Fotoklub Mühlhausen übergab dem Stadtarchiv Bilddokumentation der Innenstadt

Vom Fotoklub Mühlhausen erhielt das Stadtarchiv Mühlhausen eine wertvolle Ergänzung seines Bildarchivs. Vier Mitglieder des Fotoklubs, Jürgen Stephan, Volker Marschall, Wolfgang Vogler und Wolfgang Pilz, haben in den letzten Monaten eine straßenweise fotografische Dokumentation der Innenstadt angelegt. Die in farbigen Digitalbildern vorliegende Zusammenstellung wurde dem Stadtarchiv Mühlhausen kostenlos zur Verfügung gestellt. 

In über 100 Arbeitsstunden haben die vier Fotoenthusiasten auf ca. 1.700 Bildern Häuserfassaden und Straßenansichten festgehalten. Eine ähnliche Aktion wurde schon 1991 vom Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein und 2007 von Frank Schulz durchgeführt. Im Vergleich mit diesen Vorläufern zeigt die aktuelle Dokumentation des Fotoklubs die enormen Veränderungen in der Mühlhäuser Innenstadt. So wurden in den letzten zwei Jahrzehnten viele Häuser u.a. im Rahmen der \“Altstadtsanierung Mühlhausen\“ aufwändig saniert. Neubauten entstanden z.B. am Steinweg. Nicht wenige baufällige Gebäude mussten abgebrochen werden. Die entstandenen Freiflächen dienen z.B. am Hanfsack oder am Entenbühl als Parkplätze. Dokumentiert werden aber auch Vernachlässigung und Verwahrlosung von historischer Bausubstanz in der Innenstadt.

Stadtarchivar Dr. Helge Wittmann bedankt sich herzlich beim Fotoklub Mühlhausen für diese großartige Unterstützung. Die Dokumentation wird Generationen von Archivbenutzern zur Verfügung stehen, um über das Aussehen einzelner Häuser, ganzer Straßen oder der Innenstadt insgesamt Auskunft zu geben.

Kontakt:
Stadtarchiv Mühlhausen
Rathaus
Ratsstraße 19
99974 Mühlhausen
Tel. 03601/452-144
stadtarchiv@stadtverwaltung.muehlhausen.de

Quelle: Stadt Mühlhausen, Pressemitteilung, 19.4.2011

Politik auf dem Stadtplan: Straßennamen in Münster

Wer die aktuellen Diskussionen um münstersche Straßennamen verfolgt, ahnt, wie recht der griechische Philosoph Platon hatte, als er vor rund 2400 Jahren den Ausspruch \“Das Wissen um die Namen ist keine Kleinigkeit\“ tat. Am nächsten Themenabend am Donnerstag, 28. April, 18 Uhr, im Stadtarchiv Münster setzt sich der Referent Privatdozent Dr. Rainer Pöppinghege (Universität Paderborn) unter dem Titel \“Politik auf dem Stadtplan – Straßennamen in Münster\“ mit verschiedenen Wegebezeichnungen auseinander: Dienen Straßennamen nur als Orientierungshilfe oder sind sie auch Ausdruck der politischen Gesinnung einer Stadtgesellschaft?

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Geschichte der Straßenbenennungen. Historiker Pöppinghege schaut dabei durchaus über den münsterschen Tellerrand hinaus und vergleicht die Benennungspraxis mehrerer westfälischer Städte. Der Referent geht anhand von Stadtplänen auf die Umstände der Straßenbenennungen in Münster im Laufe der Geschichte ein. Welche Straßenzüge wurden in Münster zu welcher Zeit benannt? Die Bedeutung, die heute den Straßennamen – insbesondere wenn es sich um Persönlichkeiten handelt – zugemessen werden, hatten sie nicht immer. 

Die frühesten Straßennamen besaßen vor allem Orientierungsfunktion, wurden auch nicht bewusst vergeben, sondern bürgerten sich im Laufe der Zeit allmählich ein. Man denke nur an Namen wie \“Alter Fischmarkt\“ oder \“Domplatz\“. Erst später bekamen sie Symbolcharakter und erhielten Bedeutung als \“Duftmarken\“ einer politischen Gesinnung. 

