Verfolgungsakten der deutschen Besatzungsverwaltung in Belgien erschlossen

Genau vor 61 Jahren, am 9. März 1951, verurteilte das Kriegsgericht Brüssel den Militärbefehlshaber Alexander von Falkenhausen und den Militärverwaltungschef Eggert Reeder zu 12 Jahren Zwangsarbeit für ihrer Verantwortung bei der Hinrichtung von Geiseln und bei der Deportation von Juden während der deutschen Besatzung. Das gleiche Gericht verurteilte ein knappes halbes Jahr später Constantin Canaris, Chef der deutschen Geheimpolizei im besetzten Belgien, zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren.

Die Akten, die zur Zeit ihrer gerichtlichen Verfolgung angelegt wurden, werden im Archiv des Militärgerichts im Brüsseler Justizpalast aufbewahrt. Weil sie einen privilegierten Einblick in die Funktionsweise und in die Ziele der deutschen Besatzungsverwaltung gibt, hat das SOMA (Centre For Historical Research And Documentation on War and Contemporary Society) im Jahr 2005 beschlossen diese Dokumente eingehend zu beschreiben und zu digitalisieren.

Nach Abschluss dieser Arbeit können Forscher und Interessierte die Inventare und digitalisierte Bilder konsultieren. Aufgrund der Gesetze zum Schutz der Privatsphäre ist dies allein im Lesesaal unserer Institution möglich. Mit diesem Digitalisierungsprojekt verschafft das SOMA der (historischen) Forschung über die deutsche Besatzung erneut ein nützliches Werkzeug.

Link: http://www.cegesoma.be/cms/index_en.php?article=1971

Kontakt:
Centre for Historical Research and Documentation
on War and Contemporary History (CEGES – SOMA)
Gerd De Coster, Archivar
Square de l\’Aviation 29
B-1070 Brüssel
Belgien
++32 (0)2 556 92 42
gerd.decoster@cegesoma.be
www.cegesoma.be

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