.

Die Schau, die vom Landeskirchlichen Archiv Kassel konzipiert und erstellt und von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finanziert wurde, besteht aus 20 Tafeln und kann ab April 2012 als Wanderausstellung über das Landeskirchliche Archiv Kassel angefordert werden. Das einfach zu bedienende Ausstellungsequipment wird zusammen mit den Tafeln kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ein gut hundertseitiger Katalog ergänzt die Schau.

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Info:
Bettina Wischhöfer, Pfarrhelferin, Vikarin, Pfarrerin – Theologinnen in Kurhessen-Waldeck, Quellen zur Ausstellung des Landeskirchlichen Archiv Kassel „50 Jahre Pfarrerinnen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck“ (Schriften und Medien des Landeskirchlichen Archiv Kassel 31), Kassel 2012, 8,- €, 106 Seiten
Zu beziehen über: archiv@ekkw.de

Beworben wird die Wanderausstellung mit einer Postkarte, die auch einen QR-Code enthält. Wird dieser eingescannt, landet man direkt auf der Website des Archivs bei weiteren Infos zu dieser und den anderen Wanderausstellungen des Landeskirchlichen Archivs.

Aufbau der Ausstellung

Tafel 1: 50 Jahre Pfarrerinnen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
Tafel 2: Zeitleiste
Tafel 3: Weibliche Hilfskräfte für den Gemeindedienst
Tafel 4: Vertretungsarbeit im Pfarrdienst
Tafel 5: Ein „Amt sui generis“
Tafel 6: “Vikarinnen-Probleme”
Tafel 7: “Das weiße Krägelchen”
Tafel 8: Das Amt der Pfarrerin
Tafel 9: Fortschritte
Tafel 10: Gleichstellung?
Tafel 11: Die Amtstracht der Pfarrerin
Tafel 12: Vorurteile 1
Tafel 13: Vorurteile 2
Tafel 14: Entwicklung
Tafel 15: Katharina Staritz
Tafel 16: Claudia Bader
Tafel 17: Elisabeth Specht
Tafel 18: Dietgard Meyer
Tafel 19: Elisabeth Siltz
Tafel 20: Renate Ziegler

Buchung:
Landeskirchliches Archiv Kassel
archiv@ekkw.de
Tel.: 0561 / 78876-0
www.ekkw.de/archiv

Drei-Länder-Kooperation bei der Archivierung digitaler Unterlagen

Die Archivverwaltungen aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern wollen bei der Archivierung digitaler Unterlagen künftig zusammenarbeiten. Hierzu haben die Beteiligten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung ausgearbeitet. Diese wurde am 22. Februar 2012 von den Leitern der Archive bzw. Archivverwaltungen in Stuttgart unterzeichnet.

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Die Vertreter der Ministerien und Archivverwaltungen mit der unterzeichneten Kooperationsvereinbarung: Ministerialdirektor Dr. Adalbert Weiß, Ministerialdirigentin Irene Bauerfeind-Rossmann, Kunststaatssekretär Jürgen Walter, Dr. Margit Ksoll-Marcon, Prof. Dr. Robert Kretzschmar und Prof. Dr. Klaus Eiler (v.l.n.r.) (Foto: LABW).

"Die Langzeitsicherung digitaler Informationen ist für die Archive eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Mit der bundesweit bislang einmaligen Drei-Länder-Kooperation bündeln wir die fachliche Entwicklung in diesem Bereich, um unseren Partnern technische Lösungen auf hohem Niveau bieten zu können. Insofern profitieren hiervon alle drei Partner gleichermaßen", so Staatssekretär Walter, Ministerialdirigentin Bauerfeind-Rossmann und Ministerialdirektor Dr. Weiß.

Baden-Württemberg nehme bei der Langzeitarchivierung digitaler Unterlagen eine wichtige Vorreiterrolle ein, so Walter. "Im Rahmen eines Pilotprojekts hat das Landesarchiv in den Jahren 2005 bis 2009 mit der Software Digitales Magazin – DIMAG die technischen Grundlagen für den Betrieb eines elektronischen Archivs geschaffen. Von Beginn an hat das Land nach starken Partnern gesucht, um DIMAG fachlich und technisch weiterzuentwickeln. In Hessen und Bayern haben wir diese gefunden." Für die Entwicklung von DIMAG habe das Land 650.000 Euro an Mitteln eingesetzt.

