Mit 29 schon Bürgermeister von Bocholt

Das Foto des Monats November 2011 des Stadtarchivs Bocholt zeigt einen noch relativ jungen Mann mit dem im 19. Jahrhundert zeitweise modischen Backenbart. Ungeachtet seiner jugendlichen Gesichtszüge strahlt er doch schon eine große Würde aus. Dies erstaunt weniger, wenn man weiß, dass der Abgebildete mit gerade einmal 29 Jahren zum Bürgermeister von Bocholt gewählt wurde – ein Amt, das er dann ununterbrochen 36 Jahre lang innehatte.

Geboren wurde Bernhard Degener am 16. November 1829 im sauerländischen Arnsberg. Schon früh trat er in den kommunalen Verwaltungsdienst ein. Zunächst als Stadtsekretär in Lüdenscheid tätig, bewarb er sich trotz seines geringen Alters 1859 für das Amt des Bocholter Bürgermeisters und wurde tatsächlich gewählt. Die folgenden 36 Amtsjahre (1860-1896) waren ein langer Zeitraum, vor allem unter den Bedingungen der industriellen Revolution, die damals binnen Kurzem die Stadt Bocholt völlig veränderte.

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Abb.: Bernhard Degener, Bocholter Bürgermeister von 1860-1896. (Foto: Stadtarchiv Bocholt)

Fabriken entstanden, Straßen und Eisenbahnlinien wurden neu angelegt, Schulen wurden gebaut und erweitert, die Infrastruktur insgesamt modernisiert. Auch in gesellschaftlicher Hinsicht kam es zu einem deutlichen Wandel: Neben die traditionellen Berufe traten nun Unternehmer und vor allem die Industriearbeiterschaft. Die Zahl der Kinder, die das Erwachsenenalter erreichten, stieg dank Fortschritten in der Medizin deutlich an. Außerdem zog die prosperierende Stadt Menschen aus nah und fern an. Die Folge davon war, dass sich die städtische Bevölkerung in Degeners Amtszeit mehr als verdreifachte – auf schließlich über 17.000 Einwohner. Darauf musste auch die Stadtverwaltung reagieren: Sie tat dies vor allem mit einer stärkeren Ausdifferenzierung ihrer Aufgaben.

All diese Prozesse moderiert, bisweilen auch angestoßen und so den Grundstein für die Bedeutung Bocholts als Bildungs-, Verkehrs-, Verwaltungs- und Industriezentrum im 20. Jahrhundert gelegt zu haben, darin liegt ein bleibendes Verdienst von Bürgermeister Degener. Knapp sieben Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt, am 5. Juni 1903, ist er in Bocholt verstorben. In der Stadt aber geriet er nicht in Vergessenheit, und so würdigte man in der Weimarer Zeit seine Tätigkeit dadurch, dass man eine Straße im Bocholter Norden nach ihm benannte.

Wer historische Fotos über Bocholt zur Verfügung stellen möchte, kann sich an das Stadtarchiv Bocholt unter Tel.: 02871/2411012 oder per E-Mail stadtarchiv@mail.bocholt.de wenden.

Kontakt:
Stadtarchiv Bocholt
Münsterstraße 76
46397 Bocholt
Tel.: +49 2871 2411-010
Fax: +49 2871 24 11 0 – 17
stadtarchiv@mail.bocholt.de

Quelle: Stadt Bocholt, Pressemitteilung, 31.10.2011

Münchner Literaturarchiv digitalisiert Nachlass von Monika Mann

Das Literaturarchiv der Münchner Stadtbibliothek stellt ab sofort den literarischen Nachlass der Schriftstellerin und Journalistin Monika Mann im Internet zur Verfügung. Rund 500 Dokumente, darunter über 100 Briefe, 350 Zeitungsartikel, Prosamanuskripte und das erst kürzlich entdeckte New Yorker Tagebuch, sind im Maßstab 1:1 in einem hochauflösenden, einwandfrei lesbarem Format einsehbar. Der Zugang (www.mann-digital.de) steht jedem Interessierten ohne Einschränkung offen und ist kostenfrei.

