Erweitertes Stadtarchiv Karlsruhe seiner Bestimmung übergeben

Mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür ist am 27. Juli 2013 der Erweiterungsbau des Stadtarchivs Karlsruhe offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Die "Alte Pfandleihe" in der Markgrafenstraße war zwischen Ende April 2012 und März 2013 um zwei Etagen aufgestockt worden, um dem dort untergebrachten Archiv mehr Raum zu bieten. Den Mitarbeitern des Stadtarchivs stehen nun acht neue Büros sowie ein weiteres Magazin zur Verfügung. Darüber hinaus wurden die Klima- und die Brandschutzanlage erneuert, eine Behindertentoilette eingerichtet und ein neuer Fahrstuhl eingebaut.

Seit 1990 ist das Karlsruher Stadtarchiv in der ehemaligen städtischen Pfandleihe untergebracht. Das Gebäude, bei dessen Bau sich die Planer im Jahr 1906 am Archivbau orientierten, hat sich seitdem als voll funktionsfähiges Stadtarchiv mit einem großzügigen Lesesaal und klimatisierten Magazinen bewährt.

Im Jahr 2006 waren dann, wie vorausberechnet, die Magazine voll ausgelastet. Der Ausbau eines Kellerraums in zwei Magazinräume brachte 2007 noch einmal Platz, so dass bis 2010 weitere Zugänge aufgenommen werden konnten. Als nächste Maßnahme zur Erweiterung wurde in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt nach einem beschränkten Architektenwettbewerb eine zweigeschossige Aufstockung mit einem Tonnendach geplant.

Stadtarchiv Karlsruhe mit neuen Räumen

Abb.: Umgebautes und erweitertes Stadtarchiv Karlsruhe, Juli 2013 (Foto: Stadt Karlsruhe)

Mit der Erweiterung des Stadtarchivs sei dafür gesorgt worden, dass das "Gedächtnis der Stadt" seine Funktion auch in Zukunft weiter erfüllen und das kulturelle Erbe Karlsruhes sicher bewahren könne, sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup in seiner Festansprache. "Die Bewahrung und die Weitergabe unserer Stadtgeschichte sind kein Randthema bei uns" betonte er. Dabei verwies Mentrup auf die zentrale Lage des Archivs mitten im Herzen der Fächerstadt. Das Stadtarchiv leiste "einen wichtigen Beitrag zur Identitätsstiftung der Bürger", sagte er. Dies sei gerade in einer Stadt wie Karlsruhe, in der es Zu- und Wegzug gebe, von Bedeutung. "Wer die geschichtlichen Zusammenhänge einer Stadt kennt ist auch eher bereit, sich für sie einzusetzen", sagte Mentrup. Durch die Aufstockung des Stadtarchivs habe die Magazinkapazität nun von 1.400 auf 6.400 Regalmeter zugenommen. In zwölf Jahren stehe dann eine erneute Erweiterung an, so der Oberbürgermeister.

"Insgesamt wird das Stadtarchiv einmal rund acht Kilometer Archivgut beherbergen", erklärte er. In den aktuellen Ausbau seien 2,3 Millionen Euro geflossen – eine, so Mentrup, "mehr als sinnvolle Investition in die Zukunft".

Der Leiter des Stadtarchivs, Ernst Otto Bräunche, zeigte sich hochzufrieden mit dem Ausbau der "Alten Pfandleihe". Mit der Erweiterung habe man "einen wichtigen Schritt nach vorne getan", sagte er. Das Archiv wachse im Jahr durchschnittlich um 100 laufende Regalmeter. "Somit haben wir jetzt bis 2025 vorgesorgt", erklärte Bräunche weiter.

Am Ende des Festakts überreichte Mentrup dem Stadtarchivleiter symbolisch den Schlüssel für den Erweiterungsbau. Realisiert wurde der Umbau vom Hochbauamt der Stadt Karlsruhe und dem Architekturbüro Peter Eisemann. Anlässlich der Aufstockung startet heute im ersten Obergeschoss des Stadtarchivs eine Ausstellung "Von der Pfandleihe zum Stadtarchiv". Die Ausstellung, die von den Auszubildenden Anna Wiegand und Adrian Schneider konzipiert wurde, vermittelt in acht Abschnitten die Geschichte des Archivs von seiner Gründung im Jahr 1885 bis heute. Parallel dazu wird die Entwicklung des heutigen Stadtarchivgebäudes gezeigt.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 29. August 2013 jeweils montags bis mittwochs von 8.30 bis 15.30 Uhr sowie donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Ergänzende Informationen gibt es in der neu erschienenen Publikation "Von der Pfandleihe zum Stadtarchiv" (= Häuser- und Baugeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe, Bd. 12) mit Beiträgen von Ernst Otto Bräunche, Peter Eisemann, Gerhard Kabierske und Bernhard Schmitt. Die Veröffentlichung beleuchtet die Baugeschichte des Hauses bis zur dessen Aufstockung mit dem prägnanten neuen Tonnendach. Sie weist nach, dass es sich um einen für die Zwecke des Archivs sehr geeigneten Bau handelt, dessen Umbau ausführlich dokumentiert und mit zahlreichen Abbildungen veranschaulicht wird.

Links:

Kontakt:
Stadtarchiv Karlsruhe
Leitung: Dr. Ernst Otto Bräunche
Markgrafenstraße 29
76133 Karlsruhe
Tel.: 0721-133 4225, 4223, 4224
Fax: 0721-133 4299
archiv@kultur.karlsruhe.de

Quelle: Badische Neueste Nachrichten, 29.7.2013; Stadt Karlsruhe, Pressemitteilung, Juli 2013

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


  • Um AUGIAS.Net aktuell zu halten, würden wir uns auch über Ihre Mithilfe freuen: Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf, wenn Sie Neuigkeiten aus dem Archivwesen haben (Nachrichten, Literatur, Links, Termine etc.).
Top