Am Themenabend (Eintritt frei) werden Vergleiche zwischen westfälischen Städten angestellt und Informationen zu politischen Straßennamen geliefert. Es gilt Entstehungszusammenhänge von Straßennamen aufzudecken, aber auch mögliche Einwände gegen ihre Umbenennung zu thematisieren. 

Kontakt:
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8 (Coerde)
48157 Münster
Tel. 02 51/4 92-47 01
Fax 02 51/4 92-77 27
archiv(at)stadt-muenster.de

Quelle: Stadt Münster, Pressemitteilung, 21.4.2011

Sagen der Heimat um Schwäbisch Gmünd

Die Sagen der Heimat um die ehemalige Reichsstadt Schwäbisch Gmünd, von Oberlehrer Georg Stütz, 1927 das erste Mal publiziert, sind vom Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd unverändert wieder aufgelegt worden, jedoch mit einem Nachwort und Quellennachweisen von Dr. Klaus Graf versehen. Das broschierte Heft umfasst 94 Seiten, ist im Einhorn Verlag in Schwäbisch Gmünd erschienen und kostet 9,50 €.

Kontakt:
Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd
Stadt – und Hospitalarchiv
Augustinerstrasse 3
73525 Schwäbisch Gmünd
Tel.: 07171 603 4150
Fax: 07171 603 4159
juergen.herrmann@schwaebisch-gmuend.de

Abiturientin forscht über die Nachkriegszeit in Wickrath

Johanna Hirsch, Schülerin der Gesamtschule Espenstraße, befragte über Monate Zeitzeugen in der damaligen Gemeinde Wickrath über die Jahre unmittelbar nach Kriegsende (1945 bis 1948). Das Stadtarchiv Mönchengladbach präsentierte die Arbeit jetzt gemeinsam mit der Abiturientin.

„Meine Arbeit befasst sich mit dem Leben in der Gemeinde Wickrath unmittelbar nach Kriegsende“, erklärt Hirsch. Zu Beginn ihrer Arbeit musste sie allerdings feststellen, dass die meisten Zeugen bereits verstorben waren. Tatsächlich wurden von ihr schließlich 15 Zeitzeugen befragt, die zu dieser Zeit als Kinder oder Jugendliche im Alter zwischen sechs und 20 Jahren in Wickrath gelebt haben.

„Anlass für die Arbeit war meine Facharbeit, die ich im vergangenen Schuljahr über das Thema „Alltag in Wickrath von 1945 bis 1949“ geschrieben habe“, berichtet Hirsch weiter. Bei der Recherche stand ihr Diplomarchivarin Ilona Gerhards vom Stadtarchiv zur Seite. „Mit der vorliegenden Arbeit wird auch für das Stadtarchiv eine Lücke geschlossen, da wir wenig Archivmaterial über diese Zeit haben und die Überlieferungen erst um 1950/1952 beginnen“, erklärt Gerhards.

Erstaunliches erfuhr Hirsch bei der Befragung der Zeugen. „Einige Menschen waren noch heute, 60 Jahre später, von den damaligen Ereignissen emotional betroffen. Andere wollten über diese Zeit nicht sprechen. Bei der Recherchearbeit tauchte die junge Autorin in das damalige Leben ein und erfuhr erstaunliche Details über die alltäglichen Sorgen der Bewohner, die sich u.a. um Wasserversorgung, Brotrationen und für die Kinder und Jugendlichen um den Schulalltag ohne Lehrmaterial drehten. Aber auch erstaunliche Sachen erfuhr sie. So kaufte eine Frau von ihrem ersten Geld eine Kaffeekanne, die noch heute in ihrem Besitz ist und einen Ehrenplatz in der Wohnung gefunden hat.

