Neue Filmclips des LWL-Archivamts zur Notfallprävention

Konsequente Bestandserhaltung muss in allen Archiven das oberste Gebot sein. Präventiven Maßnahmen wie Lagerung, Verpackung etc. ist daher hohe Bedeutung beizumessen. Neue Filme des LWL-Archivamtes für Westfalen bieten praktische Unterstützung.

Der erste Clip widmet sich dem Umgang mit wassergeschädigtem Archivgut. Er zeigt den fachgerechten Umgang mit wassergeschädigten Unterlagen von der Auswahl der Materialien bis zur fachgerechten Verpackung und Einlagerung in einem Kühlhaus und erklärt Prozess und Wirkungsweise der Gefriertrocknung, wie sie im LWL-Archivamt seit über 15 Jahren erfolgreich betrieben wird. Bei Wasserschäden muss schnell gehandelt werden, da sich andernfalls Schimmel bildet, der das Archivgut nachhaltig schädigt.

Der zweite Film beschäftigt sich mit der Frage, wie man Schäden an Registratur- und Archivgut erkennt. Mit Unterstützung des Archivamtes sollen die Archive besser in die Lage versetzt werden, Schäden an Archivbeständen nicht nur zu identifizieren, sondern auch bestandserhalterische Maßnahmen effizient zu planen und effektiv durchzuführen.

Links:

Schäden an Archivgut erkennen

Wasserschäden bekämpfen

Kontakt:
LWL-Archivamt für Westfalen
Jahnstraße 26
48147 Münster
Tel.: 0251/591-3890
Fax : 0251/591-269
LWL-Archivamt@lwl.org

Quelle: LWL-Archivamt für Westfalen, Aktuelles.

Deutsches Kunstarchiv feiert 50. mit virtueller Ausstellung

Das Deutsche Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg feierte am 22. Oktober 2014 sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt. Anlässlich des Jubiläums fand die Freischaltung der virtuellen Ausstellung „Die Gesichter des Deutschen Kunstarchivs“ statt. Sie zeigt 460 einzigartige, zumeist nie zuvor gezeigte Fotografien von Künstlern sowie Kunstwissenschaftlern aus den verwahrten Vor- und Nachlässen.

Gesichter des Kunstarchivs

Der Maler und Grafiker Walter Gramatté
Die virtuelle Ausstellung bietet in zwölf Kapiteln 460 digitale Exponate, die auf Fotografien aus dem Deutschen Kunstarchiv beruhen. Zu sehen sind Portraits, aber auch situative Bilder von rund 250 Bestandsbildner/innen, also von Personen, die durch Vor- oder Nachlässe im Deutschen Kunstarchiv vertreten sind. Nicht alle Bestandsbildner/innen sind damit erfasst. Die zeitliche Spanne erstreckt sich von ca. 1870 bis in die 1990er Jahre hinein.

Das Projekt „DigiPortA“
2012 startete das Projekt „DigiPortA – Digitalisierung und Erschließung von Porträtbeständen in Archiven der Leibniz-Gemeinschaft“. Neun Archive der Leibniz-Gemeinschaft hatten sich mit dem Ziel zusammengeschlossen, insgesamt rund 33.000 Portraits aus ihren Sammlungen innerhalb von drei Jahren zu digitalisieren, zu erschließen und – sofern keine rechtlichen Beschränkungen bestehen – in einem gemeinsamen Onlineportal im Frühjahr 2015 zugänglich zu machen.

Auch das Deutsche Kunstarchiv ist Projektpartner. Aus seinen Vor- und Nachlässen wurden insgesamt über 4.000 Portraits – vorrangig Fotografien, aber auch Zeichnungen und Druckgrafiken – recherchiert, gescannt und mit Metadaten sowie beschreibenden Texten in die Datenbank aufgenommen.

