Neuer Schnellzugriff auf die Bestände des Staatsarchivs Zürich

Mit einer neuen Suchfunktion kann auf der Website des Staatsarchivs des Kantons Zürich ab sofort schnell und zielgerichtet auf besonders beliebte Archivbestände zugegriffen werden, zum Beispiel auf die Sammlung mit Tausenden von Klassenfotos aus Zürcher Schulen.

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Abb.: Kindergartenfoto aus Höngg 1930 (StAZH W I 90.3051).

Mit einem neuen Online-Suchangebot macht es das Staatsarchiv Zürich der Öffentlichkeit wesentlich einfacher, auf bestimmte Bestände zuzugreifen, die besonders stark nachgefragt werden. Die «Thematische Suche» kann direkt auf der Startseite angewählt werden. Das für ungeübte Benutzerinnen und Benutzer mitunter etwas umständliche Hantieren mit dem Online-Archivkatalog kann auf diese Weise umgangen werden. Diese massgeschneiderten Abfragen ergänzen den bestehenden Online-Archivkatalog. Dort bleiben Volltext-, Feld- und Archivplansuchen über alle Bestände selbstverständlich weiterhin möglich. Unverändert zur Verfügung steht auch das Archivportal Archives Online, dem mittlerweile über zwanzig Schweizer Archive angehören.

Suchen Sie Ihr Klassenfoto?
Das so genannte Klassenfotoarchiv im Staatsarchiv Zürich umfasst Tausende von Fotografien von Schulklassen und Lehrkräften, die im Zeitraum von 1927 bis 1995 von den beiden Fotografen Hubert Haagmans (1884 bis 1968) und Walter Haagmans (1923 bis 2005) aufgenommen wurden. Die Haagmans waren vorwiegend im Kanton Zürich als Schulfotografen tätig, teilweise auch in den Nachbarkantonen.

Diese Fotosammlung befindet sich inzwischen im Staatsarchiv, und die Verzeichnungsdaten sind online verfügbar, ebenso wie die Bilder selbst. Wer noch weiss, wann er in welcher Gemeinde in die Schule ging, kann über die Thematische Schnellsuche direkt nachschauen, ob sein Klassenfoto den Weg in die Sammlung gefunden hat. Und wenn ja, befindet man sich auf einmal wieder auf dem Pausenplatz an einem Vormittag vor fünfzig Jahren.

Anregungen und Rückmeldungen werden gerne entgegen genommen
Nach und nach wird das Staatsarchiv die Liste der themenbezogenen Suchen ergänzen. Anregungen für solche Schnellzugriffe werden gerne entgegengenommen. Sollten bei den Klassenfotos die seinerzeit von den Fotografen vermerkten Daten unvollständig sein, freut sich das Staatsarchiv außerdem über ergänzende oder korrigierende Rückmeldungen.

Kontakt:
Staatsarchiv des Kantons Zürich
Winterthurerstrasse 170
CH-8057 Zürich
Telefon +41 44 635 69 11
Fax +41 44 635 69 05
staatsarchivzh@ji.zh.ch
www.staatsarchiv.zh.ch

Quelle: Staatsarchiv Zürich, Medienmitteilung, 9.2.2016

Das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main am TAG DER ARCHIVE

Zum Tag der Archive, der sich bundesweit dem Oberthema „Mobilität im Wandel“ widmet, bietet das Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main in einem vielfältigen Programm einen lebendigen Zugang zu seinen Beständen und seiner aktuellen Arbeit.

Im Zentrum stehen neben der neuen Fotoausstellung „Schauplätze. Frankfurt in den 50er Jahren“ kommentierte Archivalienpräsentationen und Filme zum Thema „Mobilität“; neben einem archivpädagogischen Workshop und einem Vortrag zur Mainschifffahrt steht schließlich ein Twitterrundgang (Tweetup) durch das Haus an.