Ziel der nun geschlossenen Kooperation ist es, auf der Grundlage der bisher ausschließlich vom Landesarchiv Baden-Württemberg entwickelten Software DIMAG ein internationalen und nationalen Standards genügendes digitales Archiv zu entwickeln. Für das Recht der Nutzung von DIMAG verpflichten sich Hessen und Bayern je ein neues Modul für DIMAG zu erarbeiten. Die Vereinbarung ergänzt insoweit eine bereits zwischen dem Hessischen Hauptstaatsarchiv und dem Landesarchiv Baden-Württemberg geschlossene Vereinbarung vom 5./9. Juli 2010.

"Wir wollen die Nutzungsmöglichkeiten digitaler Unterlagen durch Verwaltung und interessierte Öffentlichkeit noch mehr ausweiten. Der Anwendungsbereich reicht dabei von der elektronischen Akte über Datenbanken und Internetseiten bis hin zu Audio-, Video- und Filmmaterial, das dauerhaft archiviert und für die Recherche verfügbar gemacht werden kann", so Walter, Bauerfeind-Rossmann und Dr. Weiß.

Link: Archivierung digitaler Unterlagen

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Pressemitteilung, 22.2.2012

Tag der Archive

Am 3./4. März 2012 laden in Deutschland wieder hunderte von Archiveinrichtungen zum TAG DER ARCHIVE in ihre Häuser ein. An diesen Tagen präsentieren sich die Archive als Dienstleister bürgernah und offen für alle Bürger. Es sollen Schwellenängste vor Archiven überwunden und nicht nur die Archivmagazine allen Interessierten offen stehen, sondern auch Einblicke in das vielfältige Berufsbild der Archivare als Detektive der Geschichte gewährt werden.

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Unter dem bundesweiten Motto Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen präsentieren sich Archive aller Fachsparten mit vielfältigen Programmen, Führungen, Ausstellungen und Aktionen. Bürgerinnen und Bürger sind an diesen Tagen in den Archiveinrichtungen sehr herzlich willkommen, die in den Archiven verwahrten Schätze zu erkunden und damit Geschichte hautnah zu erleben!

In den Medien wird über die Aktivitäten der Archive zum TAG DER ARCHIVE berichtet:

Mit dem TAG DER ARCHIVE bezweckt der Initiator, der Fach- und Berufsverband VdA, eine stärkere Beachtung der archivischen Anliegen in der Öffentlichkeit und eine verbesserte gesellschaftliche Akzeptanz der Archive. Die Archive als Stätten der Kultur und Wissenschaft zielen dabei darauf ab, die Sicherung und Bewahrung des archivalischen Erbes als Kulturgut für die Erforschung der Vergangenheit und für das Verständnis der Gegenwart als ihre gesamtstaatliche Aufgabe und Verpflichtung im öffentlichen Bewusstsein stärker zu verankern.

TAG DER ARCHIVE – eine bundesweite Aktion des VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.
www.tagderarchive.de

Link: Teilnehmende Archive

Kontakt:
VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V.
-Geschäftsstelle-
Wörthstraße 3
36037 Fulda

Telefon: +49 (0) 661 / 29 109-72
Telefax: +49 (0) 661 / 29 109-74
info(at)archiv.net
www.archiv.net

Ehrenamtliche Mitarbeiterin verlässt nach 22 Jahren Stadtarchiv Gütersloh

Durch ihre Hände ist vieles gegangen. Jede Menge Zeitungsausschnitte, Karteikarten und Neueingänge für die Archivbibliothek, die von ihr signiert wurden. Dr. Hildegard Wißmann, eine der guten Seelen des Stadtarchivs Gütersloh, hat sich 22 Jahre lang für die Bewahrung der Gütersloher Geschichte eingesetzt. In der letzten Woche hat sich Hildegard Wißmann nun von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtarchivs verabschiedet, um zu der Familie ihrer Tochter nach Hamburg zu ziehen.