Da die Portraits im Deutschen Kunstarchiv nicht separiert aufbewahrt werden, war die Recherche relativ aufwendig. Alle knapp 1.400 Bestände mussten einzeln durchgesehen werden. Dabei wurde die Gelegenheit genutzt, die Fotografien mit ihren Signaturen zu versehen und konservatorisch fachgerecht abzulegen. Ein Anliegen war es, nicht nur die ohnehin schon bekannten Personen wie beispielsweise Franz Marc, Otto Dix oder Ernst Wilhelm Nay zu erfassen, sondern auch den Personen aus etwas weniger genutzten Beständen wie Wilhelm Engel, Harry Fränkel oder Lili Schultz ein Gesicht zu geben. Hinzu kamen zahlreiche Familienbilder sowie Portraits von Freunden, Kollegen und Bekannten. Viele Fotografien waren leider unbeschriftet, so dass die Fotograf/innen beziehungsweise die Dargestellten nicht immer ermittelt werden konnten. Es wurden jedoch nur Portraits von namentlich bekannten Personen aufgenommen.

Die Projektidee für „Die Gesichter des Deutschen Kunstarchivs“
Schon bald folgte der Wunsch nach Struktur und Gruppierungen der kaum zu überblickenden Bilderflut, nach einer thematischen Herangehensweise und nach einer Fokussierung auf die eigenen Bestandsbildner/innen. So entstand die Idee zu dieser virtuellen Ausstellung. Aus den über 4.000 Bildern wurden 460 exemplarische Fotografien ausgewählt.

Auswahlkriterien
Bei der Auswahl war das erste Kriterium, dass es sich nur um Fotografien von Personen mit einem eigenen Bestand im Deutschen Kunstarchiv handelte. Bilder von Familienangehörigen, Freunden oder Kollegen wurden somit ausgeschlossen, außer sie sind mit der/dem Bestandsbildner/in gemeinsam abgebildet. Sodann spielten die Qualität der Aufnahme, die Aussage- und Wirkkraft, aber auch der historische Quellenwert der Bilder eine Rolle. Und nicht zuletzt war die juristische Situation ausschlaggebend, da einige Bilder – auch nach aufwendigen, sich über Monate erstreckenden Recherchen – aus urheberrechtlichen oder Personenschutzgründen nicht im Internet gezeigt werden können.

Selbstverständlich wurde darauf geachtet, ob namhafte Berufsfotograf/innen unter den Urheber/innen sind. Es erstaunt, wie viele Künstler/innen und Kunstwissenschaftler/innen bekannte Fotograf/innen um Aufnahmen ihres Konterfeis baten. So konnten – neben den zahlreichen Laienfotografien – beispielsweise Aufnahmen von Minya Diez-Dührkoop, Hugo Erfurth, Fritz Hege, Edmund Kesting, Robert Lebeck, Stefan Moses, Albert Renger-Patzsch, Regina Schmeken oder Umbo ausfindig gemacht werden.

Die thematische Gliederung
Eine thematische Gliederung in zwölf Kapitel ermöglicht einen strukturierten Zugriff auf die Vielfalt der im Deutschen Kunstarchiv verwahrten Fotografien. Das größte Kapitel enthält mit 150 Aufnahmen die Einzelportraits. Familien-, Paar- oder Freundschaftsbilder bieten einen intimen Blick auf die Künstler in privater Atmosphäre. Man erhält Einblick in das Privatleben – auch bei Bildern, die am Schreibtisch oder auf Reisen entstanden. Aufnahmen aus den Künstlerwerkstätten, der Akademie, von Ausstellungen oder bei geselligen Festen vermitteln anschaulich den sozialen Kontext, die jeweilige Zeittypik und Situation. Viele Bestände enthalten zudem Fotografien ihrer Protagonisten, die uniformiert während des Kriegs abgelichtet wurden. Vom Repräsentationsbild über das Atelierbild bis hin zum persönlichen, ja familiären Gelegenheitsbild eröffnet die virtuelle Ausstellung alle Facetten des privaten wie beruflichen Lebens der ausgesuchten Künstler/innen und Kunstwissenschaftler/innen.

Forschungsrelevanz
Die Fotografien enthalten vielerlei Informationen, die in erstaunlicher Weise zur Rekonstruktion einzelner Lebensverläufe von Künstler/innen und Kunstwissenschaftler/innen beitragen, wie sie sonst nur auf der Basis von Textdokumenten erstellt werden können. Die Beschäftigung mit den Fotografien soll dazu anregen, tiefer in die Erforschung von Leben und Werk der einzelnen Dargestellten einzusteigen. Kurzbiografien werden für den ersten Einstieg bereitgestellt. Bildunterschriften, Bildaufschriften, Rückseitenbeschriftungen oder Widmungen können zusätzliche Informationen liefern. Überhaupt ist der Zusammenhang des ausgewählten Bildes zur übergeordneten Sammlung bisweilen aufschlussreich und wird transparent gemacht, um eine quellenkritische Herangehensweise an die jeweilige Vorlage zu gewährleisten. Damit kommt diese virtuelle Ausstellung den Forderungen der Bildwissenschaften nach einer Kontextualisierung und Einbettung von Bildforschung in gesellschaftsgeschichtliche Zusammenhänge nach.

