Aus der neuen Dürrner Ortschronik (2)

Die neue Ortschronik „Dürrn. Die wechselvolle Geschichte eines Dorfes zwischen Kraichgau und Stromberg“ zeichnet die ungewöhnliche Geschichte der Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg nach. Der Verfasser der Ortschronik, Konstantin Huber, ist Leiter des Kreisarchivs des Enzkreises in Pforzheim. Mit drei einzelnen Folgen sollen Einblicke in die neue Dürrner Ortschronik gegeben werden.

Folge 2: Der Dürrner Charakter

Im Jahr 1851 attestierte der Pforzheimer Bezirksvorstand Ludwig Wilhelm Fecht den Dürrner Einwohnern, sie seien im Allgemeinen „sparsam und fleißig, altem Herkommen in Tracht und Sitten zugethan und zwar mehr, denn in vielen andern Orten“. Hier scheint die Lage des Dorfes – etwas abseits und in gewisser Entfernung zur Stadt – bereits durch. Deutlich negativer äußerte sich Fechts Nachfolger Otto von Scheerer 1876: „Die Lage der Gemeinde Dürrn, welche von dem größeren Verkehr abgeschlossen, hauptsächlich nur mit einigen Nachbargemeinden in Verbindung steht, mag wohl zum Wesentlichsten dazu beitragen, daß hier der […] sehr beschränkte conservative Sinn der Landbewohner ganz besonders sich ausprägt.“ Und Oberamtmann Siegel bemerkte 1878 gar: „Als Hauptgrund der wenig günstigen wirthschaftlichen Lage des Ortes wurde mir von zuverlässiger Seite angegeben, daß die Bewohner wenig fleißig sind, daß sie insbesondere zur Sommerszeit erst um 7 Uhr morgens auf das Feld gehen.“ Damit galt man damals als Langschläfer! Dürrns Pfarrer Stober attestierte der Bevölkerung 1907 diplomatisch einen „vorzugsweise ländlichen Charakter mit allen Licht- und Schattenseiten“. Er führte immerhin aus, dass das ganze Jahr über „von früh bis spät viel gearbeitet“ werde „und auch unter den auswärts ihrem Verdienst Nachgehenden gibt es nur wenig eigentliche ‚Bummler‘“. Pfarrer Meier meinte 1917, er habe „noch in keiner Gemeinde die Leute so schwer arbeiten und Abends so spät nach Hause gehen sehen wie hier“. Er schränkte aber ein: „Dem Arbeitsfleiß steht allerdings ein gewisses Genußleben in Essen und Trinken gegenüber, das es im Krieg nicht oder nur schwer fertig bringt, auf alte Gewohnheiten zu verzichten oder behördliche Mahnungen zu verstehen“. Dennoch war das Dorfleben im Vergleich zu heute von härtester körperlicher Arbeit, Zähigkeit, enormem Fleiß und größter Sparsamkeit geprägt. Alle, auch Frauen und Kinder, mussten hart arbeiten; letztere verfügten kaum über Spielzeug, hatten dafür aber das ganze Dorf als Spielplatz.

Abb.: Der Brunnen im Oberdorf mit Darstellung der traditionellen Dürrner Berufe Landwirt und Goldarbeiter sowie der „Dodebritscher“-Geschichte (2016).

Brot, Kartoffeln und Milch

Pfarrer Zachmann berichtete 1902: „Die Nahrung ist einfach und bei manchen, die es können, auch kräftig; viel Mehlspeisen, oft nur sonntags Fleisch. Die nahrhafte Speise des Bauern ist und bleibt sein Bauernbrot.“ Kritisch aber fügte er hinzu: „Eine auffallend große ‚Kuchenbackerei‘ hat in den letzten Jahrzehnten Platz gegriffen.“ Und der 1915 geborene Karl Schäfer erzählte: „Zum Abendessen gab es bei uns meist Suppe mit Brot, Milch und Kartoffeln. Zum Frühstück gab es jedoch Kaffee und Milch.“ Echten Bohnenkaffee trank man vor allem sonntags – sonst gab es aus Getreide oder Zichorie hergestellte Kaffee-Ersatzgetränke wie „Muckefuck“. Eugen Theilmann wiederum berichtete aus seiner Jugend um 1930/40: „Morgens gab es selbst hergestellten ‚Kaffee‘ und Weißbrotschnitten, zu Mittag ein einfaches, schnell zubereitetes oder auf dem Herd vorbereitetes Essen wie Eintopf und zum Abendessen Brotsuppe, Milch bzw. Sauermilch und Kartoffeln. Während der Erntezeit blieb man mittags auf dem Feld und nahm einen Vesperkorb mit. Fleisch gab es vor allem dann, wenn man geschlachtet hatte, was die meisten landwirtschaftlichen Familien taten. Sonst gab es wenig Fleisch, vor allem in geräucherter Form.“ Zu den besonderen Genüssen zählte Schmalzbrot. Die große Sparsamkeit führte dazu, dass man nichts verderben ließ. An schimmelig gewordenen Lebensmitteln entfernte man lediglich den Schimmel und aß sie trotzdem. Und was nicht frisch verzehrt wurde, lagerte man als Vorrat: Man kochte es ein, räucherte oder dörrte es.

