Ausstellung über die Arbeit des Gesundheitsamtes im Altkreis Steinfurt

„Geschichten aus dem Kreisarchiv Steinfurt“.

„Die Geschichte des Kreisgesundheitsamtes wartet darauf erforscht zu werden“, sagt Steinfurts Kreisarchivar Jannik Schröder und spricht damit eine Einladung an alle Interessierten aus, im Archiv des Kreises Steinfurt zu stöbern – digital oder analog. Der 26-Jährige geht neue Wege und hat eine Online-Ausstellungsreihe entworfen: „Geschichten aus dem Kreisarchiv Steinfurt“. Aktuell ist der vorwiegend von Jannik Schröder aus den Jahren 1814 bis 1988 neu erschlossene Bestand des Gesundheitsamtes des Altkreises Steinfurt zu sehen. Es ist ein Rückblick auf verschiedene Aspekte der Arbeit des Gesundheitsamtes im 19. und 20. Jahrhundert – von der Zulassung von Apotheken, über die Bekämpfung ansteckender Krankheiten, bis hin zur Mütterberatung.


Abb.: Die Ausstellung umfasst Einzelstücke wie beispielsweise dieses Plakat zu Diptheriebekämpfung aus dem Jahr 1934 (Foto: Kreisarchiv Steinfurt). 

„Spannende Einzelstücke aus den Jahren 1836 bis 1964 bieten einen abwechslungsreichen Einblick in die damaligen Aufgabenbereiche und die Entwicklung des Gesundheitswesens“, verspricht Jannik Schröder. Sein Anliegen: „Wir möchten den Menschen mit dieser Ausstellung dauerhaft unser vielfältiges Archivgut präsentieren und Lust auf mehr machen. Interessierte können sich online wie auch vor Ort kostenlos informieren.“ Vor Ort ist die nur wenige Meter vom Eingang des Kreisarchivs entfernte Vitrinen-Ausstellung im Foyer des Steinfurter Kreishauses während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Diese wird regelmäßig neu bestückt.

Online ist die Ausstellung zu sehen unter https://tinyurl.com/y7ozda5y

Das Kreisarchiv Steinfurt ist montags bis donnerstags von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

Kontakt:
Kreisarchiv Steinfurt
Jannik Schröder (Archivleitung)
Tecklenburger Str. 10
48565 SteinfurtTel: 02551 69-1043
Fax: 02551 69-91043
jannik.schroeder@kreis-steinfurt.de

Quelle: Kreis Steinfurt, Pressemitteilung, 5.8.2022

Die Nordhäuser Siegelsammlung

Gemeinschaftsprojekt zur digitalen Erschließung von rund 7.000 Objekten.

Am 27.8.2022 wird das Stadtarchiv Nordhausen/Harz mit seinen Partnern aus Leipzig und Mannheim gemeinsam mit dem Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein e.V. sein Online-Projekt „Wieder da. Die Nordhäuser Siegelsammlung: wiedergefunden – digital verfügbar – bürgerwissenschaftlich erschlossen…“ in Form einer offenen Werkstatt mit Web-Präsentation vorstellen.

Erst 2017 konnten große Teile der seit langem verloren geglaubten Siegelsammlung der Stadt Nordhausen/Harz wiederaufgefunden werden. Sie machten 1876 einen wesentlichen Grundstock der seit damals bestehenden Städtischen Museen aus und waren jahrzehntelang vergessen.

Rund 7.000 Objekte – und damit über 9.000 Siegel – wurden vom Stadtarchiv Nordhausen/Harz übernommen, mit viel bürgerschaftlichem Engagement gereinigt, konservatorisch gesichert, inventarisiert, provisorisch verpackt und komplett hochauflösend fotografiert. Die Siegel aus vielen Sammlerhänden sind äußerst verschieden in Erhaltungszustand, Material, Bildprogrammen und Überlieferungsform. Die erforderlichen umfangreichen Maßnahmen zur Erhaltung, Reinigung und kompletten Digitalisierung der neu aufgefundenen Objekte konnten in den Jahren 2018/2019 geschehen. Eine erste Sonderausstellung in 2020 und eine Pilot-Lehrveranstaltung an der Universität Mannheim 2020 belegten die Vielfalt der Sammlung.