Zudem sind die einzelnen Personendatensätze mit den Normdatensätzen der Gemeinsamen Normdatei versehen, wodurch vielfältige Anknüpfungspunkte an weitere Portale im Internet eröffnet werden. So lassen sich etwa Literatur, Bilder oder biografische Informationen anderer Angebote abrufen. Auch die Verwendung der Daten im Rahmen des Linked Open Data wird somit ermöglicht.

Link:
http://gesichter-des-dka.gnm.de/

Kontakt:
Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
D-90402 Nürnberg
Telefon: + 49 911 1331 – 0
Telefax: + 49 911 1331 – 200
info@gnm.de
www.gnm.de

Virtueller Lesesaal des Steiermärkischen Landesarchivs eingerichtet

Musste man bislang die Lesesäle des Steiermärkischen Landesarchivs aufsuchen, so zeigt das Archiv fortan einen beträchtlichen Teil seiner Schätze allgemein zugänglich und kostenfrei im Internet. Das Archivinformationssystem des Steiermärkischen Landesarchivs ermöglicht je nach Erschließungsgrad eine Onlinerecherche, die von Bestandsgruppen bis hin zu Einzelstücken reichen kann. Zurzeit sind nur Teile des Gesamtbestandes online zugänglich. Das Datenangebot wird aber laufend erweitert.

Mehr als 20 Terabyte an Daten sind über www.landesarchiv.steiermark.at abrufbar. Archivdirektor Dr. Josef Riegler gegenüber der Kleinen Zeitung. „Wir haben vor allem Inhalte digitalisiert, die häufig nachgefragt werden, oder Originale, die in der Handhabung besonders sensibel sind.“ Besonders reizvoll seien die rund 10.000 steirischen Pläne des Franziszeischen Katasters, über den im 19. Jahrhundert das gesamte Kaiserreich mit all seinen Liegenschaften vermessen wurde.

Es gibt verschiedene Recherchemöglichkeiten: Mit der einfachen Suche (Volltextsuche) werden bestimmte Felder in der Datenbank nach dem eingegeben Begriff durchsucht. Die erweiterte Suche ermöglicht eine gezielte Suche innerhalb jener Felder, die aus einer Liste ausgewählt werden können. Mit Hilfe der Felder „Stufe darüber“ und „Stufe darunter“ kann die Suche mit der darüber oder darunter liegenden Verzeichnungsstufe verknüpft werden. Die Beständestruktur gibt den hierarchischen Aufbau der Archivtektonik wieder und ermöglicht ein Navigieren innerhalb dieser Ebenen. Die Bestellfunktion ermöglicht eine Archivalienvorbestellung für die Einsichtnahme im Lesesaal und den Auftrag zur Anfertigung von Reprografien. Zu den Downloadformularen gelangt man über den Menüpunkt „Bestellung“.

Kontakt:
Steiermärkisches Landesarchiv
Karmeliterplatz 3
A-8010 Graz
Tel.: +43 (316) 877-4028
landesarchiv@stmk.gv.at
www.landesarchiv.steiermark.at

Quelle: Günter Pilch, Kleine Zeitung, 2.10.2014

Stadtarchiv Burscheid mit neuer Fachkraft

Am 1. Oktober 2014 hat Dr. Axel Bayer seinen Dienst im Stadtarchiv Burscheid aufgenommen. Jeden Donnerstag von 9:00 bis 14:00 Uhr steht die neue Archivfachkraft ausschließlich für das „Gedächtnis der Stadt“ – wie das historische Stadtarchiv auch gerne genannt wird – zur Verfügung.

Neben der sachgerechten Verwahrung und Aufbereitung des städtischen Archivgutes wird Dr. Axel Bayer sich besonders der softwaregestützten Fortschreibung der Findbücher widmen. Das neue Archivgesetz NRW sieht für diese Aufgaben eine ausgebildete Fachkraft vor.

