Stadtarchiv Wasserburg gibt Wandkalender für 2018 heraus

Als Stadtführer und Hauptamtsleiter der Stadtverwaltung Thomas Rothmaier im Archiv nach historischen Stadtansichten suchen wollte, um diese im Vergleich zum heutigen Straßenbild in seine Stadtführungen einzubinden, erinnerte dies den Wasserburger Stadtarchivar Matthias Haupt wieder einmal daran, dass es doch schön wäre, aus dem reichen Fundus des Bildarchivs zu schöpfen und einen Jahreskalender zu machen. Kurzerhand schlossen die beiden sich zusammen, teilten zwölf Monate auf je sechs ausgewählte Geschichten auf, suchten die passenden historischen Fotos, recherchierten, erklärten und dokumentierten das, was einmal war und nun zu sehen ist. Thomas Rothmaier, der sich ehrenamtlich in das Projekt einbrachte, kümmerte sich zudem um die Erstellung aktueller Vergleichsfotos. Museumsleiterin Sonja Fehler übernahm Satz und Gestaltung des Kalenders, der nun – noch rechtzeitig vor Weihnachten – der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann.

Im Stadtbildkalender 2018 werden historische Fotos mit dem heutigen Erscheinungsbild verglichen.
Foto links: Stadtarchiv Wasserburg/Bildarchiv. Foto rechts: Thomas Rothmaier.

Auch die Stadt Wasserburg, von der es heißt, dass sie ihr historisches Antlitz bis heute erhalten hat, unterliegt fortwährenden baulichen, infrastrukturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen. Die für den Wandkalender 2018 ausgewählten Fotos aus dem Bestand des Stadtarchivs erlauben Einblicke in das frühere Stadtbild. Sie zeigen Ansichten vertrauter Orte, die dem ortskundigen Betrachter unter Umständen dennoch fremd erscheinen. Vergleiche mit dem heutigen Erscheinungsbild verdeutlichen, wie Häuser und Straßenzüge Wasserburgs sich veränderten. Kurze Texte zu den Bildern erklären die jeweilige Entwicklung. Der Kalender soll keine dokumentarische oder denkmalpflegerische Darstellung sein, da er weder den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, noch die Veränderungen bewerten möchte. Für die einen mag er jedoch Anlass sein, sich an das frühere Aussehen ihrer Heimatstadt zu erinnern. Für die anderen bietet er eine Gelegenheit, etwas über die Entwicklung Wasserburgs zu erfahren.

Erscheinungstermin/Vorstellung/Bibliografische Information:
Der Kalender wird ab 25. Oktober im Wasserburger Buchhandel, Stadtarchiv, Museum und in der Gästeinfo zum Preis von 9,90€ erhältlich sein.
Eine öffentliche Vorstellung des Projekts durch die Autoren findet mit einer kleinen Auswahl der Geschichten am 8. November 2017, um 19.30 Uhr, im Stadtarchiv Wasserburg, Kellerstraße 10, statt.

Info:
Alles beim Alten?
Wasserburger Stadtbildkalender 2018
Herausgeber: Stadt Wasserburg a. Inn/Stadtarchiv
Idee, Bildauswahl, Recherche und Texte: Thomas Rothmaier und Matthias Haupt
Kalendergestaltung/Satz: Sonja Fehler
Veröffentlichungen des Stadtarchivs
Wasserburg a. Inn, Nr. 5
Eigenverlag der Stadt Wasserburg a. Inn,
Wasserburg 2017
ISBN 978-3-947027-00-2
9,90€.

Graz übergibt historische Kanalpläne an Dresden

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl übergab einer hochrangigen Delegation aus Dresden am 10.10.2017 über 100 Jahre alte Kanalpläne der ostdeutschen Stadt, die im Stadtarchiv Graz aufbewahrt wurden.