Programm20160209

Samstag, 5. März 2016, 11.00 bis 18.00 Uhr
Alle Veranstaltungen: Eintritt frei
Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte

Ausstellungen 11.00 bis 18.00 Uhr
Schauplätze. Frankfurt in den 50er Jahren
Ort: Karmeliterkloster, Dormitorium

Jörg Ratgeb (um 1480–1526)
Die Wandbilder im Karmeliterkloster
Ort: Karmeliterkloster, Kreuzgang und Refektorium

Archivalienschau 11.00 bis 16.00 Uhr
Im direkten Kontakt zur Geschichte
Dokumente zum Thema Mobilität
Informationen (abwechselnd): Ulrike Heinisch M. A., Monika Lauria, Christine Schade, Silvia Stenger
Ort: Karmeliterkloster, Lesesaal

Kuratorenführung zum Thema Mobilität 12.00 und 14.00 Uhr
Schauplätze. Frankfurt in den 50er Jahren
Führung: Tobias Picard M. A.
Treffpunkt: Karmeliterkloster, Dormitorium

Kommentierte Filmausschnitte 13.00 und 15.00 Uhr
Frankfurt als Verkehrsknotenpunkt in städtischen Imagefilmen
Referentin: Claudia Schüßler
Ort: Karmeliterkloster, Dormitorium

Werkstatt für Leute von 8 bis 80 Jahren 13.00 bis 15.00 Uhr
Kreativ im Archiv
Fahrzeuge nach eigenen Ideen oder Archivbildern selbst gestalten
Betreuung: Manuela Murmann
Ort: Karmeliterkloster, Parlatorium

Vortrag 16.00 Uhr
„Die beste Schiffahrtsstraße der Welt“
Frankfurt und die Mainschifffahrt bis zur Eröffnung des Westhafens
Referent: Dr. Thomas Bauer
Ort: Karmeliterkloster, Dormitorium

TWEETUP #ARCHIVPERLEN 17.00 Uhr
Dem Vergessen entreißen
Die optimale Nutzung eines Kommunalarchivs
Referent: Dr. Joachim Kemper
Ort: Karmeliterkloster, Dormitorium

Nur für Twitter-Nutzer mit bestätigter Voranmeldung unter Angabe von Twitter-Nickname sowie Vor- und Zuname unter 069–212 35112, joachim.kemper@stadt-frankfurt.de oder per Tweet an @isg_frankfurt
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Kontakt:
Stadt Frankfurt am Main
– Der Magistrat –
Institut für Stadtgeschichte (Karmeliterkloster)
Münzgasse 9
D-60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0) 69 212-38 425
Fax: +49 (0) 69 212-30 753
joachim.kemper@stadt-frankfurt.de
www.stadtgeschichte-ffm.de

Neue Publikation „Das Gedächtnis der Staatssicherheit“

Die Kartei- und Archivabteilung des MfS

Kürzlich erschienen ist die erste Untersuchung zur Kartei- und Archivabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS): „Das Gedächtnis der Staatssicherheit„. Als Hüterin der wichtigsten Karteien und Archivbestände des Ministeriums für Staatssicherheit besaß die Abteilung XII eine entscheidende Funktion. Sie war der Motor des Informationsflusses, den die Stasi für ihre Arbeit der Überwachung der eigenen Bevölkerung so dringend benötigte. Mit heutigen Begriffen war es das „Management-Team“ des Wissensspeichers der Geheimpolizei, dort wo „Big Data“ gespeichert, neu sortiert und wieder bereitgestellt wurde.

Leseprobe

In dem Band werden neben der Entwicklung dieser Abteilung XII und ihrer Aufgaben u.a. auch Struktur und Alltag der hauptamtlichen Mitarbeiter, Auslandseinsätze der Abteilung, die Entwicklung der EDV, die Errichtung des Archivgebäudes, das System der Karteien und Biographien leitender Mitarbeiter der Abteilung dargestellt.