Stadtarchivar Dr. Axel Bayer im Archiv der Stadt Burscheid (Foto: Stadt Burscheid)

Abb.: Stadtarchivar Dr. Axel Bayer im Archiv der Stadt Burscheid (Foto: Stadt Burscheid)

Wichtige zeithistorische Quellen werden erschlossen und für die Nachwelt erhalten: „Hier geht es vordergründig um übernehmen, bewerten, erschließen und für die Nutzung bereitzustellen“, betont Dr. Axel Bayer. Als Grundlage hierfür dient das Archivgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. Bürgermeister Stefan Caplan: „Für Bürgerinnen und Bürger sowie für Interessierte ist das Archiv eine wichtige Anlaufstelle. Ich bin froh, das wir für Burscheid so schnell wieder eine kompetente Fachkraft gewinnen konnten“.

Dr. Axel Bayer (50) wurde in Düsseldorf geboren, ist in Dormagen aufgewachsen, hat in Köln Geschichte studiert und dort auch promoviert. Seine Archivausbildung hat er an der FH Potsdam absolviert und sie dort als ausgebildete Fachkraft für das Archivwesen abgeschlossen. Neben dem Burscheider Stadtarchiv betreut er das Gemeindearchiv in Jüchen. Der Archivar ist jeweils donnerstags in Burscheid anzutreffen.

Kontakt:
Stadtarchiv Burscheid
Höhestraße 7-9
51399 Burscheid
Tel.: 02174/670-341
Fax: 02174/670-111
bildung@burscheid.de

Quelle: Stadt Burscheid, Pressemitteilung, 10.10.2014

Erste gemeinsame Übung des Karlsruher Notfallverbundes im Stadtarchiv

Die Schäden des Brandes der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar und des Einsturzes des Stadtarchivs Köln sind noch lange nicht behoben. Diese größten Katastrophen, die Archive und Bibliotheken in den letzten Jahren in Deutschland getroffen haben, zeigen eindrücklich die Bedeutung vorbeugender Maßnahmen und wie wichtig die sofortige Unterstützung durch andere Archive und Bibliotheken vor Ort ist. Um für einen hoffentlich niemals eintretenden Ernstfall vorbereitet zu sein, veranstalteten die Mitglieder des Notfallverbunds Karlsruhe am 10. Oktober 2014 im Stadtarchiv Karlsruhe eine erste gemeinsame Notfallübung zum Thema „Bergung und Erstversorgung von wassergeschädigtem Archiv- und Bibliotheksgut“.

Abb.: Erste gemeinsame Übung des Karlsruher Notfallverbundes am 10. Oktober 2014 (Foto: Stadtarchiv Karlsruhe)

Abb.: Erste gemeinsame Übung des Karlsruher Notfallverbundes am 10. Oktober 2014 (Foto: Stadtarchiv Karlsruhe)

Zum 2011 gegründeten Notfallverbund Karlsruhe gehören das Generallandesarchiv Karlsruhe, die Badische Landesbibliothek, das Stadtarchiv Karlsruhe, das Archiv des Landkreises Karlsruhe, das Landeskirchliche Archiv Karlsruhe, das Karlsruher Institut für Technologie mit Bibliothek und Archiv, das Südwestdeutsche Archiv für Architektur und Ingenieurbau, das Scheffelarchiv im Museum für Literatur am Oberrhein, die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe und das Badische Landesmuseum.

Abb.: Im Lesesaal des Stadtarchivs wurde das durchnässte Archivgut in Stretchfolie eingewickelt oder in Kunststoffbeuteln verpackt, um es für das Tiefgefrieren und spätere Gefriertrocknen vorzubereiten (Foto: Stadtarchiv Karlsruhe)

Abb.: Im Lesesaal des Stadtarchivs wurde das durchnässte Archivgut in Stretchfolie eingewickelt oder in Kunststoffbeuteln verpackt, um es für das Tiefgefrieren und spätere Gefriertrocknen vorzubereiten (Foto: Stadtarchiv Karlsruhe)

An der Notfallübung nahmen ca. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Einrichtungen teil. Nach einer Einführung in den Umgang mit wassergeschädigtem Archiv- und Bibliotheksgut wurden zwei Teams gebildet, die sich um das Dokumentieren des Schadens, die Sortierung nach Schadensarten, das fachgerechte Bergen und Sichern sowie um die Vorbereitungen für den Trocknungsprozess kümmerten. Auch das Verpacken für den Gefriertrocknungsprozess, der zur Vermeidung von mikrobiellem Befall notwendig ist, wurde trainiert. Als Übungsmaterial standen nicht mehr benötigte Materialien aus Papier (Bücher, Akten, Einzelblätter, …), Doppelexemplare von Fotos und Filmen sowie ausgediente Speichermedien zur Verfügung.