„Dodebritscher und Dieldappen“: Die Dürrner Necknamen

Früher nahm man viel stärker als heute Anteil am Leben und Geschehen der Nachbargemeinden. Ein Ausdruck dieser engen Verbindung waren die heute kaum mehr gebräuchlichen und oft wenig schmeichelhaften Spitznamen, die man den Bewohnern der Nachbarorte gab. Die meisten entstanden im 18./19. Jahrhundert, und manche sind heute nur noch schwer deutbar.

Für die Dürrner Bevölkerung sind gleich zwei solcher Spitz- oder Necknamen überliefert. Der erste lautet „Dodebritscher“ und entstand angeblich wie folgt: Ein Dürrner Fuhrmann sollte einen verstorbenen Einwohner über den holprigen Kirchweg zu dem damals auch für Dürrn zuständigen Friedhof in Kieselbronn karren. Sarg und Wagen mussten manchen harten Stoß hinnehmen und es hörte sich an, als ob der Tote von innen gegen den Sargdeckel klopfe. Erschreckt „pritschte“ der Fuhrmann mit der Peitsche auf den Sarg – denn „dod isch dod!“ Im Galopp fuhr er nach Kieselbronn und berichtete Pfarrer und Totengräber von seinem Erlebnis. Seither haben die Dürrner ihren Necknamen weg. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass speziell in Dürrn bis um 1850 folgender Brauch galt, von dem Pfarrer Zachmann im Jahr 1902 in seiner Chronik berichtete: „Eine eigentümliche Sitte bei Begräbnissen war bis in die Mitte vorigen Jahrhunderts das nochmalige Öffnen des Sarges auf dem Friedhof unmittelbar vor der Einsenkung ins Grab. Es geschah wohl, um den Angehörigen noch einmal die Verstorbenen zu zeigen, dann vielleicht auch aus Gründen der Vorsicht, Scheintod betreffend. Doch scheint diese an sich nicht gerade anfechtbare Gewohnheit mancherlei Unsitten im Gefolge gehabt zu haben, denn mehrmals begegnet man in Visitationsbescheiden dem ernsten Tadel, es solle darauf geachtet werden, dass bei Öffnung des Sarges auf dem Friedhof die Weiber die Verstorbenen im Sarg nicht schütteln und empor zerren.“ Noch im 20. Jahrhundert soll eine Dürrner Frau verfügt haben, man solle ihr nach ihrem Tod die Pulsadern öffnen, damit sie nicht scheintot beerdigt werden könne.

Die Dürrner Einwohner werden aber auch „Dieldappen“ (bzw. Dilldabbe“) genannt. Sie sollen einst ihren Kleesamen, statt ihn einzuwalzen, mit Dielen (wuchtigen Brettern) belegt haben und darauf herumgetappt sein. Nach Pfarrer Zachmann „geht das Wort allem Anschein nach (die Dürrner reden natürlich nicht gern darüber) auf eine gewisse Langsamkeit und Umständlichkeit in Dingen zurück, die eilig und pressant zu erledigen wären. Eine weniger tölpelhafte Erklärung ist die, dass die Wege schlecht und dreckig waren und deshalb die Dürrner Dielen darüber gelegt hätten. Mitunter wird das auch in Verbindung gebracht mit dem Ursprung des anderen Necknamens „Dodebritscher“. Denn der Weg nach Kieselbronn war bei Regen- und Tauwetter verschlammt, so dass der Gang zur Kirche nur über zuvor ausgelegte Dielen möglich gewesen sein soll; auch bei den Leichentransporten sei so mancher „Diel-Tapp“ mit dem Sarg abgeglitten.

Der Begriff „Dilldapp“ ist ein vor allem in Hessen und Oberfranken verbreitete Bezeichnung für eine trottelige Person. Er erscheint auch in Märchen und Erzählungen als Fabelwesen und in der schwäbisch-alemannischen Fasnet; es gibt sogar eine Comicfigur, die im Siegerland Kultstatus besitzt. Die Wortherkunft ist ungeklärt, der Begriff ist aber bereits für das 15. Jahrhundert überliefert. Möglicherweise kam er über einen Zuwanderer nach Dürrn.

Damit die Necknamen nicht ganz in Vergessenheit geraten, werden sie heutzutage erfreulicherweise auf verschiedene Art festgehalten: So ließ die Gemeinde Ölbronn-Dürrn im Jahr 1990 einen Brunnen im Oberdorf durch den Bildhauer Karlheinz Zöhner aus Mühlacker mit der „Dodebritscher“-Geschichte ausgestalten. Und im Jahr 2010 gab sich die Laienspielgruppe des Gesangvereins Eintracht Dürrn den Namen „Dürrner Dieldappen“ – ein besonders passender Name, weil das Theaterspiel auf Bühnenbrettern (Dielen) stattfindet.

