Neue Jahresausstellung im Stadtarchiv Plauen

“Trauer & Trost – 100 Jahre Hauptfriedhof in Fotografien und Dokumenten“

Die neue Jahresausstellung des Stadtarchivs Plauen zeigt einschlägige Exponaten und ein-drucksvolle Impressionen, ist damit nicht nur Rückblende, sondern zugleich Galerie, die den Blick auf einen besonderen Ort schärft. Zu sehen sind neben Fotografien aus der Zeit der Eröffnung des Hauptfriedhofs, historischen Zeichnungen und Plänen auch aktuelle Aufnahmen des Fotojournalisten Andreas Wetzel. Sie widerspiegeln den stimmungsvollen Wandel der Jahreszeiten in der Parklandschaft des Friedhofs.

Zahlreiche Besucher kamen zur Eröffnung der neuen Jahresausstellung zu 100 Jahre Hauptfriedhof ins Stadtarchiv.

Erinnert wird ebenso an das verheerende Explosionsunglück am 19. Juli 1918 in der Kartuschieranstalt der AEG in Plauen. Die Namen der Plauener Todesopfer und der im Ersten Weltkrieg gefallenen Plauener Soldaten wurden in ein Gedenkbuch geschrieben, dessen Seiten die Besucher digital betrachten können.

Das digitalisierte Totenbuch hält alle 301 Opfer dieser Brandkatastrophe zusammen mit allen Plauener Toten des Ersten Weltkrieges fest. Neben Name, Vorname und Todeszeitpunkt ist auch die Adresse der Gestorbenen in dem Buch festgehalten. Dass diese Publikation von jedem Besucher einzusehen ist und man die Seiten auch durchblättern kann, ist neuer Technik zu verdanken.

„Das ist unsere neue Medienstation“, berichtete Clemens Uhlig, der die Jahresausstellung vorbereitet hat. Die Medienstation werde künftig bei jeder Schau zum Einsatz kommen. Mit einem Wisch auf dem Bildschirm kann man vor- oder zurückblättern. Mit einem Tippen auf die Inhaltsangabe an der Seite kann man zu bestimmten Kapiteln oder in diesem Fall zu einem bestimmten Anfangsbuchstaben der Familiennamen vorspringen. Das Buch enthält 4100 Einträge.

Clemens Uhlig (links) und Andreas Wetzel haben die Ausstellung „Trauer & Trost“ wesentlich gestaltet. Foto: Brand-Aktuell

Clemens Uhlig hat einiges zusammentragen, um die Präsentation interessant zu machen. Selbst eine noch bis 1990 im Einsatz befindliche Urnendeckelprägemaschine ist ausgestellt. Das Gedicht eines Plauener Rechtsanwalts, der im Jahre 1915 im Krieg umgekommen ist und vorher noch diese Zeilen verfasste, kann man nachlesen. Die Original-Entwurfszeichnungen des Stadtbaurates und Architekten Wilhelm Goette aus dem Jahr 1912 sind zu sehen und vieles mehr.

Info:
Ausstellung vom 2. Mai 2018 bis 25. April 2019 im Stadtarchiv, Herrenstraße/Neues Rathaus. – Das Stadtarchiv Plauen versteht sich als die Informations- und Forschungsstätte für Stadt- und Regionalgeschichte der Stadt Plauen im Vogtland.

Öffnungszeiten des Stadtarchivs:
Dienstag von 9 bis 18 Uhr, Mittwoch von 9 bis 15 Uhr, Donnerstag von 9 bis 17 Uhr – außer an Feiertagen.

Kontakt:
Stadtarchiv Plauen
Eingang über Herrenstraße/
Neues Rathaus
Unterer Graben 1
08523 Plauen
Tel: 0 37 41 / 2 91 – 14 41
Fax: 0 37 41 / 2 91 – 3 14 41
stadtarchiv@plauen.de
www.plauen.de/stadtarchiv

Quelle: Stadt Plauen, Plauener Stadtnachrichten, 30.4.2018; Freie Presse, 28.4.2018

Coding da Vinci Rhein-Main 2018

Der Kultur-Hackathon Coding da Vinci Rhein-Main 2018 nimmt in seiner regionalen Ausrichtung diesmal die Rhein-Main-Region mit ihren Hochschul- und Universitätsstädten Aschaffenburg, Darmstadt, Frankfurt/Main, Gießen, Mainz, Offenbach, Wiesbaden und Worms in den Blick. Mit den Städten und ihrem reichen Umfeld von kulturwissenschaftlichen Instituten und Bildungseinrichtungen ist die Region ein idealer Standort für eine weitere Auflage des Kultur-Hackathons.

