Weinstädter Akten ins Schwimmbad

Beutelsbach, Endersbach, Großheppach, Schnait und Strümpfelbach heißen die fünf einst eigenständigen Remstaldörfer, die sich 1975 zur Stadt Weinstadt zusammengeschlossen haben. Aus Raumnot konnten keine der danach angefallenen Akten mehr ins Archiv überführt werden. Da weder ein zentrales Magazin existiert noch ausreichend Platz in den zehn vorhandenen Notmagazinen besteht, schlug der neue Archivleiter des Stadtarchivs Weinstadt, Dr. Thomas Schwabach, nun Alarm, wie die Stuttgarter Zeitung am 16. April berichtet. Wegen zu hoher Luftfeuchtigkeit drohe nicht nur Schimmelpilz, die bisher praktizierte dezentrale Archivstruktur sei außerdem mit einem äußerst hohen Aufwand verbunden. Zudem seien seit 1975 nicht nur keine Akten mehr übernommen worden, auch ist in den einzelnen Ämtern der Stadtverwaltung die rasch wachsende Aktenmenge immer wieder durch Aktenvernichtungsaktionen reduziert worden. Schwabachs Sorge: „Die bereits entstandenen stadtgeschichtlichen Überlieferungslücken für die Zeit ab 1975 sind noch nicht abzuschätzen.“ Ein oder zwei zentrale Magazine für die bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden und nach aktuellem Stand etwa 1.000 laufende Regalmeter füllenden Unterlagen der fünf Wengerterflecken seien daher dringend erforderlich und lohnenswert. Besserung scheint jedoch in Sicht zu sein. Denn im Erdgeschossbereich des Beutelsbacher Stiftsbades könnten in zwei freigewordenen Räumen einige der verstreuten Akten zusammengeführt werden. In den beiden Räumen mit knapp 100 Quadratmeter Größe betrage die Luftfeuchtigkeit trotz räumlicher Nähe zum Schwimmbecken lediglich aktenfreundliche 50 Prozent. Etwa die Hälfte der momentanen Bestände könnte dort laut Schwabach „dauerhaft und sicher“ gelagert werden. Für die übrigen Bestände müsse allerdings auch noch ein hinreichend trockenes und großes Domizil gefunden werden.

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