Es fehlte aber an nachhaltiger digitaler Infrastruktur zur Nutzbarmachung der riesigen Überlieferung. Der stadt- und landeshistorisch bedeutende Archivfund musste für akademische Recherche und Lehre sowie bürgerschaftliche Heimatforschung online aufbereitet und dauerhaft zugriffsfähig werden. Es brauchte ein stabiles Vermittlungs- und Erschließungsangebot für alle Siegelinteressierten. Doch das Stadtarchiv allein konnte schon die konventionelle Grunderschließung nicht stemmen. Dennoch bleiben die Siegel nicht vergessen und unbenutzbar. Denn dank potenter Förderer und bereitwilliger Partner kann die Siegelsammlung nun online bürgerwissenschaftlich erschlossen werden.

Ab Ende August 2022 können alle Siegelobjekte dank der freilich noch stärker zu entfachenden Zusammenarbeit von interessierter Bürgerschaft und akademischer Forschung bequem von zuhause aus online begutachtet und beschrieben werden.

Die 1. Nordhäuser Siegelwerkstatt mit Web-Präsentation findet am 27.8.2022 in der „Herzschlag-Jugendkirche Nordhausen“ statt, der ehemaligen Zisterzienserinnenklosterkirche bzw. evangelischen Pfarrkirche Altendorf. Der Gebäudekomplex, umstanden von anderen ehemaligen Klostergebäuden in unterschiedlichem Zustand, wurde vor wenigen Jahren aufwendig saniert und für eine zeitgemäße Umnutzung hergerichtet.

Links:

Kontakt:
Stadtarchiv Nordhausen
Markt 15
99734 Nordhausen
Tel. 0 36 31 / 69 64 50
Fax. 036 31 / 696 87 450
stadtarchiv@nordhausen.de
https://nordhausen.mitteldeutschearchive.de/

Aschaffenburgs Stadtarchiv Mainzer Zeit wird digitalisiert

Drei Förderungen aus Würzburg, Berlin und Bonn für den Weg ins digitale Zeitalter.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg für die Jahre 2023 und 2024 Fördermittel in Höhe von knapp 117.000 € zur Verfügung gestellt. Hiermit soll der für die Aschaffenburger Stadtgeschichte vom 15. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts grundlegende Archivbestand Stadtarchiv Mainzer Zeit komplett digitalisiert werden.


Abb.: Reisen und Übernachten um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Aus einem Verzeichnis der Schildwirtschaften mit festgesetzten Preisen für Übernachtung für die Zimmer und Verköstigung sowie Stallgeld für Pferde, vom 10. August 1749 (Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, Bestand Stadtarchiv Mainzer Zeit, Nr. 32)

Geplant ist danach auch die umfassende Online-Verfügbarmachung, wie der zuständige Referent, Bürgermeister Eric Leiderer, betont: „Das Stadtarchiv Mainzer Zeit ist ganz grundlegend für die Erforschung der Stadtgeschichte. Neben dem historischen Stiftsarchiv, das bereits seit einiger Zeit – aufgrund einer Förderung des Freistaats Bayern – teilweise digital im Portal bavarikon verfügbar ist, ist das Stadtarchiv Mainzer Zeit der zweite bedeutende historische Altbestand, der in absehbarer Zeit überall online abrufbar und nutzbar sein wird.“ Leiderer verweist dabei auch auf die früheren finanziellen Unterstützungen für das Stadtarchiv Mainzer Zeit: „Der Bezirk Unterfranken hat über die Unterfränkische Kulturstiftung die Basis gelegt, indem die inhaltliche Aufbereitung gemeinsam mit der Stadt Aschaffenburg gefördert worden ist; die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts hat die konservatorische Vorbehandlung des Stadtarchivs mitfinanziert. Ich danke in beiden Fällen sehr herzlich für diese Unterstützung.“

