Zeitungsarchiv der Nassauischen Neuen Presse im Limburger Stadtarchiv

Das Stadtarchiv Limburg an der Lahn ist um viele Seiten Limburger Geschichte reicher. Das Zeitungsarchiv der Nassauischen Neuen Presse wandert vom Neumarkt hoch zum Schloss. 1.205 Bände sind es, zusammen viele Meter lang und etliche Kilogramm schwer.

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Abb.: Freuen sich gemeinsam über den Zuwachs im Limburger Stadtarchiv, das nun das Zeitungsarchiv der NNP bzw. des früheren Nassauer Boten aufnimmt (von links): Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker, Bürgermeister Dr. Marius Hahn, FNP-Chefredakteur Joachim Braun und NNP-Redaktionsleiter Joachim Heidersdorf.

Der älteste Zeitungsband stammt aus dem Jahr 1872. Damals hieß die Zeitung noch „Nassauer Bote“, den es mit Unterbrechungen bis 1963 gab. Anschließend blätterten die Leser in der „Nassauischen Landeszeitung“, seit 1986 kommen die Informationen unter dem Titel „Nassauische Neue Presse“ zu den Leserinnen und Lesern. „Das Gedächtnis der Region“, umschrieb Bürgermeister Dr. Marius Hahn das „Geschenk“.

Formal gesehen handelt es sich weder um eine Schenkung oder Stiftung, sondern um eine Überlassung, wie Redaktionsleiter Joachim Heidersdorf bei der Übergabe verdeutlichte. Allerdings räumte er im Beisein des Chefredakteurs der Frankfurter Neuen Presse, Joachim Braun, durchaus ein, dass die Zeitungsbände künftig besser aufgehoben sein werden, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war.

Der „Nassauer Bote“, 1870 von Limburger Kaufleuten gegründet, war ein Organ des politischen Katholizismus, ein Zentrumsblatt. Bis 1963 gab es den Boten, der aus dem Haus der Vereinsdruckerei stammt, als selbstständige Zeitung, dann übernahm die Frankfurter Neue Presse das Blatt. Die Frankfurter waren schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Limburg mit einer eigenen Zeitung am Markt. Neben dem Boten und seinen Nachfolgern gehören auch Ausgaben des St. Lubentius-Blatts und des St.-Georgs-Blatts zu den Beständen des Archivs.

Dass die Zeitungsbände als Zeugen Limburger Geschichte in der Stadt bleiben, hatte der langjährige Redakteur der NNP, Johannes Laubach, eingeleitet. Als im Rahmen einer Umstrukturierung Pläne aufkamen, das Archiv nach Frankfurt zu verlegen, nahm er sofort Kontakt mit dem Limburger Stadtarchivars Dr. Christoph Waldecker auf, der sofort großes Interesse zeigte. Im Stadtarchiv gibt es zwar viele Bände des Boten und der folgenden Zeitungen, aber die alten Bände fehlen komplett, zudem weist der Bestand Lücken auf.

Ziel des Stadtarchivars ist es, die Bände für Interessenten schnell verfügbar zu machen. Ausgenommen davon sind zunächst einmal die ältesten Ausgaben, die sich in einem schlechten Zustand befinden. Da gilt es Vorsicht walten zu lassen. Waldecker möchte die beschädigten Bände möglichst schnell elektronisch lesbar machen und prüft verschiedene Optionen. Die Benutzung soll dann künftig am Bildschirm im Stadtarchiv möglich sein.

Im Rahmen der Übergabe erinnerte sich Bürgermeister Hahn auch an die ersten Artikel, in denen er selbst vorkam. Das war in seiner Grundschulzeit, als ein Besuch im Rathaus anstand. Und später, als er sein Abitur an der Tilemannschule machte, schaffte es der komplette Abi-Jahrgang 1991 in die Zeitung, als einige wenige Angehörige des Jahrgangs die Türen der Schule mit Farbe beschmierten. 4000 Mark Schadensersatz wurden veranschlagt – und wer sein Abi-Zeugnis haben wollte, musste seinen Teil der Strafe zahlen. Die Summe hatten alle Abgänger zu gleichen Anteilen aufzubringen.

Das und noch viel mehr ist alles im Stadtarchiv nachzulesen. Das Stadtarchiv ist mittwochs von 8.30 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet.

Kontakt:
Dr. Christoph Waldecker M.A., Dipl.-Archivar (FH)
-Leiter des Stadtarchivs-
Werner-Senger-Str. 10
65549 Limburg a. d. Lahn
Telefon 06431 203-368
Fax 06431 584 3947
christoph.waldecker@stadt.limburg.de

Quelle: Stadt Limburg, Pressemitteilung, 22.7.2016

Schüler forschen und erstellen eigene BIPARCOURS Rundgänge

Projektwoche im Stadtarchiv Troisdorf

Unter dem Motto „HBG- was UNS bewegt, was WIR bewegen“  fand in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien am Heinrich-Böll-Gymnasium Troisdorf eine Projektwoche statt.

