Stralsunder Stadtarchiv zieht in den Räucherboden des Johannisklosters

Nach dem Schimmelbefall durch unsachgemäße Lagerung im Stralsunder Stadtarchiv sollen die Bestände nun auf den Räucherboden des ehemaligen Klosters der Franziskaner umziehen. Die Räumlichkeiten sollen entsprechend umgebaut werden, vorgesehen sind der Einbau eines Unterdaches auf den ehemaligen Klosterbuden, die Aufarbeitung der Bleiverglasungen und Holzfenster, die Beseitung der gröbsten Schäden an den Dächern sowie die Installierung einer mechanisch unterstützten Entlüftung. Die Kosten für Sanierung und Umbau des gesamten Klosters belaufen sich auf insgesamt zwei Millionen Euro und werden vom Bund, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, der Stadt Stralsund sowie dem UNESCO Investitionsprogramm \“Nationale UNESCO-Welterbestätten\“ getragen.

Der entsprechende Plan wurde von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) vorgestellt. \“Eines der ältesten Bauwerke Stralsunds erstrahlt in neuem Glanz\“ äußerte er sich gegenüber Stralsund Intern.

\“Vor allem der Räucherboden ist eine kulturhistorische Rarität und dieses Schmuckstück wollen wir durch die notwendigen Arbeiten erhalten.\“ Die Bestände des Stadtarchivs umfassen rund 130.000 Bände, 9.000 historische Akten sowie 3.000 Meter laufende Akten, Register und Protokolle. Ein Großteil dieser Archivalien leidet durch unsachgemäße Lagerung in den feuchten Kellerräumen des Klosters an Schimmelpilzbefall.

Kontakt:
Hansestadt Stralsund
Stadtarchiv
Am Johanniskloster 35
18439 Stralsund
Tel.: (0 38 31) 66 64 66 und 66 64 88
Fax: (0 38 31) 66 64 64
stadtarchiv@stralsund.de
www.stralsund.de/stadtarchiv

Quellen: Märkischer Oderzeitung, 27.2.2013; Stralsund Intern, 27.2.2013; Ostsee-Zeitung, 27.2.2013

Ende einer 180jährigen Ausleihe – Hexenprozessakten bald zurück im Stadtarchiv Lemgo

Lemgo und die Hexenverfolgung scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein. Die reichhaltige Überlieferung von rund 200 Prozessakten und Aktenbruchstücken im Stadtarchiv Lemgo hat schon früh die Neugierde von Geschichtsinteressierten geweckt. Ein Trend, der in Teilen noch bis heute anhält und Ausdruck der besonderen Faszination gerade dieser Quellen und der in ihnen dokumentierten Schicksale ist.

So widmete sich in der ersten Hälfte des 19. Jhds. bereits Christian Antze (1775-1845) dem Thema Hexenverfolgung. Als Sohn eines Salzufler Bürgermeisters war Antze nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Jena und Göttingen als lippischer Advokat (seit 1797) und auch als Auditor (Untersuchungsrichter) beim Detmolder Kriminalgericht tätig, bevor er 1799 zum Syndikus und Sekretär der Stadt Salzuflen gewählt wurde. Mehrfach war er Bürgermeister. In seiner Freizeit unternahm Antze intensive Archivforschungen, aus denen zahlreiche rechtsgeschichtliche und heimatkundliche Veröffentlichungen, besonders über die Geschichte der Hexenverfolgung und die lippischen Hexenprozesse hervorgingen. Im Archiv seiner Heimatstadt fand er darüber wenig, also ließ er sich aus dem Lippischen Landesarchiv und aus dem Stadtarchiv Lemgo Hexenakten zur Auswertung nach Salzuflen schicken, die er manchmal erst nach mehrfacher Mahnung zurückgab. In den Jahren 1835 – 1837 veröffentlichte er mehrere Aufsätze im \“Lippischen Magazin\“ über seine Forschungen.

