Tag der Stadtgeschichte in Wedel

Zum bundesweiten „Tag der Archive“ am 3. März 2018

Der Tag der Archive ist 2018 in Wedel ein Tag der Stadtgeschichte! Zwischen 10 und 16 Uhr ist mehr als ein Blick hinter die Kulissen des Stadtarchivs Wedel möglich: Angeboten werden Ausstellungen, Vorträge, Workshops, Filme und Führungen.

Gezeigt wird eine Ausstellung von Künstlerinnen und Künstlern, die in Beziehung zu Wedel stehen. Schüler der Gebrüder-Humboldt-Schule und des Kunstprofils des Johann-Rist-Gymnasiums zeigen ihre Forschungsergebnisse. Ein besonderes Schulprojekt wird durch Schüler der Ganztagsschulbetreuung der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule vorgestellt: „Wedeler Geschichtscache – von Kindern für Kinder“.

Mit von der Partie sind zudem die Gleichstellungsbeauftragte Magdalena Drexel mit ihrem Projekt „Frauen sichtbar machen – neue Straßen nach Frauen benennen“ und der Regionalpark Wedeler Au, der seine kulturgeschichtliche Entdeckertour vorstellen wird. Eine Einführung in die Deutsche Schrift möchte Dr. Gerhard Kuper vom TECHNICON Wedel bieten. Für Liebhaber des Malers Rudolf Höckner wird es einen besonderen Leckerbissen geben. Unter dem Motto „Vom Keller ans Licht“ zeigt der Fachdienst Bildung, Kultur und Sport im Untergeschoss eine Auswahl Gemälde aus der städtischen Sammlung.

Auch Cineasten werden zu ihrem Recht kommen. Zum einen präsentiert der Schüler und viel beachtete Dokumentations-Newcomer Mark Schellenberg unter anderem seinen prämierten Film zur Geschichte der Mennoniten in Wedel und zum Friedrich-Ebert-Gedenkstein, aber auch der Verein Kino in Wedel nimmt die Möglichkeit wahr, historische Filme von und über Wedel zu zeigen.

Abb.: Mit einer eigens geschaffenen Webseite bewirbt die Stadt Wedel ihren „Tag der Stadtgeschichte“

Und was macht das Stadtarchiv? Neben den beliebten Führungen durch die Magazinräume – hier gibt es erstmalig um 12 Uhr eine Sonderführung für Familienforscher -, werden in einer Ausstellung die Frauen und Männer der Stadtvertretung 1945 vorgestellt. Dazu flankierend wird Dr. Arno Schöppe um 15 Uhr den Vortrag „Schreckstarre – Warten auf die Befehle der Britischen Militärregierung – Wedel 1945“ halten. Zuvor aber, um 10.30 Uhr wird sich die Archivarin Anke Rannegger einer ganz anderen Epoche widmen. Johann Rists Wedel lautet der Vortrag für die Johann-Rist-Gesellschaft.

Link:
Veranstaltungsflyer

Kontakt:
Stadtarchiv Wedel
Anke Rannegger
Rathausplatz 3-5
22880 Wedel
Tel.: +49 4103 707-215
Fax: +49 4103 707-88215
a.rannegger@stadt.wedel.de

Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera 1/2018

Unter dem Titel „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ informiert das Stadtarchiv Gera vierteljährlich über aktuelle Herausforderungen und historische Themen rund um eigene Arbeit.

Der erste Informationsbrief des Stadtarchivs Gera im Jahr 2018 befasst sich unter anderem mit der Unternehmerfamilie Todt und damit mit einem Stück Industriegeschichte Geras des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Firma Robert Todt wurde 1892 gegründet und produzierte zunächst an einer selbstangefertigten und handbetriebenen Drehmaschine Dreh- und Bohrfutter her. Nach 1947 wurde die Firma in den Volkseigenen Betrieb (VEB) Record Spannzeuge umgewandelt und produzierte bis zur Werksschließung nach der deutschen Wiedervereinigung. An der Stelle der ehemaligen Werksgebäude befindet sich heute die BfA.

Abb.: Walter Todts Bugatti nach dem Unfall im Jahr 1927(Foto: Stadtarchiv Gera / Privatbesitz Michael Müller)

Darüber hinaus informiert der Beitrag eines Studierenden der Fernuniversität Hagen über eine wohl für die damalige Zeit gewöhnliche militärische Laufbahn eines jungen Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Die Briefüberlieferung der Familie war im Januar 2017 an das Stadtarchiv Gera übergeben worden und wird derzeit erschlossen. Besonders interessant erweist sich an dieser Quellensammlung der Einblick in den Alltag dieser Familie mit allen Sorgen, Problemen und auch Freuden der damaligen Zeit.

