Kreis Calw erweitert sein digitales Archiv

Nachdem das „digitale Kreisarchiv“ des Landkreises Calw im Sommer 2018 online gestellt worden ist, konnte sein Bestand seither auf 150.000 digitalisierte Medien erweitert werden. Seit 2015 läuft beim Landratsamt Calw bereits ein Digitalisierungsprojekt mit dem Ziel, Archivalien im Internet zu präsentieren. Nachdem fast 100.000 Dokumente eingescannt und in ein spezielles Internetportal eingespielt worden waren, schaltete der Landkreis das digitale Kreisarchiv im Juli 2018 frei (https://digital.kreisarchiv-calw.de).

Kreisarchivar Martin Frieß hatte auf die Freischaltung jahrelang intensiv hingearbeitet. Bis dahin gab es kaum regionale und lokale digitale Archive, obwohl sie von den Nutzern immer stärker gewünscht wurden. Das Landratsamt entwickelte daraufhin das digitale Kreisarchiv, in dem die Nutzer nicht nur die historischen Dokumente lesen, sondern sie auch mittels Volltextsuche durchsuchen und herunterladen können. Vorausgegangen war die entsprechende Aufbereitung der Dokumente – sie wurden strukturiert, inhaltlich gegliedert und mit Hilfe eines Texterkennungsprogramms durchsuchbar gemacht.

Einen inhaltlichen Schwerpunkt des digitalen Kreisarchivs bilden die in Calw und Nagold erschienenen Tageszeitungen (Jahrgang 1945 und älter). Weiter werden Oberamtsversammlungs- und Kreistagsprotokolle sowie Amtsblätter, Adressbücher, orts- und heimatgeschichtliche Literatur und Landkarten angeboten. Da der Schwerpunkt auf Zeitungen liegt, kommt ein breites Spektrum an Nutzern in Frage. „Wir wollen zum einen unsere bisherigen Nutzer vor allem aus dem Bereich der Heimatgeschichte, Familiengeschichte, Verwaltung und Wissenschaft ansprechen, zum anderen aber auch neue Nutzergruppen gewinnen“, so Kreisarchivar Frieß, der die Konzeption für das Portal entwickelt hat. Das Portal ist übersichtlich und leicht zu bedienen. Es gibt verschiedene Zugangsmöglichkeiten und eine Themensuche. Zudem ist der weitere schrittweise Ausbau des Portals in Arbeit. Unter anderem sollen neue Rubriken wie Urkunden, Grafik und Fotos dazukommen.

Zwischenzeitlich hat der Landkreis zur Stärkung der kommunalen Archivpflege eine zusätzliche Archivstelle geschaffen: Pia Drewes fungiert seit Juli 2019 als Bindeglied zwischen den Gemeinden und dem Landratsamt, bewertet die kommunalen Aktenbestände und erschließt das neue Archivgut. Neben der klassischen Archivarbeit und der intensivierten Archivpflege verfügt das Kreisarchiv Calw über drei digitale Standbeine: Findmitteldatenbank, Bibliothekskatalog und digitales Kreisarchiv. Das digitale Archiv ist kostenlos verfügbar und wird nach Auffassung der Kreisarchivare auch zukünftig das öffentliche Interesse an geschichtlichen Zusammenhängen steigern.

Link: https://digital.kreisarchiv-calw.de

Kontakt:
Kreisarchiv Calw
– Schulen und Kultur
Kultur und Kreisarchiv –
Martin Frieß
Vogteistraße 42 – 46
75365 Calw
Telefon: 07051/160-314
Fax: 07051/795-314
Martin.Friess@kreis-calw.de

Quelle: Kreis Calw, Pressemitteilung, 17.7.2018; Stefan Meister, Pforzheimer Zeitung / PZ-news.de, 29.8.2019

Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera 3/2019

Unter dem Titel „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ informiert das Stadtarchiv Gera vierteljährlich über aktuelle Herausforderungen und historische Themen rund um eigene Arbeit.

In Ausgabe 3/2019 des Informationsbriefes wird auf den in Thüringen einmaligen Siedlungsbau des „Bauhauses‘ in Gera eingegangen. Dieser griff die Akzente des Neuen Bauens auf und verstand es zugleich, sie mit der Verkehrsplanung und Anlagen des Stadtgrüns zu kombinieren. Eine Ausstellung im Geraer Museum für Angewandte Kunst nimmt unter dem Titel „Bauten der Moderne in Gera. Thilo Schoder und Kollegen …“ aktuell die Akteure dieser innovativen Bautätigkeit in den Blick.

