Historische Urlaubsgrüße aus Bruchsal

Sommerzeit… Ausflugszeit! Wer konnte, nahm eine Kamera mit. So entstanden viele Gruppenfotos von Ausflugsgesellschaften verschiedener Vereine oder Belegschaften, die auf dem ein oder anderen Weg Aufnahme auch in die Bestände des Stadtarchivs Bruchsal gefunden haben.

Während im Kaiserreich noch ausladende Damenhüte und korrekte Dreiteiler vorherrschten, ist in der Weimarer Republik der legere Reformkleidungsstil im Mainstream angekommen. Odenwaldclub und Pfadfinder waren mit ihren familiären und zwanglosen Vereinsausrichtungen da ganz im Zeitgeist. Leider ist nur einer der Abgebildeten auch mit Namen überliefert: Unter dem obigen Bild des Odenwaldclubs auf einer Wanderung nach Schriesheim von 1929 ist vermerkt „Robert Bohn beim Kopfstand“.

Mitarbeiter der Vereinigten Eisenbahn-Signalwerke (VES) holten ihre Fahrräder und Spazierstöcke raus und organisierten Tagesausflüge, auf denen auch die Ehepartnerinnen mit von der Partie waren (Foto oben). Über spätere Mitarbeitergenerationen haben sich die Fotos aus der Zeit der Jahrhundertwende von Ausflügen zur Burg Trifels oder der Wanderung nach Sinsheim überliefert (Bildnachweis: beide Fotos oben stammen aus dem Stadtarchiv Bruchsal). Zwanzig Jahre später ist von den steifen Hüten und Korsetts der Damen nur noch wenig geblieben… die Ideen der Lebensreformbewegung, die legere Reformkleidung und Freizeitgestaltung im Freien für alle Geschlechter vertrat, waren in der Weimarer Republik im Mainstream angekommen.

Kontakt:
Stadtarchiv Bruchsal
Rathaus am Otto-Oppenheimer-Platz 5
76646 Bruchsal
stadtarchiv@bruchsal.de

Quelle: Stadtarchiv Bruchsal, Archivale des Monats August 2021; Urlaubsgruß des Stadtarchivs Bruchsal

Vorläufige Liste saarländischer Euthanasieopfer

Mit einer ersten vorläufigen, bereits Anfang 2021 veröffentlichten Liste saarländischer Euthanasieopfer will das Landesarchiv Saarland dazu beitragen, ein würdiges Gedenken zu ermögli­chen und das Leid der Opfer vor dem Vergessen zu bewahren.


Abb.: Garage der grauen Busse, mit denen Menschen in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht wurden. Heute Teil der Gedenkstätte Hadamar (Foto: Volker Thies (Asdrubal), Gedenkstätte Hadamar, 29.11.2008).

Die Euthanasiepolitik des NS-Regimes forderte auch im Saarland zahlreiche Opfer. Wichtige Forschungen wurden hierzu insbesondere von Christoph Braß und Claudia Flöter durch­geführt [vgl. Christoph Braß: Zwangssterilisation und „Euthanasie“ im Saarland 1935-1945, 2004; Claudia Flöter: Zwangssterilisation und Euthanasie an neurologisch-psychiatrischen Patienten sowie Umgang mit ausländischen Patienten und Zwangsarbeitern im Landeskrankenhaus Homburg/Saar, 2016]. Allerdings fehlt bis heute eine für die Öffentlichkeit einsehbare Liste der saarlän­dischen Euthanasieopfer, die größtenteils bis 1939 in der Heil- und Pflegeanstalt Merzig sowie im Landeskrankenhaus Homburg untergebracht waren.


Abb.: Landeskrankenhaus Merzig / Psychiatrie-Museum Merzig (Foto: Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes)

Nach einer Anfrage der saarländischen Landtagsfraktion DIE LINKE im Juni 2018 sowie einer Petition Günter Schotts, die beide das Gedenken an die Euthanasieopfer anmahnten, beschäftigte sich auch der Landtag des Saarlandes mit diesem Thema. Im Zuge des historischen Bemühens um Auf­klärung begann die Staatskanzlei mit der Zusammenstellung einer Opferliste und übermit­telte die dabei gewonnenen Daten dem Landesarchiv Saarland zur Überprüfung und Vervollständi­gung. Bisher konnten 670 Personen, die in der Liste aufgeführt sind, zweifelsfrei als Opfer des NS-Krankenmordes verifiziert werden.