Konstantin Huber

Siehe auch:
Folge 1: Die Dürrner Schnapstrinker – oder: „Der Branntwein hat in Dürrn eine hochtraurige Bedeutung“

Info:
Konstantin Huber:
Dürrn. Die wechselvolle Geschichte eines Dorfes zwischen Kraichgau und Stromberg.
Mit Beiträgen von Christoph Florian und Martin Schickle
Ostfildern und Pforzheim 2017
520 Seiten, 300 Abbildungen
ISBN 978-3-7995-0692-2

Unterlagen von Kirchenmusikdirektor Gotthard Gerber im Stadtarchiv Iserlohn

Kirchenmusikdirektor Gotthard Gerber übergab vor einiger Zeit dem Stadtarchiv Iserlohn persönliche Unterlagen aus seiner kirchenmusikalischen Tätigkeit. Im Stadtarchiv wurde der Bestand nun erschlossen und archivgerecht verpackt. Stadtarchivar Rico Quaschny konnte Gotthard Gerber im Stadtarchiv das Findbuch zum Bestand überreichen. „Der Bestand dokumentiert über drei Jahrzehnte kirchenmusikalisches Leben in Iserlohn, das Gotthard Gerber maßgeblich geprägt hat, und ist eine besondere Bereicherung unserer Bestände“, freut sich Stadtarchivar Quaschny.

Abb.: Gotthard Gerber (rechts) und Stadtarchivar Rico Quaschny im Magazin des Stadtarchivs (Foto: Stadtarchiv Iserlohn).

Gotthard Gerber, geboren 1937 in Thüringen, war nach dem Studium an der Hochschule für Musik in Frankfurt am Main von 1961 bis 1971 zunächst Kantor und Organist in Plön. 1971 wechselte er nach Iserlohn, wo er bis 2001 Kirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirchengemeinde Iserlohn war. Zugleich war er Leiter der Evangelischen Kantorei Iserlohn. Er begründete die Konzertreihe der Kantorei, die Internationalen Orgeltage Iserlohn sowie die „tage neuer musik iserlohn“. Zwanzig Jahre erfüllte Gerber einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in Köln in den Fächern Liturgisches Orgelspiel, Partitur- und Generalbassspiel, Liturgik und Hymnologie. 1978 wurde ihm der Titel Kirchenmusikdirektor verliehen, im Jahr 1999 der Verdienstorden des Landes NRW. Gotthard Gerber setzte sich für die Restaurierung der historischen Schulze-Orgel in der Reformierten Kirche Iserlohn sowie den Neubau einer Orgel für die Bauernkirche in Iserlohn ein.

Seit den 1960er Jahren gab er zahlreiche Orgelkonzerte in vielen Städten Deutschlands aber auch im Ausland, so in England, Dänemark, Holland, Nordwegen, Schweiz, Ungarn, USA, DDR, Polen, CSSR, Belgien, Frankreich, Finnland, Schweden, Spanien, Lettland, Russland und Italien. Seit dem Eintritt in den Ruhestand ist Gotthard Gerber freischaffender Kirchenmusiker. Er produzierte mehrfach Funkaufnahmen beim WDR und NDR und gab Musikseminare bei der Volkshochschule.

Der Bestand enthält vor allem Schriftwechsel, Programme und Presseartikel zu den zahlreichen Konzertveranstaltungen von Gotthard Gerber, Materialien zu Bau, Unterhaltung und Restaurierung von Orgeln in Iserlohn sowie einige Unterlagen zur beruflichen Tätigkeit sowie zur Mitarbeit in Ausschüssen, Kommissionen und als Dozent. Außerdem sind im Bestand ältere Notenbücher enthalten, die Besitzervermerke oder handschriftliche Eintragungen von Musikdirektor Franz Hanemann aus Iserlohn, dem Iserlohner Komponisten Horst Bucksfeldt oder von Gotthard Gerber aufweisen.

Der Bestand umfasst 137 Nummern in 22 Archivkartons sowie großformatige Plakate, Schallplatten und CDs und ist nach Absprache mit Gotthard Gerber einsehbar.

Das Stadtarchiv Iserlohn ist immer an Unterlagen aus Privatbesitz interessiert. „Nur durch persönliche Unterlagen, Vereins- und Firmenarchive, Fotografien und andere Zeitzeugnisse kann in Verbindung mit dem amtlichen Schriftgut eine lebendige Stadtgeschichte dokumentiert werden“, so Stadtarchivar Rico Quaschny.

Kontakt:
Stadtarchiv Iserlohn in der „Alten Post“
Theodor-Heuss-Ring 5
58636 Iserlohn
Tel.: 02371 / 217-1921
Fax: 02371 / 217-2982
archiv@iserlohn.de

Quelle: Stadt Iserlohn, Pressemitteilung, 9.8.2017

Diefenbacher Gemeinderechnung von 1780/81 erstrahlt in neuem Glanz

Kreisarchiv des Enzkreises vermittelt Gemeinde Sternenfels Restaurierung des beschädigten Bandes

„Fast wie neu“ – das ist der erste Eindruck vom historischen Rechnungsband aus dem Gemeindearchiv Diefenbach, den der Leiter des Kreisarchiv des Enzkreises, Konstantin Huber, dem Sternenfelser Bürgermeister Werner Weber nach erfolgter Restaurierung zurückgab.

Abb.: Freuen sich über eine gelungene Restaurierung: Kreisarchivleiter Konstantin Huber (rechts) übergibt den Rechnungsband dem Sternenfelser Bürgermeister Werner Weber (Foto: Enzkreis).