Wie Aschaffenburgs Archivdirektor Dr. Joachim Kemper ausführt, seien die Erschließung und konservatorische Bearbeitung des Stadtarchivs Mainzer Zeit Voraussetzungen gewesen, um den Antrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft überhaupt stellen zu können. Kemper: „Der DFG-Antrag war nach wissenschaftlichen Kriterien und mit Blick auf Fragen der Informationswissenschaft in einem mehrmonatigen Prozess im letzten Jahr erarbeitet worden. Wir danken den Unterstützer*innen des Antrags sehr, die im Verlauf des Projekts letztlich auch Kooperationspartner sein werden – angefangen von verschiedenen universitären Lehrstühlen und Professor*innen in Mainz, über Forschungsinstitute, bis hin zu Archiven. Aschaffenburg war vor seiner bayerischen Zeit eine bedeutende Residenzstadt der mächtigen Mainzer Kurfürsten. Es ist ein großes Glück und angemessen, dass die historische Überlieferung der Residenzstadt Aschaffenburg durch die Digitalisierung gesichert und digital verfügbar gemacht werden wird!“

Zum Hintergrund:
Das Projekt „Digitalisierung eines historischen Kernbestandes: Das „Stadtarchiv Mainzer Zeit (SMZ)“ wird seitens der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Programm „Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme“ gefördert. Die Digitalisierung wird in den Jahren 2023 und 2024 erfolgen. Die DFG ist die größte fachübergreifende Förderinstitution für die Wissenschaften in Deutschland. Der Etat beträgt jährlich über 3 Milliarden Euro. Die DFG wird größtenteils über die Bundesrepublik Deutschland sowie anteilig auch über Ländermittel finanziert.

Kontakt:
Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg
Wermbachstraße 15
63739 Aschaffenburg
Telefon: +49 6021 4561050
Telefax: +49 6021 29540
stadtarchiv@aschaffenburg.de

Quelle: Stadt Aschaffenburg, Pressemitteilung, 4.8.2022

Notfallverbund Würzburg gegründet

Eine Vereinbarung zum sogenannten „Notfallverbund Würzburg“ haben die Träger der vier großen Würzburger Archive im Wenzelsaal des Würzburger Rathauses unterzeichnet. Dabei handelt es sich um das Bistum Würzburg für seine Einrichtung Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg, den Freistaat Bayern, vertreten durch die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, für das Staatsarchiv Würzburg, die Stadt Würzburg für das Stadtarchiv Würzburg sowie die Universität für das Universitätsarchiv Würzburg.


Abb.: (Nicht nur) Würzburger Archivarinnen und Archivare bei der Unterzeichnung der Vereinbarung – von links: Dr. Marcus Holtz, Leiter des Unversitätsarchives, Dr. Jürgen Vorndran, Generalvikar der Diözese Würzburg, Dr. Margit Ksoll-Macron, Generaldirektorin der staatlichen Archive Bayerns und Achim Könneke, Kulturreferent der Stadt Würzburg (Foto: Christian Weiß)

Mit diesem Schritt erklären die Beteiligten unter Beibehaltung ihrer rechtlichen, institutionellen und inhaltlichen Eigenständigkeit, wie es in der Vereinbarung heißt, im Notfall ihre personellen und sachlichen Ressourcen zu bündeln und die zum Schutz des Kulturgutes zu leistenden Aufgaben in gegenseitiger Unterstützung zu bewältigen.

Im Jahr 2007 wurde, befördert durch den Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, ein erster Notfallverbund in Weimar gegründet, dem in den Jahren darauf nicht zuletzt unter dem Eindruck des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs 2009 zahlreiche weitere Verbünde in ganz Deutschland folgten.

Zielsetzung dieser Verbünde ist die gegenseitige personelle, materielle und technische Unterstützung bei außerordentlichen Schadensereignissen durch Wasser, Brand, Unwetter, technische Defekte, äußere Gewalt und andere unvorhersehbare Geschehnisse, die mit eigenen Mitteln nicht mehr bewältigt werden können.

Dafür sind auch beim „Notfallverbund Würzburg“ regelmäßige Treffen vorgesehen, um sich gemeinsam präventiv auf einen Notfall vorzubereiten. Hierzu wird der Austausch zu einrichtungsspezifischen Notfallmaßnahmen ebenso gehören wie die gemeinsame Durchführung von Notfall- und Bergungsübungen mit den Gefahrenabwehrbehörden vor Ort.

