Fotos von Ignaz Böckenhoff

Raesfeld (lwl). Ignaz Böckenhoff (1911-1994) war ein Außenseiter, unverheiratet, geschäftlich unbegabt und beruflich erfolglos. Aber er war ein großartiger Fotograf. Über 50 Jahre lang hat er fotografiert fast ausschließlich in Raesfeld und fast immer waren Menschen seine Motive. Auf diese Weise entstand ab 1930 ein einmaliges Ortsporträt, das für das ländliche Leben ganz Westfalen-Lippes repräsentativ ist. Die 40 schönsten dieser Bilder zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit der Gemeinde Raesfeld noch bis zum 6. Juni 2003 in einer Ausstellung im Raesfelder Rathaus, die anschließend auf Wanderschaft durch Nordrhein-Westfalen geht. Sie wird beim Sponsor des Ausstellungsprojektes, den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Rheinland und in Westfalen, zu sehen sein. Außerdem präsentiert die Gemeinde Raesfeld unter der Adresse www.fotosammlung-boeckenhoff.raesfeld.de rund 1.400 weitere Fotos im Internet.

Böckenhoff war nicht Fotoreporter, sondern Chronist. Seine Bilder spiegeln mehr als jede andere Quelle das Leben auf dem Land, seine traditionelle Gesellschaftsordnung vor und nach dem Zweiten Weltkrieg wider, urteilt Dr. Volker Jakob, Leiter des LWL-Bild-, Film- und Tonarchivs. Böckenhoff dokumentierte Altes wie Neues, im Aussterben begriffene Berufe, den Wandel in der Landwirtschaft, die kleinindustrielle Produktion der örtlichen Betriebe, all dies immer mit einem Gespür für den richtigen Augenblick einer Aufnahme. Dabei haben die Bilder einen besonderen Charakter: Weil alle fotografierten Menschen den Dorfchronisten kannten, verstellten sie sich nicht, ließen ihn ganz nah an sich drankommen , so Jakob. Die zweite Hälfte der 1930er und 1940er Jahre waren für Böckenhoff in fotografischer Hinsicht besonders fruchtbar. Er dokumentierte mit seinen Kameras die schleichenden politischen Veränderungen, die zunehmende Ideologisierung und Militarisierung des dörflichen Lebens. In dieser Zeit sind seine stärksten Aufnahmen entstanden, nicht nur zeitgeschichtliche Dokumente, sondern ein intimes, persönliches Zeugnis seiner Umwelt. Insgesamt hinterließ Böckenhoff 80.000 Negative. Um diesen westfalenweit einzigartigen Fotoschatz zu heben, wandte sich die Gemeinde Raesfeld, die den Nachlass 1994 erworben hat, an den LWL, dessen Westfälisches Landesmedienzentrum Kommunen und Heimatvereine berät. In einem zweijährigen Projekt erschloss und archivierte die Kunsthistorikerin Dr. Ruth Goebel die Negative. 1400 fotogeschichtlich besonders bedeutsame Bilder digitalisierte sie. Die Gemeinde Raesfeld hat in Zusammenarbeit mit dem LWL-Landesmedienzentrum einen Internetauftritt erarbeitet, der diese Bilder jetzt für Interessierte zugänglich macht. Außerdem stellt die Seite www.fotosammlung-boeckenhoff.raesfeld.de das Werk des Fotografen und die Geschichte seines Heimatdorfes vor.

Die Geschichte dieses Projektes zeigt einmal mehr, dass erfolgreiche Kulturarbeit immer das Ergebnis von Kooperationen ist. Das, was der Einzelne nicht zu leisten vermag, gelingt im Miteinander. Und genau dies ist die Maxime, die sich der LWL in der Kulturpflege zu eigen macht: Dort helfend einzugreifen, wo Hilfe notwendig ist , so Dr. Markus Köster, Leiter des Landesmedienzentrums, bei der Ausstellungseröffnung.

Aus den aussagekräftigsten Fotos hat das LWL-Landesmedienzentrum einen Bildband zusammengestellt: Menschen vom Lande. Ignaz Böckenhoff. Herausgegeben von Volker Jakob und Ruth Goebel, Essen, Klartext-Verlag 2002, ISBN 3-89861-149-3, 19,95 Euro. Für Fotoliebhaber haben die LWL-Medienexperten unter dem gleichen Titel eine fünf Handabzüge umfassende und auf 50 nummerierte Exemplare limitierte Fotoedition herausgegeben, die beim Westfälischen Landesmedienzentrum unter der Tel. 0251/591-4719 (Frau Fleege) für 150 Euro erhältlich ist.