Die historische Archivalie trägt den barock-ausführlichen Titel „Dieffenbach Burgermeister Rechnung, Mein, Johannes Schauflers, des Raths, als dermalig verordneten Amts-Burgermeisters dahier, besagend was ich Gemeinen Flekens wegen Eingenommen und dargegen wiederum Außgegeben habe, Von Georgii 1780 biss dahin 1781“. Sie enthält demnach alle Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde vom Tag des Heiligen Georg (23. April) 1780 bis ins Folgejahr. Bürgermeister Werner Weber staunte nicht wenig, dass dies alles auf 176 Blatt Platz hatte.

Der Band stand einst vermutlich im Dachgeschoss des Diefenbacher Rathauses. Zwischen den Ziegeln hindurch war daher mit ziemlicher Sicherheit Regenwasser durch das Dach und in den Band eingedrungen. Schimmelbefall war die Folge, wodurch teilweise das historische Papier zerbröselte. Ein kleiner Teil der Schrift war nicht mehr zu retten.

Den Rest restaurierte Buchbindemeisterin und Restauratorin Caroline Gerken aus Freiburg, mit dem das Kreisarchiv seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Es gelang ihr, das schöne Einbandpapier zu lösen und im Original wieder auf die neu gefertigten Buchdeckel aufzuziehen. Denn ein Grundsatz jeder fachgerechten Papierrestauration ist es, nur die absolut unbrauchbaren Teile zu ersetzen, alles noch Verwendbare und damit den Originalcharakter aber möglichst zu erhalten.

Und Caroline Gerken darf sich freuen: Bürgermeister Werner Weber gab grünes Licht für die Restaurierung weiterer beschädigter Bände aus den Archiven beider Ortsteile, um das „Gedächtnis“ der Gemeinde zu sichern und auf Dauer zu erhalten.

Kontakt:
Kreisarchiv und Kultur, Enzkreis
Zähringerallee 3
75177 Pforzheim
Tel.: 07231 308-9423
Fax: 07231 308-9837
Kreisarchiv@enzkreis.de

Quelle: Enzkreis, Pressemitteilung 203/2017, 14.8.2017

 

Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera 3/2017

Unter dem Titel „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ informiert das Stadtarchiv Gera vierteljährlich über aktuelle Herausforderungen und historische Themen rund um eigene Arbeit. „Dabei sollen einerseits unter wechselnden Rubriken die Bestände des Stadtarchivs vorgestellt und Einblicke in die Archivarbeit gewährt werden. Anderseits sollen historische Ereignisse und deren Akteure mit ihren Auswirkungen auf die Stadt- und eventuell sogar auf die Landes- und Weltgeschichte in Erinnerung gerufen werden“, formuliert Archivleiterin Christel Gäbler im Vorwort der ersten Ausgabe. Ziel sei es, auf spannende Forschungsthemen aufmerksam zu machen und Impulse zur weiterführenden Beschäftigung mit der Stadtgeschichte zu geben.

Beiträge der Ausgabe 3/2017 der „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“:

  • Personen der Stadtgeschichte – Teil 2: Professor Louis Georg Braun (Architekt und Mundartdichter)
  • „Mein Traum vom Fliegen“ – Rolf Staudtes Flugsporterinnerungen
  • Theodor Hartwig: „Künstler sein heißt: anders fühlen als alle die anderen…“
  • Neueste Forschung korrigiert bisher angenommenes Baujahr des Amtsgerichtes Gera

Neben dem geschriebenen Wort zählt vor allem die Sprache zum wichtigsten Kommunikationsmedium der Menschheit. Parallel zu unserer Standardsprache und der Umgangssprache existieren in Deutschland, wie auch in anderen Ländern, zahlreiche historisch gewachsene Dialekte. Als eine spezielle dialektale Ausformung ist das „Gersche“ zu nennen, also die von den Geraern gesprochene Mundart. Ein vermutlich nicht mehr allen Gerschen, wie die gleichnamigen Sprecher(innen) dieses Dialektes genannt werden, bekannter Text des Geraer Architekten Louis Georg Braun (geb. 1865) über ein botanisches Phänomen namens „Bräzelbaum“ im fürstlichen Küchengarten stellt der erste Beitrag dieser Ausgabe unseres Informationsbriefes vor.

Abb.: Rudi Seiler, Rolf Staudte und Harry Quaas als am 1. Zentralen Segelflugwettbewerb der DDR in Schönhagen teilnehmende Mannschaft des Bezirkes Gera im Jahr 1957 (Foto: Stadtarchiv Gera)

Einige Aspekte der Flugsportentwicklung in Gera und Umgebung sowie persönliche Erlebnisse einer exemplarischen Flugsportkarriere thematisiert ein Beitrag über Rolf Staudte und seine nunmehr im Stadtarchiv Gera verwahrten Niederschriften.

Ein vollkommen anderes Berufsfeld wird mit den Ausführungen über die jüngst in das Stadtarchiv Gera übernommenen Nachlassunterlagen des unter anderem an den Bühnen der Stadt Gera wirkenden Schauspielers und Schauspielleiters Theodor Hartwig (1912-1982) in den Blick genommen; reflektieren die überlieferten Dokumente doch nicht nur das persönliche Empfinden des Zeitgeschehens, sondern sie illustrieren gleichsam auch Facetten der Geraer Theatergeschichte der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Der vierte Artikel zeigt schließlich anhand des Baujahres des Geraer Amtsgerichtsgebäudes exemplarisch, wie kompliziert und rechercheaufwändig manchmal der Weg zur korrekten Information über einen bestimmten Sachverhalt sein kann. Oftmals erweist sich zu diesem Zweck der Besuch mehrerer Archiveinrichtungen und der durchaus zeitintensive Abgleich des dort vorgefundenen Aktenmaterials als unerlässlich.

