Die Zukunft mediendokumentarischer Arbeit

Die diesjährige Fachtagung 2005 der Fachgruppe 7 im VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare findet unter dem Titel "Menschen im Archiv. Die Zukunft mediendokumentarischer Arbeit" vom 2. bis 4. Mai 2005 in Hamburg statt (Programm).

Im Archiv treffen Menschen aus den verschiedensten Sparten, mit vielfältigen Problemen und Hoffnungen und aus ganz unterschiedlichen Motiven und Gründen zusammen. Technik und Erfahrung, Suchen und Finden, existenzielle Sorgen und berufliche Wünsche bestimmen Leben und Arbeiten der "Menschen im Archiv".

Die Fachgruppe 7 im VdA ist ständig bemüht, bei allem technischen Fortschritt, der unsere Branche in den letzten drei Jahrzehnten antreibt, immer auch dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfelder, -instrumente und -bedingungen der Archivare und Dokumentare sowie den Wandel des Berufsbildes im Auge zu behalten. Die Fragen nach der (Teil-)Automatisierung und der Qualitätssicherung gehört ebenso dazu wie Veränderungen in der beruflichen Aus- und Fortbildung.

Unter http://www.fg7.de/Fruehtag/2005 findet man alle weiteren Informationen: u.a. das Tagungsprogramm, ein Online-Anmeldeformular, eine Referentenliste, Hinweise rund um den Tagungsort, zur Anreise und zu Unterkunftsmöglichkeiten sowie Informationen zu den Ausstellern.

Kontakt:
uta.rosenfeld@uni-hamburg.de

http://www.fg7.de

Herforder Kommunalarchiv als Dienstleister

Seit 1989 sind das Kreis- und das Stadtarchiv Herford in den Räumen des alten Kreishauses als Kommunalarchiv vereint. Dieses Kommunalarchiv Herford werde von den Bürgern immer mehr als Dienstleister begriffen, sagt Stadtarchivar Christoph Laue. Mehr als 2.000 Anfragen bearbeitete er im vergangenen Jahr. Zudem kamen im vergangenen Jahr 650 Besucher in das Kommunalarchiv, um selbst Nachforschungen – meist familienkundlicher Art – anzustellen. Zudem schrieben häufig Schüler ihre Facharbeiten über Aspekte der Herforder Geschichte mit Hilfe der Archivbestände, ebenso wie auch ganze Schulklassen einzelne Schultage mit quellennahem Unterricht im Archiv verbringen. 

Bisher umfasst das Archiv 1.200 laufende Regalmeter. Der größte Teil des Bestandes sei "archivmäßig erfasst\“, sagt Christoph Laue. Beinahe eine Sisyphosarbeit, denn jährlich kommen 30 bis 40 laufende Regalmeter hinzu. Drei Viertel des Bestandes stammt aus der Zeit nach 1945. Eine kleine Restaurierungswerkstatt beschränkt sich auf die Erhaltung älterer Stücke.

Kontakt:
Kommunalarchiv Herford
Archiv der Stadt und des Kreises Herford
Amtshausstraße 2
32051 Herford
Telefon: 05221-132219
Telefax: 05221-131902
kommunalarchiv@kreis-herford.de 

Quelle: Neue Westfälische, 24.3.2005

Akademie der Künste übernimmt Theaterarchiv

Die Freie Volksbühne Berlin überlässt der Akademie der Künste ihre Korrespondenz mit Stars der Theaterszene. Neben Briefen berühmter Schauspieler und Regisseure übernimmt die Berliner Akademie der Künste von der Freien Volksbühne auch eine umfangreiche Dokumentation zu Theaterstücken. 

