Der Feind in der Stadt. Vom Umgang mit Seuchen in Augsburg, München und Nürnberg

Ausstellung der Bayerischen Archivschule

Alles ist hin! So wie dem lieben Augustin aus Wien während einer Pestepidemie im 17. Jahrhundert mag es zahllosen Augsburger, Münchner und Nürnberger Stadtbewohnern vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert hinein auch vorgekommen sein: Ein Feind war in den geschützten Raum der Stadt eingedrungen. Der Feind hatte zahlreiche Namen wie Pest, Tuberkulose oder Cholera. Für viele brachte er den Tod oder eine lange, qualvolle Krankheitszeit mit sich. Das soziale, kulturelle, wirtschaftliche und politische Gefüge einer Stadt geriet regelmäßig aus dem Gleichgewicht. Wie aber konnte und sollte man auf eine solche Bedrohung reagieren? welche Maßnahmen zur Vorbeugung und Eindämmung einer Seuche konnten ergriffen werden?

Diesen und anderen Fragen geht die kleine Ausstellung der Bayerischen Archivschule in München mit insgesamt 40 Exponaten auf den Grund. Sie gewährt Einblick in kultische, organisatorische und städtebauliche Maßnahmen, mit denen die drei Städte versuchten, mit dieser immerwährenden Bedrohung umzugehen und beleuchten damit einen zentralen Aspekt urbaner Entwicklung.

Info:
Der Feind in der Stadt. Vom Umgang mit Seuchen in Augsburg, München und Nürnberg
Eine kleine Ausstellung der Bayerischen Archivschule.
Bearbeitet von Dominik Feldmann, Andrea Jakoby, Antonia Landois und Bettins Pfotenhauer

Ausstellungsort:
Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Hauptgebäude Schönfeldstraße 5, 1. OG
80539 München

Ausstellungszeitraum:
15.03.2016 – 29.04.2016
Mo – Do 08:30-18:00, Fr 08:30-13:30
geschlossen an Feiertagen

Der Eintritt ist frei.

Begleitend zur Ausstellung kann ein 67-seitiger, reich illustrierter Katalog gegen eine Schutzgebühr von 1 € im Foyer des Bayerischen Hauptstaatsarchivs erworben werden.

Quelle: Andreas Nestl, Archivliste, 22.3.2016

Neue nestor-AG „Personal Digital Archiving“

Einladung zur konstituierenden Sitzung am 28.04.2016 in Köln

Ziele und Aufgabenstellung
Digitale Langzeitarchivierung betrachten wir in erster Linie im Zusammenhang mit kulturellen, wissenschaftlichen oder administrativen Daten(-sammlungen). Dabei durchdringen digitale Daten heute die gesamte Lebensrealität der modernen Gesellschaft. In Ausbildung, Studium und Beruf sowie in großen Anteilen auch privat werden digitale Daten erstellt, genutzt, geteilt und in irgendeiner Form gespeichert. Hierbei stehen Menschen vor der Herausforderung, einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen digitalen Daten pflegen zu wollen bzw. zu müssen, ohne dass derzeit ein deutschsprachiges Forum für die entsprechenden Medienkompetenzen zur Verfügung steht.

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Gesetzliche Verjährungs- und Aufbewahrungsfristen betreffen auch Privatpersonen. Angesichts einer zunehmend digitalen Abwicklung von geschäftlichen und behördlichen Belangen rückt die zuverlässige Archivierung von wichtigen privaten Daten damit auch für die breite Gesellschaft in den Fokus. Weiterhin existiert ein erhebliches Eigeninteresse daran, persönliche Daten wie digitale Fotos, Musik, Filme und vieles mehr auffindbar und verfügbar zu halten. Die hierfür notwendigen Kenntnisse müssen meist mühsam selbst erarbeitet und dauerhaft erweitert werden. Hierzu zählt auch ein Bewusstsein für die persönlichen Auswahlkriterien insbesondere dafür, welche Daten relevant sind.

Mit der nestor AG Personal Digital Archiving wollen wir allgemein verständliche Handreichungen für den verantwortungsvollen Umgang mit privaten digitalen Daten erarbeiten und öffentlichkeitswirksam vermitteln. Aufbauend auf bereits bekannten Erkenntnissen und Lösungsansätzen der institutionellen Langzeitarchivierung sollen hierbei möglichst modular konzipierte Vorschläge erarbeitet und unterbreitet werden, die sich für die zahlreichen und sehr heterogenen Anwendungsfälle Einzelner sinnvoll kombinieren lassen. Außerdem sollen weitere Möglichkeiten eruiert werden, wie auf das Thema aufmerksam gemacht werden kann und welche Stakeholder dabei angesprochen werden können.

Leitung der AG:

  • Natascha Schumann (GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften)
  • Martin Iordanidis (Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz))

Die konstituierende Sitzung findet am 28. April 2016 in Köln beim GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften statt. Wir laden alle Interessierten zu Mitarbeit und zur ersten Sitzung ein.

Bei Interesse an einer Mitarbeit in dieser AG schicken Sie bitte eine formlose E-Mail an: Natascha Schumann (natascha.schumann@gesis.org) oder an Martin Iordanidis (Iordanidis@hbz-nrw.de).