In einem dritten Artikel wird an die Anfänge des vor 410 Jahren von Heinrich Posthumus gegründeten Gymnasium Rutheneum erinnert.

Beiträge der Ausgabe 1/2018 der „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“:

  • Die Unternehmerfamilie Christian Robert Todt in Gera
  • Feldwebel Alfred Sosat (27.10.1916-22.08.1943)
  • Die Anfänge des Gymnasium Rutheneum
  • Fundstücke aus dem Stadtarchiv – Teil 2: Todesanzeige eines Lebenden

Info:
Der Informationsbrief „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ wird per E-Mail versandt und kann auf der Internetseite www.gera.de/stadtarchiv heruntergeladen werden. Durch eine formlose E-Mail mit dem Betreff „Informationsbrief“ an stadtarchiv@gera.de können die „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ kostenlos abonniert werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Gera
Gagarinstraße 99/101
07545 Gera
Tel. 0365/838-2140 bis 2143
stadtarchiv@gera.de

Badische Landeskirche erschließt Pfarrarchive

Rechnungen, Protokolle und Berichte über Unzucht

Seien es prügelnde Katholiken, SPD-feindliche Pfarrer oder unziemlicher Tanz im Wirtshaus – in badischen Gemeinden wurde in den vergangenen 500 Jahren viel gestritten. Jetzt werden bei einem „Archiv-Projekt“ zahlreiche Eskapaden wiederentdeckt.

Im 18. Jahrhundert ging es zwischen Katholiken und Protestanten rauer zu. So sollen vor der Kirche in Brehmen (Main-Tauber-Kreis) Katholiken auf das Ende des Gottesdienstes gewartet haben, um die Protestanten zu verprügeln, erzählt Mareike Ritter, als Archivarin bei der Evangelischen Landeskirche in Baden zuständig für die Archiv- und Registraturpflege in Pfarrämtern, Dekanaten, Verwaltungsämtern. So hat sie es zumindest in einem Archiv-Dokument gelesen.

Diese Geschichte ist eine von zahlreichen „geistigen Schätzen“, die die badische Kirche derzeit wiederentdeckt. Seit Beginn des Jahres 2018 läuft das mehr als 2,1 Millionen Euro teure Projekt „Sicherung und Bearbeitung der Pfarrarchive“. Anders formuliert: Fünf Archivpfleger sichten, sortieren und bewerten die Schriften in den rund 700 Pfarrarchiven zwischen Mannheim, Lörrach und Konstanz.

„Aus Platzmangel lagern viele Akten aus den vergangenen 500 Jahren auf Dachböden, in Kellern oder Abstellräumen“, erklärt Projektinitiatorin Ritter. Dort seien die Dokumente aber durch Temperaturschwankungen, Staub, Feuchtigkeit oder unqualifiziertes Aussortieren gefährdet.

Kirchenbücher sind allerdings nicht in den Archiven zu finden. Sie werden separat in den Pfarrämtern gelagert oder als Depositum im Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe aufbewahrt. Dafür Protokolle von Ältestenkreis-Sitzungen, Gemeindebriefe, Berichte über die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche und Freikirchen, Massen an Rechnungen, Abendmahl-Listen, Gottesdienst-Abläufe, Urkunden, Schenkungen, Kaufverträge, Schriften zum Schul- und Religionsunterricht sowie Berichte über Streitereien in den Gemeinden.
So wurde zum Beispiel einem Pfarrer in Gondelsheim (Karlsruhe) Anfang des 20. Jahrhunderts Voreingenommenheit vorgeworfen: Er soll SPD-Sympathisanten ausgeschlossen haben, berichtet Projektmitarbeiterin Johanna Wohlgemuth. In fast jedem älteren Archiv finden sich auch Streitereien über Unzucht. „Je nach Epoche beschweren sich die Pfarrer über den Tanz im Wirtshaus, Glücksspiel oder Mofa fahren“, erzählt Wohlgemuth. Ein großes Thema seien auch uneheliche Schwangerschaften.

Einige wenige der Archivakten stammen aus der Zeit nach der Reformation, erst ab 1650 wird die Quellenlage etwas reichhaltiger. „Viel ging im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verloren“, sagt Ritter. Und es sei damals auch nicht üblich gewesen alles aufzuschreiben. Erst im 18. Jahrhundert fingen die Pfarrer an, Ausgaben und Einkünfte sorgfältig zu dokumentieren. Mit Einführung von Schreibmaschinen, Kopierern, Computern und Drucker sei im 20. Jahrhundert eine „wahre Papierwut“ ausgebrochen.

