25 Jahre Kreisarchiv Rastatt

Im Rahmen einer Sonderschau präsentiert das Kreisarchiv Rastatt einen Querschnitt durch die eigene Arbeit. Zudem werden auf mehreren Stellwänden die Aufgaben und besonderen Schätze des kreiseigenen Archivs vorgestellt. Eine kleine Postkartenausstellung rundet die Schau ab.

Das Kreisarchiv Rastatt wurde im Oktober 1987 als Pflichtaufgabe des Landkreises Rastatt gegründet. Vorausgegangen war im Sommer 1987 die Verabschiedung des Landesarchivgesetzes durch den baden-württembergischen Landtag. Neben grundlegenden Regelungen zum staatlichen Archivwesen sowie der Nutzung und Definition von Archivgut wurde nun auch die Landkreise verpflichtet, eigene Kreisarchive einzurichten.

Im Landkreis Rastatt wurde diese Vorgabe des Gesetzgebers in sehr kurzer Zeit umgesetzt. Zum 1. Oktober 1987 wurde das neu geschaffene Kreisarchiv im Rossi-Haus ins Leben gerufen. Dr. Irmgard Stamm wurde erste Kreisarchivarin des Landkreises Rastatt. Die Räumlichkeiten waren im Vergleich zu heute noch sehr überschaubar. Das erste Magazin hatte eine Kapazität von rund 280 Regalmetern. Hinzu kam ein weiteres, sehr kleines mit etwa 30 Regalmetern Kapazität. Da 1981 sehr umfangreiche Bestände an das Generallandesarchiv in Karlsruhe abgegeben wurden, wuchs der Bestand an historischen Unterlagen zunächst nur langsam an.

Dr. Irmgard Stamm blieb bis 1990 dem Landkreis verbunden. Ihre Nachfolgerin wurde Dr. Sabine Diezinger. Zentrale Aufgaben blieben der Aus- und Aufbau des Kreisarchivs. Insbesondere der Erwerb der Postkartensammlung Metz war ein Highlight dieser frühen Jahre. Hinzu kamen die archivische Erfassung der eigenen Bestände und der Ausbau des Sammlungsbereichs. 1994 verließ Dr. Diezinger das Landratsamt Rastatt aus privaten Gründen. Im August wurde Martin Walter neuer Kreisarchivar des Landkreises Rastatt. Walter legte großen Wert auf die Übernahme historischer Bestände aus den Registraturen der Landkreisverwaltung sowie auf den Ausbau der Nutzung durch historisch interessierte Personen.

Ein erster großer Schritt für den Ausbau des Zeitungsarchivs war der Erwerb der Zeitung „Murgtäler Bote“ in den 1990er Jahren. Neben der Forcierung der Aktenübernahme legte Walter einen weiteren Schwerpunkt auf den Ausbau der Sammlungsbestände wie Nachlässe, das Bildarchiv oder die Plakatsammlungen. Hinzu kam die Übernahme verwaltungsfremder Provenienzen, zum Beispiel die Archive des Kreispflegeheims Hub und des Kreiskrankenhauses Forbach sowie verschiedene Schularchive.

2008 zog das Kreisarchiv vom Rossi-Haus in das neue Landratsamt um. Zurzeit verwahrt das Kreisarchiv 1,8 Kilometer Archivgut im Magazin, darunter über 2.000 Zeitungsbände, mehr als 20.000 Bände in der Bibliothek und rund 150.000 einzelne Archivalien.

Die Sonderschau wurde von Kreisarchivar Martin Walter zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen Eva-Maria Eberle und Hermine Schuller-Glaser erarbeitet. Zu sehen ist die Präsentation im Foyer und im Seitengang im Erdgeschoss des Landratsamtes bis Ende der Woche. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
Kreisarchiv Rastatt
Am Schlossplatz 5
76437 Rastatt
Telefon: 07222 381-3581
Fax: 07222 381-3590
kreisarchiv@landkreis-rastatt.de

Quelle: Landkreis Rastatt, Pressemitteilung, 30.10.2012

Tag der offenen Tür in Schweizer Archiven am 3. November 2012

Am Samstag, 3. November 2012, findet zum vierten Mal der gesamtschweizerische Tag der offenen Archive statt. Aus dem Kanton Schaffhausen beteiligen sich das Staatsarchiv, die Stadtarchive von Schaffhausen und Stein am Rhein sowie das Gemeindearchiv Schleitheim.

Archive erfüllen wichtige Funktionen zum Nutzen von Gegenwart und Zukunft. Sie tragen zum Erhalt und Ausbau des kollektiven Gedächtnisses unserer Gesellschaft bei und leisten damit einen Beitrag zur Bewältigung der Zukunft. Archivierung bedeutet, vielfältige Informationen in Wort, Bild und Ton langfristig zu sichern und in Gegenwart und Zukunft verfügbar zu halten. Staatliche Archive stellen sicher, dass staatliches Handeln transparent bleibt. Sie sind damit eine zentrale Stütze des demokratischen Rechtstaates.

