Von Brief und Siegel. Präsentation und Restaurierung alter Bochumer Urkunden

Wer etwas rechtsgültig bestätigen wollte, gab dafür "Brief und Siegel" – und meinte damit, dass über ein Rechtsgeschäft eine mit einem Siegel beglaubigte Urkunde ausgestellt wurde. Hat sich bis heute auch die Funktion von Urkunden kaum verändert, so unterlag doch ihre äußere Form einem deutlichen Wandel: Pergamenturkunden mit Wachssiegeln sind aus dem modernen Rechtsleben verschwunden. Aber nicht nur ihre oftmals aufwändige Gestaltung macht alte Urkunden interessant. Sie sind zugleich auch spannende historische Quellen, die detailreiche Einblicke in den Alltag vergangener Zeiten erlauben.

Das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte verwahrt zahlreiche solcher Stücke, die es angemessen zu konservieren und oft auch zu restaurieren gilt. Überdies müssen sie erschlossen und damit "zum Sprechen gebracht" werden. Herausragende mittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden, die sonst nicht zu sehen sind, werden am 2. September 2012 im Stadtarchiv Bochum ausgestellt. Darüber hinaus wird die mühevolle Arbeit der Restaurierungswerkstatt in Vorführungen (um 11:30, 12:30, 13:30, 14:30 und 15:30 Uhr) erläutert und nachvollziehbar gestaltet. Schließlich führen kurze Vorträge rund um das Thema "Urkunde" in die professionelle Beschäftigung mit dieser Archivalien- und Quellengattung ein.

Die Vorträge, die im Archivkino gehalten werden, dauern jeweils etwa 15 Minuten. Sie sind den folgenden Themen gewidmet:

12:00 Uhr: Bilder von Brief und Siegel – eine Präsentation mittelalterlicher Urkunden

13:00 Uhr: Mittelalterliche Bochumer Urkunden – und was man aus ihnen lernen kann

14:00 Uhr: Bilder "von Brief und Siegel" – eine Präsentation mittelalterlicher Urkunden

15:00 Uhr: Das älteste Bochumer Siegel – Zeichen einer Bürgergemeinde

Veranstaltungsort:
Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte
Wittener Str. 47, Foyer, Bochum
Eintritt frei

Sonderausstellung zum KZ-Außenlager Eisenbahntunnel Lengerich

Im Rahmen der Nacht der Museen in Münster ist am 1. September 2012 in der Villa ten Hompel neben den beiden Dauerausstellungen auch eine neue Sonderausstellung zu sehen. Die Sonderausstellung thematisiert die wechselvolle Geschichte des alten Eisenbahntunnels in Lengerich, der in der NS-Zeit der SS als KZ-Außenlager diente.

Der Eisenbahntunnel Lengerich ist eine markante historische Wegmarke im nördlichen Münsterland. Als authentischer Ort spiegelt er deutsche und europäische Geschichte zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik, dem NS-Staat und der BRD wider. Die Tunnelröhre wurde zwischen 1871 bis heute multifunktional genutzt: als Eisenbahntunnel, bombensicherer Zufluchtsort im Zweiten Weltkrieg, KZ-Außenlager, Schießstand und Ort lokaler Subkultur. Zwischen 1941 bis 1944 sowie zum Kriegsende an Ostern 1945 nutzte die Lengericher Bevölkerung den Tunnel mehrfach als Zufluchtsort vor Luftangriffen.

Im Zuge der kriegsbedingten Untertage-Verlagerung wurde der Tunnel im März 1944 zur bombensicheren Produktionsstätte umgebaut. Das „Geheimlager“ erhielt den Tarnnamen „Rebhuhn“. Der Tunnel diente der SS bis Ende März 1945 als KZ-Außenlager Lengerich. 200 KZ-Häftlinge frästen Tragflächenprofile für Jagdbomber der Luftwaffe. 19 KZ-Häftlinge kamen zu Tode, mindestens 14 davon wurden vom Lagerpersonal hingerichtet.

Die Ausstellung wurde von Dr. Sabine Kittel vom Historischen Seminar der WWU Münster und von Thomas Köhler vom Geschichtsort Villa ten Hompel konzipiert und zusammen mit Studentinnen und Studenten erarbeitet. Auf 14 großformatigen Tafeln werden neue historische Forschungsergebnisse präsentiert.