Ritter und Wohlgemuth können die Entstehungszeit eines Dokuments schon an der Schriftart und dem Papier erkennen. Zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert wurden verschiedene Schriften wie „Fraktur“, „deutsche Kurrentschrift“ oder „Sütterlin“ benutzt. Und es gilt: „Je älter das Papier, desto besser“, erklärt Ritter. Ab dem 19. Jahrhundert sei mehr Holz eingearbeitet worden, das Papier wurde säurehaltiger. Daher sei es bröseliger und werde schneller braun.

Ziel des Projektes ist es, die Archive auf die archivwürdigen Unterlagen zu reduzieren und gemeinsam mit den Pfarrgemeinden sicher zu lagern. Die historisch besonders wertvollen Archive werden, wenn von den Pfarrgemeinden gewünscht, im Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe aufbewahrt. So wie die Geschichte über die „prügelnden Katholiken“.

Kontakt:
Evangelischer Oberkirchenrat
– Landeskirchliches Archiv –
Blumenstraße 1-7
76133 Karlsruhe
Tel: 0721/9175-795
Fax: 0721/9175-550
archiv@ekiba.de

Quelle: Leonie Mielke, epd, Landesdienst Südwest, Nr.23, 1.2.2018

Kreisarchiv Stormarn präsentiert restauriertes und digitalisiertes Kulturgut

Ist das Leben der Johannisbeeren-Blattlaus Kulturgut?

Drei Restaurierungs- sowie Digitalisierungsprojekte hat das Kreisarchiv Stormarn im letzten Jahr mit finanzieller Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt. Ohne die großzügige Förderung, die aus dem Programm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes zur Verfügung gestellt wurde, hätten die umfangreichen Projekte nicht umgesetzt können. Jetzt wurden die Ergebnisse von Landrat Dr. Henning Görtz, der Leiterin der Kulturabteilung im Schleswig-Holsteinischen Bildungsministerium, Susanne Bieler-Seelhoff, Kreisarchivar Stefan Watzlawzik und Restauratorin Gudrun Kühl vorgestellt. Als Gäste waren die Leiterin des Ahrensburger Stadtarchivs Dr. Angela Behrens sowie Bernd Reher, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Stadtarchiv und im Historischen Arbeitskreis Ahrensburg dabei.

Stormarnhaus: Pressekonferenz zur Präsentation von restaurierten und digitalisierten Archivalien des Kreisarchivs Stormarn: v.l.n.r. Kreisarchiv Stefan Watzlawzik, Susanne Bieler-Seelhoff, Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Landrat Henning Görtz, Restauratorin Gudrun Kühl, 24.01.2018

Für das kulturelle Gedächtnis des Landes sind schriftliche Zeugnisse ebenso bedeutend und unersetzlich wie Kunstwerke. Deshalb hat das Land 2011 ein Förderprogramm zum Erhalt schriftlichen Kulturgutes geschaffen. Im Kreis Stormarn wurden daraus seit 2013 insgesamt 59 Projekte mit insgesamt rund 320.000 Euro unterstützt. „Tintenfraß, Schimmelpilz, säurehaltiges Papier und unsachgemäße Lagerung setzen vielen Dokumente in den Archiven und Bibliotheken im Land zu. Diese Unikate zu restaurieren und für die Nachwelt zu sichern, erfordert eine gemeinsame Anstrengung von Land und Kommunen“, sagte Kulturabteilungsleiterin Bieler-Seelhoff. Der Kreis Stormarn sei engagiert dabei. Die in Bad Oldeloe vorgestellten Projekte zeigten exemplarisch, wie vielseitig das schriftliche Erbe der Region ist.

Es wurden Protokolle des Kreistags bearbeitet, Grundbücher, Pfand- und Schuldprotokolle aus der Zeit vor 1800, Brandverordnungen und Schulverzeichnisse. Eine Besonderheit war der Nachlass von Johann Heinrich Ludwig Flögel, einem Stormarner Naturforscher im 19. Jahrhundert, dessen Lebensgeschichte jetzt neu erforscht werden soll.

Nachlass Johann Heinrich Ludwig Flögel: Zeichnung eines elektromagnetischen Motors

Vor der Digitalisierung wurden die Unterlagen von der Hamburger Restauratorin Gudrun Kühl konserviert und restauriert, damit sie im Archiv wieder Interessierten vorgelegt werden können. Es wurden Fehlstellen ergänzt, Risse geschlossen und die empfindlichen Unterlagen fachmännisch gereinigt. Anschließend gingen die Archivalien nach Dresden und wurden dort schonend gescannt.