Stadtarchivar Stephan Grimm schätzte die rührige Dame, die sich stets freundlich, zuverlässig und einsatzbereit um die Archivarbeit in der Stadt verdient gemacht hat. Sie legte ein Karteikartensystem mit den Namen, Berufen und Wohnstätten derjenigen Gütersloher Bürger an, die vor dem Erscheinen des ersten Adressbuches 1903 nur mühsam aus Einwohner-, Steuer- und Wählerlisten zu recherchieren waren. Mit der gleichen Freude arbeitete sie zuletzt in der Restaurierungswerkstatt des Archivs, wo sie Schriftstücke und Dokumente entmetallisierte, klebte und glättete. „Sie hat sich nicht nur für die Archivarbeit engagiert, sondern hat auch den Familiennachlass ihrer Schwester und Musiklehrerin Irmela (1918-2004) dem Archiv zur Verfügung gestellt und die Arbeit des Archivars mit zahlreichen Informationen als Zeitzeugin bereichert“, lobt Grimm. Nicht zuletzt habe Hildegard Wißmann auch zu dem guten Miteinander der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Stadtarchivs beigetragen.

Im Jahre 1925 wurde Hildegard Wißmann als eines von fünf Kindern des damaligen Direktors des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums, Dr. Friedrich Fliedner, in Gütersloh geboren. Sie studierte in Münster Kunstgeschichte und heiratete 1953 den Rechtsanwalt und Notar Werner Wißmann. Zusammen mit bekannten Gütersloher Musikliebhabern wie den Fabrikanten Kurt Christian Zinkann, Stadtdirektor Diestelmeier und dem Konzertveranstalter Erich Steinhaus spielte sie Streichquartett. Nach dem Tod ihres Mannes suchte sie eine sinnvolle und anregende Beschäftigung, die ihrem Interesse an Geschichte und archivischer Tätigkeit entgegenkam. Durch die Übernahme von Unterlagen ihres Gatten gab es bereits einen Kontakt zu dem Archivar der Stadt, Stephan Grimm, der ihrem Wunsch nach Mitarbeit gerne entsprach.

Kontakt:
Stadtarchiv Gütersloh
Hohenzollernstr. 30 a
33330 Gütersloh
Tel.: 05241 / 82-2302
www.stadtarchiv.guetersloh.de

Quelle: Stadt Gütersloh, Zentrale Öffentlichkeitsarbeit, Pressemeldung, 20.2.2012

Raus aus der Nische: Tagung zu Weblogs in den Geisteswissenschaften

Die internationale Tagung „Weblogs in den Geisteswissenschaften oder: Vom Entstehen einer neuen Forschungskultur“ am 9. März 2012 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften begleitet den Online-Gang des deutschen Blogportals de.hypotheses.org. Das Portal stellt kostenlos einen Service zur Verfügung, der das Eröffnen von Wissenschaftsblogs aus allen Disziplinen der Humanities erleichtert, diese unter einem Dach versammelt und für eine größere Sichtbarkeit sowie für die Archivierung der Inhalte sorgt.

Damit wird auf ein Defizit reagiert. Während in anderen Ländern und in anderen Disziplinen das Bloggen bereits zum wissenschaftlichen Alltag gehören, führen sie in den deutschsprachigen Geisteswissenschaften derzeit ein Nischendasein. Kritiker verweisen auf das Risiko eines wissenschaftlichen Qualitätsverfalls und betrachten das Blogwesen vorwiegend als Mitteilungsort privater Befindlichkeiten. Doch die Stimmen derjenigen nehmen zu, die das Potential wissenschaftlichen Bloggens für die schnelle Verbreitung und Diskussion aktueller Forschungsinhalte hervorheben. Einblick in laufende Projekte zu gewähren, öffentliche Kommentare, die Freiheit im Stil und die Popularisierung von Ergebnissen sind dabei ungewohnte Erfahrungen. Erleben wir gerade das Entstehen einer neuen Wissenschaftskultur?