Abb.: Film- und Tonmaterial wurde zum Trocknen aufgehängt, auf Löschkarton gelegt oder in feuchtem Zustand gehalten (Foto: Stadtarchiv Karlsruhe)

Abb.: Film- und Tonmaterial wurde zum Trocknen aufgehängt, auf Löschkarton gelegt oder in feuchtem Zustand gehalten (Foto: Stadtarchiv Karlsruhe)

In der abschließenden gemeinsamen Sitzung wurden die Erkenntnisse aus der Übung besprochen sowie Verbesserungsmöglichkeiten bei den eingesetzten Hilfsmitteln, der Einrichtung der Arbeitsplätze, der Wahl der Transportwege, den Verfahren zur Dokumentation sowie bei der Organisation und Vorgehensweise der Teams diskutiert. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Übung ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des Ziel des Karlsruher Notfallverbunds war, sich im Ernstfall bei der Bergung und Erstversorgung geschädigten Kulturguts wirkungsvoll gegenseitig zu unterstützen.

Kontakt:
Stadtarchiv Karlsruhe
Markgrafenstr. 29
76124 Karlsruhe
Tel: 49 721 133 4227 (Mo – Fr 7.30 – 13.00 Uhr)
Fax: 49 721 133 4299
www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/stadtarchiv.de

Quelle: Stadt Karlsruhe, Pressemitteilung des Notfallverbundes Karlsruhe, 16.10.2014

Neue Sprecherin der AG Archive in Nordhessen

Dass Archive über große Mengen einzigartigen Wissens verfügen und in ihren Magazinen hüten, ist kein Geheimnis. Allerdings bedarf es einer regelmäßigen und attraktiven Öffentlichkeitsarbeit, um auf diese Schätze aufmerksam zu machen und zu deren Nutzung anzuregen. Da sich im Verbund eine stärkere Wahrnehmung erzielen lässt, haben sich in Nordhessen 13 Einrichtungen aus allen Archivsparten zu der Arbeitsgemeinschaft Archive in Nordhessen zusammengeschlossen.

Mit einem gemeinsamen Programm wird beispielsweise alle zwei Jahre zu Veranstaltungen im Rahmen des „Tages der Archive“ eingeladen. Eine Homepage informiert über den stetig wachsenden Arbeitskreis und bietet u. a. eine Übersicht über Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs aber auch zur Stadtgeschichte Kassels. Darüber hinaus dient der Arbeitskreis dem kollegialen archivfachlichen Austausch. Jetzt wurde Dr. Susanne Rappe-Weber, Leiterin des Archivs der deutschen Jugendbewegung (Witzenhausen), zur neuen Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft gewählt. Sie übernahm das Amt von Dr. Bettina Wischhöfer, Leiterin des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Kassel).

Kontakt:
Archiv der deutschen Jugendbewegung
Dr. Susanne Rappe-Weber
Burg Ludwigstein
37214 Witzenhausen
Tel. 05542-501720
Fax 05542-501723
www.burgludwigstein.de/archiv
www.archive-nordhessen.de

Best Poster Award auf der iPRES 2014

Michelle Lindlar und Thomas Bähr, beide Mitarbeitende an der Technischen Informationsbibliothek (TIB) Hannover, haben gemeinsam mit Klaus Rechert (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) den Best Poster Award auf der iPRES 2014 (International Conference on Preservation of Digital Objects), der wichtigsten internationalen Konferenz zur digitalen Langzeitarchivierung, gewonnen.

Das Poster „Functional Access to Electronic Media Collections using Emulation-as-a-Service“ zur Emulation von CD-Beständen hat die Jury überzeugt.