Inhalt:

  • Philipp Springer: Die ganz normale Abteilung XII. Archivgeschichte und MfS-Forschung in institutionengeschichtlicher Erweiterung (7)
  • Philipp Springer: Das Gedächtnis der Staatssicherheit. Entwicklung, Struktur und Funktion der Abteilung XII des MfS (25)
  • Karsten Jedlitschka: „Staatsgeheimnisse von zentraler Bedeutung“. Die „Geheime Ablage“ der Abteilung XII (151)
  • Roland Lucht: Karteien, Speicher, Datenbanken. Kern des Informationssystems der Abteilung XII (167)
  • Philipp Springer: „Müde Einzelgänger“ und „ganze Kerle“. Personalstruktur und Lebenswelt hauptamtlicher Mitarbeiter der Abteilung XII (199)
  • Philipp Springer: Letzte Station Abteilung XII. Der Leiter Oberst Reinhold Knoppe und das Verschwinden der „Gründerväter“ des MfS (273)
  • Ralf Blum / Philipp Springer: Aufstieg und Fall eines „Unfehlbaren“. Der Leiter Oberst Roland Leipold und die Nachkriegsgeneration im MfS (307)
  • Karsten Jedlitschka: Speicher einer Diktatur. Zu Bau und Geschichte des Zentralarchivs der Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg (335)
  • Stephan Wolf: „Ein spezielles Vorhaben der Landesverteidigung“. Der Bunker unter dem Stasi-Zentralarchiv (361)
  • Philipp Springer: „Nicht hinterm Mond“. Die Abteilung XII und die internationalen Aktivitäten des MfS (387)

         Anhang

  • Philipp Springer: Die leitenden Mitarbeiter der Abteilung XII. Kurzbiografien (413)
  • Roland Lucht: Strukturschemata zur Geschichte der Abteilung XII (465)
  • Abkürzungsverzeichnis (477)
  • Abbildungsnachweis (480)
  • Personenregister (483)
  • Autorenverzeichnis (487)

Die Autoren des Bandes schildern den kontinuierlichen Ausbau der Diensteinheit sowie Herkunft, Alltag und das elitäre Selbstbild ihrer hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Tatsächlich waren in der Abteilung XII überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt. Neben der Geschichte des Archivgebäudes in Berlin werden auch die elektronische Datenverarbeitung, die „Geheime Ablage“, das Karteiensystem und die Auslandseinsätze der Abteilung XII vorgestellt. Der Sammelband basiert auf umfangreichen Recherchen in den Akten des MfS und wurde von Archivaren des BStU erstellt.

Info:
Karsten Jedlitschka / Philipp Springer (Hg.)
Das Gedächtnis der Staatssicherheit. Die Kartei- und Archivabteilung des MfS
Reihe: Archiv zur DDR-Staatssicherheit. Band 12
1. Auflage 2015, 489 Seiten mit 89 s/w u. 10 farbigen Abbildungen sowie 11 Grafiken
Preis: 35,00 Euro
ISBN 978-3-525-31033-5

Veranstaltungshinweis:
Am Dienstag, 9. Februar 2016, um 17.00 Uhr stellt Mitherausgeber Dr. Philipp Springer die Studie in Haus 7 in der ehemaligen Stasi-Zentrale vor. In seinem Fotovortrag skizziert er die Gründung, Entwicklung und Personalstruktur der Abteilung XII des MfS. Ein Rundgang durch die Karteiräume ist Teil des Programms (Link).

Kontakt:
Dr. Philipp Springer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)
Referat AR 7
Magdalenenstraße 9, 10365 Berlin
Tel.: 030 2324 6356
philipp.springer@bstu.bund.de

Neue Bilddatenbank im Kreisarchiv des Märkischen Kreises

„Canto Cumulus“ heißt die neue Bilddatenbank, die ab sofort vom Kreisarchiv des Märkischen Kreises eingesetzt wird und ab Mitte des Monats eingesehen werden kann. Von dieser digitalen Neuerung können alle Interessierten profitieren. „Wir haben einen großen Bestand von mehreren Tausend historischen Bildern, Ansichtskarten, Briefköpfen, Fotos von Medaillen. Die werden alle digitalisiert und in die neue Datenbank eingepflegt“, erklärt Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski. Mit mehr als 7.000 Dateien geht die Datenbank an den Start, es werden ständig mehr.