Abb.: Thilo Schoder: Ulmenhof, erbaut 1930 (Foto: Christoph Beer)

In einem zweiten Artikel wird auf die Gründung des „Thüringer Städteverbandes“ eingegangen, dessen Entstehung im Jahr 1869 auf Initiative des Geraer Oberbürgermeisters Wilhelm Weber erfolgte.

Eine Geschichte aus dem „Thüringer Anekdotenbuch“ thematisiert auf amüsante Art und Weise die Mobilität mittels Postkutsche in Thüringen und somit auch in Gera um 1800.

Abschließend werden im Jahr des 200. Geburtstages der Komponistin Clara Schumann, geborene Wieck (1819-1896), einige familiäre und freundschaftliche Berührungspunkte der Familie Schumann mit der Stadt Gera und der näheren Umgebung skizziert.

Kontakt:
Stadtarchiv Gera
Gagarinstraße 99/101
07545 Gera
Tel. 0365/838-2140 bis 2143
stadtarchiv@gera.de
www.gera.de/stadtarchiv

 

Kreisarchiv Stormarn macht Kontounterlagen von vor 200 Jahren zugänglich

Über Geld spricht man nicht. Eine Redewendung, die in aller Munde ist. Dabei ist es doch gerade das, was interessant ist. Das Kreisarchiv Stormarn startet mit einem neuen Projekt, das zum Ziel hat, die vielfältigen Investitionen in der Region aus den vergangenen zwei Jahrhunderten einsehbar zu machen. Für welche Vorhaben gaben der Kreis sowie die Städte, Ämter und Gemeinden Geld aus? Und wie haben sich die Gemeinden infolgedessen entwickelt?

Diese Fragen werden durch das von der Sparkasse Holstein an das Kreisarchiv übergebene Vorstandsarchiv bald genauer beantwortet werden können. So wurden durch Bevölkerungsanstieg und Verstädterung beispielsweise der Ausbau von Straßen und Kanalisation sowie die Elektrisierung notwendig. Allesamt Investitionen, die Stormarn nachhaltig formten.

Aber nicht nur der Kontostand des Landkreises und seiner Kommunen lassen sich durch die alten Dokumente nachverfolgen. „Die Unterlagen geben auch Auskunft über die Kontobewegungen der kleinen Leute“, sagt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. So sind in circa 150 Bänden die Einkünfte und Ausgaben von beispielsweise Dienstmädchen oder Schustergesellen von vor über 100 Jahren notiert: in tabellarischer Form und in feinsäuberlicher Handschrift.

Abb.: Stefan Watzlawzik und Sarah Walter vom Kreisarchiv Stormarn präsentieren Sammlungsstücke, die zur Digitalisierung geschickt werden (Foto: Kreis Stormarn)

„Das wirtschaftliche Handeln des Kreises transparent machen“
Unterstützt wird das Projekt mit 72.000 € von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Damit werden die Dokumente aus dem Zeitraum von 1824 bis in die 1950er-Jahre gescannt und bald für alle Forschenden einsehbar. „So leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, den wirtschaftlichen Erfolg Stormarns transparent zu machen“, sagt Watzlawzik.

Schon mehrere Universitäten haben ihr Interesse an den digitalisierten Unterlagen des Kreisarchivs angemeldet, darunter neben der Universität Hamburg, auch die Unis in Aachen, Mannheim und Hohenheim. Die Dokumente zu analysieren und zu beforschen ist insbesondere für Wirtschaftshistoriker von Interesse. Insgesamt 25 Regalmeter umfasst der Sparkassen-Bestand, darunter auch Fotografien von ehemaligen Filialen.

Lediglich die Archive in Kiel und Mölln haben auch Unterlagen von Sparkassen, allerdings kleinere Bestände. Digital sind, zum Beispiel auf dem Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek, noch keine Dokumente von Sparkassen zu finden. Das wird sich nun ändern.

Die Geschichte der Kreissparkasse
Bereits 1824 gab es die ältesten Vorgänger der Sparkasse Holstein in Stormarn. Sie wurden mit dem Ziel gegründet, Wohltätigkeit und Gemeinnützigkeit zu bewirken. 1913 wurde die Sparkasse des Kreises Stormarn in Wandsbek gegründet. Insgesamt gingen etwa 15 einzelne Sparkassen in der Kreissparkasse auf, wie etwa die Sparkasse in Reinfeld (1842 gegründet) oder die Rethwischer Sparcasse (1854 gegründet).