Um 17 Uhr und um 18.30 Uhr führt Thomas Köhler vom Geschichtsort Villa ten Hompel in die Sonderausstellung ein. Die Villa ist an diesem Tag von 16.00 Uhr bis 21.00 Uhr geöffnet.

Im Oktober 2012 ist die Ausstellung dann im Foyer der Sparkasse Lengerich zu sehen.

Kontakt:
Geschichtsort
Villa ten Hompel
Stadt Münster
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Tel. 0251/492-7101
Fax 0251/492-7918
www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel

Rosenheim ist Deutschlands »erste« Archiv-Adresse

Seit 15 Jahren setzt das Rosenheimer Stadtarchiv auf das Medium Internet. Da es zu den ersten Archiven mit Internet gehörte, gibt es auch eine ganz besondere Internetadresse. Wer im Internet die Adresse www.stadtarchiv.de eingibt, der landet nicht etwa auf der Internetseite des kommunalen Archivs einer Metropole wie Berlin oder Hamburg, sondern beim Internet-Auftritt des Stadtarchivs Rosenheim. Diese exklusive Domain konnte sich das Rosenheimer Archiv schon 1997 sichern, weil es damals als eines der ersten deutschen Archive auf das Medium Internet setzte. Auf Initiative der damaligen Stadtarchivarin Ingeborg Armbrüster entstand eine erste Internetseite, die neben allgemeinen Informationen über das Archiv auch Themenvorschläge für Schülerarbeiten und einen virtuellen Stadtrundgang durch das historische Rosenheim beinhaltete. 2003 wurde das Internetangebot gemäß einem Konzept von Ingeborg Armbrüster und dem heutigen Stadtheimatpfleger Karl Mair neu gegliedert und deutlich verbessert.

In den letzten Jahren konnte die Homepage ständig erweitert werden. Sie informiert heute über die Geschichte, über Aufgaben, Bestände und Serviceangebote des Archivs. Ein Shop ermöglicht die Bestellung von stadtgeschichtlichen Publikationen, dem jeweiligen Stadtkalender und von Geburtstagszeitungen. Eine umfassende Linksammlung verweist auf weitere informative Internetseiten mit regional- oder landesgeschichtlichem Bezug.

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Abb.: Homepage des Stadtarchivs Rosenheim auf www.stadtarchiv.de

Den Schwerpunkt des Internetangebots des Stadtarchivs bilden jedoch die beiden Bereiche "Stadtgeschichte" und "Recherche": In der Rubrik "Stadtgeschichte" findet man Informationen über die Rosenheimer Historie, von einer Zeittafel über Angaben zu Ehrenbürgern und berühmten Rosenheimern bis zu vollständig ins Internet gestellten Veröffentlichungen wie den Standardwerken von Hefner und Eid oder dem Band "Rosenheim im Dritten Reich". Außerdem sind hier alle früheren "Stadtkalender" mit ihren Abbildungen enthalten sowie die Texte, Bilder und Filme des Projekts "Rosenheim – Eine Stadt im 20. Jahrhundert". "Mit diesem breiten stadtgeschichtlichen Informationsangebot steht das Stadtarchiv mit an der Spitze der deutschen Kommunalarchive", so Tina Buttenberg, die Archivarin des Rosenheimer Stadtarchivs.

Der Bereich "Recherche" der Homepage bietet eine Online-Datenbank, über die in einem Großteil der Archivbestände recherchiert werden kann. Gibt man das gewünschte Suchwort ein, so erscheinen zum gewünschten Thema entsprechende Buchtitel aus dem Bibliotheksbestand des Archivs, Hinweise auf Archivalien, Bildquellen, Aktenbestände, Einträge in Stadtadressbüchern und Zeitungsberichte. Ergänzt wird diese Online-Datenbank durch digitalisierte Findbücher und Register zu den Standesamtsbüchern, die insbesondere für Familienforscher von Interesse sind. Tina Buttenberg ist stolz drauf, dass inzwischen rund 180.000 Datensätze über die Online-Recherche abrufbar sind. "Unsere Archivkunden haben dadurch die Möglichkeit, sich zuhause optimal über unsere Bestände zu ihren jeweiligen Interessensschwerpunkten zu informieren und sich für ihren Archivbesuch vorzubereiten."

Die über das Internet recherchierbaren Archivbestände werden laufend erweitert. Seit kurzem ist auch der rund 800 Aquarelle und Zeichnungen umfassende Nachlass des bekannten Künstlers und Landgerichtsassessors Friedrich Wilhelm Doppelmayr aus dem frühen 19. Jahrhundert digitalisiert und über das Internet recherchierbar.