Nachlass Johann Heinrich Ludwig Flögel: Karte zum Verlauf des Hagelschlags am 23. Mai 1852 in Hamburg und dem südlichen Holstein

Besonders interessant und wertvoll ist der Nachlass von Johann Heinrich Ludwig Flögel. Er wurde 2008 vom Museum für Bergedorf und die Vierlande an das Kreisarchiv Stormarn abgegeben, weil Flögel Schreiber des Amtes Reinbek war. Die Akten scheinen ihn aber nicht viel interessiert zu haben, denn er beschäftigte sich zunehmend mit naturwissenschaftlichen Forschungen. Die Unterlagen beinhalten große Vielfalt naturwissenschaftlicher Studien zu Astronomie, Insektenkunde, Mechanik und Wetterkunde. Darunter befinden sich auch einige Zeichnungen. Ebenfalls dabei ist sein preisgekrönter Aufsatz „Monographie der Johannisbeeren-Blattlaus“.

Nachlass Johann Heinrich Ludwig Flögel: Zeichnung eines Fluganzugs für Menschen

Flögel war Mitglied der Royal Microscopical Society of London und Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte. Vor wenigen Jahren wurden mehrere seiner Fotografien an das Stadtarchiv Ahrensburg abgegeben. Darunter wurden inzwischen die weltweit ältesten bekannten fotografische Aufnahmen von Schneekristallen identifiziert.

Nachlass Johann Heinrich Ludwig Flögel: Zeichnung des Planetensystems

Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Ahrensburg sollen die Unterlagen 2018 für die Forschung zugänglich gemacht werden. Desweiteren organisiert der Historische Arbeitskreis Ahrensburg gemeinsam mit dem Stadtarchiv im Mai eine Ausstellung anlässlich Flögels 100. Todestag. Und die Stadt Ahrensburg wird eine Straße im Industriegebiet Beimoor-Süd nach dem Naturforscher benennen, der am 25. Januar 1918 dort verstarb.

Kontakt:
Kreisarchiv Stormarn
Mommsenstr. 14
23843 Bad Oldesloe
kreisarchiv@kreis-stormarn.de
www.kreisarchiv-stormarn.de 

Quelle: Kreisarchiv Stormarn, Pressemitteilung, 3.2.2018

Neuer Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums

Zum 1. Februar 2018 hat Dr. Mark Steinert die Leitung des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums mit Sitz in der ehemaligen Abtei Brauweiler übernommen. Damit ist er der Leiter einer Kulturdienststelle des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), deren Zuständigkeiten höchst komplex sind: Sie reichen von der rheinlandweiten Beratung der nichtstaatlichen Archive, Restaurierung und Schutzdigitalisierung über das Archiv des LVR, das Fortbildungszentrum für Archive, die Gedenkstätte Brauweiler bis hin zum LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler. Dieses trägt mit seinen Aufgaben Kultur und Tourismus, Veranstaltungen und Tagungen, der Zuständigkeit für die Liegenschaft und der Verwaltung zur Profilierung der ehemaligen Abtei Brauweiler als Kultur- und Dienstleistungszentrum des LVR bei. In diesen Feldern arbeiten 94 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Vorgesetzter Steinert ist.

Dr. Mark Steinert, der neue Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums, auf dem 51 Rheinischen Archivtag 2017 in Essen (Foto: Stefan Arendt)

„Die vielfältigen Aufgaben meiner neuen Tätigkeit in Brauweiler sehe ich als Herausforderung, der ich mich gerne stelle“, sagte Mark Steinert zum Amtsantritt. Ebenso breit gefächert wie seine neuen Aufgaben ist sein Ausbildungs- und bisheriger Berufsweg. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Geschichte in Bonn und Freiburg promovierte er mit einer Arbeit zum Thema „Alternative Sukzession im Hochstift Osnabrück“ über die Auswirkungen des Westfälischen Friedens auf die Osnabrücker Verfassung. Nach 2. juristischer Staatsprüfung, Archivausbildung in Dresden und Marburg, Tätigkeiten am Staatsarchiv Marburg, dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin, dem Hauptstaatsarchiv Dresden sowie in Breslau war Steinert von 2006 bis 2014 Leiter des Kreisarchivs Warendorf. Seit 2014 im Dienst des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, leitete er ab 2015 den Fachbereich „Grundsätze“. Steinert ist ausgewiesener Experte für Archiv- und Urheberrecht.

Mit dem LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum steht Steinert seit Jahren in engem Austausch. Zuletzt referierte er beim Rheinischen Archivtag zum Thema „Archive im Rechtsstaat“ 2017 in Essen. Er übernimmt die Nachfolge von Dr. Arie Nabrings, der Ende des vergangenen Jahres in Ruhestand getreten ist.

Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Besucheranschrift
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Ehrenfriedstraße 19
50259 Pulheim

Postanschrift
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Postfach 2140
50250 Pulheim
Tel 02234 9854-0
Fax 02234 9854-285
afz@lvr.de
www.afz.lvr.de

Quelle: LVR, Pressemitteilung, 2.2.2018

Halte Durch! – Aschaffenburger Schlaglicht Februar 1918

Seit dem hundertsten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs werden im Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg monatlich wechselnde „Schlaglichter“ in Form einer kleinen Präsentation gezeigt. Ausgewählte Dokumente, Fotografien und Objekte, zumeist aus den Beständen des Archivs (und ab und an auch in Kooperation mit regionalen Sammlern und Heimatforschern) werden über einen Zeitraum von jeweils vier Wochen gezeigt. Die jeweiligen Präsentationstexte sowie ausgewählte Bilder werden seit dem August 2014 über die Homepage des Archivs dokumentiert (Rückblick).

Das aktuelle Schlaglicht behandelt die Folgen des Materialmangels an der Heimatfront im Sommer 1917:

Im Sommer 1917 wies die Aschaffenburger Presse immer wie­der auf die schlechte Schuhversorgung hin, die aufgrund des akuten Ledermangels gravierende Ausmaße annahm. So berichtete man im Juli beispielsweise über die Entschließung des bayerischen Kultusministers Knilling: „Die Schulkinder sollen barfuß gehen! (…) Die herrschende Lederknappheit macht es dringend notwendig das noch zu Verfügung stehende Lederschuhwerk namentlich für den Winter zu schonen. Es kann daher nur be­grüßt werden, wenn die Schüler und Schülerinnen zur jetzigen warmen Jahreszeit in und außer der Schule barfuß gehen oder nur Sandalen tragen.“

Schuhe fielen unter die öffentliche Bewirtschaftung und die Stadt Aschaffenburg unterhielt ein Schuhlager, das noch über einen längeren Zeitraum nach Ende des Krieges weiter be­stand. Die überlieferten Akten im Stadtarchiv enthalten nicht nur interessantes Werbematerial, wie beispielsweise Angebote über Schuhe aus Ersatzstoffen oder Reparaturmaterial, sondern auch gedruckte Anleitungen für die Besohlung von Schuhen mit Holz und Muster von Sohlenschonern aus Stahl. „Halte Durch“ war eingetragener Markenname für einen Sohlenschoner und enthielt hinsichtlich des anhaltenden Krieges eine doppelte Bedeutung!

Kontakt:
Stadt- und Stiftsarchiv
Wermbachstraße 15
63739 Aschaffenburg
Telefon: 06021 45 61 05 0
Telefax: 06021 / 2 95 40
stadtarchiv@aschaffenburg.de
www.archiv-aschaffenburg.de

Landesarchiv kauft Autographen des anhaltischen Fürstenhauses an

Als am 7. März 1945 das Dessauer Schloss den Bombenangriffen zum Opfer fiel, verbrannten neben dem Mobiliar auch die Briefe und Aufzeichnungen der ehemaligen Herzöge von Anhalt, die als deren persönlicher Besitz dort verwahrt wurden. Was genau damals verloren ging, lässt sich nur für den Teil benennen, der als ein Teil der Altüberlieferung des Fürstentums Anhalt-Dessau nach dem Auseinandersetzungsvertrag mit dem Herzogshaus in der ehemaligen Residenz eingelagert wurde. Damit wurde die Überlieferung zu den Geburten, Reisen, Heiraten und Trauerfeierlichkeiten der anhalt-dessauischen Fürsten vernichtet.

Abb.: Die letzten Worte aus einem Brief des Prinzen Eduard von Anhalt (1861-1918) an den Komponisten Sacks, der mit den Worten endet „…Mit den besten Wünschen für die Erfolge, die gewiß nicht ausbleiben werden…“ (Foto: Landesarchiv Sachsen-Anhalt)

Als Verlust in unbekanntem Umfang sind aber auch die meisten Unterlagen anzusehen, die die Angelegenheiten des Herzogshauses nach der Vereinigung der anhaltischen Herzogtümer 1863 berühren. Im Ergebnis lassen sich heute über die Regenten des Hauses Anhalt im Zeitalter der Reformation zum Teil fundiertere Aussagen treffen als über die Zeit vor der Revolution und der Weimarer Republik.