Auch das Stadtarchiv Troisdorf beteiligte sich mit einem umfangreichen Projekt mit dem Titel „Meine Familie, meine Straße, meine Stadt- moderne Forschung im Stadtarchiv Troisdorf“. Eine 10-köpfige Schülergruppe aus den Klassen 6-11 nahm am Projekt teil. Im Stadtarchiv der Stadt Troisdorf erstellten die Schüler eine Woche lang Familienstammbäume und beschäftigten sich mit der Historie der Stadt.

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Abb.: Stolz präsentieren die Schüler und Schülerinnen ihre Ergebnisse, v.l. Antje Winter, die Schüler und Schülerinnen, Dr. Petra Schlüter, Ingrid Ehlen

Die Leiterin des Stadtarchivs, Antje Winter, der Historiker Dr. Ansgar S. Klein sowie Dr. Petra Schlüter, Geschichtslehrerin am Böll-Gymnasium betreuten das Projekt.

Die Jugendlichen lernten das Anlegen von Stammbäumen und Ahnentafeln kennen, werteten alte Zeitungen aus, erlernten die alte deutsche Schrift und recherchierten eifrig. Zu den Themen, die in Arbeitsgruppen diskutiert wurden, gehörten auch die Stadtgeschichte und die Geschichte der eigenen Straße. Erste Schritte in das Thema Ahnenforschung sowie die Verwendung weiterer Hilfsmittel und Quellen war ebenso Thema wie die Grundlagenarbeit des Stadtarchivs Troisdorf.

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Abb.: Beim Lesen der alten Schrift im Stadtarchiv

Ein Interview mit Ingrid Ehlen, einer eifrigen Familienforscherin rundete das Thema ab. Die Schüler konnten bestaunen, wie weit man mit viel Mühe und Geduld bei seinen Recherchen kommt. Interessant waren vor allem die vielen Originaldokumente, die sie zeigte. Bei einer Führung durch das Magazin des Archivs konnten die Schüler die vielfältigen Quellen und interessanten Schriftstücke kennenlernen.

Aber nicht nur die Erforschung und die Spurensuche nach den Familien wurden vorangetrieben. Hintergründe zu Straßennamen, zur Geschichte des jeweiligen Stadtteils oder auch andere interessante historische Hintergründe wurden hinterfragt und mit Hilfe der im Archiv vorhandenen Quellen erforscht.

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Abb.: Bild eines Parcours als Beispiel

Als besonderer Höhepunkt stellte sich die Erstellung von eigenen mit Hilfe der App BIPARCOURS erstellten Rundgänge und Quizanwendungen dar. Mit der Bildungs-App konnten zwölf verschiedene Rundgänge erstellt, erprobt und öffentlich getestet werden.

Am letzten Projekttag, am Donnerstag, den 7. Juli 2016 war dann der Präsentationstag in der Schule. Auf großen Tischen ausgebreitet wurden alle gestalteten plakatgroßen Stammbäume und Tafeln. Die mit viel Mühe gezeichneten Familienübersichten wurden den Mitschülerinnen und Mitschülern vorgestellt.  Auch das Spielen der BIPARCOURS Anwendung fand großen Anklang.

Die Jugendlichen waren sehr engagiert, neugierig, begeistert bei der Sache und stöberten gern. Sogar das aufwändige Lesen der alten deutschen Schrift hat Gefallen gefunden, nach den Rückmeldungen hätte dies sogar noch länger dauern können. Auch die sehr einfach zu gestaltende und mit Inhalten zu füllende App kam bei den Schülern gut an. „Mir hat alles sehr gut gefallen, vor allen Dingen die Erstellung der Parcours hat mir sehr viel Spaß gemacht“ schrieb Luiz als Feedback auf.

Schon Anfang 2014 hatten Vertreter des Heinrich-Böll-Gymnasiums, der Europaschule und der Gesamtschule Sieglar im Beisein von Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski erstmals Bildungspartnerschaften mit dem hiesigen Stadtarchiv abgeschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist die verstärkte Einbindung des Lernortes Archiv in den Alltag sowohl der Schülerinnen und Schüler als auch der Pädagoginnen und Pädagogen.

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Abb.: Während der Führung durch das Magazin

Das Stadtarchiv sichert und verwahrt neben der Überlieferung und dem Quellenmaterial der Stadt Troisdorf verschiedene Nachlässe, eine große zeitgeschichtliche Sammlung, Fotografien, Plakate und eine umfangreiche Pressesammlung. Auch werden Unterlagen von Vereinen und anderen Gruppen gesammelt und archiviert.

Eine umfangreiche Archivbibliothek ist im Leseraum verfügbar. Das Archiv der Stadt Troisdorf befindet sich im Untergeschoss des Rathauses Kölner Str. 176. Auskunft gibt Antje Winter unter Tel. 02241/900-135, Fax 900-8135, E-Mail: wintera@troisdorf.de.

Für jedermann nachspielbar sind die Rundgänge nach dem Herunterladen der kostenlosen App unter https://biparcours.de/

(Marc Eickelmann, Stadt Troisdorf)

Als der Fußball nach Birkenfeld kam

Aus der Serie „Geschichtsort Archiv“

1908 war ein gutes Jahr für den Fußballsport; international wurden große Traditionsvereine wie Panathinaikos Athen oder Inter Mailand gegründet. Auch hierzulande gewann die noch junge Sportart immer neue Fans: Beeinflusst durch die Nachbarschaft zum 1. FC Pforzheim (gegründet 1896) entstanden 1908 der FV Mühlacker und der FC 08 Birkenfeld. Die Birkenfelder zählten einst zu den Fußballgrößen in der Region.