Anfang des 20. Jahrhunderts war das Stadtarchiv Dresdner das größte seiner Art in ganz Deutschland. Viele internationale Städte – so auch Graz – bedienten sich der Expertise der Dresdner Bauingenieure, um Markthallen und ähnliche Gebäude zu planen. Das Interesse aus Graz bezog sich um 1900 vor allem auf die Kanalpläne der ostdeutschen Metropole, war das Kanalsystem in Graz doch zu dieser Zeit erst in Planung. Von einer Dienstreise nach Deutschland brachten Grazer Beamte dann ausführliche Pläne mit in die Heimat.

Abb.: Freude über den Austausch – sowohl in Graz, als auch in Dresden. (© Stadt Graz/Fischer)

Heute, rund 115 Jahre später, wurden diese angefertigten Duplikate wieder in den Besitz der Stadt Dresden zurückgegeben. Es sind mittlerweile die einzigen Anfertigungen dieser Pläne, da das Dresdner Bauarchiv zum Ende des 2. Weltkriegs fast zur Gänze bombenzerstört wurde.

Stärkeren Austausch zwischen Stadtarchiven forcieren
Ein Schicksal, das Bürgermeister Siegfried Nagl gut nachempfinden konnte: „Auch in Graz sind einige Bausteine der Stadtgeschichte verloren gegangen. Bei uns war es nicht der Krieg, sondern vielmehr ein Hochwasser der Mur, die einige im Rathauskeller gelagerte Pläne zerstört hat. Darum freut es mich sehr, dass wir einen Teil der verlorenen geglaubten Pläne heute überreichen dürfen.“ Einen letzten Blick auf die Pläne warfen unter anderem auch noch Magistratsdirektor Martin Haidvogl, Holding Vorstand Gert Heigl, Kulturamtsleiter Peter Grabensberger, Otto Hochreiter (Behördenleiter Stadtarchiv) und Wolfram Dornik (operative Leitung Stadtarchiv).

Die zweite Bürgermeisterin von Dresden, Annekatrin Klepsch, bedankte sich herzlich für die Ergänzung des Stadtarchivs: „Wir freuen uns sehr, die Pläne wieder nach Hause mitnehmen zu dürfen. Das ist eine sehr tolle Nachricht für unser Stadtarchiv!“

Der Leiter des Dresdner Stadtarchivs, Thomas Kübler, schloss sich Klepsch an: „Wir wollen diesen Tag in der internationalen Archivwelt publik machen. Es ist kein Einzelfall, dass ein Austausch zwischen Städten stattgefunden hat und Pläne aus anderen Regionen in Archiven aufliegen. Vielleicht können wir hiermit ein Vorbild sein und weitere Übergaben in die Wege leiten.“

Abschließend meinte Bürgermeister Nagl noch mit einem Augenzwinkern: „Das ist ja eigentlich das Mindeste, was wir für euch tun können. Schließlich wäre ohne das funktionierende Kanalsystem aus Dresden bei uns touristisch schon alleine aufgrund des Geruchs gar nichts los.“

Kontakt:
Stadtarchiv Graz
Schiffgasse 4
8020 Graz
Tel.: +43 316 872-7620
stadtarchiv@stadt.graz.at

Stadtarchiv Dresden
Elisabeth-Boer-Straße 1
01099 Dresden
Tel.: 0351-4881515
Fax 0351-4881503
stadtarchiv@dresden.de

Quelle: Roman Sommersacher/Stadt Graz, Pressemitteilung, 10.10.2017

Verbrannt? Luther, Herzog Georg und die Bannandrohungsbulle

Eine Ausstellung des Sächsischen Staatsarchivs zum 500. Reformationsjubiläum

Die Verbrennung der päpstlichen Bannandrohungsbulle, die Martin Luther am 10. Dezember 1520 als Zeichen seiner Abwendung von Rom vollzog, gehört zu den »Ikonen« der Reformationsgeschichte. Wie der Thesenanschlag und das Bekenntnis auf dem Wormser Reichstag prägte die Szene das Bild vom heldenhaften Reformator. Der Gegenstand von Luthers Zorn kann jetzt besichtigt werden: Eines der drei erhaltenen handschriftlichen Originale der Urkunde, mit der Leo X. (1475–1521) den Reformator zum Widerruf seiner Lehren aufforderte, steht im Fokus einer Ausstellung, die das Hauptstaatsarchiv Dresden noch bis zum 11. Januar 2018 veranstaltet.