Abb.: Ausschnitt aus der Liste saarländischer Euthanasieopfer, Stand: 26.1.2021 (Landesarchiv Saarland)

Folgende Quellen wurden zur Erstellung der Liste ausgewertet:

Es handelt sich hierbei um eine vorläufige bzw. unvollständige Liste, die noch durch weitere Recherchen vervollständigt oder korrigiert werden muss. Sie enthält folgende Informationen zu den als saarländische Euthanasieopfer identifizierten Personen: Name, Vorname, (bei ver­heirateten Frauen) Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort/Wohnort, Todesdatum, Todes­ort/Tötungsanstalt. Als „saarländisch“ werden dabei all jene Opfer der NS-Euthanasie ver­standen, die im Saarland geboren wurden und/oder zum Zeitpunkt der ersten Verlegung im Saarland wohnhaft oder Patienten in einer der beiden Anstalten waren, die zwischen dem 1. September 1939 und Kriegsende in einer Einrichtung, die speziell der Tötung Kranker diente, oder in einer sogenannten Zwischenanstalt mit überdurchschnittlichen jährlichen Todes­raten starben.

Kontakt:
Landesarchiv Saarland
Dudweilerstraße 1
66133 Saarbrücken-Scheidt
Tel: +49 681 501-1931
Fax: +49 681 501-1933
landesarchiv@landesarchiv.saarland.de

Quelle: Landesarchiv Saarland, Aktuelle Meldungen, 25.1.2021

Tag des offenen Denkmals 2021

12.9.2021: Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege – Beispiele aus Gelsenkirchen.

Der Tag des offenen Denkmals ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands und findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt. In ganz Deutschland werden für Millionen Besucherinnen und Besucher historische Stätten geöffnet, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. So können die Gäste die kulturelle Vielfalt der Denkmäler und „ihre Schätze“ bewundern. Er soll dazu beitragen, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des baukulturellen Erbes zu sensibilisieren und das Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu stärken. Der Tag des offenen Denkmals ist 1993 erstmals von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiiert worden und wird in Gelsenkirchen von der Unteren Denkmalbehörde koordiniert.

Jedes Denkmal erzählt viel über die sozialen und kulturellen Verhältnisse der Zeit, seiner Entstehung und Nutzung. Die überwiegende Mehrzahl der am Denkmaltag geöffneten Bauten und Stätten stehen für einen gemeinschaftlichen Erfolg Vieler, die für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege mit vereinten Kräften tätig sind. Ohne das Zusammenspiel von Vereinen, Initiativen, Denkmaleigentümerschaft und amtlicher Denkmalpflege werden Denkmäler nur selten erhalten.

Nachdem im vergangenen Jahr der Tag pandemiebedingt ausschließlich digital stattfand, sind in diesem Jahr wieder viele Türen vor Ort geöffnet.

In Gelsenkirchen beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals 2021:

Burg Lüttinghof, Lüttinghofallee 3-5:
geführte Besichtigungen um 11, 13 und 15 Uhr mit den Burgherren Mario Grube und Gerard van Marm

Kirche St. Michael, Sankt-Michael-Straße 4:
17 Uhr Führung in den Kirchturm mit Präsentation des Uhrwerks und der Glockenanlage (Hinweis:  der Aufstieg im Turm erfolgt über steile und enge Holzstiegen – schmutzverträgliche Kleidung, festes Schuhwerk und ein wenig Schwindelfreiheit sind empfehlenswert)

Ehemalige Torhäuser der Zeche Westerholt, Egonstraße 10 und 12:
10 und 13 Uhr Führungen durch die Torhäuser durch Herrn Neukirchen und Mitarbeiter der Projektgemeinschaft Neue Zeche Westerholt mit Erläuterungen zu den Gebäuden und zur weiteren Entwicklung auf der Fläche (KEINE Flächenführungen)

Tageseinrichtung für Kinder, Niefeldstraße 18a:
Geöffnet 12-15 Uhr, Besichtigung des denkmalgeschützten Gebäudes nach Voranmeldung (geimpft, getestet, genesen) um 12, 13 und 14 Uhr, spontane Gäste (ohne Voranmeldung – Schnelltest) nach Verfügbarkeit. Spiele, Selbstgebasteltes und eine Ausstellung werden angeboten.

Kunstmuseum Gelsenkirchen, Horster Straße 7:
15 Uhr Führung „Die Alte Villa und ihre Geschichte – Vom Wohnhaus zum Museum“. Der Treffpunkt zum Rundgang ist auf dem Museumsplatz. Die Teilnahme an der Führung ist nur mit Anmeldung möglich aufgrund der begrenzten Personenzahl. Anmeldungen unter +49 (209) 169-4377 oder kunstmuseum@gelsenkirchen.de (bitte beachten Sie den Datenschutzhinweis nach Artikel 13 DS-GVO.)