Das Theater-Archiv der Freien Volksbühne Berlin enthält unter anderem Korrespondenzen mit Künstlern wie Fritz Kortner, Tilla Durieux, Ernst Deutsch, Erwin Piscator und Rudolf Noelte. Der Akademie werden zudem Produktionsunterlagen, Szenenfotos, Videomitschnitte, Plakate, Kritiken sowie Textbücher und Bühnenmanuskripte zu Inszenierungen zwischen 1963 und 1992 übergeben. 

Kontakt:
Stiftung Archiv 
der Akademie der Künste
Pariser Platz 4 
D-10117 Berlin-Mitte
stiftung@adk.de

Quelle: Netzeitung, 24.3.2005

Archiv und Wirtschaft 1/2005

Das jetzt erschienene Heft 1/2005 der Zeitschrift Archiv und Wirtschaft enthält neben einer Ankündigung der VdW-Jahrestagung in Essen vom 1. bis 4. Mai 2005 (Thema: SOS – der Zerfall droht! Bestandserhaltung als Zukunftssicherung) folgende Beiträge:

Aufsätze

Lothar Ulsamer: Auskunftspflicht von Unternehmen unter Berücksichtigung internationaler Rechtssysteme – Erfahrungen aus der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft \“Erinnerung, Verantwortung und Zukunft\“

Christoph Klug: Unternehmensarchive und Datenschutz

Karl-Peter Ellerbrock: Wirtschaftsarchive in Deutschland: Zu den Anfängen und zur gegenwärtigen Rolle der regionalen Wirtschaftsarchive vor den Herausforderungen von Strukturwandel und Globalisierung

Thomas Gersch, Olaf Hammer, Sascha Klinke u. Britta Weschke: Diawerbung der Sparkassen

Berichte

Petra Westhoff: Ein Ausflug in die Bankenwelt. 38. Jahrestreffen des Arbeitskreises der Chemiearchivare am 16. November 2004 in Berlin

Karl-Peter Ellerbrock: Archives, Memory and Knowledge. XV. International Congress on Archives, Vienna 2004

Rezensionen

Rainer Polley (Hrsg.): Archivgesetzgebung in Deutschland – Ungeklärte Rechtsfragen und neue Herausforderungen (Petra Listewnik)

Wolfram Fischer (Hrsg.): Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Unternehmer (Paul Erker)

Detlef Krause: Die Commerz- und Disconto-Bank 1870-1920/23. Bankgeschichte als Systemgeschichte (Hartmut Kiehling)

Albert Fischer: Luftverkehr zwischen Markt und Macht (1919-1937). Lufthansa, Verkehrsflug und der Kampf ums Monopol (Helmut Schubert)

Hans-Liudger Dienel: Die Linde AG. Geschichte eines Technologiekonzerns 1879-2004 (Willi A. Boelcke)

Karsten Rudolph: Wirtschaftsdiplomatie im Kalten Krieg. Die Ostpolitik der westdeutschen Großindustrie 1945-1991 (Harald Wixforth)

Tanja Bessler-Worbs: Wirtschaftsgeschichte einer Zukunftsregion. Von der Handelskammer Münster zur IHK Nord Westfalen (1854-2004) (Bernd D. Plaum)

Personalnachrichten/Verschiedenes

Impressum

www.wirtschaftsarchive.de
Archiv und Wirtschaft, 38. Jg., 2005, H. 1
Jahresabonnement: 26 €
Einzelheft: 8 €

Redaktion:
Dr. Detlef Krause
COMMERZBANK AG
ZKV-Historische Dokumentation
Kaiserplatz
60261 Frankfurt am Main
Tel.: 069/136-23616
Fax: 069/136-23422
E-Mail: mailto:detlef.krause@commerzbank.com
Web: www.commerzbank.de

Kohls Stasi-Akten werden herausgegeben

Nach jahrelangem Streit wird die Stasi-Akten-Behörde Unterlagen über Helmut Kohl herausgeben. Überraschend hat der Altkanzler seine Einwände zurückgezogen, so dass Wissenschaftler und Journalisten nun Einblick in seine Akten erhalten. Die in den vergangenen Monaten zusammengestellten Unterlagen seien Kohl zu Beginn des Jahres – wie gesetzlich vorgeschrieben – zur Einsicht vorgelegt worden. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Juni 2004 die Herausgabe von Teilen der Kohl-Akten erlaubt, aber stark eingeschränkt.

