In der dritten diesjährigen Ausgabe der „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ soll anhand des Beispiels der ehemaligen Polytechnischen Oberschule (POS) Röpsen ein Einblick in die Gestaltung des Unterrichts sowie der unterrichtsbegleitenden Aktivitäten in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gegeben werden. Neben zeitgenössischen, geflügelten Begrifflichkeiten wie dem damals anzustrebenden, „staatsbürgerlichen Verhalten“ der Schüler, der „Entwicklung von Klassenkollektiven“ und „Maßnahmen gegen Schulbummelei“ wird dabei auch auf den Praxisbezug der Schulbildung durch Ernteeinsätze oder auch die Mitwirkung in verschiedenen Arbeitsgruppen eingegangen.
Unter dem Titel „Nachrichten aus dem Stadtarchiv Gera“ informiert das Stadtarchiv Gera vierteljährlich die interessierte Öffentlichkeit über aktuelle Herausforderungen und historische Themen rund um die Arbeit des Stadtarchivs.
Kontakt: Stadtarchiv Gera Gagarinstraße 99/101 07545 Gera Tel. 0365/838-214 stadtarchiv@gera.de
Marliese Kosmider neues Mitglied im Vereinsvorstand.
Einvernehmlicher Wechsel in den Gremien des Fördervereins der Villa ten Hompel: Der Vorstand begrüßte Marliese Kosmider als neues Mitglied und als Nachfolgerin des früheren Kanzlers der Universität Münster, Prof. Dr. Klaus Anderbrügge. Als Kulturschaffender hatte er humorig um „weniger Ehrenämter und mehr Ruhestand“ gebeten – aus Altersgründen. Die pensionierte Lehrerin, die u.a. an Schulen in Münster und Nottuln unterrichtete, engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für die Stadtgesellschaft, Kommunalpolitik, für Bildungs-und Sportprojekte – unter anderem leitet sie das Angebot „Wohnen für Hilfe“. In der Mitgliederversammlung im Frühjahr wurde sie bei eigener Enthaltung in den Vorstand gewählt.
Abb.: Der neue und alte Vorstand des Fördervereins der Villa ten Hompel (v.l.n.r.): Klaus Brenken, Robert von Olberg, Dr. Sabine Happ, Marliese Kosmider, Beanka Ganser, Jürgen Düttmann und Prof. Dr. Klaus Anderbrügge (Foto: Carsten Pöhler).
Vorsitzender Robert von Olberg, Dr. Sabine Happ, Beanka Ganser, Jürgen Düttmann, Klaus Brenken als weitere ehrenamtliche Vorstandsmitglieder mit dem hauptamtlichen Leiter des städtischen Geschichtsortes, Stefan Querl, bedankten sich herzlich bei Klaus Anderbrügge für sein langjähriges Engagement, vor allem auch in schwierigen Phasen. Sie blickten gleichzeitig in ihrer Sitzung in der Villa ten Hompel erfreut auf die künftige Zusammenarbeit mit Marliese Kosmider, zumal der Zuwachs an Mitgliedern weiterhin ungebrochen sei: Monatlich verzeichne der Förderverein etwa ein halbes Dutzend Neueintritte aus ganz Deutschland.
Stadtarchiv Pulheim jetzt auch im Notvallverbund Archive Rhein-Erft-Rur.
Das schriftliche Kulturgut der Region in Krisensituationen bestmöglich zu schützen, ist das ausgerufene Ziel des Notfallverbundes Archive Rhein-Erft-Rur, der Ende 2024 gegründet wurde (AUGIAS-Net berichtete). Diesem Notfallverbund ist nun auch das Stadtarchiv Pulheim beigetreten. Damit zählt das Archiv-Netzwerk aktuell insgesamt acht Mitglieder.
Abb.: Das Team des Stadtarchivs Pulheim bei einer Notfallübung im LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum in Brauweiler (Foto: Monika Marner, LVR-AFZ).
Ob Hochwasser, Starkregen, ein Brand oder ein technischer Defekt – solche oder ähnliche Schadensereignisse stellen eine Bedrohung für die in den Archiven der Kommunen bewahrten geschichtsträchtigen Dokumente und Bilder dar. „Als Partner im Notfallverbund können wir im Ernstfall schnell und koordiniert Hilfe erhalten beziehungsweise leisten sowie gleichzeitig auf ein Netzwerk gut vorbereiteter und kompetenter Partner zurückgreifen. Damit schützen wir gemeinsam das historische Gedächtnis unserer Städte“, sagt Dr. Francesco Corniani, Leiter des Pulheimer Stadtarchivs.