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Abb.: Historische Fußballschuhe der 1930er-Jahre noch mit genagelten Stollen (IfSG, Foto: ipa-Verlag)

Der FC Birkenfeld wurde als reiner Fußballverein gegründet – für die Zeit um 1900 keine Selbstverständlichkeit, da die Turnvereine die Szene bestimmten. Die Satzung von 1914 nennt als Vereinszweck die „Förderung des Fußballsports, sowie die Hebung der Geselligkeit“. Zehn Jahre später kam noch eine Sängerabteilung hinzu. Nach 1945 musste sich der Verein aufgrund der Vorgaben der französischen Besatzungsmacht mit dem örtlichen Turnverein zur Sportvereinigung Birkenfeld zusammenschließen.

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Abb.: Der Birkenfelder Verteidiger Arthur Fix (links), der auch in der Süddeutschen Auswahl spielte (um 1930) (Foto: Helmut Vester, Birkenfeld)

Birkenfeld gehörte in den 1920er und 30er Jahren zum „Verband Süddeutscher Fußall-Vereine“, der 1897 in Karlsruhe, unter anderem vom 1. FC Pforzheim, gegründet worden war und zu einem der einflussreichsten Verbände im Deutschen Fußball-Bund gehörte. Birkenfeld spielte damals im IV. Bezirk, im Gau Enz-Pfinz. In der Saison 1925/26 trat der Verein in der Bezirksliga an, der damals höchsten Spielklasse. 1927 schlug man auf dem traditionellen Spielfeld „Hinter der Sonne“ den VfB Stuttgart mit 3:0. In der Spielzeit 1933/34 spielte Birkenfeld in der Gauliga Württemberg, später in der Gauliga Baden. Der Verein stellte Nationalspieler und zahlreiche Auswahlspieler; der bekannteste ist Horst Kunzmann (1937-1999), der in 20 Spielen für die Nationalmannschaft der Amateure antrat.

1926: Ein Fußballtrainer bewirbt sich
Informationen zur Frühgeschichte des Vereins finden sich  besonders in der detaillierten  Chronik zum 75. Vereinsjubiläum von 1983 (im Kreisarchiv des Enzkreises) sowie im Beitrag von Helmut Vester „Einhundert Jahre Fußball in Birkenfeld“ im Enzkreisjahrbuch. Originaldokumente sind allerdings rar: Am Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg (IfSG) wird immerhin das älteste Kassenbuch des Vereins aufbewahrt.

Daher war es ein Glücksfall, dass das IfSG Anfang des Jahres einige besondere Vereinsunterlagen für die Sportgeschichte der Region sichern konnte. Über Umwege gelangten Kicker-Ausgaben der 1920er und 30er Jahre, ein Paar historischer Fußballschuhe sowie Dokumente des FC Birkenfeld aus jener Zeit zum Institut nach Maulbronn. „Die Unterlagen dokumentieren Spielanfragen von, aber auch Konflikte mit anderen Vereinen durch Spielerverletzungen und Regelverstöße sowie Beschwerden über Schiedsrichter-Entscheidungen“, sagt IfSG-Archivar Markus Friedrich: „Die Quellen erlauben einen Einblick in den Vereinsalltag des aufstrebenden Vereinsfußballs und die erhaltenen Briefumschläge zeigen schöne Abzeichen und Stempel von heute eher unbekannten Vereinen wie dem 1. FV Kornwestheim 1902 Salamander.“

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Abb.: Absenderaufdruck des FV Kornwestheim 02 Salamander mit dem bekannten Feuersalamander-Logo (IfSG, Foto: ipa-Verlag)

Besonders interessant sind drei überlieferte Briefe des Wieners Karl Stickler, der sich 1926 als hauptamtlicher Trainer beim Verein bewarb. Stickler hatte zuvor beim Arbeiterverein SC Red Star Wien (heute SC Red Star Penzing) gespielt. In seinem Brief „An den löblichen Vorstand“ vom 12. Januar schreibt er, dass er durch den „Kicker“ über „den derzeitigen ungünstigen Stand Ihres Vereins in der Ligamannschaft informiert“ sei. Er forderte für eine mögliche Anstellung einen Vertrag über mindestens sechs Monate sowie 250-300 Mark und „Quartier mit Essen“ als Bezahlung.

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Abb.: Der Brief des ersten Trainers Karl Stickler vom Januar 1926 ging zunächst an einen Sportclub in Birkenfeld/Nahe in Rheinland-Pfalz (IfSG)

In einem zweiten Brief vom 24. Februar gibt er Einblick in seine Trainingsvorstellungen, die erstaunlich modern anmuten: Mit „lauf-, spring- und leichtathletischen Übungen“ sowie „leichten Massagen“ und „theoretischen Diskussions- und Vortragsabenden“ wolle er die Mannschaft auf Vordermann bringen. Tatsächlich wurde er dann 1926 der erste Trainer des FC 08. In einer späteren Festschrift heißt es jedoch lapidar: „Man stieg ab. Wir hatten inzwischen einen Wiener Sportlehrer verpflichtet, von dem unsere Leute in eifrigem Training viel gelernt haben. Doch er war zu spät gekommen.“

Letztlich ist es dem Zufall, zu verdanken, dass die Unterlagen entdeckt und gesichert werden konnten. „Häufig gehen solche Dokumente verloren, was besonders schade ist, wenn es sich um einen Traditionsverein handelt“, wie Markus Friedrich bedauert. Damit verschwänden nicht nur Teile des Vereinsgedächtnisses, sondern auch wichtige Informationen zu Sport- und Lokalgeschichte.