Kontakt:
Natascha Schumann
GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Archive Operations
Unter Sachsenhausen 6-8
50667 Köln
Tel.: +49-(0)221-47694-423
Natascha.Schumann@gesis.org
www.gesis.org
https://datorium.gesis.org

Quelle: DNB-wiki, 17.3.2016; nestor, Mailingliste, 21.3.2016

Platz für 48.000 Archivkartons der rheinischen Landeskirche

Die Johanneskirche in Moers-Meerbeck war 50 Jahre lang ein Ort für Gottesdienste – bis sich die Gemeinde aus Kostengründen von ihr trennen musste. Nun wird das im Januar 2015 entwidmete Gebäude zum größten Archivmagazin der rheinischen Kirche umgebaut.

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Abb.: Besuch der Baustelle Johanneskirche: (von links) Dr. Stefan Flesch, Gudrun Gotthardt, Bettina Kaiser, Werner Maliska, Andreas Reuber und Marwin Burkhard (Foto: EKiR).

Rund 1,35 Millionen Euro kostet das Bauprojekt, das bis spätestens Herbst 2016 fertig sein soll. „Ein Neubau wäre einfacher gewesen“, sagt Gudrun Gotthardt, stellvertretende Leiterin der Abteilung Finanzen. Dennoch war es der Landeskirche ein besonderes Anliegen, das neue Archivmagazin in einer ehemaligen Kirche einzurichten: „Das ist zum einen der Gedanke der Nachhaltigkeit, ein bestehendes Gebäude neu zu nutzen“, erklärt Gotthardt. „Zum anderen müssen viele Gemeinden aus Kostengründen ihre Kirchen aufgeben und uns war es wichtig, wenigstens einer Gemeinde symbolisch zu helfen.“ So habe man intensiv nach einer baulich geeigneten Kirche im Umkreis des Landeskirchliches Archivs im Düsseldorfer Landeskirchenamt gesucht. Die Wahl fiel schließlich auf die Johanneskirche im schnell erreichbaren Moers-Meerbeck

Die Luftfeuchtigkeit darf nicht über 50 Prozent steigen
Bis im ehemaligen Kirchenraum, der eine Nutzfläche von 1.200 Quadratmetern hat, Akten gelagert werden können, müssen noch zwei zwölf Meter hohe Wände eingezogen werden. „Außerdem brauchen wir eine Heiz- und Lüftungsanlage, die die Raumtemperatur auf optimale 16 Grad bringt und die Luftfeuchtigkeit nicht über 50 Prozent steigen lässt“, sagt Bettina Kaiser, Architektin im Dezernat Bauen und Liegenschaften des Landeskirchenamts.

Vier Etagen mit Regalen – insgesamt etwa 8.000 Regalmeter – sind geplant, sie bieten Platz für 48.000 Archivkartons. Damit wird das Archivmagazin in der Johanneskirche zum größten Archiv der rheinischen Kirche. Es gibt außerdem noch eine Außenstelle mit 1.500 Regalmetern in Boppard, in der Akten aus dem südlichen Gebiet der rheinischen Kirche gelagert werden, sowie die Hauptstelle mit 7.000 Regalmetern, die bereits komplett befüllt sind.

Das Archivmagazin wird erst zu etwa 25 Prozent befüllt
Das neue Archivmagazin ist für die nächsten 30 Jahre ausgelegt und wird nach dem Umzug im Herbst zunächst zu etwa 25 Prozent ausgelastet sein. „Gelagert wird dort Schriftgut aus dem 19. und 20 Jahrhundert“, erklärt Dr. Stefan Flesch, Direktor des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Darunter seien Akten verschiedener kirchlicher Institutionen und Einrichtungen sowie Verwaltungsakten aus dem Landeskirchenamt – alles aber Schriftgut, das nicht häufig eingesehen wird. „Es ist geplant, das Archiv nur einmal pro Woche anzufahren“, sagt Flesch. Eine Sicherheits- und Brandschutzüberwachung gebe es aber rund um die Uhr.

Die Kirche bleibt als Symbol im Stadtteil erhalten
Auch wenn sich im Inneren der Johanneskirche alles verändert, von Außen bleibt sie unangetastet: Der Glockenturm bleibt erhalten, auch die charakteristischen Buntglasfenster bleiben weiterhin sichtbar – und werden zudem noch von Innen beleuchtet. „Dass die Kirche als Symbol im Stadtteil bestehen bleibt, freut uns sehr“, sagt Pfarrerin Barbara Weyand, die mit ihrer Gemeinde seit einem Jahr die Gottesdienste im Gemeindehaus gegenüber der Johanneskirche feiert.