Laut Tina Buttenberg ist als weiteres Projekt die Digitalisierung von Rosenheimer Zeitungsausgaben von den 1830er Jahren bis in die 1920er Jahre geplant. Dadurch wird erneut wichtiges Quellenmaterial für die Recherche zugänglich gemacht. "Das Internet wird den Besuch und die Recherche im Stadtarchiv nicht ersetzen können", so Tina Buttenberg. "Wir nutzen aber dieses Medium, um Recherchen und Forschungsanliegen zu vereinfachen, um Fragen zu beantworten und vor allem um das Interesse an der Stadtgeschichte zu wecken und lebendig zu halten."

Kontakt:
Stadtarchiv Rosenheim
Reichenbachstraße 1a,
83022 Rosenheim
Tel. 08031 / 365 14 39
Fax: 08031 / 365 20 16
archiv(at)stadtarchiv.de
www.stadtarchiv.de

Quelle: Pressemitteilung Stadtarchiv Rosenheim, rosenheim24.de, 24.8.2012

Universitätsarchiv Halle mit neuem Leiter

Dr. Michael Ruprecht ist der neue Leiter des Universitätsarchivs Halle. Der 33-jährige Alumnus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) kehrt aus Regensburg in seine Heimatstadt zurück.
"Mich reizen die Herausforderungen, die es in den kommenden Jahren zu bewältigen gilt – und natürlich die einzigartigen Bestände des Archivs", sagt Michael Ruprecht. "Ich bin dankbar dafür, dass ich meine neue Aufgabe in einer Stadt wahrnehmen darf, der ich mich sehr verbunden fühle."

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Abb.: Dr. Michael Ruprecht im halleschen Universitätsarchiv (Foto: Maike Glöckner/Uni Halle)

Ruprecht leitete bis Juli 2012 kurzzeitig das Universitätsarchiv Regensburg. Von 2009 bis 2011 war er im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen als Staatsarchivreferendar tätig. Geboren 1978 studierte er von 1998 bis 2004 an der MLU Geschichte, Historische Hilfswissenschaften und Prähistorische Archäologie, machte 2009 seinen Magisterabschluss und wurde 2009 promoviert. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit Stiftungen im mittelalterlichen Halle.

Kontakt:
Universitätsarchiv Halle
Dr. Michael Ruprecht
Pfännerhöhe 48
06110 Halle (Saale)
Telefon: 0345 1201166
michael.ruprecht@archiv.uni-halle.de
www.archiv.uni-halle.de

Quelle: Universität Halle, Pressemitteilung 140/2012, 15.8.2012

Fälscherwerkstatt im Stadtarchiv Greven

Am 15. August 2012 wurde das Stadtarchiv Greven zur "Fälscherwerkstatt". Diesen Kurs hatte das Stadtarchiv im Rahmen der Ferienkiste angeboten. Unter der Anleitung des Archivteams (Stefan Schröder und Angelika Haves zusammen mit der Praktikantin Linda Hovemann) verwandelten neun Kinder einfache Kopien alter Dokumente mit Filzstift, schwarzem Tee, Tipp-Ex und einem Drucker in echte Urkunden mit rotem Siegel. Was sonst unter Strafe steht, ist einmal im Jahr im Stadtarchiv erlaubt. Die Kinder begeisterten sich für die Bastelei und präsentierten stolz ihre Ergebnisse.

Die Fälscherwerkstatt wird in den Sommerferien vom Stadtarchiv abgehalten, um auch jüngere Generationen anzusprechen und bei den Mädchen und Jungen Interesse für die Geschichte zu wecken. "Es war gut, in diesem Jahr mit Linda Hovemann eine weitere Betreuerin zu haben", sagt Stadtarchivar Stefan Schröder, "denn die Kinder brauchen bei der Aktion tatkräftige Unterstützung, insbesondere beim Schreiben alter Schriften."