Behördenleiterin Marianne Birthler sagte, sie freue sich, „dass nach jahrelangen Auseinandersetzungen nun endlich Unterlagen zu Dr.
Helmut Kohl herausgegeben werden können, die für die Aufarbeitung der Tätigkeit des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) von großem Interesse sind“. Es handele sich um „zwei Ordner mit reichlich 1000 Seiten“. Die Unterlagen werden zwei Wissenschaftlern und sieben Journalisten zu Forschungszwecken herausgegeben.

Zitate aus den Papieren:

„Kohl (bezieht) zu wichtigen außen- und innenpolitischen Fragen schwankende und z.T. widersprüchliche Positionen (…) Kohl, der zu den realistischer denkenden CDU-Politikern gezählt werden kann, hat trotz seiner liberalen Position in politischen Hauptfragen dem Druck von rechts nachgegeben.“
(Eine Einschätzung des Ministeriums für Staatssicherheit von 1982.)

„Die Regierungserklärung setzt – besonders zu den Fragen der Abrüstungsproblematik und des Verhältnisses gegenüber der UdSSR und der DDR – einige neue Akzente. Die in sie gesetzten Erwartungen (…) wurden jedoch nicht erfüllt.“
(Eine Stasi-Einschätzung zu Kohls Regierungserklärung aus dem Jahr 1987.)

„Die jüngste Entwicklung in der BRD lässt erkennen, dass es der Regierung Kohl-Genscher nicht gelungen ist, im Interesse des Monopolkapitals die verlangte Wende herbeizuführen.“
(Ein undatiertes Dokument, das mit dem Hinweis \’Parteiinternes Material\‘ gekennzeichnet ist.)

„Anderseits vertrat Kohl in anmaßender Weise den bekannten nationalistischen Standpunkt von der angeblichen Offenheit der deutschen Frage. (…) Gen. Gorbatschow würdigte die brüderlichen Beziehungen UdSSR-DDR (…)
(Interpretation der Hauptverwaltung A, Abteilung VII, der Stasi zu Kohls Moskau-Besuch im Oktober 1988.)

„Zur operativen Sicherung des Dr. Kohl und seiner Begleitpersonen, zugleich zum Schutz vor Belästigungen und zur unauffälligen Überwachung mit dem Ziel der Verhinderung von Provokationen, Demonstrationen oder Sympathiekundgebungen (…) sind sorgfältige, nach außen besonders für Dr. Kohl und seine Begleitpersonen nicht sichtbar werdende politisch-operative Maßnahmen (…) durchzusetzen.“
(Anweisung an untergeordnete Dienststellen vom Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, anlässlich des Kohl-Besuchs in Leipzig und Dresden im November 1974.)

„Massenmedien des Gegners, neben Funk und Fernsehen insbesondere die \’Bild-Zeitung\‘, \’Berliner Morgenpost\‘ und \’Die Welt\‘, gingen seit dem 7. Januar 1987 verstärkt dazu über, so genannte \’Kronzeugen\‘ vorzustellen, die mit ihren Schilderungen über angebliche eigene Erlebnisse, insbesondere im Strafvollzug der DDR, die Verleumdungen der DDR durch Kohl unterstützen sollen.“
(Stasi-Mitteilung vom 11. Januar 1987.)

„Sofortmeldepflichtig sind: Pläne, Absichten und Maßnahmen des Gegners (…) zur Aufklärung von Sicherungsmaßnahmen der DDR, einschließlich damit verbundener Aktivitäten von Korrespondenten/Journalisten westlicher Massenmedien (…) Übergabe von Briefen Bittschaften u.a. Schriftstücke (…)“
(Stasi-Anleitung für einen privaten Kohl-Besuch am 27. und 28. Mai 1988.)