Umso wichtiger ist es, dass dank der Vermittlung des Stadtarchivs Dessau-Roßlau und des Museums für Stadtgeschichte Dessau-Roßlau ein kleines Konvolut von 15 Briefen von einem Autographensammler angekauft werden konnte. Die Autographen berichten über Geburtstagsausflüge, Kuraufenthalte und Hochzeitsfeierlichkeiten und werfen einiges Licht auf die Geschehnisse und Konventionen der höfischen Gesellschaft in Anhalt und Deutschland vorwiegend in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein Brief beispielsweise des Prinzen Eduard von Anhalt an den Komponisten Woldemar Sacks zeigt, wie stark noch im Kaiserreich die Herrscherhäuser als Förderer der Künste galten.

Diese persönlichen Dokumente der Herzöge von Anhalt wurden im Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau, in die Überlieferung Anhalts integriert und können ab sofort von jedermann zu den üblichen Öffnungszeit im Lesesaal eingesehen werden.

Kontakt:
Landesarchiv Sachsen-Anhalt
Abteilung Dessau
Heidestraße 21 (Alter Wasserturm)
06842 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340/519896-40 (Benutzersaal)
dessau(at)la.sachsen-anhalt.de

Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Januar 2018

 

Stabwechsel im Landesarchiv Baden-Württemberg

Die baden-württembergische Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Petra Olschowski, hat am 22.1.2018 Robert Kretzschmar als Präsidenten des Landesarchivs Baden-Württemberg verabschiedet: „Robert Kretzschmar stand in den zwölf Jahren seiner Präsidentschaft immer wieder vor großen Herausforderungen. Er hat sie nicht nur bewältigt, sondern mit großem Erfolg gestaltet. Es ist ihm gelungen, die Verwaltungsreform umzusetzen und das Landesarchiv in die digitale Welt zu führen. Das reicht von der Digitalisierung analogen Archivguts und archivischer Nachschlagewerke über die Vermittlung digitaler Archivangebote bis hin zur Langzeitarchivierung digitaler Überlieferungen.“

Abb.: Robert Kretzschmar (links) übergibt die Leitung des Landesarchivs an Gerald Maier (Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg)

Prof. Dr. Kretzschmar, der zwischen 2005 und 2009 auch als Vorsitzender des VdA – Verband deutscher Archivare und Archivarinnen e.V. gewirkt und den das Landesarchiv Baden-Württemberg zu seinem 65. Geburtstag mit einer umfangreichen Festschrift geehrt hat („Archive heute – Vergangenheit für die Zukunft. Archivgut – Kulturerbe – Wissenschaft“, hg. von Gerald Maier und Clemens Rehm, Stuttgart 2018), hat während seiner Präsidentschaft aus sechs selbständigen Archiven und einer Landesarchivdirektion ein Landesarchiv Baden-Württemberg geformt. „Eine Leistung, die kaum hoch genug einzuschätzen ist“, so Olschowski.

Landesarchiv einer der größten Player in der digitalen Welt
Das Landesarchiv Baden-Württemberg profiliert sich seit Jahren, indem es die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung für die Forschung konsequent nutzt. Dadurch hat es bundesweit eine Spitzenposition in Sachen Digitalisierung im Archivbereich eingenommen. „Mit dem landeskundlichen Informationsportal LEO-BW hat Kretzschmar während seiner Präsidentschaft einen Meilenstein auf dem Weg in die digitale Erinnerungskultur gesetzt“, so Staatssekretärin Petra Olschowski.

Das Landesarchiv ist inzwischen ein begehrter Kooperationspartner, ob für die Justizverwaltung bei der Schaffung des Grundbuchzentralarchivs oder für den Landtag. „Es ist sowohl Forschungsinfrastruktureinrichtung als auch landeskundliches Kompetenzzentrum und hat sich unter Kretzschmar zu einem national und international anerkannten Dienstleister entwickelt“, so Olschowski weiter.

Prof. Dr. Gerald Maier als neuer Präsident eingesetzt
„Als langjähriger Leiter der Abteilung ‘Zentrale Dienste’ bringt Prof. Dr. Gerald Maier für das Amt des Präsidenten die besten Voraussetzungen mit: Er verfügt über umfassende spezialisierte Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Informationstechnologie und Digitalisierung, die er in seiner Arbeit erfolgreich mit seinen organisatorischen Fähigkeiten und archivfachlichen Kenntnissen verbindet“, so Olschowski weiter.