Link:
Emulation von CD-Beständen (TIB-Blog)

Kontakt:
Technische Informationsbibliothek
Welfengarten 1 B
30167 Hannover
www.tib-hannover.de

Quelle: TIB Hannover, Aktuelles, 13.10.2014

Archiv und Wirtschaft 3/2014

Gerade erschienen ist Heft 3/2014 der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e.V. „Archiv und Wirtschaft“. Die aktuelle Ausgabe enthält Beiträge unter anderem über die Ausstellung von Fotografien am Beispiel der Erfahrungen des Historischen Archivs Krupp, über Wirtschaftsarchive in Facebook und über die Sammlungen des ADAC.

Inhaltsverzeichnis „Archiv und Wirtschaft“ 3/2014

AUFSÄTZE

Bernhard Weber: Wie hält man Bewegung fest? Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt und sein Archiv (125-130)

Rolf Däßler: Konsequenzen der Cloud-basierten Datenspeicherung für die digitale Archivierung (131-139)

Ulrich S. Soénius: Like it! – Wirtschaftsarchive in Facebook (140-144)

WIRTSCHAFTSARCHIV DES JAHRES

Björn Berghausen: Medienwirksames Ehrenamtsprojekt – das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv ist „Wirtschaftsarchiv des Jahres 2014“ (144-151)

BERICHTE

Manuela Fellner-Feldhaus: Fotografien ausstellen – eine Aufgabe und Herausforderung für Archive? Erfahrungen aus dem Historischen Archiv Krupp (151-156)

Peter Schmidbauer: Die Bibliothek und Sammlungen des ADAC e. V. (157-160)

Petra Witting-Nöthen und Matthias Koch: „Mission und Vision, Effektivität und Effizienz, Wertschöpfung und Wahrnehmung. Modernes Management im Unternehmensarchiv.“ 80. VdW-Lehrgang vom 22. bis 25. Juni 2014 in Heidelberg (161-162)

REZENSIONEN

Eva-Marie Felschow und Katharina Schaal (Hrsg.): Persönlichkeitsschutz in Archiven der Hochschulen und wissenschaftlichen Institutionen. Frühjahrstagung der Fachgruppe 8 im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V., 21. bis 23. März 2012 an den Universitäten Gießen und Marburg (Christian Wolfsberger) (163)

Jürgen Finger, Sven Keller und Andreas Wirsching: Dr. Oetker und der Nationalsozialismus. Geschichte eines Familienunternehmens 1933–1945 (Beate Schreiber) (163-166)

Institut für bankhistorische Forschung e. V. (Hrsg.): Derivate und Finanzstabilität: Erfahrungen aus vier Jahrhunderten (Siegfried Buchhaupt) (166-168)

Jons Messedat: Corporate Museums/Firmenmuseen. Concepts, Ideas, Realisation/Konzepte, Ideen, Umsetzung (Joram Grünenberg und Anja Mede-Schelenz) (168-169)

Frauke Schlütz: Ländlicher Kredit. Kreditgenossenschaften in der Rheinprovinz (1889–1914) (Peter Gleber) (169-171)

Nachrichten (171)

Rezensionsliste (172-173)

Impressum (176)

Kontakt:
Redaktion „Archiv und Wirtschaft“
Dr. Helen Müller und Dr. Martin Münzel
c/o Corporate History
Bertelsmann SE & Co. KGaA
Carl-Bertelsmann-Str. 270
33311 Gütersloh
Fon: +49 5241/8089992 und +49 30 2093-70571
Fax: +49 5241/80689992
helen.mueller[at]bertelsmann.de
:martin_muenzel[at]yahoo.com

Ausstellung zu Fürth und dem Ersten Weltkrieg 1914-1918

Das Stadtmuseum Fürth zeigt vom 18. Oktober 2014 bis zum 12. April 2015 die Sonderausstellung „Fürth und der Erste Weltkrieg 1914-1918“. Die Ausstellung zeigt die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Kleeblattstadt und ihre Bewohner. Dies reicht vom (Über‑)Leben und Sterben der Fürther Soldaten an der Front bis hin zur Lage in der Heimat.