Aufgrund der Gebietsabtretung durch das Groß-Hamburg-Gesetz 1937, mussten die verbliebenen Stormarner Sparkassen-Filialen in Hamburg schließen. In Folge dessen zog die Kreissparkasse 1942 von Wandsbek nach Ahrensburg und nur zwei Jahre später weiter nach Bad Oldesloe. 2006 schlossen sich die Sparkasse Ostholstein und die Sparkasse Stormarn unter dem Namen Sparkasse Holstein zusammen.

Die Sparkasse engagiert sich von Beginn an für das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben in der Region. Aktuell gibt es 19 Stiftungen der Sparkasse Holstein, wie die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn, die gemeinsam mit dem Kreisarchiv unter anderem das Stormarn Lexikon aufbaut.

Link:
Die ersten zehn digitalisierten Bände findet man unter: www.kreisarchiv-stormarn.de/mediadb/?b_id=135

Kontakt:
Kreisarchiv Stormarn
Mommsenstr. 14
23843 Bad Oldesloe
Tel.: 04531 / 160-1691
s.watzlawzik@kreis-stormarn.de
www.kreisarchiv-stormarn.de

Quelle: Kreis Stormarn, Pressemitteilung, 5.8.2019

Neue Kühlkammer für alte Filme in Münster

Erweiterung im Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen

Das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen in Münster kümmert sich seit über 20 Jahren um die Bewahrung des filmischen Erbes im Landesteil Westfalen-Lippe und unterstützt vor allem die Kommunen, aber auch Heimatvereine und Privatpersonen bei der Sicherung ihrer Filmschätze. Dabei umfasst die Unterstützung eine ganze Bandbreite von Leistungen: Die Filme werden als Depositum übernommen und in Kühlmagazine eingelagert, außerdem digitalisiert und inhaltlich erschlossen. Von diesem Angebot haben zahlreiche Einrichtungen und Personen Gebrauch gemacht, so dass in den vergangenen Jahrzehnten viele hundert Deposita mit mehr als 10.000 Filmeinheiten zusammengekommen sind.

Kühlkammer für das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen (Foto: Christoph Steinweg / LWL)

Die Einlagerung der originalen Filmaufnahmen steht angesichts der Nutzerorientierung und den damit einhergehenden Digitalisierungsarbeiten zumeist nicht im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Dabei ist gerade die Bewahrung der Originale in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Denn ob eine heute angefertigte digitale Kopie noch den Ansprüchen von morgen genügen wird, ist angesichts der rasanten technischen Entwicklung von HD, 2K, 4K und 8K nicht gewiss. Darum ist es gut, wenn man auch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal auf das Original zurückgreifen kann, um eine dann zeitgemäße Kopie anzufertigen.

Das gilt nicht für alle Filme. Videobänder eignen sich zum Beispiel gar nicht für eine analoge Langzeitarchivierung, und auch im fotochemischen Bereich gibt es Probleme mit den feuergefährlichen Nitrozellulosefilmen und bereits stark beschädigten Azetatzellulosefilmen (Essigsäuresyndrom). Aber die Mehrzahl der Filme in den typischen Formaten 35mm, 16mm und 8mm erreicht die Magazine des LWL-Filmarchivs doch in einem guten Zustand und lässt eine weitere Lebensdauer von vielen Jahrzehnten erwarten – sofern sie denn sachgerecht gelagert werden. Die Mischbestände im Filmarchiv des LWL-Medienzentrums lagern bei ca. 10 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchte von 40 Prozent, außerdem verhindert ein permanenter Luftaustausch eine Konzentration von Ausdünstungen.

