Preis für Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsgeschichte 2019

Aufruf zur Teilnahme am Wettbewerb

Das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv e.V. (BBWA) mit Sitz in Berlin lobt 2019 den „Preis für Berlin Brandenburgische Wirtschaftsgeschichte“ zum dritten Mal aus.

Das BBWA spricht mit diesem Wettbewerb Studenten und Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen an. Damit möchte das Wirtschaftsarchiv die Erforschung der regionalen Wirtschaftsgeschichte Berlins und Brandenburgs befördern.

Der Preis soll für die interdisziplinäre Förderung der Auseinandersetzung mit Wirtschaftsgeschichte Anreiz sein. Das heißt, es können sich Historiker, aber z. B. auch Literaturwissenschaftler, Soziologen, Betriebswirtschaftler, Kunsthistoriker etc. mit einem passenden Text für den Preis bewerben. Einzureichen sind wirtschaftsgeschichtliche Studien in Form einer Magister-, Diplom-, Master- oder Bachelorarbeit. Die Themen der einzureichenden Arbeiten sollen sich auf die Wirtschaftsgeschichte in der Region Berlin und Brandenburg beziehen. Die Arbeiten sollen sich mit wirtschafts-, unternehmens-, gesellschaftsgeschichtlichen Themen befassen, den Forschungsstand widerspiegeln sowie den Erkenntnis- und Wissenstand auf dem Gebiet der regionalen Wirtschaftsgeschichte bereichern. Arbeiten, die Archivquellen auswerten, sind besonders willkommen. Preisverleihung und Pressekonferenz zum Wettbewerb werden nach Abschluss des Projektes stattfinden. Die beste Arbeit wird in geeigneter Form veröffentlicht.

Klaus Wowereit hat die Schirmherrschaft für den Preis übernommen. Der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin hat die Schirmherrschaft für den Preis übernommen.

Der Wettbewerb richtet sich an Studierende und Absolventen aller Disziplinen an Universitäten und Fachhochschulen Jeder Teilnehmer kann nur mit einem Beitrag am Wettbewerb teilnehmen.

Jury
• Prof. Dr. Johannes Bähr (Universität Frankfurt/Main) • Prof. Dr. Dorothee Haffner (HTW Berlin)
• Prof. Dr. Klaus Dettmer (Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.)
• Astrid Drabant-Schwalbach (SMI Management Institute International GmbH)
• Prof. Dr. Ulrike Höroldt (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz)
• Svend Liebscher (Handwerkskammer Berlin)
• Udo Marin (Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.)
• Christine Nadler (IHK Berlin)
• Prof. Dr. Klaus Neitmann (Brandenburgisches Landeshauptarchiv)
• Prof. Dr. Alexander Nützenadel (Humboldt-Universität zu Berlin)
• Prof. Dr. Uwe Schaper (Landesarchiv Berlin)
• Prof. Dr. André Steiner (Universität Potsdam)
• Dr. Frank Wittendorfer (Siemens AG)

Termine
• 19.11.2018 Ausschreibung
• 30.04.2019 Einsendeschluss (Poststempel)
• 31.05.2019 Vorprüfung
• 30.09.2019 Auswertung und Abstimmung der Jury
• November 2019 feierliche Preisverleihung

Preis
Es wird eine Arbeit mit der Veröffentlichung in geeigneter Form prämiert. Zusätzlich wird ein Preisgeld von 1.000 Euro gezahlt.

Kontakt:
Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv e.V.
Björn Berghausen (Geschäftsführer)
Eichborndamm 167, Haus 42,
13403 Berlin
Telefon 030 41190698,
Telefax 030 41190699
mail@bb-wa.de
http://www.bb-wa.de

Das Gedächtnis des Landkreises Altenburger Land

In der Lindenaustraße 9 in Altenburg befindet sich nicht nur der Hauptsitz der Verwaltung des Landkreises Altenburger Land. Das zu herzoglichen Zeiten 1892 bis 1895 erbaute Verwaltungsgebäude hält oberirdisch Arbeitsräume und Sitzungssäle bereit. Im Kellergeschoss beherbergt es damals wie heute neben Maschinenräumen das Kreisarchiv des Altenburger Landes. Seit 1999 wacht darüber Kerstin Scheiding als Kreisarchivarin mit drei Kollegen.

Kerstin Scheiding,
Kreisarchivarin Altenburger Land

Über 2.000 laufende Regalmeter Akten, Urkunden, Chroniken, Amtsbücher und Amtsblätter, lokale Zeitungen, Karten und Pläne sowie Nachlässe werden aktuell im Kreisarchiv verwahrt. Jedes Jahr kommen zwischen 100 bis 300 Meter Material hinzu.

