Haus der Stadtgeschichte in Kreuznach geplant

„Man kann die Zukunft nicht gestalten, ohne die Vergangenheit zu kennen. Daher sind Archive für eine Stadt von großer Bedeutung “, begrüßte Oberbürgermeister Andreas Ludwig 47 Archivarinnen und Archivare aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die sich zu ihrer 67. Fachtagung in Bad Kreuznach trafen. Mit Hilfe einer Stiftung soll in Bad Kreuznach ein Haus der Stadtgeschichte entstehen, kündigte er an. „Dafür drücke ich alle Daumen“, wünschte die Leiterin des Landeshauptarchivs in Koblenz, Dr. Elsbeth Andre, viel Erfolg. Denn in dem derzeit räumlich stark beengten Stadtarchiv Bad Kreuznach herrschen keine optimalen Arbeitsbedingungen.

Durch die engagierte Arbeit von Stadtarchivarin Franziska Blum-Gabelmann ist das Interesse und die finanzielle Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Erst kürzlich konnte sich das Stadtarchiv wieder über eine private Spende in Höhe von 1.000 Euro freuen. 

Die Archive sollen zu einem Lernort werden. Zu diesem Zweck haben das Landeshauptarchiv Koblenz und das Landesarchiv Speyer die Zusammenarbeit mit den Schulen verstärkt und die Arbeitsgemeinschaft „Schule und Archiv“ ins Leben gerufen. „Diese Arbeitgemeinschaft ist offen für alle“, warben Dr. Walter Rummel (Speyer) und Dr. Christine Goebel (Koblenz) bei den anwesenden Archivarinnen und Archivaren der öffentlichen und kirchlichen Verwaltungen um Mitarbeit. Gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern werden ein Lehrplan und ein Materialienkatalog erarbeitet. Andere Bundesländer sind schon einige Schritte weiter. In Hessen und in Nordrhein-Westfalen sind Lehrer zu Archivpädagogen ausgebildet und für diese Arbeit befristet freigestellt. In Bayern gibt es seit 1998 einen Archivbeauftragten, in Baden-Württemberg regelmäßig Tagungen für Archivpädagogen und mittlerweile Archivführungen für Kindergärten. Darüber hinaus haben viele Projektarbeiten mit Schulen das Interesse an Archiven geweckt 

In Rheinland-Pfalz entwickelt sich eine Zusammenarbeit mit Universität Mainz. Außerdem wollen die Archivare im September bei einer landesweiten Aktion in Speyer bei den Schulen für eine Teilnahme an dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten werben.

Auf großes Interesse stieß am Ende der Tagung der Bericht von Archivarin Franziska Blum-Gabelmann über die laufende Generalrevision im Stadtarchiv Bad Kreuznach und die Fotoausstellung „Das Stadtarchiv im Schokoladenhaus“, die von 1.200 Menschen an drei Tagen besucht wurde. Das Wissen und die Geschichte der Stadt aus dem Archiv an Originalschauplätze zu tragen, ist ein erfolgreicher Weg, den die Archivarin mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren weiter gehen wird.

Der Lernort Archiv wird daher auch in Bad Kreuznach in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen und dazu beitragen das Profil des Archivs als Forschungs- und Bildungseinrichtung zu stärken. Zum Abschluss der Tagung besuchten die Teilnehmer nach einem Stadtrundgang das Museum für Puppentheaterkultur

Kontakt:
Stadtarchiv Bad Kreuznach
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach
Telefon: 0671 / 9201162
stadtarchiv-bad-kreuznach@t-online.de

Quelle: Stadt Bad Kreuznach, Nachrichten, 6.5.2008; Allgemeine Zeitung Bad Kreuznach, 8.5.2008

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