200 Jahre Evangelische Landeskirche in Baden

Ausstellung: »Aus der Trennung heraus!«

Das Generallandesarchiv Karlsruhe und der Evangelische Oberkirchenrat zeichnen in ihrer gemeinsamen Ausstellung „Aus der Trennung heraus! 200 Jahre Evangelische Landeskirche in Baden“ anhand vieler bislang unbekannter Exponate die Geschichte der Landeskirche nach. Die Präsentation beleuchtet die Geburtsstunde und wagt einen Blick auf die Zukunft der Christenheit des 21. Jahrhunderts. Die Schau ist vom 20. Mai bis 7. November 2021 zu sehen.

Präambel der Unionsurkunde, 26. Juli 1821 (Generallandesarchiv Karlsruhe)

Es war ein feierlicher Augenblick, als am 26. Juli 1821 die Deputierten der ersten gemeinsamen Generalsynode der beiden evangelischen Kirchen in Baden eigenhändig die Urkunde unterzeichneten, mit der sich Lutheraner und Reformierte zusammenschlossen. Reformierte Traditionen der Kurpfalz und lutherisches Erbe der alten Markgrafschaft und weiterer Regionen Badens fanden Heimat in der neuen Landeskirche, an deren Spitze Großherzog Ludwig I. als Landesherr stand. Im Sommer 1821 ging somit die Hoffnung der beiden Kirchen in Erfüllung, aus der Trennung heraus zu Vereinigung und Einheit zu gelangen, wie es die Präambel der Unionsurkunde formulierte.

Evangelischer Oberkirchenrat und Generallandesarchiv gehen in einer gemeinsamen Ausstellung der Geschichte der evangelischen Kirche in Baden in den letzten beiden Jahrhunderten nach. Wertvolle, oft erstmals gezeigte Exponate laden zum Nachdenken über zentrale Zäsuren der badischen Kirchengeschichte ein. Das prächtige Altarkreuz der Karlsruher Schlosskirche steht für die lange, gemeinsame Geschichte von Thron und Altar.

Publikation:
Bildatlas zur badischen Kirchengeschichte 1800-2021.
Im Auftrag des Vereins für Kirchengeschichte in der Evangelischen Kirche in Baden herausgegeben von Udo Wennemuth in Zusammenarbeit mit Johannes Ehmann, Albert de Lange und Mareike Ritter.
Verlag Regionalkultur, ISBN 978-3-95505-260-7

Info:
Ausstellung vom 20. Mai 2021 bis zum 07. November 2021
im Generallandesarchiv Karlsruhe

Anschrift:
Generallandesarchiv Karlsruhe
Nördliche Hildapromenade 3
76133 Karlsruhe
Telefon: 0721/926-2206
glakarlsruhe@la-bw.de

Öffnungszeiten
Di–Do 8.30 – 17.30 Uhr
Fr 8.30 – 19 Uhr
So 13.00 – 17:30 Uhr
Montags, samstags sowie an Feiertagen geschlossen

Hinweis: Aufgrund der aktuellen Pandemie wird darum gebeten, sich rechtzeitig vor Besuch der Ausstellung und der Begleitveranstaltungen über die gültigen Zugangsregelungen zu informieren.

Eintritt frei

Führungen jeden Sonntag um 16:00 Uhr und jeweils eine Stunde vor einer Veranstaltung sowie nach Vereinbarung.

Begleitveranstaltungen:

Dienstag, 8. Juni 2021, 18:00 Uhr
Prof. Dr. Johann Ehmann, Universität Heidelberg
Kirche im Werden – die badische Union von 1821

Dienstag, 8. Juni 2021, 18:00 Uhr
Dr. Udo Wennemuth, Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe
Kreuz in Bedrängnis. Die Evangelische Landeskirche in Baden in der Zeit des Nationalsozialismus

Dienstag, 13. Juli 2021, 18:00 Uhr
Ein Zeitzeugengespräch mit Landesbischof i.R. Prof. Dr. Klaus Engelhardt und PD Dr. Hans Georg Ulrichs
Zur gegebenen Zeit

Dienstag, 19. Oktober 2021, 18:00 Uhr
Prof. Dr. André Birmelé, Universität Straßburg
Kirchenunion und Einheit der Kirche

Dienstag, 7. November 2021, 17:00 Uhr
Prof. Dr. Johanna Rahner, Universität Tübingen
Die Kirchenunionen des 19. Jahrhunderts – Pioniere der ökumenischen Bewegung

Die Begleitveranstaltungen finden im Generallandesarchiv statt.

Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Aktuelles/Nachrichten, 29.4.2021

Zur rasanten Vergrößerung Dresdens infolge von Eingemeindungswellen

Im Jahre 1921 – vor genau 100 Jahren – dehnte die Stadt Dresden ihre Grenzen aus wie nie zuvor. Von der zweiten großen Eingemeindungswelle nach 1903 waren mehr als 20 vormals eigenständige Orte betroffen. Zwar gab es vorher auch „Einverleibungen“ – so mitunter der Sprachgebrauch – nach Dresden, aber nicht in diesem Ausmaß. Von 1836 bis 1999 wurden insgesamt 65 Landgemeinden, vier Gutsbezirke sowie die Stadt Klotzsche nach Dresden eingemeindet. Es gab vier große Eingemeindungswellen: 1903, 1921, 1950 und nach 1990. Anhand eines Weichbildplans gibt das Stadtarchiv Dresden einen Überblick über die Vergrößerung Dresdens durch die zahlreichen Eingemeindungen.


Abb.: Weichbildplan zur Stadtentwicklung mit den Eingemeindungen von 1549 bis 1945 (Stadtarchiv Dresden, Repro: Stadtarchiv Dresden, 6.4.40.1 Stadtplanungsamt Bildstelle, Nr. XIII3991, 1949)

Die erste Eingemeindung war der Anschluss von Altendresden (Innere Neustadt) im Jahr 1549. Für mehr als zwei Jahrhunderte veränderte sich das Stadtgebiet durch die Anlage von Festungsbauten kaum. Erst mit Schleifung der Bastionen, die die Stadt nach außen schützten, aber gleichzeitig jede Ausdehnung verhinderten, erweiterte sich Dresden in den 1830er Jahren über das so genannte Weichbild. Dies betraf vor allem die Friedrichstadt, die Radeberger Vorstadt, die Antonstadt und die Leipziger Vorstadt.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts nahmen die Eingemeindungsbestrebungen wieder Fahrt auf. Striesen und Strehlen wurden schon 1892 sowie Pieschen, Wilder Mann und Trachenberge 1897 angeschlossen. 1901 folgten Gruna ein Jahr später Räcknitz, Seidnitz und Zschertnitz. Mit der ersten großen Eingemeindungswelle im Jahr 1903 kamen Cotta, Kaditz, Löbtau, Mickten, Naußlitz, Plauen, Trachau, Übigau und Wölfnitz zu Dresden. Nach einer kurzen Unterbrechung waren auch Tolkewitz (1912) und Reick (1913) bereit, sich unter die Haube der sächsischen Hauptstadt zu begeben.