Luthers Widerstand gegen die päpstliche Bannandrohung markiert den Höhepunkt einer Entwicklung, die mit den 95 Ablassthesen begann und unumkehrbar wurde, als der Reformator während der Leipziger Disputation im Sommer 1519 offen die päpstliche Machtvollkommenheit in Frage stellte. Damit waren auch im albertinischen Sachsen die Würfel gefallen. Herzog Georg der Bärtige (1471-1539), der Schirmherr der Disputation, der Luthers Bemühen um kirchliche Reformen zunächst begrüßt hatte, wandelte sich nun zu einem der entschiedensten Gegner der Reformation. In seiner Korrespondenz mit dem Reformator spiegelt sich der harte Konflikt zwischen dem alten Glauben und dem neuen evangelischen Bekenntnis.

Die Ausstellung zeigt das Dresdner Original der päpstlichen Bannandrohungsbulle erstmals in seinem historischen Überlieferungszusammenhang. Zu sehen sind dabei bedeutende Zeugnisse aus der Kanzlei Georgs von Sachsen, die neben der Bulle selbst zu den größten Schätzen des Sächsischen Staatsarchivs gehören. Dazu gehören eigenhändige Briefe, die der theologisch gebildete Herzog an Luther schrieb, und die eigenhändigen, oft wenig respektvollen Repliken aus der Feder des Reformators.  Zu den besonderen Höhepunkten der Schau gehört ein neuentdecktes Unikat eines zeitgenössischen Plakatdrucks der Bannandrohungsbulle. Natürlich kann man auch er­fahren, was genau eigentlich Luther den Flammen übergab, und warum der Verbrennungsakt so viel Aufsehen erregte …

Veranstaltungsort:
Hauptstaatsarchiv Dresden, 01097 Dresden, Archivstraße 14.
Der Eingang zur Ausstellung befindet sich an der Albertstraße.
Verkehrsverbindungen: Mit Straßenbahn Linien 3, 7, 8 bis Haltestelle Carolaplatz.
Öffnungszeiten: Mo, Mi 8.30 – 18.00 Uhr, Di, Do 8.30 – 16.00 Uhr, Fr, Sa, So geschlossen.
Der Eintritt ist frei.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm:
Vorträge
Do., 26.10.2017, 17:00 Uhr
Prof. Dr. Enno Bünz, Leipzig/Dresden
Sachsens Ruf als Mutterland der Reformation

Di., 07.11.2017, 17:30 [!] Uhr
In Kooperation mit dem Verein für sächsische Landesgeschichte:
Dr. Rainer Grund (Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
Luther und die Reformation im Spiegel von Münzen und Medaillen

Do., 16.11.2017, 17:00 Uhr
Dr. Hartmut Kühne, Berlin
Der sagenhafte Tetzel

Di., 28.11.2017, 17:00 Uhr
Prof. Dr. Armin Kohnle, Leipzig
Luther und die Leipziger Disputation

Do., 11.01.2018, 17:00 Uhr
Priv.-Doz. Dr. Christoph Volkmar, Magdeburg/Leipzig
Luther als Hussit. Herzog Georgs Sicht auf den Wittenberger Reformator und die Folgen

Führungen
Jeweils Montags, 16:00 Uhr (Treffpunkt im Foyer, Eingang Albertstraße).

Für Gruppen (5-20 Personen) sind individuelle Termine (Mo–Fr zwischen 10:00 Uhr und 19:00 Uhr) zu vereinbaren.
Eintritt und Teilnahme sind kostenlos. Dauer 45–60 Minuten. Gruppen werden um Voranmeldung gebeten
(Tel.: 0351/89219-940, E-Mail: poststelle-d@sta.smi.sachsen.de).