Link: Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera 3/2017

Info:
Der Informationsbrief „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ wird per E-Mail versandt und kann auf der Internetseite www.gera.de/stadtarchiv heruntergeladen werden. Durch eine formlose E-Mail mit dem Betreff „Informationsbrief“ an stadtarchiv@gera.de können die „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ kostenlos abonniert werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Gera
Gagarinstraße 99/101
07545 Gera
Tel. 0365/838-2140 bis 2143
stadtarchiv@gera.de

Aus der neuen Dürrner Ortschronik

Das Dorf Dürrn ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Ölbronn-Dürrn im Enzkreis in Baden-Württemberg. Dürrn weist eine ungewöhnliche Geschichte auf. Es war bis weit in die Neuzeit als „Kondominatsort“ unter vier Ortsherren geteilt. Seine Geschichte beginnt jedoch schon sehr viel früher, in der Jungsteinzeit. – Welche Spuren hinterließen Kelten und Römer auf Dürrner Gemarkung? Wie alt ist das Straßendorf? Wie lebten die Dürrner als „Diener vieler Herren“? Und wie entwickelte sich der Ort unter badischer Oberhoheit seit 1730? Wie veränderte die Industrialisierung das Leben der Menschen und verwandelte Dürrn zu einem Goldschmiedsbauerndorf? Was geschah in der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus? Welche Veränderungen brachte die Nachkriegszeit, die Dürrn zu der Gemeinde machten, die sich 1974 mit Ölbronn zusammenschloss?

Dies sind einige der Fragen, denen die im Sommer 2017 erschienene umfangreiche Ortsgeschichte nachgeht, die nicht zuletzt aufgrund ihrer zahlreichen, zumeist farbigen Bilder zum Blättern und Vertiefen einlädt. Der Autor Konstantin Huber ist Leiter des Kreisarchivs des Enzkreises in Pforzheim. Mit drei einzelnen Folgen sollen Einblicke in die neue Dürrner Ortschronik gegeben werden.

Folge 1: Die Dürrner Schnapstrinker – oder: „Der Branntwein hat in Dürrn eine hochtraurige Bedeutung“

Entsprechend der großen Bedeutung des Obstbaus spielte die Branntwein- oder Schnapsherstellung in Baden eine große Rolle. Die Gemeinde Dürrn teilte im Jahr 1807 dem Oberamt Pforzheim mit, dass „von jeher“ jeder, der es wollte, Branntwein ausschenken durfte. Die Ortsvorgesetzten versicherten, darauf zu achten, dass „zum Nachtheil der Gesundheit ihrer Mitbürger kein Misbrauch gemacht werde“. Dass der Einfluss der Dorfoberen hierauf freilich relativ gering war, verdeutlichen indes einzelne Notizen, so wie folgende im Ortsbereisungsprotokoll vom Jahr 1853: „David Biebelheimer hat sich dem Branntweintrunk ergeben und macht in trunkenem Zustand Scandal aller Art“. Und Gottlieb Schäfer „ergab sich in den 60er Jahren dem Trunk, so daß er öfters allerlei Gethier u[nd] Menschen sah (Visionen)“.

Abb.: Erste Seite des Berichtes von Pfarrer Schmitthenner an das Oberamt Pforzheim über „den Branntweinkonsum in der Gemeinde Dürrn“ (1880).

Der Selbstmord des alkoholkranken Philipp Barth (1879) führte zu einer größeren Untersuchung durch das Bezirksamt. Diese ließ die Dürrner Einwohnerschaft insgesamt in keinem besonders guten Licht erscheinen. So berichtete der Oberamtmann 1880, die Gemeinde stehe im Ruf eines hohen Branntweinkonsums. Zur Klärung des Phänomens verfasste Pfarrer Schmitthenner eine 14 Seiten umfassende Denkschrift, die einigen Einblick in das Dürrner Alltagsleben gibt. Er war nämlich nicht in erster Linie bemüht, die aus seiner Sicht gottlosen und lasterhaften Glieder seiner Gemeinde einfach mit erhobenem Zeigefinger an den Pranger zu stellen; so anonymisierte er ihre Namen, wobei die gewählten Großbuchstaben der Reihenfolge seiner Schilderung (von A bis U) entsprangen und keine Abkürzungen der Familiennamen darstellen. Der Pfarrer suchte vielmehr nach Ursachen für den Alkoholismus und gab seine Meinung zur Eindämmung des Problems kund, wenngleich sein Blick dabei auf eine strikte Begrenzung der Bezugsquellen beschränkt blieb.