Aufgrund der Fülle der Informationen teilte Johanna Hirsch ihre Arbeit in Themenbereiche ein. Sie arbeitete wissenschaftlich einwandfrei. Alle Angaben wurden auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und durch weitere Zeugen bestätigt und soweit eine Bestätigung zu Angaben nicht gefunden wurde, entsprechend vermerkt. „Eine sehr gute Arbeit, die sich auch gut liest“, meint auch Dr. Christian Wolfsberger, Leiter des Stadtarchivs. Für interessierte Bürger bietet das Stadtarchiv die Möglichkeit die Arbeit von Johanna Hirsch nachzulesen.

Johanna Hirsch fertigte ihre Arbeit als „Besondere Lernleistung“ an, die nach Empfehlung der Kultusministerkonferenz in die Abiturnote einfließt. Dazu können neben den Ergebnissen aus einem von den Ländern geförderten Wettbewerb auch Ergebnisse eines individuellen fachlichen Projektes eingereicht werden.

Kontakt:
Stadtarchiv Mönchengladbach
Aachener Straße 2
41050 Mönchengladbach
Telefon: 02161-253242
Telefax: 02161-253259
stadtarchiv@moenchengladbach.de

Quelle: Stadt Mönchengladbach, Pressemitteilung, 20.4.2011

Landesarchiv und Erzdiözese Salzburg tauschen Findmittel aus

Zu einem Austausch von Findmitteln zwischen dem Archiv der Erzdiözese Salzburg und dem Salzburger Landesarchiv kommt es am Mittwoch, 27. April, 14.00 Uhr, im Salzburger Landesarchiv in der Michael-Pacher-Straße 40 in Salzburg. Vom Archiv der Erzdiözese gehen an das Landesarchiv Reproduktionen des Repertoriums I-3/1 (Konsistorial- und Ordinariatsprotokolle), des Repertoriums III-1 (Pfarrmatriken der Erzdiözese Salzburg, Bundesland Salzburg und Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg) und des Repertoriums I-5 (Altbestand Urbare). Umgekehrt gehen vom Salzburger Landesarchiv an das Archiv der Erzdiözese Salzburg das Repertorium 11-01 (Urbare), das Repertorium 11-06/01 (Geheimes Archiv) sowie das Repertorium 21-11/01 (Buchförmige Archivalien der Pfleggerichte, Grundherrschaften, Hofämter und Stiftungen).

\“Dieser Austausch von Repertorien ist ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Archiven, die in ihren Beständen unersetzliche historische Dokumente der Geschichte Salzburgs für künftige Generationen bewahren und somit besonders in Zeiten zunehmender Globalisierung einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der regionalen Identität unseres Bundeslandes leisten\“, informierte Dr. Oskar Dohle, Direktor des Salzburger Landesarchivs, über den bevorstehenden Austausch, an dem neben Direktor Dohle auch Landesamtsdirektor Hofrat Dr. Heinrich Christian Marckhgott sowie für die Erzdiözese Salzburg Ordinariatskanzlerin Dr. Elisabeth Kandler-Mayr und Dr. Thomas Mitterecker, Leiter des Archivs der Erzdiözese, teilnehmen werden. Durch die Teilnahme dieser hochrangigen Vertreter der Verwaltung von Land und Erzdiözese werde die Bedeutung des Findmittelaustausches in besonderer Weise unterstrichen, so Dr. Dohle.

Bis 1803 war das Erzstift Salzburg ein selbstständiges geistliches Fürstentum. Der jeweilige Erzbischof, der daher auch den Titel \“Fürsterzbischof\“ trug, war nicht nur geistliches, sondern auch weltliches Oberhaupt in seinem Land. Diese Doppelfunktion spiegelt sich auch in vielen Bereichen der Verwaltung und in dem von ihr produzierten Schriftgut wider. Daher ist eine klare inhaltliche Trennung der historischen Bestände von Diözesanarchiv und Landesarchiv für die Zeit vor 1803 nicht möglich.