Die Bannandrohungsbulle – Höhepunkt von Luthers »römischem Prozess«
Die Bannandrohungsbulle vom 15. Juni 1520 markiert den Höhepunkt des Verfahrens, das Luthers Gegner vor dem päpstlichen Gericht angestoßen hatten. Dessen Hintergrund bildeten die 95 Thesen, die der Reformator am 31. Oktober 1517 aus Wittenberg an mitteldeutsche Bischöfe versendet hatte. Wegen seiner Kritik an der Ablasspredigt des Dominikaners Johann Tetzel (um 1465-1519) wurde Luther von Tetzels Dienstherrn, Erzbischof Albrecht von Mainz und Magdeburg (1490-1545), bei Papst Leo X. (1475-1521) angezeigt. Dieser lud den Reformator am 23. August 1518 nach Rom vor. Der Schutz des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen (1463-1525) und die für Leo ungünstige politische Situation verhinderten die Durchsetzung des päpstlichen Befehls.

Nach dem Auftritt Luthers auf der Leipziger Disputation im Sommer 1519 wurde das kirchliche Verfahren wieder aufgenommen und unter Mitwirkung des Ingolstädter Theologieprofessors Johannes Eck (1486-1543) vorangetrieben. Am 15. Juni 1520 verabschiedeten der Papst und einige Kardinäle den Text der Bannandrohungsbulle, die 41 Lehrsätze Luthers als ketzerisch erklärt und ihren Verfasser mit der Exkommunikation bedroht. Eck und der römische Kardinal Hieronymus Aleander (1480-1542) brachten das Dokument nach Deutschland. Schon im August 1520 wusste der Reformator davon.

Mit der inszenierten Verbrennung eines Drucks der Bannandrohungsbulle – zusammen mit einem Exemplar des päpstlichen Rechts – vollzog Luther am 10. Dezember 1520 den Bruch mit der römischen Kirche. Die Symbolik des Akts vor den Wittenberger Elstertor war hoch aufgeladen: Wer die Schriften seiner Gegner dem Feuer übergab, erklärte sie zur Irrlehre. Dies galt als drastisches Mittel gelehrter Auseinandersetzung, aber auch als Strafe für Ketzer. Wittenberger Studenten hatten im März 1518 die Thesen des Ablasspredigers Johann Tetzel in den Scheiterhaufen geworfen, und Luthers eigene Werke waren auf der Grundlage der Bannandrohungsbulle wenige Tage zuvor von Kardinal Aleander in Mainz und Köln verbrannt worden. Hierauf wendete der Reformator diese Waffe gegen den Papst selbst. Als Leo X. am 3. Januar 1521 mit der Bulle »Decet Romanum Pontificem« vom 3. Januar 1521 antwortete, war Luther auch förmlich gebannt

LinkDie Bannandrohungsbulle »Exsurge Domine« gegen Martin Luther vom 15. Juni 1520 [Download,*.pdf, 0,14 MB]

Verbrannt? Das Dresdner Original der Bannandrohungsbulle
Massenhaft verbreitet wurde die Bannandrohungsbulle in Form von Drucken. Eck und Aleander brachten sie schon aus Rom mit. Binnen kurzer Zeit wurde der Text auch in Deutschland in mehr als 20 Ausgaben in lateinischer und deutscher Sprache vervielfältigt – sowohl von Gegnern wie auch von Anhängern Luthers. Bischöfe wie Adolf von Merseburg verbreiteten ihn als Plakat. Eines dieser Druckexemplare hat der Reformator am 10. Dezember 1520 in Wittenberg verbrannt.

Um die Drucke bei Fürsten und Bischöfen beglaubigen zu können, führten die päpstlichen Gesandten auch drei in der päpstlichen Kanzlei auf Pergament geschriebene und besiegelte Exemplare der Bannandrohungsbulle mit sich. Zwei davon sind noch heute erhalten. Eines übergab Kardinal Aleander der Kanzlei des habsburgischen Erzherzogs und späteren Kaisers Ferdinand I. (1503 – 1564) im Herzogtum Württemberg. Es befindet sich heute im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Das zweite erhielt vermutlich Herzog Georg von Sachsen als wichtigster Gegenspieler Luthers im Heiligen Römischen Reich. Es wird heute im Hauptstaatsarchiv Dresden aufbewahrt. Die dritte Pergamentbulle sendete Johannes Eck nach Erledigung seines Auftrages an den Papst. Sie gilt heute als verschollen. Ein viertes Exemplar verwahrt das Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. Wie es dorthin gelangte, ist unbekannt.