Quelle: Süddeutsche/dpa/AP, 24.3.2005; Die WELT 24.3.2005

Entscheidung über Lauenburgs Alter vertagt

In Lauenburg besaßen die Herzöge der Askanier bereits 1181 ihre Burg, als südlichste Festung. Nach der \“Schlacht von Bornhöved\“ und den Sieg über die Dänen kam 1227 die Maria-Magdalenen-Kirche dazu und bereits für 1216 lässt sich am Ufer der Elbe eine Zollstelle belegen. Doch wie alt die Stadt Lauenburg denn nun wirklich ist, ist unsicher (siehe Bericht vom 27.11.2004).

Neue Forschungen besagen, es habe bereits 1209 \“Stadt-Privilegien\“ für Lauenburg gegeben, obwohl die älteste existierende Urkunde Lauenburg erstmals 1260 nennt. Der zuständige Fachausschuss der Stadt konnte sich bisher nicht auf einen Termin für die Jubiläumsfeier einigen. Soll Lauenburg 2009 vorgezogen sein 800-jähriges Stadtjubiläum feiern oder wie bisher angedacht 2010 erst das 750-jährige Bestehen? 

Das Schleswiger Landesarchiv stimmt den vom Lauenburger Heimatforscher Dr. Wichmann von Meding aufgestellten Überlegungen zu, denen zufolge Lauenburg bereits 1209 und nicht erst seit 1260 als Stadt existiert hätte. – Im Frühjahr 2006 will die Stadt erneut beraten, welches Datum sie für die Jubiläumsfeier ansetzt.

Quelle: Kieler Nachrichten, 22.3.2005

Vor 60 Jahren Befreiung des Wiesbadener KZ-Außenlagers

Auch in Wiesbaden befand sich während der NS-Zeit ein kleines KZ, ein Außenkommando des SS-Sonderlagers Hinzert im Hunsrück. Seine Einrichtung auf dem Gelände Unter den Eichen im März 1944 erfolgte auf Befehl des Höheren SS- und Polizeiführers Rhein/Westmark Jürgen Stroop. Die maximale Belegungsstärke betrug an die 100 Mann. Die Häftlinge, vordem zumeist aktiv in der luxemburgischen Résistance, wurden vor allem im Rahmen von Bauvorhaben der Polizei und der SS sowie auf dem Flugplatz Erbenheim eingesetzt. Ebenso wurden sie an Handwerksbetriebe und Privathaushalte gegen Entgelt verliehen.

Am Ende hatten die Häftlinge des Konzentrationslagers Unter den Eichen Glück im Unglück. Das KZ-Außenkommando wurde am frühen Morgen des 23. März evakuiert. Schon Wochen zuvor war den dortigen Regimegegnern klar geworden, dass die Götterdämmerung des \“Dritten Reiches\“ unmittelbar bevorstand. Mehrfach schon waren sie nämlich dazu abkommandiert worden, Berge belastender Akten nachts auf Lastwagen zu verladen, um sie außerhalb der Stadt zu verbrennen.

Als die Häftlinge am 23. März 1945 bei Auflösung des Lagers auf einen unter Polizeibewachung stattfindenden Fußmarsch nach Frankfurt geschickt wurden und in einem Heddernheimer Russenlager durch SS erschossen werden sollte, weigerte sich Polizeileutnant Hertert, der zuständige Kommandoführer, den Befehl durchzuführen. Stattdessen ließ er seinen Trupp weitermarschieren, und in der Nähe von Friedberg durften sich die KZler in Gruppen absetzen, bis US-Truppen die Befreiung zu Ende führten.