Schmitthenner begann seinen Bericht mit den Worten: „Der Branntwein hat in Dürrn eine hochtraurige Bedeutung. Man kann ihm eine Geschichte schreiben und zwar einen Nekrolog vorerst.“ Zunächst schilderte der Pfarrer daher die körperliche Leidensgeschichte von elf dem Trunk ergebenen Personen, die in den Jahren 1873–80 im Alter zwischen 39 und 76 Jahren verstorben waren. In acht dieser Fälle maß Schmitthenner dem Alkoholismus eindeutig lebensverkürzende Wirkung bei. Es handelte sich fast ausschließlich um Männer, die teilweise durchaus vermögend gewesen waren und ihre Mittel vertranken, wie der eigentlich fleißige Bauer E, der als lediger Mann „in sexueller Ausschweifung“ lebte, dann „ein übel erzogenes unordentliches Weib“ heiratete. Der „Verdruß brachte ihn an das Weintrinken und von da kam er an den Schnapps“. Schmitthenner schrieb übrigens Schnapps bewusst immer in dieser Form, da er das Wort von „schnappen, d.h. kurze schnelle Züge nehmen“, ableitete! Der fromme N, der sogar Vorstand einer christlichen Gemeinschaft war, „hatte seine Natur verderbt durch die Gewohnheit, bei kleineren Anfällen von Leibweh oder Kolik Liqueur und feineren Branntwein zu trinken – in kleinen Quantitäten. […] Er hat keinesfalls einer Trunksucht nachgehangen. Aber wie sein schwacher Unterleib durch diese verkehrte Arznei stets irritirter ward und er endlich täglich sein Gläschen trank, so unterlag er der stets stärker auftretenden Kolik oder Ruhranfällen, die sich zu einer Unterleibsentzündung steigerten.“ Der Geistliche schreckte zur Verdeutlichung seiner Worte nicht vor grausigen Schilderungen zurück, wie bei dem „regelmäßigen Schnappstrinker“ M, dessen „Leichnam, obwohl er nicht wassersüchtig war, furchtbar schnell schwoll, so daß er im Sarg kaum Platz fand und schrecklich roch. Der Verwesungsprozeß war durch die blutzersetzende Wirkung des Branntweins förmlich vorbereitet und äußerst beschleunigt“.

Nach seinem einleitenden „Nekrolog“ berichtete Schmitthenner auch von der „lebenden Geschichte“ des Branntweins in Dürrn, d.h. von acht weiteren Personen, davon wieder sechs Männern, die derzeit dem Trunk ergeben seien. „Das entsetzlichste Beispiel“ sei die Ehefrau S. Vom Wein kam sie allmählich „zum Schnapps, und ist nach vielen entsetzlichen häuslichen und öffentlichen Scenen so weit gekommen, daß sie […] nach Dingen verlangt, welche ‚kratzen‘, d.h. den Gaumen in dieser kolossalen Weise kitzeln oder reizen. Sie […] gieng schon mit Lügen und Stehlen und Betteln um, nur um Mittel zu bekommen zur Befriedigung ihrer Schnapps-Gelüste“. Die Schilderung ihres Falles beendete der Dürrner Ortspfarrer mit den pathetischen Worten: „Sie ist zunächst verloren für jeden edleren Zweck des menschlichen Daseins, von dem ewigen Ziel des menschlichen Lebens gar nicht zu reden.“

Trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – der hohen Anzahl der geschilderten negativen Beispiele sei, so Pfarrer Schmitthenner, die öffentliche Meinung in Dürrn abgestumpft. Da zudem eine Person „von bedeutender öffentlicher Stellung auf dem kirchlichen Gebiet“ trinke, gelte der Schnapsgenuss keinesfalls als verwerflich. Auch die Jugend sah Schmitthenner in Gefahr. So berichtete er unter der Überschrift „Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen“ davon, dass im letzten Winter der größere Teil der Konfirmanden „um das Geld, das ihnen die Eltern gegeben, um dem Pfarrer und dem Hauptlehrer das übliche Weihnachtsgeschenk zu machen, ¼ Liter Liquoer […] kauften und […] vertranken“.

Der Pfarrer empfahl eine möglichst scharfe polizeiliche Überwachung und Beschränkung der Schankgenehmigung auf die Wirtschaften, damit sprichwörtlich den „Branntweinkonsumenten nicht der Brodkorb, sondern die Schnappsflasche höher gehängt“ werde. In den Wirtshäusern sei noch eher eine sittliche Kontrolle möglich als in den „Kramläden“. Außerdem sei „nach alter Erfahrung eine Wirthshaussauferei nie so schlimm […] als der in der Studentensprache sogenannte stille Suff“.

Im Jahr 1891 hieß es, auf dem Karlshäuserhof sei 1850-60 Schnaps gebrannt worden, was die „Anleitung zum Schnapsen“ nach Dürrn gebracht habe, so wie die Göbricher das Schnapstrinken auf dem Katharinentalerhof gelernt hätten. Inzwischen aber seien, zumindest „nach Behauptung des Gemeinderaths“, die Schnapstrinker „nach und nach ausgestorben“. Ganz so war es sicher nicht, doch hielten sich die Klagen später in Grenzen.

Konstantin Huber

Info:
Konstantin Huber:
Dürrn. Die wechselvolle Geschichte eines Dorfes zwischen Kraichgau und Stromberg.
Mit Beiträgen von Christoph Florian und Martin Schickle
Ostfildern und Pforzheim 2017
520 Seiten, 300 Abbildungen
ISBN 978-3-7995-0692-2

 

ARCHIV-info 2017 / Heft 1

Heft 1 der im 18. Jahrgang erscheinenden Zeitschrift „ARCHIV-info“ ist jetzt erschienen. Das vom Deutschen Museum in München herausgegebene Mitteilungsblatt informiert u.a. über digitale Strategien des Archivs des Deutschen Museums.

