Neue Leiterin des Stadtarchivs Gotha

Seit dem 1.1.2020 ist Julia Beez die neue Archivarin der Stadtverwaltung Gotha und leitet nun das Stadtarchiv Gotha. Die 29-Jährige hat ein Bachelorstudium Geschichte und Romanistik sowie bis 2016 ein Masterstudium der Neueren Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena absolviert. Sie war von 2014 bis 2016 Wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt „Thüringen im Jahrhundert der Reformation“. Seit 2016 arbeitet sie an ihrer Dissertation über die Beziehungen der schwarzburgischen Fürstentümer zur provisorischen Zentralgewalt in der Revolution von 1848/49.

Julia Beez, neue Leiterin des Stadtarchivs Gotha
(Foto: Lutz Ebhardt)

Das Stadtarchiv der Stadt Gotha verwahrt stadtgeschichtliche Quellen mit einem Bestandsumfang von ca. 1.000 laufenden Metern. Dazu gehören u.a. mittelalterliche Urkunden, Akten der Stadtverwaltung und der eingemeindeten Orte Boilstädt, Siebleben, Sundhausen und Uelleben des 17. bis 20. Jahrhunderts, Akten von Innungen und Vereinen, Firmenunterlagen, Nachlässe, Bauakten sowie zahlreiches Sammlungsgut zur Bestandsergänzung wie Wochen- und Tageszeitungen, Karten, Pläne, Plakate, Fotos, verschiedene Druckschriften und Amtsblätter. Außerdem stehen dem Benutzer die historische Gothana-Bibliothek mit ca. 2.500 Bänden und eine moderne regionalgeschichtliche Präsenzbibliothek zur Verfügung.

Kontakt:
Stadtarchiv Gotha
Julia Beez
Neues Rathaus
Ekhofplatz 24
99867 Gotha
Telefon: 03621 222-142
Telefax: 03621 222-146
stadtarchiv@gotha.de

Quelle: Stadt Gotha, Pressemitteilung, 9.1.2020

Stadtarchiv Wetzlar sucht Fotos aus den 1940er-Jahren

Am 29. März 2020 jährt sich der Einmarsch amerikanischer Truppen in Wetzlar am Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. Anlässlich dieses Datums plant das Historische Archiv der Stadt Wetzlar eine Fotoausstellung. Dabei sollen nicht nur die bekannten Fotos des zerstörten Wetzlars gezeigt werden, es sollen möglichst auch wenig bekannte Fotos aus dem Alltag der Bevölkerung gezeigt werden.

Abb.: Niedergirmes während der Nachkriegszeit 1945 (Foto: Stadtarchiv Wetzlar)

Für folgende Bereiche des Alltags werden vom Wetzlarer Archiv geeignete Fotos gesucht:

  • In welchem Zustand waren die Wohnungen?
  • Was würde gegessen, bzw. von Interesse wären Aufnahmen von Essensausgaben, Schulspeisungen etc.?
  • Wie sahen spezielle Gebrauchsgüter der unmittelbaren Nachkriegszeit aus?
  • Gab es in Wetzlar einen Schwarzmarkt und gibt es hiervon Fotografien?
  • Wie sah der Alltag der Menschen in Schule und am Arbeitsplatz aus?

Der Einmarsch der Amerikaner bedeutete für die Fremd- und Zwangsarbeiter die Befreiung von ihrer Zwangsverschleppung und Gefangenschaft. Hieraus ergeben sich unter anderem folgende Fragen: Gibt es noch Aufnahmen von Lagern, in denen die Zwangsarbeiter/-innen zur Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes inhaftiert waren? Wo und wie wurden die ehemaligen Zwangsarbeiter/-innen bis zu ihrer Rückkehr in ihre Heimat untergebracht? Gibt es Fotografien, die das Lagerleben zeigen?

Im September 1946 hatte die amerikanische Militärregierung in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne am Rande von Wetzlar ein Lager für jüdische Displaced Persons (DP), also entwurzelte und verschleppte, heimat- und/oder staatenlose Menschen, eingerichtet. Die westlichen Alliierten – insbesondere die US-Militärregierung – gewährte den hier internierten Menschen weitreichende Selbstbestimmungsrechte. – Gibt es Fotos, welche die verschiedenen Aspekte des Lagerlebens zeigen?