Diese Verzahnung der Bestände stellt für Archivbenützer, Wissenschafter und interessierte Laien ein Problem dar, da für viele Fragestellungen umfangreiche Recherchen in beiden Archive nötig sind. Aus diesem Grund haben sich das Archiv der Erzdiözese Salzburg und das Salzburger Landesarchiv entschlossen, Reproduktionen der zentralen Findbehelfe resp. Repertorien auszutauschen. Durch diesen Findmittelaustausch wird künftig vermieden, dass Benützer unnötige Recherchen, die aufgrund der historisch bedingten Überlieferungssituation im jeweiligen Archiv keine Aussicht auf Erfolg haben, durchführen. Überdies wird sich der Beratungsaufwand für die Mitarbeiter beider Archive vermindern, sodass diese mehr Zeit für die individuelle Betreuung der Forscher aufbringen können. 

Quelle: Land Salzburg, Salzburger Landeskorrespondenz, 20.4.2011

Staatsarchiv des Kantons Bern baut Online-Dienste weiter aus

Das Staatsarchiv des Kantons Bern erweitert sein Online-Angebot: Ab sofort beteiligt es sich an der Internet-Plattform «Archives Online» (www.archivesonline.org). Die Plattform ermöglicht eine übergreifende Recherche in den Staatsarchiven mehrerer Kantone. Zudem hat das Staatsarchiv Bern die online abrufbaren Bestände mit zusätzlichem Bild- und Kartenmaterial erweitert.

Der Plattform angeschlossen sind neben dem Staatsarchiv des Kantons Bern das Archiv für Zeitgeschichte in Zürich sowie die Staatsarchive der Kantone Basel-Stadt, Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich. Die Plattform ermöglicht eine übergreifende Recherche in allen angeschlossenen Archiven. Alle Datenbanken können gleichzeitig nach einem Stichwort durchsucht werden. Zusätzlich kann die Suche auf einen Zeitraum und/oder auf eine Auswahl von Archiven beschränkt werden. Mit einem Klick auf einen der aufgelisteten Treffer gelangt man direkt in die Datenbank des betreffenden Archivs. Die Resultate sind immer aktuell, weil «Archives Online» direkt auf die Web-Datenbanken der einzelnen Archive zugreift. 

Neben dem Beitritt zu «Archives Online» hat das Staatsarchiv des Kantons Bern auch die Onlinebestände im eigenen elektronischen Erschließungs- und Recherchesystem «Query» deutlich ausgebaut. Neben neu erschlossenen Beständen aus der Verwaltung wurden auch alle Nachlässe erfasst. Zudem sind gut die Hälfte der Postkartensammlung sowie der Fotonachlass des Simmentaler Viehfotografen Arthur Zeller aufgeschaltet, dessen Werke derzeit auch im Kunstmuseum Thun in der Ausstellung «Beruf: Bauer» zu sehen sind. Schließlich finden sich in der Datenbank «Query» Verweise auf den gesamten Bestand der Karten und Pläne.

Während in der Datenbank «Query» in der Regel nur die sogenannten Metadaten zu finden sind, also die Beschreibung der Archivalien, sind bei den Postkarten und den Karten und Plänen jeweils auch Scans angehängt. Diese werden hoch aufgelöst ins Netz gestellt. Aus finanziellen Gründen konnte bisher jedoch nur eine kleine Menge an Karten digitalisiert werden. Abrufbar sind derzeit 1.265 der insgesamt rund 25.000 Dokumente. Die Zahl soll in den nächsten Jahren nach Möglichkeit kontinuierlich erhöht werden.

Die Datenbank «Query» wurde nach einer einjährigen Testphase im Oktober 2010 offiziell in Betrieb genommen. Die Reaktionen der Nutzerinnen und Nutzer waren durchwegs positiv. Vor allem das umfangreiche Angebot von über 30.000 digitalisieren Fotos stiess auf grosses Interesse. Das bequem von zu Hause aus konsultierbare Online-Inventar umfasste per Jahresende 2010 über 90 Prozent der im Staatsarchiv gelagerten Bestände.

