Archivare im Kreis Gießen dokumentieren den Ersten Weltkrieg

Im Sommer jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal: Anlass für Gedenkveranstaltungen und Ausstellungen. Auch in den Stadt- und Gemeindearchiven im Gießener Kreisgebiet finden sich zahlreiche Unterlagen, die sich auf den Ersten Weltkrieg beziehen. Feldpostbriefe, Propagandamaterial, Unterlagen und Fotos über Lazarette im Landkreis, Kriegschroniken, Postkarten und vieles andere mehr geben Auskunft zum Kriegsgeschehen in der Region.

Bei der jüngsten Arbeitstagung der Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer im Landkreis Gießen wurden erste Schritte für eine gemeinsame Ausstellung zum Thema besprochen. Dokumente müssen ausgewählt und Ausstellungstafeln konzipiert werden. Auf Grund einer gewissen Vorlaufzeit und wegen diverser anderer anstehenden Arbeiten könne die Ausstellung mit historischen Dokumenten aber erst 2015 realisiert werden, erklärte die Gießener Kreisarchivarin Sabine Raßner ein Ergebnis der Arbeitsbesprechung.

14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zusammen, um sich fachlich auszutauschen. So waren die Archivpfleger aus Buseck, Freienseen, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Langgöns, Laubach, Lollar, Pohlheim, Rabenau, Reiskirchen, Staufenberg und Wettenberg vertreten. Da in der Regel in den Kommunalarchiven nur eine Person tätig ist, sind regelmäßige Treffen mit Kollegen wichtig für den fachlichen Austausch.

Bei der vorherigen Sitzung hat sich eine Arbeitsgruppe „Notfallplanung“ gegründet. Sie hat sie Aufgabe, Maßnahmen zur Prävention und zum Umgang mit möglichen Krisensituationen zu entwickeln, die alle darauf abzielen, Archivgut vor Schaden zu bewahren, beispielsweise vor einem Wasser- oder Feuerschaden. Auch über Bergungsmaßnahmen nach einer Katastrophe soll rechtzeitig nachgedacht werden. Als ein erstes Ergebnis hat die Arbeitsgruppe eine Alarmtafel entworfen. Sie gibt zum einen Auskunft, wer über welchen Notfall zu alarmieren ist, und nennt zum anderen Dienstleister und Auslagerungsorte.

Alle Beteiligten sind sich einig: Kleine Archive wären mit dem Arbeitsanfall in einem Notfall überlastet. „Deshalb ist es aus unserer Sicht wichtig, dass die umliegenden Städte und Gemeinden sich gegenseitige Hilfestellung zusichern, um den Erhalt des regional bedeutsamen Schriftguts im Krisenfall sicherzustellen. Die Bildung eines Notfallverbundes Archivwesen für den Landkreis Gießen erscheint in diesem Zusammenhang sinnvoll“, sagte Sabine Raßner.

Ein wichtiges Thema der Arbeitstagung war auch die Bereitstellung und Präsentation von archivischen Erschließungsleistungen und digitalisiertem Schriftgut im Internet. Schon jetzt können mehr als 130.000 Verzeichnungseinheiten der kommunalen Archive im Landkreis Gießen im Internet recherchiert werden. Um die Bekanntheit und Auffindbarkeit ihrer Bestände sowie ihrer Einrichtung zu verbessern, wird eine Beteiligung an der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und dem Archivportal-D angestrebt. Dieses bietet allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen spartenübergreifenden Zugang zu Kulturgut in unterschiedlichen Einrichtungen, also in Bibliotheken, Archiven, Museen und Wissenschaftseinrichtungen.

Abschließendes Thema der Arbeitstagung war die Broschüre „Kommunalarchive im Landkreis Gießen“, die aktualisiert und neu aufgelegt werden soll. Sie gibt Informationen über die Kommunalarchive im Landkreis Gießen und ihre Bestände. „Wenn am 3. Juni dieses Jahres in Gießen der Hessische Archivtag stattfindet, wollen wir uns aktuell präsentieren“, machte Sabine Raßner deutlich.

Kontakt:
Landkreis Gießen
Kreisarchiv
Riversplatz 1-9
35394 Gießen
Tel. 0641 9390 1603
sabine.rassner@lkgi.de

Quelle: Landkreis Gießen, Pressemitteilung, 15.4.2014

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