Rathausturm Buer mit Paternosterfahrt, Goldbergstraße 12:
Geöffnet von 9:30-17 Uhr. Fahrten mit dem Paternoster, Führungen um 10, 11, 15 und 16 Uhr durch den Verein für Orts- und Heimatkunde GE-Buer e.V.

Evangelische Bleckkirche, Bleckstraße 56:
Geöffnet 12-18 Uhr, 15 Uhr Führung zur Geschichte der Bleckkirche mit Pfarrer Thomas Schöps

Evangelische Christuskirche, Trinenkamp 46:
Eröffnung der Ausstellung „120 Jahre Christuskirche – Eine Bismarcker Zeitreise“. Offene Kirche, Ausstellung und Turmführungen (stündlich ab 14 Uhr)
– Besichtigungszeit 11:30 Uhr bis 18:00 Uhr
– stündliche Führungen mit Kirchturmbesteigung und Besichtigung der 100jährigen Glocken ab 14:00 Uhr
weitere Besichtigungsmöglichkeiten bis 31. Oktober 2021 nach den Gottesdiensten sowie nach Absprache
0209/95680566
info@foerderverein-christuskirche.de
www.foerderverein-christuskirche.de

Glückauf-Kampfbahn, Kurt-Schumacher-Straße 145:
11:04 Uhr Führung „Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“ mit Olivier Kruschinski, Treffpunkt am ehemaligen Haupteingang, heute Ernst-Kuzorra-Platz

Nordsternturm, Nordsternplatz 1:
offene Führungen um 11 und 15 Uhr

Corona-Regelungen:
Bitte beachten Sie die tagesaktuellen Corona-Regelungen und informieren Sie sich bei den jeweiligen Veranstalterinnen und Veranstaltern über erforderliche Schutzmaßnahmen wie z.B. vorherige Anmeldung, Maskenplicht oder Impfnachweis. Eine Beschränkung der Besucherzahlen und Programmänderungen durch die Veranstalterinnen und Veranstalter bleiben diesen vorbehalten.

Link: Digitales Denkmalkataster
Mit dem „Digitalen Denkmalkataster“ können Interessierte die Gelsenkirchener Denkmallandschaft online erforschen.

Schönbergische Sammlung des Staatsarchivs Altenburg online

Nach gut zwei Jahren Arbeit ist das Landesarchiv Thüringen mit der Schönbergischen Sammlung des Staatsarchivs Altenburg um ein weiteres Quellenportal mit mehr als 100.000 Digitalisaten reicher. Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und in Kooperation mit der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena realisiert. Der Bestand wurde 2019/2020 in Jena digitalisiert. Die Digitalisate können im Digitalen Archiv des Landesarchivs Thüringen sowie in einem eigens geschaffenen Portal online eingesehen werden (siehe die folgende Abbildung: Startseite des Portals).

Das Portal präsentiert die einzigartige Stoffsammlung des Altenburger Kanzlers und Konsistorialpräsidenten Hans Dietrich von Schönberg (1623-1682) mit reichhaltigen Quellen zur Reichs-, Landes-, Orts- und Adelsgeschichte.

Zu sehen sind viele Bände zur Geschichte der Wettiner und Mitteldeutschlands, über die Geschichte der Burggrafschaft und des Fürstentums Altenburg mit Briefen Spalatins und ein Verzeichnis Altenburger Stifts- und Klosterurkunden aus dem Altenburger Regierungsarchiv. Von Bedeutung sind auch Schönbergs zahlreiche diplomatischen Berichte und Protokolle über die Friedensschlüsse in Prag 1635 und von den westfälischen Friedensverhandlungen 1645-1649 sowie die umfangreichen Briefwechsel mit den Staatsmännern Veit Ludwig von Seckendorff, August Carpzov und Wolfgang Conrad von Thumbshirn. Der Bestand beinhaltet Quellen zu fast allen Fragen der Landesverwaltung, Landtagsakten, Quellen zur Kirchen- und Schulgeschichte und eine Sammlung zur Pest. Damit zeichnet sich der Bestand vor allem durch seine Singularität, Originalität und Individualität aus.

Kontakt:
Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Altenburg
Schloß 7
04600 Altenburg
Telefon: +49 (0) 3447/ 8900400
Telefax:: +49 (0) 3447/ 8900397
altenburg@la.thueringen.de

Quelle: Dr. Jörg Müller: Digitalisierungsprojekt des Staatsarchivs Altenburg abgeschlossen – nun ist der Bestand Schönbergische Sammlung online einsehbar, 11.5.2021

100 Jahre Filmland – 35 Jahre Landesfilmarchiv Schleswig-Holstein

Ausstellung: Urlaubsort – Tatort – Drehort! 100 Jahre Filmset Schleswig-Holstein.