Kontakt:
Evangelische Kirche im Rheinland
Landeskirchliches Archiv
Hans-Böckler-Straße 7
40476 Düsseldorf
Tel. 0211/4562-225
Fax: 0211/4562-421
archiv@ekir-lka.de
www.archiv-ekir.de

Quelle: EKiR, Medienmitteilung, 25.2.2016

68. Westfälischer Archivtag in Lünen

Alles nach Plan? – Umgang mit Karten und Plänen in Archiven

wat68„Mit Karten und Plänen kann ja auf den ersten Blick eigentlich jeder etwas anfangen“, erklärt Fredy Niklowitz, Leiter des Stadtarchivs Lünen. „Deshalb gehören sie in den Archiven zu den meistgenutzten Quellen, egal ob Bauzeichnungen oder alte Stadtpläne.“ Weil das so ist, aber ihre Beschaffenheit und Struktur Archive immer wieder vor Herausforderungen stellt, sind Karten und das Thema beim 68. Westfälischen Archivtag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Lünen (Kreis Unna).

Unter dem Motto „Alles nach Plan“ tauschten sich Kolleginnen und Kollegen aus rund 280 Archiven aus Westfalen und ganz Deutschland am 15. und 16. März über Karten und Pläne im Archiv aus. Organisiert wurde die Veranstaltung wie in jedem Jahr vom LWL-Archivamt in Münster.

Die Fachleute beschäftigten sich mit Karten und Plänen als historische Quellen und diskutierten, wie man sie richtig ordnet und erfasst. Auch wurde die Arbeit mit dem so genannten Liegenschaftskataster vorgestellt, das für fast alle Menschen im Lauf ihres Lebens einmal eine Rolle spielt, z.B. dann, wenn sie ein Grundstück kaufen. Für die kommunale Überlieferung sind Katasterunterlagen deshalb ein sehr wichtiger Quellenbestand.

Heute werden Karten nicht mehr am Zeichentisch mit Lineal gezeichnet, sondern sie entstehen mit spezieller Software am PC. Deswegen stellte ein weiterer Vortrag speziell die elektronische Kartenüberlieferung vor und erörterte die Frage der dauerhaften Sicherung und Archivierung digitaler Karten.

Aber auch die herkömmlich gezeichneten Karten und Pläne stellen eine große Herausforderung dar, z. B. weil alte Durchschlag- oder Pauspapiere brüchig geworden sind. Gleichzeitig sind alte Karten oft verknickt, eingerissen und verschmutzt. Was man dagegen im Archiv tun kann, ist ebenfalls Thema der Tagung in Lünen.

„In allen Fragen der Bestanderhaltung und Restaurierung von Karten beraten unsere Restauratorinnen die westfälischen Archiven gerne und restaurieren natürlich auch“, betonte Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamtes für Westfalen. „Die Anforderungen an die Konservierung und die Lagerung von Großformaten sind speziell, deshalb ist das Thema einer eigenen Sektion auf dem Archivtag.“

Da er von Haus aus Archivar ist, sei das diesjährige Thema des Westfälischen Archivtags auch sein ureigenes Thema, betonte der stellvertretende Vorsitzende der LWL-Landschaftsversammlung, Michael Pavlicic: „Gut, dass die Kommunen vor Ort mit dem LWL-Archivamt einen kompetenten Ansprechpartner für diese wichtige Quellengruppe haben, der bei fachlichen Fragen weiterhelfen kann.“

Kontakt:
LWL-Archivamt für Westfalen
Jahnstr. 26
48147 Münster
Tel.: 0251/591-3890
Fax : 0251/591-269
LWL-Archivamt@lwl.org
http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Archivamt

Quelle: LWL, Pressemitteilung, 15.3.2016

FH Potsdam übernimmt Landesaufgaben

Der Fachbereich Informationswissenschaften übernimmt die Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken Brandenburg

Seit dem 1. März 2016 ist die „Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken Brandenburg“ als wissenschaftliche Einrichtung in den Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam (FHP) eingegliedert.

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Die Aufgaben der „Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken Brandenburg“ liegen in der Koordination und Beratung beim Aufbau der Informationsinfrastruktur, bei der landesweiten Förderung fachlicher Standards sowie der Fortentwicklung des Archiv- und Öffentlichen Bibliothekswesens. Bisher war die Landesfachstelle am Brandenburgischen Landeshauptarchiv angesiedelt. Mit der Eingliederung in den Fachbereich Informationswissenschaften soll künftig die Verknüpfung von Lehre und Forschung an der Hochschule und von beruflicher Praxis in den Einrichtungen im Land Brandenburg verstärkt werden. Die spezifischen Bedürfnisse in einem Flächenland mit enger Anbindung an eine Metropole nehmen dabei eine besondere Rolle ein.

„Die Landesfachstelle ist eng verbunden mit der kommunalen Lebensrealität und ihre Beschäftigten besitzen genaue Kenntnis über die Möglichkeiten und Bedürfnisse in den Kommunen im Flächenland Brandenburg in einem Zeitalter des demografischen und gesellschaftlichen Wandels“, sagt Prof. Dr. Karin Schwarz, Archivwissenschaftlerin und designierte Dekanin des Fachbereichs. „Die Eingliederung der Landesfachstelle in den Fachbereich Informationswissenschaften ist ein großer Gewinn und fügt sich nahtlos in unsere Forschungsschwerpunkte ein. Auch wenn die Ressourcen der Fachstelle bei praktisch gleichen Aufgaben reduziert wurden, so ergeben sich doch spannende Synergie-Effekte und Zukunftsaussichten für die Zusammenarbeit.“

Künftig werden die Mitarbeitenden der Landesfachstelle im Rahmen ihrer Tätigkeitsschwerpunkte an der Lehre und an Forschungsprojekten des Fachbereichs teilnehmen. Gleichzeitig wird die Landesfachstelle Ergebnisse der Forschung des Fachbereichs in die Praxis der Archive und Öffentlichen Bibliotheken im Land einbringen und damit eine wesentliche Funktion des Wissenstransfers wahrnehmen.