Monika Mann wurde 1910 als viertes Kind von Katia und Thomas Mann in München geboren. Ihr Leben war geprägt durch Ausbürgerung und Staatenlosigkeit, Flucht und Exil in Europa und Amerika, vor allem auch durch den traumatischen Verlust ihres Mannes, der bei einem deutschen U-Boot -Angriff vor ihren Augen ertrank. Nach ihrer Rückkehr aus den USA lebte sie 30 Jahre auf der Insel Capri und arbeitete als Schriftstellerin und Journalistin und Feuilletonistin.

Die literarische Welt wurde erst in letzter Zeit auf die Schriftstellerin Monika aufmerksam. Für viele Literaturwissenschaftler gilt sie als echte Entdeckung. Die Digitalisierung des Nachlasses gibt ab sofort jedem Interessierten die Möglichkeit, sich selbst auf die Spuren von Monika Mann zu begeben und ihr Leben und Werk zu entdecken. Und dies ist erst der Anfang: Der Nachlass Monika Mann – digital bildet den Auftakt für die schrittweise Digitalisierung aller Briefe, Manuskripte und Dokumente der Familie Mann, die sich im Literaturarchiv der Münchner Stadtbibliothek befinden. Mit den kompletten Nachlässen von Klaus und Erika Mann, über 800 Briefen und Manuskripten von Thomas Mann sowie zahlreichen Archivalien von Golo, Monika, Michael und Elisabeth Mann ist das Literaturarchiv der Münchner Stadtbibliothek eine international vielbeachtete Forschungsstelle zur Familie Mann.

Kontakt:
Literaturarchiv der Münchner Stadtbibliothek
Maria-Theresia-Str. 23
81675 München
Telefon: 089/41947213
frank.schmitter@muenchen.de

Quelle: Münchner Stadtbibliothek, Pressemitteilung, 25.10.2011

1.468 Akten der Westfälischen Landes-Eisenbahn bereichern Kreisarchiv Soest

Die Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) hat 1.468 Akten, mit denen die Unternehmensgeschichte von 1883 bis in die 1980er Jahre hinein abgebildet wird, dem Kreisarchiv Soest übergeben. In einem Depositalvertrag ist geregelt, dass die WLE Eigentümer bleibt und das Kreisarchiv die Akten verwahrt und zur Benutzung zur Verfügung stellt. Geschäftsführer Manfred Ries und sein Vorgänger Josef Kückmann trafen beim offiziellen Übergabetermin auf eine dankbare Kreisarchivarin.

"Ein sehr schöner Bestand", fasste Beatrix Pusch in Gegenwart von Kreisdirektor Dirk Lönnecke und Kim Weber, Abteilungsleiterin Technische Dienste, ihre Eindrücke über die 300 angelieferten Kartons zusammen. Die Kreisarchivarin wies darauf hin, dass es nach dem nordrhein-westfälischen Archivgesetz auch Aufgabe der Archive ist, die amtliche Überlieferung zu ergänzen, um die Vielfalt der lokalen und regionalen Lebenswelt abzubilden. Das umfangreiche Archivgut der WLE erfülle das in hervorragender Weise. Denn es bereichere die vorhandenen Bestände der beiden Altkreise Soest und Lippstadt zur regionalen Verkehrsentwicklung. Schließlich sei das Unternehmen 1883 als „Warstein-Lippstadter (sic!) Eisenbahn“ im heutigen Soester Kreisgebiet gegründet worden, habe bis heute seinen Sitz im Kreis Soest und der Kreis Soest sei heute der größte Gesellschafter.