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Abb.: Diplom-Archivar Ulrich Biroth öffnet am Computer die neue Bilddatenbank (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis)

„Canto Cumulus“ ist die Software eines deutsch-amerikanischen Unternehmens mit Sitz auch in Berlin. Genutzt wird es in erster Linie in Agenturen, Unternehmen und Behörden zur Archivierung, Organisation und Distribution von Mediendateien innerhalb einer Netzwerk-Infrastruktur.

Was haben die Bürgerinnen und Bürger im Märkischen Kreis davon? „Sie können sich über die Homepage des Kreises www.maerkischer-kreis.de in die Datenbank einloggen, Suchbegriffe eingeben, die historischen Bilder, Postkarten, Karten und Pläne ansehen und sie in einer zunächst geringen Auflösung mit Wasserzeichen versehen herunterladen“, so Diplom-Archivar Ulrich Biroth, beim Kreisarchiv für das neue Angebot zuständig. Hat der Kreis die Rechte an den Bildern, können sie auf Wunsch jedem Bürger in einer höheren Auflösung zur Verfügung gestellt werden. „Und das in der Startphase sogar kostenlos“, so Biroth. Eine Nutzung ist selbstverständlich nach vorheriger Rücksprache mit dem Kreisarchiv erlaubt.

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Abb.: Trefferanzeige in der Bilddatenbank, hier: ID 15.643, Titel: Altena i. Westf. Burg Altena, Signatur: Slg Bi 0252, Datierung 1935 (Screenshot, Ausschnitt)

Nicht nur die geschichtlich Interessierten, auch das Kreisarchiv profitiert von der neuen Datenbank und den Austausch mit den Nutzern. „Man kann nämlich die Bilder kommentieren, eventuell Daten mitteilen. So erhalten wir Informationen darüber, was die historischen Fotos zeigen, die wir noch nicht zuordnen können“, freut sich Ulrich Biroth auf viele Rückmeldungen. Das Kreisarchiv des Märkischen Kreises ist das erste Kommunalarchiv, das so ein Angebot macht.

Kontakt:
Märkischer Kreis
Kreisarchiv/Landeskundliche Bibliothek
Ulrich Biroth
Kreishaus I Altena
Bismarckstraße 15
58762 Altena
Tel.: 02351 / 966-7059
u.biroth@maerkischer-kreis.de

Quelle: Märkischer Kreis, Pressemeldung, 3.2.2016

Blog der Archive in der Leibniz-Gemeinschaft

Der Arbeitskreis Archive in der Leibniz-Gemeinschaft hat seit kurzem ein Blog. „Archive in der Leibniz-Gemeinschaft“ ist ein Gemeinschaftsblog der im Arbeitskreis (AK) Archive der Leibniz-Gemeinschaft zusammengeschlossenen Archive. Diese Archive verwahren einen gewichtigen Teil des wissenschaftlich-technisch-künstlerischen Erbes in Deutschland.

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Abb.: Blog der Archive in der Leibniz-Gemeinschaft: http://leibnizarc.hypotheses.org/ (Screenshot, Ausschnitt)

Der AK Archive hat sich 2005 konstituiert. Sein Anliegen ist es, die nationale wissenschaftliche Bedeutung der Leibniz-Gemeinschaft in ihrer Vielfalt zu dokumentieren. Dabei ergänzen sich die unterschiedlichen thematischen Bestände der Archive im Sinne eines breiten archivischen Sammlungsspektrums. Das Blog will die interessierte Öffentlichkeit über die Arbeit der Archive informieren und Einblick in die Vielfalt ihrer Bestände geben. Darüber hinaus werden Projekte und Publikationen der einzelnen Archive vorgestellt und Veranstaltungshinweise veröffentlicht.