Den Anfang machte ausgerechnet ein Vampir: Szenen aus dem Gruselfilm „Nosferatu“ wurden 1921 unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau in Lübeck, Lauenburg und auf Sylt gedreht. Seitdem entstehen immer wieder Kinofilme und Vorabendserien, Krimis und Romanzen vor schleswig-holsteinischer Kulisse. Eine Auswahl solcher Produktionen zeigt die Ausstellung „Urlaubsort – Tatort – Drehort! 100 Jahre Filmset Schleswig-Holstein“.

So vielfältig wie die Landschaften des nördlichsten Bundeslandes, so verschieden sind die hier entstandenen Filme und Serien. Ob auf Gutshöfen oder an den langen Stränden der Nordsee: Naturkatastrophen und düstere Mordfälle lassen sich in Schleswig-Holstein ebenso in Szene setzen wie heitere Geschichten um Aussteiger, die sich fernab der Großstadt eine neue Existenz aufbauen wollen und zwischen Dünen und Reetdachkaten die große Liebe finden.

Das Ergebnis sind Produktionen mit Wiedererkennungswert. So bildete die Landschaft Angeln zwischen Schleswig und Kappeln zwischen 1986 und 2012 die Kulisse für die ZDF-Serie „Der Landarzt“. In insgesamt 297 Folgen kümmerte sich der „Landarzt“ um die Sorgen der Einwohnerinnen und Einwohner im fiktiven Städtchen Deekelsen. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer kamen anschließend an die Schlei, um die Drehorte zu entdecken: Stammkneipe und Kirche stehen in Kappeln, der Bahnhof von Deekelsen befindet sich in Süderbrarup und die Praxis des „Landarztes“ auf Gut Lindauhof.

Viele weitere ehemalige Schauplätze sind in der Ausstellung vertreten. Die Episoden rund um das Ponyhotel „Immenhof“ wurden ab den 1950er-Jahren in Bad Malente und auf Gut Kletkamp gedreht. Mehrere Verfilmungen von Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“ entstanden in der Lübecker Altstadt. Auf Schlössern und Gütern nahm das Schicksal der „Guldenburgs“ und anderer fiktiver Adelsfamilien seinen Lauf. Und immer wieder ermitteln Fernseh-Kriminalisten wie Kommissar Finke, erster Kieler „Tatort„-Kommissar in den 1970er-Jahren.

Es war die Sammelleidenschaft des Schleswiger Fotografen und Autors Kai Labrenz, die eine so vielfältige Ausstellung im Prinzenpalais ermöglichte. Seit 1992 begleitet er Dreharbeiten in Schleswig-Holstein mit der Kamera. Einen Großteil seiner Sammlung hat Labrenz inzwischen als Schenkung ans Landesarchiv Schleswig-Holstein gegeben. So konnte bei der Gestaltung der Ausstellung auf einen reichen Fundus von Fotografien, Pressemappen, Requisiten, Plakaten und Fanartikeln zurückgegriffen werden – und auf das umfangreiche Wissen des Sammlers, der die Vorbereitungen tatkräftig unterstützte.

Eine weitere Verbindung des Landesarchivs zu Filmproduktionen zwischen Nord- und Ostsee stellt das Landesfilmarchiv Schleswig-Holstein dar. Seit 35 Jahren kümmert es sich um Filme mit Landesbezug, die nicht bereits anderswo archivisch gesichert und deshalb besonders stark vom unwiderruflichen Verlust bedroht sind. Das sind eher nicht die Episoden des „Landarztes“ oder große Kinofilme, sondern vor allem die vielen kleinen Filmschätze, von denen oft nur ein einziges Exemplar vorhanden ist.


Abb.: Schnittplatz des Landesfilmarchivs im Landesarchiv Schleswig-Holstein (Foto: LA Schleswig-Holstein)

Den Grundstock für das Landesfilmarchiv in Schleswig bildete die Übernahme des Materials der Kieler Firma Nordmark-Film. Der Familienbetrieb hatte ab 1920 fast 70 Jahre schleswig-holsteinische Geschichte in Filmen thematisiert. Darauf aufbauend wächst das Landesfilmarchiv beständig weiter. Der Bestand enthält inzwischen auch zahlreiche Aufnahmen von Amateurfilmern, von Landesbehörden wie beispielsweise der Landespolizei sowie Industriefilme.

Die neue Ausstellung schlägt einen Bogen von der Entstehung der Filme bis hin zu ihrer Archivierung für die Zukunft, und in einem vielfältigen Begleitprogramm werden weitere Einblicke ins „Filmland Schleswig-Holstein“ geboten. Neben Vorträgen gibt es Filmvorführungen im Landesarchiv und im Schleswiger Capitol-Kino. Interessierte können sich mit Filmkenner Kai Labrenz auf Spurensuche begeben und Drehorte entdecken. Ausstellungsführungen runden das Programm ab.

