meinDigitalesArchiv.de

Neue Informationsplattform für die Sicherung persönlicher digitaler Daten

Themen wie der persönliche Digitale Nachlass und die Sicherung privater digitaler Materialien zu Lebzeiten bewegen immer mehr Menschen. Das wirft viele Fragen auf und grundlegend neu sind diese in der digitalen Gesellschaft nicht.

Worauf sollte man achten, wenn man seine privaten digitalen Daten für sich selbst oder andere bewahren will? Die jüngst veröffentlichte Website meinDigitalesArchiv.de macht hierzu konkrete Vorschläge. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Bibliothek, Archiv und Museum haben die Ratschläge anschaulich aufbereitet. Auswahlkriterien für persönliche Erinnerungen in digitaler Form sowie Methoden zu deren Strukturierung werden auf meinDigitalesArchiv.de genauso angesprochen wie heute gängige Speicherkonzepte mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Bislang wurden die zahlreichen technischen und organisatorischen Aspekte der digitalen Langzeitarchivierung vorwiegend in wissenschaftlichen Fachkreisen, in Behörden, Unternehmen und Gedächtnisinstitutionen diskutiert. Doch längst sind digital gespeicherte Erinnerungen auch aus dem Alltag von Privatpersonen nicht mehr wegzudenken. Ein von Fachleuten getragenes Informationsangebot für die breite Öffentlichkeit fehlte in Deutschland bislang.

Als Webangebot für alle ist meinDigitalesArchiv.de mehr als eine Faktensammlung. Neben praktischen Handlungsempfehlungen und Informationen zu geeigneten Software-Tools erzählen Geschichten aus dem Alltag fiktiver Personen, wie der persönliche Umgang mit digitalen Daten aussehen könnte. Die Beschäftigung mit einem vordergründig komplexen Thema soll auf diese Weise alltagsnah und für Laien verständlich vermittelt werden.

Hintergrund:
Erarbeitet wurde die Informationsplattform meinDigitalesArchiv.de von einer Gruppe von Bibliothekar/innen, Archivar/innen und Museumsexpert/innen sowie Vertreter/innen anderer Informationsberufe, die sich in Deutschland und Österreich seit 2016 intensiv mit dem Thema „Personal Digital Archiving“ (PDA) befasst. Organisiert hat sich die Arbeitsgruppe „Personal Digital Archiving“ in nestor, dem deutschen Kompetenznetzwerk für Langzeitarchivierung (www.langzeitarchivierung.de).

URL der Informationsplattform: https://meinDigitalesArchiv.de

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Achim Oßwald TH Köln,
Institut für Informationswissenschaft,
Tel.: 0176 5386 4974,
achim.osswald@th-koeln.de

Martin Iordanidis,
Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz),
Tel.: 0221 400 75-220,
iordanidis@hbz-nrw.de

Kontakt:
Deutsche Nationalbibliothek
nestor-Geschäftsstelle
Sabine Schrimpf
Adickesallee 1
60322 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 1525-1761
Fax: +49 69 1525-1799
s.schrimpf@dnb.de
https://www.langzeitarchivierung.de
http://www.dnb.de

Quelle: Sabine Schrimpf (DNB), Mailing, 13.2.2020

Vortragsreihe zur Mülheimer Geschichte 2020

Seit mehr als zwanzig Jahren bietet die Stadt Mülheim an der Ruhr, zunächst organisiert vom Museum, mittlerweile vom Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, eine Vortragsreihe zur Mülheimer Stadtgeschichte an. Die Veranstaltungen im Vortragssaal an der Von-Graefe-Straße 37 stoßen in der Regel auf ein großes Besucherinteresse. Zahlreiche ortsgeschichtliche Forschungsfelder werden in den Vorträgen, die über eine große thematische Bandbreite verfügen, nicht selten auf der Basis vorheriger Archivstudien präsentiert.