Folgende Leibniz-Archive beteiligen sich am Blog:

Imagefilm des Archivs des Deutschen Museums

Eine Schatzkammer stellt sich vor

Handschriftliche Werkstattzeichnungen des Flugpioniers Otto Lilienthal oder des Computererfinders Konrad Zuse, Geheimdokumente aus dem Zweiten Weltkrieg, Hunderte von Nachlässen herausragender Wissenschaftler und Ingenieure, Zehntausende an Handschriften und Plänen: Das Archiv des Deutschen Museums verwahrt auf 4,5 Regalkilometern Schätze aus der Geschichte der Naturwissenschaft und der Technik. Es ist eines der bedeutendsten Spezialarchive dieser Art weltweit. Jetzt stellt sich das Archiv mit einem Imagefilm vor.

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Der flott geschnittene und mit dynamischer Musik unterlegte Film gibt einen Einblick in die reichhaltigen Bestände und zeigt das große Forschungspotenzial für Wissenschaftler und Laien auf. Der Film verdeutlicht aber auch die vielfältigen Aufgaben des Archivs und erlaubt einen Blick hinter die Kulissen.

Für den Historiker Wilhelm Füßl, seit 1992 Leiter des Archivs des Deutschen Museums, liegt die Motivation für den Imagefilm in der gesellschaftlichen Rolle der Archive begründet: „Archive sind das Gedächtnis unseres Wissens und unserer Kultur. Sie bewahren die Dokumente, auf denen unsere Geschichte aufbaut. Archive sind aber keine ‚Verwahrstationen‘, sondern aktiver Teil historischer Forschung, sei es für private, sei es für wissenschaftliche Zwecke. Das Archiv des Deutschen Museums als ein führendes Spezialarchiv will, dass mit seinen Dokumenten gearbeitet wird, dass sie benützt und veröffentlicht werden. Der Film will auf das riesige Potenzial aufmerksam machen, das hier archiviert ist.“

Gefördert wurde der Imagefilm vom Freundes- und Förderkreis Deutsches Museum e.V..

Kontakt:
Deutsches Museum
Archiv
80306 München
Tel.: (089)  2179 220
Fax: (089)  2179 465
archiv@deutsches-museum.de
www.deutsches-museum.de/archiv

Quelle: Wilhelm Füßl und Annette Lein: Eine Schatzkammer stellt sich vor, in: Der Blog des Deutschen Museums, 19.11.2015

Thüringer Staatsarchive zu einem Landesarchiv vereinigt

Eigenständigkeit bleibt erhalten

Das Kabinett der rot-rot-grünen thüringischen Landesregierung hat im zweiten Kabinettdurchgang das „Erste Gesetz zur Änderung des Thüringer Archivgesetzes“ beschlossen. Die Landesregierung wird nun den beschlossenen Gesetzentwurf Landtagspräsident Christian Carius zuleiten.

Im Konzept der Regierungskommission zur Reform der Thüringer Landesverwaltung war vorgesehen, die sechs selbständigen Staatsarchive – das Hauptstaatsarchiv Weimar, das Staatsarchiv Altenburg, das Staatsarchiv Greiz, das Staatsarchiv Rudolstadt, das Staatsarchiv Gotha und das Staatsarchiv Meiningen – zu einem Landesarchiv zusammenzulegen.