Gerade in Zeiten von kommerziellen Sportgroßereignissen und Sportskandalen könne es nicht schaden, sich der Gründungsideale der Sportbewegung zu versichern, meint Friedrich schmunzelnd und zitiert das Vereinslied des FC Birkenfeld: „Oh wonnevolles Fußballspiel, du schönstes Spiel der Jugend / dich gut zu spielen sei mein Ziel, dies ist die höchste Tugend.“

Kontakt:
Kreisarchiv des Enzkreises
Zähringerallee 3
75177 Pforzheim
Telefon 07231 308-9423
Telefax 07231 308-9837
Kreisarchiv@enzkreis.de

Quelle: Enzkreis, Pressemitteilung 245 / 2016, 7.7.2016

Archiv und Wirtschaft 2/2016

Dieser Tage erschien die neueste Ausgabe (2/2016) von „Archiv und Wirtschaft“, der Zeitschrift der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e.V.. Die seit 1967 vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „Archiv und Wirtschaft“ bietet Raum für Fachbeiträge. Sie diskutiert wichtige Neuerscheinungen auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte, des Archivwesens sowie verwandter Gebiete und enthält aktuelle Informationen über Tagungen und Ausstellungen.

Inhaltsverzeichnis „Archiv und Wirtschaft“ 2/2016

AuW 2_16 TitelbildAUFSÄTZE

Susen Friedrich: Das adidas Archive – Chancen und Herausforderungen im Umgang mit einer umfangreichen Produktsammlung (48-59)

Andreas Jäggi und Christian Leitz: „Informieren, belehren, unterhalten und verbinden“ – Interne Kommunikation von der Mitarbeiterzeitung zum Intranet (mit Fallstudie UBS) (60-66)

Tobias Straumann: Bankenplatz Schweiz – Quelle des Reichtums der Schweiz? Eine Antwort aus wirtschaftshistorischer Sicht (66-72)

BERICHTE

Jens Brokfeld: „Faszination der Dinge – bestandsergänzende Sammlungen im Wirtschaftsarchiv“. Arbeitstagung der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare vom 24. bis 26. April 2016 in Zürich (73-78)

Ralf Peters: VerSIErt – Genese eines bislang einmaligen Ausstellungsprojekts in der deutschen chemischen Industrie (78-82)

Benjamin Obermüller: Jahrestagung des Arbeitskreises der Chemie- und Pharmaarchivare am 8. und 9. November 2015 bei der Bayer AG in Berlin (83-85)

REZENSIONEN

Dariusz Adamczyk und Stephan Lehnstaedt (Hrsg.): Wirtschaftskrisen als Wendepunkte. Ursachen, Folgen und historische Einordnungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Volker Beckmann) (86-90)

Michael Kißener: Boehringer Ingelheim im Nationalsozialismus. Studien zur Geschichte eines mittelständischen chemisch-pharmazeutischen Unternehmens (Ralf Stremmel) (90-91)

Christian Leitzbach: Rheinmetall. Vom Reiz, im Rheinland ein großes Werk zu errichten (Benjamin Obermüller) (91-92)

Tim Schanetzky: „Kanonen statt Butter“. Wirtschaft und Konsum im Dritten Reich (Dirk Wiegand) (92-94)

Rezensionsliste (94-95)

Impressum (100)

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Kontakt:
Dr. Martin Münzel
Redaktion „Archiv und Wirtschaft“
c/o Bertelsmann SE & Co. KGaA
Corporate History
Carl-Bertelsmann-Straße 270 | 33311 Gütersloh
Telefon: 030-2093-70571
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Bleistiftzeichnung und unbekannte Briefe des Malers Otto Dix entdeckt

Bedeutender Fund im Stadtarchiv Gera

Nicht selten ergeben sich bei Erschließungs- und Recherchearbeiten an neu in das Stadtarchiv Gera gelangten Beständen bisher unbekannte Informationen und Erkenntnissen über Details unserer Geschichte. Dass dabei aber auch wertvolle und überraschende Funde zutage treten können, zählt eher zu den Ausnahmen. In diesem Zusammenhang konnten in den vergangenen Jahren zum Beispiel ein wertvoller silberner reußischer Doppeltaler aus dem Jahr 1847 in einer Akte der Gemeinde Dürrenebersdorf oder die Bordbücher und Fotos des ersten Geraer Ballonfahrers vom Anfang des 20. Jahrhunderts im Nachlass des Journalisten und Schriftstellers Heinz Gerisch aufgefunden werden.