An das Leid und das Schicksal der luxemburgischen und anderen Häftlinge des KZ-Außenkommandos Unter den Eichen erinnert eine Dauerausstellung in der kleinen, seit 1991 vom Stadtarchiv Wiesbaden betreuten KZ-Gedenkstätte.

Kontakt:
Gedenkstätte „Unter den Eichen“
Carl-von-Ibell-Weg, Wiesbaden
www.wiesbaden.de/die_stadt/stadtinformation/gedenkstaetten/unter_den_eichen.php

Anschrift:
Stadtarchiv Wiesbaden
Im Rad 20, 65197 Wiesbaden
Telefon (06 11) 31 42 91 und 31 21 74;
Fax (06 11) 31 39 77

Ansprechpartner: Axel Ulrich und Thomas Rech
Träger: Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden

Öffnungszeiten:
Mittwoch 16–19 Uhr
Samstag und Sonntag 15–17 Uhr. 

Gruppenführungen nach Vereinbarung. Von November bis April ist die Gedenkstätte geschlossen. Gruppenführungen sind während dieser Monate jedoch möglich. Eintritt und Führungen frei. Kostenlose Broschüre auf Anfrage.

Quelle: Axel Ulrich, Wiesbadener Kurier, 19.3.2005

Stadtarchiv Neuss als Notfallhelfer

Im Tiefkühlkeller der Neusser Metzgerei Matzner wurden jetzt, Tür an Tür zu Rinderhälften und Schweinefilet, auch 44 Akten in fünf Umzugkartons eingelagert. Denn die Metzgerei mit ihrer Kältetechnik war Teil eines Rettungsplanes für einen wertvollen Aktenbestand der Neusser Denkmalschützer, der durch einen Wasserschaden schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war. Dauerhafte Hilfe sollen die Akten nun im Westfälischen Archivamt Münster finden, in dessen Restaurierungswerkstatt noch kurzfristig Kapazitäten zur Verfügung standen, um die Neusser Dokumente in einem Gefriertrockungs-Verfahren wieder lesbar zu machen. 

In Neuss löste ein leckes Kupferrohr den archivischen Notfall aus und sorgte im Amt für Bauordnung und Bauberatung, dem die Denkmalschützer zugeordnet sind, für große Aufregung. Ironie des Schicksals: das Sachgebiet der Bauverwaltung ist im alten Feuerwehrgebäude an der Michaelstraße untergebracht. Dort fiel den Mitarbeitern jetzt auf, dass die Akten in Pfützen auf den Regalbrettern standen und von unten her gierig Wasser zogen. Helfen konnte in dieser Notlage die alarmierte Truppe vom Stadtarchiv Neuss. Mit den stets bereitstehenden „Notfallboxen“ rückten die Archivare aus. Ein großer Teil der vom Wasserschaden betroffenen Akten, in denen die denkmalgeschützten Gebäude auch durch Karten und wertvolle Fotoserien dokumentiert sind, waren schwer in Mitleidenschaft gezogen. 

Archivleiter Dr. Jens Metzdorf entschied, die Fotos noch in feuchtem Zustand einzeln in luftdichte Folien zu verpacken. Anschließend wurden die verpackten Bestände in der Metzgerei eingelagert und tiefgefroren. Die luftdichte Verpackung in Folien und die Lagerung im Eis verhindern, dass sich Schimmelpilze bilden, die das Papier schnell zersetzen oder doch zumindest unlesbar machen würden. Das Gefriertrocknungs-Verfahren, das bereits bei den vom Elbehochwasser betroffenen Archivalien und Büchern erfolgreich angewandt wurde, stellt sicher, dass die wertvollen Dokumente bei der Trocknung nicht verkleben. Schon im April sollen die Akten wieder benutzbar sein. 

