Über 500 Jahre Kulmbacher Stadtgeschichte werden digitalisiert

Wie vergänglich historische Unikate sein können, haben der verheerende Einsturz des Kölner Stadtarchivs und die Brandkatastrophe in der Herzogin Amalia Bibliothek in Weimar gezeigt. Grund genug für OB Henry Schramm, die Sicherung der einmaligen Zeugnisse Kulmbacher Stadtgeschichte in Auftrag zu geben und damit für nachfolgende Generationen gegen Zerstörung zu schützen.

„Die Geschichte einer Stadt ist etwas Einmaliges und die Sicherung der wertvollen Bestände in unserem Archiv nicht nur eine Pflichtaufgabe, sondern auch ein Herzenswunsch von mir“, erläutert Henry Schramm das Projekt, bei dem seit Juli Urkunden, Ratsbücher und weitere wertvolle Dokumente digitalisiert werden.

Obwohl im Stadtarchiv Kulmbach entsprechende Vorkehrungen zum Schutz der Bestände geschaffen worden seien, könne man in einem älteren Gebäude nicht alle möglichen Gefahren zu 100 Prozent ausschließen, verdeutlicht er die Priorität der Maßnahme.

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Abb.: Früher und jetzt: Fotograf Detlef Teipel (links), OB Henry Schramm und Archivar Reiner Hofmann (rechts) beim Begutachten des „Statbuchs“ von 1530 im Originalzustand und der digitalen Umsetzung am Laptop (Foto: Stadt Kulmbach).

Achtzehn Ratsprotokolle mit insgesamt 13.468 Seiten hat der gelernte Werbefotograf Detlef Teipel im Rahmen des Projektes „Maßnahme zur Schaffung von Zusatzjobs“ der ARGE SGBII in Zusammenarbeit mit Stadtarchivar Reiner Hofmann bereits fotografiert und gespeichert. Darunter befindet sich auch das „Statpuch“ von 1530, das gleichzeitig das älteste Buch im Kulmbacher Archiv ist. Die älteste Urkunde trägt das Datum vom 29. März 1438.

Gesichert werden die in chronologischer Folge digitalisierten Daten gleich dreifach: Zum einen auf dem Hauptserver der Stadt, dann als Arbeitsunterlage in DVD-Form im Stadtarchiv. Zusätzlich wird im Rathaus noch eine weitere Kopie aufbewahrt.

OB Schramm: „Dadurch besteht die Möglichkeit, bei wissenschaftlichen Studien auf diesen reichhaltigen Fundus zurückzugreifen, ohne die Lebensdauer der Originale bei einer Bearbeitung zu gefährden“. Gleichzeitig sprach er Archivar Reiner Hofmann seinen Dank für dessen hohes berufliches Engagement und die fachliche Begleitung des Projekts aus.

Zudem werde man sich nach Abschluss des Projekts Gedanken machen, ob die digitalen Daten künftig auch der Öffentlichkeit, beispielsweise über die Homepage der Stadt, zugänglich gemacht werden könnten.

Kontakt:
Stadtarchiv Kulmbach
Bauergasse 4
95326 Kulmbach
09221/940 267
reiner.hofmann@stadt-kulmbach.de

Quelle: Stadt Kulmbach, Pressemitteilung, 22.9.2009

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