Gemeindegrenzen änderten sich insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umwälzungen. Häufig gingen Eingemeindungen mit einer dramatischen Entwicklung in Politik und Wirtschaft einher. Einer solchen Krise folgte auch die Eingemeindungswelle von 1921. Der Erste Weltkrieg bescherte der Bevölkerung viele Sorgen und Nöte, und für die Gemeinden waren wirtschaftliche Einbrüche nicht zu verhindern. Mancher Ort wollte sich freiwillig Dresden anschließen, andere wiederum versuchten, die Eingemeindung unter allen Umständen zu vermeiden. Am 1. April 1921 kam es dann zur Massenvermählung von Dresden und den Gemeinden Blasewitz, Briesnitz, Bühlau, Coschütz, Dobritz, Gostritz, Kaitz, Kemnitz, Kleinpestitz, Kleinzschachwitz, Laubegast, Leuben, Leutewitz, Loschwitz, Mockritz, Niedergorbitz, Obergorbitz, Rochwitz, Stetzsch und dem mondänen Weißen Hirsch.

An besagtem Tag wurde vormittags von jeder der betroffenen Gemeinden ein besoldetes Ratsmitglied entsandt, begleitet von mehreren unbesoldeten Ratsleuten mit einem Schriftführer. Nach der „Ordnung für die Übernahmefeiern in den Gemeinden“ übernahm dann Oberbürgermeister Bernhard Blüher in Bühlau, Weißer Hirsch und Rochwitz zwischen 9 und 12 Uhr persönlich die Verwaltungsgeschäfte. Taggleich wurden von anderen Bürgermeistern und Stadträten die Verwaltungsgeschäfte in den nun eingemeindeten Orten übernommen. Blasewitz, Loschwitz und der Weiße Hirsch wehrten sich bis zuletzt gegen die Aufgabe ihrer Selbstständigkeit. Aus der langen Auseinandersetzung gingen die Befürworter siegreich hervor. Am 1. Oktober 1921 bestätigte das Sächsische Ministerium des Inneren die Eingemeindung der drei Orte.

Inzwischen erfasste die Eingemeindungswelle 1921 drei weitere Orte: Ebenfalls zu Dresden kamen am 1. Juni Leubnitz-Neuostra, Prohlis und Torna hinzu. Dreißig Jahre später sollte die nächste Eingemeindungswelle folgen. Aufgrund der vielen Eingemeindungen ist Dresden inzwischen die viertgrößte Großstadt Deutschlands.

Kontakt:
Landeshauptstadt Dresden
Stadtarchiv Dresden
Prof. Thomas Kübler
Amtsleiter / Leitender Archivdirektor
Elisabeth-Boer-Straße 1
01099 Dresden
Tel.: 0351 / 4881501
Fax: 0351 / 4881503
TKuebler@Dresden.de

Quelle: Stadtarchiv Dresden, Archivale des Monats April 2021

Meißen erwirbt unbekannte Chronik aus dem 18. Jahrhundert

Mit Unterstützung der Otto-und Emma-Horn-Stiftung gelang der Stadt Meißen der Ankauf einer bedeutenden Meißner Chronik aus dem 18. Jahrhundert. Das seltene Stück stammt von dem bekannten kursächsischen Historiker Johann Conrad Knauth, der im Jahr 1662 in Meißen/Cölln geboren wurde.

Sein Vater, der aus Moritzburg stammende Pfarrer Johann Knauth (1630-1716), wirkte in den Städten Meißen, Dippoldiswalde und Moritzburg. Der ältere Bruder Samuel studierte in Wittenberg und war dort als Bibliothekar tätig. Immatrikuliert wurde Johann Conrad ebenfalls in Wittenberg im Jahr 1678. Der spätere Rektor der Dresdner Kreuzschule erlangte als Historiograph sogar am Hofe der sächsischen Residenzstadt große Bekanntheit.

Das von ihm im frühen 18. Jahrhundert verfasste Werk enthält über 1.000 Seiten. In den insgesamt 8 Kapiteln spiegelt es umfassend hauptsächlich den damaligen Wissensstand zur Stadt Meißen sowie zu den Institutionen, der Albrechtsburg und dem Meißner Dom, dem Hochstift, den Bewohnern und dem Meißner Umland, samt Ländereien, Schlössern, Rittergütern und Kirchdörfern, wider.

Zeit seines Lebens erschuf Knauth eine beachtliche Publikationsliste. Die Sächsische Bibliografie verzeichnet 23 Einträge, enthält die Meißner Chronik aber nicht. An diversen Korrekturen ist erkennbar, dass er offensichtlich über 20 Jahre hinweg an diesem Werk gearbeitet hat. Zu einer Drucklegung ist es allerdings nie gekommen. Vermutlich war die Handschrift zu umfangreich und fand so nach seinem Tod im Jahr 1732 zunächst keine weitere Beachtung.

Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass dieses bedeutsame Werk bis heute erhalten geblieben ist und in ein Antiquariat in der Stadt Hamburg gelangte. Der Inhaber bot die Chronik zunächst der Sächsischen Landesbibliothek an, wo es allerdings nicht zu einem Ankauf kam. Tom Lauerwald vom Stadtarchiv Meißen informierte daraufhin Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) über die einmalige Gelegenheit zum Erwerb der Handschrift. Der Stiftungsverwalter der Otto-und Emma-Horn-Stiftung ermöglichte neue Verhandlungen, so dass es möglich wurde, dieses wertvolle Stück Geschichte für 15.000 Euro für die Stadt Meißen und ihre Bürgerschaft zu erwerben und so künftig auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. – Die rund 300 Jahre alte Chronik befindet sich nunmehr, für jeden einsehbar, im Stadtarchiv Meißen.

Kontakt:
Stadtarchiv Meißen
Schulplatz 5
01662 Meißen
Tel.: +49 (0) 3521 467312
Fax: +49 (0) 3521 467287
tom.lauerwald@stadt-meissen.de

Quelle: Stadt Meißen, Aktuelle Meldungen, 23.4.2021; Sächsische Zeitung (saechsische.de), Meißen Lokalnachrichten, 23.4.2021; Dresdner Neueste Nachrichten, 25.4.2021

Beispiel einer Hausgeschichte aus Halle (Saale)

Ein Foto der Großen Ulrichstraße 51 in Halle (Saale).

Als Archivale des Monats April 2021 hat das Stadtarchiv Halle (Saale) ein Foto von der Großen Ulrichstraße 51 ausgewählt, um die wechselvolle Geschichte des dortigen Gebäudes vorzustellen.