Zu der Zusammenlegung der sechs Staatsarchive zu einer Behörde, mit dem Ziel einer effizienteren staatlichen Archivverwaltung, erklärt Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten: „Mit dieser Reform der Organisationsstruktur der Staatsarchive wird eine Optimierung der Zuständigkeiten für die Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben und Verfahrensabläufe erfolgen. Zentralisierte archivübergreifende Planungen und Steuerungen der fachlichen Aufgaben machen die Aufgabenwahrnehmung in den einzelnen Häusern effizienter. Trotz der Zusammenlegung zu einer Behörde, bleiben die Standorte als kulturelle Einrichtung vor Ort erhalten.“

Im Vorfeld dieser Entscheidung hatte es aus einzelnen Staatsarchiven heraus deutliche Vorbehalte gegen diese Entwicklung gegeben, wie die Thüringische Landeszeitung berichtete. Letztlich setzten sich diese kritischen Stimmen aber nicht durch.

Das Landesarchiv wird die Behördenbezeichnung „Landesarchiv Thüringen“ führen. Die bisher selbständigen Staatsarchive werden zu Abteilungen des Landesarchivs und erhalten die Bezeichnung: „Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar“, „Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Altenburg“, „Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Greiz“, „Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Gotha“, „Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Meiningen“ und „Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Rudolstadt“. Näheres zu Struktur und Organisation des Landesarchivs wird in einer Geschäftsordnung des Landesarchivs geregelt werden. Die Gesamtleitung des Landesarchivs Thüringen übernimmt der leitende Archivdirektor des Thüringer Hauptstaatsarchivs Weimar, Dr. Bernhard Post.

Quelle: Thüringer Staatskanzlei, Medieninformation 19/2016, 26.1.2016

Streifzug durch die Geschichte der Unternehmerfamilie Habig aus Oelde

Kreisarchiv Warendorf zeigt ausgewählte Stücke

Im Zuge der Serie „Wiedervorlage“ stellt das Kreisarchiv Warendorf einen neu verzeichneten Bestand vor: Das Archiv der Familie Habig aus Oelde. Im Foyer des Kreishauses werden aktuell ausgewählte Stücke des Bestandes in einer Vitrine ausgestellt. Die Unternehmerfamilie Habig bzw. später auch Müller-Habig führte seit 1915 über Jahrzehnte die Firma Westfalia Separator, ehemals Ramesohl & Schmidt, in Oelde.

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Abb.: Im Jahre 1951 heiratete Heinz-Werner Habig in Solingen Hilde Hilgenberg aus Essen. Auf dem Bild ist das Brautpaar mit ihren Eltern zu sehen, links im Bild Werner und Maria Habig, Hilde Habig (geb. Hilgenberg), Heinz-Werner Habig und Hilde Hilgenberg, die Schwiegermutter Heinz-Werner Habigs. Drei Jahre nach der Hochzeit verunglückten Heinz-Werner und Hilde Habig: Sie kamen am 05.09.1954 bei einem Absturz des niederländischen Passagierflugzeuges „Triton“ in Shannon (Irland) ums Leben. (KAW, S 1/59 Müller-Habig, Oelde Nr. 67)

Durch die Firma Westfalia und ihr gesellschaftspolitisches Engagement beispielsweise in Form von Spenden an Schulen, kirchliche Einrichtungen oder die Unterstützung des sozialen Wohnungsbaus in Oelde prägte die Familie auf bedeutende Weise das Stadtbild. Direktor der Firma war ab 1915 Werner Habig. Er war zunächst nur als Buchprüfer nach Oelde geholt worden, wurde jedoch noch im selben Jahr zum Direktor der Firma Ramesohl & Schmidt ernannt.

Seine Tochter Margot Müller-Habig überließ dem Kreisarchiv Warendorf 2005 den Nachlass ihrer Eltern, der heute unter der Signatur S 1/59 Müller-Habig im Warendorfer Kreisarchiv aufbewahrt wird. Die Dokumente behandeln hauptsächlich Ereignisse zwischen 1920 und 1970.

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Abb.: Anlässlich der Einweihung der Carl-Schmitz-Halle in Oelde veranstaltete Werner Habig am 27.04.1952 ein großes Fest mit rund 2500 Gästen. Alle Angestellten von Westfalia Separator waren mit ihren Partnern eingeladen. (KAW, S 1/59 Müller-Habig, Oelde Nr. 59)

Dabei beziehen sich die Unterlagen in erster Linie auf die Familie Habig und nur zum Teil auf die Firma Westfalia. Der wesentliche Fokus liegt auf dem Ehepaar Werner und Maria Habig und deren Kindern Margot Müller-Habig und Heinz-Werner Habig.