Dass der Bestand erhalten blieb, zu großen Teilen bereits erschlossen ist und ein Findverzeichnis existiert, das ist Josef Kückmann zu verdanken. Nach einem Umzug der Unternehmensverwaltung rettete er aus verwaisten Büros zurückgelassene Akten, die er nach seiner Pensionierung durchforstete und aufarbeitete. Frucht dieser Sisyphusarbeit ist das 2009 von ihm zusammen mit Burkhard Beyer herausgegebene Werk „Von Warstein bis ins Münsterland. Die Geschichte der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE)“ (DGEG Medien, Hövelhof 2009, ISBN 978-3-937189-39-0).

Basis für die Inbetriebnahme der WLE im Jahre 1883 war die Erkenntnis heimischer Industrieller, dass eine gute Verkehrsanbindung von Warstein aus in nördlicher Richtung für die regionale Eisen- und Steinindustrie geradezu unerlässlich war, wollte man den Anschluss an die neue Zeit nicht verpassen. Längst Geschichte ist auch die Strecke Brilon-Belecke-Soest, die mit dem Empfang des Eröffnungszuges am 1. Dezember 1899 in Soest am Thomätor eingeweiht wurde. Heute ist die WLE ein moderner Logistik-Dienstleister. Kreisarchivarin Beatrix Pusch weist darauf hin, dass der WLE-Bestand im Kreisarchiv nach Voranmeldung benutzt werden kann.

Kontakt:
Kreisarchiv Soest
Hoher Weg 1-3
59494 Soest
Telefon: 02921/302960
Telefax: 02921/302944
kreisarchiv@kreis-soest.de

Quelle: Kreis Soest, Pressemeldung, 25.10.2011

Gebäude des Landeshauptarchivs Schwerin feiert 100. Geburtstag

Am 23. Oktober 1911 wurde das Hauptgebäude des Landeshauptarchivs Schwerin in der Graf-Schack-Allee 2 eröffnet. Zum 100-jährigen Jubiläum veranstaltete das Archiv am gestrigen Sonntag, 23.10.2011, einen „Tag der offenen Tür“, an dem die Besucher seltene Einblicke in das Gedächtnis des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewinnen konnten. Bei den Führungen durch das historische Archivgebäude am Schweriner See konnten neben Lesesaal und Magazinräumen auch die Werkstätten der Restauratoren besichtigt werden.

Das Hauptgebäude des Landeshauptarchivs Schwerin entstand zwischen 1909 und 1911 nach den Plänen des Architekten Paul Ehmig. Heute beherbergt es mehr als 24 laufende Regalkilometer Archivgut. Damit hat sich der Bestand in den letzten 100 Jahren mehr als verfünffacht. Die wertvollsten Schätze der Magazinräume sind die Urkunden, welche Napoleon seinerzeit persönlich unterzeichnete, sowie die mittelalterliche Kirchberg-Chronik über die Geschichte Mecklenburgs.

Kontakt:
Landeshauptarchiv Schwerin
Graf-Schack-Allee 2
19053 Schwerin
Telefon: 0385/58879410
Telefax: 0385/58879412
poststelle@landeshauptarchiv-schwerin.de

Quelle: Norddeutscher Rundfunk, 23.10.2011

Rhein-Kreisarchivar geht in den Ruhestand

Der Leiter des Archivs im Rhein-Kreis Neuss, Dr. Karl Emsbach, geht Ende Oktober 2011 nach 29 Jahren Dienst in den Ruhestand. Am 21.10.2011 feierte der 65-jährige Archivar im Kreisarchiv in der Zonser Burg Friedestrom seinen Ausstand. Unter den Gästen befanden sich auch Kulturdezernent Tillmann Lonnes, Landesarchivar Wilfried Reininghaus, der stellvertretende Bürgermeister von Dormagen, Hans Sturm, und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Petrauschke würdigte in seiner Laudatio besonders die Pionierarbeit Emsbachs.