Abb.: Große Ulrichstraße 51 (Digitalisat nach einem Glasnegativ von Max Strauch, Stadtarchiv Halle (Saale)

Mit der von Peter Sodann inszenierten musikalischen Revue „Was das für Zeiten waren“ öffnete das Neue Theater am 8. April 1981 erstmals seine Türen. Dem Eckhaus in der Großen Ulrichstraße 51 als Domizil der neuen Spielstätte kam schon zuvor als Stätte der Unterhaltung und Kultur eine große Bedeutung zu.
90 Jahre vorher, im Februar 1891 waren in dem neu errichteten Gebäude die „Kaiser-Säle“ eröffnet worden, die mit mehreren Versammlungsräumen, Konferenzzimmern, Restaurant und Biertunnel bald zu den schönsten Vergnügungslokalen der Region gehörten. Im großen Saal fanden zahlreiche Konzerte, literarische Veranstaltungen und Tagungen vieler Vereine statt. Bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges gehörten die „Kaiser-Säle“ zu den Anziehungspunkten des gesellschaftlichen Lebens in Halle. Als C.T.-Lichtspiele wurden sie 1919 neu eröffnet und blieben Jahrzehnte als Kino, seit 1969 als „Theater der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ bestehen.

1930 entstand die Aufnahme des Gebäudes. Sie gehört zu einem Bestand von Glasnegativen des Fotografen Max Strauch (1885-1931) im Bestand des Stadtarchivs Halle (Saale). Aus Berlin stammend unterhielt er ein Atelier in der Großen Steinstraße 9 und hielt eine Reihe von Straßen, Geschäften, Villen, Kaufhäusern und Fabrikgebäude mit Hilfe einer Plattenkamera fest. Kratzer auf der Glasplatte beeinträchtigen die Bildqualität im oberen Bereich. Dennoch sind die Einzelheiten des Gebäudes gut erkennbar. In den Räumen des heutigen „Cafés nt“ präsentieren in dieser Zeit die Germania-Drogerie des Apothekers Karl Kuhnt und die Zigarrenhandlung Curt Offenhauer ihre Waren. Werbeanzeigen am torartigen Eingang des C.-T.-Kinos kündigen den gerade auf dem Programm stehenden Stummfilm „Die Herrin und ihr Knecht“ mit der Hauptdarstellerin Henny Porten an, der seit Ende Dezember 1929 in den Kinos lief.

Kontakt:
Stadtarchiv Halle (Saale)
Rathausstraße 1
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 / 221-3300

Postanschrift:
Stadt Halle (Saale)
Stadtarchiv
06100 Halle (Saale)

Quelle: Stadtarchiv Halle (Saale), Archivale des Monats April 2021

Mitteilungen aus dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg 14/2021

Auf insgesamt 184 Seiten bietet die aktuelle Neuerscheinung des Stadt- und Stiftsarchivs AschaffenburgMitteilungen aus dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg 14/2021 – wieder jede Menge „Lesestoff“ zur Geschichte der Stadt und der Region.

Im Fokus stehen dabei stadtgeschichtlich das 19. und 20. Jahrhundert, beispielsweise in einem umfassenden Beitrag zur Geschichte der früheren Forsthochschule und ihrer Studentenschaft (Autor: Dr. Florian Hoffmann) oder in der wichtigen Würdigung des in vielerlei Hinsicht schillernden Journalisten, rheinischen Separatistenführers und Aschaffenburger „Bürgerschrecks“ Josef Friedrich Matthes. Er verstarb als Opfer des NS-Regimes im Jahr 1943 im KZ Dachau (Autor: Dr. Michael Schweikl).

Abb.: Josef Friedrich Matthes als „Ministerpräsident“ der separatistischen Rheinischen Republik, 22. November 1923 (Foto: Library of Congress, http://loc.gov/pictures/resource/ggbain.15992/)

Weitere Beiträge behandeln die Geschichte der Stadt im Kontext des sogenannten „Zeitalters der Extreme“ (Prof. Dr. Frank Jacob) und mit „Zwei Aschaffenburger Gelehrte und die päpstliche Unfehlbarkeit“ (Gebhard Johann Syndikus) einen Aspekt der Aschaffenburger Geistes- und Kirchengeschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aber auch die wichtige mittelalterliche Vergangenheit der früheren Kurmainzer Residenzstadt Aschaffenburg wird in der Neuerscheinung berücksichtigt. So wird beispielsweise über das nahezu abgeschlossene Digitalisierungsprojekt des Archivs zur Überlieferung des Kollegiatstifts St. Peter und Alexander berichtet.


Abb.: Zwei Freunde in Uniform kurz nach ihrer Einberufung 1915 (v. l.): Der Aschaffenburger Literat Julius Maria Becker (1887–1949), kurzzeitiger Vorsitzender des liberalen Jugendvereins „Jung-Aschaffenburg“, und Josef Friedrich „Pepi“ Matthes (1886–1943), von 1909 bis 1915 Redakteur der liberalen „Aschaffenburger Zeitung“ (Foto: Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, SSAA, NL 49, 363)

Überhaupt stehen Werkstattberichte und Beiträge aus den Tätigkeitsfeldern des Stadt- und Stiftsarchivs erneut im Fokus der vorliegenden „Mitteilungen“, beginnend bei Ausstellungsberichten, über Projektberichte bis hin zu Einblicken in wichtige digitale Zukunftsfragen. Diese Berichte, darunter auch ein umfangreicher Beitrag zur Biographischen Datenbank Jüdisches Unterfranken, ergänzen sich sehr gut mit der Einleitung des Bandes, in dem ein kompletter Überblick über die Aktivitäten und Arbeitsschwerpunkte des Stadt- und Stiftsarchivs im Jahr 2020 geboten wird.

Vorbildlich im Sinn des offenen und digitalen Zugangs zur Stadtgeschichte ist der Umstand, dass auch Band 14 der „Mitteilungen aus dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg“ ab Oktober 2021 als kostenfreie PDF-Version („Open Access“) über den Webshop des Archivs verfügbar sein wird. Die Druckversion der „Mitteilungen“ ist ab sofort über den Webshop des Stadt- und Stiftsarchivs erhältlich. Mitglieder des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg erhalten den Band in der nächsten Zeit kostenfrei.

Info:
Mitteilungen aus dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, Band 14 (2021),
184 Seiten mit zahlreichen Abbildungen,
ISSN 0174-5328, 12 €.

Webshop des Stadtarchivs:
https://stadtarchiv-aschaffenburg.de/produkt/mitteilungen-band-14

Kontakt:
Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg
Wermbachstraße 15
63739 Aschaffenburg
Telefon: +49 6021 4561050
Telefax: +49 6021 29540
stadtarchiv@aschaffenburg.de

Quelle: Stadt Aschaffenburg, Pressemitteilung, 27.4.2021

Projekt erforscht Stadterneuerung in der Stralsunder Altstadt

Ein Forschungsprojekt von mehreren Wissenschaftlern verschiedener Universitäten und Hochschulen ist auf der Suche nach Dokumenten aus der Zeit der Wende. Es untersucht die bürgerschaftlichen Aktivitäten gegen Flächenabrisse und für eine substanzerhaltende Stadterneuerung in ostdeutschen Städten – vor, während und nach der Wende. Hierbei handelt es sich um das BMBF-Verbundprojekt „Stadterneuerung am Wendepunkt – die Bedeutung der Bürgerinitiativen gegen den Altstadtverfall für die Wende in der DDR“ (Stadt-Wende).