Ein Schwerpunkt des Bestandes ist die umfassende Korrespondenz der Familienmitglieder. Die Familie Habig war in Politik, Wirtschaft und Kirche ausgesprochen gut vernetzt. Ausdruck dieses Netzwerks sind zahlreiche Schreiben von Bischöfen und Ordensangehörigen oder auch politischen Autoritäten wie dem ehemaligen Reichskanzler Heinrich Brüning oder Regierungspräsident Franz Hackethal, die sich oft auch an Maria Habig wenden.

Erwähnenswert ist auch die Sammlung von Feldpostbriefen aus dem Zweiten Weltkrieg von Mitarbeitern der Firma Westfalia sowie von Freunden und Familienmitgliedern. Des Weiteren sind zahlreiche Briefe von Heinz-Werner Habig, dem einzigen Sohn von Maria und Werner Habig, aus den 1930er bis 1950er Jahren erhalten, die ein lebendiges Bild der Verhältnisse – besonders  von denen in den USA – Anfang der 50er Jahre zeichnen.

Deutlich wird dabei auch die Internationalität der Familie Habig: So vertrat Heinz-Werner Habig seit 1949 die Tochterfirma „Centrico“ in den USA. Fotos und Zeitungsausschnitte auch zu Heinrich Brüning, dem ehemaligen deutschen Reichskanzler, ergänzen den Bestand zusätzlich. Mit diesem war die Familie Habig befreundet. Einige gut dokumentierte Besuche von Angehörigen in den USA sind bezeichnend für den engen Kontakt der Familie.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Manuskripte von Trude König geb. Hope. In ihrer Kindheit hatte Margot Müller-Habig Klavierunterricht bei der jüdischen Pianistin Trude Hope. Nachdem diese 1935 in die USA emigrierte, nahm Margot Müller-Habig in den 1980ern Kontakt zu ihrer ehemaligen Lehrerin auf und traf sich mit ihr 1996 in den USA. Als Trude König zwei Jahre später verstarb, ließ Margot Müller-Habig den Bericht ihrer Lehrerin über deren Flucht aus Nazi-Deutschland ins Deutsche übersetzen und veröffentlichen.

Kontakt:
Kreisarchiv Warendorf
Waldenburger Straße 2
48231 Warendorf
Telefon: 02581/53-1040
kreisarchiv@kreis-warendorf.de

Quelle: Kreis Warendorf, Pressemitteilung, 21.1.2016

Nach 12 Jahren Abschied vom Unitätsarchiv Herrnhut

Am 14. Januar 2016 wurde in einer öffentlichen Feierstunde in Herrnhut Dr. Rüdiger Kröger nach 12-jährigem Wirken als Leiter des Unitätsarchivs der Evangelischen Brüder-Unität verabschiedet. Mit ihm verliert die Brüdergemeine einen profunden Kenner und unermüdlichen Erforscher der vielfältigen Bestände des Unitätsarchivs (Beständeübersicht). Rüdiger Kröger verabschiedete sich mit einem Vortrag »Martin Eugen Beck (1833-1903) und die Erneuerung der evangelischen Paramentik im 19. Jahrhundert« und gab damit noch einmal Einblick in eines seiner Spezialgebiete.