  

Abb.: In der Kühlkammer (Fotos: Ralf Springer)

Dafür standen im Filmarchiv bislang zwei Kühlkammern mit einer Grundfläche von ca. 55 Quadratmetern zur Verfügung, welche in der Zwischenzeit allerdings fast komplett gefüllt waren. Darum bot sich eine gute Gelegenheit zur Erweiterung der Magazine an, als der LWL durch seine Tochter WLV (Westfälisch-Lippische Vermögensverwaltungsgesellschaft) in der Speicherstadt in Münster-Coerde ein neues Zentralmagazin errichten ließ, das Anfang des Jahres 2019 bezogen werden konnte. Auf mehr als 10.000 Quadratmetern Lagerfläche werden hier vor allem für die LWL-Museen große Magazine bereitgestellt, die im Einzelfall auch schon mal 500 Quadratmeter umfassen können. Dagegen fällt das dort ebenfalls untergebrachte neue Kühlmagazin des Filmarchivs mit 85 Quadratmetern geradezu bescheiden aus. Aber insbesondere durch ein effizient eingebautes Rollregalsystem hat sich die jetzt zur Verfügung stehende Lagerkapazität mehr als verdoppelt. Das macht das Filmarchiv auch für die Zukunft handlungsfähig. Ein erster Umzug ist vergleichsweise klein ausgefallen, als gut 1.000 Filme aus einer der alten in die neue Kammer überführt wurden. Noch wirken die Dosen in dem großen neuen Magazin etwas verloren, aber erfahrungsgemäß wird sich das mit den Jahren rasch ändern.

(Ralf Springer)

Kontakt:
LWL-Medienzentrum für Westfalen
Bild-, Film- und Tonarchiv
Fürstenbergstr. 13-15
48147 Münster
Tel. 0251 591-3902
Fax 0251 591-3982
medienzentrum@lwl.org
www.lwl-medienzentrum.de

Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg vorgestellt

Brandenburg fördert freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen

Die brandenburgische Wissenschaftsministerin Dr. Martina Münch hat am 8.8.2019 gemeinsam mit Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam und Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz, und Prof. Ellen Euler von der Fachhochschule Potsdam die „Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg“ präsentiert.

Wissenschaftsministerin Martina Münch betonte die Bedeutung des freien Zugangs zu publizierten Ergebnissen öffentlich finanzierter Wissenschaft und Forschung für wirtschaftliche Innovationen sowie für öffentliche Diskurse: „Wir nutzen die Chancen des digitalen Wandels für Brandenburg: Mit der neuen ‚Open-Access-Strategie‘ schaffen wir die Voraussetzungen für den freien und breiten Zugang zu öffentlich finanzierten und publizierten Forschungsergebnissen in unserem Land.“

Abb.: Wissenschaftsministerin Dr. Martina Münch mit Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam und Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz, sowie Prof. Ellen Euler von der Fachhochschule Potsdam bei der Präsentation der „Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg“ (Foto: Martin Sand)

Der freie Zugang stärke nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, so die Ministerin, „er erleichtert auch den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Gesellschaft. Davon profitieren kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie zivilgesellschaftliche Initiativen oder interessierte Bürgerinnen und Bürger. Zur erfolgreichen Umsetzung der Strategie planen wir die Einrichtung einer Vernetzungs- und Kompetenzstelle, die künftig alle Hoch-schul-Akteure zu finanziellen, rechtlichen oder organisatorischen Fragen der Umstellung auf Open Access beraten soll, sowie einen Fonds, mit dessen Hilfe gezielt öffentlich zugängliche Veröffentlichungen von Monographien und Sammelbänden gefördert werden soll“. Münch führte weiter aus: „Neben dem Ausbau von Open Access gehört auch das Mitte Juli gestartete ‚Zentrum der Brandenburgischen Hochschulen für Digitale Transformation‚ zu den zentralen Vorhaben unserer Digitalisierungsstrategie im Bereich Wissenschaft und Forschung. Das neue Zentrum für Digitale Transformation soll vorhandenes Know-how der Hochschulen in Forschung und Lehre und in der Hochschulverwaltung bündeln und sie dabei unterstützen, gemeinsam innovative Konzepte für IT-Systeme zu erarbeiten und umzusetzen. Dafür stellt das Land jährlich rund eine Million Euro bereit.“

Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam und Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz: „Mit der neuen ‚Open-Access-Strategie‘ und dem neuen Zentrum der Brandenburgischen Hochschulen für Digitale Transformation hat sich Brandenburg im bundesweiten Vergleich hervorragend positioniert. Dies passt zu den akademischen Stärken der Brandenburger Hochschulen im Digital Engineering, in der Informatik, der Wirtschaftsinformatik und zahlreichen Anwendungsgebieten.“