Das Stadtarchiv Wetzlar bittet darum, noch vorhandene Fotos für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Kontakt:
Christoph Franke
Historisches Archiv der Stadt Wetzlar
Hauser Gasse 17
35578 Wetzlar
Tel. 06441-991080
christoph.franke@wetzlar.de

Quelle: Stadt Wetzlar, Pressemitteilung, 6.1.2020

Stadtarchiv Ratzeburg wird wieder ausgepackt

Das Stadtarchiv Ratzeburg erwacht aktuell aus seinem fünf Jahre lang währenden „Dornröschenschlaf“. Seit Dezember 2014 waren die rund 1.100 Kartons mit den historischen Archivalien in der Ernst-Barlach-Schule provisorisch eingelagert und für stadtgeschichtliche Forschungen unzugänglich. Sie warteten dort auf die Sanierung des denkmalgeschützten Schulgebäudes, das im Städtebauförderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ als zukünftige Heimstätte des Stadtarchivs projektiert ist. Aus diesem Interimszustand wurde, sehr zum Frust von Stadtarchivar Christian Lopau, ein zunehmender Dauerzustand und brachte die Archivarbeit in weiten Teilen zum Erliegen. Lediglich Anfragen an das historische Standesamts- und Melderegister für Personen suchen und Erbschaftsangelegenheiten konnte Christian Lopau weiter beantworten.

Abb.: Das Ratzeburger Stadtarchiv findet, sehr zur Freude von Stadtarchivar Christian Kopau, endlich eine Interimsunterkunft in der Großen Kreuzstraße … (Foto: Stadt Ratzeburg)

Um diese wenig optimale Arbeitssituation des Stadtarchivs zu lindern und die Ratzeburger Stadtgeschichte der Öffentlichkeit zumindest in Teilen wieder verfügbar zu machen, wurde jetzt ein leerstehendes Büro in der Großen Kreuzstraße angemietet und in einfacher Art und Weise eingerichtet. Das Stadtarchiv erhält dort zwei Büroräume, zur Leitung und Recherche sowie 450 Meter Regalfläche. „Insgesamt brauchen wir 750 Meter Regalfläche, um alle Archivalen fach- und zugangsgerecht unterzubringen. Entsprechend müssen wir uns noch etwas einschränken. Aber diese Zwischenlösung macht das Stadtarchiv zumindest arbeitsfähig. Darüber bin ich sehr froh“, sagt Christian Lopau.

Erleichtert zeigte er sich, dass in der ersten Übersicht nach dem Umzug von nunmehr 800 Kartons keine Lagerschäden festzustellen sind. „Die Sicherungsmaßnahmen während der Einlagerung, insbesondere die Feuchtigkeitskontrolle, hat soweit gut funktioniert. Insbesondere die unersetzlichen Urkunden haben keinen Schaden genommen“, resümiert Lopau. Wann das Stadtarchiv Ratzeburg für die allgemeine Öffentlichkeit wieder zugängig ist, kann der Stadtarchivar noch nicht fest terminieren. Das systematische Einsortieren braucht seine Zeit. „Ich rechne mit einer Wiedereröffnung mit Ende Januar“, freut sich der Stadtarchivar, schon bald wieder geschichtsinteressierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen zu dürfen.

Kontakt:
Stadtarchiv Ratzeburg
bisheriges Büro: Seminarweg 1 (ehemalige Ernst-Barlach-Schule)
Unter den Linden 1
23909 Ratzeburg
Telefon: 04541 8000-350
lopau@ratzeburg.de

Quelle: Stadt Ratzeburg, Mitteilungen, 2.1.2020

  • Um AUGIAS.Net aktuell zu halten, würden wir uns auch über Ihre Mithilfe freuen: Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, wenn Sie Neuigkeiten aus dem Archivwesen haben (Nachrichten, Literatur, Links, Termine etc.).
Top