Zu sehen sind einmalige Objekte zur Fürther Geschichte. So sind zahlreiche Bilder, Dokumente und Objekte von der Heimatfront, wie beispielsweise Exponate aus den Metallsammlungen der Stadt, die bei deren Abgabe erhaltenen Gegenstücke im Sinne von „Gold gab ich für Eisen“ oder Christbaumkugeln in Bombenform ausgestellt. Zur Veranschaulichung der Ernährungssituation werden Ersatzstoffe und die zur Verfügung stehende Kalorienzahl für eine Person präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch Waffen und Ausrüstungsgegenstände Fürther Soldaten sowie durch eine Geruchsstation.

Der Eintritt in die Sonderausstellung beträgt 2,- Euro; 1,- Euro ermäßigt.

Begleitprogramm zur Ausstellung:

Sonntag, 26. Oktober 2014, 14 Uhr
Der Erste Weltkrieg hinter der Front – Fürth 1914 bis 1918, Vortrag von Prof. Dr. Georg Seiderer, Dozent der FAU Erlangen-Nürnberg

Sonntag, 18. Januar 2015, 14 Uhr
Fürths Frauen in der Zeit des Ersten Weltkriegs, Vortrag von Daniela Negwer, Gymnasiallehrerin Deutsch/Geschichte, freie Historikerin und Dozentin

Donnerstag, 5. Februar 2015, 19 Uhr
Alles wie bei uns – Feldpostbriefe und Lieder aus dem Ersten Weltkrieg, gelesen, gesungen und gespielt von Ulrike Bergmann. Einführung anhand der Rieß-Chronik von Dr. Alexander Mayer, Historiker

Sonntag, 15. Februar 2015, 14 Uhr
Sarajevo und die Folgen – Aktuelle Überlegungen zu Julikrise, Kriegsausbruch und Kriegsschuldfrage, Vortrag von Dr. Stefan Kestler, Historiker und Privatdozent

Donnerstag, 5. März 2015, 19 Uhr
Die Schrecken des Krieges 1914 bis 1918. Der Erste Weltkrieg in der Fotografie, Vortrag von Prof. Dr. Nils Büttner, Dozent der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Sonntag, 15. März 2015, 14 Uhr
Des einen Freud, des anderen Leid? Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns und Frankens, Vortrag von Prof. Dr. Dirk Götschmann, Dozent i. R. der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Donnerstag, 2. April 2015, 19 Uhr
Mit Gott fürs Vaterland – Die (Fürther) Kirchen und der Erste Weltkrieg, Vortrag von Alexander Jungkunz, stellvertretender Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten, und Norbert Küber, stellvertretender Leiter des Studios Franken, Bayerischer Rundfunk

Als Begleitband zu den Ausstellungen im Großraum erschien das Buch „Der Sprung ins Dunkle – Die Region Nürnberg im Ersten Weltkrieg, 1914-1918“, 1050 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen. Der Titel ist im Museum oder im Buchhandel zum Preis von 38 Euro erhältlich.

Kontakt:
Stadtmuseum Fürth Ludwig Erhard
Ottostraße 2
90762 Fürth
Tel.: 0911/97922290
Fax: 0911/97922299
info@stadtmuseum-fuerth.de
www.stadtmuseum-fuerth.de

Westfalen hilft Köln – Die Wiedergeburt eines Archivs. Ausstellung in Münster

Am 3. März 2009 verkündeten die Nachrichten eine für viele Menschen unfassbare Meldung – Das Stadtarchiv in Köln ist um 13.58 Uhr binnen weniger Minuten eingestürzt. Bis heute sind die Ursachen für den Einsturz nicht eindeutig geklärt. Ein Zusammenhang mit dem U-Bahnbau wird jedoch von vielen für wahrscheinlich gehalten. Zwei junge Menschen verunglückten tragischerweise tödlich. Wertvolles historisches Gut von Weltbedeutung schien zunächst unter dem Schuttberg verloren. Die Ausstellung „Westfalen hilft Köln – Die Wiedergeburt eines Archivs“ im Stadtmuseum Münster widmet sich dem Thema der Unterstützung nach der Katastrophe und dem Wiederaufbau des Historischen Archivs der Stadt Köln durch zahlreiche westfälische Archive. Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit von Archiv und Museum.