Die Ausstellung „Urlaubsort – Tatort – Drehort! 100 Jahre Filmset Schleswig-Holstein“ ist vom 19. August 2021 bis zum 1. Juli 2022 im Landesarchiv im Schleswiger Prinzenpalais zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Auflagen der jeweils geltenden Landesverordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind zu beachten. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8.30-17 Uhr.

Link: Begleitprogramm zur Ausstellung

Kontakt:
Landesarchiv Schleswig-Holstein
Prinzenpalais
24837 Schleswig
Telefon: 04621 8618-00
Fax: 04621 8618-01
landesarchiv@la.landsh.de

Quelle: Landesarchiv Schleswig-Holstein, Pressemitteilung, 19.8.2021

Knapp 20 Jahre »Themenabende« im Stadtarchiv Münster

Rückblick auf einige Online-Vorträge der Jahre 2020 und 2021.

Seit nahezu zwanzig Jahren veranstaltet das Stadtarchiv Münster seine „Themenabende„. Unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie konnte die Vortragsreihe als Livestream im Internet sehr erfolgreich weitergeführt werden. In der Spitze schauten sich mehr als 1.200 Personen den Livestream an. Einige Videos früherer Online-Vorträge der Jahre 2020 und 2021 stehen nun dauerhaft im Youtube-Kanal des Stadtarchivs Münster bereit. Mit ihnen lässt sich noch einmal eintauchen in spannende Kapitel und Aspekte der Stadtgeschichte Münsters.


Abb.: Das Stadtarchiv Münster präsentiert regelmäßige Vorträge zur Stadtgeschichte Münsters (Ausschnitt aus dem YouTube-Kanal des Stadtarchivs)

Einmal im Monat wird Geschichte dort lebendig, wo die Originalquellen aufbewahrt werden. Das Besondere an diesen Abenden: die Vorträge werden mit den Akten, Urkunden, Ratsprotokollen, Fotos und Plakaten illustriert, aus denen die Forschenden ihre Informationen beziehen. Die originale Begegnung mit der Geschichte in Verbindung mit einem Vortrag zu interessanten Aspekten der Stadtgeschichte ist ein wesentliches Merkmal dieser Themenabende im Stadtarchiv Münster.

Info:
Zeit: Donnerstag, 18 bis 19.30 Uhr
Ort: Stadtarchiv Münster, An den Speichern 8 in Münster-Coerde – Seminarraum, EG
Moderation: Anja Gussek
Technik: Michael Jerusalem
Anmeldung erforderlich: Per E-Mail oder Telefon: 02 51/4 92-47 01
Kosten: Keine

Kontakt:
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
Tel. 02 51/4 92-47 01
Fax 02 51/4 92-77 27
archiv@stadt-muenster.de

Griechische Arbeitsmigration in Wiesbaden im 20. Jahrhundert

Ab Dienstag, 7.9.2021, 19 Uhr, zeigt das Stadtarchiv Wiesbaden die von der Kulturwissenschaftlerin Maike Wöhler gemeinsam mit dem Politikberater und Journalisten Christos Mantzios gestaltete Ausstellung „Griechische Arbeitsmigration in Wiesbaden im 20. Jahrhundert“, die sich mit dem Weggehen, dem Zurücklassen der „Heimat“ und dem Prozess des Ankommens und Bleibens in Wiesbaden auseinandersetzt.


Abb.: Maike Wöhler: Man ist nur so lange fremd, bis man sich kennt. Griechische Arbeitsmigration in Wiesbaden im 20. Jahrhundert

„Die langjährige Geschichte der griechischen Community in Wiesbaden begann mit den ‚Gastarbeiter-Anwerbeabkommen‘ in den 1960er Jahren. Die Ausstellung greift diese historische Entwicklung im 20. Jahrhundert auf und verdeutlicht uns noch einmal mehr, wie facettenreich die Migrationsgeschichte Wiesbadens und wie vielfältig unsere Stadtgesellschaft ist“, sagt Kulturdezernent Axel Imholz, der die Ausstellung im Stadtarchiv eröffnen wird.

Die Ausstellung ist bis zum 1.10.2021 während der Öffnungszeiten des Stadtarchivs zu sehen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Teilnehmerzahl bei der Ausstellungseröffnung am 7. September und beim Vortrag am 14. September begrenzt. Deshalb müssen sich Interessierte per E-Mail mit Angabe des Namens, der Adresse und Telefonnummer anmelden. Eine Teilnahme ist nur mit einem tagesaktuellen Negativnachweis, einem Impf- oder Genesenen-Nachweis möglich.