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Abb.: Der bisherige Unitätsarchivar Dr. Rüdiger Kröger bei seinem Abschiedsvortrag in Herrnhut (Foto: Brüder-Unität)

Dass Hannover im Abschiedsvortrag oft genannt wurde, bekam einen besonderen Klang, da Kröger eine Stelle im Landeskirchlichen Archiv in Hannover antritt, wo auch seine Familie lebt. Mit den Worten »Ein letztes Mal in Funktion, aber nicht zum letzten Mal in Herrnhut« machte der Scheidende deutlich, dass ihm Brüdergemeine und Brüdergeschichte ans Herz gewachsen sind. Neue Unitätsarchivarin ist die bisherige Stellvertreterin, Claudia Mai. Ihr Stellvertreter wird Olaf Nippe. Claudia Mai hob an ihrem Vorgänger hervor, »nicht als hemdsärmelig verstaubter Archivar sondern als moderner Netzwerker« gewirkt zu haben.

Das Unitätsarchiv in Herrnhut ist das Archiv der zentralen Institutionen der weltweiten Brüder-Unität sowie der Europäisch-Festländischen Unitätsprovinz. Es wurde 1764 bei der ersten Generalsynode nach Zinzendorfs Tod mit dem Standort Zeist gegründet. Seit 1820 befindet sich das Archiv in Herrnhut, wo es 1890 erstmals in einem eigenen Archivgebäude untergebracht wurde. Dieser Altbau gilt als ältester Archivzweckbau Sachsens und steht unter Denkmalschutz. Im Jahr 1998 wurde durch Umbau ein Lesesaal für Benutzer eingerichtet und 2000-2002 das Archiv durch den Bau eines neuen Magazins erweitert.

Kontakt:
Unitätsarchiv
Zittauer Straße 24
02747 Herrnhut
Telefon +49 (0)35873-487 31
Fax +49 (0)35873-487 66
unitaetsarchiv(at)ebu.de
www.archiv.ebu.de

Quelle: Evangelische Brüder-Unität, Pressemitteilung, 15.1.2016

Israel veröffentlicht Adolf Eichmanns Gnadengesuch

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Hinrichtung von Adolf Eichmann hat Israel das Gnadengesuch des deutschen NS-Verbrechers veröffentlicht. Eichmann hatte nach der Wannsee-Konferenz 1942 die Vertreibung und Deportation der europäischen Juden organisiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete er nach Argentinien, wurde dort 1960 von Agenten des israelischen Geheimdiensts Mossad entführt. 1906 im Rheinland als Sohn eines Buchhalters geboren, wurde Eichmann SS-Obersturmbannführer und als Leiter des für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zuständigen Eichmannreferats des Reichssicherheitshauptamtes in Berlin zentral mitverantwortlich für den Holocaust in Europa.

Der Eichmann-Prozess vor dem Jerusalemer Bezirksgericht begann am 11. April 1961 und endete am 15. Dezember 1961 mit dem Todesurteil, das am 29. Mai 1962 durch das Berufungsgericht bestätigt wurde. 48 Stunden später wurde Eichmann gehängt. Eichmanns Gnadengesuch vom 29. Mai 1962 wurde jetzt vom israelischen Staatspräsidenten anlässlich des Holocaust-Gedenktages zusammen mit weiteren Dokumenten, u.a. von Geschwistern Eichmanns, seiner Ehefrau und seinem Anwalt, veröffentlicht.

Adolf Eichmann zeigte sich bis zuletzt uneinsichtig und bezeichnete sich in seinem Gnadengesuch als unschuldig. „Ich erkläre nochmals wie bereits vor Gericht geschehen: ich verabscheue die an den Juden begangenen Gräuel als größte Verbrechen und halte es für gerecht, dass die Urheber solcher Gräuel jetzt und in Zukunft zur Verantwortung gezogen werden. Es ist dabei aber die Grenze zu ziehen zwischen den verantwortlichen Führern und den Personen, die, wie ich, lediglich Instrument der Führung sein mussten. Ich war kein verantwortlicher Führer und fühle mich daher nicht schuldig“.

Abb.: Gnadengesuch Adolf Eichmann, 29.5.1962 (Spokesman Presidency of Israel)

Link: http://www.president.gov.il/English/Presidential_Activities/Press_Releases/Pages/news_2701.aspx

 

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