Neun Vorträge sind im Jahr 2020 zur Mülheimer Geschichte zu erleben. Dabei ist Ende Mai der Eppinghofer Siedlungsplan Grundlage für die „Ahnenforschung“ und die Besitztümer der Familien. Das Schicksal der jüdischen Familie Mildenberg steht im Juni auf dem Plan. Eine Zeitreise auf den Spuren der Vorfahren ist spannender als ein Krimi, lautet die Ankündigung für den Septembervortrag. Tersteegens Humor wird im Oktober bewertet. Seine Forschungen zum Maler Arthur Kaufmann und das junge Rheinland stellt Gerhard Ribbrock vor. Wie die Soldaten sich im Zweiten Weltkrieg ernährten und welche Mülheimer Firmen darin involviert waren, ist im Dezember zu hören. – Zusätzliche, außerhalb der Reihe präsentierte Vorträge ergänzen das Programm im Oktober zum deutsch-französischen Krieg und die Reichsgründung 1871 sowie im November zum Generalstreik gegen den Kapp-Putsch 1920. – Die Veranstaltungen sind grundsätzlich kostenfrei.

Reihe zur Mülheimer Geschichte 2020

12. März 2020, 19.00 Uhr
Prof. Dr. Horst A. Wessel: Der Widerspenstigen Zähmung? Mitnichten! Eine Mülheimerin schüttelt gesellschaftliche Fesseln ab und erlangt Weltruhm: Clärenore Stinnes (1901-1990)

16. April 2020, 19.00 Uhr
Dr. Thomas Emons: Die Geschichte der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft unter Einbeziehung der SWB-Gründung 1951

14. Mai 2020, 19.00 Uhr
Ulrich Rädeker: Von der Kneipen-Stammtischrunde zur Bürgergesellschaft – 150 Jahre Bürgergesellschaft Mausefalle

28. Mai 2020,  19.00 Uhr
Klaus Jacobi: Von der Ahnenforschung zum historischen Siedlungsplan:
Eppinghofen 1556 bis 1821

18. Juni 2020, 19.00 Uhr
Bernd Hammerschmidt: Die Familie Mildenberg in Lengerich und Mülheim:
Verfolgung – Emigration – Wiedergutmachung

24. September 2020, 19.00 Uhr
Dr. Sandor Krause: Mülheim im 17. und 18. Jahrhundert – Namen, Familien, Höfe

22. Oktober 2020, 19.00 Uhr
Prof. Dr. Ulrich Kellermann: Tersteegens Humor – eine bisher unbeachtete Seite des Mülheimer Mystikers

19. November 2020, 19.00 Uhr
Dr. Gerhard Ribbrock: Arthur Kaufmann (1888-1971) und Das Junge Rheinland

10. Dezember 2020, 19.00 Uhr
Dr. Daniela Rüther: Die „Gesellschaft für Nährwerterhaltung“ im Zweiten Weltkrieg – Ein Krimi um Soldatenverpflegung

Zusätzliche Vorträge

Donnerstag, 8. Oktober 2020, 19.00 Uhr
Vor 150 Jahren: Der deutsch-französische Krieg und die Reichsgründung 1871 im Spiegel der Mülheimer Stadtgesellschaft. Vortrag von Hans-Werner Nierhaus

Donnerstag, 5. November 2020, 19.00 Uhr
Vor 100 Jahren im Ruhrgebiet: Der Generalstreik gegen den Kapp-Putsch. Vortrag von Dr. Peter Berens

Kontakt:
Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr
Haus der Stadtgeschichte
Von-Graefe-Straße 37
45470 Mülheim an der Ruhr
Telefon (Sekretariat): 0208/455 4260
Telefon (Lesesaal): 0208/455 4268
Fax: 0208/455 58 4260
stadtarchiv@muelheim-ruhr.de
www.stadtarchiv-muelheim.de

Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera 1/2020

Unter dem Titel „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ berichtet das Stadtarchiv Gera vierteljährlich über aktuelle Entwicklungen und historische Themen rund um eigene Arbeit. Im 1. Informationsbrief 2020 des Stadtarchivs Gera werden zentrale und auch abseitige Ereignisse der Geraer Stadtgeschichte thematisiert.

In der ersten Ausgabe 2020 wird u.a. auf eine im Museum für Naturkunde gezeigte Ausstellung über den weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Geraer Zeichner, Lithographen, Drucker und Verleger Walter Müller (1845-1927) hingewiesen.

Der zweite Beitrag widmet sich der Vorstellung der archivalischen Quellengattung des „Heimatscheins“ anhand eines ausgewählten Beispiels. Der auf den 24. April 1894 datierte Staatsangehörigkeitsnachweis diente seinem Besitzer als Belegdokument für dessen Gemeindezugehörigkeit.