Die nächsten Stationen:
Volksbank Heiden 2. Juni bis 27. Juni 2003 (Kreis Borken) Volksbank Selm-Bork 1. bis 31. Juli 2003 (Kreis Unna) Volksbank Delbrück 19. September bis 26. Oktober 2003 (Kreis Paderborn) Volksbank Bad Driburg-Brakel-Steinheim
3. bis 30. November 2003 (Kreis Höxter) Volksbank Anröchte 8. Dezember 2003 bis 4. Januar 2004 (Kreis Soest) Volksbank Halle 12. Januar bis 8. Februar 2004 (Kreis Gütersloh) Volksbank Ochtrup 16. Februar bis 14. März 2004 (Kreis Steinfurt) Volksbank Dorsten 15. März bis 18. April 2004 (Kreis Recklinghausen) Volksbank Bad Oeynhausen-Herford 31. Mai bis 27. Juni 2004.

Fotos zu dieser Meldung können hier aus dem LWL-Presseforum heruntergeladen werden.

Pressekontakt:
Markus Fischer
Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org

Hernes Fehlgriff in Sachen Zwangsarbeit

Wissenschaftliche Forschung muss naturgemäß intersubjektiv überprüfbar sein. Nun ist über die Ergebnisse des Zwangsarbeiterforschungsprojektes der Stadt Herne bisher noch nicht allzuviel zu lesen gewesen. Ob es je dazu kommt, ist derzeit zweifelhaft. Die Dokumentation „Zwangsarbeit und Kriegsgefangene in Herne und Wanne-Eickel zwischen 1940 und 1945“ wird nicht erscheinen. „Das Material ist für uns wertlos“, erklärte Kulturdezernentin Dr. Dagmar Goch. Ob die Dokumentation im Reißwolf landen wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Zuerst werde sie nun komplett kritisch gegengelesen. Eventuell könne das aufbereitete Quellenmaterial als Grundlage für eine andere Dokumentation genutzt werden.

Hintergrund ist, dass der seit dem Jahr 2000 für zweieinhalb Jahre als ABM-Kraft mit der Zwangsarbeiterforschung im Herner Stadtarchiv beauftragte Historiker Dr. Olaf Rose zeitgleich sowie zuvor und danach auch mit Vorträgen in Kreisen der „Neuen Rechten“ bzw. in der Neonaziszene reüssiert hat. Nach einem Bericht der tageszeitung vom 22.5. sehe Rose keinen Widerspruch in seinen Tätigkeiten für die Stadt und die „Nationalkonservativen“. Dass er in der Tat keine Berührungsängste hat, belegen wohl seine – im als rechtsradikal geltenden Verlag Vowinkel erschienenen – Schriften sowie seine Mitarbeit in den extrem rechten Zeitschriften „Opposition“ und „Deutsche Geschichte“. Dies und ein Gespräch mit der Stadtverwaltung, in dem Rose seine Veröffentlichungen in diesen Verlagen und Magazinen zugab, nahm die Stadt zum Anlass, sich umgehend von Rose zu trennen (er hätte noch Texte nachliefern müssen) und von der Drucklegung der Dokumenation abzusehen.