Nach Antzes Tod gelangte sein Nachlass ins Landesarchiv und wurde dort teilweise mit den Kriminalakten vermengt. Dass sich darunter auch Hexenprozesse Lemgoer Provenienz befanden, ist schon lange bekannt. Insbesondere die ehemalige langjährige Leiterin des Lemgoer Stadtarchivs und Kennerin der Lemgoer Hexenverfolgung, Dr. Gisela Wilbertz, machte in einer Veröffentlichung über Maria Rampendahl aus dem Jahr 2005 auf diesen Umstand aufmerksam. Im vergangenen Jahr beantragte dann der neue Lemgoer Stadtarchivar Marcel Oeben beim Landesarchiv NRW die Rückgabe der 1827 an Antze ausgeliehenen Lemgoer Archivalien. Nach eingehender Begutachtung der in Frage kommenden Fälle wurde schließlich bei 20 Akten die Provenienz \“Stadtarchiv Lemgo\“ festgestellt und deren Rückgabe am 25.02.2013 in Anwesenheit des Präsidenten des Landesarchiv Prof. Dr. Wilfried Reinighaus vereinbart.

Kontakt:
Stadtarchiv Lemgo
Süsterhaus
Rampendal 20a
32657 Lemgo
Tel.: 05261 / 213413
Fax: 05261 / 213161
stadtarchiv@lemgo.de
www.lemgo.net/883.0.html

Landesarchiv NRW
Graf-Adolf-Straße 67
40210 Düsseldorf
Tel.: +49 211 159238-0
Fax: +49 211 159238-111
poststelle@lav.nrw.de
www.archive.nrw.de/lav/

Quelle: Landesarchiv NRW/Stadtarchiv Lemgo, Pressemitteilung, 28.2.2013

Ulmer Archivpaten retten 43 Archivalien vor dem Zerfall

Durch die finanzielle Unterstützung von \“Archivpaten\“ wurden im Ulmer Stadtarchiv 43 Archivalien vor dem Verfall bewahrt. Die Aktion wurde im Mai 2011 auf Basis einer Idee von Archivleiter Michael Wettengel ins Leben gerufen. Der Gemeinderat stellte 2010 in einem Fünf-Jahres-Programm Mittel für die dringendsten Restaurierungsfälle zur Verfügung, diese Mittel reichten aber nicht für alle notwendingen Restaurierungen aus. Aus dieser Notlage entstand die Idee, \“Paten fürs Archiv\“ zu gewinnen und die Aktion nahm ihren Lauf. Als Paten engagieren sich unter anderem Vereine, Institutionen und Gemeinderatsfraktionen.

Trotz des regen Zuspruchs für die Aktion ist der Arbeits- und Finanzierungsbedarf noch reichlich: Für weitere Paten reichen die restaurierungsbedürftigen Archivalien noch mindestens bis Ende des Jahrhunderts ließ Oberbürgermeister Ivo Gönner verlauten. Das älteste bisher gerettete Stück war das Steuerbuch aus dem Jahr 1499, dessen Lederumschlag durch Gerbsäure und Umwelteinflüsse beschädigt war und nun mit einem neuen Ledereinband versehen wurde. Auch die älteste bekannte Handschrift des Dichters Christoph Martin Wieland, ein Gedicht, welches er als Zwölfjähriger für den Namenstag seiner Großmutter verfasste, befand sich unter den restaurierten Archivalien.

Kontakt:
Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm, Schwörhaus
Weinhof 12
89073 Ulm
Postanschrift:
Stadtarchiv Ulm
89070 Ulm
Tel.: 0731/161-4200
Fax: 0731/161-1633
www.stadtarchiv.ulm.de

Quelle: Südwest Presse, 28.2.2013

Miete für ausgelagerte Kölner Archivalien wird immer teurer

Die nach dem Kölner Archiveinsturz ausgelagerten, beschädigten Archivalien verursachen der Stadt hohe Mietkosten. Nach der Katastrophe vom 3. März 2009 waren viele der Archivalien im Rahmen der Katastrophenhilfe zunächst unentgeltlich in \“Asyl-Archiven\“ untergebracht worden. Die lange Dauer der Auslagerung sowie die knappen Budgets der anderen Städte sorgen nun aber dafür, dass mehr und mehr auf kommerzielle Auslagerungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden muss.