Als Emsbach am 1. Mai 1982 sein Büro um Grevenbroicher Stadthaus bezog, habe er lediglich einen Tisch, einen Stuhl und ein paar gesammelte Zeitungen vorgefunden. So sei es ihm zu verdanken, dass der Rhein-Kreis Neuss heute über ein wohlgeordnetes Kreisarchiv mit 1,4 laufenden Regalkilometern Archivgut verfügt. Karl Emsbach wurde in Tauberbischofsheim geboren und wuchs in Koblenz auf. Nach dem Studium der Geschichte, Philosophie und Geografie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn promovierte er 1980 daselbst mit einer Arbeit zur sozialen Betriebsverfassung der rheinischen Baumwollindustrie im 19. Jahrhundert. Nach der Ausbildung zum höheren Archivdienst trat Emsbach 1982 seinen Dienst als Leiter des Archivs im Rhein-Kreis Neuss an.

Seit 1990 ist er in Zons tätig, wo seit 207 auch das Stadtarchiv Dormagen untergebracht ist. Im Laufe seines Berufslebens veröffentlichte er zahlreiche Werke zur Regionalgeschichte, so etwa ein Stadtführer zu Zons oder eine Studie über die Windmühlen im Kreis Neuss. Ebenso entstanden unter seiner Federführung mehrere Ausstellungen zur Dormagener Stadtgeschichte. Im Ruhestand will sich Emsbach weiterhin der Erforschung der Lokalgeschichte widmen. Neben dem Abschluss seiner bereits begonnen Edition der Rheinischen Dorfchronik von Joan Peter Delhoven würde Emsbach auch gerne eine Übersicht der Dormagener Denkmäler erstellen. Neuer Leiter des Kreisarchivs wird ab dem 1. Januar 2012 der Historiker Dr. Stephen Schröder, derzeit Archivar im Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar.

Kontakt:
Archiv im Rhein-Kreis Neuss
Schloßstraße 1
41541 Dormagen
Telefon: 02133/530210
Telefax: 02133/5302291
kreisarchiv@rhein-kreis-neuss.de
www.rhein-kreis-neuss.de/de/themen/kultur_freizeit/kreisarchiv/index.html

Quelle: Westdeutsche Zeitung, 23.10.2011

Neues Stadtarchiv für Erlangen

Am 21.10.2011 wurde das Stadtarchiv Erlangen neu eröffnet. In einem Teil des bedeutendsten Gebäudes der Erlanger Industriekultur, im so genannten Museumswinkel zwischen Luitpold- und Gebbertstraße, ist das Archiv nunmehr untergebracht. Die Stadt Erlangen hatte den Gebäudekomplex im Jahr 2000 von Siemens geschenkt bekommen.

Durch das Einbringen von Stahlträgern im Boden wurde die Tragfähigkeit des neuen Archivgebäudes auf 1,2 Tonnen pro Quadratmeter erhöht. 15 Kilometer Regalfläche sollen dem Archivgut eine Zuwachsfläche für die kommenden 15 bis 20 Jahre bieten. Insgesamt kostete das neue Stadtarchiv Erlangen 6,6 Millionen Euro.

Die Archivbestände beinhalten unter anderem rund 5.000 laufende Fachbodenmeter Akten, 15.100 Urkunden und eine Archivbibliothek mit 25.000 Bänden. Hinzu kommen archivische Sammlungen mit etwa 125.000 Plakaten, Fotos, Postkarten oder Graphiken sowie um die 3.800 Pläne und Karten. Bislang waren die Bestände zum Teil unter klimatisch problematischen Bedingungen auf mehrere Lagerorte innerhalb der Stadt verteilt.

Link:
O-Ton: www.frankenfernsehen.tv/default.aspx?ID=12149&showNews=1055116&newVideo=0

Kontakt:
Stadtarchiv Erlangen
Cedernstraße 1
91054 Erlangen
Tel+49 (0) 9131 86-2219
Fax+49 (0) 9131 86-2876

Quelle: Franken Fernsehen, 21.10.2011; BR online, 21.10.2011

Zweiter Niederösterreichischer Archivtag

Das Niederösterreichische Landesarchiv lädt zum 2. Niederösterreichischen Archivtag am 11. November 2011. Das Echo auf die erste Veranstaltung im Jahr 2010 war groß: Etwa 100 BetreuerInnen niederösterreichischer Archive nützten die Veranstaltung dazu, über die neuesten Entwicklungen im Archivwesen informiert zu werden. Auch der zweite NÖ Archivtag wird den Kolleginnen und Kollegen die Gelegenheit zur Weiterbildung und zum Erfahrungsaustausch bieten.