Archivierung ist allerdings mehr als bloßes Aufbewahren von alten Akten. Das Archivgut muss erschlossen und damit für die breite Benutzung zugänglich gemacht werden. Staatliche Archive sind damit auch Dienstleister für die breite Öffentlichkeit. Dieser Aspekt soll am diesjährigen Tag der offenen Tür in den vier Archiven aus dem Kanton Schaffhausen, die sich am schweizerischen Archivtag beteiligen, besonders im Vordergrund stehen. So legt das Staatsarchiv Schaffhausen den Schwerpunkt unter dem Titel Vom Pergament zum Chip auf das Thema des Umgangs mit Informationsträgern in Vergangenheit und Zukunft. Zudem werden in einer Filmstube alte Filme vorgeführt. Das Stadtarchiv Schaffhausen legt den Schwerpunkt auf das Thema Stadtentwicklung in Vergangenheit und Gegenwart und zeigt dazu Dokumente und Pläne. Das Stadtarchiv Stein am Rhein zeigt eine Auswahl von interessanten Urkunden, die Entwicklung vom Kirchenbuch zum Zivilstandswesen und einen Einblick ins Plan- und Fotoarchiv und das Gemeindearchiv Schleitheim präsentiert seine Schätze.

Das Staatsarchiv Schaffhausen, die Stadtarchive von Schaffhausen und Stein am Rhein sowie das Gemeindearchiv von Schleitheim laden die Bevölkerung herzlich ein, einen Blick hinter die Kulissen zu tun. Am Samstag, 3. November 2012, von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr sind die Archive für die Bevölkerung offen.

Kontakte:

  • Staatsarchiv Schaffhausen, Rathausbogen 4, 8200 Schaffhausen
  • Stadtarchiv Schaffhausen, Fronwagplatz 24, 8200 Schaffhausen
  • Stadtarchiv Stein am Rhein, Bürgerasyl, Oberstadt 3, Obergass 13, 8260 Stein am Rhein
  • Gemeindearchiv Schleitheim, Gemeindeverwaltung, Gass 15, 8226 Schleitheim

Link:

Reutlingen erinnert an historischen Weinbau

Am 1. Oktober 2012 hat der gebürtige Rottenburger Dr. Roland Deigendesch (49) die Nachfolge von Dr. Heinz Alfred Gemeinhardt als Leiter des Stadtarchivs Reutlingen übernommen. Deigendesch hat in Tübingen und Wien Germanistik und Geschichte studiert, promovierte über das Thema "Kartause Güterstein" und arbeitete von 1990 bis 2008 als Archivar und Museumsleiter bei der Stadt Münsingen. Danach war er in Kirchheim/Teck ebenfalls für das städtische Archiv und das Museum verantwortlich. Der Nachfolger des Ende Juni 2012 in den Ruhestand verabschiedeten Heinz Alfred Gemeinhardt möchte seine Arbeit auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen sachgerechter Aufbewahrung und historischer Forschung konzentrieren und "der Betrachtung der Reutlinger Geschichte einen angemessenen Raum geben", berichtet die Südwest Presse.

Jetzt erinnert eine Wandvitrinenausstellung des Reutlinger Stadtarchivs an den historischen Weinbau ("Das Ende einer \’großen Kellter\‘ unter der Achalm 1937"). Vor 75 Jahren, zum Jahresende 1937, wurde mit dem Abbruch der Reutlinger Spitalkelter an der Burgstraße begonnen. Es war die letzte der drei großen Keltern aus reichsstädtischer Zeit gewesen. Ihr Name leitete sich von ihrer vormaligen Eigentümerin ab: der Hospital-Pflegschaft, einer Stiftung aus hochmittelalterlicher Zeit, die nicht zuletzt das Spital am Markt unterhalten hatte.

Neben der Spitalkelter hatte bis 1928 die Armenkelter gestanden, die dann dem Neubau des Hallenbads weichen musste. Vor allem diese beiden Kelternstandorte waren bis ins 20. Jahrhundert hinein der zentrale Schauplatz des Reutlinger „Herbstes“ gewesen: Das Lesegut aus den Reutlinger Weinbergen wurde in deren großflächigen Innenhöfe in voluminöse Bütten gefüllt und später unter einem der insgesamt 15 mächtigen Kelternbäume ausgepresst.

In vorindustrieller Zeit hatte Reutlingen eine „Weingärtner-Bürgergesellschaft“ besessen. Wohl seit der Zeit der Stadtwerdung im 13. Jahrhundert und der Kultivierung der Abhänge von Achalm und Georgenberg als Rebflächen machten Weingärtnerfamilien rund 20 % der Stadtbevölkerung aus. Der Kelternbetrieb konzentrierte sich spätestens seit dem 16. Jahrhundert auf die Standorte der kleineren, 1913 abgebrochene Stadtkelter an der Mauerstraße sowie der Armen- und Spitalkelter.

Mit dem rapiden Rückgang des achalmstädtischen Weinbaus im 20. Jahrhundert waren schließlich auch die Tage der Spitalkelter gezählt. Zwischen innerer und äußerer Kelterstraße sollte an ihrer Stelle ein neues Polizeidirektionsgebäude entstehen. Dessen Bau verhinderte der Zweite Weltkrieg. Die Freifläche wurde in der Nachkriegszeit zu einer Grünanlage umgewandelt, auf der seit 1957 eine Bronze-Skulptur („Großes Reh“) des Bildhauers Fritz von Graevenitz steht.

Mit einer Wandvitrinen-Ausstellung vor seinen Diensträumen im Rathaus-Erdgeschoss erinnert das Stadtarchiv Reutlingen an ein untergegangenes Relikt des historischen Reutlinger Weinbaus. Neben Fotos des Kelternbetriebs in den 1930er Jahren oder einem „Verzeichnis über die in der Spitalkelter befindlichen Weinbütten-Orte nebst deren Besitzer“ von 1893 ist auch ein Güterverzeichnis der Reutlinger Hospital-Pflegschaft von 1749 zu sehen.