Mittlerweile bestünden vor allem Nachlässe von Wissenschaftlern, Erfindern und Ingenieuren in zunehmendem Maße aus „born-digital“ Unterlagen, wie Textdateien, E-Mail-Ablagen, Statistik- und Forschungsdaten, digitale Fotografien oder Planunterlagen.

„Im Wesentlichen zielt die Digitalisierungsstrategie des Archivs darauf ab, alle Findbücher zu unseren Beständen sowie einen beträchtlichen Anteil der urheberrechtsfreien Archivalien gemeinsam mit den Beständen der Objektsammlungen und der Bibliothek über das ‚Deutsche Museum Digital‚ zur Verfügung zu stellen. Von dieser Basis aus sollen auch nationale und internationale Portale bedient werden. Daneben wollen wir aber auch künftig weiterhin Drittmittel geförderte Digitalisierungsprojekte in Kooperation mit anderen Partnern – gegebenenfalls auf eigenen Plattformen – umsetzen.“

Inhalt ARCHIV-info 1 /2017:

Wilhelm Füßl/Matthias Röschner: Editorial

Wilhelm Füßl: Archivbestände im Deutschen Museum, Thema: Quellen zur Polarforschung

Neuerwerbungen

Wilhelm Füßl: Nachlass Heinrich Hardensett

Wilhelm Füßl: Sammlung Koshofer zur Farbfotografie

Projekte

Wilhelm Füßl: Dioramenkatalog

Matthias Röschner: Findbuch Nachlass Kekulé von Stradonitz

Wilhelm Füßl: Porträtgemälde erschlossen

Matthias Röschner: Evaluierung 2017

Kurz berichtet

Wilhelm Füßl: Tagung der Bildarchive in München

Wilhelm Füßl: Hermann Mäling †

Impressum:
ARCHIV-info
Herausgegeben vom Deutschen Museum.
Redaktion: Dr. Wilhelm Füßl, Dr. Matthias Röschner M.A.
Anschrift:
Deutsches Museum, Archiv
80306 München
Tel. 089 / 2179-220
Fax 089 / 2179-465
archiv@deutsches-museum.de

Welterbe Westwerk Corvey jetzt mit eigener Homepage und Blog

Das imposante karolingische Westwerk der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey prägt seit Jahrhunderten diesen geschichtsträchtigen Ort im Osten Westfalens. Es ist das „Gesicht“ des UNESCO Weltkulturerbes am Weserbogen. Seit einiger Zeit arbeitet ein Team von hochspezialisierten Experten zusammen, um die Geheimnisse, die diese dicken Mauern bewahren, zeitgemäß erfahrbar zu machen. Ihre wissenschaftliche, restauratorische und konzeptionelle Arbeit ist selten für Besucher sichtbar oder nachvollziehbar. Deshalb hat sich die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey, als Eigentümerin des Westwerks, entschlossen, die Entwicklung bis zum Abschluss aller Maßnahmen Mitte 2019 über eine Internetpräsenz nachvollziehbar und transparent zu machen.

Unter der Adresse www.WelterbeWestwerkCorvey.de gibt es Informationen, Bilder und Geschichten zum Westwerk sowie Links zu vertiefenden oder ergänzenden Seiten.

In Zukunft sollen direkt am historischen Ort virtuelle Raum- und Lichtinszenierung dazu einladen in die frühmittelalterliche Geschichte des Weltkulturerbes einzutauchen. Die neue Homepage wird kontinuierlich ausgebaut, informiert über den Stand der Dinge und hier werden, wie in einem Blog, regelmäßig Geschichten erscheinen und Aktuelles veröffentlicht. Es soll deutlich werden, wie beispielsweise Archäologen mit IT-Spezialisten zusammenarbeiten, welche Aufgaben Restauratoren übernehmen oder mit welchen besonderen Herausforderungen Architekten, Denkmalschützer und Wissenschaftler im Westwerk Corvey konfrontiert sind. Aber auch Informationenüber Vorhandenes, wenig Beachtestes oder viel Geliebtes finden einen Platz. Das kann die Restaurierung der ungewöhnlichen Barockorgel sein, eine Nachricht zur geplanten internationalen Kooperation oder die Vorstellung der Mitarbeiter des Team und ihrer Aufgaben.

Englischsprachiger ARCHION-Videoclip auf Youtube

Rechtzeitig zur International Germanic Genealogy Conference (IGGC), einer Internationalen Tagung für deutsche Genealogie in Minneapolis vom 28. bis 30. Juli 2017, präsentierte die Kirchenbuchportal GmbH einen englischsprachigen Clip auf Youtube.

Der Imagefilm wendet sich an Familienforscher und solche, die es werden wollen. Leicht verständlich und anschaulich werden die Möglichkeiten, die das Portal www.archion.de mit seinen Originalquellen seit 2015 bietet, in einer Geschichte verpackt erzählt (incl. englischen Untertiteln).