Kontakt:
Staatsarchiv des Kantons Bern
Falkenplatz 4
Postfach 8424
CH-3001 Bern
Tel. 031 633 51 01
Fax 031 633 51 02

Quelle: Kanton Bern, Medienmitteilung, 19.4.2011

Reinigungsanlage der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst rettet Schätze der Archive und Bibliotheken

Die Fakultät Erhaltung von Kulturgut der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) plant Kooperationen mit Historischem Archiv der Stadt Köln, Niedersächsischem Landesarchiv und Universität Erfurt.

Mit Hilfe ihrer deutschlandweit einzigartigen Anlage zur Reinigung von Karten und Schriftgut wird die HAWK-Fakultät Erhaltung von Kulturgut einen Beitrag zur Rettung von zehntausenden mit Staub kontaminierten Dokumenten der Archive und Bibliotheken leisten können, darunter für Bestände des Niedersächsischen Landesarchivs und des 2009 eingestürzten Historischen Kölner Stadtarchivs. Die Anlage soll langfristig aber auch die Archive und Bibliotheken im Kampf gegen große Mengen Schimmelschäden an ihrem Schriftgut unterstützen. 

Die Fakultät für Erhaltung von Kulturgut der HAWK in Hildesheim präsentiert die neue Methode zur maschinellen Reinigung von Karten und Schriftgut in einer Pressekonferenz am Freitag, 6. Mai 2011, 10 Uhr, HAWK-Fakultät Erhaltung von Kulturgut, Bismarckplatz 10-11, 31135 Hildesheim.

Die TeilnehmerInnen der Pressekonferenz kommen aus:

• der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/ Gotha
• dem Niedersächsischen Landesarchiv
• dem Historisches Archiv der Stadt Köln und
• zudem sind die Entwickler der Anlage anwesend.

Die einmalige, acht Meter lange und zwei Meter breite Anlage wurde durch Mitarbeiter und Kooperationspartner des Studiengangs Papierrestaurierung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in einem Projekt der Universität Erfurt von 2005 bis 2008 entwickelt. Innerhalb von zwei Jahren bis Ende 2010 konnten 185.000 kulturhistorisch sehr bedeutende und fragile Karten des Perthes Geographischen Verlags von gesundheitsschädlichen und das Material zersetzenden Feinstäuben gereinigt werden. 

Die HAWK Hildesheim konnte diese Anlage im Januar 2011 von der Universität Erfurt übernehmen. Sie besitzt ein großes Entwicklungspotenzial und soll an der Fakultät Erhaltung von Kulturgut, der Fachrichtung Schriftgut, Buch und Graphik und dem Labor für Mikrobiologie, in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesarchiv, dem Historischen Archiv der Stadt Köln, der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/ Gotha sowie der Entwicklerfirma Becker-Systems GmbH weiter entwickelt werden. 

Die Abnahme von feinen und schädigenden Baustäuben sowie von mikrobiologischen Belägen steht im Mittelpunkt. Feinstäube und mikrobiologische Ablagerungen beschleunigen die Alterung und die Zerfallsprozesse organischer Materialien. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die durch sie bestehen, machen diese Bestände zudem unbenutzbar. 

Das Reinigungsprinzip beruht auf elektrostatischen Effekten. Mit dieser innovativen Technik können erstmals auch empfindliche und beschädigte Objekte ohne Gefährdung ihrer Substanz behandelt werden. Die Entwicklungsarbeit und das Ergebnis sind aus diesem Grund auch beispielhaft. Bisher konnten Bestande, die einen einzigartigen graphischen Charakter oder Merkmale von Handschriften besitzen, keinen Mengenbehandlungen zugeführt werden, weil das Risiko von Nebenwirkungen und Veränderungen zu hoch war. Mit der Entwicklung dieser Anlage wurden neben den quantitativen auch qualitative Maßstäbe gesetzt, denn das Risiko, das Veränderungen auftreten, liegt bei 0,01%. 