Abb.: Vision
 Open-Access-Strategie , Bildlizenz: CC BY-ND by Julian Kücklich

Prof. Ellen Euler von der Fachhochschule Potsdam: „Für Open Access gibt es eine breite Zustimmung in der Wissenschaft – damit aber Open Access publiziert wird, gilt es Barrieren abzubauen und das Publizieren im Open Access zu vereinfachen. An der Realisierung müssen alle beteiligten Akteure gemeinsam arbeiten: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können beispielsweise die Möglichkeiten offener Publikationswege nutzen, möglichst offen lizenzieren und von ihrem Zweitveröffentlichungsrecht Gebrauch machen, wenn eine Open-Access-Publikation nicht unmittelbar möglich ist. Hochschulen sollen Strukturen und Anreize für mehr Open Access schaffen. Und Hochschulbibliotheken sollen ermutigt werden, Publikationsinfrastrukturen zu entwickeln und bereitzuhalten.“

Die „Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg“ wurde seit Herbst 2018 von einer Projektgruppe unter der Leitung von Prof. Ellen Euler, Inhaberin der Professur für Open Access, Open Data und Open Science an der Fachhochschule Potsdam, entwickelt und vom Wissenschaftsministerium gefördert. Die Strategie beschreibt, wie Open Access in den kommenden Jahren erheblich ausgebaut werden kann. In die Erarbeitung der jetzt fertiggestellten Strategie waren alle betroffenen Akteure, darunter unter anderem brandenburgische Hochschulen mit ihren Hochschulbibliotheken, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und kulturelle Institutionen sowie externe Expertinnen und Experten eingebunden.

Das „Zentrum der Brandenburgischen Hochschulen für Digitale Transformation“, mit dem die acht staatlichen Hochschulen ihre Zusammenarbeit im Bereich der IT-Infrastruktur vernetzen und ausbauen, wurde am 15.7.2019 gestartet. Das Zentrum ermöglicht den Hochschulen Zugang zu umfangreichen Verwaltungs-IT-Diensten, etwa im Bereich des Studiums mit Prüfungsbescheiden, Studienplatz-Bewerbungen und Immatrikulationen oder im Bereich der allgemeinen Verwaltung für die Raumorganisation oder das Personalmanagement. Die Geschäftsstelle des Zentrums wird an der Technischen Hochschule Wildau eingerichtet.

Sowohl die „Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg“ als auch das „Zentrum der Brandenburgischen Hochschulen für Digitale Transformation“ sind Teil der „Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg“ des Landes.
Die „Open-Access-Strategie“ ist auf der Homepage des Wissenschaftsministeriums unter www.mwfk.brandenburg.de sowie auf folgender Open Access-Plattform abrufbar: http://doi.org/10.5281/zenodo.2581783.

Quelle: MWFK / Uni Potsdam, Pressemitteilung, 8.8.2019; FH Potsdam, Presseinformation, 8.8.2019

Stadtarchiv Speyer erhält großzügige KEK-Fördergelder

Dank der Vermittlung der Landesstelle Bestandserhaltung in Rheinland-Pfalz erhielt das Stadtarchiv Speyer eine Vollförderung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) in Höhe von rund 26.000 Euro.

Abb.: Akten aus reichsstädtischer Zeit (Foto: Stadtarchiv Speyer)

„Wir sind froh und dankbar, dass wir Bundesmittel in dieser beträchtlichen Höhe für die Erhaltung der wertvollen und einzigartigen Akten aus reichsstädtischer Zeit bekommen haben“, betont Dr. Christiane Pfanz-Sponagel, Leiterin des Stadtarchivs Speyer. Die historischen Schriftstücke wiesen Spuren eines älteren Feuchtigkeitsschadens auf und konnten im Rahmen der Bundesmittelförderung nun (trocken) gereinigt und konservatorisch behandelt werden. Sie sind nicht nur von überregionaler Relevanz, sondern auch für die Erforschung der deutschen Geschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit interessant. Speyer war über die Salier- und Stauferzeit hinaus ein „Zentralort“ des Reiches. Die Beziehungen der Stadtobrigkeit zu Kaiser und Reich können nicht nur anhand der Mitwirkung in der „großen Politik“ nachgezeichnet werden, sondern zeigen sich auch im vergleichsweise umfangreichen Niederschlag in den Aktenbeständen des Stadtarchivs, dem ältesten Kommunalarchiv der Pfalz.