Allein die Miete für das Porzer Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum (RDZ) beläuft sich auf 1,45 Millionen Euro jährlich. Unentgeltliche Lagerungsmöglichkeiten stellt das Sächsische Staatsarchiv zur Verfügung, allerdings reicht auf dieser Platz für die Mengen an beschädigten Dokumenten nicht aus, sodass mehr und mehr auf kostenpflichtige Angebote zurückgegriffen werden muss. So schlägt beispielsweise allein ein Kunstlager bei Köln mit rund 115.000 Euro jährlich zu Buche, auch das Historische Archiv des Erzbistums erhebt 55.000 Euro Miete im Jahr. Die Miete für den provisorischen Hauptsitz des Archivs am Heumarkt beträgt sogar 408.000 Euro.

Das neue Archiv soll 2017 in Betrieb genommen werden, allerdings wird auch dann die Austrocknung des Gebäudes noch neun Monate dauern. Die meisten der derzeit 170 Mitarbeiter des Archives widmen sich zur Zeit der Identifizierung und Restaurierung des geborgenen Archivguts. Bisher konnten rund 600 laufende Meter an Archivgut gereinigt werden, vor dem Einsturz belief sich der Bestand auf 30.000 laufende Meter.

Kontakt:
Historisches Archiv der Stadt Köln
Heumarkt 14
50667 Köln
Postanschrift:
Postfach 10 35 64
50475 Köln
Tel: 0221 / 221-22327
Fax: 0221 / 221-22480
historischesarchiv@stadt-koeln.de
http://www.stadt-koeln.de/5/kulturstadt/historisches-archiv/

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 25.2.2013

Ehrenamtliche erfassen mehr als 3000 Kleindenkmäler im Kreis Reutlingen

Durch die ehrenamtliche Arbeit von 140 Helfern konnte das Landesamt für Denkmalschutz über 3000 Kleindenkmäler dokumentieren und katalogisieren. Die gesammelten Daten füllen über 35 Ordner und wurden nun an das Kreisarchiv Reutlingen übergeben. Landrat Thomas Reumann lobte die Arbeitsmoral der ehrenamtlichen Helfer gegenüber der Südwest Presse.

Die Kleindenkmäler stellten \“beredte Zeugen der Vergangenheit\“ dar und seien stets durch Zerfall, Vandalismus und Diebstahl bedroht und daher besonders erfassungswürdig.

Irmtraud Betz-Wischnath, Leiterin des Kreisarchivs, betont, dass die Arbeit auch nach der Übergabe der Daten nie abgeschlossen sei, es seien sicherlicht noch nicht alle Kleindenkmale erfasst. Bürger, die noch nicht aufgestöberte Objekte entdecken, sollten sich bei der Kreisverwaltung melden, bat sie. Martina Blaschka vom Landesamt für Denkmalschutz hofft, dass sich weitere Kreise an dem Projekt beteiligen. Bisher hätten 17 Kreise mit 2000 Helfern rund 45000 Kleindenkmale erfasst. Allein im Kreis Reutlingen wurden 1383 Grenzsteine, 263 Wegkreuze, über 100 Bildstöcke und zahlreiche Gedenksteine und -tafeln sowie Sühnekreuze, die den Ort eines Verbrechens markieren, dokumentiert.

Kontakt:
Kreisarchiv Reutlingen
Bismarckstraße 16
72764 Reutlingen
Postanschrift:
Postfach 2143
72711 Reutlingen
Tel: 07121/480-1314, -1316
Fax: 07121/480-1805
kreisarchiv@kreis-reutlingen.de
www.kreis-reutlingen.de

Quelle: Südwest Presse, 27.2.2013

Islamische Kulturschätze in Mali unter deutscher Mithilfe vor Zerstörung bewahrt

Bei der Besetzung der nördlichen Teile Malis durch Islamisten waren viele der reichen Kulturschätze des Landes zerstört worden. Unter anderem Mausoleen, aber auch die berühmte Manuskriptesammlung in Timbuktu, welche das naturwissenschaftliche, philosophische und theologische Wissen der arabischen Welt vereint und teilweise bis ins 9. und 10. Jahrhundert zurückgeht, waren der Zerstörungswut der Fundamentalisten ausgeliefert.