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Forschungsprogramms „Wissenslücken über die DDR schließen“ gefördert. Der Stadtwende-Projektverbund ist einer von 14 durch dieses Programm finanzierten Forschungsverbünden und beschäftigt sich seit Januar 2019 (bis Dezember 2022) mit der vorgestellten Thematik.

Das Verbundprojekt besteht insgesamt aus zehn Forschern und Forscherinnen und den fünf Projektleitern und Projektleiterinnen, die eine aufeinander abgestimmte Forschungsstrategie mit interessanten wissenschaftlichen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen verfolgen. Beteiligt sind an dem Forschungsvorhaben „Stadtwende“ die TU Kaiserslautern (Gesamtleitung), die Universität Kassel, das Institut für raumbezogene Sozialforschung in Erkner und die Bauhaus-Universität Weimar.

Das Forschungsprojekt geht von der These aus, dass der zunehmende Stadtverfall vielerorts ein Auslöser für Bürgerproteste und damit auch für die friedliche Revolution im Herbst 1989 war. Der Stadtverfall der DDR-Innenstädte war in den 1980er Jahren ein nicht mehr zu leugnendes und sichtbares Zeichen für den Niedergang der gesamten Gesellschaft. Die marode Bausubstanz, zunehmende Leerstände und großflächige Abrisse von historischer Bebauung zugunsten einer zentralistisch gesteuerten Neubebauung mit uniformen Plattenbauten wurde in den betroffenen Städten teilweise sehr kontrovers diskutiert. Es regte sich Widerstand gegen diese Art brachialer Stadtzerstörung.


Abb.: Fotografisches Zeitzeugnis aus der Zeit der Wende, das deutlich zeigt, wie nötig ein Engagement gegen Abriss in Stralsund war (Foto: Hansestadt Stralsund)

Ziel des Verbundprojekts ist es, den Altstadtverfall in der DDR in seiner ursächlichen Bedeutung zu erfassen, dessen Impulse für die Entfaltung der Bürgerbewegungen als wesentlicher Teil der gesellschaftlichen Wende 1989 zu erklären und darüber hinaus die Stadtentwicklungspolitik nach der deutschen Einheit im Sinne jener Erfahrungen neu einzuordnen und zu bewerten. Außerdem wird die bisher durch die Forschung nicht geleistete systematische Analyse der vielfältigen Proteste gegen den Altstadtzerfall in der DDR aufgearbeitet. Dabei soll anhand von Fallstudien die Situation in etwa 20 Fallstudienstädten untersucht, ausgewertet und verallgemeinert werden.

Im Zusammenhang mit diesen Studien rückte auch Stralsund schnell in den Fokus der Wissenschaftler, weil sich hier Stralsunderinnen und Stralsunder kurz nach dem Mauerfall 1989 in der Bürgerinitiative „Rettet die Altstadt Stralsund“ organisiert hatten. Zu deren Gründungsmitgliedern gehörte Prof. Dr. Herbert Ewe (1921-2006), der auch bis 1991 den Vorsitz innehatte. Herbert Ewe war außerdem von 1952 bis 1986 Direktor des Stadtarchivs Stralsund. Noch im Dezember 1989 wurde Stralsund zu einer Modellstadt der Stadterneuerung. Ob in Bürgerinitiativen, auf Demonstrationen, mit Ausstellungen oder durch Sanierung in Eigenleistung – das Feld des Engagements für den Altstadterhalt war sehr breit.

Wer die Forschungsarbeit in Bezug auf Stralsund unterstützen möchte und Fotos, Zeitungsartikel, Plakate, Dokumentationen, Karikaturen oder etwa Entwürfe für die Altstadt aus dieser Zeit vor, während und nach der Wende besitzt, kann dieses Material im Stadtarchiv Stralsund als Leihgabe oder als Schenkung abgeben. Für das Jahr 2022 ist geplant, eine Ausstellung mit den Forschungsergebnissen in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Stralsund in der Kulturkirche St. Jakobi zu zeigen. Wer Informationen oder Fragen zu dem Projekt hat, kann sich auch an Jannik Noeske, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bauhaus-Universität Weimar, wenden.

Kontakt:
Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund
Am Johanniskloster 35
18439 Stralsund
Tel.: 03831 / 253 640
Fax: 03831 / 252 53 640
stadtarchiv@stralsund.de
https://stadtarchiv.stralsund.de/

Bauhaus-Universität Weimar
Professur Raumplanung und Raumforschung
Msc Jannik Noeske
Geschwister-Scholl-Straße 8
99423 Weimar
Tel.: 03643 / 58 32 85
jannik.noeske@uni-weimar.de

Quelle: Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund, Aktuelles, 13.04.2021; Bauhaus Universität Weimar, Stadtwende; Stadtwende, Forschungsprojekt

Musik und Kultur in westfälischen Landsynagogen

Festival im Rahmen von »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«.

Historisch kostbare Gebäude und eine reichhaltige Geschichte bilden den Rahmen für das Festival „Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen“: In den Sommermonaten 2021 soll mit einer neunteiligen Veranstaltungsreihe an die weithin unbekannte Tradition jüdischen Lebens in Westfalen erinnert werden.


Abb.: Programmheft „Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen“

Geplant sind im Rahmen des bundesweiten Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ neun Veranstaltungen mit Musik, Literatur und Führungen. „Die ehemaligen Landsynagogen sind mehr als bloße Bauwerke“, sagt Festival-Leiter Dr. Manfred Keller: „Sie sind sozusagen Hotspots jüdischer Geschichte, in denen Glaube und Kultur des Landjudentums wieder lebendig werden.“

Das Festival „Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen“ findet zwischen Juni und Oktober 2021 in Borgentreich-Borgholz, Coesfeld, Gronau-Epe und Drensteinfurt sowie in Hagen-Hohenlimburg, Neheim, Selm-Bork und Petershagen statt. Ehrengast der virtuellen Auftaktveranstaltung Anfang Mai ist Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Mitbegründer des Vereins „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Dieser Nachmittag soll zugleich einen Vorgeschmack auf die geplanten acht Halbtagesveranstaltungen bieten. Von Bochum aus werden acht Exkursionen zu jeweils einer der genannten Landsynagogen angeboten. Außerdem würden Teilnehmende aus der Region, insbesondere jüdische Menschen, eingeladen, kündigt Dr. Anja Nicole Stuckenberger, Leiterin der mit veranstaltenden Evangelischen Stadtakademie Bochum, an.