Mittelfristig ist geplant, diese Verbindung zwischen Hochschule und Praxis auch bei der Weiterentwicklung bestehender berufsbegleitender Studiengänge fruchtbar zu machen. Dies soll perspektivisch auch bei der Entwicklung neuer, dualer Angebote, die den Wandel in den Kommunen in den Mittelpunkt stellen, berücksichtigt werden.

Beabsichtigt ist zudem eine engere Verknüpfung der Landesfachstelle mit anderen Einrichtungen und Projekten innerhalb des Fachbereichs, die sich mit der strategischen Ausrichtung und qualifizierten Weiterentwicklung der Informationsinfrastrukturen im Land Brandenburg und darüber hinaus beschäftigen. Ziel ist dabei die Koordinierung und Vernetzung der speziellen Aufgabenfelder der einzelnen Einrichtungen in Hinblick auf die Entwicklung einer nachhaltigen ganzheitlich wirkenden Informationsinfrastruktur-Landschaft.

Hintergrund:
Die Landesfachstelle ist zuständig für die Erarbeitung, Durchführung und fachliche Begleitung von übergreifenden Modellkonzeptionen und Modellprojekten sowie den Wissenstransfer für die Archive und die Öffentlichen Bibliotheken in den Landkreisen, Städten, Ämtern und Gemeinden im Land Brandenburg. Sie unterstützt die Archive und ihre Träger auf dem Gebiet des Archivmanagements unter Berücksichtigung neuer lnformations- und Kommunikationstechnologien in den Bereichen Überlieferungsbildung, Verwahrung und Sicherung sowie Erschließung, Benutzung und Präsentation des Archivguts. Die Öffentlichen Bibliotheken und ihre Träger werden durch die Landesfachstelle auf den Gebieten Bibliotheksmanagement, Einführung neuer lnformations- und Kommunikationstechnologien, Bibliotheksbau und -ausstattung sowie kulturelle und Grundbildung beraten und unterstützt. Zu ihren Aufgaben gehören weiterhin die Förderung der Kooperation von Öffentlichen Bibliotheken durch landesübergreifende Projekte und die Mitwirkung in überregionalen Infrastrukturen durch Einbindung vor allem in fachliche Verbünde sowie die Überwachung der Berufsausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste im öffentlichen Dienst.

Fachstellen für Öffentliche Bibliotheken bestehen in allen deutschen Flächenländern. Die Aufgabe der Beratung der nichtstaatlichen Archive ist in den meisten Ländern mit dem jeweiligen Landesarchiv verbunden. Die Besonderheit in Brandenburg ist die spartenübergreifende Zuständigkeit der Landesfachstelle für Archive und kommunale Bibliotheken. Im Zuge der Reform der Verwaltungsstrukturen und Aufgaben des Landes wurde schon 2013 u.a. empfohlen, neue Trägerschaften für einzelne Einrichtungen des Landes zu finden. Die Umgliederung der Landesfachstelle erfolgt auch in Umsetzung dieser Empfehlung.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Scholz (zukünftiger wissenschaftlicher Leiter, Bereich Archiv): scholz@fh-potsdam.de und
Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm (Bereich Bibliotheken): hobohm@fh-potsdam.de

Quelle: FH Potsdam, Pressemitteilung, 29.2.2016

Steuer- und Güterbücher aus dem 18. Jahrhundert kehren ins Gemeindearchiv Wimsheim zurück

Aus der Serie „GESCHICHTSORT ARCHIV“

Durch den Hinweis des Familienforschers Peter Ziegler konnte eine große Lücke im Gemeindearchiv Wimsheim geschlossen werden: Aus unbekannten Gründen lagerten mehrere Bände aus der Reihe der Steuer- und Güterbücher im Archiv des evangelischen Pfarramts – wo sie Ziegler bei Recherchen zur Familienforschung entdeckte. Nun sind sie in den Besitz der politischen Gemeinde zurückgekehrt.

Weisbrich

Abb.: Freuen sich über eine gelungene Restaurierung der alten Steuer- und Güterbücher von Wimsheim: Bürgermeister Mario Weisbrich und Heike Sartorius  vom Kreisarchiv des Enzkreises mit einem alten Einband und einem der restaurierten Bände (Foto: Enzkreis)

„Wir wissen es sehr zu schätzen, dass der Kirchengemeinderat dem zugestimmt hat“, sagte Bürgermeister Mario Weisbrich bei der Übernahme der alten Bücher. „Diese sieben Bände schließen die Lücke, die wir schon bei der Bearbeitung des Gemeindearchivs Wimsheim in den Jahren 1997/98 bemerkt hatten“, freut sich auch Heike Sartorius. Die Archivarin beim Kreisarchiv des Enzkreises hatte seinerzeit das Gemeindearchiv erfasst und aufbereitet.