 

MahlZEIT. Geschichte(n) vom Essen in Hessen

Wanderausstellung noch bis zum 2.11.2017 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt

Äbbelwoi, Grüne Soße, Ahle Worscht, Handkäs‘ mit Musik: Das Bundesland Hessen zeichnet sich durch eine bemerkenswerte kulinarische Vielfalt aus, die ihre spannende Geschichte(n) hat. Die Ausstellung des Hessischen Landesarchivs widmet sich diesem Thema und schlägt damit ein verbindendes Band um die regional sehr unterschiedlichen Traditionen der hessischen Ess- und Trinkkultur.

Abb.: Brunnenmädchen am Kochbrunnen in Wiesbaden (© HHStAW)

Eindrückliche Exponate zu hessischen Spezialitäten und lukullischen Kuriosa vom 15. bis ins 20. Jahrhundert machen die Kulturgeschichte des Essens authentisch erfahrbar: die Welt der höfischen Tafelkultur, Lebensmittelversorgung in Hungerzeiten, Krankennahrung, die Esskultur in der Zeit des Wirtschaftswunders, industrielle Fertigung von Nahrungsmitteln, die Gute Hausfrau und vieles mehr. Zu sehen sind Rezepte, Werbeplakate, Fotografien, Zeichnungen und persönliche Notizen. An einer Videostation kann man den Hessen vergangener Tage beim Kochen und Essen über die Schulter schauen. Die in den drei hessischen Staatsarchiven präsentierte Ausstellung wird von einem Veranstaltungsprogramm umrahmt und durch Begleitpublikationen sowie verschiedene Angebote im Internet ergänzt.

Die Ausstellung wird von zahlreichen Vorträgen und Aktivitäten begleitet. Eine kostenlose Broschüre wird an den drei Stationen zur Mitnahme ausliegen.
Der Eintritt ist frei.

Stationen und Termine:
Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
10.09.2017 – 02.11.2017
Karolinenplatz 3
64289 Darmstadt
Öffnungszeiten:
Montag: 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr,
Dienstag bis Freitag: 9.00 Uhr bis 15:00 Uhr
Am Wochenende und an Feiertagen geschlossen.
Führungen: 10. und 24. Oktober 2017, jeweils um 17.00 Uhr.

Hessisches Hauptstaatsarchiv, Wiesbaden
19.01.2018 – 11.05.2018
Mosbacher Str. 55
65185 Wiesbaden

Hessisches Staatsarchiv Marburg
05.06.2018 – 23.10.2018
Friedrichsplatz 15
35037 Marburg

Downloads:
Ausstellung Mahlzeit Flyer (PDF / 852.84 KB)
Ausstellung Mahlzeit – Begleitprogramm Darmstadt (PDF / 306.01 KB)
Katalog Mahlzeit Presse.pdf (PDF / 7.87 MB)

Anne-Frank-Gesamtschule schließt Bildungspartnerschaft mit dem Stadtarchiv Gütersloh

„Aufbewahren, aber nicht nur für sich bewahren“ – das ist der Anspruch, dem Archivar Stephan Grimm mit dem Stadtarchiv Gütersloh als Bildungseinrichtung gerecht werden will. Um dieses Ziel umzusetzen und auch die Gütersloher Schülerinnen und Schüler in die Archivarbeit mit Originalquellen über ihre Stadt einzuführen, sind die Anne-Frank-Gesamtschule Gütersloh und das Stadtarchiv Gütersloh die Initiative Bildungspartnerschaft des Schulministeriums NRW eingegangen.

Abb.: Auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit: (vorne v.l.) Jörg Witteborg und Stephan Grimm unterzeichnen zusammen mit (hinten v.l.) Michael Schüthuth und Regina Bökamp die Kooperationsvereinbarung. (Foto: Stadt Gütersloh)

Gemeinsam mit Michael Schüthuth von der Fachkoordination für Gesellschaftswissenschaft und der Leiterin des Geschichtsprojektkurses „Erinnern für die Zukunft“, Regina Bökamp, hat Schulleiter Jörg Witteborg kürzlich die zweijährige Kooperationsvereinbarung mit Stadtarchivar Stephan Grimm unterzeichnet.