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Abb.: Praktikantin Linda Hovemann mit einem Fotoalbum aus dem Ersten Weltkrieg (Stadt Greven)

Linda Hovemann, die im Stadtarchiv ein zweiwöchiges Praktikum absolviert, ist Auszubildende zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv, im LWL-Archivamt für Westfalen in Münster. Während ihres Praktikums in Greven lernte sie Arbeitsbereiche kennen, die ihr im Archivamt eher selten begegnen. "Ich konnte hier viele Erfahrungen sammeln", erzählt Linda Hovemann. Während ihres Praktikums verzeichnete sie einen Nachtrag des Depositums der Familie Rieke/Meyer und übernahm für einige Tage auch die Verzeichnung von alten Fotos, Plakaten und der Tageszeitung. "Das sind Aufgaben, die ich als Auszubildende im Archivamt nicht mache, da wir uns dort mit anderen Dokumenten befassen", sagt Linda Hovemann. Auch Aktionen wie die am vergangenen Mittwoch kennt sie sonst kaum. "Die Fälscherwerkstatt war ein interessantes Projekt, ich bin froh, dass ich dabei sein konnte."

Kontakt:
Stadtarchiv Greven
Rathaus, Raum B 18 (Untergeschoss)
Rathausstraße 6
48268 Greven
Tel. 02571 920-358
archiv@stadt-greven.de

Quelle: Stadt Greven, Pressemitteilung, 22.8.2012

Orgelkonzert anlässlich Werkübernahme ins Landeskirchliche Archiv Bielefeld

Anlässlich der Übernahme seines kompositorischen, über 330 Werke umfassenden Œuvres in das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen findet am Sonntag, 2. September 2012 um 17:00 Uhr ein Porträtkonzert mit Werken des Organisten Erich Stoffers in der Zionskirche Bethel statt. Ausführende sind Jutta Lügger (Flöte), Wolfgang Donnermeier (Violine), Karsten Nagel (Violoncello), Eva Bachmann (Sopran), Christian Schauerte (Orgel) und Erich Stoffers (Orgel).

Erich Stoffers, 1930 auf Rügen geboren, studierte Kirchenmusik und Komposition in Hannover und Hamburg. Er war Organist in Hamburg-Harburg, Bureå (Schweden), Siegen und Ibbenbüren, wo er seit 1972 lebt und weiterhin komponiert. Im Frühjahr hat das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen das gesamte Werk Stoffers‘ in seinen Bestand übernommen und verzeichnet und veranstaltet aus diesem Anlass dieses Konzert in Zusammenarbeit mit der Zionsgemeinde Bethel.

Eine Einführung in das Konzertprogramm gibt es am Freitag, 31. August um 19:00 Uhr und am Sonntag, 2. September um ca. 11:15 Uhr (im Anschluss an die Übertragung des Gottesdienstes) auf Radio Antenne Bethel (94,3 MHz).

Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine Spende für die Kirchenmusik gebeten.

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Abb.: Blick in das Arbeitszimmer des Komponisten Erich Stoffers, 2012 (Foto: LkA EKvW)

Programm Porträtkonzert Erich Stoffers

Präludium und Fuge für Orgel op. 43

Sonata da chiesa für Violine und Orgel op. 290
– Adagio
– Allegro moderato
– Largo
– Presto

Romanze für Violine und Orgel op. 204

Sonate für Violoncello solo op. 154
– Moderato
– Romanze (Andantino)
– Presto

Sonate für Querflöte und Orgel op. 368
– Allegro
– Adagio
– Allegretto
– Recitativ
– Allegro

Magnificat op. 161 und Nunc dimittis op. 369 für Sopran und Orgel

Präludium und Fuge über ein Thema von Wolfgang Amadeus Mozart für Orgel op. 203

Jutta Lügger (Flöte)
Wolfgang Donnermeier (Violine)
Karsten Nagel (Violoncello)
Eva Bachmann (Sopran)
Christian Schauerte (Orgel)
Erich Stoffers (Orgel)

Veranstaltungsort:
Zionskirche Bethel
Am Zionswald 9
33617 Bielefeld

Landtagsabgeordneter besucht Landesarchiv in Münster

Der Münsteraner Landtagsabgeordnete Thomas Sternberg besuchte das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, und machte auf die neuen Herausforderungen der Archivarbeit in Zeiten elektronischer Überlieferungen und Unterlagen aufmerksam.

Ein Teil der Bestände des Landesarchivs in Münster reicht von Überlieferungen zu Territorien des Alten Reiches bis 1803 über Unterlagen der Behörden und Einrichtungen des preußischen Staates im Bereich der Bezirke Arnsberg und Münster bis nach 1816. Ein weiterer Teil umfasst nichtstaatliches Archivgut, wie beispielsweise zu politischen Parteien, Vereinen und Familien.