In Bezug auf die Zwangsarbeiterforschung war Rose dabei unauffällig und kooperativ, beteiligte sich z.B. am Arbeitskreis Zwangsarbeit des Westfälischen Archivamtes in Münster, wo er über seine Briefkontakte zu ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus der ehemaligen Sowjetunion berichtete. Da es dabei, wie im gesamten Münsteraner Arbeitskreis, weniger um die Präsentation fertiger Forschungsprojekte, sondern um Werkstattberichte laufender Arbeiten ging, stand der Austausch über die Probleme der kommunalen Quellenlage im Vordergrund. Die Archivbestände der Korrespondenz mit den ehemaligen Zwangsarbeitern, wie sie durch deren Anfragen über Nachweise für ihre Tätigkeit in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs entstehen, stellen dabei eine neue Quellengattung dar, die auch der Quellenkritik unterworfen sein muss. So greift es sicherlich zu kurz, wenn man aus den auf die damalige Zwangsarbeit abhebenden Schilderungen in den russischen, weißrussischen und ukrainischen Briefen, die sich ja letztlich um Entschädigungsgelder bemühen, unreflektiert Rückschlüsse zieht auf die zeitgenössische Arbeits- und Lebenswirklichkeit der Zwangsarbeiter. Nicht nur die zeitliche Distanz und nicht nur die schlimmen Erfahrungen, die die meisten Zwangsarbeiter auch nach der Rückkehr in ihre Heimat als vermeintliche „Kollaboratuere“ machen mussten, sondern auch die bittstellerische Absicht ihrer heutigen Briefe sind dabei in die Interpretation der Darstellungen einzubeziehen. Hier hat Rose sicherlich nicht sorgfältig genug gearbeitet, wenn er aus der Lektüre dieser Briefe unumwunden schließt, wie die tageszeitung ihn zitiert, dass das Leben der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in den deutschen Lagern „sehr viel komfortabler als immer behauptet wird“ gewesen sei.

Wahrnehmungsschwächen haben sich aber gewiss auch andere vorzuwerfen, so insbesondere die Stadt Herne als ehemalige Arbeitgeberin Roses, die die Qualität seines wissenschaftlichen „Handwerkszeugs“ und die Intentionen seiner bisherigen Forschungen durchaus im Vorfeld seiner Beschäftigung hätte überprüfen können.

Quellen und Links:

»Archive im Freistaat Sachsen« in zweiter Auflage erschienen

Wer sich für die sächsischen Archive und ihre Bestände interessiert, kann nun auf die Neuauflage des Sächsischen Archivführers »Archive im Freistaat Sachsen« zurückgreifen. Anschriften, Bibliotheksumfang, Findhilfsmittel, Archivgeschichte und vor allem die Bestände von 150 Archiven sind dort verzeichnet.

Zu beziehen ist das 500 Seiten starke Buch direkt beim Staatsarchiv Leipzig.

Anschrift:
Sächsisches Staatsarchiv Leipzig
Schongauerstraße 1
04329 Leipzig

stal@archive.smi.sachsen.de
www.sachsen.de/archiv –> Archive/Staatsarchiv Leipzig

 

Einigung im Nachlassstreit um Weimars Kulturschätze

(StZ) Zuerst die gute Nachricht: Weimars größte Schätze werden nicht privatisiert. Das Goethe-und- Schiller-Archiv fällt nicht zurück in herzogliche Hände, auch bleiben sämtliche Bestände der Anna-Amalia-Bibliothek, die Fürstengruft mit den Särgen von Goethe und Schiller sowie die Kunstsammlungen zu Weimar im Besitz der Öffentlichkeit. Der jahrelange Streit zwischen dem Land Thüringen und dem Herzoghaus Sachsen-Weimar-Eisenach um diese Kulturgüter ist vorbei. Eine letztinstanzliche gerichtliche Klärung wurde vermieden, dennoch kehrt Sicherheit ein, denn die Adelsfamilie zieht ihre Ansprüche zurück. Zum Ausgleich erhält sie 15,5 Millionen Euro.

Wenig Geld für einen großen Verzicht, könnte man mit Blick auf den unschätzbaren Wert des Nachlasses sagen. So, als Verzichtende, sähe sich auch die herzogliche Familie gern dargestellt. Man sei bestrebt gewesen, keine weiteren Belastungen zu erzeugen, sondern sich der mäzenatischen Tradition zu stellen, welche die Familie geprägt habe, kommentierte ihr Rechtsanwalt den nun gefundenen Kompromiss. In Thüringen, wo man noch idealistische Vorstellungen vom Mäzenatentum hegt, hat diese Bemerkung mokante Mienen erzeugt. „Wir dachten immer, Mäzene bringen Geld“, heißt es im Umkreis der Stiftung Weimarer Klassik über die Nehmerqualitäten des deutschen Adels.