Regelmäßig organisiert der Notfallverbund Archive Rhein-Erft-Rur praktische Übungen, Fortbildungen und Erfahrungsaustausche, um die Handlungsfähigkeit der beteiligten Archive im Krisenfall zu stärken. So fand auch anlässlich der Vertragsunterzeichnung der neuen Mitglieder des Notfallverbunds im Archiv des LVR in der Abtei Brauweiler ein gemeinsamer Workshop statt, bei dem die Bergung und Erstversorgung von wassergeschädigtem Archivgut geübt wurde.
Verschiedene Formate rücken fast vergessenen Humanisten in den Fokus.
Am 2. August jährte sich der Geburtstag von Konrad Heresbach zum 530. Mal. Damit nicht genug: Sein Todestag, der 14. Oktober 1576, jährt sich zum 450. Mal. Grund genug fürs Stadtarchiv Mettmann, den bedeutenden Sohn der Stadt ein bisschen in den Vordergrund zu rücken.
Abb.: So soll er ausgesehen haben: Konrad Heresbach (Foto: Kreisstadt Mettmann).
Der heute eher unbekannte Humanist Heresbach war zu seiner Zeit eine wichtige Person für die Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg. Als Prinzenerzieher und Rat des späteren Herzogs Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg prägte er das Leben in einer Zeit voller Veränderungen maßgeblich mit. Seine Schriften zu den verschiedensten Themen sind auch heute noch anschlussfähig. Trotz seines einzigartigen Lebenslaufs ist er in Vergessenheit geraten – auch wenn ein Gymnasium nach ihm benannt wurde.
Abb.: Das Ausmalbuch über Konrad-Heresbach. (Foto: Kreisstadt Mettmann).
Das Stadtarchiv Mettmann hat dies zum Anlass genommen, in diesem Konrad-Heresbach-Jahr mit verschiedenen Formaten an ihn zu erinnern. Zusammen mit dem Grafiker Thomas Wienecke aus der Hausdruckerei der Stadt hat Jacqueline Muhlack, wissenschaftliche Volontärin im Stadtarchiv, ein Ausmalheft gestaltet. Es wurde bereits an drei Grundschulen verteilt. Mit den Bildern zum Ausmalen sollen auch die Jüngsten etwas über Heresbach lernen. Das Heft wird es demnächst an verschiedenen Orten in der Stadt geben. Außerdem begleitete das Team des Stadtarchivs einen Kurs am Konrad-Heresbach-Gymnasiums (KHG) während einer Projektwoche über Heresbach.
In Kooperation mit Gut Heresbach hat das Stadtarchiv eine kleine Roll-up-Ausstellung erarbeitet. In den kommenden Monaten wird sie an verschiedenen Orten der Stadt zu sehen sein und den Schulen zur Verfügung gestellt. Außerdem sind kleinere Social Media-Beiträge zu seiner Person geplant, die in der nächsten Zeit unregelmäßig auf den Kanälen der Stadt veröffentlicht werden.
Konrad Heresbach
Konrad Heresbach wurde am 2. August 1496 auf Gut Heresbach geboren; er starb am 14. Oktober 1576 in Rees. Der Sohn eines begüterten Landwirts studierte die Artes Liberales, Theologie und Jurisprudenz an deutschen, französischen und italienischen Universitäten.
Seit 1520 war er mit Erasmus von Rotterdam, dem bedeutendsten Vertreter des europäischen Humanismus, befreundet, der ihm zunächst eine Professur für Griechisch in Freiburg vermittelte, 1523 dann die Stelle des Erziehers des Erbprinzen Wilhelm von Kleve.
Noch vom Vater Wilhelms, Herzog Johann III., wurde Heresbach 1535 zum Geheimen Rat ernannt. Diplomatische Missionen führten ihn an zahlreiche Höfe Europas. Daneben war er auf verschiedenen Reichstagen, zahlreichen Synoden und Religionsverhandlungen vertreten. Durch seine Bücher über die Landwirtschaft wird er auch als Vater der modernen Agrarwissenschaften bezeichnet. Weitere Informationen zu seiner Biografie gibt es auf der Website der Stadt Mettmann.