Ausstellung über Geraubte Bücher jetzt im Hamburger Staatsarchiv

Am 20. Juli hat sich das Attentat auf Adolf Hitler zum 65. Mal gejährt. Das Staatsarchiv Hamburg hat dieses Datum zum Anlass genommen, um mit einer ganz besonderen Ausstellung auf ein weit weniger beachtetes Kapitel des menschenverachtenden NS-Regimes hinzuweisen: Es zeigt in den Räumen an der Kattunbleiche in Wandsbek die von der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky konzipierte Ausstellung „Geraubte Bücher“. Millionen Menschen wurden während des Dritten Reichs verfolgt, deportiert, ermordet – und letztendlich auch enteignet. Dabei handelte es sich nicht nur um den Raub von Vermögen, Immobilien oder gar Kunst, sondern beispielsweise auch um Bücher, die den Bibliotheken von der Gestapo oder der Reichsaustauschstelle in Berlin zugewiesen oder über den Antiquariatshandel erworben wurden.

Seit der 1999 veröffentlichten „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“, haben Bibliothekare der Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg ihre Bestände überprüft und in den Akten des Staatsarchivs Hamburg eingehend nach solchen Zugängen recherchiert, um sie zu dokumentieren und – wenn möglich – an die rechtmäßigen Eigentümern oder ihre Erben zurückzugeben. Anhand von Unterlagen aus den Beständen des Staatsarchivs und der Staats- und Universitätsbibliothek aus dem Besitz von Marie May Reiss, die 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde, zeichnet die Ausstellung das Schicksal der während des Nationalsozialismus entrechteten und ermordeten Hamburgerin nach, stellvertretend für Millionen anderer Opfer. Die Ausstellung ist vom 20. Juli bis 28. August 2009 im Foyer des Staatsarchivs a montags bis freitags von 9-16 Uhr, und mittwochs von 9 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Kontakt
Staatsarchiv Hamburg
Kattunbleiche 19 
22041 Hamburg 
Tel.: 040 / 428 31 – 3200 
poststelle@staatsarchiv.hamburg.de 

Quelle: Pressemeldung Stadt Hamburg, 23.7.2009

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