Über zwei Jahre bargen Helfer aus ganz Deutschland sorgsam tausende von Akten, Urkunden, Fotografien, Plänen und anderen Dokumenten aus dem anfangs fast acht Meter hohen Schuttberg. Professionelle Einsatzhelfer der Feuerwehr durchsuchten auf dem Bauschutt kniend und an Seilen hängend stundenlang den Schutt nach Archivgut. In einer Fotogalerie werden der Einsturz, die Bergung sowie die verschiedenen Phasen der Erstversorgung thematisch gegliedert. Außerdem wird den institutionellen und persönlichen Helferinnen und Helfer aus ganz Westfalen in einer eigenen Schau gedankt. Ein besonderer Schwerpunkt bildete dabei neben Detmold, Gelsenkirchen unter anderem Münster, wo das Landesarchiv NRW und das LWL-Archivamt umfassende Hilfe gewährten.

Urkunde der Lupus-Bruderschaft von 1246

Abb.: Urkunde der Lupus-Bruderschaft von 1246

Aus den bereits wieder hergestellten Archivalien wurden ca. 50 Ausstellungsstücke mit westfälischem Bezug in Form von Dokumenten, Urkunden, Büchern oder Briefen ausgewählt. Die in der Ausstellung präsentierten Stücke aus der Zeit des Mittelalters bis in die Gegenwart bezeugen die politischen, religiösen, kulturellen, wirtschaftlichen und biografischen Verknüpfungen der beiden Landschaften Rheinland und Westfalen. „Kölner und westfälische Geschichte gehörten von Anbeginn an eng zusammen – schon zu einer Zeit, als es die Bezeichnungen Köln und Westfalen noch gar nicht gab“, bemerkt Ausstellungskurator Dr. Max Plassmann vom Historischen Archiv der Stadt Köln. Die Archivalien wurden jeweils unter den verschiedenen thematischen Aspekten zusammengefasst. Das Thema „Kriege und Krisen“ wird durch Konrad Kyesers reichbebilderter Handschrift „Bellifortis – Kriegstechnik zur Zeit der Soester Fehde“ um die Mitte des 15. Jahrhunderts veranschaulicht. Sie dokumentiert eine der letzten größeren regionalen Kämpfe zwischen Westfalen und Köln. Die Besucher können nicht nur eine originale Doppelseite sehen, sondern in der gesamten digitalisierten Handschrift blättern.

Neben der Darstellung der Hilfe aus Westfalen und den rheinisch-westfälischen Beziehungen, sollen vor allem auch die aktuelle Situation, Aufgaben und Restaurierungsmaßnahmen des wiederentstehenden Kölner Stadtarchivs veranschaulicht werden. Wichtige Besucherfragen wie: „Wie restauriert man feuchtes Archivgut?“ oder „Was ist eine Blumenkohlakte?“, werden über vielfältige interaktive Angebote beantwortet. Hierzu wurden 19 Riech-, Fühl- und Videokästen an einer Mitmachwand entworfen. Besucherinnen und Besucher können zum Beispiel über Fühlkästen einmal einen Latexschwamm anfassen, mit dem Staub und Verunreinigungen von Papier entfernt werden. Eine besondere Neuheit in der Präsentation sind außerdem digitale Texttafeln. Diese ermöglichen, Exponate auch multimedial zu erschließen. So kann in Handschriften digital geblättert oder auch Details herangezoomt werden. Es können sogar Vergleichsstücke gezeigt und Bewegtbilder abgerufen werden. Für die Präsentation wurden eigens Kurzfilme erstellt, die wichtige Akteure porträtieren oder grundsätzliche Fragen wie solche nach Siegeln oder Handschriften beantworten.

Zeichnungen des Künstlers Rolf Escher, die im Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum des Archivs in Köln entstanden sind, runden die Präsentation ab. Zur Ausstellung ist eine 44-seitige Broschüre mit über 50 Abbildungen zum Preis von 5 Euro erschienen, die im Museumsshop des Stadtmuseums erhältlich ist. Im Rahmen der Präsentation wird außerdem ein Begleitprogramm angeboten.

Info:
Westfalen hilft Köln – Die Wiedergeburt eines Archivs. Ausstellung im Stadtmuseum Münster
30. September 2014 bis 1. Januar 2015
Flyer zur Ausstellung

Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
D-48143 Münster
Tel. 02 51/4 92-45 03
Fax 02 51/4 92-77 26
museum@stadt-muenster.de
www.stadt-muenster.de/museum

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