Die juristische Basis der herzoglichen Ansprüche ist zweifelhaft. Das seit 1994 geltende Entschädigungsgesetz, das verlangt, Adligen und Privatsammlern, die nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet wurden, ihre bewegliche Habe zurückzugeben, hätte für den Zugriff auf das Klassikerarchiv vermutlich nicht ausgereicht. Gefahren aber bestanden für das Inventar anderer Einrichtungen, zumal für die im Schlossmuseum befindlichen Kunstsammlungen. Daher Thüringens Zahlungsbereitschaft, darum wird wohl auch kein Betroffener dem Kompromiss die noch ausstehende Zustimmung versagen.

Gleichwohl bleibt ein übler Nachgeschmack. Als Walther Wolfgang von Goethe, der letzte Enkel des Dichters, testamentarisch verfügte, der Nachlass seines berühmten Großvaters solle in das Eigentum der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach übergehen, war dies nicht als Geschenk an eine Privatperson gedacht, sondern im Vertrauen darauf, dass nun die Obrigkeit den Nachlass schützt und pflegt. So entstand nach Walthers Tod 1885 das Archiv.

In der Folge zeigte sich, dass die großherzogliche Familie allein zur Erschließung und Pflege immer weniger in der Lage war. Von 1925 bis 1947 bestritt das Land Thüringen 48 Prozent des Haushalts des Goethe-und-Schiller-Archivs, 20 Prozent kamen von der Goethe-Gesellschaft, und die fürstliche Schatullverwaltung begnügte sich mit dem verbleibenden Drittel. Auch heute wäre die herzogliche Familie nicht imstande, die hohen Kosten zu tragen, die der Unterhalt der Archivalien verlangt. Hinzu kommt, dass sie, wie einst Großherzogin Sophie, weder als Stellvertreterin der Nation legitimiert ist noch verlangen dürfte, sich Güter anzueignen, welche die öffentliche Hand seit rund hundert Jahren mitfinanziert. Zumindest moralisch fehlt ihr dazu jedes Recht.

(Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 2.6.2003)

Zwangsarbeiter in Lippe

Detmold (NW). Sämtliche Aufenthalte von Zwangsarbeitern, die während des „Dritten Reiches“ in Lippe eingesetzt worden sind, wurden jetzt in einer Datenbank erfasst. Natalia Wotzke durchsuchte dafür das einschlägige Archivmaterial im Staatsarchiv Detmold und stieß auf rund 21.000 Nachweise.

Das Projekt wurde mit Mitteln der Kreise Lippe, der Universität Bielefeld und mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durch das Arbeitsamt Detmold finanziert.

Die Datenbank dient der geschichtswissenschaftlichen Forschung über den Einsatz von Zwangsarbeitern in Lippe. Mehrere Archive haben unterdessen aus ihren Beständen ein Inventar zum Thema Zwangsarbeiter zusammengestellt: Staatsarchiv Detmold, Stadtarchiv Lemgo, Stadtarchiv Bad Salzuflen, Stadtarchiv Blomberg, Stadtarchiv Lage, Kreisarchiv Paderborn.

Ausstellung: Hexenverfolgung in Franken

An Hexen glaubten die Menschen vor allem in der frühen Neuzeit vom 16. bis 18. Jahrhundert. Davon erzählt eine Wanderausstellung, die vom 22. Mai bis zum 22. Juli im Staatsarchiv Ludwigsburg zu sehen ist. Zusammengestellt wurde sie von der Frauengruppe Raute, einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen unter der Leitung der Historikerin Birke Grießhammer, die jahrelang in fränkischen Hexenakten recherchierte. Ausschnitte sind auf 46 Texttafeln mit teilweise farbigen Holzschnitten von Hexenverbrennungen festgehalten. Das Staatsarchiv Ludwigsburg hat eigene Archivalien über Hexenprozesse hinzugefügt.

Die Zahlen der Hexenverbrennungen schwanken wegen ungenauer Quellen zwischen 30.000 und 150.000, sagt Christian Keitel gegenüber den Stuttgarter Nachrichten, der die Ausstellung „Hexenverfolgung in Franken“ für Ludwigsburg ergänzte. Ein übergreifendes Erklärungsmodell für die Hexenverfolgung gibt es nicht. Die Menschen hofften, durch den Tod der Hexen würden sie von Missernten und Seuchen befreit. Bei Verdacht auf Verbrechen wie Teufelsbuhlschaft und Hexerei ließ die Prozessordnung die Folter zu, wovon regelmäßig Gebrauch gemacht wurde. Grundlage war eine Papstbulle von 1483 mit der Forderung, die Unheilstifter und mit ihnen das Unheil auszurotten. Der Wahn verschonte weder Frauen noch Männer, weder Junge noch Alte, weder Reiche noch Arme, weder Katholiken noch Lutheraner.