In diesem Band, einem sogenannten Lagerbuch, ist die Anlage mit ihren acht Pressen in der Sprache der damaligen Zeit beschrieben als „eine große Keltter, sambt einem Kelttern-Stüblen mit acht Böhm, so rings mit einer Mauer eingefaßt, in der Obern Vorstatt“. Die kleine Archivalienschau kann bis Ende November 2012 zu den Öffnungszeiten der Rathaus-Eingangshalle besichtigt werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Reutlingen
Marktplatz 22
72764 Reutlingen
Telefon: 07121 303-2386
Telefax: 07121 303-2758
stadtarchiv@reutlingen.de

Quelle: Stadt Reutlingen, Pressemitteilung, 11.10.2012; Jürgen Spieß, Südwest Presse, 18.10.2012

Gemeindearchiv Kirchhundem stellt weitere Findbücher online

Mit dem Inventar des Familienarchivs Vasbach hat die Gemeinde Kirchhundem jetzt ihr elftes Findbuch ins Netz gestellt. Neben diesem stehen auch die Findbücher der Bestände der ehemaligen amtsangehörigen Gemeinden Heinsberg, Kirchhundem, Oberhundem und Rahrbach, des älteren Bestandes des Amtes Kirchhundem, der Kassenbücher der Gemeinden und des Amtes, des gemeinsamen Bauamtes der Ämter Bilstein und Kirchhundem, der Volksschule Silberg und der Nachlässe von Dr. Albert Kleffmann und Dr. Johann Friedrich Joseph Sommer (Westfalus Eremita) zur Onlinerecherche im Netz.

Die Seite erreicht man unter folgendem Link des NRW-Archive-Portals. Die Archivalien der Bestände können im Gemeindearchiv Kirchhundem eingesehen werden. Eine vorherige Terminabsprache wird dazu empfohlen.

Das Gemeindearchiv Kirchhundem wurde 1980 erstmals hauptamtlich mit einem Archivar besetzt. Mittlerweile kam es zu zahlreichen Veröffentlichungen, bei denen auf die Akten und Urkunden des Archivs zurückgegriffen werden konnte.

Kontakt:
Gemeindearchiv Kirchhundem
Martin Vormberg
Hundemstr. 35
57399 Kirchhundem
Tel.: 02723 40929
Fax: 02723 9250129
m.vormberg@kirchhundem.de
www.kirchhundem.de

Quelle: Mailingliste Westfälische Geschichte, 26.10.2012

Kulturkonzept des Freistaats Thüringen betont Aufgaben der Archive

Als erstes Bundesland hat Thüringen ein \“Leitbild Kultur\“ erarbeitet. Bereits mit dem 1. Thüringer Kulturforum wurde 2010 zu einem breiten Diskussions- und Beteiligungsprozess zu den Zielen der Thüringer Kulturpolitik eingeladen. Im Frühjahr 2011 wurden dann für die Weiterentwicklung des Kulturkonzepts acht Arbeitsgruppen gebildet, in denen neben Vertretern der kulturellen Fachverbände, der kulturellen Institutionen und der kommunalen Kulturverwaltungen auch externe Fachleute mit entsprechender Expertise, Fachleute aus dem Kulturmanagement sowie Mitarbeiter aus den Landesressorts mitwirkten. Das Kulturkonzept 2012 ist Ergebnis dieses breiten Dialogprozesses. Es verschafft einen Überblick über die Thüringer Kulturlandschaft und bestimmt künftige Herausforderungen und Perspektiven.

In dem jetzt, im Oktober 2012, veröffentlichten Kulturkonzept des Freistaats Thüringen findet das Archivwesen eine ausführliche Berücksichtigung. Das Projekt eines \“digitalen Magazins\“ für die Landesverwaltung wie auch die Funktion der Archive als \“außerschulische Lernorte\“ werden dabei als zukunftsweisend besonders herausgehoben:

\"www.thüringen.de/imperia/md/content/tmbwk/kulturportal/kulturkonzept_thueringen.pdf\"

\“Archive sind Orte der historischen Bildung und der allgemeinen Landeskunde; sie dienen als Gedächtnis für politische und kulturelle Entwicklungen und Vorgänge, aber auch zu technischen oder umweltpolitischen Fragen. Der Umgang mit Dokumenten und Aktenvorgängen fördert über die Aneignung von Faktenwissen hinaus die Fähigkeit zur Quellenkritik.

In den Thüringer Archiven wird das Schriftgut aufbewahrt, das in der Verwaltung seit dem Mittelalter entstanden ist. Diese Urkunden und Akten aus mehr als 1.000 Jahren sind die wichtigsten Quellen zur Dokumentation der Landesgeschichte. Sie existieren zudem im Gegensatz zur Buchproduktion stets nur ein Mal. Da in der DDR die Wirtschaft überwiegend volkseigen war, kommt deren umfangreiche Überlieferung (auch die von Vorgängerbetrieben bis zurück ins 18. Jahrhundert) hinzu. Dies ist eine Besonderheit der Archive in den neuen Bundesländern.