Dies thematisiert die Tagung über Weblogs in den Geisteswissenschaften, die darüber hinaus eine Bestandsaufnahme und einen Blick über den Tellerrand auf die Blogkultur anderer Länder und anderer Disziplinen wirft. In den insgesamt zehn Vorträgen stehen Fragen der Zielsetzung, Akzeptanz, Qualitätssicherung und Stilformen dieser Art der Publikation im Vordergrund.

Veranstaltet wird die Tagung vom Deutschen Historischen Instituts Paris und vom Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians Universität München, mit finanzieller Unterstützung von L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung und der Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA).

Termin: 9. März 2012, 09:00–17:30 Uhr, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München.

Weitere Informationen und detailliertes Programm: http://redaktionsblog.hypotheses.org/136 
KontaktPressemitteilung / Anmeldung: Deutsches Historisches Institut Paris, Inger Brandt: ibrandt@dhi-paris.fr

Quelle: Pressemitteilung, 2.2.2012

Bundesregierung fördert Digitalisierung zum Erhalt nationalen Filmerbes

Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages zur Bewahrung des Filmerbes am 8.2.2012: „Die Bundesregierung hat das Ziel, unser nationales Filmerbe für die Öffentlichkeit auf Dauer zugänglich zu erhalten. Ohne die Digitalisierung unseres bedeutenden Filmerbes werden wir es künftig in der digitalen Medienwelt nicht mehr sehen können.
In einem ersten Schritt werden dem Bundesarchiv in diesem Jahr 230.000 Euro für die Digitalisierung von historischem Filmmaterial zur Verfügung gestellt. Durch das Projekt werden vor allem die technischen Voraussetzungen für die zeitgemäße Sichtung von altem Filmmaterial im Bundesarchiv geschaffen und damit künftige Verwendungen in Film- und Fernsehproduktionen ermöglicht. Darüber hinaus soll mit diesen Mitteln das historische Filmmaterial zum Ersten Weltkrieg digitalisiert werden, um es zum 100. Jahrestag des Beginns dieses schrecklichen Krieges im Jahr 2014 zur öffentlichen Nutzung bereitzustellen.“

„Als einen weiteren Anschub zur schrittweisen Digitalisierung deutschen Filmerbes werden zusätzlich schon in diesem Jahr sowohl der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung als auch der DEFA-Stiftung jeweils 100.000 Euro aus meinem Etat bereitgestellt“, fuhr der Kulturstaatsminister fort. „Diese Stiftungen zur Pflege des deutschen Filmerbes, für die der Bund eine besondere Verpflichtung sieht, haben wertvolle Filmbestände aus der Vor- und westdeutschen Nachkriegszeit bzw. der ehemaligen DDR.“ Darüber hinaus sieht der Kulturstaatsminister allerdings auch die Filmbranche in der Verantwortung. Wie bei der gemeinsamen Kraftanstrengung zur Digitalisierung der Kinoleinwände müsste die Filmwirtschaft über die von ihr finanzierte Filmförderungsanstalt einen substanziellen Beitrag dazu leisten, damit unser Filmerbe in den umgerüsteten Kinos weiterhin gezeigt werden kann.

Der Kulturstaatsminister erklärte mit Blick auf die Novellierung des Bundesarchivgesetzes weiter: „Der Bund hat beizeiten Vorkehrungen geschaffen, um unsere derzeit laufende Filmproduktion für die Zukunft zu erhalten. Mit der Verpflichtung zur Hinterlegung sämtlicher geförderter Filme, die seit 2004 besteht, haben wir bereits etwa 80 bis 90 Prozent aller seither hergestellten Filme erfasst. Um einen vollständigen Überblick der Filmproduktion in Deutschland zu erhalten, werden wir im Rahmen der zur Zeit laufenden Novellierung des Bundesarchivgesetzes mit zusätzlichen Mitteln des BKM zunächst eine Pflichtregistrierung einführen. Im Bundesarchiv werden zurzeit die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen.“

Die Novellierung des Bundesarchivgesetzes soll noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Pressemitteilung 42, 8.2.2012

Sturmflut: Stadtarchiv Delmenhorst blickt 50 Jahre zurück

Mit einer Auswahl regionaler Zeitungsberichte blickt das Stadtarchiv Delmenhorst auf die Sturmflut aus dem Jahr 1962 zurück. Zum Thema wurde eine Ausstellung konzipiert, die am Montag, 13. Februar 2011, in der Stadtbücherei Delmenhorst eröffnet wurde. Interessierte können sich bis zum 23. Februar über die Auswirkungen der Katastrophe informieren.