In der Ausstellung ist auch der „Hexenhammer“ zu sehen, eine Agitationsschrift des Dominikaner-Mönches Heinrich Institoris, und eine Halskette, mit dem sich ein Junge angeblich in einen Hasen verwandeln konnte. Eine Rarität, denn Beweisstücke wurden meist mit dem Angeklagten vernichtet.

Die Ausstellung „Hexenverfolgung“ ist bis 22. Juli im Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3, zu sehen (Montag bis Freitag 9 bis 16.30, Sonntag 13 bis 16 Uhr). Infos und Führungen: 0 71 41 / 18 – 63 10. Der Eintritt ist frei .

Begleitveranstaltung:

26. Juni, 19 Uhr: 
Birke Grießhammer, Gößweinstein: Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit Beschuldigungen, Verlauf und Erklärungsversuche
Vortrag mit Dias, Eintritt frei

Der ARCHIVAR 2/2003 erschienen

Die Maiausgabe 2003 des Mitteilungsblattes für deutsches Archivwesen „Der Archivar“ enthält neben Beiträgen zur Archivtheorie und -praxis sowie anderen Berichten folgende vier Aufsätze:

  • Die Bewertung von Verwaltungsschriftgut als Beobachtung zweiter Ordnung (Andreas Pilger/Kathrin Pilger; siehe auch Forum Bewertung)
  • Bewährt oder überholt? Archivarische Prinzipien und Arbeitsmethoden vor dem Hintergrund digitaler Überlieferung (Angela Ullmann)
  • Archive und Geschichtskultur in Amerika. Beobachtungen und Eindrücke aus den Jahren 1999 und 2002 (Wilfried Reininghaus)
  • Das Archivwesen in Tschechien – seine Erfolge und Sorgen (Eva Drasarova/Jindrich Schwippel)

Kontakt:
Der Archivar
http://www.archive.nrw.de/archivar

Studie: Nicht ohne mein Internet!

Wenn das Netz ab morgen für einen Monat komplett abgeschaltet werden müsste, würden es 71 Prozent der User als einen Verlust empfinden. Dies ist eines der Ergebnisse der 16. WWW-Benutzer-Analyse W3B des Hamburger Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß. Das Unternehmen führte vom 1. April bis 6. Mai 2003 eine Stichprobenbefragung unter 95.760 Netznutzern durch. 

Rund 54 Prozent der Anwender würden vor allem Kommunikationsanwendungen wie Chat, Messenger und E-Mail vermissen. Die elektronische Post habe sich bei der Befragung mit 41,4 Prozent als die häufigste Einzelnennung erwiesen, heißt es. Aktuelle Informationen, Nachrichten und Recherche-Möglichkeiten wollen rund 42 Prozent der Anwender nicht mehr missen. Die am häufigsten genannte Webseite, welche eine Lücke hinterlassen würde, sei mit 4,1 Prozent das Online-Auktionshaus eBay.

Darüber hinaus kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass das Internet als Instrument zum Abruf von Produktinformationen immer wichtiger wird: 70 Prozent aller Internet-Nutzer suchten online nach Produktinformationen zur Vorbereitung von Anschaffungen. Ferner ließen auch neue Endgeräte und die Drahtlos-Technik Wireless LAN die Nutzerpotentiale des Internet steigen. Die vollständigen Ergebnisse der Benutzer-Analyse werden am 1. Juni vorgestellt. (mur/c't)

Start der E-Mailing-Liste „Westfälische Geschichte“

Am 22. Mai wurde die E-Mailing-Liste „Westfälische Geschichte“ gestartet. Sie ist, wie die Initiatoren mitteilen, zentraler Baustein eines Kooperationsprojektes des Westfälischen Institutes für Regionalgeschichte (http://www.wir-muenster.de) des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und der Stiftung Westfalen-Initiative (http://www.stiftung-westfalen-initiative.de), gefördert vom Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverband (http://www.wlsgv-muenster.de). Die jetzt erfolgte Eröffnung ermöglicht nun (endlich) auch Interessenten an der westfälischen Geschichte, von den Vorteilen eines raschen Informationsaustausches zu profitieren.

