Stadtarchiv Halle (Saale) erhält Unterlagen der Familie Mainzer

Nachkommen der halleschen jüdischen Familie reisten aus den USA an.

Dokumente und Briefe aus dem Besitz seiner Familie hat Bruce Mainzer gemeinsam mit weiteren aus den USA angereisten Familienmitgliedern am Mittwoch, 22. April 2026 dem Stadtarchiv Halle (Saale) überreicht. Mainzer ist Enkel von Hugo Mainzer, der bis 1939 Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Halle (Saale) war. Zudem war er Mitinhaber eines der größten Viehgeschäfte des damaligen Deutschen Reichs, Viehhandlung Joseph Frank, bis er durch die Nazis zu dessen Auflösung gezwungen wurde.


Abb.: Bruce Mainzer (rechts) überreicht Dokumente aus dem Familienbesitz an Stadtarchivar Ralf Jacob (Foto: Stadt Halle / Thomas Ziegler).

Bei den Unterlagen, die von Stadtarchivar Ralf Jacob entgegengenommen wurden, handelt es sich zum einen um Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus, als die jüdische Familie Mainzer entrechtet und in die Flucht getrieben wurde. Zum anderen handelt es sich um Briefe aus Halle (Saale) an Hugo Mainzer in den USA aus den Jahren 1946 und 1947: Nach dem Krieg hatte Hugo Mainzer Briefe an alte Kunden geschrieben in der Hoffnung, sein altes Geschäft wieder aufleben lassen zu können. Sein Enkel Bruce Mainzer entdeckte die Antwortbriefe 2025 wieder: Sie schildern die Situation der Menschen in Halle (Saale) nach dem Zweiten Weltkrieg. Neben persönlichen Zeilen finden sich in den Briefen auch Bitten um Nahrung und Kleidung.

Die Übergabe der Briefe ist auch dem Leiter der Gedenkstätte ROTER OCHSE, Michael Viebig, sowie dem Verein Zeit-Geschichte(n) zu verdanken. Viebig wr mit Bruce Mainzer in Kontakt getreten und hatte die Relevanz der Briefe aus den Jahren 1946 bis 47 erkannt.

Die Familie hielt sich anlässlich der Verlegung von 16 neuen Stolpersteinen in Halle (Saale) auf. Dazu waren 26 Nachfahren dreier befreundeter Familien – darunter die Familie Mainzer – aus Argentinien, den USA und London angereist.

Kontakt:
Stadtarchiv Halle (Saale)
Rathausstraße 1
06108 Halle (Saale)

Quelle: Stadt Halle (Saale), Pressemitteilung, 23. April 2026.