Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg vorgestellt

Brandenburg fördert freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen

Die brandenburgische Wissenschaftsministerin Dr. Martina Münch hat am 8.8.2019 gemeinsam mit Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam und Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz, und Prof. Ellen Euler von der Fachhochschule Potsdam die „Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg“ präsentiert.

Wissenschaftsministerin Martina Münch betonte die Bedeutung des freien Zugangs zu publizierten Ergebnissen öffentlich finanzierter Wissenschaft und Forschung für wirtschaftliche Innovationen sowie für öffentliche Diskurse: „Wir nutzen die Chancen des digitalen Wandels für Brandenburg: Mit der neuen ‚Open-Access-Strategie‘ schaffen wir die Voraussetzungen für den freien und breiten Zugang zu öffentlich finanzierten und publizierten Forschungsergebnissen in unserem Land.“

Abb.: Wissenschaftsministerin Dr. Martina Münch mit Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam und Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz, sowie Prof. Ellen Euler von der Fachhochschule Potsdam bei der Präsentation der „Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg“ (Foto: Martin Sand)

Der freie Zugang stärke nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, so die Ministerin, „er erleichtert auch den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Gesellschaft. Davon profitieren kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie zivilgesellschaftliche Initiativen oder interessierte Bürgerinnen und Bürger. Zur erfolgreichen Umsetzung der Strategie planen wir die Einrichtung einer Vernetzungs- und Kompetenzstelle, die künftig alle Hoch-schul-Akteure zu finanziellen, rechtlichen oder organisatorischen Fragen der Umstellung auf Open Access beraten soll, sowie einen Fonds, mit dessen Hilfe gezielt öffentlich zugängliche Veröffentlichungen von Monographien und Sammelbänden gefördert werden soll“. Münch führte weiter aus: „Neben dem Ausbau von Open Access gehört auch das Mitte Juli gestartete ‚Zentrum der Brandenburgischen Hochschulen für Digitale Transformation‚ zu den zentralen Vorhaben unserer Digitalisierungsstrategie im Bereich Wissenschaft und Forschung. Das neue Zentrum für Digitale Transformation soll vorhandenes Know-how der Hochschulen in Forschung und Lehre und in der Hochschulverwaltung bündeln und sie dabei unterstützen, gemeinsam innovative Konzepte für IT-Systeme zu erarbeiten und umzusetzen. Dafür stellt das Land jährlich rund eine Million Euro bereit.“

Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam und Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz: „Mit der neuen ‚Open-Access-Strategie‘ und dem neuen Zentrum der Brandenburgischen Hochschulen für Digitale Transformation hat sich Brandenburg im bundesweiten Vergleich hervorragend positioniert. Dies passt zu den akademischen Stärken der Brandenburger Hochschulen im Digital Engineering, in der Informatik, der Wirtschaftsinformatik und zahlreichen Anwendungsgebieten.“

Abb.: Vision
 Open-Access-Strategie , Bildlizenz: CC BY-ND by Julian Kücklich

Prof. Ellen Euler von der Fachhochschule Potsdam: „Für Open Access gibt es eine breite Zustimmung in der Wissenschaft – damit aber Open Access publiziert wird, gilt es Barrieren abzubauen und das Publizieren im Open Access zu vereinfachen. An der Realisierung müssen alle beteiligten Akteure gemeinsam arbeiten: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können beispielsweise die Möglichkeiten offener Publikationswege nutzen, möglichst offen lizenzieren und von ihrem Zweitveröffentlichungsrecht Gebrauch machen, wenn eine Open-Access-Publikation nicht unmittelbar möglich ist. Hochschulen sollen Strukturen und Anreize für mehr Open Access schaffen. Und Hochschulbibliotheken sollen ermutigt werden, Publikationsinfrastrukturen zu entwickeln und bereitzuhalten.“

Die „Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg“ wurde seit Herbst 2018 von einer Projektgruppe unter der Leitung von Prof. Ellen Euler, Inhaberin der Professur für Open Access, Open Data und Open Science an der Fachhochschule Potsdam, entwickelt und vom Wissenschaftsministerium gefördert. Die Strategie beschreibt, wie Open Access in den kommenden Jahren erheblich ausgebaut werden kann. In die Erarbeitung der jetzt fertiggestellten Strategie waren alle betroffenen Akteure, darunter unter anderem brandenburgische Hochschulen mit ihren Hochschulbibliotheken, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und kulturelle Institutionen sowie externe Expertinnen und Experten eingebunden.

Das „Zentrum der Brandenburgischen Hochschulen für Digitale Transformation“, mit dem die acht staatlichen Hochschulen ihre Zusammenarbeit im Bereich der IT-Infrastruktur vernetzen und ausbauen, wurde am 15.7.2019 gestartet. Das Zentrum ermöglicht den Hochschulen Zugang zu umfangreichen Verwaltungs-IT-Diensten, etwa im Bereich des Studiums mit Prüfungsbescheiden, Studienplatz-Bewerbungen und Immatrikulationen oder im Bereich der allgemeinen Verwaltung für die Raumorganisation oder das Personalmanagement. Die Geschäftsstelle des Zentrums wird an der Technischen Hochschule Wildau eingerichtet.

Sowohl die „Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg“ als auch das „Zentrum der Brandenburgischen Hochschulen für Digitale Transformation“ sind Teil der „Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg“ des Landes.
Die „Open-Access-Strategie“ ist auf der Homepage des Wissenschaftsministeriums unter www.mwfk.brandenburg.de sowie auf folgender Open Access-Plattform abrufbar: http://doi.org/10.5281/zenodo.2581783.

Quelle: MWFK / Uni Potsdam, Pressemitteilung, 8.8.2019; FH Potsdam, Presseinformation, 8.8.2019

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