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Abb.: Die Dezernatsleiter Axel Koppetsch (1.v.l.) und Thomas Reich (1.v.r.) sowie Archivleiterin Mechthild Black-Veldtrup (2.v.l.) freuten sich über den Besuch und das Interesse des Landtagsabgeordneten Thomas Sternberg (2.v.r.).

Die großen Probleme der Archive durch die Digitalisierung hatte der Landtagsabgeordnete schon bei früheren Besuchen angesprochen. Auch aus eigener Erfahrung bestätigt der Landtagsabgeordnete Thomas Sternberg: "Papierüberlieferungen und Briefverkehr werden zunehmend durch elektronische Medien ersetzt. Es braucht neue Arbeitsweisen im Bereich der Archivierung. Das Landesarchiv in Münster hat bereits sehr gute Arbeit geleistet und angepasste Wege gefunden, um das elektronische Angebot zu erweitern."

Des Weiteren begrüßte Thomas Sternberg die pädagogische Arbeit im Landesarchiv NRW. "Es ist besonders wichtig, auch Lehrerinnen und Lehrer in die Archiv- und Museumsarbeit zu integrieren. Sie bilden die Brücke zwischen Wissenschaft und Lehre", so Sternberg, der auch Kultur- und Medienpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion ist.

Nach dem Austausch mit der Leiterin Dr. Mechthild Black-Veldtrup und den Dezernatsleitern Dr. Axel Koppetsch und Dr. Thomas Reich, folgte eine Besichtigung des Archivgebäudes. Die Benutzung der Bestände des Landesarchivs und der Lesesaal stehen allen Interessierten offen.

Quelle: HP Thomas Sternberg, Aktuelles, 20.8.2012

Mannheims Ratsprotokolle werden digital

Nach der Zerstörung historischer städtischer Akten im Zweiten Weltkrieg bilden die Ratsprotokolle eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte Mannheims. Als Gedächtnis der Stadtverwaltung berichten sie über Beratungen, Entscheidungen und Verordnungen des Stadtrats. Darüber hinaus geben sie aufschlussreiche Einblicke in das Alltagsleben der Mannheimer Bevölkerung.

Die gewichtigen Protokollbände sollen nun in einem großangelegten Projekt digitalisiert werden, um sie der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit leichter als bisher zugänglich zu machen. Künftig sollen die Ratsprotokolle von 1661 bis 1961, also 300 Jahre Stadtgeschichte, im Internet abrufbar sein.

Dafür sucht der Verein der Freunde des Stadtarchivs Mannheim – ISG Patinnen und Paten, die sich mit je 100 Euro pro Protokollband in den Dienst der Stadtgeschichte stellen. Jede Stifterin, jeder Stifter erhält eine 32-seitige, farbige Broschüre aus der Feder von Dr. Susanne Schlösser über die „Geschichte Mannheims im Spiegel der Ratsprotokolle“ zusammen mit einer CD des gestifteten Jahrgangs. Die Vergabe der Bände und damit der Jahrgänge erfolgt nach Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Auf Wunsch wird der Name als Stifter/-in ausgewiesen und es kann zudem eine persönliche Widmung beantragt werden.

Wer daran Interesse hat, eine Patenschaft zu übernehmen, der melde sich bei Dr. Schlösser für Auskünfte und Anmeldung (Link zum Anmeldeformular).

Kontakt:
Stadtarchiv Mannheim – ISG
Dr. Susanne Schlösser
Abteilungsleitung Historisches Archiv
Tel.: + 49 621 293 7729
Fax: + 49 621 293 7476,
susanne.schloesser@mannheim.de
www.stadtarchiv.mannheim.de

Stadtarchiv Iserlohn gibt historische Postkarten zum Stadtjubiläum heraus

Das Stadtarchiv Iserlohn hat anlässlich der 775-Jahrfeier der Stadt Iserlohn eine Serie mit historischen Postkartenmotiven herausgegeben. Aus dem Sammlungsbestand des Stadtarchivs wurden insgesamt zwölf verschiedene Karten mit Ansichten von Alt-Iserlohn ausgewählt.

Fünf Karten sind Lithografien aus den Jahren 1895 bis 1899. Abgebildet sind auf den farbig gestalteten Karten u.a. Gesamtansichten der Stadt, das alte Rathaus, die alte Schützenhalle auf der Alexanderhöhe, die Dechenhöhle, das Eiserne Kreuz in der Grüne und das Stadtwappen.