Abb.: Heimatschein des Holzbildhauers Richard Alfred Horn aus dem Jahr 1894 (Stadtarchiv Gera)

Im dritten Aufsatz wird auf die vor 115 Jahren begonnene Eingemeindungspolitik der Stadt Gera eingegangen. Durch die letzten Eingemeindungen im Jahr 1994 erreichte die Fläche der Stadt Gera 1994 eine Gesamtgröße von 151,9 qkm, d.h. 15.190 Hektar. Seit den ersten beiden Eingemeindungen vor 115 bzw. 108 Jahren hatte sich die Grundfläche des Geraer Stadtgebietes somit fast verzehnfacht.

Im vierten Beitrag der „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ 1/2020 wird schließlich der Frage nachgegangen, ob einer der beiden oder gar die beiden Schriftsteller Christlob Mylius (1722-1754) und Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) möglicherweise einst in Gera weilten.

Kontakt:
Stadtarchiv Gera
Gagarinstraße 99/101
07545 Gera
Tel. 0365/838-2140 bis 2143
stadtarchiv@gera.de
www.gera.de/stadtarchiv

Postgeschichtliche Sammlung für das Stadtarchiv Hilchenbach

Mitte Februar 2020 trafen sich die Hilchenbacher Stadtarchivarin Verena Hof-Freudenberg, ihr Vorgänger Reinhard Gämlich und die Pressebeauftragte der Stadtverwaltung, Annette Branß, in Kreuztal-Eichen bei Manfred Hofmann, um dessen umfangreiche postgeschichtliche Sammlung abzuholen. Die Übergabe der insgesamt 15 Kartons war schon lange abgesprochen und von Manfred Hofmann sorgsam vorbereitet worden.

Abb. Reinhard Gämlich, Manfred Hofmann und Verena Hof-Freudenberg (von links) bei der Übergabe der Briefmarken- und Kartensammlung (Foto: Stadt Hilchenbach)

Der Philatelist hatte bereits als kleiner Junge Hitler-Marken vor den Amerikanern versteckt, wohl ahnend, sie vielleicht nicht behalten zu dürfen. Doch tatsächlich hat er neben diesen Marken Sammlerstücke, die noch erheblich älter und wesentlich seltener sind. Reinhard Gämlich entdeckte beispielsweise eine Postkarte vom „Juckelchen“, der Müsener Grubenbahn, und ist total begeistert: „Dieses Bild vom Juckelchen habe ich noch nie gesehen. Das ist ein ganz seltenes Stück.“ Annette Branß erkannte auf einer alten Ansichtskarte den damals noch kahlen Krackertsberg in Dahlbruch, auf dem sie heute wohnt.

Abb.: Erzbahn „Det Juckelche“. Briefmarkennachlass Hofmann (Foto: Stadt Hilchenbach)

Weitere Entdeckungen waren Postkarten vom Haus Waldheim in Hillnhütten, das baugleich mit der Wilhelmsburg in Hilchenbach ist, alte Ansichten der Grube Stahlberg, dem heutigen SMS Gelände, weitere von Hilchenbach, Dahlbruch, Müsen, Grund, Vormwald und anderen Stadtteilen Hilchenbachs. Eine der ältesten Karten stammt zeigt Müsen im Jahr 1898, womit sie nur fünf Jahre nach dem großen Brand entstanden ist. Dies ist umso erstaunlicher, da die erste Postkarte aus den Vorgängerstaaten Deutschlands erst 1870 eher zufällig entstanden ist.

Manfred Hofmann hat nicht einfach nur gesammelt. Sorgfältig hat er die kostbaren Stücke in säurefreie Hüllen verpackt und detailliert beschrieben. Von ihm angefertigte  Landkarten zeigen welche Orte zu welchem Zeitpunkt zu Hilchenbach gehörten. Es finden sich immer wieder genau Beschreibungen der verschiedenen Marken und Stempel. „Die erste Postleitzahl von Hilchenbach war die 626 unter den Preußen.“ erklärte der Sammler zu einem Stempel aus der Zeit um 1850. Noch älter ist ein Fahrschein für die Postkutsche: Am 18. September 1843 war der Pfarrer per „Schnellpost-Cours“ von Kreuztal nach Hilchenbach gereist.