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Abb.: Einen bedeutenden Fund hält Stadtarchivar Klaus Brodale aus dem Nachlass des Journalisten und Schriftstellers Heinz Gerisch in den Händen. In einer Mappe mit dem Titel „Maler Otto Dix“ wurden bei der Erschließung Materialsammlungen mit originalen Schriftstücken von Otto Dix, Zeitungsausschnitte, Einladungen und Katalogen zu Ausstellungen (vor allem in Gera) aufgefunden. (Foto: Uwe Müller/ Stadtverwaltung Gera)

Gerade im letztgenannten Nachlass, der gegenwärtig in mehreren Übernahmen in das Geraer Stadtarchiv übernommen wird, konnten nunmehr die bisher bedeutsamsten dieser „unerwarteten Funde“ ermittelt werden. In einer Mappe mit dem Titel „Maler Otto Dix“ wurden bei der Erschließung Materialsammlungen zum Maler Otto Dix in Form von Zeitungsausschnitten, Einladungen und Katalogen zu Ausstellungen (vor allem in Gera) aufgefunden. Diese sollten sicherlich als Grundlage für eigene Beiträge von H. Gerisch dienen. Unerwartet befanden sich aber hier auch mehrere originale Schriftstücke von Otto Dix.

Im Jahr 1965 hatte Heinz Gerisch zur Vorbereitung eines Interviews Kontakt mit dem Maler aufgenommen. Das Interview wurde am 16.08.1965 in den „Thüringer Neuesten Nachrichten“ veröffentlicht. In den folgenden Monaten dehnte sich die Korrespondenz unter anderem auf die Frage nach der Echtheit des seinerzeit im Besitz von H. Gerisch befindlichen Gemäldes „Blick nach Mühlsdorf“ aus, die der Maler letztlich bestätigen konnte. Allerdings wurde das um 1908 entstandene Bild, das sich heute in der Kunstsammlung Gera befindet, auch mit dem abweichenden Titel „Am Rubitzer Gatter“ bezeichnet. Insgesamt werden mit diesem Zuwachs 19 Originalschreiben bzw. Autographen von Otto Dix in den Beständen des Stadtarchivs Gera verwahrt.

War bereits das Auffinden dieser bisher unbekannten Autographen von Otto Dix ein äußerst bemerkenswerter Fund, so überraschte ein weiteres Schriftstück in dieser Sammlung. Auf einem Kopfbogen des Kurhauses Bad Köstritz vom 15.10.1935 hinterlässt der Geologe Rudolf Hundt eine Nachricht für seinen Freund Otto Dix, mit der er sich über ein nicht zustande gekommenes Treffen mit dem Maler in humorvoller Weise beschwert. Dieses Schreiben bildet die Gegenüberlieferung zu einem Brief und einer Postkarte, die Dix im Vorfeld 1935 an Hundt übermittelte (heute im Bestand der Kunstsammlung Gera). Während letztere bereits mehrfach publiziert wurden, war der Brief vom 15.10.1935 der Forschung bisher nicht bekannt.

Die größte Bedeutung dürfte allerdings die Rückseite dieses Briefes besitzen. Auf der gefalteten Hälfte des Bogens befindet sich eine Bleistiftzeichnung mit dem Portrait von Rudolf Hundt. Diese Zeichnung ist mit der zweifellos echten Signatur von Otto Dix versehen. Nach den Recherchen des Archivs wurde diese Zeichnung bisher lediglich einmal als Abbildung für einen Beitrag von Rudolf Hundt über einen Besuch bei Otto Dix im Heft 08/1958 der Reihe „Wohin in Gera – Geraer Monatsschrift für Kultur und Heimat“ veröffentlicht. Sie galt seit nunmehr fast 60 Jahren in der Fachwelt als „verschollen“.

Es liegt nahe, diese Zeichnung als Vorstufe zu der im gleichen Jahr entstandenen Silberstiftzeichnung des Geologen Hundt anzusehen. Wie der Brief bzw. die Zeichnung in den Besitz von Heinz Gerisch gelangt sind, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Zweifellos besitzen die im Nachlass Heinz Gerisch unter der Signatur III F 64 /121 im Stadtarchiv Gera verwahrten Autographen und die Bleistiftzeichnung einen nicht zu unterschätzenden Wert für die Dix-Forschung.

Kontakt:
Stadtarchiv Gera
Gagarinstraße 99
07545 Gera
Fon: 0365 838-2140 bis -2144
Fax: 0365 838-2145
stadtarchiv@gera.de

Quelle: Stadt Gera, Pressemitteilung, 29.6.2016

Kreisarchiv Warendorf probt für den Notfall

Was tun, wenn das Wasser im Magazin steht?

Gerüstet sein für eine Katastrophe, die hoffentlich niemals eintritt – das war das Ziel einer Notfallübung des Kreisarchivs Warendorf. Das Übungsszenario war allerdings auch nicht so unwahrscheinlich: Vom Starkregen oder durch einen Wasserrohrbruch war ein Magazinteil unter Wasser gesetzt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisarchivs Warendorf simulierten unter professioneller Anleitung und Unterstützung von Birgit Geller vom LWL-Archivamt für Westfalen nun die Bergung von Archivgut.