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Abb.: Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens (l.) und Stadtarchivar Rico Quaschny bei der Vorstellung der \’Jubiläumspostkarten\‘ (Stadt Iserlohn)

Auf den anderen sieben Karten wurden schwarz-weiß Motive markanter Stadtansichten aus den Jahren von 1910 bis 1941 reproduziert: eine Gesamtansicht, die Wermingser Straße, die Altstadt mit der Bauernkirche, die Nussstraße mit der reformierten Kirche, die Kluse mit der Städtischen Badeanstalt und der Obersten Stadtkirche, der Kaiserplatz mit dem Rathaus sowie der Danzturm.

Die reproduzierten Karten wurden als Klappkarten gestaltet. Auf der Rückseite finden sich bei jeder Karte Beschreibungen zu den einzelnen Bildmotiven. So wird beispielsweise auf die Baujahre und Nutzungen von Gebäuden hingewiesen. Dokumentiert werden mit den Karten aber auch die zum Teil gravierenden Veränderungen im Stadtbild durch die Stadtsanierung in den 1960er und 1970er Jahren.

Die Klappkarten sind mit Briefumschlägen versehen und einzeln verschweißt. Je Motiv wurde eine Auflage von 200 Exemplaren hergestellt. Die Karten kosten jeweils 1,50 Euro und sind im Stadtarchiv in der "Alten Post", bei der Stadtinformation im Stadtbahnhof, in der ALPHA-Buchhandlung, der Bahnhofsbuchhandlung und in der Kleinen Buchhandlung in Letmathe erhältlich. Das Stadtarchiv wird die Karten auch beim Bürgerfest auf der Alexanderhöhe am 25. August 2012 anbieten.

Lithografien

• Ansichtspostkarte "Gruss aus Iserlohn", um 1895
Lithografie, Verlag von Leopold Cohen, Iserlohn, ungelaufen
• Ansichtspostkarte "Gruss aus Iserlohn", um 1897
Lithografie, Verlag von Gustav Müller, Iserlohn, ungelaufen
• Ansichtspostkarte "Gruss aus Iserlohn", um 1897
Lithografie, Verlag von Gustav Müller, Iserlohn, ungelaufen
• Ansichtspostkarte "Gruss aus Iserlohn", um 1898
Lithografie, ohne Verlagsangabe, ungelaufen
• Ansichtspostkarte "Gruss von der Alexanderhöhe Iserlohn", um 1899
Lithografie, Verlag von Leopold Cohen, Iserlohn, ungelaufen

Fotografien

• Rathaus und Kaiserplatz in Iserlohn, um 1910
Verlag Gustav Müller, Iserlohn, ungelaufen
• Danzturm in Iserlohn, um 1915
Verlag Gustav Potthoff, Buch- und Papierhandlung, Iserlohn, ungelaufen
• Wermingser Straße in Iserlohn, um 1930
Verlag Trinks & Co., Leipzig, ungelaufen
• Nussstraße und reformierte Kirche in Iserlohn, um 1935
Verlag Ernst Bischoff, Iserlohn, ungelaufen
• Bauernkirche und Altstadt in Iserlohn, um 1935
Verlag Ernst Bischoff, Iserlohn, ungelaufen
• Blick von der Kluse auf die Oberste Stadtkirche und die Städtische Badeanstalt in Iserlohn, um 1935 ohne Verlag, ungelaufen
• Blick auf die Iserlohner Innenstadt von Süden, um 1941
Foto und Verlag Ernst Bischoff, Iserlohn, gelaufen 1942

Kontakt:
Stadtarchiv Iserlohn
in der "Alten Post"
Theodor-Heuss-Ring 5
58636 Iserlohn
Tel.: 02371 / 217-1920
Fax: 02371 / 217-2982
archiv@iserlohn.de

Quelle: Stadt Iserlohn, Pressemeldung, 15.8.2012

Luchterhand Literaturverlag will eigene NS-Vergangenheit aufarbeiten

Der Luchterhand Literaturverlag will nach dem Vorwurf der Bereicherung in der Nazizeit seine Vergangenheit aufarbeiten. In einer ersten Stellungnahme äußerte sich der Verlag zu einem Bericht der "taz", der Verlag habe sich 1939 zu einem äußerst günstigen Preis in die Druckerei von Otto Heinrich Scholz eingekauft, der von den Nazis drangsaliert wurde:

Am 7. August 2012 abends erreichte den Luchterhand Literaturverlag ein Fax der Berliner taz.die tageszeitung, das über Recherchen der Zeitung informierte, nach denen Eduard Reifferscheid und Heinz Luchterhand, der Sohn von Hermann Luchterhand, 1939 einen Vertrag unterschrieben haben, durch den der damalige Luchterhand Verlag Gesellschafter der Druckerei von Otto Heinrich Scholz wurden. Scholz, dessen Verlobte und spätere Frau Jüdin gewesen sei, sei im Zuge der politischen Verfolgung gezwungen gewesen, die Druckerei zu verkaufen; der Luchterhand Verlag habe davon nicht nur passiv profitiert, sondern die Verfolgung von Scholz selbst bei den Behörden aktiv betrieben. Otto Scholz hat offensichtlich nach dem Krieg an die Wiedergutmachungskammer in Berlin Folgendes geschrieben: "Vielen Leuten war es allgemein bekannt, dass der damalige Prokurist und heutige Mitinhaber des Luchterhand Verlages Herr Reifferscheid und Herr Luchterhand jr. der Gestapo Mitteilungen über unsere Verhältnisse machten, wodurch unser gesamtes Vermögen beschlagnahmt wurde".

Die taz bat bis zum 9. August 2012 um 9 Uhr um eine Stellungnahme des Luchterhand Literaturverlags. Anderenfalls dürfe man davon ausgehen, dass die getroffenen Behauptungen und insbesondere die zitierten Aussagen in inhaltlicher Hinsicht zutreffend seien, so Philipp Gessler von der taz.

Luchterhand-Verleger Georg Reuchlein hat daraufhin wie folgt Stellung genommen:
"Wir bitten um Verständnis, dass wir in der Kürze der Zeit kein Urteil über die Richtigkeit Ihrer Recherchen, von deren Ergebnissen wir heute zum ersten Mal erfahren, abgeben können. Wir legen auf jeden Fall größten Wert auf die lückenlose Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte des Luchterhand Verlags, dies gilt insbesondere und ausdrücklich auch für die Epoche der NS-Zeit. Daher messen wir Ihren Recherchen große Bedeutung bei und sind an deren genauen Ergebnissen und Quellen sehr interessiert."

Der Luchterhand Verlag, 1924 von Hermann Luchterhand gegründet, wurde 1987 an die niederländische Verlagsgruppe Wolters Kluwer verkauft, die kurz darauf den literarischen Teil des Hermann Luchterhand Verlags an die Arche Verlag AG Zürich weitergab. Seitdem firmiert dieser Teil des Verlags unter dem Verlagsnamen Luchterhand Literaturverlag; daneben gibt es weiterhin den Luchterhand-Fachverlag bei Wolters Kluwer Deutschland. 1994 erwarb der Münchner Wirtschaftsanwalt Dietrich von Boetticher den Literaturverlag, von dem ihn die Verlagsgruppe Random House im Oktober 2001 übernahm. Der wichtigste Bestand des Luchterhand Archivs ist seit den 1990er Jahren in den Händen des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Die restlichen noch vorhandenen Unterlagen befinden sich im Unternehmensarchiv der Bertelsmann AG in Gütersloh. Dieses dort vorhandene Material datiert allerdings nicht aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Am Samstag, 11. August 2012 erschienen dann in der taz ein "Ein dunkler Keller" überschriebener Artikel sowie ein Kommentar "Was nie gesagt worden ist" von Philipp Gessler zur NS-Vergangenheit des Hermann Luchterhand Verlags.

Der Luchterhand Literaturverlag abschließend in seiner Stellungnahme: "Wie bereits in der Stellungnahme der taz gegenüber formuliert, ist dem Luchterhand Literaturverlag sehr daran gelegen, die, folgt man den vorliegenden taz-Recherchen, bestürzenden und beschämenden Vorgänge in der NS-Zeit rückhaltlos aufzuklären. Wir werden uns in den kommenden Wochen darum bemühen, geeignete Wissenschaftler für eine unabhängige Aufarbeitung der Verlagsgeschichte zu gewinnen. Fortschritte und Ergebnisse entsprechender Recherchen werden wir zeitnah öffentlich kommunizieren."

Quelle: Luchterhand Literaturverlag, Stellungnahme zum Artikel "Ein dunkler Keller" in der taz vom 11. August 2012, München, 13.8.2012; Die WELT, 15.8.2012

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