„Ich habe in jungen Jahren selbst schon im Stadtarchiv Lübbecke gearbeitet und weiß wie spannend alte Dokumente sein können“, erinnert sich Schulleiter Jörg Witteborg an seine eigenen Erfahrungen in der Archivarbeit. Umso mehr weiß er zu schätzen, dass auch seinen Schülern diese Möglichkeit des außerschulischen Lernens geboten wird, um Geschichte nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch erfahren. Dabei geht es nicht nur darum, die Schüler in die Recherche, das Verständnis und die Analyse von Archivquellen einzuführen. Vielmehr sollen die Schüler mit dem Fokus auf Gütersloh einen lebendigen Zugang zu den eigenen Wurzeln bekommen, indem durch Gütersloher Quellen ein konkreter Bezug zur eigenen Lebenswelt geschaffen wird. „Zudem ist es auch wichtig, dass die Schüler lernen Informationen zu hinterfragen und kritisch zu reflektieren, um nicht alles zu glauben, was sie lesen“, betont Michael Schüthuth zusätzlich den Stellenwert der Entwicklung und Förderung von Recherche- und Informationskompetenz bei der Bildungspartnerschaft.

Und auch die Schüler freuen sich auf das Stadtarchiv als praktischen und außerschulischen Lernort. Bei der Vertragsunterzeichnung zeigten sich die Jugendlichen sehr interessiert und wollten so einiges vom Stadtarchivar wissen. Was ist das älteste Dokument im Archiv, wie entscheidet man, was archiviert wird und was ist für ihn persönlich das interessanteste Dokument gewesen? – Auf all diese Fragen wusste Stephan Grimm eine fachkundige Antwort. Und auch der kommenden Archivarbeit blicken die Schüler mit Spannung entgegen.  „Ich war noch nie im Archiv, aber ich finde die Nähe zur Stadt ist etwas ganz besonderes. Ich wusste zum Beispiel gar nicht in welchem Ausmaß auch hier die Judenverfolgung stattgefunden hat, “ sagt die 17-jährige Marie Kisse, die sich auf die Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv freut. Und auch Judith Linnhoff, weiß jetzt schon, was sie sich von der Archivarbeit erhofft: „ Ich würde gern mehr über die Nazi-Zeit in Gütersloh und die Namensgebung unserer Schule zu erfahren.“

Abb.: Mit Blick in die Zukunft: (v.l.) Michael Schüthuth, Regina Bökamp, Stephan Grimm, Jörg Witteborg und die Schülerinnen und Schüler freuen sich auf die zukünftige Zusammenarbeit. (Foto: Stadt Gütersloh)

Die Zusammenarbeit des Stadtarchivs und der Anne-Frank-Schule zur politischen und historischen Bildung besteht dabei nicht nur formal, sondern setzt sich aus zahlreichen konkreten Aktivitäten zusammen. Zu diesen zählen unter anderen die Planung und Durchführung von fachspezifischen Lehrerfortbildungen und ein Stadtrundgang zu den Stolpersteinen als Erinnerung an die Judenverfolgung. Aber auch die Beratung und Begleitung des Projektkurses zur Geschichte und Namensgebung der Anne-Frank-Schule sowie der Facharbeiten im Rahmen des Geschichtskurses durch das Stadtarchiv sind Bestandteil der Kooperation. Die vielfältigen Aktivitäten im Rahmen der Bildungspartnerschaft ermöglichen somit, dass die Anne-Frank-Schule sowie auch das Stadtarchiv gleichermaßen von der beidseitigen Kooperation profitieren.

Kontakt:
Stadtarchiv Gütersloh
Hohenzollernstr. 30 a
33330 Gütersloh
Tel.: 05241 / 82-2302

Quelle: Stadt Gütersloh, Pressemeldung, 28.9.2017

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