Im Freistaat Thüringen bestehen in Altenburg, Gotha, Greiz, Meiningen und Rudolstadt Staatsarchive, in Weimar das Hauptstaatsarchiv. All dies sind frühere Residenzstädte, zu deren üblicher Ausstattung neben Theatern, Museen, Bibliotheken und weiteren Kultureinrichtungen stets auch Archive gehörten. 1923, wenige Jahre nach der Gründung des Landes, wurden sie zu Thüringischen Staatsarchiven. Heute werden in diesen Einrichtungen mehr als 60 laufende Regalkilometer aufbewahrt. Die historisch gewachsene, durch die kleinstaatliche Vergangenheit bedingte Struktur prägt auch die kommunalen Archivverhältnisse. In großer Dichte drängen sich wenige größere Stadtarchive (Erfurt, Gera), einige Stadtarchive mittlerer Größe (Jena, Weimar, Gotha, Mühlhausen) und viele kleine und kleinste Stadt- und Gemeindearchive, die zum Teil in Kreisarchiven deponiert sind. Daneben bestehen Facharchive öffentlicher und privater Träger. Kirchen, Wirtschaftbetriebe, wissenschaftliche und kulturelle Institutionen, Medien und nicht zuletzt der Landtag unterhalten eigene Archive.

Die Aufgaben der Archive im Freistaat werden durch das Thüringer Gesetz über die Sicherung und Nutzung von Archivgut [vom 23.04.1992; GVBl. Nr. 10/1992, S. 139-143; vgl. Bibliografie unten] definiert. Ergänzt werden diese Bestimmungen durch Verordnungen zur Zuständigkeit und zur Benutzung der Staatsarchive.

Akten sind Rechtsdokumente. Daher ist die Aktenüberlieferung in den Archiven für die Klärung von Rechtsfragen (Eigentumsnachweise, politische Rehabilitierungen, finanzielle Entschädigungen, Kontenklärung für die Rentenversicherung, Prüfungs- und Zeugnisnachweise u. a. m.) unverzichtbar. Daneben stehen die Archive allen an Geschichte interessierten Bürgern offen. Durch Beratung und Unterstützung von Interessenten an der Orts- und Regionalgeschichte, von Schülern und Studenten bis hin zu Autoren wissenschaftlicher Arbeiten tragen Archive zur Erforschung und Popularisierung der Landesgeschichte bei. Auch durch die Mitarbeit in den örtlichen und regionalen Geschichtsvereinen, die Veröffentlichung von Quellentexten und eigenen Forschungsergebnissen stiften die Archive an zentraler Stelle historische Identität. Für die Staatsarchive ist die eigenständige Erforschung der Landesgeschichte ausdrücklich im Archivgesetz (§ 7 Abs. 3) als Aufgabe festgeschrieben. Für die Archive der Universitäten, Hoch- und Fachschulen gehört die Erforschung der eigenen Geschichte zu ihrem Selbstverständnis als wissenschaftliche Einrichtungen. Mit der Einführung des Seminarfachs in den höheren Klassen der Gymnasien hat die Beratung und Betreuung von Schülern bei einschlägigen Facharbeiten deutlich zugenommen. Viele Archive gehören zum festen Besuchsprogramm der entsprechenden Jahrgangsstufen der Schulen am Standort, zum Teil auch von weiteren Schulen aus der Umgebung.

Derzeit wird diese Zusammenarbeit institutionalisiert. Mehrere Staatsarchive entwickeln sich in Zusammenarbeit mit dem ThILLM (Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien, Bad Berka) zu \“außerschulischen Lernorten\“.

Die Thüringischen Staatsarchive sind, bedingt durch ihren Entstehungshintergrund, in der Mehrzahl in historischen Gebäuden untergebracht, oft innerhalb alter Schlossbauten. Mit der Auflösung der Bezirksbehörden nach der Wiedervereinigung und dem Untergang zahlreicher Wirtschaftsbetriebe sind ihnen um 1990 erhebliche Aktenmengen zugewachsen, die keinen Sperrfristen unterlagen, da nur so die Rechtssicherung für Staat, Kommunen und Privatpersonen ermöglicht werden konnte. Vielerorts hat sich in dieser Zeit der Umfang des Archivguts verdoppelt. Dafür war eine Erweiterung der Magazinkapazitäten erforderlich. Greiz hat einen Neubau erhalten; in Weimar läuft der letzte Bauabschnitt der Sanierung des Marstallgebäudes (Gesamtkosten in Höhe von 30,2 Mio. Euro), in Altenburg sind erhebliche Teile saniert worden und es hat Erweiterungen innerhalb des Schlossbereiches gegeben, in Gotha ist der Umzug in das \“Perthes-Forum\“ bis 2014 geplant, und in Rudolstadt wurden Teile des Magazins saniert.

In den Landkreisen und Kommunen gehören die Archive zu den wenigen institutionalisierten Kulturträgern vor Ort. Sie sind wichtige Impulsgeber für die Heimatpflege.

Seit 2006 stellen 148 Archive aller Sparten sich und ihre Bestände im \“Archivportal Thüringen\“ vor. Die Quote einer Beteiligung von fast 80 Prozent der insgesamt 184 gemeldeten öffentlichen Archive und von 64 Prozent der nichtstaatlichen Archive ist im Vergleich zu anderen Bundesländern ungewöhnlich hoch.

Wie die Bibliotheken müssen die Archive häufig benutzte und herausragende Bestände sukzessive digitalisieren und für eine Nutzung im Internet zur Verfügung stellen. Diesen Maßnahmen kommt zudem unter dem Aspekt der Bestandserhaltung eine besondere Bedeutung zu. Die Thüringischen Staatsarchive sind hierzu eine Kooperation mit der ThULB Jena eingegangen. Die verschiedenen bereits laufenden Projekte sind so angelegt, dass sie entsprechend den kulturpolitischen Forderungen in die Deutsche Digitale Bibliothek bzw. in die Europeana einfließen können. Eine besondere und dringliche Aufgabe ist ferner die gesetzlich vorgeschriebene Archivierung der in der Landesverwaltung zunehmend entstehenden digitalen Aktenbestände.