Das Stadtarchiv hat die Berichte als Beitrag zum bundesweiten Tag der Archive unter dem Motto "Feuer, Wasser, Krieg und anderen Katastrophen" zusammengestellt. Das Jahrhundert-Hochwasser forderte im Nordwesten Deutschlands insgesamt 337 Menschenleben und verursachte Sachschäden in Milliardenhöhe. Außerdem wurden 75.000 Menschen obdachlos.

Es gelten die Öffnungszeiten der Bücherei: Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr.

Kontakt:
Stadtbücherei Delmenhorst
City-Center
Lange Straße 1a
27749 Delmenhorst

Quelle: Stadt Delmenhorst, Pressemitteilung Nr. 54/12, 7.2.2012

Vortragsreihe des Stadtarchivs Wedel im Jubiläumsjahr

Auch im Stadtarchiv Wedel wird längst Vergangenes wieder lebendig, wenn man sich nur die Mühe macht, in das Untergeschoss des Wedeler Rathauses zu Stadtarchivarin Anke Rannegger und ihrem Team hinabzusteigen. Derzeit umfasst der Bestand des Stadtarchivs Wedel 500 laufende Meter, darunter mehrere 10.000 Fotos, Dias und Negative. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1602.

Im Jahr 2011 wurde das Archiv insgesamt 353mal von Forschern und Privatleuten genutzt. Zum Jubiläumsjahr "800 Jahre Wedel 1212-2012" möchte das Stadtarchiv die Dokumente noch mehr Interessierten zugänglich machen: In sieben Vorträgen werden Höhepunkte aus den Archivbeständen vorgestellt.

Mit einem Skandal beginnt die Vortragsreihe des Stadtarchivs Wedel, die in diesem Jubiläumsjahr erstmalig stattfinden wird. Die für die Vortragsreihe ausgewählten Referenten sind allesamt eifrige Benutzer des Stadtarchivs Wedel und gewähren den Zuhörern einen spannenden Einblick in ihre Forschungsergebnisse. „Der Schrecken von Wedel“ und andere Skandale im Dritten Reich, lautet der Titel des ersten Referenten Dr. Arno Schöppe. Der Vortragende erarbeitet seit Jahren die Geschichte Wedels in der Zeit des Nationalsozialismus und der direkten Nachkriegszeit. Er wird über die dadurch gewonnenen Erkenntnisse zu den kleinen und großen öffentlichen Anstoß erregenden Vorgängen aus der Zeit von 1933-1945 sprechen. So wird er dem interessierten Publikum die Herren D. Biesterfeldt, ein gerichtsbekannter notorischer Querulant, H. Körner, den man auch als „Aufräumer“ bezeichnen könnte und K. Heuer, der vom Bürgermeister Dr. Ladwig als der „Schrecken von Wedel“ benannt wurde, ein wenig näher bringen. Der pikante Vortrag findet am Dienstag, den 14. Februar 2012, um 19.00 Uhr, im Rathaus, in Raum Caudry, statt. Die weiteren Termine lauten 13. März 2012, 10. April 2012, 15. Mai 2012, 11. September 2012, 09. Oktober 2012 und 13. November 2012. Jeweils dienstags um 19.00 Uhr. Die Vorträge sind kostenfrei.

Aber auch außerhalb der Vortragsreihe haben Rannegger und ihre Mitarbeiter Uwe Pein und Jürgen Strohsal alle Hände voll zu tun. In der letzten Zeit haben zahlreiche Wedeler ihre Sammlungen und Privatarchive an das Stadtarchiv übergeben. Diese müssen gesichtet und geordnet werden – und gut verpackt. Findbücher zu den Beständen finden Interessierte auf den Seiten des Stadtarchivs im Internet unter www.wedel.de.