Kontakt:
Stadtarchiv Neuss
Oberstr. 15
41460 Neuss
Fon: (02131) 904250 
Fax: (02131) 902433
http://www.stadtarchiv-neuss.de/ 

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 21.3.2005

Die Nachkriegsjahre im Magdeburger Stadtarchiv

Sofort nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Magdeburger Stadtverwaltung wieder ihre Arbeit auf. Davon künden 55 laufende Meter Akten im Stadtarchiv Magdeburg, die die SBZ/DDR-Zeit von 1945 bis 1990 anschaulich dokumentieren. Zum Beispiel ein Geschehen im April 1964: Am 27. April 1964 ging beim Rat der Stadt Magdeburg ein eiliges Telex vom Ministerium für Bauwesen aus Berlin ein. Darin stand: „Katharinenkirche. Wir bitten, die Sprengung zu stoppen. Klärung erfolgt.“ Am 30. April 1964 schreibt der damalige Oberbürgermeister nach Berlin zurück, dass man „bedauerlicherweise mitteilen“ müsse, dass das Fernschreiben zu spät eingegangen sei und die Kirche bereits gesprengt war. Beide Schriftstücke finden sich im Bestand „Rep. 41“ des Stadtarchivs.

Dieser Bestand werde sich noch vergrößern, da man noch eine Menge Akten aus der DDR-Zeit nicht gesichtet habe, erklärt die für den Bestand zuständige Diplom-Archivarin Konstanze Buchholz. So lassen sich Informationen zum Wiederaufbau, zur Stadtplanung, zur öffentliche Sicherheit, zur Gesundheitsversorgung, zu Volksbildung und Kultur im Bestand finden, der – so die Volksstimme – wie "ein riesiges Magdeburger Geschichtsbuch" sei.

Kontakt:
Stadtarchiv Magdeburg
amt. Amtsleiterin Dr. Maren Ballerstedt
Bei der Hauptwache 4
D-39104 Magdeburg
Telefon: (0391) 5 40-25 15 
archiv@magdeburg.de

Quelle: Peter Ließmann, Volksstimme Magdeburg, 21.3.2005

Das Mainzer Archiv für die Musik Afrikas

Im Mainzer Institut für Ethnologie und Afrikastudien befindet sich seit 1991 das Archiv für die Musik Afrikas. Der Archivbestand dokumentiert die Vielfalt und Geschichte der populären afrikanischen Musik von den zwanziger Jahren bis heute. Mit der Verbreitung des Grammophons entwickelte sich auch in Afrika ein kommerzieller Plattenmarkt. Die Musiker ließen sich sowohl von europäischer und afro-kubanischer Unterhaltungsmusik als auch von traditionellen afrikanischen Rhythmen inspirieren. Das was die Afrikaner bewegt, spiegelt sich in den Musiktexten wider. 

In ganz Afrika entwickelten sich umsatzstarke regionale Musikmärkte – in den englischen Kolonien schon seit den 20er Jahren. Die Platten wurden, je nach Kolonialmacht, in London, Paris, Brüssel oder Lissabon produziert. Noch bis in die 90er Jahre verbargen sich politische Botschaften zwischen den Zeilen; heute machen junge Rapper offen auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam. Die Archivräume im Keller des Instituts bergen tausende von Tonträgern aller Art von der kongolesischen Rumba bis zum Rap aus Tansania. 

Die Vielfalt des Bestandes ist dem Gründer des Archivs, Privatdozent Dr. Wolfgang Bender, zu verdanken. Er initiierte auch verschiedene Projekte zur Erforschung der populären Kultur Afrikas. Das Archiv steht mit vorheriger Anmeldung jedem offen, genauso der Online-Katalog und das Internetjournal Ntama.

Links:

Manuskript der hr-Radio-Sendung vom 22.3.2005, 8:40 Uhr

Kontakt:
African Music Archive
Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Bender
Forum 6, Johannes Gutenberg-Universität 
55099 Mainz
Tel.: 06131-39 2 27 98 
Fax: 06131-39 2 37 30 

Quelle: Andrea Wenzek, hr-online.de, 21.3.2005

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