Die Veranstaltungen finden jeweils sonntags zwischen 14 und 18 Uhr statt. „Jeder Termin umfasst ein Konzert und eine literarische Veranstaltung, eine kleine Bewirtung aus der jüdischen Küche und einen Besuch mit Führung in der jeweiligen Landsynagoge“, erläutert Festival-Leiter Keller. Nach Möglichkeit sollen neben der jeweiligen Landsynagoge auch andere „jüdische Orte“ aufgesucht werden. „Zur Planung dieser Programmbausteine arbeiten wir eng mit den Verantwortlichen vor Ort zusammen“, betont Keller. Die ehemaligen Landsynagogen sind in der Pogromnacht 1938 nur deshalb nicht angezündet worden, weil sonst das ganze Dorf gebrannt hätte. Die Nazi-Horden „begnügten“ sich damit, die Inneneinrichtung der jüdischen Gotteshäuser zu demolieren. In der Nachkriegszeit, oft bis in die 1980er Jahre, waren die arg geschundenen Gebäude weithin vergessen. Sie dienten u.a. als Abstellraum, Geräteschuppen oder Fahrradwerkstatt. Mittlerweile sind sie von lokalen Initiativen wieder instand gesetzt und zumeist zu Gedenkstätten umgewandelt worden. „Hier wollen wir mit unserem Festival ansetzen“, erläutert Keller.

Diese kostbaren, im äußeren Bestand nunmehr gesicherten Gebäude sind heute keine Synagogen mehr. Aber das, was im Rahmen des Projekts „Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen“ dort veranstaltet wird, soll nach dem Willen der Veranstalter deutlich an den Urgedanken von Synagoge anknüpfen. Denn: Synagogen hatten und haben bis heute drei Funktionen. Sie sind „Beth ha Knesset“ (Haus der Versammlung), „Beth ha Midrasch“ (Haus des Lernens) und „Beth ha Tefilla“ (Haus des Gebets). An diese dreifache Bestimmung knüpft das Projekt an: Die Veranstaltungen sollen die Landsynagogen als Stätten der Besinnung, der Begegnung und des Lernens erinnern und beleben.

Gleichzeitig soll mit dem Kulturfestival ein Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus geleistet werden. „Wo jüdische und nichtjüdische Menschen sich begegnen, wo sie ihre Traditionen und ihren ,way of life‘ kennenlernen, wachsen Verständnis und Wertschätzung“, ist Manfred Keller (Foto) überzeugt. „Auf diese Weise möchten wir durch Freude an jüdischer Kreativität in Vergangenheit und Gegenwart und durch das gemeinsame Erleben mit jüdischen Menschen dem Antisemitismus den Nährboden entziehen.“

Das Festival „Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen“ wolle die reiche, aber weithin unbekannte Tradition jüdischen Lebens in Westfalen in Erinnerung rufen, bekannt und erlebbar machen und sie – in den Grenzen des Möglichen – gemeinsam mit jüdischen Partnern auch beleben, erklärt Akademie-Leiterin Stuckenberger.

Das Festival „Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen“ wird von der Evangelischen Stadtakademie Bochum, dem Evangelischen Forum Westfalen und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe veranstaltet. Das Projekt ist eines von insgesamt 24 Projekten, die von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Förderschwerpunktes zum bundesweiten Festjahr gefördert wird.

Programm:
Auftaktveranstaltung Online aus der Bochumer Synagoge mit Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Mitbegründer des Vereins 321 –2021:1700 Jahr jüdischen Lebens in Deutschland.

*** Achtung *** Die Auftaktveranstaltung wurde pandemiebedingt verschoben. ***

Die Eröffnung des Kultur-Festivals wird am Sonntag, 11. Juli 2021, ab 15:30 Uhr über den Video-Kanal des Ev. Kirchenkreises Bochum im Life-Stream übertragen.

Sonntagsveranstaltungen, jeweils 14 bis 18 Uhr
25. Juli 2021 in Petershagen
22. August 2021 in Drensteinfurt
29. August 2021 in Gronau-Epe
12. September 2021 in Selm-Bork (neuer Termin)
19. September 2021 in Hagen-Hohenlimburg
3. Oktober 2021 in Neheim
10. Oktober 2021 in Borgentreich-Borgholz (neuer Termin)
24. Oktober 2021 in Coesfeld (neuer Termin)

Links:

Hinweise zur Covid-19-Pandemie:
Die Corona-Pandemie stellt alle Veranstalter weiterhin vor große Schwierigkeiten. Deshalb steht auch das Festival „Musik & Kultur der in westfälischen Landsynagogen“ unter einem „Corona-Vorbehalt“. Mit allen lokalen Partner ist vereinbart, dass eine räumliche Aufteilung vorgenommen wird: Besuch der jeweiligen Synagoge in Kleinstgruppen und getrennt davon Konzert bzw. Lesung, Gespräch und Bewirtung mit allen Gästen in einem Saal des betreffenden Ortes. „Kirchengemeinden und Kommunen haben uns gastfrei ihre Räume angeboten“, erklärt Festival-Leiter Manfred Keller. Selbstverständlich werden überall die Corona-Schutzverordnungen in der zum fraglichen Zeitpunkt geltenden Form beachtet. Keller: „Zwar sind wir für den Sommer hoffnungsvoll, aber noch weiß niemand, was sein wird. Deshalb wünschen wir uns: Masel tov – Viel Glück!“

Kontakt:
Festival-Leiter Dr. Manfred Keller
Tel. 0234 / 43 05 05
office.stadtakademie@kk-ekvw.de

Quelle: Evangelische Akademikerschaft in Deutschland, Presseinformation: Mehr als bloße Bauwerke. Vergessene Orte jüdischen Lebens in Westfalen, 2021

Brand vernichtet Kapstädter Filmarchiv

Der Großbrand in Kapstadt, der vom Tafelberg ausging und bereits am 18.4.2021 mehrere Hektar Fläche vernichtet hatte, hat auch Teile der am Fuße des Berges gelegenen Universität Kapstadt und einzigartige Archivschätze der 200 Jahre alten Jagger-Bibliothek zerstört. Die Jagger-Bibliothek ist eine der bekanntesten und kostbarsten Bibliotheken Südafrikas sowie des gesamten afrikanischen Kontinents. Zudem fungiert das Haus als eine Art Archiv, denn hier lagern über 1.300 kleinere Sondersammlungen von Manuskripten und Nachlassmaterialien.


Video: Blick in den Lesesaal der zerstörten Jagger-Bibliothek (IOL, Independent Online)

Drei Gebäude der 1829 gegründeten Universität sind schwer beschädigt worden, darunter insbesondere der Lesesaal der „Jagger Library“. Hier wurden rund 85.000 Bücher und Zeitschriften, Manuskripte, Nachlässe und Drucke verwahrt, zudem Ton- und Bilddokumente aus neuerer Zeit. Der Schaden am historischen Bibliotheksgebäude wird auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt, berichtet Suzanne Cords für die Deutsche Welle (DW).