Aber warum überhaupt ein Kultur-Hackathon? Museen, Bibliotheken und Archive dieser Region verfügen gemeinsam über einen wertvollen Schatz: Ihre umfangreichen Datensammlungen zu den unterschiedlichsten Themen, also unser gemeinsames digitales Kulturerbe. Der breiten Öffentlichkeit ist dies meistens wenig bekannt. Der Kultur-Hackathon Coding da Vinci eröffnet die Möglichkeit, die Daten kennenzulernen, zu nutzen und damit neue Verbindung zwischen den Institutionen, ihrem kulturellen Erbe und der Öffentlichkeit herzustellen.

Was ist aber ein Kultur-Hackathon und was wird dabei getan? Die Teilnehmer*innen entwickeln ausgehend von Datensätzen, die die Kultureinrichtungen zur Verfügung stellen, gemeinsam in kleinen Teams Ideen, die innerhalb von wenigen Wochen bis zum lauffähigen Prototypen ausgearbeitet werden. Der freie und kreative Umgang mit unserem digitalen Kulturerbe steht dabei im Fokus. Die spannendsten Anwendungen, die aus diesem Kultur-Hackathon hervorgehen, werden schließlich in einer Preisverleihung in unterschiedlichen Kategorien prämiert.

Coding da Vinci Rhein-Main 2018 wird gemeinschaftlich von dem mainzed – Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften, der Universitätsbibliothek Mainz, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, dem Fachinformationsdienst Darstellende Kunst, der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, dem Stadt- und Stiftsarchiv der Stadt Aschaffenburg, dem Historisches Museum Frankfurt, Wikipedia Frankfurt sowie dem NODE Forum for Digital Arts veranstaltet. Es ist der sechste Kultur-Hackathon der Reihe Coding da Vinci seit ihrer Gründung 2014.

Zeitplan:

  • Onboarding 18. Juni 2018
    Hochschule Mainz, Standort Campus Lucy-Hillebrand-Straße 2
  • Kick-Off
    27./28. Oktober 2018
    Universität Mainz
  • Sprint
    5 Wochen, um kooperativ Projekte umzusetzen
  • Preisverleihung
    01. Dezember 2018
    Mainz

Kontakt:
Projektkoordination:
Stephan Bartholmei (DDB), Anja Müller (digiS), Dominik Scholl (WMDE)
codingdavinci@zib.de

Per Mausklick zu Brunnen und Gedenkstätten

Der Enzkreis präsentiert ausgewählte Kleindenkmale online in seinem BürgerGIS

Unglaublich reich ist der Enzkreis an sogenannten Kleindenkmalen: Gedenktafeln, Hausinschriften und Brunnen innerhalb von Ortschaften, Wegkreuze, Unterstände und Steinbrücken in Feld, Wald und Flur. Sie alle erzählen spannende Geschichten aus der Vergangenheit – und helfen dabei, den Alltag unserer Vorfahren zu verstehen.

Abb.: Freuen sich über die Präsentation von Kleindenkmalen im BürgerGIS (v.l.n.r.): Markus Granget, Raphael Schenkel, Konstantin Huber und Helga Schröck (Foto: Enzkreis)

Der Enzkreis verfolgt schon seit vielen Jahren das Ziel, die Kleinode ins rechte Licht zu rücken und damit zu schützen.  Neuerdings werden nun über 300 ausgewählte Objekte auch im kreiseigenen Bürger-GIS präsentiert, das über die Startseite der Homepage des Landratsamtes (www.enzkreis.de) zu erreichen ist. Hier sind raumbezogene Daten und Informationen aus verschiedenen Bereichen des Landratsamts zu finden. Unter der Rubrik „Kultur und Denkmalpflege“ gibt es den Menüpunkt „Kleindenkmale“. Eingeteilt in neun Sachgruppen mit den entsprechenden Symbolen kann man sich Objekte zum Beispiel aus den Bereichen Landwirtschaft und Weinbau, Handwerk und Bergbau oder Ereignisse und Personen anzeigen lassen. „Per Mausklick auf das Symbol findet man dann Fotos und Hintergrundinformationen hinterlegt“, berichtet Markus Granget vom Vermessungs- und Flurneuordnungsamt des Enzkreises.

„Man darf allerdings nicht erwarten, hier alle weit über 5000 Kleindenkmale zu finden, die vor Jahren von ehrenamtlichen Heimatforschern kartiert und dokumentiert wurden. Wir haben eine repräsentative Auswahl getroffen“, erklärt Kreisarchivleiter Konstantin Huber.