Die 2011 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder eingerichtete Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts hat sich, wie ihr Name schon sagt, bundesweit den Erhalt des schriftlichen Kulturgutes zur Aufgabe gemacht. Die Landesstelle Bestandserhaltung in Rheinland-Pfalz nimmt sich des Themas auf Landesebene an. Die Institution weist darauf hin, dass schriftliches Kulturgut ein wichtiger Teil des kulturellen Gedächtnisses und sinn- und identitätsstiftend für die Gesellschaft ist. Ferner betont sie die Bedeutung des authentischen Originals: „Das Original zählt. Digitalisierung trägt zwar auch zum Schutz des schriftlichen Kulturguts bei, kann das Original aber nicht ersetzen.“

Mit mehr als 2,5 km Archivgut lagern im Stadtarchiv Speyer Millionen von Dokumenten, deren Restaurierung im Schadensfall unbezahlbar wäre. Archive und andere schriftliches Kulturgut verwahrende Institutionen müssen daher nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen auf Prävention setzen, um die Entstehung von Schäden zu vermeiden. Kühle und trockene Lagerorte, Schutzverpackungen und Reinigungsarbeiten sowie Notfallvorsorge sind solche vorbeugenden Maßnahmen.

Für die Nachhaltigkeit des Projektes im Stadtarchiv Speyer ist gesorgt. Derzeit wird der Bestand in säurefreie Archivkartons umverpackt. Durch den Ende August erfolgenden Einbau eines Klimageräts werden die Lagerungsbedingungen erheblich verbessert. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen zur dauerhaften Bestandserhaltung für andere bedeutende Archivalien geplant.

Kontakt:
Kulturelles Erbe
Johannesstraße 22a
67346 Speyer
Tel. (0 62 32) 14 22 65
Fax (0 62 32) 14 27 96
stadtarchiv@stadt-speyer.de

Quelle: Stadt Speyer, Medien-Information, 7.8.2019

Die Montanregion Erzgebirge in der Überlieferung des sächsischen Staatsarchivs

Am 6.7.2019 beschloss das Welterbekomitee der UNESCO auf seiner Sitzung in Baku/Aserbeidschan, der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří den Status eines Weltkulturerbes zuzuerkennen. Die Montanregion setzt sich aus 17 Bestandteilen (aus sieben Bergbaugebieten) auf sächsischer/deutscher Seite und 5 Bestandteilen auf tschechischer Seite zusammen (www.montanregion-erzgebirge.de).

Bergbau in Niklasberg bei Graupen/Krupka im Jahr 1717 (SächsStA-F, 40044 Generalrisse, Nr. 1-K 17341)

Der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, freute sich über die Aufnahme der Montanregion Erzgebirge in die UNESCO-Welterbeliste: „Dieser positiven Entscheidung wurde lange entgegengefiebert, mehr als zehn Jahre intensiver Arbeit liegen hinter uns. Für den Tourismus ist es ein Meilenstein in der weiteren Entwicklung unserer erzgebirgischen Heimat. Der Welterbetitel wird sicherlich zusätzliche Kräfte freisetzen und unseren Zusammenhalt noch enger werden lassen – vor allem auch grenzübergreifend mit den tschechischen Partnern. Das Erzgebirge als Landschaft und die Menschen, die hier leben, wurden in den zurückliegenden mehr als acht Jahrhunderten vom Bergbau geprägt. Hunderte von Sachzeugen, die von unseren Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereinen mit viel ehrenamtlichem Engagement gepflegt und erhalten werden, zeugen noch heute von unserer bergbaulichen Entwicklung und deren Einfluss auf das Entstehen und die Herausbildung anderer Industriezweige. In keiner Region Europas wird das bergmännische Brauchtum, werden die bergmännischen Traditionen intensiver gepflegt und gelebt, als bei uns.“

Montanlandschaft Schneeberg „Siebenschlehener Pochwerk“ (Foto: Marko Borrmann)

Archivalien der einzelnen Bestandteile des Erzgebirgsbergbaus finden sich an vielen Stellen in der reichen Überlieferung des Sächsischen Staatsarchivs, insbesondere im Bergarchiv Freiberg (Abt. 5 des Staatsarchivs). Dort werden die Archivalien zur über 600-jährigen Geschichte des Montanwesens in verwahrt, es ist die einschlägige Überlieferung zum Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří:

Zu Beständen zum Thema »Montanindustrie«:

Nicht direkt zum Welterbe gehört der ehemalige Steinkohlenbergbau, er ist aber assoziiert:

Kontakt:
Sächsisches Staatsarchiv
Behördenleitung und Abteilung Zentrale Aufgaben, Grundsatz
Archivstr. 14
01097 Dresden
Telefon: (+49) (0)351-89 219 710
poststelle@sta.smi.sachsen.de