Durch das Feuer werde fortan der Zugang zum Wissen um die Widerstandsbewegung in den Jahren vor dem Machtwechsel in Südafrika 1994 „ausgedünnt sein“, informiert FAZ online: Dies gelte nicht nur für schriftliche Dokumente, sondern auch für Bewegtbilder. Denn das audiovisuelle Archiv umfasste neben etwa 20.000 Filmen und Videos vorwiegend zu Südafrika eine der größten Sammlungen afrikanischer Filme auch zu anderen Regionen des Kontinents. Neben Spielfilmen sowie Sammlungen zu afrikanischen Filmfestivals zählen dazu filmische Dokumente über Künstler sowie rund 3.000 Dokumentarfilme. Ein Großteil des Bestandes des Kapstädter Filmarchivs sei – wie auch andere Medien der Bibliothek – bereits digitalisiert und so zumindest in Kopien gesichert. Im oberen Stockwerk des Gebäudes wurde aber offenbar eine Sammlung mit mehreren tausend historischen Filmdokumenten vernichtet, so FAZ online weiter.

Immerhin waren vor einiger Zeit Brandschutztüren eingebaut worden, die sich automatisch schlossen, so dass nicht alle Materialien in den Archivräumen verbrannten. Zudem waren einige der wertvollen Dokumente zumindest digitalisiert worden. Auf der Basis des digitalen Materials hofft man, zum Beispiel die Sammlung afrikanischer Studien rekonstruieren zu können, wie Verwaltungsdirektorin Ujala Satgoor auf Facebook erklärte. Nichts könne aber „die Magie und die Schönheit eines echten Dokuments in der Hand eines Forschers ersetzen“.

In der Zwischenzeit rief die Digital Preservation Coalition weltweit Akademiker und andere Forscher aus der ganzen Welt auf, die in diesen speziellen Sammlungen gearbeitet und Fotokopien oder Handybilder von Dokumenten gemacht haben, bei der Wiederherstellung und Wiederbeschaffung einiger der verlorenen Aufzeichnungen zu helfen (Global support offered to University of Cape Town Libraries following catastrophic fire).

Links:

Kontakt:
University of Cape Town
Bibliotheken (UCT Libraries)
lib-jagger@uct.ac.za
http://www.lib.uct.ac.za/
http://www.uct.ac.za/main/libraries

Quelle: UCT Libraries: The loss of the Jagger Reading Room: A sad day for UCT Libraries, in: UCT Libraries, 18.4.2021; Suzanne Cords: Buschfeuer vernichtet wertvolle Dokumente in Kapstadt, in: DW Themen / Kultur, 20.4.2021; Robert von Lucius: Bibliotheksbrand in Kapstadt. Zeugnisse des Widerstands, in: FAZ online, 23.4.2021 (aktualisiert); Phando Jikelo und Rudolf Nkgadima: UCT’s gutted Jagger Library, in: IOL, 19.4.2021; Brand in der 200-Jahre alten Jagger Library der University of Cape Town, in: Bibliotheksportal, 21.4.2021; Johannes Saltzwedel: Großfeuer vernichtet einzigartige Dokumente, in: Spiegel Online, 19.4.2021; Brenda Haas: Cape Town fire damages ‚irreplaceable‘ archives, in: DW culture, 20.4.2021; Hakim Bishara: Cape Town Fire Decimates Invaluable Archives of African History, in: Hyperallergic, 20.4.2021; UCT: Updates on Campus Fire

150 Jahre Landesarchiv Schleswig-Holstein

Von der Urkunde bis zur E-Akte.

1870 wurde das preußische Staatsarchiv Schleswig gegründet. Aus diesem Anlass zeigt das Landesarchiv Schleswig-Holstein noch bis zum 28. Mai 2021 die Ausstellung „150 Jahre Landesarchiv Schleswig-Holstein – Von der Urkunden bis zur E-Akte“.


Abb.: 150 Jahre Landes Schleswig-Holstein (Atelier & Werkstatt Bokelmann, Schleswig)

Sie stellt die Aufgaben des Archivs heute, seine Geschichte und die zukünftigen Herausforderungen im Zeitalter der Digitalisierung dar. Das Landesarchiv sorgt dafür, dass die wichtigsten schriftlichen Erzeugnisse aus Verwaltung, Justiz, Politik und Gesellschaft aufbewahrt werden. Die Archivarinnen und Archivare wählen die archivwürdigen Unterlagen aus und stellen sie präzise erschlossen und sorgfältig verpackt für die Nutzung zur Verfügung. Bei Bedarf werden sie auch kundig restauriert.

Die Spannbreite der in Schleswig liegenden Archivalien reicht von der ältesten Urkunde aus dem Jahr 1059 über Papierakten, Karten und Pläne bis hin zu Fotos, Filmen und digitalen Unterlagen. Wichtiger Bestandteil des Landesarchivs ist auch die Bibliothek, die gedruckte Quellen verwahrt und die nötige Forschungsliteratur zur schleswig-holsteinischen Geschichte zur Verfügung stellt. Die Sicherungsverfilmung bewahrt Archivalien auf Mikrofilm, damit diese auch im Katastrophenfall für die Nachwelt überliefert werden. Daneben bietet das Landesarchiv im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit Ausstellungen, Vorträge und Publikationen an.
Vieler dieser Aufgaben sind historisch gewachsen. Georg Hille etablierte das Staatsarchiv als erster Leiter von 1871 bis 1911 in Schleswig im Hattenschen Hof neben dem Dom.

1923 konnte der lang ersehnte Umzug in die Hauptstadt Kiel erfolgen, um die Kooperation mit Regierung und Wissenschaft zu intensivieren. Im „Dritten Reich“ erfuhr die Arbeit im Landesarchiv besondere Aufmerksamkeit: Menschen mussten anhand von Archivquellen nachweisen, dass sie keine jüdischen Vorfahren hatten („Ariernachweise“). Im Zweiten Weltkrieg konnten die meisten Archivalien vor den Bombardierungen gerettet werden, indem sie vor allem in Bergwerke ausgelagert wurden. Das Gebäude in Kiel wurde jedoch zerstört.
Nach dem Krieg wurde das Staatsarchiv 1947 in Landesarchiv umbenannt und fand eine neue Unterkunft in Schleswig im Schloss Gottorf.

Was als Provisorium gedacht war, musste nun für mehrere Jahrzehnte halten. Um das Archiv angemessen unterzubringen, wurde vom Land Schleswig-Holstein das Schleswiger Prinzenpalais aus dem Jahr 1700 angekauft, restauriert und mit einem eigens errichteten archivischen Zweck- und Magazinbau versehen. 1991, also vor 30 Jahren, erhielt das Landesarchiv dort seine neue Bleibe.

Die Zukunft des Landesarchivs Schleswig-Holstein mit ihren zahlreichen Herausforderungen wird im dritten Teil der Ausstellung dargestellt. Im Vordergrund steht die Digitalisierung der Gesellschaft, im Rahmen derer zum Beispiel die Akte aus Papier durch die E-Akte oder digitale Fachverfahren ersetzt wird, sodass neue Wege der dauerhaften Speicherung erforderlich sind.