Viele Träger und Verbände von Bibliotheken sind nicht wirklich auf Katastrophen wie den Brand der Herzogin Amalia Bibliothek in Weimar oder den Einsturz des Archivs in Köln vorbereitet, so Achim Könneke, Kulturreferent der Stadt Würzburg: „Es wird höchste Zeit, planvoll Strukturen für präventiven Kulturgutschutz zu entwickeln.“ Denn Archive wie beispielsweise das Stadtarchiv fungieren als Gedächtnis der Stadt und Stadtgesellschaft.

So werde die überaus bewegte Geschichte Würzburgs beispielsweise als Residenzstadt des Hochstifts erfahrbar gemacht. Viele der Archivalien tragen dabei einzigartige Informationen in sich und zeichnen sich durch besondere Materialien oder Kunstfertigkeit aus. Deshalb zählt die Bestandserhaltung der Archive zu ihren wichtigsten Aufgaben. „Mit der Vertragsunterzeichnung wurde hier ein weiterer wichtiger Schritt getan.“

Quelle: Stadt Würzburg, Aktuelle Pressemitteilung, 31.7.2022

Kreisarchiv des Enzkreises erschließt Aktenbestand der Ausgleichsämter

„Wir freuen uns, wieder ein Puzzleteil in unsere Aktenbestände einfügen zu können“ berichtet Heike Sartorius, Diplom-Archivarin beim Kreisarchiv des Enzkreises. Sie spricht vom frisch erschlossenen Aktenbestand der ehemaligen Ausgleichsämter für die Gemeinden im heutigen Enzkreis, den der Historiker Dr. Volker Ziegler in den vergangenen Monaten für das Kreisarchiv bearbeitet hat. Die Ausgleichsämter waren bundesweit auf Grundlage des Lastenausgleichsgesetzes von 1952 auf Ebene der Land- und Stadtkreisverwaltungen gebildet worden. Menschen, die Kriegsschäden erlitten hatten, sollten auf diesem Wege finanzielle Entschädigung erhalten.


Abb.: Dr. Volker Ziegler und Archivarin Heike Sartorius – hier im Magazinbereich des Kreisarchivs des Enzkreises – haben sich um die Erschließung des interessanten Aktenbestandes der Ausgleichsämter gekümmert (Bild: Enzkreis; Fotografin: Nicole Sickinger)

Die Unterlagen, die im Jahr 2016 zur dauernden Aufbewahrung an das Kreisarchiv abgegeben worden waren, stammen aus dem Zeitraum ab den 1940er Jahren bis etwa 1975. Dabei handelt es sich vor allem um Akten zur Entschädigung von Kriegssachschäden, die in Enzkreis-Gemeinden entstanden, aber auch zu Aufbaudarlehen für die gewerbliche Wirtschaft, freie Berufe und die Landwirtschaft, die einen Blick in die Maßnahmen des Wiederaufbaus ermöglichen. Sehr umfangreich sind die Teilbestände der Flüchtlingsausweise mit Antragstellern aus den Ausgleichsämtern der Landkreise Leonberg, Pforzheim und dem Enzkreis. „Weniger umfangreiche, aber nicht weniger wichtige Unterlagen wurden zum Beispiel zum Soforthilfegesetz, zum Häftlingshilfegesetz und Kriegsgefangenen-Entschädigungs-gesetz sowie zum Währungsausgleich für Sparguthaben Vertriebener überliefert“, erläutert Sartorius, die die Erschließung des Aktenbestandes begleitet hat.

Bei der Auflösung des Ausgleichsamts 2015 gingen die Unterlagen zu Vertreibungsschäden an das Bundesarchiv, weshalb Teile aus Akten dafür herausgelöst wurden. So gelangte der Teil einer Akte, die den Vertreibungsschaden behandelte, an das Bundesarchiv nach Bayreuth; der andere Teil, der zum Beispiel das Aufbaudarlehen betraf und sich damit auf den aktuellen Wohnort des Heimatvertriebenen bezog, an die kommunalen Archive. Die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge finden im vorliegenden Archivbestand trotzdem einen gewissen Niederschlag, etwa bei den Aufbaudarlehen oder beim Währungsausgleich für Sparguthaben Vertriebener, vor allem aber bei den Akten zu den Flüchtlingsausweisen.