Maike Wöhler und Christos Mantzios möchten mit ihrer Ausstellung darauf aufmerksam machen, wie wichtig es in einer „Willkommensgesellschaft“ ist, die vielfältigen Integrationsleistungen der Zugewanderten zu würdigen und ihnen eine gesellschaftliche Plattform zu geben. Sie machen diverse Identitäten und Kulturpraktiken mit dem Ziel sichtbar, Diskriminierung entgegenzuwirken. Begleitend zur Ausstellung wird Christos Mantzios am Dienstag, 14. September, 19 Uhr, im Stadtarchiv über das Thema „60 Jahre Griechinnen und Griechen in Wiesbaden“ sprechen.

Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und wird durch das Amt für Soziale Arbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden unterstützt.

Kontakt:
Stadtarchiv Wiesbaden
Im Rad 42
65197 Wiesbaden
Telefon 0611 31-3329 / 0611 31-3747
Telefax 0611 31-3977
stadtarchiv@wiesbaden.de

Quelle: Stadt Wiesbaden, Pressemitteilung, 25.8.2021

Zeitreise in die Aschaffenburger Industriegeschichte

„Kultur to go“ mit dem Online-Audioguide.

Pünktlich zu den derzeit laufenden „Tagen der Industriekultur Rhein-Main“ stellt das Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg einen neuen Rundgang zur Aschaffenburger Industriegeschichte vor. Der neue Rundgang ist per Smartphone oder Tablet über den mobilen Online-Audioguide des Archivs abrufbar bzw. „hörbar“, kann aber auch bequem von zuhause am PC genutzt werden.

Die Strecke des Rundgangs in der Aschaffenburger Innenstadt ist barrierefrei, alle Stationen können ohne Umwege erreicht werden. Die Dauer des Rundgangs beträgt je nach Laufgeschwindigkeit ca. 45 bis 75 Minuten.

Die Industrialisierung hat im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert das Aschaffenburger Stadtbild massiv verändert. Wie sehr, veranschaulichen die Abbildungen und Erzählungen, die während des Rundgangs zur Verfügung stehen. „In insgesamt acht Hörstationen stehen ab sofort spannende und lehrreiche Inhalte digital bereit“, führt der für die städtische Digitalstrategie zuständige Bürgermeister Eric Leiderer aus. „Man erfährt zum Beispiel auch, warum die Heimarbeit für die Bekleidungsindustrie so wichtig war. Der Online-Audioguide ist ein für die digitale Teilhabe in der Stadt, aber auch für den Tourismus wichtiges Werkzeug, das kostenfrei verfügbar ist.“


Abb.: Kleiderfabrik Desch, Zuschnitt der Stoffe, um 1950 (Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, Fotosammlung)

Dr. Joachim Kemper, Leiter des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg, verweist auf die digitale Leitseite des Archivs, über die auch der Audioguide abrufbar ist: „Unter der Stadtarchiv-Digital-Plattform findet sich in der Rubrik „Audioguide“ der entsprechende Rundgang zur Industriegeschichte. Die Inhalte des Audioguides sind von Jennifer Jessen (Offenbach) in Verbindung mit dem Archiv und anderen Einrichtungen der Stadt erarbeitet worden. Für die technische Realisierung danke ich Jürgen Trometer im Stadt- und Stiftsarchiv.“

Links:

Kontakt:
Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg
Dr. Joachim Kemper
Wermbachstraße 15
63739 Aschaffenburg
Tel.: 06021/456105-0
stadtarchiv@aschaffenburg.de

Quelle: Stadt Aschaffenburg, Pressemitteilung, 24.8.2021

Amtsleiterwechsel im Staatsarchiv Würzburg

Alexander Wolz neuer Leiter in Würzburg, Klaus Rupprecht in Bamberg.

Mit Wirkung zum 1. September 2021 wird Archivrat Dr. Alexander Wolz M.A. zum Leiter des Staatsarchivs Würzburg bestellt. Er folgt damit Archivdirektor Dr. Klaus Rupprecht nach, der zum 1. Juli 2021 als Leiter an das Staatsarchiv Bamberg wechselte.


Abb.: Staatsarchiv Würzburg (Fotograf: Peter Litvai, Atelier für Fotografie Landshut)

Dr. Klaus Rupprecht studierte an der Universität Bamberg Geschichte, Anglistik und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien, er promovierte über „Ritterschaftliche Herrschaftswahrung in Franken. Zur Geschichte der von Guttenberg im Spätmittelalter und zu Beginn der frühen Neuzeit“. Nach seinem Referendariat zum wissenschaftlichen Archivar an der Bayerischen Archivschule 1993 bis 1996 arbeitete Klaus Rupprecht zunächst im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München und seit 1997 im Staatsarchiv Bamberg. Anschließend leitete er das Staatsarchiv Würzburg vom 1. November 2016 bis 30. Juni 2021.