Die „Anordnung zur Errichtung von Stadt- und Kreisarchiven“ vom 26. Februar 1951 begründete die Sammlung. Der bis dahin erwachsene Bestand ging in das heutige Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Altenburg mit Sitz im Schloss über. Als 1993 die Gebietsreform die Zusammenlegung der beiden Kreise Altenburg und Schmölln festlegte, übernahm das Altenburger Kreisarchiv auch die Bestände der Schmöllner Kreisverwaltung. Daneben wird auch Archivgut von Gemeinden des Altenburger Landes aufgenommen, die kein eigenes Archiv betreiben können, sowie der Städte Gößnitz und Schmölln. Weiterhin umfasst die Sammlung Archivgut von Parteien und Massenorganisationen, von Vereinen und Gesellschaften, Wirtschaftsunternehmen, Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und von Schulen. Immer wieder wächst der Bestand um private Nachlässe und Schenkungen. Bis ins 15. Jahrhundert zurück reichen die ältesten Sammlungsstücke, die hinter zahlreichen Kellertüren, bei 18 bis 20 Grad und 50 bis 55 Prozent Luftfeuchtigkeit sicher aufbewahrt werden.

Nicht nur für Historiker und Heimatforscher ist das Kreisarchiv eine ergiebige Quelle. Viele Nutzeranfragen haben privaten Hintergrund. Erbermittler recherchieren in Todesanzeigen der Zeitungen nach Spuren zu Verwandten von Verstorbenen. Sogar Anfragen aus den USA oder Australien gelangen nach Altenburg, wenn Kinder von Auswanderern versuchen, ihre Familiengeschichte nachzuzeichnen. Gefragt sind auch Kopien von Zeitungs-Titelseiten als Geschenk zu Geburtstagsjubiläen. Auch manchem Facharbeiterzeugnis und Ausbildungsnachweis wurde hier nachgespürt, wenn es daheim für den Rentenantrag fehlte. Die Einsicht in die Bestände ist nach Antrag und Terminvereinbarung für jeden gegen Gebühr möglich. In begründeten Fällen ist die Recherche kostenfrei.

Kontakt:
Landratsamt Altenburger Land, Kreisarchiv
Lindenaustr. 9
04600 Altenburg
Telefon: 03447 586150
kreisarchiv@altenburgerland.de

Quelle: Landkreis Altenburger Land, Pressemitteilung, 8.2.2019

Quellen zur Kolonialgeschichte und zur Besetzung des Rheinlandes

DFG fördert Bundesarchiv im Rahmen des Programms „Digitalisierung archivalischer Quellen“

Das Bundesarchiv verwahrt eine Vielzahl authentischer Quellen zur deutschen Kolonialzeit (1884-1918), die einen differenzierten Blick auf das damalige Geschehen erlauben. Viele davon sind online verfügbar.

Zum Schutz der Originale und zur Verbesserung der Zugänglichkeit investiert das Bundesarchiv kontinuierlich in die Digitalisierung seines Archivguts. Jetzt wird die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) dem Bundesarchiv zusätzliche Mittel zur Digitalisierung schriftlicher Unterlagen aus der Zeit von 1884 bis 1936 bereitstellen.

Abb.: Deckblatt einer Akte aus dem Bestand Reichsministerium für die besetzten Gebiete: „Berichte über Separatisten-Bewegung“ (BArch, R 1601/577)

In einzelnen sollen mit Unterstützung der DFG Quellen aus folgenden Beständen digitalisiert und danach über die Rechercheanwendung invenio und das Archivportal-D online verfügbar gemacht werden:

R 1601 Reichsministerium für die besetzten Gebiete
R 1002 Behörden des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika
R 1003 Behörden des Schutzgebietes Deutsch-Ostafrika
R 150 Deutsche Kolonialverwaltung in Togo
R 8133 Neu-Guinea-Compagnie, Berlin
RW 61 Ostasiatisches Expeditionskorps und Ostasiatische Besatzungsbrigade
RW 51 Kaiserliche Schutztruppen.

Ziel ist es, bis zum Sommer 2021 ca. 3 Millionen Seiten digital zugänglich zu machen. Die bereits jetzt online zugängliche Überlieferung zur deutschen Kolonialgeschichte wird damit um wichtige Bestandteile ergänzt.

Zudem wird der historischen Forschung der Zugang zu einem weiteren zentralen Bestand zur Frühgeschichte der Weimarer Republik (Reichsministerium für die besetzten Gebiete) wesentlich erleichtert. Auf Quellen zur Weimarer Republik liegt aktuell ein inhaltlicher Schwerpunkt der Digitalisierungsmaßnahmen des Bundesarchivs.

Kontakt:
Bundesarchiv
Potsdamer Straße 1
56075 Koblenz
Tel.: +49 261 505-0
Fax: +49 261 505-226
poststelle[at]bundesarchiv.de
www.bundesarchiv.de

Quelle: Bundesarchiv, Pressemeldung, 28.1.2019

Startschuss für gemeinsamen Archivbau in Soest

Interkommunale Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt Soest wird konkret

Der Soester Kreisdirektor Dirk Lönnecke und der Soester Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer haben am 1.2.2019 gemeinsam mit 70 Ehrengästen den symbolischen ersten Spatenstich für das neue Archivgebäude und den Umbau der ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Niederbergheimer Straße in Soest vorgenommen. Dort sollen im Sommer 2020 das Kreisarchiv Soest und das Stadtarchiv Soest einschließlich der Stadtarchäologie und der wissenschaftlichen Stadtbibliothek einziehen.

