Ältestes Messbuch und neueste Forschungen zum Bonner Cassius-Stift vorgestellt

Das Liber Ordinarius, die einzige bekannte mittelalterliche Handschrift des Bonner Cassius-Stifts, die vor einigen Jahren zufällig bei Forschungsarbeiten gefunden wurde, präsentierte Münsterpfarrer Monsignore Wilfried Schumacher bei der Vorstellung des Buches \“Märtyrergrab – Kirchenraum – Gottesdienst II., Interdisziplinäre Studien zum Bonner Cassius-Stift\“. Das Liber Ordinarius, eine Beschreibung der vielfältigen Gottesdienste am Ort, gibt Auskunft über die reiche mittelalterliche Liturgie in dem von Münsterkirche, Kreuzgang und untergegangener Martinskirche gebildeten Komplex. Das vor den Wirren der Reformationszeit nach Köln gelangte Antiphonar wird heute in der Diözesanbibliothek aufbewahrt und kehrte für die Buchpräsentation für kurze Zeit an seinen Aufbewahrungsort zurück. 

Die sensationelle Entdeckung machte der Tübinger Liturgiewissenschaftler Professor Andreas Odenthal, der den Studienband mit dem Bonner Uni-Professor Albert Gerhards als Ergebnis eines wissenschaftlichen Kolloquiums über Bau-, Kunst- und Liturgiegeschichte der Bonner Münsterkirche herausgegeben hat. Das unter anderem von der Bonner-Münster-Stiftung geförderte neue Buch enthält Studien zur Geschichte, Archäologie, Kunst und Liturgie des Bonner Münsters und präsentiert die beiden wichtigsten Quellen über die Stiftsliturgie in Mittelalter und Neuzeit. Neben der historischen Bedeutung trägt der vorliegende Band zum besseren Verständnis der Münsterkirche und ihrer Geschichte bei. Erschienen ist er in den vom Historischen Archiv des Erzbistums Köln herausgegebenen Studien zur Kölner Kirchengeschichte als Band 36, verlegt im Verlag Franz Schmitt, Siegburg. 

Münsterkirche und Münster-Carré bilden im heutigen Bonn ein geistlich-kulturelles Zentrum, das in einer Jahrhunderte langen Tradition des Kanonikerstiftes und der Pfarrei steht. Unter den zahlreichen Kanonikerstiften im alten Erzbistum Köln standen St. Gereon in Köln und das Bonner Cassiusstift in Rivalität um die Vorrangstellung. Verbunden waren beide Institutionen durch ihre Patrone, frühchristliche Märtyrer der Thebäischen Legion. 

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Quelle: Pressemitteilung Stadt Bonn, 11.12.2008; Pressemeldung Bonner Münster-Stiftung, 10.12.2008; Marion Steeger, express.de, 11.12.2008

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