Wimsheim

Abb.: Sind nun wieder als komplette Serie für ortsgeschichtlich Interessierte im Rathaus einsehbar: Die wiedervereinten und restaurierten Wimsheimer Steuer- und Güterbücher aus dem 18. Jahrhundert (Foto: Enzkreis).

Die Steuer- und Güterbücher gehen auf einen Erlass des württembergischen Herzogs Ludwig Friedrich aus dem Jahr 1628 zurück. Aufgrund von Klagen über ungerechte Besteuerung ordnete er an, dass in allen Städten und Gemeinden des Herzogtums Württemberg Verzeichnisse über die von den Untertanen zu versteuernden Güter und Gebäude herzustellen seien.

Da die Bücher im Lauf der Zeit durch Streichungen und Ergänzungen von Einträgen sehr unübersichtlich wurden, war es in größeren Abständen notwendig, die alten Bände zu erneuern, also neu anzulegen; dieser Vorgang wurde „renovieren“ genannt. So geschah es auch in Wimsheim, wie im ersten Band des Steuerbuchs von 1750 erklärt wird: Da „das allhießige Steuerbuch so seit Anno 1705 nimmer renovirt worden“ […] und Einträge abgeändert, eingeschoben und angehängt wurden und dadurch die Bände „so verwirrt, confus und verschmiert worden“, wurde es als „unumgänglich nöthig befunden, nunmehr ohne längeren Anstand mit der Renovation eines neuen Steuerbuchs umso mehrers fürzugehen.“ Bestätigt und unterschrieben haben im Jahre 1750 das neuerrichtete Steuerbuch der Schultheiß Hans Michel Bentzinger sowie mehrere Rats-, Gerichts- und Gemeindevertreter.

Alle sieben „Kameraden“ des so lange Zeit einsamen Steuer- und Güterbuches Band VI konnten nun erschlossen und ins Gemeindearchiv übernommen werden, wo sie den Nutzern wieder als komplette Serie zur Verfügung stehen. Die gewichtigen Bände waren allerdings zur Zeit der Auffindung in stark beschädigtem Zustand, weshalb sich Heike Sartorius sehr freut, dass die Gemeinde die Bücher durch eine Fachfirma restaurieren ließ.

Das Verzeichnis zum Wimsheimer Gemeindearchiv, das Findbuch, ist online im Internetauftritt des Kreisarchiv des Enzkreises unter www.enzkreis.de/kreisarchiv einsehbar und nach Stichworten recherchierbar. Die Nutzung des Gemeindearchivs wird durch eine Archivordnung geregelt. „Aber im Prinzip darf jeder, der beispielsweise zu einem ortsgeschichtlichen Thema forscht, die Unterlagen einsehen“, erklärt Bürgermeister Weisbrich. Da die Archivalien im Archivraum im Rathaus in Wimsheim lagern, sollte jedoch zur Einsichtnahme ein Termin bei der Gemeindeverwaltung vereinbart werden.

Quelle: Enzkreis, Pressemitteilung 75/2016, 14.3.2016

Stadtarchiv Zwickau erhält Familienarchiv Fikentscher

Buchlesung am 16. März 2016 im Robert-Schumann-Haus

Im Beisein von Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß übergab Dr. Rüdiger Fikentscher am 11.3.2016 dem Stadtarchiv Zwickau den ersten Teil des „Familienarchivs Fikentscher“. Es handelt sich um einen der bedeutendsten Nachlässe, den das Stadtarchiv und damit die Stadt Zwickau für die Zukunft verwahren darf. Dr. Rüdiger Fikentscher, Urenkel von Friedrich Christian Fikentscher (1799-1864), der aus Bayreuth kommend 1845 eine Tonwarenfabrik auf dem Gelände der heutigen Bürgerschachtstraße gründete, verwaltet seit vielen Jahren den umfangreichen und bedeutsamen Nachlass der Familie Fikentscher, die mittlerweile aus mehreren Linien besteht.

Abb.: Das Stadtarchiv Zwickau erhielt jetzt den ersten Teil des „Familienarchivs Fikentscher“. Bei der Übergabe: Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß, Dr. Rüdiger Fikentscher und Silva Teichert, die Leiterin des Stadtarchivs (Foto: Stadt Zwickau).

Die Tonwarenfabrik seines Urgroßvaters, der von Haus aus Chemiker war und hier zunächst eine chemische Fabrik betrieb, zählte zu den ersten Fabriken in Deutschland, die Tonröhren insbesondere für die Kanalisation der Städte, für Wasserleitungen und dergleichen herstellte. Dies war ein ungeheurer Fortschritt. Die Firma bildete später den Grundstock für die Keramischen Werke Zwickau.