Perspektiven

1. Die öffentlichen Archive haben gemäß Thüringer Archivgesetz die Aufgabe, das Archivgut der öffentlichen Stellen zu übernehmen, zu erfassen, zu verwahren, zu erhalten, zu erschließen und es für die Benutzung bereitzustellen. Die Archivierung von elektronischen Unterlagen gehört ebenso zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der Staatsarchive. Das stetige Anwachsen der Archivbestände macht deren Einbeziehung in die Digitalisierungsstrategie des Landes notwendig.

2. Zunehmend entstehen in zahlreichen Landesbehörden Akten und Fachanwendungen nicht mehr auf Papier, sondern nur noch in digitaler Form. Das Land Thüringen entwickelt unter Leitung des Thüringer Hauptstaatsarchivs Konzepte und Planungen, die vorhandenen und künftig entstehenden digitalen Akten und Dateien auf Dauer zu sichern und gemäß Archivgesetz zugänglich zu machen. Insgesamt muss dabei sichergestellt sein, dass jeder Zugriff und vor allem jede Veränderung der Daten/Akten dokumentiert wird und nachvollziehbar bleibt, damit Manipulationen ausgeschlossen werden. Sorge getragen werden muss ebenfalls dafür, dass die archivwürdigen Daten wie auch die zugehörigen Metadaten in archivische Systeme überführt und dort dauerhaft lesbar gehalten werden können. Diese Planungen müssen in die IT-Strategie des Freistaats eingebunden werden.

3. Die thüringischen Archive werden weiterhin auf Grundlage ihrer besonderen Verpflichtung gegenüber der Landesgeschichte ihre Servicefunktionen und ihre Bildungsarbeit als außerschulische Lernorte wahrnehmen. Insbesondere mit dem ThILLM und den Schulen in den entsprechenden Regionen sollen verstärkt Veranstaltungen, Ausstellungen und andere Aktivitäten realisiert werden.

4. Die öffentlichen Archive wirken auch an der Erforschung der bei ihnen verwahrten archivalischen Quellen mit. Deshalb bemühen sich vor allem die Staatsarchive und die größeren Stadtarchive darum, durch gezielte Übernahme von ausgewähltem Sammlungsgut aus privater bzw. nichtöffentlicher Hand (Fotosammlungen, Vereinsarchive, Nachlässe von Politikern, Künstlern und Schriftstellern) die Aktenüberlieferung zu ergänzen und das gesellschaftliche Leben in seiner ganzen Breite abzubilden.

5. Das Archivportal, das sich mit durchschnittlich 100.000 Zugriffen und über 7.000 Besuchern pro Monat sehr gut entwickelt hat, wird als zentrales Informationsmedium über das Thüringer Archivwesen weiterzuentwickeln sein.\“

Bibliografie:

Thüringer Gesetz zum Erlass und zur Änderung bibliotheksrechtlicher Vorschriften – Thüringer Bibliotheksrechtsgesetz (ThürBibRG) vom 16.07.2008, GVBl. Nr. 8/2008, S. 243–245. www.thueringen.de/imperia/md/content/tmbwk/kulturportal/archive_bibliotheken/2008-07-30_endgueltiger_gesetzestext_1_.pdf

Thüringer Gesetz über die Sicherung und Nutzung von Archivgut vom 23.04.1992; GVBl. Nr. 10/1992, S. 139-143. www.thueringen.de/de/staatsarchive/rechtsgrundlagen/Gesetz1
Archive: www.archive-in-thueringen.de

Thüringer Gesetz zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften, GVBl. Nr. 18/2006, S. 601–683; hier: § 38, Hochschulbibliothek. Aktuellste Version (01.04.2009): www.thueringen.de//th2/tmbwk/wissenschaft/hochschule_und_studium/hochschulrecht

Quelle: Kulturkonzept des Freistaats Thüringen, Oktober 2012, Seiten 5, 87-89, 186; Download unter www.thüringen.de/imperia/md/content/tmbwk/kulturportal/kulturkonzept_thueringen.pdf.

Geschichte des Schlossplatzes in Münster

Wer beim Send mit dem Riesenrad Höhenflüge unternommen und mutig in die Tiefe geschaut hat, wird sicher über die Maße des Platzes gestaunt haben. Mit seinen 12,5 Hektar Fläche und einer ursprünglichen Ausdehnung von 600 Metern gilt er als zweitgrößter Stadtplatz in Europa aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg: Der Schlossplatz in Münster. Ihm widmet sich der Themenabend im Stadtarchiv Münster am Donnerstag, 25. Oktober 2012, um 18 Uhr.

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Abb.: Das Schloss nebst Platz als Guckkastenbild. Zu sehen ist eine Darstellung aus der Zeit um 1778 (Foto: Stadt Münster)

Seine Geschichte beginnt mit dem Bau einer Zitadelle durch Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen ab 1661. Mit zahlreichen Ansichten, Fotos und Plänen wird Dr. Bernd Thier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Stadtmuseum Münster, die Gestaltung und vor allem die vielfältige Nutzung des Areals zwischen Schloss und Altstadt vorstellen. Mit der Zitadelle wurde der Stadtrand zunächst zu einer Esplanade, einem freien Schussfeld auf die Stadt. Mit dem Bau des Schlosses im 18. Jahrhundert entstanden zwei unabhängige Plätze, der Schlossplatz und der Neuplatz. Die Paraden der fürstbischöflichen Truppen dort wurden im 19. Jahrhundert von den preußischen Soldaten übernommen.