Tagungsort: Festsaal der Niederösterreichischen Versicherung im Regierungsviertel in St. Pölten.

Die Teilnahme am Archivtag ist kostenfrei!

Programm und Online-Anmelde-Formular unter: http://www.noe.gv.at/Bildung/Landesarchiv-/Aktuelles/Archivtag_2011.html

Kontakt:
Niederösterreichisches Landesarchiv
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
Tel.: +43/2742/9005/12044 (Kanzlei), 16264 (Information)
Fax: +43/2742/9005-12052, 16550
post.k2archiv@noel.gv.at
www.noel.gv.at

Kreisarchiv Soest zieht vorübergehend ins Kreishaus um

Aufmerksame Beobachter haben die Armada von Umzugswagen vor der Villa Plange registriert. Sie ist ein Vorbote von lange geplanten Veränderungen. Das Kreisarchiv Soest zieht in diesen Tagen vom Soester Sigefridwall in das Kreishaus um. Denn in der Villa beginnen dringende Reparaturmaßnahmen.

Wasserschäden sind in einigen Räumen längst sichtbar. So funktioniert die Balkonentwässerung wegen defekter und nicht ausreichend dimensionierter Rohrleitungen nur unzureichend. Auch für andere Ver- und Entsorgungsleitungen besteht dringender Handlungsbedarf, wenn das denkmalgeschützte Gebäude keinen größeren Schaden nehmen soll. So stehen Heizungsarbeiten sowie Maßnahmen rund um Sanitär- und Elektroinstallation in den nächsten Monaten bevor. Daneben sollen Fenster und Türen ausgetauscht werden, vor allem aus energetischen Gründen. Aus dem Jahr 2010 stehen für das Projekt noch 110.000 Euro zur Verfügung, für 2011 hat der Kreistag 225.000 Euro an Haushaltsmitteln bereitgestellt.

Wegen des Umzugs bleibt das Archiv noch bis zum 28. Oktober geschlossen. Ab dem 31. Oktober 2011 ist das Kreisarchiv im Kreishaus am Hohen Weg unter der bekannten Telefonnummer 02921/302960 und der E-Mail-Adresse kreisarchiv@kreis-soest.de zu erreichen. Benutzungen des Archivs sind nach Voranmeldung möglich.

Das Magazin des Kreisarchivs verbleibt im Keller der Villa Plange. Zurzeit wird geprüft, ob die bisherigen Räume des Kreisarchivs im Ober- und Dachgeschoss der Villa Plange künftig von der jetzt noch im Kreishaus untergebrachten wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH genutzt werden können. Die Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen, bei denen die Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten sind, werden den Zeitraum bis Juli 2012 in Anspruch nehmen. Zur langfristigen Unterbringung des Kreisarchivs, für dessen Bestände mittlerweile weder in der Villa Plange, noch im Kreishaus genügend Raumkapazitäten zur Verfügung stehen, prüft der Kreis Soest mehrere Alternativen. Das Ergebnis hängt auch vom Erfolg des Regionale-2013-Projekts Adam-Kaserne Soest ab. Der vorliegende Konzeptentwurf sieht die Ansiedlung des Kreisarchivs mit dem Stadtarchiv Soest vor.

Kontakt:
Kreisarchiv Soest
Hoher Weg 1-3
59494 Soest
Telefon: 02921-302960
Telefax: 02921-302944
Kreisarchiv@kreis-soest.de
Postanschrift: Kreis Soest, Postfach 1752, 59491 Soest.