Mrs. Smith, eine amerikanische Genealogin, möchte mehr über ihre deutschen Vorfahren wissen. Mit Archion, dem Portal, das die meisten deutschen Kirchenbücher online präsentiert, taucht sie in ihre Familiengeschichte ein. Drei Ereignisse, die sie in Archion findet, lassen ihre Wurzeln aufscheinen: Geburt und Taufe ihres Vorfahren Johann Friedrich Grabbe 1848 in Hamburg, bevor er mit seinen Eltern das Schiff nach Amerika betritt, die Hochzeit seiner Eltern 1847 in Neustadt und Tod und Begräbnis seines Großvaters 1820 in Altdorf. Die ständig wachsende Zahl der zur Verfügung gestellten Kirchenbücher eröffnen Mrs. Smith und allen Neugierigen beste Konditionen, die eigenen Wurzeln online zu entdecken.

Das deutschsprachige Trickfilm-Pendant befindet sich im Produktionsprozess und wird auf dem 27. Norddeutschen Kirchenarchivtag in Hofgeismar am 11. und 12. September 2017 vorgestellt und ebenfalls auf Youtube eingestellt werden.

Für die Herstellung der beiden Clips konnte die Trickfilmklasse der Kunsthochschule Kassel gewonnen werden. Damit findet die erfolgreiche Kooperation mit dem Verband kirchlicher Archive in der AABevK aus dem letzten Jahr eine Fortsetzung. Damals hatte die Trickfilmklasse den Imagefilm der evangelischen Archive kreiert. Der Clip wurde in den letzten zehn Monaten rund 14.000mal aufgerufen.

Daten zum Clip:
Länge: 1:30 min.
Technik: 2D Digitaler Zeichentrick
Konzept und Animation: Aaron Farkas, Theresa Grysczok, Delia Krohmer, Florian Maubach
Sprecherin: Lisa Frigand
Betreuung: Prof. Martina BramkampDr. Bettina Wischhöfer

Archiv und Wirtschaft 2/2017

Dieser Tage erschien die neue Ausgabe (2/2017) von „Archiv und Wirtschaft“, der Zeitschrift der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e.V.

Inhaltsverzeichnis „Archiv und Wirtschaft“ 2/2017

Aufsätze

  • Kai Bosecker und Andrea Kambartel: Phänomen Familienunternehmen. Eine Ausstellung der Draiflessen Collection, konzipiert von Maria Spitz, Kai Bosecker, Andrea Kambartel und Nicole Roth (60-68)
  • Alexander L. Bieri: Mythos, Glamour, Identität: Familiengeschichte im globalen Konzern (69-72)
  • Dagmar Thesing: Licht ins Dunkel bringen: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste unterstützt Wirtschafts- und Unternehmensarchive bei der Aufbereitung ihrer Bestände zu NS-Raubgut (73-83)
  • Francesca Pino: Multi-archives, multi-speed and multi-goals: team working in a banking group archive (84-89)
  • 50 Jahre Archiv und Wirtschaft
  • Hans-Theodor Schmidt: So oder so? (90-91)

Rezensionen

  • Johannes Bähr: Werner von Siemens 1816–1892. Eine Biografie (Ralf Stremmel) (92-93)
  • Patrick Bormann, Judith Michel und Joachim Scholtyseck (Hrsg.): Unternehmer in der Weimarer Republik (Mark Jakob) (93-95)

Nachrichten (95-97)

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Landesmuseum übernimmt Gelderns archäologische Funde

Gut verpackt und verstaut traten etliche archäologische Fundstücke der Stadt Geldern ihre Reise vom Stadtarchiv Geldern ins LVR-Landesmuseum in Bonn an. Erste Zwischenetappe ist dabei die Außenstelle des Bodendenkmalamtes in Xanten. Dort werden die Fundstücke durch Experten begutachtet, aufgenommen und verpackt.

Diese Arbeiten dienen aber nicht nur der Nutzung in Bonn, sondern auch der zukünftigen Arbeit des Bodendenkmalamtes, wie Dr. Marion Brüggler, stellvertretende Leiterin der Außenstelle Xanten, erklärt: „Diese Forschungen sind für uns aufschlussreich. Genaue Kenntnisse bereits geborgener archäologischer Funde geben uns wertvolle Hinweise für spätere Grabungen“, so Dr. Marion Brüggler, die die Fundstücke von Yvonne Bergerfurth, der Leiterin des Gelderner Stadtarchivs, übernahm.

Abb.: Gelderns Stadtarchivarin Yvonne Bergerfurth (links) übergibt die Funde an Dr. Marion Brüggler von der Außenstelle des Bodendenkmalamtes in Xanten (Foto: Stadt Geldern).

Nach der Begutachtung werden die Funde nach Bonn transportiert, wo sie im Landesmuseum fachgerecht aufbewahrt werden. Durch die Registrierung bleiben sie in Zukunft nutzbar, wenn gewünscht auch für Ausstellungen in Geldern.

Kontakt:
Stadtarchiv Geldern
Yvonne Bergerfurth
Issumer Tor 40, Zimmer: 400
47608 Geldern
Telefon: 02831 398-400
Telefax: 02831 39898-400
yvonne.bergerfurth@geldern.de

Quelle: Stadt Geldern, Pressemitteilung, 27.6.2017

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