Der Neuplatz entwickelte sich zu einem Veranstaltungsort auch für Bürger. Seit 1867 gastierten regelmäßig Zirkusse vor dem Schloss, seit 1916 ist er Schauplatz für den Send. Nationalsozialistische Großveranstaltungen dominierten die Nutzung nach 1933. Der Zweite Weltkrieg veränderte den Platz nachhaltig. Trümmerschutt, Luftschutzeinrichtungen und Baracken prägten das Bild bis in die 1950er/1960er Jahre. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
Tel. 02 51/4 92-47 01
Fax 02 51/4 92-77 27
archiv(at)stadt-muenster.de
www.muenster.de/stadt/archiv/

Quelle: Stadt Münster, Pressemitteilung, 22.10.2012

Regesten der Urkunden des Hauptstaatsarchivs Dresden 1366-1380

Ein soeben erschienener Band mit Regesten spätmittelalterlicher Urkunden macht einen bedeutenden Quellenschatz aus den Beständen des Hauptstaatsarchivs Dresden für die Öffentlichkeit zugänglich. In ausführlichen Inhaltsangaben kommentiert und erläutert er 640 Originaldokumente zur Geschichte Mitteldeutschlands in den Jahren zwischen 1366 bis 1380. Die zum großen Teil bisher unbekannten Urkunden bilden eine wichtige Grundlage für künftige landesgeschichtliche Forschungsvorhaben. Das Werk setzt eine schon seit 1960 erscheinende Buchreihe fort, mit der das Hauptstaatsarchiv Dresden seine einzigartigen Urkundenbestände, die zu den größten Sammlungen ihrer Art in Deutschland zählen, sukzessive für die wissenschaftliche Nutzung aufbereitet.

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Abb.: Bischof Johann I. von Meißen bestätigt den Verkauf eines Weingartens in Kötzschenbroda (31. Mai 1368). Urkunde aus dem Bestand 12856 Domkapitel Meißen (Depositum) Nr. 411. (© Sächsisches Staatsarchiv)

Grundlagenwerk für die sächsische Landesgeschichtsforschung
Die Veröffentlichung, die der Dresdner Archivar und Historiker Dr. Eckhart Leisering erarbeitet hat, bringt neues Licht in eine Schlüsselepoche der sächsischen Geschichte, die unter anderem durch die Vorbereitung der Landesteilung von 1382 und einen 1372 vollzogenen Friedensschluss der Wettiner mit Kaiser Karl IV. geprägt war. Darüber hinaus zeichnen die von Königen, Päpsten, Bischöfen, Städten und Klöstern ausgestellten Urkunden ein vielschichtiges Bild des mittelalterlichen Alltags. Die meist in Latein verfassten Originale und ihr oft schwieriger Rechtsinhalt werden durch die neue Regestenpublikation für Wissenschaftler, Heimat- und Familienforscher in moderner und verständlicher Weise nutzbar gemacht.

Bibliographische Angaben:
Eckhart Leisering (Bearb.),
Regesten der Urkunden des Hauptstaatsarchivs Dresden 1366-1380 (Veröffentlichungen des Sächsischen Staatsarchivs, A 15),
Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2012, 476 S.,
ISBN 978-3-89812-949-7, Preis im Buchhandel: 50 €.

Buchpräsentation im Hauptstaatsarchiv Dresden
In einer Buchpräsentation stellt das Hauptstaatsarchiv Dresden das Werk am 6. November 2012 ab 17 Uhr der Öffentlichkeit vor. Prof. Dr. Enno Bünz, Inhaber des Lehrstuhls für sächsische Landesgeschichte an der Universität Leipzig, und der Dr. Eckhart Leisering sprechen über Inhalt und Nutzungsmöglichkeiten. Zu dieser Veranstaltung sind Gäste herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Ort:
Vortragssaal des Hauptstaatsarchivs Dresden
Archivstraße 14 (Seiteneingang)
01097 Dresden

Quelle: Hauptstaatsarchiv Dresden, Pressemitteilung.

Perspektiven historischer Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Archiven beim 17. Archivwissenschaftlichen Kolloquium

Am 15. und 16. November 2012 findet am Hessischen Staatsarchiv Marburg das 17. Archivwissenschaftliche Kolloquium zum Thema "Transparenz für die Bürger? Perspektiven historischer Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Archiven" statt.

In der globalisierten und multimedial geprägten demokratischen Gesellschaft sind Archive nicht nur Dienstleister der Verwaltung und der Forschung, sondern wenden sich an alle Bürgerinnen und Bürger. Als eine Kulturinstitution neben anderen werben sie aktiv um Benutzerinnen und Benutzer und versuchen, ihre Relevanz auf dem freien Markt der Informationsanbieter zu behaupten. Das 17. Archivwissenschaftliche Kolloquium greift die aktuellen Thesen zur gesellschaftlichen Bedeutung der Archive auf und fragt, wie eine Archivdidaktik aussehen kann, die Bürgerinnen und Bürger in die Archive führt und den besonderen Wert der Archive – auch als Zentren der Historischen Bildungsarbeit – stärker in die gesellschaftliche Wahrnehmung rückt.