Die E-Mailing-Liste „Westfälische Geschichte“ ermöglicht Ihnen nun auf einfache Weise, gezielt Informationen zum Thema zu beziehen oder an eine interessierte (Fach)-Öffentlichkeit zu versenden. Darüber hinaus können Sie aktuelle Entwicklungen mit Diskussionsbeiträgen kommentieren. Das Spektrum der Liste umfasst alle Aspekte der „Westfälischen Geschichte“, liefert daneben aber auch Service-Informationen, z.B. Inhaltsverzeichnisse neu erschienener Zeitschriften, Veranstaltungshinweise oder Stellenausschreibungen. Als Teilnehmer der E-Mailing-Liste profitieren Sie zudem von einem zusätzlichen Service: Sie erhalten regelmäßig den redaktionell betreuten Newsletter mit aktuellen Mitteilungen.

Damit ein gewisses fachliches Niveau sicher gestellt ist, wird die Liste von einem Redaktionsteam moderiert. Auf der einen Seite werden eingesandte E-Mails u.a. darauf hin überprüft, ob sie mit den Grundsätzen der Liste vereinbar sind; keine Chance haben z.B. Werbe-E-Mails. Auf der anderen Seite erarbeiten die Mitarbeiter des Portals eigene Inhalte, die Ihnen als Abonnent zugeschickt werden. Wir möchten Sie herzlich dazu ermuntern, sich durch Beiträge (z.B. durch die Übersendung von Veranstaltungshinweisen, Neuerscheinungen, Ausstellungseröffnungen, Diskussionsbeiträgen, Anfragen u.v.m.) rege an der Gestaltung der Liste zu beteiligen. Die Liste bietet auch Ihnen die Möglichkeit, zielgenau, kostenlos und mit wenig Aufwand auf eigene Aktivitäten hinzuweisen.

> Abonnement

Der Teilnehmerkreis der E-Mailing-Liste ist offen, d.h. jeder Interessierte kann die Liste abonnieren und E-Mails zur Veröffentlichung in der Liste einreichen. Der Bezug ist für Sie als Abonnent kostenlos und unverbindlich –
Sie können ihn jederzeit online kündigen. Abgesehen von Ihrem Namen und Ihrer E-Mail-Adresse, die für Verwaltungszwecke und die Zustellung der E-Mails an Ihre Adresse erforderlich sind, benötigen wir keine weiteren Daten.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Unter http://www.westfaelische-geschichte.de können Sie die E-Mailing-Liste „Westfälische Geschichte“ ab sofort abonnieren. Dort erhalten Sie auch weitere Informationen über die Liste und das Internet-Portal.

> Das Internet-Portal „Westfälische Geschichte“

Die E-Mailing-Liste steht nicht isoliert, sondern ist ein zentraler Bestandteil des Internet-Portals „Westfälische Geschichte“, das voraussichtlich im Frühjahr 2004 online gehen soll. Konzipiert als themenspezifisches Einstiegstor, möchte das Portal nicht nur die Kommunikation und den Informationsaustausch fördern, sondern auch umfangreiche Ressourcen (z.B. kommentierte Links, Quellen, Texte, Biografien, Materialien für den Schulunterricht) online zur Verfügung stellen. Dem Konzept liegt der Leitgedanke zugrunde, bestehende Strukturen um neue Angebote von Kommunikation und Information zu erweitern oder ins „digitale Zeitalter“ zu überführen sowie dezentrale Angebote in Form von Kooperationen unter dem Dach des Internet-Portals sinnvoll zu vernetzen. Das Portal richtet sich an die historisch interessierte Öffentlichkeit, Wissenschaftler und Mitarbeiter von Universitäten, Archiven, Bibliotheken und Museen sowie Lehrer und Schüler an Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen.!  Jeweils eigene Bereiche sollen sicher stellen, dass bestimmte Inhalte zielgruppenspezifisch angeboten werden. Interessierte – insbesondere Einrichtungen aus dem Schul- und Kulturbereich, Projekte usw. – sind eingeladen, unter dem Dach des Portals eigene Inhalte im WWW anzubieten oder sich mit Beiträgen einzubringen.