Auch als Politiker wurde F.C. Fikentscher aktiv: Er war Stadtverordneter in Zwickau und in den Jahren 1854 bis 1859 als Vertreter des 15. städtischen Wahlkreises Mitglied der II. Kammer des Sächsischen Landtages. Er heiratete 1832 Louise Trommsdorff (1813-1850) und nach deren frühem Tod 1851 in zweiter Ehe Rosalie Mensing (1826-1895). Jeder Ehe entstammten fünf Söhne und zwei Töchter. Zu den namhaftesten Vertretern dieser Familie zählen u.a. der Chemiker und Fabrikant Wilhelm Fikentscher (1839-1890) und der Maler Otto Fikentscher (1862-1945), aber auch die 1896 in Zwickau geborene erste Rechtsprofessorin mit einem eigenen Lehrstuhl in Deutschland Gertrud Schubart-Fikentscher.

Rüdiger Fikentscher, seit seinem Studium in Halle lebend, folgte seinem Urgroßvater sowohl beruflich im weitesten Sinne als Arzt und politisch als Vizepräsident i.R. des Landtags von Sachsen-Anhalt. Er hat seine Wurzeln nie vergessen und fühlt sich immer noch mit der Stadt seiner Jugend verbunden. Aus diesem Grund lag es für ihn nahe, den Nachlass des Zwickauer Familienzweiges nach Zwickau zu geben.

In einem ersten Schritt wurden nun v.a. von Gertrud Schubart-Fikentscher und ihrem Mann, dem namhaften Papyrologen Prof. Dr. Wilhelm Schubart (1873-1960), Dokumente wie Briefe, Tagebücher, Fotos und persönliche sowie berufliche Aufzeichnungen und Unterlagen, aber auch Promotions- und Ernennungsurkunden sowie die Urkunde zum „Vaterländischen Verdienstorden in Bronze“ für Gertrud Schubart-Fikentscher dem Stadtarchiv übergeben. Auch Aquarelle von Gertrud gehören zum Nachlass.

Gertrud Schubart-Fikentscher, von der Familie liebevoll Ruth genannt, lebte bis zu ihrem 20. Lebensjahr in Zwickau. Zwischen 1943 und 1946 fand sie zusammen mit ihrem Ehemann als in Berlin Ausgebombte Aufnahme in der Familie. Sie blieb bis zu ihrem Tod 1985 sowohl der Zwickauer Familie als auch der Stadt Zwickau aufs Engste verbunden. Leider geriet sie selbst trotz ihres hervorragenden Rufs in der Wissenschaft ausgerechnet hier in Vergessenheit. Nun kommt zumindest ihr Nachlass in ihre Geburtsstadt zurück!

Auf der Grundlage dieses Nachlasses schrieb Dr. Rüdiger Fikentscher sein Buch „Liebe, Arbeit, Einsamkeit“, welches er im Rahmen einer Veranstaltung des Stadtarchivs am 16. März 2016 um 18 Uhr im Robert-Schumann-Haus vorstellt.

Kontakt:
Stadtarchiv Zwickau
Lessingstraße 1
08058 Zwickau
Telefonnummer 0375 83-4701
Faxnummer 0375 83-4747
stadtarchiv@zwickau.de

Quelle: Stadt Zwickau, Pressemitteilung, 11.3.2016

Von Wasser, Holz und Eisen: Zürichs Geschichte in Bildern

Fotografien aus den Beständen des Stadtarchivs Zürich neu online

Wer sich für historische Fotografien interessiert, findet neu leicht Zugang zum fotografischen Schatz des Stadtarchivs Zürich. In Zusammenarbeit mit städtischen und technischen Dienstleistern hat das Stadtarchiv thematische Bildergalerien geschaffen, die nun online zur Verfügung stehen. Den Auftakt machen die historischen Fotografien aus dem Sihlwald, die Industriefotografien der Zürcher Firma Escher Wyss sowie die Unfall- und Tatortbilder der Stadtpolizei Zürich.Wie können fotografische Schätze niederschwellig publik gemacht werden? Die Organisation und Informatik der Stadt Zürich hat in Zusammenarbeit mit den Internetdiensten die Idee des Stadtarchivs von einem vereinfachten Zugang zu seinen Bildarchiven verwirklicht. Verbunden mit den Bildergalerien wird auch die Bestellung und Nutzung der Fotografien des Stadtarchivs über ein Online-Formular angeboten.

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Unfallbilder aus vier Jahrzehnten
Das Stadtarchiv Zürich startet mit drei verschiedenen thematischen Bildergalerien:
Aus dem Bestand der Stadtpolizei Zürich werden die Unfallbilder des Erkennungsdienstes der Stadtpolizei von 1920 bis 1960 präsentiert. Ursprünglich als Beweisunterlagen bei Unfällen und Verbrechen gedacht, haben sich diese hochinteressanten Fotografien zu Dokumenten der Stadtgeschichte gewandelt – vom sich wandelnden Stadtbild über die Änderungen im Verkehr und Transport bis hin zum wirtschaftlich-sozialen Wandel der Stadt Zürich.