Archive schaffen Transparenz, indem sie die Nachvollziehbarkeit des Verwaltungshandelns langfristig sicherstellen. Das ist der Anspruch und zugleich die zentrale gesellschaftliche Aufgabe der öffentlichen Archive. Die Vorträge der ersten Sektion zeigen auf, wie weit die Archive den gesellschaftspolitischen Ansprüchen gerecht werden können und inwieweit sich durch die Umstellung auf digitale Aktenführung neue Herausforderungen ergeben.

Die zweite Sektion ist der Rolle des Archivs als Erinnerungsort gewidmet. Die erinnerungskulturell und regionalgeschichtlich geprägten Formen einer Auseinandersetzung mit Geschichte bedürfen kompetenter Begleitung, wenn Geschichte ihre Orientierungsfunktion für die Gesellschaft nicht verlieren soll. Hierzu können die Archive einen entscheidenden Beitrag leisten. Der Lernort Archiv muss dabei vor Ort theoretisch fundierte, aber auch attraktive Zugänge für alle Nutzerinnen und Nutzer schaffen, ohne die fachlichen Ansprüche Historischer Bildungsarbeit zu vernachlässigen.

In der dritten Sektion präsentieren die Vortragenden aktuelle Konzepte und Ansatzpunkte der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in der Praxis. Die Beiträge widmen sich der Zusammenarbeit mit Schulen ebenso wie der Heranführung von Erwachsenen an das Archiv, wobei auch Beispiele für neue mediale Angebote vorgestellt werden.

Das Kolloquium der Archivschule Marburg wird in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen – Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte – und dem Hessischen Staatsarchiv Marburg durchgeführt.

17. Archivwissenschaftliches Kolloquium
Transparenz für die Bürger? Perspektiven historischer Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Archiven

Donnerstag, 15. November 2012
11.00 Uhr Eröffnung und Grußworte
11.30 Uhr Eröffnungsvortrag
Gedächtnis, Überlieferung und Wissensvermittlung im Zeitalter der Informationsgesellschaft
Prof. Dr. Peter Haslinger, Herder-Institut, Marburg; Justus-Liebig-Universität Gießen

12.30 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Sektion 1
Transparenz für die Bürger – Möglichkeiten und Grenzen
Moderation: Dr. Irmgard Christa Becker, Archivschule Marburg

Cultural dynamization out of the Archives: the spanish experience
Dr. Ramon Alberch Fugueras, Escola Superior d‘Arxivística i Gestió de Documents (Esaged), Universitat Autònoma de Barcelona

Der Staat und seine Akten
Dr. Michael Hollmann, Bundesarchiv, Koblenz

Klarmachen zum Ändern! Transparenz der Verwaltung im digitalen Zeitalter
Dr. Peter Sandner, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

16.15 Uhr Sektion 2
Das Archiv als Akteur regionaler Erinnerungskultur – Archivtainment oder historisches Lernen?
Moderation: Dr. Volker Hirsch, Archivschule Marburg

Erinnerungskulturen und ihre regionalen Akteure
Dr. Harald Schmid, Christian-Albrechts-Universität Kiel

Archivtainment – Imagebildung einer Institution
Prof. Dr. Susanne Freund, Fachhochschule Potsdam

Historisches Lernen im Archiv – zur didaktischen Dimension eines außerschulischen Lernortes
Dr. Jens Aspelmeier, Justus-Liebig-Universität Gießen
18.00 Uhr Ende des 1. Tages

Freitag, 16. November 2012
8.30 Uhr Sektion 3
Archivdidaktik – innovative Wege und alltagstaugliche Konzepte
Moderation: Dr. Jens Aspelmeier, Justus-Liebig-Universität Gießen

Das Archiv liefert das Material – Geschichte inszenieren
Dr. Wolfhart Beck, Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, Münster

BStU – archivische Bildungsarbeit als „Schule der Demokratie“
Stephan Wolf / Dr. Karsten Jedlitschka, BStU, Berlin

Archivale trifft Bürger: Das Digitale Stadtgedächtnis Coburg
Karin Engelhardt, Stadt Coburg / Horst Gehringer, Staatsarchiv Coburg

Fit für den Archivbesuch. Nutzerseminare des Staatsarchivs Marburg
Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, Hessisches Staatsarchiv Marburg

„Archivführerschein“ für Lehrerinnen und Lehrer der gymnasialen Oberstufe: Neue Wege projektorientierter Bildungsarbeit im regionalen Wirtschaftsarchiv
Dr. Karl-Peter Ellerbrock / Nancy Bodden, Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv (WWA), Dortmund

12.00 Uhr Abschlussbesprechung
13.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Anmeldung
Anmeldung bis zum 26. Oktober 2012 an:
www.archivschule.de/forschung/archivwissenschaftliche-kolloquien/anmeldung-kollo/.

Am Donnerstag, 15.11.2012, findet um 20.00 Uhr ein gemeinsames Abendessen statt. Wer daran teilnehmen möchte, kreuzt bitte im Anmeldeformular an. Die Kosten für das gemeinsame Abendessen sind im Tagungsbeitrag nicht enthalten.

Tagungsbeitrag
ohne Subskription des Tagungsbandes 45 €
mit Subskription des Tagungsbandes 60 €
Kursmitglieder und Studierende kostenlos

Tagungsort
Das Kolloquium findet im Landgrafensaal des Hessischen Staatsarchivs Marburg, Friedrichsplatz 15, 35037 Marburg (direkt gegenüber der Archivschule),
Tel. 06421 9250-0, statt.

