Totenbuch von Buchenwald vorgestellt

Der Name Buchenwald wird normalerweise mit NS-Terror in Verbindung gebracht. Doch auch nach 1945 waren hier tausende Menschen inhaftiert, von denen viele starben. 7.113 Menschen sind zwischen 1945 und 1950 in dem sowjetischen Inhaftierungslager ums Leben gekommen, das auf dem Gelände des Konzentrationslagers Buchenwald errichtet worden war. Dies geht aus dem ersten wissenschaftlichen Totenbuch hervor, das am Mittwoch in Weimar vorgestellt wurde.

Die Dokumentation lege Zeugnis ab von einem lange verschwiegenen Kapitel deutscher Geschichte, sagte die Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski. Erst nach der Wende habe man begonnen, die Geschichte dieses Ortes neu zu schreiben.

Mittlerweile gibt es eine Computerdatei mit Protokollen von Gesprächen mit hunderten Häftlingen, die die Forscher führten. Auch eine Fotothek wurde aufgebaut. Die umfassende Aufarbeitung der Geschichte der sowjetischen Internierungspraxis in Ostdeutschland war erst nach der Öffnung der Moskauer Archive Anfang der 90er Jahre möglich geworden.

Insgesamt gab es in Ostdeutschland zehn solcher Lager, in denen 120.000 Menschen inhaftiert waren. In Weimar waren es 28.000 Menschen, von denen die nun namentlich aufgelisteten 7113 Menschen starben. Die meisten von ihnen an Unterernährung oder Krankheiten.

Kontakt:
Gedenkstätte Buchenwald
99427 Weimar-Buchenwald
Tel. 03643/4300
Fax 03643/430100
Internet: http://www.buchenwald.de
e-mail: buchenwald@buchenwald.de

Quelle: Netzeitung, 29.10.2003

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