„Allerdings gibt es einen Wermutstropfen für alle, deren Interesse geweckt wurde, einmal im Archivbestand zu schnuppern: Die Einsichtnahme in die Unterlagen ist derzeit in den meisten Fällen nicht möglich. Das liegt daran, dass hier die vorgeschriebenen Schutzfristen für personenbezogenes Schriftgut noch nicht abgelaufen sind“, wie Sartorius betont. Die Erstellung eines Findbuches – auch zur Online-Recherche – sei jedoch geplant. Für Anfragen können sich Interessierte gerne per Mail an das Kreisarchiv wenden. Dort wird dann geprüft, ob in Ausnahmefällen ein Antrag auf Verkürzung der Schutzfristen gestellt werden kann.

„Wie aktuell Geschichte ist, zeigt heute das unfassbare Ausmaß an Zerstörungen von Gebäuden, Infrastruktur und vor allem an Menschenleben in der Ukraine“, so Heike Sartorius abschließend. „Bei Beginn der Aktenbearbeitung lag uns ein historischer Bestand vor, der uns aus der Vergangenheit erzählte. Nun, nach Ende der Erschließung, erfährt dieser Bestand eine Aktualität, die niemand erwartet und gewünscht hätte.“

Hintergrundinformationen zur Geschichte der Ausgleichsämter:
Auf Grundlage des Lastenausgleichsgesetzes von 1952 bildeten sowohl die Stadt Pforzheim als auch der damalige Landkreis Pforzheim zunächst eigene Ausgleichsämter, die unabhängig voneinander existierten. Auch die Kreisverwaltungen Calw, Leonberg und Vaihingen richteten Ausgleichsämter ein. Im Zuge der Kreisreform 1973 wurde der ehemals badische Landkreis Pforzheim aufgelöst und unter Eingliederung von Gemeinden aus den einst württembergischen Landkreisen Calw, Leonberg und Vaihingen der größere Enzkreis gebildet. In diesem Zusammenhang wurden Akten aus den aufgelösten Ausgleichsämtern Calw, Leonberg und Vaihingen in das Ausgleichsamt des Enzkreises übernommen.

1976 erfolgte die Zusammenlegung des Ausgleichsamtes des Enzkreises mit dem des Stadtkreises Pforzheim zum „Gemeinsamen Ausgleichsamt für die Stadt Pforzheim und den Enzkreis“, das seither bei der Stadtverwaltung untergebracht ist. Dieses wiederum wurde zum 31. Dezember 2015 aufgelöst, die Unterlagen an verschiedene Stellen – darunter auch das Kreisarchiv – abgegeben und eine Abwicklungsstelle beim Jugend- und Sozialamt der Stadt Pforzheim eingerichtet.

Kontakt:
Enzkreis – Stabsstelle Kreisarchiv
Östliche Karl-Friedrich-Straße 58
75175 Pforzheim
Telefon: 07231 308-9423
kreisarchiv@enzkreis.de

BLHA Potsdam stellt Kirchenbuchduplikate online

Das Brandenburgische Landeshauptarchiv hat seine Kirchenbuchduplikate (1794-1874) digitalisiert und online gestellt. Mit rund 500.000 Seiten ist ein großer Teil dieser wichtigen familien- und sozialgeschichtlichen Quelle für Brandenburg online verfügbar.


Abb.: Handschriftliche Eintragungen in einem Kirchenbuchduplikat (Foto: BLHA Potsdam)

Die Kirchenbuchduplikate im Landeshauptarchiv Potsdam ersetzen in vielen Fällen verlorene Originale und haben dadurch unschätzbaren Wert. Sie enthalten Tauf-, Trau- und Bestattungsregister sowie Konfirmanden- und Kommunikantenlisten für etwa 1.900 Orte im Land Brandenburg und in heute polnischen Teilen der ehemaligen Provinz Brandenburg.