Die Stadtarchivarin Verena Hof-Freudenberg versprach, diese außergewöhnliche Sammlung sicher unter klimatisch optimalen Bedingungen unterzubringen. Manfred Hofmann braucht sich keine Sorgen über den langfristigen Verbleib seiner Sammlung zu machen, denn nach dem Archivgesetz NRW § 5 ist, was einmal zu Archivgut erklärt wurde, „unveräußerlich“ und „dauerhaft“ aufzubewahren. Somit sind die Schätze des Eichener Philatelisten nun allen Interessenten im Stadtarchiv Hilchenbach in der Wilhelmsburg zugänglich. Es gibt bereits erste Ideen zu einer Ausstellung im Stadtmuseum.

Kontakt:
Stadtarchiv Hilchenbach
Fachbereich 1 – Bürgerdienste
Archiv (in der Wilhelmsburg)
Markt 13
57271 Hilchenbach
Telefon: 02733 288-260
Fax: 02733 288-288
V.Hof-Freudenberg@Hilchenbach.de

Quelle: Stadt Hilchenbach, Aktuelles, 19.2.2020

Rhein-Kreis-Geschichte im Spiegel von Biografien

„Kreisgeschichte im Spiegel der Biografie“ – so lautet der Titel des neuen Bandes, den das Archiv im Rhein-Kreis Neuss veröffentlicht hat. Er wurde kürzlich im Kreiskulturzentrum Zons vorgestellt. „Das Buch fügt unserem Wissen über die Geschichte des Kreises, der Kreisverwaltung und seiner Spitzenvertreter viele neue Aspekte hinzu, die bislang unbekannt waren“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke vor den 90 Besuchern des historischen Abends zur Präsentation.

Abb.: Landrat Hans Jürgen Petrauschke (l.) und Archivleiter Dr. Stephen Schröder bei der Buch-Präsentation in Zons (Foto: Stefan Büntig/Rhein-Kreis Neuss)

Auf 460 reich bebilderten Seiten versammelt die Publikation 30 biografische Porträts der Spitzenakteure auf Kreisebene, welche von insgesamt 15 Autorinnen und Autoren erarbeitet wurden. Berücksichtigt sind alle Landräte und Oberkreisdirektoren, die im hiesigen Raum seit der Einrichtung preußischer Kreise im Jahre 1816 ordentlich ernannt bzw. vom Volk gewählt wurden.

Archivleiter Dr. Stephen Schröder: „Wer das Buch aufmerksam liest, der wird nicht nur viel Neues über die behandelten Akteure, ihren beruflichen Werdegang und ihr persönliches Schicksal erfahren, sondern auch tiefe Einblicke in die Geschichte des Kreisgebietes erlangen, wie sie so – quellengestützt, thematisch breit und zugleich einordnend – in einem Band bislang nicht dargeboten wurden“.

Das Buch, das auch ein ausführliches Orts- und Personenregister enthält, ist zum Preis von 18,90 Euro im Kreiskulturzentrum Zons, in den Kreishäusern in Neuss und Grevenbroich sowie im regionalen Buchhandel erhältlich.

Info:
Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Neuss, Band 2:
Kreisgeschichte im Spiegel der Biografie. Die Landräte und Oberkreisdirektoren des Rhein-Kreises Neuss und seiner Rechtsvorgänger von 1816 bis zur Gegenwart, Herausgeber: Rhein-Kreis Neuss – Der Landrat – Archiv im Rhein-Kreis Neuss / Stephen Schröder, Bonn 2019, 460 Seiten, 18,90 €

Kontakt:
Archiv im Rhein-Kreis Neuss
Schloßstraße 1
41541 Dormagen
Telefon 02133 5302-10
Telefax 02133 5302-291
kreisarchiv@rhein-kreis-neuss.de

Quelle: Rhein-Kreis Neuss, Kreisportrait, 31.1.2020

  • Um AUGIAS.Net aktuell zu halten, würden wir uns auch über Ihre Mithilfe freuen: Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, wenn Sie Neuigkeiten aus dem Archivwesen haben (Nachrichten, Literatur, Links, Termine etc.).
Top