Unter Führung des Leiters der Mamma-Haidara Bibliothek in Timbuktu, Dr. Abdel Kader Haidara, gelang es, 200.000 der 350.000 Manuskripte vor der Zerstörung zu bewahren. 4.000 dieser Manuskripte wurden mit deutscher Hilfe in die Hauptstadt Bamako evakuiert, die deutsche Botschaft bezahlte Benzin für den Transport der Dokumente und stellte Archivkartons zur Verfügung.

Außenminister Guido Westerwelle äußerte sich in Berlin: "Ich freue mich, dass ein großer Teil dieses wertvollen Kulturschatzes auch mit deutscher Hilfe gesichert werden konnte." Beim Wiederaufbau der Bibliothek beteiligt sich auch die deutsche Gerda-Henkel Stiftung, welche sich besonders für den Erhalt islamischer Kultur einsetzt.

Quelle: Auswärtiges Amt, Pressemitteilung, 25.2.2013; Der Spiegel, 14.2.2013, S. 19; Süddeutsche Zeitung, 26.2.2013, S. 12

Elektronisches Staatsarchiv des Freistaats Sachsen eröffnet

Sachsens Innenminister Markus Ulbig hat am 25.2.2013 das neue Elektronische Staatsarchiv für den Freistaat Sachsen feierlich eröffnet und symbolisch in den Regelbetrieb überführt. Der Freistaat Sachsen ist das erste Land, das ein derart komplettes elektronisches System einführt und für das Archivieren von elektronischem Archivgut eine beispielhafte Lösung anbietet.

Dem Elektronischen Staatsarchiv kommt die Aufgabe zu, archivwürdige elektronische Unterlagen der Gerichte und Behörden des Freistaates Sachsen dauerhaft zu erhalten und für die Benutzung zugänglich zu machen. Innenminister Markus Ulbig: "Der heutige Tag stellt eine Zäsur dar. Von der ersten Pergamenturkunde aus dem Jahr 948 bis hier her war es ein weiter Weg. Mit dem elektronischen Staatsarchiv wird ein völlig neues Kapitel in der Geschichte des Sächsischen Staatsarchivs aufgeschlagen. Der Freistaat hat jetzt auch ein digitales Gedächtnis. Das elektronische Staatsarchiv erweitert damit sein schon bisher einmaliges Angebot. Informationen werden jetzt schneller, transparenter und komfortabler angeboten".

Durchschnittlich empfängt das Staatsarchiv rund 15.000 Besucher pro Jahr. In nur dreieinhalb Jahren wurde das Elektronische Staatsarchiv entwickelt und aufgebaut. Das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Europa hat das Fachkonzept dazu erarbeitet und rund 2 Millionen Euro investiert. Betrieben wird das Elektronische Staatsarchiv beim Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste.
Dr. Wilfried Bernhardt, CIO des Freistaates Sachsen: "Mit der heutigen Eröffnung des elektronischen Staatsarchivs ist ein wichtiger Schritt für die Digitalisierung der Verwaltung getan. Die erfolgreiche Realisierung des Projektes elektronischer Langzeitspeicherung fügt sich als ein wichtiger Bestandteil in eine Reihe von Projekten, die für die Einführung der elektronischen Aktenführung in der Sächsischen Staatsverwaltung und damit für die Verbesserung der E-Government Angebote im Freistaat von großer Bedeutung sind".

Kontakt:
Sächsisches Staatsarchiv
Hauptstaatsarchiv Dresden
Archivstr. 14
01097 Dresden
Postanschrift:
Postfach 100 444
01074 Dresden
Tel: +49 351/89219-710
Fax: +49 351/89219-709
poststelle-d@sta.smi.sachsen.de
www.staatsarchiv.sachsen.de/257.htm

Quelle: Medienservice Sachsen, Pressemeldung, 25.2.2013

Online-Erschließung der Urkunden im Staatsarchiv Marburg abgeschlossen

Die mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft durchgeführte Online-Erschließung der Urkunden der Reichsabtei Hersfeld ist Ende Januar 2013 planmäßig beendet worden. Damit liegt nach den für Kloster Fulda gegebenen Stücken (Hessisches Staatsarchiv Marburg, Urk. 75) ein weiterer bedeutender Urkundenbestand eines der wichtigsten deutschen Königsklöster im Staatsarchiv Marburg erschlossen vor (Hessisches Staatsarchiv Marburg, Urk. 56).