Maier hat sich mit zahlreichen wegweisenden Publikationen zu archivfachlichen Fragen, seiner aktiven regionalen und überregionalen Gremienarbeit und seiner Lehrtätigkeit an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart auch international einen Namen gemacht und maßgeblich zur Modernisierung der staatlichen Archivverwaltung beigetragen. Als neuer Präsident wird er die Dienstleistungen und Vermittlungsstrategien des Landesarchivs weiter ausbauen. „Unter der neuen Leitung ist das Landesarchiv Baden-Württemberg bestens gewappnet, um neue Herausforderungen wie den Ausbau der Internet-Informationssysteme, die Realisierung eines virtuellen Lesesaals sowie ein Online-Bestell- und Liefersystem für digitale Reproduktionen aktiv mitzugestalten. Auch bei der Einführung der E-Akte in der Landesverwaltung wird das Landesarchiv als gewohnt verlässlicher Partner dem Land zur Seite stehen“, so Staatssekretärin Petra Olschowski abschließend.

Kontakt:
Landesarchiv Baden-Württemberg
Eugenstraße 7
70182 Stuttgart
Telefon: 0711 / 212-4272 (Vorzimmer)
Fax: 0711 / 212-4283

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Pressemitteilung, 22.1.2018

80 Jahre Berner Pressefotografie im Staatsarchiv Bern

Die abwechslungsreiche Berner Geschichte des 20. Jahrhunderts in Tausenden von Bildern: Die Fotonachlässe der Pressefotografen Carl Jost, Walter Nydegger und Hans Schlegel sowie das Archiv der Berner Zeitung geben Einblick in die Entwicklung der Berner Pressefotografie von ca. 1920 bis 2000. Das Staatsarchiv des Kantons Bern hat die umfangreichen Sammlungen aufbereitet und im Online-Inventar publiziert.

Abb.: Reportage Eva „Evita“ Peròn in Bern, August 1947 / Fotos: Walter Nydegger (StAB FN Nydegger 947)

Die Fotografie wird als Quelle in der modernen Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts immer wichtiger. Deshalb ist das Staatsarchiv des Kantons Bern bestrebt, für die Nachwelt auch audiovisuelle Unterlagen zu erhalten, obschon deren Konservierung wesentlich anspruchsvoller und teurer ist als das Erhalten von Schriftgut. In den letzten Jahren hat das Staatsarchiv eine große Anzahl neuer Fotobestände konserviert, erschlossen und im Online-Inventar publiziert. Tausende der Bilder sind auch online abrufbar. Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen jedoch nicht alle Fotos digitalisiert und frei zur Verfügung gestellt werden. Alle Bilder können aber im Lesesaal gesichtet werden. Auf Verlangen werden die gewünschten Fotos rasch digitalisiert. Das Staatsarchiv Bern hat unter anderem die folgenden Bestände ins Online-Inventar aufgenommen:

Fotonachlass von Carl Jost (1899-1967)
Der Berner Fotograf Carl Jost war von ca. 1930 bis 1967 bei allen wichtigen politischen Ereignissen in Bern und Umgebung mit der Kamera dabei. Weitere Motive sind Kultur- und Sportanlässe, technische Neuerungen, bekannte Persönlichkeiten, Landschaften und zahlreiche Porträts. Sein Nachlass war eines der ersten Fotokonservierungs- und Digitalisierungsprojekte des Staatsarchivs und konnte nun endlich vollständig abgeschlossen werden. Der Nachlass von Carl Jost kam im Jahr 2001 ins Staatsarchiv. Aufgrund jahrelanger Lagerung unter äußerst ungünstigen klimatischen Bedingungen waren die Materialien konservatorisch in sehr schlechtem Zustand. Viele Negative konnten nicht im Original aufbewahrt werden und mussten auf neue Trägermaterialien umkopiert bzw. digitalisiert werden. Der Bestand wurde mit Ausnahme von einem Teil der Passfotos vollständig digitalisiert.

Fotonachlass von Walter Nydegger (1912-1986)
Walter Nydegger war der erste Pressefotograf in Bern mit bedeutenden Reportagen zu Ereignissen, Kundgebungen, Persönlichkeiten, Staatsbesuchen und ähnlichen Anlässen. Seit etwa 1940 war er als freier Fotoreporter tätig für Illustrierte, Tageszeitungen sowie für die Berner Woche. Walter Nydegger gilt als Berner Pionier der Pressefotografie. Er übergab seinen Nachlass 1986 dem Staatsarchiv. Sämtliche Reportagen können in chronologischer Reihenfolge online durchsucht werden. Zusätzlich sind 22‘500 Fotografien direkt digital verfügbar.