Sihlwald im Wandel der Zeit
Eine zweite Bildergalerie enthält die ältesten Aufnahmen aus der Pflege und Nutzung des Sihlwalds um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert. Die historischen Aufnahmen belegen, welche wichtige wirtschaftliche Rolle die Waldbewirtschaftung damals spielte und wie zentral diese tausend Hektaren Wald für die Energiebeschaffung der Stadt Zürich waren. Und natürlich auch, wie sich die Zeiten verändert haben: Heute steht die «Naturlandschaft Sihlwald» unter Schutz und wird vollkommen sich selbst überlassen.

Industriefotografie zur Escher Wyss AG
Die dritte Bildergalerie zeigt eine große Auswahl von Fotografien aus dem Firmenarchiv des 1805 in Zürich gegründeten Industrie-Unternehmens Escher Wyss AG. Die Firma etablierte sich im Maschinenbau und stellte Textilmaschinen, Wasserräder, Wasserturbinen und Kraftübertragungsanlagen her, ab 1835 auch Schiffe samt Kessel und Dampfmaschine. Bereits 1894 standen ihre Produktionsanlagen in Zürich-Hard. 1983 erfolgte die Gründung der Sulzer-Escher Wyss AG mit den Kernproduktionsbereichen Hydraulik und thermischen Turbomaschinen. Seit den 1990er Jahren wird die ehemalige Industriezone in der Hard im Sinn einer gemischten Nutzung neu geplant und überbaut. Heute ist am Escher-Wyss-Platz als einem der letzten Industriestandorte in der Stadt Zürich noch der Bereich Turbokompressoren unter dem Namen der deutschen MAN Diesel & Turbo tätig.

Bildpräsentation in Endlosschlaufe vor Ort
Gleichzeitig mit dem Start der Online-Bildergalerien hat das Stadtarchiv die schönsten Bilder aus dem Escher-Wyss-Archiv in einer Endlos-Bildpräsentation zusammengestellt, die seit dem 9. März 2016 unter dem Titel «Magie der Industrie: Die Fotografien der Firma Escher Wyss» im Parterre des Hauses Neumarkt 4 zu sehen ist.

Kontakt:
Stadtarchiv Zürich
Neumarkt 4
Haus zum untern Rech
8001 Zürich
Telefon+41 44 266 86 46
Fax+41 44 266 86 49
www.stadt-zuerich.ch/stadtarchiv

Quelle: Stadt Zürich, Medienmitteilung, 9.3.2016

Neue Leitung für das Gemeindearchiv Sögel

Bestände sollen weiter digitalisiert werden – Angebot an Privatpersonen und Vereine

Die Gemeinde Sögel, zugleich Verwaltungssitz in der Samtgemeinde Sögel im Landkreis Emsland, war früher Sitz des Amtes bzw. des Landkreises Hümmling, der dann mit dem Landkreis Aschendorf zum Landkreis Aschendorf-Hümmling zusammengelegt wurde. Seit 1977 gehört Sögel zum Landkreis Emsland mit Meppen als Kreisstadt. Sögel hatte Ende des Jahres 2014 rund 7.300 Einwohner.

Der 68-jährige Eckhard Bredohl ist jetzt offiziell mit der Leitung des Gemeindearchivs Sögel betraut worden. Bürgermeisterin Irmgard Welling und Gemeindedirektor Günter Wigbers haben sich in dieser Woche bei Bredohl als Nachfolger des sehr plötzlich verstorbenen ehrenamtlichen Archivars und Oberstudienrats a. D. Josef Klass für die Übernahme dieser Aufgabe bedankt. Der Bestand des Gemeindearchivs wurde 2005 der Gemeinde Sögel von Heinz Schmees übereignet und dann von ihm bis zu seinem plötzlichen Tod betreut.

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Abb.: Eckhard Bredohl leitet jetzt das Sögeler Gemeindearchiv (Foto: Gemeinde Sögel)

Eckhard Bredohl wohnt seit 1980 in Sögel und war bis zu seiner Pensionierung Studiendirektor am Hümmling-Gymnasium Sögel. Dort unterrichtete er viele Schülergenerationen in den Fächern Latein und Geschichte. Er fühle sich sehr heimisch in Sögel, berichtete Bredohl. Mit seiner Pensionierung könne er seinem Interesse an der Geschichte verstärkt nachgehen. Daher sei er seinerzeit der Bitte von Josef Klaas um Unterstützung im Archiv gerne nachgekommen. Seit August 2014 hat er Josef Klass bei der Archivarbeit unterstützt und kennt mittlerweile das mehrere Archivräume umfassende Sammlungsgut aus Schriften, Bildern und Tonserien. Bredohl hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bestände zu digitalisieren und weiter zu strukturieren, um sie besser verfügbar zu machen.

