Wasserschaden im Stadtarchiv Blomberg soll glimpflich verlaufen sein

Vom: 05.02.2010

Vermutlich ein Defekt im Heizungssystem war Ursache dafür, dass mindestens vier Tage lang Wasser ins Stadtarchiv Blomberg eindrang. Von der Heizung im Dachgeschoss lief das Wasser durch das Erdgeschoss bis in den Keller mit den Archivalien. Die Lehmwände in der ehemaligen Synagoge haben sich aufgelöst, das Flechtwerk ist blankgewaschen und aufgequollen, und im Keller stand das Wasser 60 Zentimeter hoch. Krankheitsbedingt wurde der Schaden erst spät und durch Zufall entdeckt.

Stadtarchiv Blomberg (Foto: NRW Archive)

Die Wiederherstellung der Lehmwände der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Synagoge ist aufwändig. Zur Rettung der durchnässten Archivalien richteten die beiden Papierrestauratorinnen Birgit Geller vom LWL-Archivamt für Westfalen und Anna Endreß vom Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen in Münster, eine provisorische Werkstatt ein.

Der Blomberger Stadtarchivar Dieter Zoremba konnte nach Sichtung der Schäden feststellen, dass hauptsächlich die Akten auf den unteren Regalböden vom Wassereinbruch in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die kostbarsten Archivalien lagern "glücklicherweise auf den obersten Bretter", informierte er über die LZ. Die nassen Akten werden tiefgefroren, Trocknungsgeräte sollen das gebotene Raumklima wieder herzustellen helfen.

"Wir wickeln die einzelnen Akten ein, damit sie beim Einfrieren nicht aneinander festkleben und sich später besser trocknen lassen", erklärt Birgit Geller, während sie Stadtarchivar Dieter Zoremba zeigt, wie es geht: Eine Akte einwickeln, die nächste drauf, weiterwickeln, dann wieder eine drauf, Folie mit dem Cutter schneiden, weg damit in die Plastikwanne. "Am besten macht Ihr das zu zweit: Einer bringt die Akten an, einer wickelt", so ihr Tipp. Sobald die nassen Akten vollständig hier verstaut sind, wandern sie nach Everswinkel in ein riesiges Kühlhaus, wo sie bei minus 25 Grad erst einmal eingefroren, damit sie nicht schimmeln. Anschließend holt das Archivamt sie dann nach und nach nach Münster, um sie gefrierzutrocknen. Derzeit werden dort Akten aus dem eingestürzten Kölner Stadtarchiv behandelt, die Blomberger Archivalien werden aber dazwischen geschoben, so die Restauratorin.

Kontakt:
Stadtarchiv Blomberg
Im Siebenbürgen 1a
32820 Blomberg
Telefon: 05235-2516
Telefax: 05235-504290
W.Stoeteknuel@blomberg-lippe.de

Quelle: Marianne Schwarzer, Lippische Landes-Zeitung, 2.2.2010; Marianne Schwarzer, Lippische Landes-Zeitung, 3.2.2010

<http://www.augias.net/art_6972.html>