Abb.: Was zu tun ist, wenn ein Magazinteil unter Wasser steht, darum ging es bei einer Notfallübung des Kreisarchivs. Im Bild v.l.n.r.: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Victoria Wegener, Ludger Pohlplatz, Mareike Stiller, Anna Bäumer, Thomas Szymczyk, Jannik Schröder und Birgit Geller vom LWL-Archivamt für Westfalen sowie Kreisarchivar Dr. Thomas Brakmann und Mitarbeiter Klaus Zurwieden (Foto Thomas Fromme / Kreis WAR).

Die Notfallübung wurde möglich durch eine Zuwendung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) im Rahmen ihrer letztjährigen Schwerpunktförderung „Vergessene Kostbarkeiten“. Die KEK ist bei der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelt und finanziert sich aus den Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kulturstiftung der Länder.

Nachdem der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien dem Kreisarchiv die Mittel zugewiesen hatte, konnten im Dezember 2015 insgesamt drei Notfallboxen-Sets beschafft werden. Jetzt wurde der Einsatz der Materialien erprobt werden. Im Vorfeld der Übung wurden nicht mehr benötigte Materialien aus Papier (Bücher, Akten, Plakate, Karten) sowie Doppelexemplare von Fotos, Dias und Fotonegativen aus dem Kreisarchivs gewässert. Nach einer Einführung in den Umgang mit wassergeschädigtem Archiv- und Bibliotheksgut wurden zwei Teams gebildet, die sich um das Dokumentieren des Schadens, die Sortierung nach Schadensarten, das fachgerechte Bergen und Sichern sowie um die Vorbereitungen für den Trocknungsprozess kümmerten. Auch das Verpacken der Unterlagen in Spezialfolie für den Gefriertrocknungsprozess, der zur Vermeidung von mikrobiellem Befall notwendig ist, wurde trainiert.

Abb.: Das geborgene Archivgut wird für den Gefriervorgang vorbereitet und in Stretchfolie verpackt. Im Hintergrund das in Kunststoffbehältern geborgene Archivgut (Foto Thomas Fromme / Kreis WAR).

Ein wesentliches Anliegen der Übung bestand darin, aufeinander abgestimmte Abläufe zu trainieren, die auch in einem echten Notfall funktionieren müssen. Gerade das Trainieren der Abläufe und ihre Wiederholung macht es möglich, im Ernstfall automatisch die richtigen Dinge zu tun.

Abb.: Wassergeschädigte Großformate wie Plakate und Karten galt es plan zu legen (Foto Thomas Fromme / Kreis WAR).

Zum Abschluss wurden die Erkenntnisse aus der Übung besprochen sowie Verbesserungsmöglichkeiten bei den eingesetzten Hilfsmitteln, der Einrichtung der Arbeitsplätze, der Wahl der Transportwege, den Verfahren zur Dokumentation sowie bei der Organisation und Vorgehensweise der Teams diskutiert. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Übung ein wichtiger Beitrag war, um im Ernstfall bei der Bergung und Erstversorgung geschädigten Kulturguts wirkungsvoll geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Abb.: Birgit Geller (LWL Archivamt für Westfalen, Münster) erläutert die Sofortmaßnahmen zur Rettung wassergeschädigter Archivalien (Foto Thomas Fromme / Kreis WAR).

„Die Übung hat uns deutlich vor Augen geführt, dass der Einsatz aller Beteiligten im Notfall gut koordiniert und alle Arbeitsschritte gut ineinander greifen müssen, um optimal zu funktionieren“, bilanzierte Dr. Thomas Brakmann, Leiter des Warendorfer Kreisarchivs.

Kontakt:
Kreisarchiv Warendorf
Dr. Thomas Brakmann
Waldenburger Str. 2
48231 Warendorf
02581.53-1040
thomas.brakmann@kreis-warendorf.de

Quelle: Kreis Warendorf, Pressemitteilung, 29.6.2016

Förderpreis: Junge Geschichtswissenschaft Münster 2016/17

Ausschreibung

Im Zusammenhang mit dem Historikerpreis für ein herausragendes Werk der europäischen Geschichtsschreibung oder ein wissenschaftliches Lebenswerk lobt die Stadt Münster einen Geschichtsförderpreis für Nachwuchswissenschaftler aus. Die Stadt Münster möchte damit die Geschichtsforschung allgemein fördern und junge Akademiker motivieren, sich dem Wagnis einer Forschungsarbeit und/oder einer Wissenschaftskarriere zu stellen.

In Einzelfällen kann die Thematik des Förderpreises spezifiziert werden. So ist es wünschenswert, im Jahr 2016/17 im Gedenken an den Beginn der Reformation 1517 Arbeiten zur Reformation und ihre religionsgeschichtliche, politische oder gesellschaftliche Wirkung zu prämieren.

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Mit dem Preis zeichnet das historisch interessierte Münster eine innovative wissenschaftliche Leistung einer Historikerin oder eines Historikers aus, die noch nicht anderweitig veröffentlicht oder prämiert wurde. Zur Auszeichnung können herausragende Abschlussarbeiten, wie Doktor- oder Masterarbeiten eingereicht werden, die wissenschaftliches Neuland erschließen und in ihrer sprachlichen Gestaltung vorbildhaft sind. Die Arbeit darf nicht älter als fünf Jahre sein. Für die Auszeichnung kommen deutsche und ausländische Historikerinnen und Historiker gleichermaßen in Betracht, deren Werke in deutscher oder englischer Sprache vorliegen.