„Was hier zu finden ist, sind tausende von Bildern aus der Heimatgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Es gibt viele wertvolle Zeitdokumente. Eine Vielzahl an entsprechenden Berichten und Zusammenstellungen von Heinz Schmees befindet sich im Archiv. Selbst ein gut ausgestattetes Zeitungsarchiv der Ems-Zeitung ab Ende der 20er Jahre aus dem vorherigen Jahrhundert ist chronologisch sortiert im Archiv vorhanden.“ Sehr viel relevante Literatur zur Heimatgeschichte der Gemeinde Sögel, aber auch des Landkreises Emsland sei Gegenstand der Archivalien. Beim Entrümpeln alter Unterlagen sei ihm sogar eine alte, im Rost erstarrte Wehrmachtspistole in die Hände gefallen, kennzeichnete er schmunzelnd die Arbeit im Archiv als immer wieder überraschend. Als Historiker sei ihm u.a. die Sammlung von Marie-Luise Schlicht besonders ans Herz gewachsen: „137 Seiten dünnstes Papier beschrieben mit der Geschichte des Emslandes, des Hümmlings und Clemenswerths. Zusammengestellt in einer beeindruckenden Fleißarbeit, die durch ihre Breite in der Anlage und ihre Akribie hervorsticht.“ Dieses alles verwahrt in einem alten Margarinekarton zu finden, sei schon ein besonderer Höhepunkt der bisherigen Archivarbeit gewesen, vermutlich aber nicht der letzte.

„Mit Eckhard Bredohl haben wir einen hervorragenden Archivar mit herausragender Fachkompetenz gefunden, in dessen Hände wir das kostbare Archivgut gerne übergeben“, betonte Bürgermeisterin Irmgard Welling während der Übergabe.

Zu den Öffnungszeiten des Archivs jeweils mittwochs in der Zeit von 10 bis 12 Uhr freut sich Eckhard Bredohl über interessierte Gäste. Gerne nimmt er auch weiteres Material für das Archiv an. Die Besitzer können selbst entscheiden, ob sie das Archivgut dem Gemeindearchiv mit Eigentumsrechten oder aber als Leihgabe übergeben wollen. „Auch wenn die Besitzer wertvolle Geschichtsdokumente lieber zuhause verwahren, freue ich mich über ein Angebot zum Kopieren der Materialien.“

Bredohl bietet seine Zusammenarbeit auch anderen geschichtlich interessierten Vereinen und insbesondere dem Heimatverein Sögel an. Kontakte gebe es bereits zur Geschichtswerkstatt des Forums Sögel.

Kontakt:
Gemeindearchiv Sögel
Am Pohlkamp 7
Telefon: 2301
archiv@soegel.de

Quelle: Gemeinde Sögel, Pressemitteilung, 4.3.2016

Das Landeskirchliche Archiv Kassel im Web

Mehr als 200.000 Dokumente und 1,3 Mio Digitalisate, 800 n. Chr. bis 21. Jahrhundert

Bekanntlich sind Websites und Blogs (Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch) virtuelle Plätze im weltweiten Informationsraum World Wide Web. Letzteres wurde unter Weiterentwicklung vorhandener Konzepte (teils mit militärischem, teils mit universitärem Hintergrund) 1989 am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf entwickelt. Das WWW ist der Öffentlichkeit einige Zeit später zur freien Verfügung gestellt worden. Erste Weblogs tauchten Mitte der 1990er Jahre auf. Damit begann das Internet-Zeitalter. Es führte zu umfassenden Umwälzungen in vielen Lebensbereichen und zu einem grundlegenden Wandel des Kommunikationsverhaltens und der Mediennutzung. In seiner kulturellen Bedeutung wird es mit der Erfindung des Buchdrucks gleichgesetzt.

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An dieser digitalen Revolution hat das Landeskirchliche Archiv Kassel schon früh partizipiert. Seit 1997 im Besitz eines Internet-Anschlusses und einer Email-Adresse konnte im Dezember eine eigene kleine Website eingerichtet werden – schlicht mit gelbem Hintergrund und ohne Abbildungen.

Ein neu gestaltetes und reich bebildertes Webangebot ging im März 2004 zum 10. Geburtstag des Archivs online. Entstanden war es in Zusammenarbeit mit der MEDIO GmbH. Zwölf Jahre später war Zeit für einen Relaunch. Sowohl Inhalte als auch die visuelle Präsentation wurden vom Archivteam überarbeitet. Die technische Umsetzung fand in Zusammenarbeit mit dem Medienhaus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck statt.

Herausgekommen ist ein schlanker Internetauftritt mit Blog-Elementen und diskreten Social-Media-Komponenten. Die Eingangsseite bietet Platz für aktuelle Beiträge. Darüber hinaus liefert die Webpräsenz alles Wissenswertes über unsere Kernaufgaben. Sie informiert auch über laufende Projekte. Übersichtliche Strukturen informieren über die Archivpflege auf kirchengemeindlicher und landeskirchlicher Ebene. Links verweisen auf Kooperationen vor Ort ebenso wie auf das Netzwerk des Archivs.

Seit Anfang 2016 wird die Website des Archivs von der Deutschen Nationalbibliothek als Online-Ressource in halbjährlichen Abständen übernommen (https://portal.dnb.de/opac.htm?query=www.ekkw.de%2Farchiv&method=simpleSearch). Die Langzeitarchivierung ist gesichert.

Links:

www.ekkw.de/archiv

www.archiv-ekkw.de

Kontakt:
Landeskirchliches Archiv Kassel
Lessingstraße 15 A
34119 Kassel
Tel.: (0561) 78876 – 0
Fax: (0561) 78876 – 11
archiv@ekkw.de

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