Link: Faltblatt zur Vortragsreihe

Kontakt:
Stadtarchiv Wedel
Anke Rannegger
Rathausplatz 3-5
22880 Wedel
Telefon: 04103 707 215
Fax: 04103 707 88 215
A.Rannegger@stadt.wedel.de

Quelle: Sven Kamin, Pinneberger Tageblatt, 7.2.2012; Stadtarchiv Wedel, Vortragsreihe.

Agenda des öffentlichen Workshops »Webarchivierung« nun verfügbar

Die Agenda des öffentlichen Workshops „Webarchivierung“ ist nun verfügbar. Auf dem gemeinsamen, öffentlichen Workshop geben nestor und der Arbeitskreis 6.2 "Dokumentation und Archivierung von Internetpräsenzen" der AWV – Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. einen einführenden Überblick über die Umsetzungsmöglichkeiten und Herausforderungen in der Webarchivierung. Der Workshop richtet sich an Bibliothekare, Archivare, Museumsmitarbeiter und sonstige Interessierte, die die Archivierung von Webseiten planen und einen Überblick über vorhandene Initiativen gewinnen möchten.

Die Veranstaltung findet statt am 20. März 2012 in der Deutschen Nationalbibliothek, Frankfurt am Main (Vortragssaal).

Programm

10:30 Uhr Begrüßung und Einführung

Begrüßung (Reinhard Altenhöner, Deutsche Nationalbibliothek)
AWV und der AWV Arbeitskreis 6.2 zur Archivierung und Dokumentation von Webpräsenzen (Rudolf Schmitz, Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung)
nestor und nestor-Workshops zur Webarchivierung; Einführung in den Tag (Sabine Schrimpf, Deutsche Nationalbibliothek)

11:15 Uhr Aufgabenspektrum und Anforderungsprofile unterschiedlicher Webarchive

Bibliotheken (Lars Jendral, Rheinische Landesbibliothek)
Öffentliche Archive (Johannes Renz, Landesarchiv Baden-Württemberg)
Wirtschaftsarchive (Ute Schiedermeier, Siemens)
Parlaments- und Parteiarchive (Dr. Renate Höpfinger, Hanns-Seidel-Stiftung)
Produktionsarchive (Robert Fischer, Südwestrundfunk)

[12:15 Uhr: Mittagspause]

13:15 Uhr Erfassung und Erschließung

Auswahl und Bewertung – archivische Aspekte der Erfassung von Webpräsenzen (Rudolf Schmitz, Archiv der sozialen Demokratie der FES)
Zwischen Client und Server – technische Aspekte des Datentransfers bei der Webarchivierung (Sebastian Vesper)
Erschließung im Webarchiv Schweiz (Barbara Signori, Schweizerische Nationalbibliothek)

14:15 Uhr Langzeitarchivierung und Recht

Rechtliche Fragestellungen rund um die Webarchivierung (Dr. Eric W. Steinhauer, FernUni Hagen)
Herausforderungen bei der Langzeitverfügbarkeit von Webarchiven (Tobias Steinke, Deutsche Nationalbibliothek)

[Kaffeepause]

15:30 Uhr Bereitstellung und Nutzung

Authentisch und nutzerfreundlich – Die Bereitstellung archivierter Netzressourcen über das Webarchiv des Deutschen Bundestages (Angela Ullmann, Parlamentsarchiv des Deutschen Bundestags)
Webarchive – Eine neue Quelle für die Forschung (Prof. Dr. Hanns Jürgen Küsters, Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.)

16:30 Uhr Ausblick

16:45 Uhr Schluss

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung unter VL-nestor@dnb.de ist erforderlich.

Kontakt:
Sabine Schrimpf
Deutsche Nationalbibliothek
Informationstechnik
Adickesallee 1
D-60322 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 15 25 17 61
Fax: 069 / 15 25 17 99
s.schrimpf@dnb.de
www.dnb.de

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