Der Preis ist mit 3.000 € dotiert. Zudem wird dem Gewinner/der Gewinnerin des Preises eine Publikationsmöglichkeit in der Schriftenreihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster“ eröffnet. Der Preis ist nicht teilbar.

Vorschlagsberechtigt sind alle Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, die ein historisches Fach vertreten, außerdem Wissenschaftler/innen in vergleichbarer Stellung in außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Eigenbewerbungen, die den Qualitätsanforderungen entsprechen, sind möglich.

Es wird gebeten, Vorschläge bis zum 01. September 2016 beim Stadtarchiv Münster oder am Geschichtsort Villa ten Hompel als Kopie der wissenschaftlichen Arbeit in einem digitalen Format einzureichen. Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse (Klappentext, nicht mehr als 2 Seiten), Gutachten der Betreuer und ein tabellarischer Lebenslauf sollten mit eingereicht werden.

Die eingereichten Arbeiten werden von einem Preisgericht bewertet. Dem Preisgericht gehören an:

  • ein Hochschullehrer der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Prof. Dr. Werner Freitag)
  • ein Hochschullehrer einer anderen Universität (Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Leipzig)
  • ein Vertreter der Historischen Kommission für Westfalen (Prof. Dr. Wilfried Reininghaus)
  • ein/e Vertreter/in des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster (Dr. Mechthild Black-Veldtrup)
  • Vertreter der Kulturverwaltung der Stadt Münster

Die Entscheidung über die Preisvergabe fällt das Preisgericht Anfang 2017. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Preisverleihung ist in der Begleitung des Historikerpreises der Stadt Münster vorgesehen.

Kontakt:
Stadtarchiv Münster
c/o Dr. Hannes Lambacher
An den Speichern 8
48157 Münster
Tel.: +49 251 492 4700
Archiv(at)stadt-muenster.de

Geschichtsort Villa ten Hompel
c/o Dr. Christoph Spieker
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Tel.  +49 251 492 7101
tenhomp(at)stadt-muenster.de

Stadtarchiv Limburg gerät an seine Kapazitätsgrenzen

In einer Art Homestory berichtet das Weilburger Tageblatt über die Aufgaben, Sammlungen und Erträge der Arbeit des Stadtarchivs Limburg an der Lahn. Dabei wurde der Unterschied in den fachlichen Voraussetzungen und im Selbstverständnis des jetzigen Archivleiters Dr. Christoph Waldecker (seit 2007) im Vergleich zu seinen Vorgängern herausgestellt. Diese waren allesamt Gymnasiallehrer im Hauptberuf und nutzten die Archivschätze vordringlich für Ausstellungen und historische Vorträge. Waldecker hingegen widmete sich der Grundlagentätigkeit, d.h. der Erschließung und Verzeichnung des Archivgutes, um dessen Nutzbarkeit zu gewährleisten. Ausstellungen hingegen seien die Stärke von Museen.

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Abb.: Übergabe der Sammlung Kloos 2009 im Stadtarchiv Limburg: (v.l.n.r.) Bürgermeister Martin Richard, Maria Kloos, Beate Kloos, Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker, Stephan Kloos (Foto: Stadt Limburg)

Das Stadtarchiv Limburg an der Lahn logiert seit 1977 im Südflügel des Schlosses hinter dem Limburger Dom. Die größten Bestände stammen naturgemäß aus dem Rathaus. Dazu gehören aber auch sämtliche Akten aus den bis Anfang der 1970er Jahre selbstständigen sechs Gemeinden, den heutigen Stadtteilen Limburgs. Viele Akten, die lange Zeit auf dem Speicher des Schlosses lagerten, werden mittlerweile von den Archivmitarbeitenden bearbeitet. Private Sammlungen oder Akten aus Vereinen erreichen das Stadtarchiv hingegen eher zufällig. Die wohl bedeutendste private Sammlung – Tausende von Fotos, die die gesamte Stadt dokumentieren – erreichte das Stadtarchiv 2009 von den Angehörigen des zwei Jahre zuvor verstorbenen Limburger Fotografen Friedel Kloos. Spenden privater Sammler und Historiker sind für die Archivare im Stadtarchiv wertvolle Fundgruben.

Diese Dokumente neueren Datums finden ihren Platz neben dem Stadtbuch von 1548 und einem Gemälde des englischen Künstlers John Lewis Wood von 1863, das eine Marktszene auf dem heutigen Bischofsplatz zeigt, und der ältesten Urkunde des Stadtarchivs von 1278. Darin beurkundet Graf Gerhard von Diez das Ende der Streitigkeiten zwischen der Limburger Bürgerschaft und ihrem Stadtherrn. Unter den Urkunden befinden sich 32 Kaiser- und Königsurkunden, einschließlich Kopien und Abschriften, sowie eine Bulle von Papst Pius II. (1558 bis 1564) neben Urkunden der Limburger Dynasten, der Grafen von Diez, des Stiftes St. Georg und ungeahnt vielen weiteren Dokumenten von unschätzbarem Wert, wie das Weilburger Tageblatt berichtet.

