Stadtarchiv Düsseldorf hat neue Heimat

Was lange währt, wird manchmal richtig gut – 13,5 Kilometer Akten, Bücher, Pläne, Plakate, Fotos und anderes Sammlungsgut, insgesamt über 700.000 Einzelstücke, haben in der \“Alten Paketpost\“ an der Worringer Straße 140 in Düsseldorf ein neues Zuhause gefunden. Nach einem auf gut sechs Monate angelegten, generalstabsmäßig geplanten und erst Ende Juli 2010 endgültig abgeschlossenen Umzug steht das Stadtarchiv Düsseldorf als \“Gedächtnis der Stadt\“ wieder allen seinen \“Kunden\“ – Wissenschaftlern, Stadtverwaltung, Presse, Heimatforschern, Familienkundlern und auch einfach an Düsseldorf Interessierten – zur Verfügung.

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Abb. 1: Die älteste Urkunde des Stadtarchivs datiert von 1382 und thematisiert eine Wachsspende zur Beleuchtung des Heiligen Grabes in der Lambertuskirche (Foto: Stadt Düsseldorf).

In modernen Räumen in direkter Bahnhofsnähe sind nun bessere Arbeitsmöglichkeiten als im alten Gebäude an der Heinrich-Ehrhardt-Straße gegeben, deren zentrale Lage vor allem auch den vielen auswärtigen Benutzern entgegenkommt. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 7,2 Millionen Euro.

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Abb. 2: Das älteste Foto im Stadtarchiv zeigt eine Ansicht des Burgplatzes zur Mühlenstraße hin (um 1855) (Foto: Stadt Düsseldorf).

Das Archiv bewahrt bedeutende Unterlagen der Stadt Düsseldorf vom späten Mittelalter bis in die heutige Zeit und umfangreiche Sammlungen zu allen Aspekten der Stadtgeschichte auf. So finden sich dort zum Beispiel alte Urkunden, Nachlässe bedeutender Düsseldorfer Familien, Firmen oder Einzelpersonen, eine historische Fachbibliothek, Heimatliteratur im weitesten Sinne, eine beeindruckende Bildersammlung (das älteste Foto der Stadt stammt aus dem Jahre 1855), Postkarten, Plakate, historische und moderne Karten und Pläne von Düsseldorf und Umgebung, aber auch Adress- und Kirchenbücher oder Personenstandsregister, die vor allem von Familienforschern genutzt werden.

Nach einem durch eine Sprinkleranlage verursachten Wasserschaden am Morgen des Eröffnungstages (1.7.2010) können interessierte Bürger – Laien ebenso wie Wissenschaftler – die zugänglichen Unterlagen erst in einigen Wochen wieder einsehen. Die Öffnungszeiten sind dann montags bis donnerstags täglich von 8.30 bis 15.30 Uhr, freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr. Neben der fachkundigen Beratung, die auch den Archivneuling an die Hand nimmt und zum richtigen Aktenstück, Buch oder Ansprechpartner führt, laden auch die neuen Lesesäle – ein heller, großer Aktenlesesaal und ein technischer Lesesaal – alle an Düsseldorfer Stadtgeschichte interessierten Bürger und Bürgerinnen zum ausgedehnten Forschen ein.

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Abb. 3: Im neuen Stadtarchiv: Direktor Prof. Dr. Clemens von Looz-Corswarem und Stellvertreter Dr. Benedikt Mauer (rechts) mit einem Brief von Felix Mendelssohn Bartholdy an den Düsseldorfer Oberbürgermeister, in dem er sich 1833 für die Ernennung zum Städtischen Musikdirektor bedankt.

Anfragen können aber auch weiterhin auf schriftlichem oder telefonischem Wege an das Stadtarchiv gerichtet werden. Darüber hinaus werden ab Herbst 2010 erstmals neben den bisherigen Besucherführungen auch Einführungskurse für die stetig wachsende Zahl von Familienforschern angeboten.

Das Stadtarchiv in Daten, Zahlen und Fakten

  • Gegründet: 1912
  • Leiter: Prof. Dr. Clemens von Looz-Corswarem
  • Stellvertreter: Dr. Benedikt Mauer
  • Mitarbeiterzahl: 23
  • Magazinfläche: rund 2.800 Quadratmeter mit zirka 13,5 laufenden Regalkilometern
  • Bestände: rund 700.000 Einzelstücke, darunter zirka 319.000 Akten, 15.000 Dokumente aus Nachlässen, 70.000 Dokumente aus Sammlungen (zum Beispiel Karten, Pläne, Fotos), 6.900 Zeitungsbände, die Fachbibliothek mit zirka 26.000 Bänden sowie rund 98.000 genealogische Quellen und Mikrofilme
  • Benutzerservice: Benutzerberatung zu historischen, archivischen und genealogischen Fragen Beantwortung von schriftlichen Anfragen zu allen Aspekten der Stadtgeschichte Archivführungen; Familienkundliche Einführungskurse
  • Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 8.30 bis 15.30 Uhr
  • freitags 8.30 bis 12.30 Uhr (längere Öffnung an einem Tag der Woche ist geplant)
  • Leseplätze: Lesesaal mit 20 Leseplätzen, alle zur Nutzung mit Laptop eingerichtet.
  • Technischer Lesesaal mit elf Arbeitsplätzen an Mikrofilmlesegeräten und Rechnern zur Durchsicht digitalisierter Quellen (derzeit vornehmlich Personenstandsregister) mit der Möglichkeit, direkt Ausdrucke anzufertigen.

Kontakt:
Stadtarchiv Düsseldorf
Worringer Straße 140
40210 Düsseldorf
Telefon 0211/89-99230
Fax 0211/89-29155
stadtarchiv@duesseldorf.de

Quelle: Landeshauptstadt Düsseldorf, Pressemitteilung, 29.6.2010

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