  

Abb.: Zwei Kartenausschnitte aus dem BürgerGIS für den westlichen bzw. östlichen Enzkreis mit Symbolen verschiedener Kleindenkmaltypen (Foto: Enzkreis)

Im BürgerGIS steht ein Großteil der Objekte zur Verfügung, die auch in dem 2013 erschienenen Buch „Verborgene Schätze entdecken: Kleindenkmale im Enzkreis“ enthalten sind. Das Buch wurde von Dr. Catharina Raible verfasst und von Barbara Hauser aus Neuenbürg fotografisch gestaltetet. Die Auswahl und Aufarbeitung erfolgte durch den Konstanzer Studenten Raphael Schenkel, der ein zweimonatiges Praktikum im Kreisarchiv ableistete und dabei von Hubers Mitarbeiterin Helga Schröck betreut wurde. „Die Arbeit machte großen Spaß und brachte mir zugleich die Geschichte meiner Heimatregion näher“, berichtet der aus Pforzheim stammende Student. Die dann anknüpfende Umsetzung der Informationen in das BürgerGIS übernahm  schließlich  Markus Granget.

Landratsvize Wolfgang Herz, der als für den Denkmalschutz verantwortlicher Dezernent die Erfassung der Kleindenkmale und die spätere Publikation bereits von den Anfängen im Jahr 2002 an begleitet hatte, freut sich: „Mit dieser zeitgemäßen Präsentation im WebGIS schaffen wir ein Stück „digitale Heimat“ und laden herzlich dazu ein, zunächst elektronisch und dann in natura in- und außerhalb der Ortschaften des Enzkreises auf Entdeckungstour zu gehen.“ Für Fragen und Hinweise steht das Kreisarchiv des Enzkreises gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Enzkreis, Kreisarchiv und Kultur
Zähringerallee 3
75177 Pforzheim
Tel. 07231 308-1668
kreisarchiv@enzkreis.de

Quelle: Enzkreis, Pressemitteilung, 102/2018, 12.4.2018

Der Tod Hans Wiesners an der Westfront – Aschaffenburger Schlaglicht April 1918

Seit dem hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs werden im Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg monatlich wechselnde „Schlaglichter“ in Form einer kleinen Präsentation gezeigt. Ausgewählte Dokumente, Fotografien und Objekte, zumeist aus den Beständen des Archivs (und ab und an auch in Kooperation mit regionalen Sammlern und Heimatforschern) werden über einen Zeitraum von jeweils vier Wochen gezeigt. Die jeweiligen Präsentationstexte sowie ausgewählte Bilder werden seit dem August 2014 über die Homepage des Archivs dokumentiert (Rückblick).

Das aktuelle Schlaglicht behandelt den Tod Hans Wiesners an der Westfront:

Hans Wiesner auf einem
vom Aschaffenburger Foto-
Atelier Samhaber
angefertigten Foto,
um 1914 (Privatbesitz)

Am Ostersonntag, den 1. April 1918 schrieb der Stabsarzt Bausewein an seinen Aschaffenburger Kollegen Bernhard Wiesner: „Im Auftrage Ihres Herrn Sohnes muss ich Ihnen leider heute die Nachricht von seiner Verwundung machen. Am 31. III. wurde er an seinem Unterstande von einem in etwa 50 m Entfernung einschlagenden Geschoss durch Splitter an der linken Brustseite, hintere Achsellinie etwa Höhe der 8.-10. Rippe verwundet.“

Diese Nachricht von der Westfront traf erst eine Woche später, am 8. April mit der letzten Post in Aschaffenburg ein. Bernhard Wiesner und seine Frau Elisabeth schrieben umgehend an ihre sechzehnjährige Tochter Marielies, die in Regensburg zur Schule ging: „Da bis jetzt noch keine Nachrichten aus dem Feldlazarett da sind, hoffen wir, daß Hans am Leben bleibt. Sobald wir wissen, wo er liegt, will Vater sehen, die Erlaubniß zur Hinreise zu erhalten.“

Zwei Tage später erfuhr Marielies durch einen weiteren Brief der Mutter vom Tod Ihres älteren Bruders. „Es ist ganz unfassbar und doch ist es ganz wahr: Unser lieber guter Hans ist tot“, schreibt Elisabeth Wiesner und vertraut ihrer Tochter an: „Erinnerst du Dich, daß wir am Ostermontag in der Agathakirche waren. Wir knieten seitlich nahe beim Predigtstuhl. Da mitten im Gottesdienst stand auf einmal Hans vor mir ganz blutüberlaufen. Ich bin entsetzlich erschrocken, habe dabei nur das Gefühl gehabt – o Gott, unserem Hans ist etwas passiert und habe hierauf nur mehr für ihn bitten und flehen können, der l[ie]b[e] Gott möge sich seiner erbarmen und ihn nicht ohne vorherige Aussöhnung mit Ihm aus dem Leben scheiden lassen.“

Kontakt:
Stadt- und Stiftsarchiv
Wermbachstraße 15
63739 Aschaffenburg
Telefon: 06021 45 61 05 0
Telefax: 06021 / 2 95 40
stadtarchiv@aschaffenburg.de
www.archiv-aschaffenburg.de

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