Problematisch ist die Benutzungssituation, da Benutzer- und Mitarbeiterbereich räumlich nicht getrennt sind. Stadtarchivar Waldecker hat bereits Vorschläge zur Verbesserung der räumlichen Situation, auch hinsichtlich der bereits zu etwa 75 Prozent gefüllten 1,3 lfd km Magazinflächen, unterbreitet und wartet auf eine Entscheidung der städtischen Gremien.

Geöffnet ist das Archiv mittwochs von 8.30 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Kontakt unter Telefon  (0 64 31) 20 33 41 oder 20 33 68 oder an monika.jung(at)stadt.limburg.de oder christoph.waldecker@
stadt.limburg.de per Mail.

Kontakt:
Dr. Christoph Waldecker M.A., Dipl.-Archivar (FH)
-Leiter des Stadtarchivs-
Werner-Senger-Str. 10
65549 Limburg a. d. Lahn
Telefon 06431 203-368
Fax 06431 584 3947
christoph.waldecker@stadt.limburg.de

Quelle: Dieter Fluck, Weilburger Tageblatt, 8.6.2016

Wichtiges Beweismittel für Kölner Archiv-Einsturz gefunden

Beim Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 kamen zwei Menschen ums Leben und rund 30 Regalkilometer an Dokumenten zu Schaden.

Bei Taucharbeiten an der Unglücksstelle im Kölner Süden sind jetzt weitere Auffälligkeiten an einer Schlitzwand entdeckt worden, wie die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), die Stadt Köln und die Staatsanwaltschaft Köln mitteilen. In mehr als 25 Metern Tiefe fanden Taucher einen dicken Gesteinsbrocken unter einer Stützwand neben der U-Bahnbaustelle. Dieser könnte dafür gesorgt haben, dass die Wand unterhalb des Brockens nicht richtig zu Ende gebaut wurde. Und der Hohlraum an dieser Stelle könnte große Mengen Wasser und Erdreich durchgelassen haben. Es sei denkbar, dass so das Fundament des nahe gelegenen Stadtarchivs beim Bau der U-Bahn beschädigt wurde.

Abb.: Seitenansicht der Archiveinsturz-  und Baustelle in Köln (Stadt Köln)

„Wenn es sich denn so herauskristallisiert, wie wir vermuten, dann ist die Ursache kein Naturereignis, sondern ein von Menschen verursachter Schaden“, sagte die Kölner Staatsanwaltschaft gegenüber dem WDR. In einem weiteren Schritt würden dann vor der Verjährungsfrist in drei Jahren Verantwortliche gesucht, die dann strafrechtlich zur Verantwortung gezogen würden.

Quelle: WDR Nachrichten, 13.6.2016; KSTA, 13.6.2016

Frankfurter Fotoschätze dauerhaft gesichert

Mehrere Zehntausend Aufnahmen des städtischen Denkmalamtes nun im Institut für Stadtgeschichte

Einen bedeutenden stadthistorischen Zuwachs haben die Fotosammlungen des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main erfahren. Mit der Fotothek des Denkmalamtes der Stadt konnte eine über Jahrzehnte gewachsene Sammlung übernommen werden. Die knapp 35.000, kürzlich dem Institut für Stadtgeschichte übereigneten Aufnahmen geben einen hervorragenden Einblick in die bauliche Entwicklung von Gebäuden, Straßen und Plätzen der Stadt.

Abb. 2 Schutzdach, 1981

Abb.: Pavillon Huthpark, Schutzdach 1981

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Abb.: Pavillon Huthpark, Nordostansicht 2008

Abb. 4 Nordwestansicht, 2013

Abb.: Pavillon Huthpark/Bergstation, Nordwestansicht 2013

Das Denkmalamt der Stadt Frankfurt ist für alle denkmalgeschützten Kulturdenkmäler der Stadt zuständig. Im Stadtgebiet sind aktuell rund 9.000 Bau-, Garten- und Kunstdenkmäler geschützt. Da zu den Aufgaben der Denkmalpflege auch die Bauforschung und Bestanddokumentation gehören, entstand im Amt ein Bildarchiv mit Schwarzweiß und vielen Farb-Aufnahmen des Denkmalbestandes.

Teils fertigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes die Aufnahmen selbst an; in vielen Fällen ergingen auch Aufträge an professionelle Fotografen. Das Denkmalamt hat die Fotothek systematisch gepflegt, erweitert und auf Basis einer Datenbank erschlossen, so dass Nutzung und Auswertung durch das Fachpersonal des Instituts für Stadtgeschichte unmittelbar und ohne Schwierigkeiten möglich sind. Der Clou: Nahezu alle Bilder liegen auch in digitalisierter Form vor! Sowohl die Digitalisate wie Originalfotos sollen im Institut für Stadtgeschichte langfristig archiviert, digital erfasst, gesichert und einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden.

Dieser wertvolle und gut erschlossene Bestand ergänzt die bereits zuvor mehr als zwei Millionen Abbildungen umfassende Fotoüberlieferung des Instituts, das als eines der größten Kommunalarchive Deutschlands gilt, ganz ausgezeichnet.

Kontakt:
Tobias Picard
Institut für Stadtgeschichte
Münzgasse 9
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069-212 379 86
tobias.picard@stadt-frankfurt.de
www.stadtgeschichte-ffm.de

Quelle: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Presseinformation, 9.6.2016

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