Die Duplikate sind in der Archivdatenbank des Landeshauptarchivs zu finden. Bei der Verwendung der digitalisierten Aktenbände ist zu beachten, dass die Bände Duplikate mehrerer Gemeinden oder Orte enthalten können. Aktualisierte Informationen zur Bestandsgeschichte, zur Verzeichnung und zur Benutzung findet man in der Bestandseinleitung.

Zur besseren Orientierung und Recherche im Bestand steht auch das Verzeichnis Brandenburgischer Kirchenbuchduplikate 1794-1874 zum Herunterladen zur Verfügung. Das Verzeichnis bietet einen detaillierten Nachweis der im Archiv als Duplikat erhaltenen Jahrgänge.

Kontakt:
Brandenburgisches Landeshauptarchiv
Am Mühlenberg 3
14476 Potsdam
(Postanschrift: Postfach 600449, 14404 Potsdam)
Telefon: +49 (0) 331 5674-0
Telefax: +49 (0) 331 5674-212
poststelle@blha.brandenburg.de
https://blha.brandenburg.de/

Quelle: BLHA Potsdam, Aktuelles, 1.8.2022

Unterstützung bei der Familienforschung im Stadtarchiv Korschenbroich

Wer die eigene Familiengeschichte erforschen möchte und dabei Unterstützung sucht, kann seit Anfang Juli 2022 ein neues Angebot im Stadtarchiv Korschenbroich nutzen: Jeden ersten Mittwoch im Monat stellt Herbert Mülfarth von 9 bis 12 Uhr sein Wissen zur Verfügung und hilft bei der Recherche.

Herbert Mülfarth (Foto) ist selbst seit 1978 begeisterter Ahnenforscher. Damals gab eine Erbschein-Angelegenheit den Anstoß, sich in Archiven schlau zu machen. Seine Leidenschaft war geweckt und führte ihn schließlich zum Geschichtsverein Grevenbroich, in dem es einen entsprechenden Arbeitskreis gibt. Mitglieder dieser Gruppe haben bereits in den vergangenen Jahren im Korschenbroicher Archiv segensreiche Arbeit geleistet und die Daten aus Personenstandsbüchern digitalisiert. Dies bringt eine enorme Erleichterung für Forschende mit sich: Aus ersten Anhaltspunkten – wie etwa dem Namen oder Geburtsdatum der gesuchten Person – erschließen sich schnell weitere Daten und familiäre Zusammenhänge.

„Besonders am Korschenbroicher Archiv ist, dass unsere Daten bis 1798 zurückreichen“, erklärt Mitarbeiter Pascal Hiller. Sie kommen ins Archiv, sobald eine Person aus dem Stadtgebiet entweder vor 110 Jahren dort geboren oder vor 30 Jahren gestorben ist – oder eine Eheschließung 80 Jahre zurückliegt. „Über diese Lebensdaten hinaus ist es natürlich sehr spannend, mehr über die Berufe der Gesuchten herauszufinden“, weiß Herbert Mülfarth. Sobald man mehr über die Lebensumstände, den Wohnort oder die Einkommenssituation wisse, entstehe ein differenzierteres Bild über beispielsweise die Urgroßeltern und damit letztlich auch über die eigenen Wurzeln.

Private Familienforschung macht den Großteil der Anfragen im Korschenbroicher Stadtarchiv aus, weiß Mitarbeiterin Christiane Mittermaier. „Nur etwa zu einem Fünftel geht es um praktische Rechtsfragen, die beispielsweise in Erbfällen meist von speziellen Büros an uns herangetragen werden.“

Wer sich gemeinsam mit Herbert Mülfarth in die eigene Familiengeschichte in der Stadt Korschenrboich eintauchen möchte, kann sich zur Sprechstunde anmelden unter der Geschichtsverein-Mailadresse familienforschung-korschenbroich@web.de. Die Ergebnisse einer Recherche werden den Suchenden übrigens kostenfrei zur Verfügung gestellt, der Ausdruck einer entsprechenden Urkunde o.ä. ist gegen eine Schutzgebühr möglich.

Kontakt:
Stadtarchiv Korschenbroich
Sebastianusstraße 1
41352 Korschenbroich
stadtarchiv@korschenbroich.de

Quelle: Stadt Korschenbroich, 24.6.2022; News 89.4, 27.7.2022