Der in Kitzingen aufgewachsene Alexander Wolz studierte an der Universität Würzburg Geschichte, Volkskunde und Politische Wissenschaften. Seine Magisterarbeit behandelt das Thema „Die Stadt Kitzingen und der Aufstieg des Nationalsozialismus“, promoviert wurde er mit einer Dissertation zum Thema „Die Rheinlandkrise 1936. Das Auswärtige Amt und der Locarnopakt 1933-1936„. Alexander Wolz war am Stadtarchiv Lohr am Main tätig. Von 2014 bis 2016 absolvierte Alexander Wolz als Referendar die Bayerische Archivschule in München. Zum 21. Dezember 2016 übernahm er die Leitung des Staatsarchivs Coburg.

Das Staatsarchiv Würzburg ist die staatliche Fachbehörde für alle Fragen des Archivwesens im Regierungsbezirk Unterfranken. 1764 zog das damalige fürstbischöflich-würzburgische Archiv aus der Festung Marienberg in die Würzburger Residenz. Damals wurde es im Residenz-Nordflügel untergebracht, wo es sich noch heute befindet. Das Archiv wird voraussichtlich 2025/26 nach 260 Jahren von Würzburg nach Kitzingen umziehen. Zentrale Herausforderungen für den neuen Amtsinhaber sind daher die Begleitung der Baumaßnahmen sowie der Umzug und die verbundenen intensiven Vorbereitungen.

Das Staatsarchiv Würzburg verwahrt rund 8,65 Millionen Archivalien im Umfang von 26,4 km (Stand Ende 2020). Es ist zuständig für die Überlieferung aller staatlichen Behörden, Gerichte und Staatsanwaltschaften der mittleren und unteren Ebene im Regierungsbezirk Unterfranken sowie die Notariate des Oberlandesgerichtsbezirks Bamberg.

Für die Zeit vor dem 19. Jahrhundert überliefert das Staatsarchiv die Urkunden, Amtsbücher, Akten und Pläne der Territorien des Alten Reiches im heutigen Regierungsbezirk Unterfranken, vor allem Hochstift und Domkapitel Würzburg nebst zugehörigen Stiften und Klöstern, Erzstift und Domkapitel Mainz mit dem Vizedomamt bzw. dem späteren Fürstentum Aschaffenburg (soweit an Bayern gefallen), Reichsstadt Schweinfurt (Teile), Reichsritterschaftskantone Rhön-Werra, Baunach, Odenwald (kleine Teile) und Mittelrhein (kleine Teile), Johanniterkommende Würzburg-Biebelried und Deutschordenskommenden Würzburg und Münnerstadt, Hochstift Fulda (Teile). Zu den Schwerpunkten der Überlieferung gehören darüber hinaus zahlreiche überregional bedeutende Adelsarchive (z.B. Schönborn, Fechenbach). Für das 20. Jahrhundert besitzen die Überlieferung der Geheimen Staatspolizeistelle Würzburg („Gestapo Würzburg“) und der NSDAP, Gau Mainfranken zentrale Bedeutung, nicht zuletzt für die Provenienzforschung.

Kontakt:
Staatsarchiv Würzburg
Residenzplatz 2
Residenz-Nordflügel, 97070 Würzburg
(Postfach 11 08 16, 97034 Würzburg)
Tel. 0931/355290
Fax 0931/3552970
poststelle@stawu.bayern.de

Quelle: Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, Pressemitteilung, 17.8.2021

Das Jahr der deutschen Einheit in den Beratungen der Regierung

Die „Kabinettsprotokolle der Bundesregierung“ des Jahres 1990 sind online.

Die rasante Entwicklung in der DDR nimmt in den 35 Kabinettssitzungen des Jahres 1990 eine zentrale Rolle ein. Regelmäßig stehen die „innerdeutsche Lage“ bzw. ab Februar 1990 „deutschlandpolitische Fragen“ auf der Tagesordnung. Bundeskanzler Helmut Kohl sagt am 17. Januar 1990 im Kabinett, dass angesichts der Übersied­lerzahlen ein „irreparabler Schaden für die Volkswirt­schaft im anderen Teile Deutschlands“ entstehen werde. Außerdem habe sich „die Stimmung in der DDR“ gegenüber dem Dezember 1989 „grundsätzlich geändert“, die damals „von Hoffnung und Aufbruchstimmung“ geprägt gewesen sei.  Zur Entlastung des Kabinetts befasst sich ab dem 7. Februar 1990 ein Kabinettausschuss „Deutsche Einheit“ mit den wesentlichen Problemfeldern. Mit der Wirtschafts- und Währungsunion zum 1. Juli 1990 und der Zustimmung der vier Alliierten in den 2 + 4-Gesprächen werden wesentliche Voraussetzungen geschaffen. Die Pläne zur Wiedervereinigung schlagen sich auch in den vorsichtig optimistischen Wirtschaftsprognosen des Jahreswirtschaftsberichts und in den Beratungen zum Bundeshaushalt nieder, wobei die Unsicherheiten einer weniger stabilen weltwirtschaftlichen Entwicklung berücksichtigt sind.


