Schätze aus dem Stadtarchiv Freising

Das „Archivstück des Monats“ – Hintergründe zur neuen Ausstellungsserie im Rathaus

Mit einer neuen, kleinen, feinen Reihe rückt das Stadtarchiv Freising ab Mai 2017 seinen Auftrag, aber auch Beispiele seiner „Schätze“, auf ungewöhnliche Weise in den Blickpunkt der interessierten Gesellschaft: Im monatlichen Wechsel wird ab sofort jeweils ein einzelnes Archivstück im Rathaus (erster Stock) ausgestellt, das mit einem begleitenden Text auch näher beschrieben wird.  Zum Debüt der neuen Reihe ist jetzt, im Mai 2017, ein Originalplakat zur Maifeier des Freisinger SPD-Ortsvereins vom 06. Mai 1900 zu sehen. Fast so spannend wie das Archivstück selbst ist die Skizze, mit der Florian Notter, Leiter des Stadtarchivs Freising, Ansatz und Auftrag der Archivarbeit knapp umreißt:

„Archive gehören wohl zu den unergründlichsten Institutionen, die eine Kulturgesellschaft zu bieten hat. Aufgrund der relativ abstrakten Materie und auch der Tatsache, dass sie über viele Jahrhunderte hinweg den Blicken der Öffentlichkeit entzogen waren, hat sich ein ambivalentes Bild von Archiven herausgebildet: eine Mischung aus fantastischer Wunderkammer und feuchtem Kellergewölbe, dazwischen Archivare und Historiker, die scheinbar aus der Zeit gefallen sind und misstrauisch auf ihren Schätzen sitzen.

Abb.: Archivstück des Monats (Foto: Stadtarchiv Freising)

Als Dienstleistungsbehörde „da“ für die Bürger/-innen
Ein solches Bild ist natürlich falsch. Ein Archiv wie das Freisinger Stadtarchiv ist eine öffentliche Einrichtung und eine Dienstleistungsbehörde, die in zweierlei Hinsicht für Bürgerinnen und Bürger da ist: Zum einen, weil sie – und das ist die Hauptaufgabe des Stadtarchivs – die kontinuierliche Überlieferung des Stadtgeschehens organisiert („records management“); alles Wesentliche, das sich in einer bestimmten Zeit im Bereich des Freisinger Stadtgebiets ereignet hat, wird idealerweise Eingang in die Überlieferung des Archivs finden und sich in den dortigen Beständen widerspiegeln. Die Überlieferungsbildung erfolgt nicht zufällig, sondern nach wissenschaftlichen Grundsätzen und detailliert ausgearbeiteten Strategien. Zum anderen ist das Stadtarchiv für Bürgerinnen und Bürger da, indem es die Zeugnisse vergangenen Geschehens für jede und jeden Interessierte(n) bereitstellt, freilich unter Wahrung von Persönlichkeits- und Datenschutzrechten.

Sehenswerte Beispiele aus dem umfangreichen Bestand
Die enorme Quantität und die Vielfalt der einzelnen Zeugnisse machen es, wenn man nicht gerade Mitarbeiter im Stadtarchiv ist, sehr schwer, einen Überblick darüber zu erhalten, was sich im Stadtarchiv alles verbirgt. Um ein bisschen mehr von dem zu zeigen, was zu den Beständen des Stadtarchivs gehört, wollen wir ab Mai 2017 jeden Monat ein Stück ausstellen und beschreiben“, so Notter.

Neben dem Original, das jeweils im ersten Obergeschoss des Freisinger Rathauses zu sehen ist (geöffnet montags bis mittwochs von  8 bis 16 Uhr; donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr; freitags von 8 bis 12 Uhr), wird das „Archivstück des Monats“ dankenswerterweise auch in den Freisinger Medien abgebildet und kurz erläutert. Und ein rascher Blick auf das wertvolle Original lässt sich sicherlich mit einem der nächsten Stadtbummel verbinden!

Kontakt:
Stadtarchiv Freising
Major-Braun-Weg 7 (Zimmer-Nr. 1.08 bis 1.10 im 1. Stock)
Telefon 08161/54 44 710
stadtarchiv@freising.de

Quelle: SZ, 3.5.2017

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