Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv erhält Notfallboxenset

Das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv Essen hat als fünftes rheinisches Kommunalarchiv nach Düsseldorf, Wesel, Bergisch Gladbach und Gummersbach vom LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) ein Notfallboxenset bekommen. Damit soll in einem Notfall wie zum Beispiel Feuer oder Wassereintritt rasch Kulturgut gesichert werden können. Dr. Claudia Kauertz, Leiterin des Sachgebiets Archivberatung, und Volker Hingst, Mitarbeiter der Werkstatt für Papierrestaurierung im LVR-AFZ, übergaben das Set heute an Dr. Klaus Wisotzky, Leiter des Hauses der Essener Geschichte. Es enthält unter anderem Overalls, Taschenlampen, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Schreibmaterial, Messer oder Mehrfachsteckdosen.

Die Gefahren für Kulturgut sind vielfältig und müssen nicht immer so verheerend sein, wie das Feuer in der Anna Amalia Bibliothek in Weimar im Jahr 2004 oder der Einsturz des Stadtarchivs Köln am 3. März 2009. Nicht nur Feuer und unvorhergesehene Ereignisse, auch Wasser oder große Hitze können zu einem Notfall führen. Und ist der Notfall erst einmal eingetroffen, geht es zunächst darum, den Schaden zu begrenzen. Deswegen gilt auch in Archiven: der beste Notfall ist der, der gar nicht erst eintritt. Langfristiges Ziel ist die Erreichung einer flächendeckenden Notfallvorsorge im Rheinland. Dabei ist die Bildung von sog. Notfallverbünden unverzichtbar. In ihnen schließen sich mehrere Archive oder vergleichbare Kultureinrichtungen zusammen und verpflichten sich, im archivischen Notfall Personen und Ressourcen bereit zu stellen, die eine schnelle und effektive Bewältigung von Notfallsituationen gewährleisten. Der Notfallkoffer ist ein wichtiger Bestandteil eines solchen Verbundes.

Das LVR-AFZ konnte mit finanzieller Unterstützung der Bundesinitiative Bestandserhaltung bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz insgesamt zehn Notfallboxensets im Wert von 10.000 Euro erwerben. Weitere Empfänger sind die Stadtarchive Aachen und Kleve sowie das Kreisarchiv Viersen. Zwei der Boxen werden zentral im LVR-AFZ in Brauweiler aufgestellt und stehen dort auf Abruf bereit. Das LVR-AFZ, das rund 340 Archive im Rheinland betreut, bietet – wie bereits in den vergangenen Jahren – auch weiterhin Tagungen und Fortbildungen für Beschäftigte in den Archiven an. Die gute Resonanz bestätigt, dass die Notfallvorsorge als Präventivmaßnahme zur Sicherung und Erhaltung des kulturellen Erbes derzeit noch zu den bislang vernachlässigten Aufgaben in den Archiven gehört.

Kontakt:
LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Postfach 2140
50250 Pulheim
Telefon: 02234/9854-0
Telefax: 02234/9854-285
afz@lvr.de
www.afz.lvr.de

Quelle: Landschaftsverband Rheinland, Pressemitteilung, 18.10.2011

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