Zufallsfund zur Bonner Industriegeschichte

Im Jahr 1981 kaufte die Stadt Bonn die stillgelegte Anlage von Dynamit Nobel in Troisdorf. Der frühere Personalchef des ehemaligen Chemie- und Rüstungsunternehmens, Hanns G. Noppeney, rettete damals bergeweise Firmenunterlagen vor der Vernichtung. Jetzt übergab er das Material dem Stadtarchiv Bonn zur archivischen Erschließung.

Dies sehr zur Freude von Norbert Schloßmacher, dem Leiter des Stadtarchivs. Bonn sei aufgrund seiner Stadtgeschichte nie eine stark industrialisierte Stadt gewesen, entsprechend gering seien Überlieferungen in diesem Bereich. Ein Zufallsfund von Unterlagen in dieser Fülle und Dichte sei ihm bisher nicht begegnet, so der Archivar.

Unter den Unterlagen befinden sich Arbeitsbücher von Zwangsarbeitern der ehemaligen Beueler Jutespinnerei aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Hinter einem „Geheimbuch für Gehälter und Vorschüsse“ verbirgt sich ein Lohnbuch aus den Jahren 1912 bis 1921. Ein Personalverzeichnis der Vereinigten Jutespinnereien und Webereien A.G. Hamburg führt 6.781 Namen von Angestellten, möglicherweise aus dem Zweigwerk Hamburg-Harburg, auf. Ein Stehordner mit Personalakten gibt einen interessanten Einblick in die Betriebsführung vergangener Zeiten, nicht zuletzt durch einen erhalten gebliebenen Ausbildungsbericht eines jungen Spinners. 

Kontakt:
Stadtarchiv Bonn
Berliner Platz 2
53103 Bonn (Stadthaus Ebene 0)
Tel.: 0228/ 77 2410
Fax: 0228 / 77 43 01 
stadtarchiv@bonn.de 

Quelle: Frank Auffenberg, Kölner Stadt-Anzeiger, 29.4.2008

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