Tagungsbüro
Donnerstag, 15. November 2012 9:30 – 18:45 Uhr
Freitag, 16. November 2012 8:00 – 13:30 Uhr

Hotels
Zimmerbuchung über Marburg Touristik & Marketing GmbH
Telefon: +49 6421 9912-24
Internet: www.marburg.de/de/107054

Veröffentlichungen
Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer erhalten während des Kolloquiums 25 % Nachlass auf die Veröffentlichungen der Archivschule. Publikationsliste:
www.archivschule.de/publikation/veroeffentlichungsreihe/

Kontakt:
Archivschule Marburg
Bismarckstr. 32
35037 Marburg
Telefon: +49 6421 16971-0
Telefax: +49 6421 16971-10
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Noch keine Entscheidung über Bestände der Wiener Kultusgemeinde

Im Prozess rund um den Verbleib der historischen Bestände der Wiener Israelitische Kultusgemeinde (IKG) ist ein Urteil weiterhin ausständig. Dies teilte die IKG am 17. Oktober 2012 mit und dementierte damit Medienberichte, die von einer Entscheidung zu Gunsten deren Verbleibs in Israel gesprochen hatten (vgl. z.B. den Bericht der Kleinen Zeitung "Bestände der Jüdischen Gemeinde bleiben in Israel").

"Die Entscheidung über den Verbleib der Dokumente liegt beim zuständigen Gericht, nicht beim Israelischen Staatsarchiv", erklärte Erika Jakubovits, Restitutionsbeauftragte der IKG, auf APA-Anfrage. Der Prozess sei noch am Laufen, die österreichische Seite sei noch nicht einmal angehört worden, so Jakubovits. Eine Fortsetzung der Verhandlung sei für 1. November 2012 geplant.

Die historischen Bestände der Wiener Kultusgemeinde sind nach dem Zweiten Weltkrieg von Wien nach Israel ausgelagert worden. Nach zahlreichen Briefen und Gesprächen mit dem Zentralarchiv für die Geschichte des Jüdischen Volkes in Jerusalem, in denen die IKG um eine Rücküberstellung des Archivs nach Wien gebeten habe, habe sich die IKG im November 2011 zu einer Klage entschlossen, erklärt Jakubovits.

In den 1950er Jahren sei nicht klar gewesen, wie es mit der jüdischen Gemeinde in Wien weitergehen würde und ob sie überhaupt eine Zukunft habe, daher habe man die historischen Bestände leihweise dem Zentralarchiv zur Verfügung gestellt. Heute gebe es jedoch wieder eine blühende jüdische Gemeinde in Wien, man sei daher bemüht, das gesamte Archiv (das auch in Russland, Polen und Tschechien liegt) wieder nach Wien zu holen.

Das Zentralarchiv in Jerusalem verweigert die Rückgabe und spricht von einer "permanenten Leihgabe". Im Gerichtsverfahren wurde auf Initiative des Zentralarchivs eine Stellungnahme des Israelischen Staatsarchivs angefordert. Dieses kommt zum Schluss, dass die historischen Bestände in Jerusalem verbleiben sollen, ist jedoch rechtlich nicht bindend, wie die IKG mitteilte. Die "Jerusalem Post" hatte berichtet, das zuständige Gericht habe die Entscheidungsgewalt dem Staatsarchiv übertragen (siehe JPost-Artikel vom 16.10.2012).

Kontakt:
Israelitische Kultusgemeinde Wien
Seitenstettengasse 4
A-1010 Wien
Tel. +43/1/531 04-0
Fax. +43/1/531 04-108
service@ikg-wien.at
www.ikg-wien.at

Quelle: IKG Wien, Pressemitteilung, 17.10.2012

Paderborner WissensRäume – Bauen für Lehre Studium und Forschung

Am 1. August 1972 als Gesamthochschule gegründet, feiert die Universität Paderborn in diesem Herbst ihr 40jähriges Jubiläum. Im Rahmen der Feierlichkeiten zeigt das Universitätsarchiv Paderborn im Foyer des Audimax vom 22.10. bis 4.11.2012 die Ausstellung "WissensRäume der Universität Paderborn. Bauen für Lehre, Studium und Forschung".

In einer Fotodokumentation wird die Entstehung die bauliche Entwicklung des Campus vorgestellt. Gezeigt wird, wie sehr die im Laufe von vier Jahrzehnten entstandenen Gebäude nicht nur Zeugen des immensen Wachstums der Universität sind, sondern unübersehbarer architektonischer Ausdruck des sich wandelnden Selbstverständnisses der Universität sowie ihres Erfolgs und Zuspruchs als Forschungs- und Lehreinrichtung sind.

Neben Fotos veranschaulichen Exponate und Inszenierungen vielfältige Ausschnitte des universitären Lebens.

Die Jubiläums-Ausstellung wird im Vorfeld des Festakts am 22. Oktober um 17.30 Uhr durch den Präsidenten der Universität, Herrn Prof. Dr. Nikolaus Risch, im Audimax-Foyer eröffnet. Sie kann anschließend bis zum 4. November 2012 täglich von 8 bis 20 Uhr besichtigt werden.

Führungen können bei der Kuratorin Dr. Anikó Szabó (Universitätsarchiv Paderborn) angemeldet werden.

Begleitend zur Ausstellung findet am Mittwoch, 31. Oktober 2012 um 16.15 Uhr im Hörsaal H3 ein öffentlicher Vortrag von Herrn Prof. Dr. Süßmann, Historisches Institut der Universität Paderborn, zum Thema "Wissenschaft als Verkehr? Erfahrungen mit der Paderborner Universitätsarchitektur und ihren Leitideen" statt.

Quelle: UA PB, Medieninformation, Archive.Nrw

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