Fotonachlass von Martin Hesse (1911-1968)
Der Sohn des Schriftstellers Hermann Hesse war 1930 bis 1968 Als Fotograf in Bern tätig und arbeitete unter anderem für die Kantonale Denkmalpflege. Martin Hesse machte vorwiegend dokumentarische Aufnahmen aus Bern und Umgebung mit Stadt- und Landschaftsfotografien sowie Personenaufnahmen. Die Fotos konnten komplett digitalisiert werden.

Abb.: Tiger auf der N6 bei Münsingen, 24.03.1982 / Foto: Rolf Schertenleib, Berner Zeitung (StAB PBA BZ I 3)

Pressebildarchiv der Berner Zeitung (ca. 1950-2000)
Das umfangreiche analoge Pressebildarchiv umfasst ungefähr eine halbe Million Bilder aus der Zeit von ca. 1950-2000. Bis 1970 führte die Berner Zeitung kein eigenes Bilderarchiv, sondern kaufte die zu publizierenden Bilder ein, beispielsweise bei Auftragsfotografen wie Walter Nydegger oder bei Bildagenturen (z.B. Edipresse, Actualité Suisse Lausanne ASL). Ab 1970 bis zur Umstellung der gesamten Bildredaktion auf digitale Produktion im Jahr 1998 bewirtschaftete die Berner Zeitung aktiv ein eigenes Pressebildarchiv und beschäftigte eigene Fotografen (u.a. Andreas Blatter, Eduard Rieben, Urs Baumann). Das Staatsarchiv übernahm das Pressebildarchiv im August 2013. Vorher erfolgten umfangreiche Analysen bezüglich Umfang, Inhalt und Zustand, um ein detailliertes und systematisches Erhaltungs- und Erschließungsprojekt formulieren zu können. Das umfangreiche Projekt wurde mit Geldern der Ursula Wirz Stiftung, der Ernst Göhner Stiftung sowie der Medien- und Unternehmensförderungsstiftung FERS unterstützt. Die Metadaten des Pressearchivs können online recherchiert werden. Aus urheberrechtlichen Gründen sind jedoch keine digitalisierten Fotos abrufbar.

Kontakt:
Staatskanzlei des Kantons Bern
Staatsarchiv
Falkenplatz 4
Postfach
3001 Bern
Tel. +41 31 633 51 01
Fax +41 31 633 51 02

Quelle: Staatskanzlei Bern, Medienmitteilung, 10.1.2018

Prozessauftakt zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs

Seit dem 17.1.2018 müssen sich fünf Männer, die am U-Bahn-Bau am Kölner Waidmarkt beteiligt waren, vor Gericht im Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 verantworten. Die zehnte große Strafkammer des Landgerichts Köln hat 126 Verhandlungstage für den Prozess angesetzt. Wenn bis 4. März 2019 kein erstinstanzliches Urteil vorliegt, ist der Fall verjährt. Man rechnet laut Gericht mit der Vernehmung einer „Vielzahl von Zeugen und einiger Sachverständiger“.

Abb.: Luftbild der Einsturzstelle mit Umgebung, 10. März 2009 (Foto: Stadt Köln)

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten fahrlässige Tötung und Baugefährdung vor. Die Anklage geht davon aus, dass Arbeiter der Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen an den Schlitzwänden, die die Baustelle trockenhalten sollten, gepfuscht haben. Dadurch sei ein Loch entstanden, durch das am 9.3.2009 Wasser und Erde eindrangen und das Archivgebäude zum Einsturz brachten. Um Fehler beim Bau zu kaschieren, sollen falsche Protokolle angefertigt worden sein. Die Angeklagten und die Bauunternehmen bestreiten dies.

Der nun begonnene Strafprozess – neun Jahre nach dem Einsturz des Stadtarchivs und ein Jahr vor Ende der Verjährungsfrist – ist einer von zwei Verfahren, die sich beim Landgericht Köln mit dem Archiveinsturz, bei dem zwei Anwohner ums Leben kamen, beschäftigt. Im zweiten Prozess geht es um die Schadenersatzansprüche, die von der KVB gegenüber den Baufirmen geltend gemacht werden.

Unterdessen soll das neue Archivgebäude im Jahr 2020 fertiggestellt sein, so dass das Historische Archiv der Stadt Köln umziehen in ein Haus kann, das so sicher sein soll, dass ein erneuter Schaden ausgeschlossen werden kann. Die 2009 entstandenen Schäden am Archivgut wird man den Archivalien auch nach der Restaurierung ansehen. Bis sie alle wieder nutzbar sind, wird es noch Jahrzehnte dauern.

Quelle: Helmut Frangenberg, Kölner Stadt-Anzeiger, 10.11.17; FAZ, 17.1.2018; DLF, 17.1.2018; Manfred Reinnarth, Kölnische Rundschau, 20.1.2018

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