> Kontakt

Falls Sie darüber hinaus
     – Fragen oder Anregungen haben,
     – an einer Kooperation oder Mitarbeit interessiert sind oder
     – eigene Informationen unter dem Dach des Internet-Portals anbieten
möchten,

wenden Sie sich bitte an:

Dr. Marcus Weidner
Internet-Portal „Westfälische Geschichte“
Westfälisches Institut für Regionalgeschichte (WIR)
Warendorfer Str. 14
48145 Münster
Tel.: 0251/591-5691
Fax: 0251/591-3282
E-Mail: m.weidner@lwl.org
http://www.westfaelische-geschichte.de (Internet-Portal)
http://www.wir-muenster.de (Westfälisches Institut für Regionalgeschichte)

Mitteilungen aus dem Bundesarchiv 3/2002

Ausgabe 3/2002 der Zeitschrift „Mitteilungen aus dem Bundesarchiv“ (ISSN: 0945-5531) ist erschienen.

Inhalt:

  • Kürzere Wege finden!
    Hartmut Weber, Vortrag
  • Schwarz-Rot-Gold: Das Symbol für die nationale Identität der deutschen Erardo
    Cristoforo Rautenberg

Beiträge aus den Abteilungen

  • Stabsstelle
    Einführung eines Content-Management-Systems – Neugestaltung des Bundesarchiv Web-Auftritts (Joachim Rausch)
  • Abteilung Z
    Verabschiedung des Leiters der Zentralnachweisstelle. Dankrede (Georg Dillgard)
  • Abteilung G
    – Nachweisbeschaffung für ehemalige NS-Zwangsarbeiter/innen (Hans-Dieter Kreikamp)
    – Mikroverfilmung im Bundesarchiv im Jahr 2001 (Johannes Ganser)
  • Abteilung B
    – Bewertungsmodell Bundesarchiv (Matthias Rest)
    – Bewertung und Erschließung am Bestand Bundeskanzleramt (B 136) (Sabine Dumschat)
  • Abteilung FA
    – Die neue Filmarchivsoftware MAVIS. Ein Sachstandsbericht. (Wolfgang Gogolin)
  • Nachrichten
    – Der Besuch des Bundespräsidenten in der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte (Wolfgang Michalka)
    – Internationale Konferenz „Holocaust in Lithuania in the Focus of Modern History, Education and Justice“ in Vilnius (Ludger Borgert)
    – Richtfest am Neubau des Dienstleistungszentrums für Filmlagerung und –bearbeitung in Dahlwitz-Hoppegarten am 9. Oktober 2002 (Waltraut Käß)
    – Frauen – Film – Frauen. Deutsche Dokumentar-, Animations- und Kulturfilme bis 1954. Retrospektive des Bundesarchiv-Filmarchivs (Barbara Heinrich-Polte)
    – Zeitzeugen-Gespräch im Lastenausgleichsarchiv (Ulrich Ringsdorf)
    – Ausstellungen und Veranstaltungen in der Erinnerungsstätte (Wolfgang Michalka)
    – Der Nachlass des Verlegers und Journalisten Felix Buttersack (1900 – 1986) (Manuela Vack)
    – Nachlässe online (Manuela Vack)
    – Sitzung des Arbeitskreises „Editionsprobleme des 20. Jahrhunderts“ der Arbeitsgemeinschaft Außeruniversitärer historsicher Forschungseinrichtungen (AHF) im Bundesarchiv (Ralf Behrendt)
    – Neuerscheinungen der Edition „Kabinettsprotokolle der Bundesregierung“ (Uta Rössel)
    – Neuerscheinungen in den „Schriften des Bundesaarchivs“ und den „Materialien aus dem Bundesarchiv“ (Tilman Koops)
    – Neuerscheinungen in der Edition „Akten der Reichskanzlei“ (Friedrich Hartmannsgruber)
    – Unbekannte Archive: Johann-Kruse-Archiv zur Erforschung des neuzeitlichen Hexenglaubens (Deutsches Hexenarchiv) (Achim Baumgarten)

Anhang

  • Bundesarchiv Statistik 2001 

Kontakt:
Dr. Tilman Koops 
http://www.bundesarchiv.de