Abb.: Indulgenz mit U-Initiale, die die Hll. Simon und Judas zeigt (Urk. 56 Nr. 328) (HSTAM)

Die 2432 Urkunden (775-1743) sind über die Archivdatenbank HADIS weltweit und jederzeit recherchierbar. Geboten werden neben einem Regest hochauflösende Abbildungen von Vorder- und Rückseite (bei Libellen u.ä.: von allen Seiten) sowie separate Aufnahmen von den Siegeln. Die in dem Bestand enthaltenen Fragmente zweier auf Papyrus überkommener Urkunden (vermutl. ein Privileg Johannes’ XIII. sowie eine römische Emphyteuse) werden zur Zeit restauriert und umverglast. Bis zur Implementierung von „HADIS 2.0“ sind die Digitalisate (anders als bei Fulda) bei geöffnetem Regest über den oben rechts befindlichen Button „Media“ erreichbar.

Das Hessisches Staatsarchiv Marburg hat weitere Projekte dieser Art auf den Weg gebracht.

Kontakt:
Hessisches Staatsarchiv Marburg
Friedrichsplatz 15
35037 Marburg
Tel: 06421/92 50 160
Fax: 06421/16 11 25
www.staatsarchiv-marburg.hessen.de

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Neue Räumlichkeiten für das Stadtarchiv in Rathenow

Das Stadtarchiv in Rathenow soll umziehen. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich im ehemaligen Atelier des Rathenower Künstlerkreises am Schleusenplatz 4, welches im Dezember 2012 frei wurde. Das bisherige Stadtarchiv wurde 1982 mit dem Kreisarchiv zusammengeführt. Neuere Bestände lagern im Stadtarchiv des Rathauses in Rathenow, während sich der Großteil der älteren Akten im Kreisarchiv in Friesack befindet. Die sich dort befindlichen Bestände mit Bezug zur Stadt Rathenow belaufen sich auf 220 laufende Meter, besondere Urkunden finden sich außerdem im Landesarchiv Potsdam. Der Umzug indes verzögert sich wegen finanzieller Probleme der Stadt, die Kosten für Planung und Umbau der Räumlichkeiten belaufen sich auf 140.000 Euro. Im neuen Stadtarchiv ist Raum für 800 laufende Aktenmeter eingeplant.

Häufige Nachfragen betreffen Geburts-, Heirats, und Sterbeurkunden, welche oft die Ahnenforschung in Erbfällen betreffen so Archivleiter Stefan Nitsche gegenüber der Gransee-Zeitung. Dazu kämen "Stammbesucher", die sich mit bestimmen Themen der Stadtgeschichte befassen sowie Nachfragen nach altem Kartenmaterial.

Kontakt:
Kreis- und Verwaltungsarchiv
Berliner Allee 6
14662 Friesack
Tel. 033235 / 20006
Fax 033235 / 20158
http://www.havelland.de/Kreis-und-Verwaltungsarchiv.541.0.html

Stadtarchiv Stadtverwaltung Rathenow
Berliner Str. 15
14712 Rathenow
Tel. 03385 / 596150

Quelle: Gransee-Zeitung, 22.2.2013

Pädagogische Perspektivwechsel und Sichtweisen aufs Archiv – 27. Archivpädagogenkonferenz 2013 in Bielefeld

Der Arbeitskreis Archivpädagogik und Historische Bildungsarbeit im VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen die 27. Archivpädagogenkonferenz und lädt dazu herzlich vom 25. bis 27. April 2013 nach Bielefeld-Bethel ein.

Die Konferenz richtet sich an alle, die in Archiven, Museen und Bibliotheken in der Vermittlung historischer Themen tätig sind, an Lehrerinnen und Lehrer sowie an Studierende der Hochschulen und Universitäten.

Im Rahmen der Veranstaltung sollen zum einen Methoden der Theaterarbeit und Inszenierung in ihrer Bedeutung für die Archivpädagogik beleuchtet und veranschaulicht werden. Zum anderen sollen Materialien für Schüler und Jugendliche vorgestellt werden, die sich besonders für eine unterrichtserweiternde, handlungsorientierte Geschichtsarbeit mit historischen Orten oder an historischen Orten eignen.
Das Kirchlich-diakonische Archivzentrum in Bielefeld befindet sich im Herzen von Bethel, dem stadtteilgleichen Sitz der v. Bodelschwinghschen Stiftungen, wo seit 140 Jahren Menschen, die auf Hilfe, Unterstützung oder Assistenz angewiesen sind, in ihrer Verschiedenheit selbstverständlich zusammen leben, zusammen lernen und zusammen arbeiten. Diese Impulse fließen in das Programm der 27. Archivpädagogenkonferenz ein.