Sächsisches Staatsarchiv
Bergarchiv Freiberg
Schlossplatz 4
09599 Freiberg
Telefon: (+49) (0)3731-44 754 90 (Lesesaal); (0)3731-44 754 0 (zentrale Einwahl)
Telefax: (+49) (0)3731-44 754 99
poststelle-f@sta.smi.sachsen.de

www.archiv.sachsen.de

Quelle: Sächsisches Staatsarchiv, Mitteilungen, 10.7.2019; Montanregion Erzgebirge, Pressemappe, Juli 2019

Geballtes Wissen aus 1000 Jahren

Nachlass des Dennacher Heimatforschers Hans Geiler ist nun im Kreisarchiv des Enzkreises nutzbar

Es beginnt alles Anno 1075 mit einem Eintrag im Codex Hirsaugiensis, dem Urkundenbuch des Schwarzwaldklosters Hirsau. Mit Freude blickt der Leiter des Kreisarchivs des Enzkreises, Konstantin Huber, auf das Regal, das den sauber geordneten heimatkundlichen Nachlass des im Jahr 2012 verstorbenen Heimatforschers Hans Geiler beinhaltet. Die Witwe Almut Geiler übergab die Unterlagen dem Enzkreis zur sicheren und dauerhaften Verwahrung. Sauber geordnet nach Jahreszahlen hatte der 1937 in Brandenburg geborene Fluglotse Geiler seit 1976 alles zusammengetragen, was er in zahlreichen Archiven über seine Wahlheimat Dennach finden konnte. Die chronologisch strukturierte Sammlung endet im 20. Jahrhundert und umspannt damit ein ganzes Jahrtausend geballter Geschichte des heutigen Neuenbürger Stadtteils, der zugleich höchstgelegener Ort im Enzkreis ist.

Abb.: Hans Geiler auf einer seiner Waldtouren bei der Entdeckung eines historischen Grenzsteins (Foto: Enzkreis)

Mit einigen Mitinteressenten gründete Hans Geiler 1993 den Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Schwabentor, den er bis 2003 als Vorsitzender leitete. Nach rund zehnjähriger intensiver Forschung Geilers gab der HGV 1998 seine Ortschronik „Thennach … ein Dorf ist keine Insel“ heraus. Geiler erstellte darüber mehrere kleinere Werke im Eigenverlag, die in der Landesbibliographie von Baden-Württemberg nachgewiesen sind. Diese Arbeiten sind im Kreisarchiv ebenfalls vorhanden.

Doch der im Kreisarchiv mittlerweile erschlossene Sammlungsbestand umfasst auch wichtige Informationen, die über das Dorf Dennach hinaus in den Raum Neuenbürg und den Nordschwarzwald insgesamt reichen. Besondere Forschungsschwerpunkte Geilers waren die Geschichte der Familien von Schmalenstein, Strubenhardt und Schöner von Straubenhardt. Auch die zahlreichen historischen Sägemühlen im Nordschwarzwald faszinierten ihn.

Gleich zwei umfangreiche Ordner enthalten die Dokumentation von Kleindenkmalen. So befinden sich in der Sammlung unzählige Fotos von Grenzsteinen, die Hans Geiler auf Erkundungstouren in den Wäldern der Region akribisch genau vermaß. Dass auch schon vor Jahrhunderten Naturkatastrophen die Region und die Menschen heimsuchten, zeigt ein von dem Heimatforscher ausführlich dokumentierter und in heutiges Deutsch übersetzter Bericht über ein Unwetter und die dadurch verursachten Hochwasserschäden im damals sehr großen Wildbader Forstbezirk von 1587/88.

Konstantin Huber erstellte das Verzeichnis zum Nachlass, während Archivmitarbeiter Simon Kretz die konservatorische Behandlung und Verpackung leistete. Die Sammlung steht im Kreisarchiv unter der Bestandssignatur P 38 allen Interessenten zur Einsichtnahme und Auswertung nach Terminvereinbarung zur Verfügung.

Kontakt:
Enzkreis – Kreisarchiv und Kultur
Zähringerallee 3
75177 Pforzheim
Tel. 07231 308-9423
kreisarchiv@enzkreis.de
www.enzkreis.de/kreisarchiv

Quelle: Enzkreis, Pressemitteilung, 2.8.2019

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