Abb.: „Eine gute Durchsicht hat man zu beiden Seiten der Mauer am Brandenburger Tor, nachdem auch an dieser Stelle ‚Mauerspechte‘ am Werk waren.“ (Originaltitel des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes) (Quelle: BArch, Bild 183-1990-0105-029 / Reiche, Hartmut)

Nachdem am 3. Oktober 1990 die deutsche Einheit vollzogen ist, begrüßt das Kabinett am 5. Oktober 1990 symbolträchtig fünf neue Bundesminister*innen. Sie sollen „die besonderen Belange der Bürger in den beigetretenen Gebieten in die Beratungen des Kabinetts nachdrücklich einbringen“. In den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen am 2. Dezember 1990 wird die CDU/CSU-FDP-Koalition bestätigt. Das vierte Kabinett Kohl tritt am 23. Januar 1991 zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Sicherheitspolitisch ist die Gefährdungslage der Bundesrepublik 1990 hoch. Das Kabinett erörtert Hungerstreikaktionen inhaftierter RAF-Mitglieder, Sprengstoffanschläge auf verschiedene Einrichtungen, Anschlagspläne auf Bundeslandwirtschaftsminister Ignaz Kiechle sowie die Attentate auf Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und auf den Ministerpräsidenten des Saarlandes Oskar Lafontaine. Dabei werden die personellen, materiellen und juristischen Grenzen möglicher staatlicher Schutzmaßnahmen, jedoch auch der „Abstumpfungsprozeß“ in der Bevölkerung offenbar.

Zunehmend drängen umweltpolitische Fragen in den Vordergrund. Neben dem Abfallgesetz, das zur nachhaltigen Verminderung von Plastikmüll beitragen soll, und strafrechtlichen Maßnahmen gegen Umweltkriminalität, stehen Berichte zur „Forschung zu globalen Umweltveränderungen“, zur CO2-Reduktion und über den Zustand des Waldes auf der Tagesordnung des Kabinetts. Im Bundestag fordern Die Grünen unter dem Eindruck einer Serie von Frühjahrsstürmen, die in vielen europäischen Ländern Todesopfer fordern, Antworten der Bundesregierung zum Thema „Orkane, Sturmfluten und die Klimaschutzpolitik“.

Von besonderer außenpolitischer Bedeutung ist die Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken anlässlich des Besuchs von Präsident Michael Gorbatschow in Bonn am 9. November 1990. Dieser umfassende Kooperationsvertrag, der auch die Überwindung des Ost-West-Gegensatzes symbolisieren sollte, beruht auf einer Vereinbarung zwischen Kohl und Gorbatschow während ihrer medienwirksam inszenierten Gespräche im Kaukasus am 17. Juli 1990.

Angesichts der instabilen Lage in Rumänien nach dem Sturz Ceaușescu-Regimes im Dezember 1989 beschließt das Kabinett Energielieferungen und humanitäre Hilfsmaßnahmen sowie die Unterstützung ausreisewilliger Rumänien-Deutscher. Die verstärkte Zuwanderung aus den osteuropäischen Ländern und die zunehmende Zahl der Asylanträge führen jedoch zu ernsthaften Unterbringungsproblemen und sozialen Spannungen in den Bundesländern. Nach einer im September 1990 vorgelegten Flüchtlingskonzeption des BMI sollen in Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern und den Herkunftsländern die Wanderungsbewegungen eingegrenzt werden.

Mit der Veröffentlichung der Kabinettsprotokolle des Jahres 1990 nutzt das Bundesarchiv die durch Kabinettsbeschluss von 2011 gegebene Möglichkeit, bislang unkommentierte, jedoch textkritisch bearbeitete Protokolle gemäß der archivrechtlichen 30-Jahresschutzfrist kontinuierlich als Übergangsangebot im Internet zur Verfügung zu stellen.

Link: Bundesarchiv: Kabinettsprotokolle online

Kontakt:
Bundesarchiv
Potsdamer Straße 1
56075 Koblenz
Telefon: 0261 505 0
Fax: 0261 505 226
koblenz@bundesarchiv.de
www.bundesarchiv.de

Quelle: Bundesarchiv, Pressemitteilung, 19.8.2021

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