Den Auftakt zur Archivpädagogenkonferenz bildet ein Vorprogramm mit einem Workshop zu künstlerischen Sichtweisen auf das Archiv und einem Besuch im Dr. Oetker-Firmenarchiv. Ebenso attraktiv wie optional ist das Abschlussangebot: Eine unterhaltsame und kenntnisreiche Führung durch Bethel mit dem Kirchenhistoriker Professor Dr. Matthias Benad.

Programm:

Vorprogramm
Donnerstag 25.4., Theaterwerkstatt Bethel, Handwerkerstraße 5 33617 Bielefeld
15.00 – 18.00 Workshop „SichtWeisen. Künstlerische Blicke aufs Archiv“ mit der Theaterwerkstatt Bethel (um verbindliche Voranmeldung wird gebeten)
19.00 Gemeinsames Abendessen („Glück und Seligkeit“, Artur-Ladebeck-Straße 57, 33617 Bielefeld)

Freitag 26.4., Dr. August Oetker KG Firmen-Archiv, Friedrich-List-Str. 15, 33617 Bielefeld
10.30 – 11.30 Jürgen Köppen (Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG Firmen-Archiv, Bielefeld): Führung durch das Dr. Oetker-Archiv

Archivpädagogenkonferenz
Freitag 26.4., Kirchlich-diakonisches Archivzentrum, Bethelplatz 2, 33617 Bielefeld
13.00 Ankunft, Begrüßung
13.15 – 14.00 Dr. Jens Murken (Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bielefeld): Profile einer Kirchenarchivpädagogik
14.15 – 15.00 Dr. Jürgen Kirschner (Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der BRD, Frankfurt/Main): Spiel, Narration, Performance – Anregungen aus der aktuellen Theaterpraxis für die Archivpädagogik
15.15 – 16.45 Berichte aus den Archiven (Teilnehmer), Hörsaal FHdD
17.00 – 18.30 Schlachter-Tango. Das Leben eines Bielefelders. Doku-Drama von und mit Michael Grunert (Theaterlabor Bielefeld) mit anschließender Diskussion
19.00 Gemeinsames Abendessen („Neue Schmiede“, Handwerkerstraße 7, 33617 Bielefeld)

Samstag 27.4., Kirchlich-diakonisches Archivzentrum, Bethelplatz 2, 33617 Bielefeld
09.00 – 10.00 Mitgliederversammlung des VdA-AK Archivpädagogik und Historische Bildungsarbeit (Gäste sind herzlich willkommen!)
10.15 – 11.00 Joachim Wibbing (Unternehmens- und Fotoarchiv der Stadtwerke Bielefeld), Barbara Handt und Lioba Korte (Sudbrack-Grundschule Bielefeld): Stadtgeschichte für die Grundschule – Herausforderungen eines Publikationsprojektes
11.15 – 12.00 Pfarrer i.R. Hartmut Hegeler (Unna): „Ein erschröckliche geschicht“. Schülermaterialien zu Opfern und Gegnern von Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit
12.15 – 13.00 Dr. Susanne Rappe-Weber (Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein): „Jugend erzieht sich selbst“ – Nachhaltige Jugendbildung am historischen Ort
13.15 – 14.00 Abschlussdiskussion / Imbiss
14.00 – 16.00 Führung durch Bethel (Prof. Dr. Matthias Benad, Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel)

Download des Programms und der Anmeldung als PDF-Datei:
www.augias.net/doc/APK2013.pdf

Veranstalter:
Arbeitskreis Archivpädagogik und Historische Bildungsarbeit im VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.
www.archivpaedagogen.de

Kontakt:
Dr. Jens Murken
Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen
Bethelplatz 2
33617 Bielefeld
0521/594296
Archiv@LkA.EKvW.de
www.archiv-ekvw.de

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