Die Fakultät kann mit dem Betreiben der Anlage die verschiedenen interdisziplinären Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mengenbehandlung, wie Schadenserhebungen, Verfahrenentwicklung, Standardisierung von konservatorischen Maßnahmen, Logistik und Planung, Qualitätsmanagement und wirtschaftliches Arbeiten in die Lehre und Forschung praxisnah integrieren. Das Lehrkonzept wird damit erweitert und den wichtigen aktuellen (und auch zukünftigen) Anforderungen an die Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes gerecht. 

Während der Veranstaltung und Pressekonferenz soll auch der Grundstein für die weitere Forschungsarbeit gelegt werden. Die Vertreterinnen und Vertreter der Institutionen wollen einen Letter of Intent unterzeichnen und die weiteren gemeinsamen Schritte und Forschungsvorhaben planen..

Rednerinnen und Redner:

Ziele des Reinigungsprojekts an der HAWK
Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel
Prof. Ulrike Hähner, Fachrichtung Schriftgut, Buch und Graphik

Das Kartenreinigungsprojekt an der Universität Erfurt
Dr. Kathrin Paasch, Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha 

Entwicklung der Anlage an der Universität Erfurt
Dipl.-Ing. Ernst Becker, Becker Systems GmbH

Neue Kooperationsvorhaben
Dr. Bernd Kappelhoff, Präsident des Niedersächsischen Landesarchivs
Dr. Ulrich Fischer, Historisches Archiv der Stadt Köln

Vorführung der Anlage
Dipl.-Rest. Christian Kreienbrink, Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/ Gotha 
Master-Student Helge Oltmann, HAWK

Moderation 
Dekanin Prof. Dr. Karin Petersen

Kontakt:
HAWK Hildesheim/Holzminden /Göttingen
Fakultät Erhaltung von Kulturgut
Bismarckplatz 10/11
31135 Hildesheim
Telefon: +49(9)5121 881-385
Telefax: +49(9)5121 881-386
www.hawk-hhg.de

Quelle: HAWK, Aktuelles; idw-online, Pressemitteilung, 15.4.2011

Geschichtsunterricht im Stadtarchiv Greven

Die Zeit des Nationalsozialismus ist in diesen Wochen Thema im Geschichtsunterricht der 9. Jahrgangstufe des Gymnasium Augustinianum in Greven. Das war Grund genug für Dirk Breulmann, Geschichtslehrer am Gymnasium, am Montag und Dienstag, 11./12. April 2011, mit einer 9. Klasse im Stadtarchiv Greven Originalquellen aus jener Zeit einzusehen. „Die Schülerinnen und Schüler sollten einen Themen bezogenen Einblick in die Geschichte ihres Heimatortes erhalten und Geschichte einmal abseits der Lehrbücher an konkreten Fallbeispielen in den Blick nehmen. Wichtig war mir auch, dass sie einmal das Stadtarchiv Greven kennen lernen“, so Breulmann, „denn wie aus dem Archivmaterial Geschichte geschrieben wird, ist ein spannendes Thema. Nebenbei haben die Schülerinnen und Schüler auch die ersten Leseübungen mit Sütterlin- und Frakturschrift erfolgreich absolviert. Das gehört zur erfolgreichen Archivarbeit einfach dazu.“

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Bild: Gruppenarbeit 9. Klasse des Gymnasium Augustinianum im Besucherraum des Stadtarchivs Greven (Foto: Stadt Greven)

Aus praktischen Gründen wurde der Besuch verteilt, auf zwei Vormittage mit jeweils der Hälfte der Klasse. Begleitet wurde eine Klassenhälfte auch von den Referendaren Thomas Wulf und Andreas Böcker. Dadurch war eine gute Betreuungssituation gegeben, die durch Stadtarchivar Dr. Stefan Schröder komplettiert wurde. Schröder führte in die Archivarbeit ein und verteilte einschlägige Akten und Zeitungsausschnitte zu den Bereichen „Machtergreifung“, „Verfolgung“, „Jugend“ und „Schule“. Zum Abschluss gab es mit einer Führung in die Magazinräume einen Blick hinter die Kulissen des Stadtarchivs.