Quelle: Kreis Soest, Pressemeldung, 20.10.2011

Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv erhält Notfallboxenset

Das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv Essen hat als fünftes rheinisches Kommunalarchiv nach Düsseldorf, Wesel, Bergisch Gladbach und Gummersbach vom LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) ein Notfallboxenset bekommen. Damit soll in einem Notfall wie zum Beispiel Feuer oder Wassereintritt rasch Kulturgut gesichert werden können. Dr. Claudia Kauertz, Leiterin des Sachgebiets Archivberatung, und Volker Hingst, Mitarbeiter der Werkstatt für Papierrestaurierung im LVR-AFZ, übergaben das Set heute an Dr. Klaus Wisotzky, Leiter des Hauses der Essener Geschichte. Es enthält unter anderem Overalls, Taschenlampen, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Schreibmaterial, Messer oder Mehrfachsteckdosen.

Die Gefahren für Kulturgut sind vielfältig und müssen nicht immer so verheerend sein, wie das Feuer in der Anna Amalia Bibliothek in Weimar im Jahr 2004 oder der Einsturz des Stadtarchivs Köln am 3. März 2009. Nicht nur Feuer und unvorhergesehene Ereignisse, auch Wasser oder große Hitze können zu einem Notfall führen. Und ist der Notfall erst einmal eingetroffen, geht es zunächst darum, den Schaden zu begrenzen. Deswegen gilt auch in Archiven: der beste Notfall ist der, der gar nicht erst eintritt. Langfristiges Ziel ist die Erreichung einer flächendeckenden Notfallvorsorge im Rheinland. Dabei ist die Bildung von sog. Notfallverbünden unverzichtbar. In ihnen schließen sich mehrere Archive oder vergleichbare Kultureinrichtungen zusammen und verpflichten sich, im archivischen Notfall Personen und Ressourcen bereit zu stellen, die eine schnelle und effektive Bewältigung von Notfallsituationen gewährleisten. Der Notfallkoffer ist ein wichtiger Bestandteil eines solchen Verbundes.

Das LVR-AFZ konnte mit finanzieller Unterstützung der Bundesinitiative Bestandserhaltung bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz insgesamt zehn Notfallboxensets im Wert von 10.000 Euro erwerben. Weitere Empfänger sind die Stadtarchive Aachen und Kleve sowie das Kreisarchiv Viersen. Zwei der Boxen werden zentral im LVR-AFZ in Brauweiler aufgestellt und stehen dort auf Abruf bereit. Das LVR-AFZ, das rund 340 Archive im Rheinland betreut, bietet – wie bereits in den vergangenen Jahren – auch weiterhin Tagungen und Fortbildungen für Beschäftigte in den Archiven an. Die gute Resonanz bestätigt, dass die Notfallvorsorge als Präventivmaßnahme zur Sicherung und Erhaltung des kulturellen Erbes derzeit noch zu den bislang vernachlässigten Aufgaben in den Archiven gehört.

Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Postfach 2140
50250 Pulheim
Telefon: 02234/9854-0
Telefax: 02234/9854-285
afz@lvr.de
www.afz.lvr.de

Quelle: Landschaftsverband Rheinland, Pressemitteilung, 18.10.2011

»Undichte Stellen« – nächtliche Multimedia-Präsentation der BStU-Behörde

Fotografien, Filme und Töne prägen nachhaltig die Erinnerungskultur des 20. und 21. Jahrhunderts. Die UNESCO macht deshalb mit dem "Welttag des audiovisuellen Erbes" am 27.10.2011 auf die Bedeutung und die Gefährdung dieser Medien aufmerksam. Der BStU beteiligt sich seit 2009 an dieser Veranstaltung. In diesem Jahr lädt er die Öffentlichkeit in den Abend- und Nachtstunden zu der Archivgutpräsentation "Undichte Stellen" ein.