Von der Urkunde bis zur E-Akte muss das Landesarchiv die Zeugnisse der Vergangenheit heute für die Zukunft bewahren. In der Ausstellung wird anhand von historischen Archivalien ein anschaulicher Einblick in die Gegenwart, die Geschichte und die Zukunft des Landesarchivs Schleswig-Holstein gewährt: Das Urteilsbuch von Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf, in dem alle Urteile festgehalten sind, die er als oberster Richter seines Landesteils von 1544 bis 1570 gesprochen hat, zeigt beispielhaft, wie wichtig dessen Aufbewahrung im Archiv ist. Ein Gutachten aus dem Jahr 1980 bezeugt die problematische Unterbringung des Landesarchivs im Schloss Gottorf – es bestand Einsturzgefahr! Anhand von Lochkarten und anderen Datenträgern sowie der E-Akte werden die zukünftigen Herausforderungen für das Landesarchiv benannt und oft gestellte Fragen beantwortet.

Geplant war, die Ausstellung von einem breit gefächerten Vortragsprogramm zu begleiten. Aufgrund der aktuellen Situation mussten bzw. müssen jedoch Vorträge entfallen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Ein Flyer gibt einen kurzen Überblick über die Ausstellung und die eigentlich geplanten Veranstaltungen.

Kontakt:
Landesarchiv Schleswig-Holstein
Prinzenpalais
24837 Schleswig
Tel.: 04621 / 8618-00
Fax: 04621 / 8618-01
landesarchiv@la.landsh.de

Quelle: Landesarchiv Schleswig-Holstein, Veranstaltungen, Ausstellung Archivjubiläum; Wikingerstadt Schleswig, Veranstaltungen

Eröffnung des Traunsteiner Stadtmuseums 1923

Folgt man einem vor einigen Wochen im Traunsteiner Tagblatt erschienenen Bericht, dann steht das Traunsteiner Stadtmuseum vor großen Veränderungen.

Abb.: Stadt- und Spielzeugmuseum Traunstein (Foto: Stadtmuseum Traunstein)

Geplant ist sowohl eine Vergrößerung wie auch eine inhaltliche Neukonzeption (Neuplanung). Hier gilt es, langfristig zu denken und sorgfältig zu planen. „Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen“, so Stadtkämmerer Reinhold Dendorfer, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Heimathaus.

Und als erster Schritt auf diesem langen Weg sollen die gesamten Bestände von einer wissenschaftlichen Fachkraft binnen der nächsten beiden Jahre inventarisiert werden [Traunsteiner Tagblatt, Nr. 40, 18.2.2021, S. 7].

Das Archivale des Monats April des Stadtarchivs Traunstein, eine kürzlich angekaufte Postkarte, zeigt, dass der Zeitpunkt, dieses ehrgeizige kulturelle Projekt anzugehen, auch historisch gut gewählt ist. Denn 2023 jährt sich die Eröffnung des Museums im Heimathaus zum einhundertsten Mal, und was wäre passender, als die Pläne für das nächste ‚Museumsjahrhundert‘ genau dann zu präsentieren?

Der Betrachter allerdings wird sich zu Recht fragen, wie der Verfasser dazu kommt, die im Bild festgehaltene Szene – zwei Honoratioren, die ein Gebäude durch ein Spalier, augenscheinlich gebildet von Teilnehmern des Georgiritts, verlassen – in dieser Hinsicht zu interpretieren.


Abb.: Postkarte: zwei Honoratioren verlassen ein Gebäude durch ein Spalier, augenscheinlich gebildet von Teilnehmern des Georgiritts (Stadtarchiv Traunstein)

Das geht natürlich nur mit Hilfe des nebenstehend zu lesenden Textes: „25.IV.[19]23 – Georgiritt – König Rupprecht und Vater – Austritt vom Heimathaus Traunstein“. An diesem Text ist zunächst einmal einiges falsch. Der Georgiritt findet traditionell am Ostermontag statt, und das war 1923 der 2. und nicht der 25. April. Auch war die Monarchie in Bayern seit fünf Jahren Geschichte, und Rupprecht (1869-1955; links) lediglich der älteste Sohn König Ludwig III., der aber als „Kronprinz“ an seinen Thronansprüchen festhielt. Und leider wissen wir auch nicht, wer diesen Vermerk verfasste und wer somit der „Vater“ (rechts) ist.

Aber: Das richtige Datum ermöglicht es, in den beiden damals erscheinenden Tageszeitungen zu recherchieren. Und dabei wird rasch klar, dass am 2. April 1923 nicht nur die Georgiritter nach Ettendorf zogen, sondern im Gefolge dieses Festtages auch das Traunsteiner Stadtmuseum sich erstmals in neuen Räumen präsentierte.

Während das „Traunsteiner Wochenblatt“ beide Ereignisse nur in einem gewöhnlichen, nicht übermäßig langen und auffälligen Beitrag zusammenfasste, den Besuch des Kronprinzen dabei überhaupt nicht erwähnte und, so gewinnt man den Eindruck, dem neuen Stadtmuseum eher distanziert gegenüberstand [Traunsteiner Wochenblatt, Nr. 76, 3.4.1923, S. 1-2], berichtete die „Oberbayerische Landeszeitung“ in einer Serie von drei aufeinanderfolgenden Artikeln jeweils auf der Titelseite über den „Osterritt und [die] Eröffnungsfeier des Heimathauses Traunstein“ und lieferte vor allem zu Letzterem ein wahre Fülle an Informationen, begleitet von unverhohlener Begeisterung [Oberbayerische Landeszeitung, Nr. 77–79, 3.–5.4.1923, jew. S. 1]. Daraus zwei längere Auszüge (wer gerne ungekürzt in das damalige Geschehen eintauchen möchte, der klicke hier).

In der alten Gaststube zum Zieglerwirt, wo in früheren Zeiten noch viele jetzt lebende Bewohner der Gegend zum frohen Trunke versammelt waren und [die] auch jetzt ihr altes anheimelndes Gepräge noch voll bewahrt hat, hatte sich eine auserlesene Gesellschaft zum Festakt versammelt: Die beiden Herrn Bürgermeister mit der Stadtverwaltung, namentlich Hr. [Franz Xaver] Prandtner und Hr. [Eduard] Leopoldseder, die sich um die Ausgestaltung des Heimathauses besonders verdient gemacht haben, Vertreter des Klerus, die Spitzen der Behörden, Hr. Geheimrat [Dr. Emil] Ehrensberger, Vertreter der Gemeinden, namentlich Hr. Bürgermeister [Bartholomäus] Schmucker von Ruhpolding, der Begründer eines schönen, interessanten Heimatmuseums in seinem Orte, usw. Auch von auswärts waren zahlreiche Festgäste eingetroffen, die der Pflege der Heimatkunst ihre Kräfte widmen, so besonders Hr. Dr. [Georg] Hager, General-Konservator der Kunst-Denkmale und Altertümer Bayerns, Ministerialrat Dr. [Julius] Gröschl, Vorstand des Vereins für Heimatschutz, Generaldirektor [Dr. Otto] Riedner, Vorstand der staatlichen Archive, die Professoren [Friedrich] von der Leyen und [Ernst August] Bertram von Köln, die Professoren Jäger und [Ludwig] Bolgiano von München, Dr. [Franz] Martin, Vorstand der Salzburger Gesellschaft für Landeskunde, Frau Dr. Rohde, welche das städt[ische] Archiv im Heimathaus in mustergültiger Weise geordnet hat, Frl. Irene Peetz, die Tochter des um die Chiemgauer Volks- und Landeskunde hochverdienten ehemaligen Rentamtsmannes von Traunstein [Hartwig Peetz] und besonders der Sohn unserer Stadt, Hr. Apotheker Dr. [Georg] Schierghofer, der Freund des Hrn. Architekten [Josef] Angerer, welcher im Bunde mit ihm der Traunsteiner Heimatforschung und der Ausgestaltung des Heimathauses seine reichen Kenntnisse und besten Kräfte gewidmet hat. Hocherfreut und geehrt aber fühlte sich die ganze Versammlung, als Se[ine] K[öni]gl[iche] Hoheit Prinz Rupprecht in ihrer Mitte erschien, um sein reges Interesse für Heimatkunst und Heimatpflege zu bekunden.
[Oberbayerische Landeszeitung, Nr. 77, 3.4.1923, S. 1]