Breulmann und Schröder waren sich darin einig, dass das Projekt erfolgreich war und wiederholbar ist. Das Stadtarchiv steht schon seit langem in gutem Kontakt zum Gymnasium, zuletzt bei der Betreuung von Schülerinnen und Schülern, die am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2010/11 teilgenommen haben. „Wir stehen aber grundsätzlich allen Schulen offen und versuchen, unsere Angebote in Kooperation mit den Lehrkräften auf den jeweiligen Bedarf hin zu entwickeln. So möchten wir als außerschulischer Lernort unseren Teil zur Entwicklung des Bildungsstandortes Greven beitragen“, unterstreicht Schröder nochmals das Anliegen des Stadtarchivs, ein verlässlicher Partner für die historische Bildungsarbeit in Greven zu sein.

Kontakt:
Stadtarchiv Greven
Dr. Stefan Schröder
Rathaus
Raum B 18 (Untergeschoss)
Rathausstraße 6
48268 Greven
Tel. 02571 920-358
Telefax: 0 25 71-9 20 63 58
stefan.schroeder@stadt-greven.de

Stasi-Staatsmobbing und BStU-Aufarbeitung

Am 13. April 2011 fand im Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster eine weitere hochkarätige Veranstaltung im Rahmen der Wanderausstellung „Feind ist wer anders denkt“, die zur Zeit in der Stadthausgalerie gezeigt wird, statt.

Prof. Dr. Hansjörg Geiger, der in der Zeit von 1990 bis 1995 Gründungsdirektor der Stasi-Unterlagenbehörde der ehemaligen DDR in Berlin (BStU) und später Präsident des Bundesnachrichtendienstes war, berichtete von seinen Pionierarbeiten im Umgang mit der Stasi in der DDR. 204 km Aktenmaterial und ein System von über 6 Millionen Karteikarten bauten 90.000 Mitarbeiter und am Schluss fast 190.000 informelle Mitarbeiter (IM) im Laufe der Jahre auf. 12.000 IMs waren auch im Westen aktiv.

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Bildunterschrift von l.n.r.: Christoph Spieker, Leiter der Villa ten Hompel, Prof. Dr. Hansjörg Geiger, Gründungsdirektor der Stasiunterlagenhörde, Michael Tillmann, West-Ost-Forum, Horst Wiechers, Gegen Vergessen für Demokratie e. V. (Foto: Villa ten Hompel)

Vor den 50 Zuhörern schilderte er anschaulich die unerwarteten Hürden und großen Erwartungen an seine Tätigkeit in den ersten Monaten des vereinten Deutschlands, als sogar wichtige DDR-Politiker der ersten Stunde als informelle Mitarbeiter enttarnt wurden. Geiger musste mit seinen Behördenmitarbeitern improvisieren, „es war nichts da, nur große Erwartungen“.

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) wollte die „Wahrheit“ über die eigene Bevölkerung erfahren, um dann nach eigenem Interesse damit umzugehen. Geiger charakterisierte das Verhalten als eine Form von Staatsmobbing, die nicht vor Entführungen und der Zerstörung von Existenzen zurückschreckte. Für die meisten DDR-Bürger war das MfS, die „STASI“, ein Synonym für Willkür, politischen Machtmissbrauch und Unterdrückung. Am 1. März 1990 wurden dann alle Mitarbeiter entlassen und die Behörde aufgelöst.

Es war das Verdienst der Bürgerbewegung, versicherte Geiger, dass die Akten nicht vernichtet wurden und heute international beispielhaft für eine Aufarbeitung zur Verfügung stehen. Das konnte er kürzlich in Ägypten auch persönlich erfahren. Allerdings bleibt es eine große Herausforderung z.B. die 10.000 meterhohen Säcke mit handzerrissenem Material wieder zusammenzusetzen.