Erster Spatenstich neuer Archivbau in Soest

Abb.: Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat am Freitag, 1. Februar 2019, der Bau des gemeinsamen Kreis- und Stadtarchivs begonnen. Das Bild zeigt (vorne v. l.) Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, Architekt Dietmar Riecks, Stadtarchivar Dr. Norbert Wex, Kreisdirektor Dirk Lönnecke, Kreisarchivarin Beatrix Pusch und Bauunternehmer Olav Höcker von Zitzewitz. (Foto: Thomas Weinstock/ Kreis Soest)

„Diese Projekt kann als ein Vorbild dafür gelten, was mit einer sehr guten interkommunalen Zusammenarbeit erreicht werden kann“, betonte der Kreisdirektor. Durch den gemeinsamen Standort würden Synergien hinsichtlich gemeinsam zu nutzender Bereiche erzielt und eine Optimierung der Flächen gewährleistet. Der stellvertretende Verwaltungschef verwies unter anderem auf Lesesaal und Technikräume. Die lange Planungszeit seit 2016 sei wichtig für ein gutes Ergebnis, aber auch die notwendigen Vorbereitungen gewesen. Die Sorgfalt bei der Planung zahle sich bereits aus. Denn alle Berechnungen und die ersten Ausschreibungsergebnisse bestätigten das zur Verfügung stehende Budget in Höhe von 9,5 Mio. Euro. „Es entsteht ein kultureller Diamant“, würdigte Bürgermeister Dr Eckhard Ruthemeyer den Archivbau. „Das Projekt wertet einen vermeintlichen Hinterhof städtebaulich enorm auf.“ Die denkmalgeschützte ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Niederbergheimer Straße, in der bis vor kurzem noch die Lohnstelle der Kreisverwaltung zu Hause war, wird umgebaut und dahinter außerdem ein komplett neues Magazingebäude errichtet. Der Kreis Soest tritt als Bauherr in Erscheinung und die Stadt Soest mietet die für das Stadtarchiv benötigten Flächen an. Von insgesamt 3.600 Quadratmetern nutzt der Kreis 52, die Stadt 48 Prozent. Die Nutzung ist auf 25 Jahre ausgerichtet.

Der Bauauftrag wurde an die Soester Höcker Generalbauunternehmung GmbH vergeben. Die Firma setzt den Entwurf der Bochumer Architekten Banz und Riecks um, an die das Preisgericht des 2016 durchgeführten Architektenwettbewerbs den ersten Preis vergab. „Der Entwurf überzeugt durch ein gut proportioniertes Ensemble aus Alt- und Neubau. Die Fuge zwischen den Gebäuden bildet einen eigenständigen Zwischenbau aus, der den neuen barrierefreien Eingang enthält“, lobte die Jury seinerzeit. Besonders positiv gesehen wurden zwei neu entstehende unterschiedliche Höfe zwischen Alt- und Neubau. Auch die Nutzung des Zwischentrakts für eine öffentlichkeitswirksame Präsenz beider Archive überzeugte die Preisrichter.

Die Idee zum gemeinsamen Standort von Kreisarchiv und Stadtarchiv entstand bereits sehr früh. Beide Archive können den Zuwachs von Archivgut der kommenden Jahre in den existierenden Magazinen nicht mehr unterbringen. Zudem genügen die bestehenden Räumlichkeiten nicht den Anforderungen. Die Arbeitsräume und der Benutzerbereich des Kreisarchivs Soest sind seit einigen Jahren getrennt vom Magazin untergebracht, so dass die Benutzung und die Arbeitsabläufe erschwert sind. Auch das Gebäude des Stadtarchivs in der Soester Innenstadt ist den Anforderungen eines Archivs an Technik und Sicherheit nicht mehr gewachsen. 2014 führte der Kreis Soest eine Machbarkeitsstudie durch, in der geprüft werden sollte, ob die ehemalige Landwirtschaftsschule an der Niederbergheimer Straße in Soest grundsätzlich geeignet ist, die notwendigen Flächen für das Kreisarchiv, das Stadtarchiv einschließlich Stadtarchäologie sowie die wissenschaftliche Stadtbibliothek zur Verfügung zu stellen. Fünf Jahre später wird aus der Studie jetzt Realität.

Kontakt:
Kreisarchiv Soest
Hoher Weg 1-3 (Kreisverwaltung Soest)
59494 Soest
Tel. 02921-302960
Fax: 02921-302944
Kreisarchiv@kreis-soest.de

Stadtarchiv und wissenschaftliche Stadtbibliothek Soest
Jakobistraße 13
59494 Soest
Tel. 02921/103-1240
Fax 02921/103-81240
stadtarchiv@soest.de

Quelle: Kreis Soest, Pressemitteilung, 1.2.2019

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