Am Ort der ehemaligen Machtzentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg zeigt das Archiv des BStU auf den Fassaden Fotografien aus dem Dienstalltag der Staatssicherheit. Akustisch begleitet wird die Präsentation durch eine Toncollage aus Reden des ehemaligen Ministers für Staatssicherheit Erich Mielke, Protokollmitschnitten der Anrufe beim Offizier vom Dienst des MfS sowie aus Vernehmungen und Schulungen. Kooperationspartner ist das Stasi-Museum. Am 27.10.2011 öffnet es seine Ausstellung zusätzlich bis 21.00 Uhr. Die Ausstellung ist, anders als die Projektion "Undichte Stellen", nicht kostenfrei für Besucher.

Die über 1,1 Millionen Fotografien der ehemaligen MfS-Zentrale wurden aufgrund ihrer spezifischen Anforderungen an die Bestandserhaltung als Sammlungsbestand im Archiv des BStU zusammengefasst. Das MfS fotografierte seit Anbeginn sowohl mit Amateur- als auch mit professioneller Technik, zunächst vor allem um Beweisaufnahmen von tatsächlichen und vermeintlichen Verbrechen gegen die DDR zu fertigen. Später diente die Fotografie zunehmend als Methode der präventiven "Feindbeobachtung". So genannte "staatsfeindliche Handlungen" sollten bereits im Vorfeld dokumentiert werden. So entstanden unzählige Beobachtungs- und Überwachungsfotografien, aber auch Bilder aus dem Dienstalltag der Stasi, der bis 1989 für die Bürger doch so oft unsichtbar blieb. Ausgewählte Fotografien geben Einblicke in Leben und Arbeitsweise der Stasimitarbeiter am authentischen Ort. Ein Kaleidoskop aus Aufnahmen der Kategorien Kollegium, Ausbildung, Gebäude und Diensträume, Technik, Tarnung, Tradition und Rituale sowie Auflösung des Ministeriums setzt sich auf der Fassade der einstigen Machtzentrale zusammen.

Die Tonüberlieferung in den Archiven des BStU beläuft sich nach der Aussonderung von gelöschten und leeren Tonträgern zur Zeit auf ca. 27.000 Tonträger mit relevanten verwendbaren Aufnahmen, die man etwa vier Jahre lang ununterbrochen hören könnte. Seit den 50er Jahren wurden beim MfS u.a. Gerichtsprozesse, Vernehmungen, Veranstaltungen, Dienstkonferenzen und -beratungen mitgeschnitten und archiviert. Aus späteren Jahren (70er, 80er Jahre) sind zahlreiche Tondokumente, die die Arbeitsweise und -methode des MfS widerspiegeln, im Bestand. Dies sind vor allem Diktate von IM-Berichten, Raum-, Funk- sowie Telefonüberwachungen, Aufzeichnungen der Anrufe beim Offizier vom Dienst des MfS. Darüber hinaus ergänzen Mitschnitte von Sendungen der Rundfunk- und Fernsehanstalten Ost wie West als auch ausländischer Anstalten zum Zwecke der Information und Auswertung die Überlieferung. Technisch betrachtet handelt es sich nicht um einen einheitlichen Bestand, sondern er setzt sich aus allen Formen von analogen Tonträgern, die es in der Zeit von 1950 bis 1989 europaweit gab, zusammen. Eine Auswahl dieser Tonkonserven erlaubt es, auch akustisch einzutauchen in die Denkweise des Überwachungsstaates.

Veranstaltungsdaten:
26. Oktober 2011 – 30. Oktober 2011; 17:00 Uhr bis 06:00 Uhr; Eintritt frei

Veranstaltungsort:
Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
Abteilung Archivbestände
Ruschestraße 103
10365 Berlin

Kontakt:
Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
Abteilung Archivbestände
Ruschestraße 103
10365 Berlin
Telefon: 030/2324-6699
Telefax: 030/2324-6619
archivfuehrungen@bstu.bund.de
www.bstu.bund.de/DE/InDerRegion/Berlin/Archiv/archiv_berlin_node.html

Quelle: Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), Veranstaltungsankündigung, 17.10.2011

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