Nach dem Ende der DDR bewegte die Menschen, wie intensiv die Bespitzelung mit Hilfe von „Inoffiziellen Mitarbeitern“, in das nächste Lebensumfeld der Betroffenen hineinwirkte. Die Stasi ließ sogar in Kindergärten das Sandmännchen malen, um festzustellen in welchen Familien das Westfernsehen gesehen wurde. Der Zugang zu den Akten der Staatssicherheit ist auch deswegen wichtig, betonte Geiger, um zu wissen, welchen Einfluss das MfS auf das Leben der Betroffenen genommen hatte und wem man vertrauen konnte. Eine Aufgabe die noch weitergeführt werden muss, das zeigen auch die bisher über 6 Millionen Auskunftsersuchen, die bisher an die ehemalige Gauck und jetzige Jahn-Behörde gestellt wurden.

Kontakt:
Geschichtsort
Villa ten Hompel
Stadt Münster
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Tel. 02 51/4 92-71 01
Fax 02 51/4 92-79 18
tenhomp(at)stadt-muenster.de
www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel

Kooperation. Konkret. 2011

Die Medienberatung NRW lädt zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb "Kooperation. Konkret" ein:

Was haben die Engel von Lemgo, die Kulturstrolche aus Münster oder die Velberter Singstunde gemeinsam? Sie alle sind ausgezeichnete Kooperationsprojekte des vergangenen Wettbewerbes „Kooperation. Konkret.“ und veranschaulichen, wie originell und kreativ Zusammenarbeit zwischen Schule und kommunalen Bildungseinrichtungen vor Ort ausschauen kann. Ab sofort haben auch Sie wieder die Chance, Ihre Kooperationsmodelle einer breiten Fachöffentlichkeit zu präsentieren, denn der Wettbewerb „Kooperation. Konkret.“ startet in eine neue Runde!

\"Kooperation.

Viele Archive öffnen sich einer neuen Nutzergruppe und arbeiten verstärkt mit Schulen zusammen. Erklären Sie zum Beispiel Grundschülerinnen und Grundschülern, was eine Urkunde ist und wie ein Archiv funktioniert? Oder führen Sie Jugendliche aus der Hauptschule in die Regionalgeschichte ein? Vielleicht können sich Abiturientinnen und Abiturienten bei Ihnen Anregungen für Ihre Facharbeit holen? Wir suchen vor allem Beispiele längerfristiger Kooperationen mit Schulen, die über eine einmalige und unverbindliche Archivführung hinausgehen. Zeigen Sie uns, wie Sie Ihre Zusammenarbeit mit Schulen nachhaltig gestalten!

Wenn Sie

  • über ein kreatives Kooperationskonzept mit einem oder mehreren schulischen Partnern verfügen
  • sich über Geld- oder Sachpreise freuen, die Ihrer Bildungspartnerschaft zugute kommen
  • anderen Einrichtungen Anregungen für Kooperationen geben und dabei Ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit unterstützen möchten
  • sich darüber freuen würden, am 23. November 2011 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung auf dem Kongress „Kooperation. Kult.“ in Dortmund ausgezeichnet zu werden

dann laden wir Sie herzlich dazu ein, sich mit Ihrem Beitrag am diesjährigen Wettbewerb „Kooperation. Konkret.“ zu beteiligen! Erstellen Sie ganz einfach Ihr Konzept: Zu diesem Zweck haben wir auf unserer Webseite eine Gliederungshilfe für Sie bereitgestellt. Diese senden Sie uns bitte ausgefüllt als Word- oder PDF-Datei, gern auch mit ergänzenden Materialien, per E-Mail zu.

Einsendeschluss ist der 09. September 2011.

Im Falle von Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartnerin: Christin Arens, arens@medienberatung.nrw.de, Tel. 0211/27404-2580

Teilnahmebedingungen, die Gliederungshilfe sowie weitere Informationen finden Sie unter:
www.kooperation.konkret.nrw.de

Wir freuen uns schon jetzt auf Ihre Beiträge!

Christiane Bröckling
Bildungspartner NRW / Medienberatung NRW.