Ausstellung von Schenkungen an das Stadtarchiv Halle (Saale)

Beim Schenken handelt es sich um eine freiwillige Handlung, bei der ein auch Donator genannter Schenker dem Beschenkten eine Leistung zukommen lässt, ohne etwas dafür zu verlangen. Ursprünglich der Zurschaustellung und Verstärkung sozialer Bindungen innerhalb einer Gruppe dienend, gilt das Schenken in der bürgerlichen Gesellschaft als Ausdruck persönlicher, familiärer und freundschaftlicher Beziehungen.

Abb. Ausstellungsplakat „Geschenkt! Entdecken Sie Schenkungen an das Stadtarchiv aus den letzten zwei Jahrzehnten“ (Stadtarchiv Halle)

Der ursprünglichen Aufgabe des Stadtarchivs Halle (Saale) als Einrichtung zur Sammlung, Sicherung und Bereitstellung von schriftlichen Zeugnissen der kommunalen Verwaltungstätigkeit gesellte sich im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts eine neue Bestimmung hinzu. Das moderne Archiv hatte nunmehr auch jene Bestände zu bewahren und zu erschließen, die als grundlegende Quellen zur Erforschung der Stadtgeschichte unverzichtbar blieben. Damit sah sich die Einrichtung in die Lage versetzt, nunmehr auch Archivalien zu übernehmen, deren Entstehung außerhalb der städtischen Verwaltung geschah.

Beginnend mit der Übergabe des Fotonachlasses von Gottfried Riehm (1858-1928) im Jahre 1929 fanden nicht wenige dieser neuen Bestände als Schenkungen ihren Weg in das Stadtarchiv. Vielfach von dem Wunsch geleitet, dass der Gegenstand ihres stadt-, kultur- oder familiengeschichtlichen Interesses nicht der Vergessenheit anheimfällt, wollten die Donatoren diesen einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Hierfür bot sich das Archiv als rechtlich-administratives wie kulturelles Gedächtnis der Stadt in hervorragender Weise an. Die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen im vereinten Deutschland erleichterten die Übernahme stadtgeschichtlicher Quellen aus der ganzen Welt dadurch wesentlich. Zudem nähert sich die jüngere Generation den genannten Themen zunehmend nicht mehr in althergebrachter Weise oder besitzt keine persönlichen Beziehungen zur Heimatstadt ihrer Vorfahren. Nahezu 1000 Schenkungen bereicherten so in den letzten zwei Jahrzehnten die Sammlungen des Stadtarchivs Halle.

Mit einem Besuch der aktuellen Ausstellung „Geschenkt!“ lässt sich ein Eindruck von der Qualität und kulturellen Breite der übereigneten Zeitzeugnisse gewinnen. Die Ausstellung „Geschenkt!“ kann seit dem 8. Mai bis zum 29. August 2019 im Stadtarchiv Halle während der Öffnungszeiten des Stadtarchivs, montags von 10 bis 15 Uhr sowie dienstags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr, besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Link: Ausstellungsdokumentation

Kontakt:
Stadtarchiv Halle (Saale)
Rathausstraße 1
06108 Halle (Saale)
Tel. 0345 221-3300

Quelle: Stadtarchiv Halle, Ausstellung, Mai 2019

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