Und weiter:

Von hoher Warte aus beleuchtete sodann der Fachmann für Museumskunde, Herr Generalkonservator Dr. Hager, die Bedeutung des Heimathauses [Georg Hager (1863-1941), Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege von 1908 bis 1928; siehe Egon Johannes Greipl, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, publiziert am 26.2.2019; in: Historisches Lexikon Bayerns, 17.2.2021]. Es gäbe große Museen und kleine, die großen müsse man bewundern, die kleinen lieben, denn der Geist der Heimat sei in letzteren lebendig und spreche aus ihnen. Man brauche die großen wie die kleinen; nicht auf die Fülle des reichen Inhalts komme es an, sondern vor allem auf die geistige Schale, mit der man aus dem Gehalt des Museums schöpfe und dessen Inhalt dem eigenen Geist zu Nutze mache. Dann werde man im Kleinen das Große schauen, dann werde man aus den Resten der Vergangenheit den Reichtum des Menschengeistes in Religion, Kunst und Kultur verstehen lernen; auf die Vergangenheit müsse man schauen, dann werde man die Gegenwart begreifen und die Zukunft gestalten können. Aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft setze sich der Wert und die Bedeutung des Museums zusammen. Als Programm für die Pflege des Museums gab er drei inhaltvolle Punkte an: Richtig sammeln, schön gestalten, wahrhaft lebendig machen!
[Oberbayerische Landeszeitung, Nr. 79, 5.4.1923, S. 1]

Abschließend dazu noch ein Blick in Anton Kasenbachers Stadtgeschichte: „Ein wesentlicher Schritt zur Festigung und Repräsentation des Heimatgedankens wurde mit der Stiftung des Heimathauses vollzogen. Das alte Zieglerwirtshaus neben dem Brothausturm war nach dem Gastgeber Georg Ziegler (1691-1712) benannt [gemeint ist hier die Zeit, in der Ziegler die Wirtschaft innehatte]. […] Die Mutter des früh verstorbenen Architekten und Heimatforschers Josef Angerer (1882-1918) vermachte das alte Torwirtshaus im Sinne ihres Sohnes 1919 als ‚Heimathaus‘ durch notariellen Vertrag der Stadt. Auch der Buchnachlass Angerers ging als Grundstock der seither laufend ergänzten ‚Chiemgau-Bibliothek‘ in städtischen Besitz über. An Josef Angerer, der sich auch um den Georgiritt große Verdienste erwarb, erinnern eine steinerne Gedenktafel im Laubengang des Hauses und eine nach ihm benannte Straße in Neu-Traunstein. Brothausturm und Heimathaus, die mit ihrem starken Gemäuer allen Stadtbränden standhielten, stellen das wohl älteste architektonische Denkmal Traunsteins dar. Im Jahr 1888 war es bereits (durch den hiesigen Apotheker Joseph Pauer angeregt) zur Gründung eines ‚Städtischen Chiemgaumuseums‘ gekommen.“ – Die Unterlagen des Historischen Vereins (in: Stadtarchiv Traunstein, hier Nr. 37) präzisieren die Gründungsgeschichte wie folgt: „Das städtische Museum wurde 1882 gegründet und vom Stadtmagistrat nach der Vereinbarung zwischen Magistr[ats-]Vorstand Hofrat und rechtsk[un-digen] Bürgermeister Josef Seufert und Apotheker Josef Pauer hier genehmigt l[aut] Sitzungsbericht vom 3. Juni 1882. Der II. Stock des Rathaus-Rückgebäudes wird ab 1. Nov[ember] 1888 zur Aufnahme des Museums in Stand gesetzt l[au]t Sitz[ungs-]Ber[icht] v[om] 23. und 30. Oct[ober 18]88. Bisher waren die bis jetzt gesammelten Museumsgegenstände in einem Raum im Rathaus-Rückgebäude untergebracht und seit 1. August [18]88 gegen eine Eintrittsgebühr von 20 d [denarii = Pfennig] der allgemeinen Besichtigung zugänglich; am 1. April 1889 sollen die neuen Räumlichkeiten eröffnet werden.“ Hier muss zu gegebener Zeit noch genauer recherchiert werden.

Bei Anton Kasenbacher heißt es weiter: „Zusammen mit seinem Freund [Josef] Köchl versah Pauer diesen Urstock eines Heimatmuseums mit einer beachtlichen Sammlung im Wege von Schenkungen. Nachdem die von der Stadt hierfür bereitgestellten Räume im Rückgebäude des Rathauses die Fülle der Ausstellungsgegenstände nicht mehr aufnehmen konnten, fand das Museum (vor allem dank der Bemühungen Dr. Georg Schierghofers) 1923 im Heimathaus (nach einigen baulichen Veränderungen) eine endgültige und passende Unterkunft. […] 1951 brachte die Stadt Heimathaus und Brothausturm mit Bibliothek und Museum auf Antrag des Historischen Vereins in die staatliche genehmigte öffentliche ‚Stiftung Heimathaus Traunstein‘ ein“ [Kasenbacher, Anton: Traunstein. Chronik einer Stadt in Wort und Bild. Grabenstätt 1986, S. 155-156].

Wie gesagt, was gäbe es Besseres, als 100 Jahre nach seiner Eröffnung ein neues Konzept für das vergrößerte Museum vorzustellen? Richtig sammeln, schön gestalten, wahrhaft lebendig machen – was damals zur Maxime erhoben wurde, sollte auch heute die Richtschnur sein.

Kontakt:
Stadtarchiv Traunstein
Stadtplatz 39
83278 Traunstein
Tel.: 0861 / 65-250 und 0861 / 65-287
Fax: 0861 / 65-201
franz.haselbeck@stadt-traunstein.de

Postanschrift:
Stadtverwaltung Traunstein
Stadtarchiv
83276 Traunstein

Quelle: Stadtarchiv Traunstein, Archivale des Monats April 2021

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